Die wirtschaftliche Neuorientierung Europas
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,Der Teufel soll dich holen!' stöhnte der Kommissar respektlos in sich hinein und gab anschließend einen mürrischen Bericht. Ball war verwundert über die schlechte Laune, sagte aber nichts dazu.
Kammin beaab sich wieder an seine Arbeit. Bei der weiteren Durchsicht der hinterlassenen Papiere des verunglückten Herrn Wand gaukelte Karla Kobelts Lachen durch die Blätter. Theo Kammin wurde nervös. Nach langer Prüfung schob er alles zusammen mit der Feststellung, daß überhaupt nichts von Belang vorlag, und übergab das ganze Paket einem Beamten mit der Weisung, es wieder an Ort und Stelle zu bringen.
Sich selbst beglückwünschend, daß diese Episode damit endlich abgeschlossen sei, zündete er eine Zigarre an und freute sich, mit Karla Kobelt nichts mehr zu tun zu haben. In diesem Augenblick klingelte das Telephon. Er hob den Hörer ab.
„Hier spricht Kobelt. Herr Kommissar Kammin?
„Ja!" Das klang heiser und bellend wie von emer
Tokio, 1'8. Dez. (Europapreß.) Bei einem Erd beben im Süden der Insel Formosa sind 180 Per-
gereizten Dogge. ,
„3d) möchte die Einladung, die meine Tochter Ihnen bereits überbracht hat, wiederholen. Heute abend habe ich Freunde bei mir. Darf ich Sie zu einer gemütlichen Stunde erwarten?"
„Gern, Herr Kobelt", antwortete der Kommissar wie unter Zwang. Sie verabredeten die genaue Zeit und nahmen freundlichen Abschied voneinander.
Theo Kammin hätte sich ohrfeigen mögen, daß er nicht abgesagt hatte, und spürte dennoch unvermutet, daß er sich freute, Karla wiederzusehen.
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Fünf Minuten darauf trat Michel Crusius in das Zimmer des Kommissars. Er hatte am Vortage nach der Unterredung mit Bärbel vergeblich versucht, Kammin zu erreichen, weil dieser den ganzen Nachmittag wegen der Sache Wand nicht zu sprechen war. Michel druckste zuerst ein wenig herum, weil er befürchtete, man werde hier den neuen Angaben Bärbels auf Grund der schlechten Erfahrungen mit den ersten Behauptungen keinen rechten Glauben schenken. Die freundlichen Blicke des Kommissars
begangen. ,
Fräulein Eberhard bekundet, Herr Kaspar habe bei der Verhandlung gegen den Werkmeister Möl- ler unter Eid eine falsche Aussage gemacht, da er nicht, wie angegeben, um halb sechs, sondern erst um halb sieben nach Hause gegangen sei. Diese Behauptung stützt sie damit, daß sie sich am Tage nach dem Unfall mit Kolleginnen über den Ablauf des vergangenen Tages unterhielt, und daß sie setzt eine Tagebuchnotiz vorlegt, die einwandfrei beweist, daß sie selbst bis halb sieben Uhr im Dienst gern ef en ist. ___ t Ä
Ferner haben Sie bei dem Pförtner der Fabrik festgestellt, und dessen Aussage hat die Richtigkeit der
Das Gesetzblatt des Königreichs Albanien Der- off entlieht eine Bekanntmachung, wonach Albanien sich vom 11. 12. 1941, 14.30 Uhr, ab als mit den
Weihnachlsvorbereilungen bei ben Panzerjagern
Von Kriegsberichter Klockenbring.
Feststellung bewiesen, daß in dem Pförtnerbuch ein» getragen ist, Herr Kaspar habe ungefähr um hald» sechs Uhr die' Fabrik verlassen, eine ViertelstunL- oder auch zwanzig Minuten später sie erneut be* treten und sei erst um halb sieben wieder gegangen.
Herr Kaspar behauptet dagegen, und darin wir» er von acht Alibizeugen unterstützt, er sei um W sechs Uhr nach Hause gefahren und erst nach ach» Uhr, als er von der Explosion unterrichtet worden war, wieder in die Fabrik gefahren. Was muß man aus diesen Tatsachen schließen?"
Michel wurde rot. Ihm kam es ganz so vor, als wenn der Kommissar auf das Ziel hinsteuerte, das ihm Bärbel gestern schon gewiesen und das ihm seh» eingeleuchtet hatte.
Zwei Zeugen erklären, und beide Zeugen bringen dafür schriftliche Unterlagen bei, daß Herr Kaspar erst um halb sieben Uhr das Fabrikgelände verlassen hat. Bei beiden Zeugen ist nicht anzunehmen, W sie die Unwahrheit sagen. Acht Zeugen erklären ocl- gegen, daß Herr Kaspar von halb sechs bis ach- Ühr feirft Wohnung nicht verlassen hat. Ein Mens« kann unmöglich an zwei Stellen sein, aber wenn eir zweiter Mensch die Rolle des ersten spielt, ist der Fall geklärt." _ .
„Halt!" Kammin lachte. „Geklart ist entschieden übertrieben. Wir wissen nur, wie die scheinbarni Widersprüche geklärt werden können, besser notz. welche Ursache diese Widersprüche herbeigesühr ho-- Wir können es ruhig als feststehende TatW buchen, daß ein uns jetzt noch unbekannter Reu als Herr Kaspar maskiert, das Werk betreten unu wieder verlassen hat. .. .
„Ja, dasselbe habe ich gestern abend mit meiner Braut überlegt." „ _
„So? Haben Sie? Dann sind Sie ein fiper gunfl'fc Jeder, den man darauf stößt, meint natürlich, obliege auf der Hand. Aber man geht oft an den em heutigsten Kennzeichen ahnungslos vorbei. Ich b00’ selbst fast einen Tag gebraucht, bis mir das gan klar geworden war. Und jetzt wollen wir einmal z Herrn Kriminaldirektor Ball gehen." (Forts. fwJ
Iran in britischen Diensten.
S t o ck h o l m, 17. Dez. (DNB.) Der englandhSrige iranische Premierminister Ali Furugi gab bekannt, Iran werde einen Vertrag mit England unterzeichnen. Die Hauptpunkte des Vertrages sollen die bedingungslose Benutzung aller Verkehrswege m Iran und die Errichtung von Quartieren britischer und sowjetischer Streitkräfte in Iran vorsehen. Mel- düngen über Unruhen und Ueberfälle auf englische Transportkolonnen in der Gegend von Duschir am Persischen Golf werden bestätigt, da sich die iranische Regierung gezwungen sah, strenge Maßnahmen zum Schutze der Transporte zu ergreifen. Ende letz- ter Woche ereignete sich wiederum ein solcher Ueber- fall, wobei es zu einem Feuergefecht tarn. Wie es scheint, handelt es sich um einen regelrechten Aufstand iranischer Stämme.
Wlad wostok von amerikanischen Zufuhren abgeschnitten.
Stockholm, 15. Dez. «Europapreß.) „Eines der Ziele, die Hitler durch sein Bündnis nut Japan verfolgt, ist, die Zufuhr von arnerikani- schem Kriegsmaterial nach der Sowjetunion zu unterbinden", heißt es im Leib artikel des „Daily Telegraph". Litwinow habe auch zugegeben, daß der Krieg zwischen Japan und den Vereinigten Staaten Wladiwostok tatsächlich von den amerikanischen Zufuhren abgesperrt habe. Das Blatt erklärt, daß aber die ©orojetumon noch über andere Häfen verfüge, und daß die tomjett- chen Behörden große Schwierigkeiten aus sich nehmen würden, um das Kriegsmaterial aus den Vereinigten Staaten zu bekommen, das nach den Bestimmungen des Leih- und Pacht-Gesetzes geliefert werden solle.
Erdbeben im Süden von Formosa.
Explosion in Raum 5
Roman von H.C. Hansen
Copyright by Prometheus-Verlag Dr.Eldiacker, Crbbenxell b.Mündien
16. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Für diesen Tag hatte der Kommissar genug. Er verschloß die Papiere nebst Tagebuch und machte sich auf den Weg zu seinem Stammrestaurant, um ein sehr verspätetes Abendessen einzunehmen. Gegen alle Gewohnheit tränt er drei Glas Bier und drei Schnäpse, ohne der quälenden Unruhe Herr zu werden, die in ihm wühlte. Er suchte sein Heil wieder unter Menschen. Diesmal sollte ein Film Helsen. Es war eine Kriminalgeschichte mit sehr viel Abenteuern und beinahe noch mehr Liebe. Der beteiligte Kommissar verliebte sich bis über beide Ohren in die Tochter eines zur Strecke gebrachten Verbrechers. Theo Kammin wartete den Schluß nicht erst ab. Heimlich fluchend, unter den bösen Worten der dadurch Belästigten, zwängte er sich durch die Stuhlreihe und atmete auf, als am Ausgang die kühle Abendluft um seine Schläfen strich. „Blöder Schmarren!" sagte er so laut, daß Vorübergehende sich umschauten. Zum zweiten Male suchte er sein Heil beim Bier, kam erst um zwei Uhr in der Frühe nach Hause und träumte in wüstem Durcheinander von flüchtenden Verbrechern, hübschen Mädchen, einer wuchtigen Explosion und Karla Kobelt igi Hintergrund, die alles zu einem Brei zusammenrührte.
Um halb sieben klingelte der Wecker. Mit schwerem Kopf stand Kammin auf, wusch und rasierte sich, trank Kaffee und las bedächtig die Morgenzeitung. Als er im Präsidium anlangte, hatte er sich einigermaßen gefaßt und glaubte, er fei nun endlich mit dem unglaublichen Unsinn fertig. Dann rief Kriminaldirektor Doktor Ball seinen besten Mitarbeiter zu sich und fragte nach der Begrüßung:
„Hat sich durch Fräulein Kobelt etwas Neues von Belang ergeben?" - -----------
Im Reichsavbeitsministerium haben Verhandlungen zwischen der deutschen und her rumänischen Regierung über den Einsatz rumänischer Arbeits- kräfte stattgefunden. Insbesondere sollen Jugendliche eingesetzt werden, denen hierdurch die Möglichkeit einer fachlichen Fortbildung gegeben werden soll, die sie nach ihrer Rückkehr nach Rumänien befähigen wird, hart als qualifizierte Arbeiter tätig zu sein. ______________________________ __
Prag, 17. Dez. (DNB.) Auf einer Tagung der Südosteuropa-Gesellschaft im Spanischen Saal der Prager Burg unterstrich Reichsminister Funk die Tatsache, daß mit der Einbeziehung der Lander Böhmen und Mähren in den deutschen Lebensraum das deutsche Volk zum erstenmal erkannt habe, daß das junge Drittte Reich die alte großdeut s ch e Reichsidee wieder aufnahm. In wenigen Jahren habe sich das Schwergewicht dauernd verschoben, und man könne feststellen, daß diese Der- schiebung mit einer geradezu komischen Gesetzmäßigkeit nach Osten gegangen sei.
Das bedeutet wirtschaftlich eine Abkehr von der unter der angelsächsischen Seemachtspolitik vorwiegend überseeisch und kolonial- wirtschaftlich orientierten Wirtschaftspolitik. Die weiten, für Europa noch unerschlofsenen R o h - stoffgebiete im europäischen Ost raum werden das zukunftsreiche Kolonialland Europa werden. Mit dem Zusammenbruch der englischen Weltwirtschaft, die auf der Beherrschung der See- mege beruhte, wird diese Entwicklung zwangsläufig. Damit schwinden aber auch alle erdachten und erträumten Chancen für eine wirtschaftliche Welthegemonie der Vereinigten Staaten von Amerika. Auch wenn das zerfallene englische Imperium ein Protektorat der Vereinigten Staaten geworden ist, werden diese Chancen nicht besser. Amerika hat in dem Augenblick, wo es von Roosevelt in den Krieg
daß Deutsck)land und die mit ihm verbündeten, um ihr Lebensrecht kämpfenden Völker die Waffen erst dann niederlegen werden, wenn die Gegner des Sozialismus besiegt am Boden liegen.
■Der Reichsgau.
Salzburg, 17. Dez. (DNB.) Im Rittersaal der Residenz wurde der Gauleiter von Salzburg, -i-Brigadefuhrer Dr. Gustav Scheel, durch Reichsminister Dr. Frick in sein Amt als Reichs- statthalter eingeführt. Der Anschluß der Ostmark, so sagte der Minister, habe die Gelegenheit geboten, durch Schaffung der Reichsgaue beispielgebend für die künftige Gestaltung im Altreich in ein verwaltungspolitisches Neuland vorzustoßen. JDabet habe sich aus der nationalsozialistischen Auffassung der Reich s e in h eit und des Führer pr in- zips die grundlegende Regelung ergeben: größtmögliche Konzentration der gesamten öffentlichen Venvaltung in der Mittelstufe im Interesse größtmöglicher Schlagkraft und Beweglichkeit der Verwaltung. Der Reichsstatthalter als Behörde der Mittelstufe fei berufen, im Rahmen der Weisungen der Zentralbehörden aus eigenem Entschluß zu handeln und damit wahre Derwaltungskunst zu üben. Aus der natürlichen Gegebenheit der Landschaft heraus fei die G a u - S e l b st v e rw a l - t u n g das Mittel zur Durchführung eigener land- schaftgebundener Gemeinschaftsaufgaben. Der orga- Nische Aufbau des Reiches könne nicht anders als an diese gewachsenen landschaftlichen Lebensem- heiten anknüpfen. Je größer und menschenreicher das Reich werde, desto unabweisbarer sei die Notwendigkeit, die Zentralstelle immer mehr von den- jeniqen Aufgaben zu entlasten, die entweder ebensogut oder besser und schneller lokal ober regional erfüllt werden können.
Das Ritterkreuz.
Berlin, 17. Dez. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh aus Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz an: Hauptmann Orthofer, Grup. penkommattdeur in einem Sturzkampfgeschwader, Oberleutnant Ruppert, Staffelkapitän in einem Sturzkampfgeschwader, und Oberleutnant L e h • mann (Hans Joachim), Staffelkapitän in einem Sturzkampfgeschwader; ferner an Hauptmann .or. Kupfer, Staffelkapitän in einem Sturzkamps- qeschwader, und Oberleutnant Lang, Flugzeugführer in einem Sturzkampfgeschwader; ferner aus Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres an Oberstleutnant von Bose, Bataillonskommandeur in einem Infanterie-Regiment.
Aktuelle Geographie.
Die Stadt Malakka hat dem südlichsten Teil der Malaiischen Halbinsel (ober Halbinsel Malakka) unb ber Meerenge zwischen dieser Halbinsel und Sumatra den Namen gegeben. Diese Namen haben einen Klang im deutschen Ohr: Unter Malakka-Rohr oder Peddigrohr versteht man ein „spanisches Rohr", das als Rohmaterial für Stuhlrohr und anderes Flechtmaterial verwandt wird. Auch Spazierstöcke werden daraus gemacht. Sumatra aber ist allen Rauchern vom Sumatra- Tabak her wohl bekannt. Malakka ist eine Stadt, die gleich nach den Entdeckungsfahrten einen mäch. tigen Aufschwung nahm, dann aber im 19. Jahr» hundert unter dem Wettbewerb von Singapur schwer bitt. Heute gehört die Stadt zu den englischen Einzelniederlassungen auf der Malaiischen Halbinsel und in der umliegenden Inselwelt, die unter dem Sammelnamen Straits Settlements zusammengefaßt werden. Die Sttaße von Malakka hat die kolossale Ausdehnung von 780 km und ist an her schmälsten Stelle 67 km breit. Durch sie geht ber ganze Durchgangsverkehr vom Indischen in ben Stillen Ozean. *
Die Japaner haben bie Insel Pena n g, die auch unter bem Namen Pinang oder Prince-of- Wales-Jslanb auf den Karten verzeichnet ist, an der Westküste von Malakka bombardiert. Die Insel umfaßt nur 280 qkm, was etwa der Größe des Stadtgebietes von Bremen entspricht. Sie ist mit 370 000 Einwohnern dicht besiedelt. Im Hafen ihrer Hauptstadt Georgetown versenkte die berühmte „Emden" am 28. August 1914 einen russischen Kreuzer und einen französischen Zerstörer. Nordöstlich von Penang liegt auf her Halbinsel Malakka der britische Schutzstoat Kedah, her rund 10 000 Quadratkilometer groß ist, also etwa die Flache von Thüringen hat. Er ist reich an Zinn, Kautschuk und Kokospalmen. Die Kämpfe haben sich von der Ostküste ber Malaiischen Halbinsel bereits nach Kebab gezogen, wie überhauvt bie Japaner schnell die Malaiische Halbinsel zu überschreiten suchen, um — zunächst mindestens aus ber Luft — die Straße von Malakka zu konttollieren unb damit den Nachschub zur See nach Singapur zu erschweren.
Quadratkilometer Ausdehnung, ist feit rund 50 Jahren in japanischem Besitz. Von ber etwa 6 Millionen zählenden Bevölkerung sind etwa 300 000 Japaner.
Kleine politische Nachrichten.
Bei der im italienischen Wehrmachtbericht vom Mittwoch gemeldeten Bombardierung von Br in- bist durch die britische Luftwaffe ist der Dom schwer getroffen worden. *
Der Poglavnik des unabhängigen Staates Kroatien, Dr. Ante Pavelitsch, ist in Florenz eingetroffen, wo er den Herzog von Spoleto, den designierten König von Kroatien, besuchte.
DNB. ..., 17.Dez. (PK.) Wie wohl und behaglich sich die Truppe einzurichten versteht, überzeugt uns ein Besuch bei einer Berliner Panzer - jägerabtcilung. Schon ber sorgfältig gekennzeichnete Zufahrtsweg mit ber „Visitenkarte" erweist bie lanbsmannschaftliche Zugehörigkeit. Die Weaeschilder tragen eine für jeben Berliner charakteristische Bezeichnung. Der Oberfeldwebel ist ein waschecWr, mit reichlich Spreewasser getaufter Berliner Junge. Mit Humor und tteffsicherer Selbstironie kennzeichnet er die Eigenheiten seiner Truppe, deren bisherige Leistungen beachtlich sind. Konnte sie doch seit Anfang August im mittleren Abschnitt der Ostfront rund 80 feindliche Panzer vernichten. Auch einige der Mammuttanks von 52 Tonnen. Hinzu kommt eine stattliche Reihe vernichteter Lastkraftwagen und sonstiger Fahrzeuge.
Wir fahren in den Dorfbereich ein. Hier und da sehen wir in geschlossenen Bretterschuppen die Pak- geschütze peinlich gepflegt und ausgerichtet stehen. Nahezu alle tragen sie rosenrote Ringe, als Kennzeichen der Zahl erledigter Feindpanzer. Meist sind es sechs bis acht, bei einigen zehn und sogar noch mehr. Diele Männer tragen das Sturmabzeichen.
Gar wohnlich haben sich die Panzerjäger in liefern Dorf eingerichtet und bie nachlässige Bauweise mancher halb zerfallenen Bude so verbessert, daß man aus diesen sauberen, schmucken Räumen gar nicht mehr herausgehen möchte.. Hier werden mit dicken Strohlagen die Häuser von außen so aegen Kälte abgedichtet, daß auch der ärgste Schneesturm und der tiefste Thermometerstand den Bewohnern nichts anzuhaben vermögen. Ein fachtunbiger Unteroffizier, der im Zivil ber Schlapphut^Gilde der Hamburger Zimmermannsgesellen angel)ort, unterweist Soldaten unb Gefangenenhilfskräfte im Setzen von Dachsparren. An zahlreichen Stellen bemühen
ermunterten ihn jeboch schnell, unb er legte ausführlich bar, wie Bärbel es mit den Notizen bei Verabredungen halte, daß ihre schriftlichen Aufzeichnungen fomit eine gewisse Zuverlässigkeit boten, unb was Bärbel am 11. Mai vermerkt habe.
Anfangs wußte Kammin nicht recht, was er mit dieser weitausholenden Erzählung machen solle, bann wurde er sehr schnell hellhörig. Als Michel fertig war, stellte er noch ein paar Fragen, die das Bild abrunbeten. ,
„Setzen Sie sich, Crusius!" forberte er Michel auf unb versank in Nachbenken, um erst nach geraumer Zeit roieber auf seinen Besucher zu blicken.
„Nun zeigen Sie mal, baß Sie etwas können, Crusius! Nehmen wir an, baß sich Ihre Braut nicht irrt unb daß auch die Notiz stimmt. Dann haben wir folgende Tatsachen vorliegen:
Der Ingenieur Wand verunglückt tödlich durch eine Explosion, die sein ganzes Laboratorium verwüstet unb auch den Stahlschrank mit den darin aufbewahrten Plänen und Berechnungen vernichtet. Das ist der Ausgangspunkt unserer Untersuchung.
Nun ermitteln wir, daß die Ursache der Explo- ; fion nicht geklärt werden kann. In Frage kommen zwei Möglichkeiten. Entweder hat Wand den Un- ' fall selbst verschuldet, zum Beispiel, indem er mit : feinem Nitroglyzerin stolperte oder stürzte, ober aber ein unbekannter Täter hat ein Verbrechen
Sarctt Tschan-bra Bose würbe in Kalkutta von ber britischen Polizei verhaftet. Seine Verhaftung rief in Indien große Empörung hervor. Er is» Führer des indischen „Dorwärts-Blocks unb ber Opposition im bengalischen Provinzparlament. Er ist brr ältere Bruder Srlbhas Tschandra Boses, des bekannten Kongreßführers.
*
Der Prästbent der Deutsch-Japanischen Gesellschaft und des Japan-Instituts, Admiral z. D. Foerster, gab aus Anlaß der Gründung eines japanischen Akademikervereins einen Empfang. Der Akademikerverein hat die Aufgabe, ben in Deutschland roei- lenden japanischen Studenten bas Studium zu erleichtern.
Kunst und Wisienschast.
Der Maler Max Doenizus f.
Der Städtebilder- unb Bildnismaler Max Doe- nizus ist dieser Tage im Alter von 66 Jahren in Berlin gestorben. 1875 in Torgau geboren, erhielt er, letzter Namensträger einer alten Weimarer Familie, seine Ausbildung in Berlin, Weimar und Paris. Deutsche unb italienische Städtebilder von hohem malerischem Reiz, zarte Interieurs und kraftvolle, repräsentative Porträts bezeichnen das reife und reiche Lebenswerk des Verewigten, mit dem ein Künstler von nobler Haltung und persönlicher Eigenart dahingegangen ist. Bilder von Doenizus befinden sich u. a. im Besitze des Führers, des Reichsinnenministeriums und des Berliner Wehrkreiskommandos. Für eine Sammlung „Der Führer und feine Generale" schuf er ein Bildnis des Generalobersten Dollmann. Ein Besuch im Atelier von Max Doenizus war stets ein vielfältig anregender Genuß, zumal der Künstler auch ein leidenschaftlicher und kenntnisreicher Sammler schöner alter Uhren und Krüge war, die er auf vielen Studienreisen in Deutschland, Frankreich unb Italien erworben hatte.
Kassel erhält eine Thealerschule.
Dem Konservatorium unb Musikseminar ber । Stabt Kassel wird zum 1. März 1942 eine Theater- i schule ungegliedert, bie dem Direktor des Konser» > vatoriums untersteht. Unter der künstlerischen Lei' . tung des Generalintendanten des Preußischen , Staatstheaters, Dr. Ulbrich, werden führende t Mitglieder des Staatstheaters und angestellte L«h' . rer des Städtischen Konservatoriums als Lehrkräfte j wirken. Die Schule wird sich in eine Schauspiele Opern- unb eine Chorsängerschule gliebern.
Mächten angeftrebten Neuordnung beigetragen zu haben unb im Kampf gegen bie Vereinigten Staaten geschlossen unb spontan an bie Seite Italiens tritt
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Durch Gesetz wurde in Serbien bie Arbeitsdienst- O unter dem Namen „Nationaler Erneuerungs-
" eingeführt, um das gesamte Volk, wie es in dem Gesetz heißt, in zielbewuhter und disziplinierter Tätigkeit für das allgemeine Wohl zu einigen und jeden einzelnen nutzbringend zu verwenden. Der Arbeitsdienstpflicht unterliegen alle Serben vom 17. bis zum 45. Lebensjahr.
sich erdbraune Gestalten, froh, daß sie nicht im Lager hinter Stacheldraht müßig zu sein brauchen, um das Errichten und Ummauern von Defen.
Berliner Fixigkeit und Findigkeit hat die bolsche- wistische Autowerkstatt in ber halb zerfallenen Dorfkirche so zweckmäßig umgemobelt, baß sie es nun auch mit einem neuzeitlich eingerichteten Großstadtbetrieb an Leistungsfähigkeit aufnehmen könnte. Hier werben die Fahrzeuge nach den (Strapazen des Feldzuges gründlich überholt und zu neuen Einsätzen bereitgestellt.
Auch hier wetteifert man feit einer Reihe von Tagen wie bei allen anderen Einheiten im Osten in den Vorbereitungen zu Weihnachten, um unterm Lichterbaum Stunden kameradschaftlicher Verbundenheit feiern zu können. Wenn wir uns auch in diese „Familienangelegenheiten" ber Abteilung nicht mischen wollen, so find wir bennoch der beruhigenden Ueberzeuguna, daß es hier zu Weihnachten an Fleisch nicht fehlen wird. Auch ber Vorrat an Weizenmehl bietet eine Gewähr für aus- reichenbe Mengen guten Weihnachtsgebäcks. Für den Lichterbaum ist ebenfalls Sorge getragen; das bezeugt uns ein Haufen gefammelten Stanniol- papiers, der von fleißigen Händen zu Christbaumschmuck verarbeitet wird. Und über Weihnachten hat man auch ein stimmungsvolles Silvester nicht vergessen. Eine Menge Leinsamen wird zu Del geschlagen, um zum Jahresende wahrhaftige Berliner Pfannkuchen backen zu können. Als wir uns nach einem wärmenden Schnaps von dem gastlichen Abteilungskommandeur verabschiedeten, nahmen wir die Gewißheit mit, daß unsere Berliner Jungens sich hier prächtig eingerichtet haben und einem Weihnachtsfest voll Stimmung und kameradschaftlicher Verbundenheit entgegensehen.
gehetzt wird, um mit diesem Dabanque-Spiel feine seit mehr als einem Jahrzehnt latente Wirtschafts- unb soziale Krise zu beseitigen, was mit anderen Mitteln zu schaffen es sich als unfähig erwiesen hat, ben Krieg wirtschaftlich bereits verloren.
Inzwischen aber finb von Deutschlanb unb Italien aus auch bereits auf wirtschaftlichem Gebiet bie neuen Methoben erfolgreich entwickelt worben, nach denen der neue Kontinent wirtfchaftlich geordnet werden wird. Hierzu gehören als Grundsätze bie staatlichgelenkte Wirtschaft, die Steigerung der Wirtschaftskräfte nach einem übergeordneten Plan für Produktion und Absatz, der den größtmöglichen Leistungserfolg dem einzelnen verspricht, eine Intensivierung des zwischenstaatlichen Güteraustausches zum Nutzen aller Beteiligten, eine einheitlich ausgerichtete Preis- und Währungspolitik aus der Basis der Arbeitswährung und eines auf festen Preisen unb Valutenkursen aufgebauten multilateralen Clearingverkehrs. Die Zielsetzung aber ist bie wirtschaftliche Frei- heit b es Kontinents, eine krisenfeste Wirt- chaft unb die Sicherung und Erhöhung des Sehens- tanbarbes ber in ber Wirtschaftseinheit Europa chaffenden Völker. Unter biefen Grundsätzen unb Zielsetzungen ist auch ber europäischen Wirtschaft ber Endsieg gewiß.


