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Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Japans Kampf für die Neuordnung Osiasiens
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Line stolze Bilanz der ersten Kriegswoche
Britenkreuzer vor Alexandrien durch deutsches U-Boot versenkt
kreisungs^on t^gegen Japan befindet b ereits auf!zon. Die gelandeten Truppen.sind im Dormarsch, dem guten Wege zum Zusammenbruch. Wir sind! Mit dem Verlust von einem U-Doot und 228 Flug-
Soaleich nach Eröffnung der Feindseligkeiten haben unsere Streitkräfte in weniger als zehn Tagen die feindlichen Schlüsselstellungen durchbrochen. Die Hauptmacht der USA.^rotte, dre ihre Basis in Hawai hat, ist vernichtet die Hauptmacht der britischen Fernostflotte ist zerschmettert', die Ein-
pans verstehen und ohne unnötige Widerstände, vielmehr als unsere Partner, an der Aufgabe der Errichtung der großasiatischen Wohlstandssphäre teilhaben werden. Es ist sehr bedauerlich, daß das Tschungking-Regime auch gegenwärtig immer noch seinen Widerstand sortsetzt. Sollte es darauf bestehen, auch in Zukunft weiter Widerstand entgegenzusetzen, so wird Japan seinen Druck gegen Tschungking nicht im geringsten vermindern. Die Beilegung der Störungen und der Unruhe in China ist, davon bin ich überzeugt, nicht mehr sehr ferne. Es ist ein Grund gegenseitiger Genugtuung, daß untere Verbündeten, Deutschland undItalien, sofort noch der japanischen Kriegserklärung eben- falls in den Krieg eingetreten sind. Ich möchte hier die feste- Entschlossenheit des japanischen Reiches zürn Ausdruck bringen, niemals die Waffen niederzu-
Der Wehrmachtberichi.
DMB. Aus dem Führerhauptquarlier, 16. Dezember. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Bei örtlichen Kampfhandlungen an mehreren Abschnitten der Ostfront erlitt der Feind auch gestern hohe Verluste. Die Luftwaffe bombardierte Ziele bei 5 e w a st o p o l und im Raum um Worofchilowgrad und griff mit starken Kampf- und Sturzkampfverbänden in die Lrdkämpfe ein. 3m Wolchowgebiet sowie auf der Eisstraße des Ladogasees wurde der feindliche Rachschub von der Luftwaffe schwer getroffen. 3m hohen Horben belegten Sturzkampfflugzeuge Eisenbahnziele der TNurmanstrecke, Flakbatterien und Barackenlager der Sowjets mit Bomben.
3n Rordafrika kam es im Raum westlich Tobruk erneut zu schweren Abwehrkämpfen. 3m
Marineminister Admiral Schimada gab einen Ueberblick über die Operationen der japanischen Wehrmacht. Es war für Japan entscheidend, in überraschendem Angriff auf allen Fronten die Dor-^ Herrschaft zur See und in der Luft herzustellen, was auch gelungen ist. Mit Kriegsausbruch griffen m den frühesten Morgenstunden starke japanische Flotteneinheiten Pearl Harbour an, wo acht Schlachtschiffe und andere schwere Einheiten versammelt waren. Drei schwere Schlachtschiffe wurden versenkt, vier weitere schwer beschädigt, ebenfalls wurden vier Kreuzer schwer beschädigt. Außerdem wurde wahrscheinlich bet Honolulu ein Flugzeugträger versenkt. Hiermit ist die Kampfkraft der 08A.-Pazifikflotte zerschlagen. Bei gleichzetttgen Angriffen auf die Inseln Wake, Midway und Guam wurden zahlreiche Flugzeuge zerstört und ein Mt- nenboot versenkt. Durch diese Operationen sind alle strategischen Verbindungen zwischen Hawai und Ost- asien unterbrochen worden. Am 8. Dezember morgens konnten starke Armeeinheiten ohne Verluste auf Britisch-Malaya gelandet werden, wahrend Flugzeuge bereits in der Nacht in und um Singapur Flugplätze und Kasernen mit größtem Erfolg angegriffen hatten. Ebenfalls am 8. Dezember begannen starke Luftangriffe auf Flugplätze der Philippinen, wo sofort 100 Flugzeuge zerstört wurden. Am 10. Dezember erfolgten Landungen in Nordluzon und am 12. Dezember in Südlu-
zeugen ist der größte Teil der USA.-Kampfkraft auf den Philippinen bereits gebrochen. — Ebenfalls am 8. Dezember begannen die Angriffe auf Hongkong. Am 10. Dezember erlitt die britische Asien- flote schwerste Schläge durch die Versenkung des Flaggschiffes „Printe of Wales" und der „Repulfe" sowie eines großen Zerstörers an der Ostküste von Malaya. Japanische Flieger und U-Boote stellten in enger Zusammenarbeit am 10. Dezember morgens diese Schiffe fest und versenkten sie.
Als Gesamtergebnis führte Schimada folgende Verluste an: Die USA.-flotte verlor drei Schlachtschiffe, ein U-Bot, einen Minenleger und einen großen Transporter, wahrscheinlich einen Flugzeugträger. Schwer beschädigt wurden vier Schlachtschiffe, vier Kreuzer, ein Zerstörer, ein U-Boot und ein Hilfsschiff, erbeutet ein Kanonenboot. An Flugzeugen verloren die USA. insgesamt 298 auf den Philippinen und den kleineren Inseln, während auf Hawai etwa 200 USA.-Flugzeuge zerstört wurden. England verlor zwei Schlachtschiffe, einen großen Zerstörer, ein Patrouillenboot und ein Kanonenboot. Es ist anzunehmen, daß auch eine große Zahl britischer Flugzeuge zerstört wurde. An 47 Handelsschiffe verschiedener Nationalität mit 120 000 BRT. wurden erbeutet, außerdem 380 kleinere Schiffe. Die japanischen Verluste betragen: ein Minensucher versenkt, ein Minensucher schwer beschädigt, ein Leichter Kreuzer leicht beschädigt, 40 Flugzeuge verloren, 30 bisher nicht zurückgekehrt.
Oie japanische Volksgemeinschaft.
Nation und Eigenpersönlichkeit im japanischen Weltbild.
Von Admiral z. V. Richard Foerster, Präsidenten der Deutsch-Japanischen Gesellschaft.
Gegenangriff zerschlugen die deutsch-italienischen Truppen starke Teile des Gegners, hierbei wurden ein Brigadegeneral. eingebracht und eine größere Anzahl Panzer und Geschütze erbeutet oder vernichtet. Deutsche Kampfflugzeuge warfen Kai- anlagen des Hafens von Tobruk in Brand. Weitere Angriffe richteten sich gegen den wichtigen Bahnendpunkt Abu Schaidan in Bord- ä g y p t e n.
Ein Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant P a u l s s e n griff im ö st l ich e n Wittel- meer vor Alexandrien einen britischen Kreuzerverband an und versenkte durch Torpedotreffer einen Kreuzer, der nach gewaltiger Explosion in der Witte durchbrach und innerhalb weniger Winuten unterging.
Bei Einflügen schwacher britischer Luftskrelt- kräste in die Deutsche Bucht und in die besetzten Westgebiete verlor der Feind ein Bombenflugzeug.
unb Norm. . m ..
-Wie aber empfindet sich die ganze Hatton anders, denn als eine große Familie? Das Volksbe- vuhtsein des Japaners ist das Bewußtsein der Sip- peneinheit, die alles umfassende Großfamllle dem einen Dache, dem Dache des Herrscherhauses. Das früheste Weltbild des Japaners, wie es uns m der Mythologie überliefert ist, zeigt bereits den überaus fest geschlossenen Staatsbau der Usolfs» sumilie, repräsentiert durch die eine ununterbroch«! Linie des Herrscher- und Vaterhauses das von der bonnengöttin abstammt. Um diesen 9r°Be Stamm wachsen die Geschlechter in die Bretts Land, Lolk und Staat sind im urjapamschen Weltbild wesensgleich und eben als jene große Famuienei feit unter einem Dache versinnbildlicht.
Dieser alles beherrschende Grundzug des Welt- tilbes hat ja jene unerhörte Geschlossenheit und Dichtigkeit der Volksgemeinschaft schallen können, Sie un$ als stärkstes Merkmal der Japaner a f- ! M. Die höchsten völkischen Charakterwerte: hero- iche Tapferkeit, unbedingte Einsatzbereitschaft sur len Ttznno, unwandelbare Liebe zum Land de Säterpnb Götter, sie haben sich in dieser Gejcyioi-
Tokio, 16. Dez. (DNB.) Der japanische Reichstag, der zu einer Sondersitzung zusammengetreten war, wurde vom Tenno persönlich eröffnet. Der Tenno stellte in seiner Botschaft fest, es fei sein Wunsch, eine Neuordnung in Ostasien zu schaffen. „Aber England und Amerika haben versucht, diese Mission Japans zu verhindern. Hierdurch wurde Japan zum Kriege gezwungen. Ich bedauere das außerordentlich, aber andererseits bin ich glücklich, feftstellen zu können, daß sich die Zusammenarbeit mit den befreundeten Nationen immer enger gestaltet."
Dann nahm Ministerpräsident T o j o das Wort. Er ging auf die Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten ein. Sie sind geführt worden, um die verschiedenen Mächte, die Japan umgaben, zu veranlassen, nicht allein von einer direkten Bedrohung Japans abzulassen, sondern auch die Wirtschaftsblockade gegen Japan rückgängig zu machen, die normalen Wirtschaftsbeziehungen wiederherzustellen und eine Ausweitung des europäischen Krieges nach Ostasien zu verhindern. Die USA. aber haben Japans Geduld und Zurückhaltung für Schwäche gehalten. Sie haben es nicht allein abgelehnt, auf Japans gerechte Argumente zu Horen, sondern darüber hinaus ihre ursprünglichen Vor- fchläge zurückgezogen und im Einvernehmen mit Großbritannien Japan neue anmaßende Vorschläge überreicht. Japan solle seine Streitkräfte aus China und Französisch-Jndochina zurückziehen, die Nanking-Regierung fallen lassen und den Dreimächtepakt kündigen. Es wurde also klar, daß die Vereinigten Staaten durch den Abbruch der Wirtschaftsbeziehungen und durch die militärische Einschüchterung Japan auf die Knie zwingen wollten. Hatte Japan die Forderungen angenommen, so wären dadurch nicht allein die angespannten Anstrengungen Japans vieler Jahre zur Stabilisierung Ostasiens zunichte gemacht, sondern es wäre dadurch auch dre Existenz Japans direkt in Frage gestellt worden. Darüber hinaus wäre das Vertrauen zu Japan verlorengegangen, wenn es sich herbeigelassen hatte, sein den Verbündeten gegebenes Wort für die Mitarbeit bei der Wiederaufrichtung des Weltfriedens zu brechen. Derartiges war für Japan unter keinen Umständen tragbar.
Malaya, Englands öufofenefet
Die Folge des englischen Krieges für die Mitgliedstaaten des Britischen Empires, mag es sich nun um Dominions, Kronkolonien, Protektorate oder sogenannte unabhängige Staaten handeln, ist im allgemeinen ein katastrophaler wirtschaftlicher Rückgang gewesen. Ursache dieses wirtschaftlichen Rückganges der Empireländer ist durchweg die Unmöglichkeit, ihre Produkte abzusetzen, nachdem nicht nur der europäische Absatzmarkt verlorengegangen ist, sondern auch das englische Mutterland sich als unfähig erweist, die zu Beginn des Krieges vorsorglich aufgekauften Ernten des Empires abzunehmen, weil es ihm an Schiffen dafür gebricht, bzw. weil es den noch vorhandenen Schiffs- raum auf der kürzesten Versorgungsroute einsetzen muß. Diese kürzeste Dersorgungsroute ist aber heute die nach den Vereinigten Staaten, so daß die Engländer vielfach Waren aus Amerika beziehen müp fen, die sie früher aus ihrem eigenen Kolonialreich erhielten. Damit ist indessen den Dominions und Empireländern wenig oder gax nicht geholfen. So sitzt Südafrika heute noch aus seiner Wolle, Aegypten auf seiner Baumwolle, Australien auf Wolle und Fleisch fest.
Eine Ausnahme von diesem Zustand allgemeinen wirtschaftlichen Niederganges im Empire machte jenes englische Gebiet, das gerade jetzt in den Brennpunkt der Entwicklung in Ostasien geraten ist, nämlich Britisch-Malaya. Diese englische Besitzung hatte nicht nur eine völlig gegenteilige wirtschaftliche Entwicklung, nämlich eine gewaltige Steigerung ihrer wichtigsten Ausfuhren im Kriege erfahren, sondern sie war auch im Gegensatz zu den übrigen Empireländern, die der finanziellen Stützung durch das Mutterland bedürfen, ein für England außerordentlich wertvoller Devisenbringer. Die Ursache dafür ist allerdings einzig und allein darin zu suchen, daß Malaya ein Hauptlieferant für die Vereinigten Staaten geworden mar. Gummi und Zinn sind die Hauptausfuhrprodukte, also die beiden wehrwirtschaftlich wichtigen Rohstoffe, in denen die USA. als größte Verbraucher der Welt von jeher auf hohe Einfuhren angewiesen waren.
Britisch-Malaya produzierte 50 v. H. der Weltkautschukernte, hatte also auf diesem Gebiet Nieder- ländisch-Jndien bereits überflügelt und ungefähr ein Drittel der Weltzinnerzeugung. Die Nachfrage für diese beiberi Rohstoffe ist im Kriege außerordentlich gestiegen. Bezeichnend dafür ist, daß die Kartellquote für die Zinnproduktion von 40 v. H. im Laufe des Krieges auf 130 v. H. erhöht wurde. Dementsprechend waren auch die Ausfuhren Ma- layas gewaltig angewachsen. Betrug die Zinn- ausfuhr 1939 rund 82 000 Tonnen, so erhöhte sie sich 1940 auf rund 131000 Tonnen, also um weit mehr als 50 vH. Die Kautschukausfuhr stieg von 553 000 Tonnen auf 773 000 Tonnen, also nicht ganz um 50 v. H. Mit der quanttta- ’ tiven Steigerung der Ausfuhr ging eine P r e i s - ; fteigerung Hand in Hand, die bei Zinn unge- . führ 23 v. H., bei Kautschuk sogar 75 v. H. aus-
Wie abgründig falsch dieses Urteil ist, erkennt jeder, der sich länger und gründlicher mit Japan befaßt hat. Wer das Glück gehabt hat, mit führenden Persönlichkeiten der japanischen Kunst oder Wissenschaft, des Militärs, der Politik oder Wirtschaft nähere Berührung zu gewinnen, entdeckt bald, daß sich hinter den gleichmäßigen und genormten Umgangsformen, der oft starren und zere- numieUen Außenseite häufig genug eine Fülle von persönlichsten, eigentümlichsten Gedanken und An- chauungen, von individuell scharf geprägten seeli- . chen Zügen verbirgt, die allerdings nicht so leicht ( und von der Oberfläche her kenntlich sind, weil sie ■ eben nicht zur Schau ge st eilt sind. Wer die Reche der großen geschichtlichen Führerperiönlich- feiten studiert, wie etwa Shotoku Taishi, Hideyoshi, Meist Tenno, Ito, Prinz Saionji usw., oder die großen Dichter und Maler der japanischen Nation, ' dem geht es auf, daß ihm sehr eigenwillige, kraftvoll entfaltete, in sich vielfach differenzierte Eigen- persönlichkeiten höchsten Formats gegenüberstehen. Die Geistesgeschichte dieser hochbedeutenden Kulturnation verrät den Studierenden eine unübersehbare Fülle von scharf umrissenen Persönlichkeiten auf allen Gebieten des Lebens.
Dennoch bleibt es eine richtige Beobachtung, daß die Aeußerungen der japanischen Menschen einander ähnlich sehen, nuteinanöer mehr Uebereinstimmung aufweisen, ass das im Abendland der Fall ist. Die japanische Kunst beispielsweise zeigt einen viel eingeschränkteren Umkreis der Themen, Formen und Ideen- als irgendeine abendländische Kunstgesch chte. Der Spielraum der Originalität im klassischen Schwarzweißbild oder im jahrhundertlang sestge- legten undurchbrechbaren Rhythmus des Kurzgedichts ist vergleichsweise in überaus enge Grenzen gebannt In diesen engen Grenzen allerdings lebt , sich Individualität und Originalität in feinsten und zartesten Abtönungen aus, die nur dem emgewech- tcn Auge und Ohr vernehmbar sind.
Hier rühren wir nun an das Tiefste des japanischen Geistes. Die Eigenpersönlichkeit löst sich me- NI als in dem Maße los von der Tradition, von der Autorität des Hergebrachten, von der Bindung an das Ganze, wie etwa der stürmische Schwung der Emanzipation der Idee von seiner Umwelt im Geistesleben Europas. Große Macht hat d i e Vergangenheit, das von den Vätern Gelebte und Gelehrte. Die Ehrfurcht vor ihnen ist immer lebendig und durch kein Neues zu erschüttern. Im Ahnenkult ist die Vergangenheit stets in der Gegenwart da. Die Familie ist der Raum des Ahnenkults. Große Macht hat Familie und Sippe bis heute in Japan gewahrt. Sie bestimmt Erziehung, Beruf, Ehe und Lebensstil von einzelnen in viel höherem Grade, als das bei uns möglich ist, sie behält ihn in ihrer Fürsorge und unter ihrer Aufsicht. Ehre und Unehre des einzelnen ist Ehre und Unehre der Sippe, und noch heute kann es Vorkommen, daß eine uralte Familie ihren Adel zu- ridgibt und den Namen ändert, wenn eins ihrer Glieder in Unehre gefallen ist. Sippen- und Sippen- Derbänbe bestimmen weitgehend bas öffentliche ue- ben, ihr Einfluß reicht tief in Wirtschaft und Politik, lies enge Geschlecht der Sippen schafft Tradition
senheit des Weltbildes jebem einzelnen Glied der Volksgemeinschaft unverlierbar eingeboren.
Diese Geschlossenheit des Weltbildes hat auch jene feste unb starke Norm geprägt, die in so vielen Gebieten des japanischen Lebens als Gleichförmigkeit unb Einheitlichkeit sich äußert und scheinbar die Freiheit des Individuums, die Fülle des Persönlichen beschränkt und einengt Sie ist aber auch die unvergleichliche Stärke dieser Nation.
Dieses geschlossene urjapanische Weltbild hat sich im Laufe der Geschichte mit mächtigen Fremd- einflüffen auseinandersetzen müssen. Die Uebernahme der chinesischen Kultur in ihrem ganzen Umfang hat bas Dasein ber Japaner von Grund aus umgewandelt. Inhalte eines völlig anders beschaffenen Denkens und Tuns mußten ein» geschmolzen werden. Jahrhunderte haben daran gearbeitet. Und noch einmal überfiel eine völlig wesensverschiedene Welt das japanische Jnseloolk mit der abendländischen Kultur und Zivilisation, die ebenso tiefe und entscheidende Wandlungen im Volksleben mit sich gebracht haben. Gerade das abendländische Denken mit seinem ich- betonten Rationalismus und freiheitsgierigen Liberalismus hat zeitweise gefährliche Krisen in ber japanischen Intelligenz heraufbeschworen. Aber das Grundgerüst des urjapanischen Weltbildes hat in all diesen Stürmen nicht zum Einsturz gebracht werden können, ja, hat sich vielmehr als ungeheuer starkes
Einem Abendländer, der eine Weile in Japan lebt, fällt im allgemeinen bald auf, daß die japanischen Lebensformen einheitlicher und gleichförmiger sind, als er es im Abendland gewöhnt ist. Nicht nur sind die Wohnräume, ihre Ausstattung, die Äauweise der Häuser, Kleidung und Schmuck fast im ganzen Lande und letztlich auch in allen Ständer irgendwie gleichartig, sondern auch Haltung unv Benehmen der Menschen, ihre Begrüßung, die zere- monieUen Formen der Gespräche, die Art und Weise, auf Glück unb Unglück zu reagieren, schließlich bas Denken unb Hanbeln selbst erscheint dem Beobachter überall weitgehend genormt zu sein, wie er bas im Abenblanbe vielleicht nur noch im bäuerlichen Umkreis ober in entlegenen Gegenben ähnlich beobachten kann.
Das hat nun manchen abendländischen Kritiker dazu verführt, anzunehmen, daß der Japaner im allgemeinen weniger differenziert sei, eine geringer ausgeprägte Eigenpersönlichkeit besitze als der durchschnittliche Europäer ober Amerikaner, ber doch viel mehr seine Verschiebenheit und Besonderheit gegenüber seinen Mitmenschen hervorkehrt, gern seine Originalität zur Schau trägt. Es hat das, besonders in den demokratischen Ländern, die be- konnllich die „Freiheit des Einzelmenschen" gepachtet haben, zu dem absprechenden Urteil geführt, baß die Japaner ein Volk der Masse seien, bas überhaupt keine überragenben Persönlichkeiten oder Führernaturen hervorgebracht habe.
Haus bewährt, in dem die fremdesten unb artver- schiebensten Gäste Platz fanden und schließlich ein» geordnet ober ausgeschieben wurden. Die Bikdungs- roelt des Japaners ist heute durchsetzt von chinesischem und abendländischem Geistesgut. Abe'r ber Charakter hat über bie Bildung gesiegt. Das Entscheidende: die Grundhaltung und Gesinnung, die Stellung zu Staat und Land, Stolz und Opfermut, heroische Vaterlandsliebe, die Einheit unter dem Dache der Volksfamilie, hat sich bis heute in voller Größe erhalten.
Die Wege der Völker sind verschieden. Das Abendland hat sich durch ungeheure geistige Revolutionen eine höchstgespannte Freiheit ber Eigenpersönlichkeit erkämpft, bie es nicht wieder aufgeben wird. Aber es hat sich in diesem Kampf vielfach überschlagen und bei all seiner Freiheit oft nur die leeren Hüllen bes Jchs in seelisch verarmten Gemeinschaften übrigbehalten. Die ljberalistischen Demokratien zeigen uns die Folgen dieses falschen Freiheitsrausches. Wir Deutsche haben heute, in unserer urgermanischen Form von Führer und.Gefolgschaft, wieder ganz zur Bindung zum Volke zu- rüdgefurtben und lernen nun von neuem, daß Die Persönlichkeit nur Früchte bringt, wenn sie im Boden des Volkstums tief verwurzelt ist und aus ihm die Kräfte zieht. Das japanische Volk hat sich aus seiner Geschlossenheit niemals herausreißen lassen. Seine großen Persönlichkeiten haben sich wohl mit einem kleineren Spielraum der individuellen Originalität beschieden, als die führenden revolutionären Geisteshelden der abendländischen Geschichte. Aber Japan hat auch weniger Entwurzelte in Kauf nehmen müssen und feinen Bestand als Volk niemals in Frage gestellt gesehen. Die Kräfte seines völkisch geschlossenen Weltbildes wird es auch in seine heroische Zukunft hinübertragen.
auf einen langen Krieg vorbereitet. Wir müssen uns stets vor Augen halten, daß unser Land später noch vielen Schwierigkeiten zu begegnen haben wird. Daher müssen wir uns bestreben, die glänzenden Siege zu Kriegsbeginn durch verstärkte Anstrengungen zur Verüichtung der feindlichen Streitkräfte forttusetzen unb gleichzeitig ein großes Aufbauwerk in Angriff zu nehmen, indem wir verschiedene Gebiete im Süden, die sich neuerdings unserer Aufgabe angeschlossen haben, in die Struktur eingliedern. Der eigentliche Krieg muß erst noch ausgefochten werden. Japans Vorgehen in den südlichen Gebieten hat kein anberes Ziel, als bie tyrannische Politik der USA. unb bes britischen Empire zu beenben, allen Gebieten bes größeren Ostasien ihre ursprüngliche Art unb Form wieberzugeben unb ein Aufbauwerk großen Stils in Angriff zu nehmen. Wir hoffen fest, ------- -----. . - - . <-
daß bie mehrere bunbert Millionen zählenben Völ- legen, bis nicht bie Vereinigten S aalen und das ker des größeren Ostasien die wahren Absichten Ja- britische Weltreich mebergerungen sind.


