Rückmarsch vom Schwarzen Meer in die Heimat Wunder an Tapferkeit do Hb rächt, und es sind sächsische, bayrische und württembergische Soldaten vor allem gewesen, die auch in dieser düsteren Zeit deutsche Soldatentugenden hochgehalten haben.
Diese deutschen Truppen waren damals vor allem an die Küste des Schwarzen Meeres gesandt, um den Schutz der deutschen Kolonisten zu übernehmen, die in diesem Raum und auf der Krim-Halbinsel kolonisatorische Werte von höchster Bedeutung geschossen hatten. Auf der Krim gehörte zur damaligen Zeit 70 v. 5). des Bodens deutschen Siedlern, und vor dem Weltkrieg lebten in ganz Südrußland etwa zwei Millionen Deutsche. Im Weltkrieg selbst und auch in der Zeit nach dem Weltkrieg rouröe das Deutschtum allerdings überaus geschwächt. Im Weltkrieg haben die Russen sich mit besonderer Wut auf die Deutschen gestürzt und
Washington, 15. August. (Europapreß.) Die Zusammenkunft des Präsidenten Roosevelt mit Winston Churchill hat, wie erst am Freitagmorgen bekannt wurde, an Bord des USA.-Kreuzers „21 u g u st a" stattgefunden. An den Besprechungen waren beteiligt von britischer Seite: der Erste Seelord Admiral Sir Dudley P o u n d und der Generalstabschef der Empire-Streitkräfte, Sie John Dill. In der Begleitung Roosevelts befanden sich der Generalstabschef General George Marshall, der Operationschef der USA.-Seestreitkräfte Admiral Harold Stark, der Kommandant der USA.-Atlan- tikflotte Ernest Ring und die Berater des Präsidenten Roosevelt, Harry Hopkins und Averell Harriman. Dom Weißen Haus wurde eine gemeinsame Photographie des Präsidenten Roosevelt und des Ministerpräsidenten Churchill freigegeben, die die beiden Regierungschefs sitzend in lebhafter Unterhaltung zeigt. Auf der Photographie sind ferner der USA.-Unterstaatssekretär Sumner Welles und die Söhne des Präsidenten, Elliott und Franklin, in Uniform zu sehen.
Theaterdonner aus Verlegenheit.
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Im Sprichwort heißt es: Es kreißten die Berge, und heraus kam ein Mäuslein. Roosevelt und Churchill haben sich irgendwo auf See getroffen, und Reuter berichtet allen Ernstes folgenden Galli- mathias: „Das größte persönliche Drama des Krieges, das Zusammentreffen Churchill—Roosevelt, ist hier (in Reuyork) schon seit acht Tagen ein offenes Geheimnis gewesen." Es ist allerdings Item Drama, sondern eine Tragikomödie, denn die beiden Kriegshetzer, denen das Wasser bis an das Kinn reicht, haben mit der Vorliebe, die Churchill für .Dramatische Explosionen" seit jeher hegte, olle Kamellen und die Ladenhüter aus den Jahren des Weltkrieges wieder heroorgeholt, um sie den Völkern als funkelnagelneue Sensation zu empfehlen. Aus Washington wird berichtet, man sei darüber dort einigermaßen konfus geworden, aus Reuyork das gleiche. Und das ist sehr verständlich, denn sie übertreffen an Spaßigkeit alles Dagewesene.
Man stelle sich vor: Roosevelt geht auf seine Urlaubsjacht, die „Potomac". Ab 6. August, so meldet ein Funk von dieser Jacht,kreuzt sie an der Küste Reu-Englands. Ein weiterer Funk von Bord dieses, sagen wir glückhaften Schiffes, berichtet: „Der Fischfang ist gut. Der Präsident wird über die internationale Lage auf dem Laufenden gehalten. Die Fahrt wird bis zur nächsten Woche fortgesetzt." Dann schwieg das Schiff des Präsidenten, denn mittlerweile war C H u r ch i l l erschienen, natürlich auch so geheimnisvoll, daß alle Welt nicht nur in Washington, sondern auch in London und anderwärts wußte, wohin er sich in seinen Aengsten, die durch die Zertrümmerung seines bolschewistischen Hilfskorps vermehrt wurden, gewandt hatte. Die hohen Potentaten sollen drei Tage lang ihre Köpfe zusammengesteckt haben. Und was kam heraus?
Rach drei Tagen hatten Roosevelt und Churchill gewisse Ideen nicht einmal neu aufpoliert, sondern iirt der naivsten Form zusammengefaßt und der Kritik der Weltöffentlichkeit Übergaben. Dabei ist bemerkenswert, daß diese Sätze lediglich das jüdische
haben Dörfer unserer Volksgenossen von Kosaken aufheben und ihre Bevölkerung nach Turkestan und Sibirien verschleppen lassen. Dort sind sie elend )ugrundegegangen. Dabei nahmen in der Krim unsere Ackerbauer und Viehzüchter die ganzen inneren Gebiete ein. Rur die Randgebirge wurden von Tataren durchstreift. Der ungekrönte König der Krim war der älteste der Gebrüder Pfalzweln, und die Pfalzweins besaßen wohl ein Drittel der ganzen Halbinsel. Die deutschen Sippen ließen auf der Halbinsel Krim allein eine Million Schafe hüten. Diese Deutschen und viele ihrer Volksgenossen aber hoben auch dafür gesorgt, daß die Krim ein blühendes Paradies geworden war. Vieles von dem, was einst deutsche Kultur und deutscher Fleiß geschaffen hatten, ist zugrundegegangen und harrt nun der 'Auferstehung. Walter Steding.
Gebäude der Plutokratte und die Hegemonie Englands oder, da sie längst geschwunden ist, die des Präsidenten Roosevelt stützen sollen. Auf den Inhalt dieser ©ebanfen wollen wir nicht weiter eingehen, denn es sind genau dieselben Ideen, die den Weltkrieg beeinflußten, in Versailles so jämmerlich Schiffbruch erlitten und folgerichtig zur Abschütte- lung dieser Versailler Zwangsjacke in ganz Europa geführt haben. Die Form der Ankündigung aber war mehr als kurios und setzte sogar in den USA. böses Blut. Der Lordsiegelbewahrer Attlee gab sie nämlich im Londoner Unterhaus. Man fragt sich nun drüben, wieso solche Dinge von London und nicht von Washington aus in die Welt gesetzt würden, und man fragt sich weiter, wie Roosevelt dazu kam, als offiziell Richt-Krieg-Führender über das amerikanische Volk und das Parlament in Washington einfach hinwegzugehen und aufzutreten, als ob
Madrid, 15. Aug. (Europapreß.) Der Londoner Korrespondent der Madrider Zeitung „Pa" schildert in einem Telegramm an sein Blatt seine Eindrücke von der Aufnahme der gemeinsamen Erklärung Churchills und Roosevelts bei der Londoner Bevölkerung und stellt fest, daß man allgemein ziemlich enttäuscht ist und konkretere und bedeutsamere Angaben über die Zusammenarbeit zwischen England und den USA. für die Gegenwart erwartet hatte an Stelle von Zukunftsplänen. Weit mehr als die Organisation der Welt nach einem englischen Siege interessiere die Engländer das Problem, wie dieser Krieg überhaupt zu gewinnen sei. „Daily MaiU schreibt: „Wir sind im Kriege mit Deutschland und nicht mit den Rationialsozialisten. Der Krieg mit dem deutschen Volk wird fortgesetzt ohne Rücksicht auf seine Führung. Deutschlands militärische Stärke muß gebrochen werden, ob Deutschland nationalsozialistisch, konservativ, demokratisch oder sozialistisch ist, sonst kämpfen wir vergebens. Deutschland muß außerdem außerstande gesetzt werden, je wieder sich militärisch behaupten zu können, welches Regierungssystem es auch hat." Auch Radio New Port sagt über die Stimmung in England: „Die Briten sind über die Erklärung enttäuscht. Die Leute in den Straßen Londons erwarteten eine Kriegserklärung Roosevelts, einen Eintritt Japans in den Krieg oder ähnliches. Es find schon viel zu viele Bekanntmachungen in London gehört worden. Der Krieg wird keinesfalls in Konferenzen gewonnen, sagt man in England. Die Erklärung wurde dort nicht als Offenbarung angesehen. Man war allgemein der Meinung, ähnliches schon einmal gehört zu haben.
Aehnlich ist auch das Echo, das- die Erklärung in den Vereinigten Staaten selbst aus- gelöst hat. Zwar spricht „Chicago Daily News", das Blatt des Roosevelt-Freundes Knox pathetisch „von bester USA.-Tradition, die in den Vereinbarungen zutage trete", jedoch führt „Chicago Tribüne" das Treffen auf Roosevelts gefährlichen Ehrgeiz zurück, immer das tun zu wollen, was kein anderer Präsident vor ihm getan hat. Dieser Ehrgeiz habe zu einem Zusammenkommen mit Churchill geführt. Das Kriegsprogramm erwecke den Eindruck, als ob England und Amerika nicht nur
die USA. bereits im Kriege gegen den Dreiverband begriffen fei. Man erblickt in den USA. in dieser Haltung Roosevelts einen weiteren Schritt zum Kriege, obgleich das Volk der USA., wie die kürzliche Abstimmung über die Dienstzeitoerlängerung in Washington ergab, in seiner überwiegenden Mehrheit nichts von Roosevelts Kurs rotffen will und ihn sogar lebhaft bekämpft. Roosevelt mag solche grundlegenden Fragen mit seinem eigenen Volke ausmachen, aber daß ihm und Churchill nichts Besseres einfiel, als die ollen Kamellen von 1917/18 wieder aufzuwärmen, zeigt, wie sehr beide auf dem Standpunkt von Versailles stehen, die treibenden nationalrevolutionären Kräfte unserer Zeit überhaupt nicht verstehen und sie beschwören wollen wie ein Zauberer seinen Hokuspokus spricht und nun glaubt, die Realität der Dinge werde durch feinen kindischen Spruch sich grundlegend verändern.
Wir kennen feit langem diese ohnmächtige Haltung den Ereignissen gegenüber, die wie ein weltgeschichtlicher Sturm das alte Europa von der Pest der Plutokratte, des Judentums, der Weltlüge säuberten und endlich das Prinzip der Wahrheit, der Klarheit und der Gerechtigkeit an die Stelle pluto- demokratischer Verfälschungen auf den Schild erhoben. Was in Europa geschieht, ist der Anbruch einer neuen Zeit. Und dieses geschichtliche Werden wollen diese Sturmbeschwörer mit ihren Phrasen aufhalten! Ein großes Washingtoner Blatt schreibt, Rooseoett und Churchill hätten die Begegnung zwischen dem Führer und dem Duce am Brenner kopiert, und ein bekannter- amerikanischer Senator sagt ironisch, Roosevelt und Churchill hätten zunächst die Aufgabe, ihr ideales Programm der Ge- rechttg'keit in — Indien anzuwenden, ehe sie es den anderen Völkern predigten. Wir glauben, damit ist diese Ausgeburt von Staatsmännern gebührend klassifiziert. Wir und das ganze bolschewistenfeindliche Europa schrecken ihnen die Antwort auf den Schlachtfeldern.
bereits Seite an Seite kämpfen, sondern den Sieg sogar schon in der Tasche hätten. — „St. Louis Globe Democrat" hebt hervor, daß Roosevelt die Vereinigten Staaten bis an die äußerste Grenze fe st gelegt habe, und diese Grenze Krieg bedeuten könne.
lieber die Reaktion der U8A.-Oeffentlichkeit veröffentlicht der Washingtoner Pressefunk noch folgende bemerkenswerte Feststellungen: Es herrscht Erleichterung darüber, daß Roosevelt sich nicht zu aktiven K r i e g s m a ß n a h m e n verpflichtete, daneben aber steigende Empörung darüber, daß er eine Einmischung in europäische Angelegenheiten versprach, ohne das USA.» Volk oder zumindest das USA.-Parlament vorher befragt zu haben. Dies wäre in dieser wichtigen und schicksalhaften Frage unbedingt Pflicht des Präsidenten eines demokratischen Landes gewesen. „New Port Times Herald" bezeichnet es als der Anprangerung wert, daß Roosevelt in dieser Erklärung mit Rücksicht auf „unseren Bundesgenossen" Stalin auf eine feiner vier Freiheiten, nämlich Religionsfreiheit, verzichtet habe. Das Blatt bringt gleichzeitig eine Karikatur, auf der die Freiheitsstatue mit einem blauen Auge abgebildet ist, das sie durch einen Faustschlag auf hoher See erhalten habe, als man die Religionsfreiheit aufgab. Das Blatt sagt weiter, bas USA.-Volk werde wegen einer Utopie in den Krieg hineingeführt. Was bedeute „Freiheit der Meere"? In Friedenszeiten hätten alle Länder diese Freiheit, in Kriegszeiten NM Egland und Amerika lasse sich die englische Blockade gefallen. Was bedeutet „Zutritt zu den Rohstoffen"? Bedeute das, daß Amerika ausgebeutet werden und auf feine hohen Löhne, feinen hohen Lebensstandard verzichten soll? Und werde Roosevelt seinen Freund Stalin zwingen, Lettland und Litauen wieder aufzugeben?
Kühle Ausnahme in Vichy.
V i ch y, 15. Aug. (Europapreß.) Die englisch-nord- amerikanische Erklärung über die angelsächsischen Kriegsziele stellt für die der französischen Regierung nahestehenden Kreise keine Ueberraschung dar. Diese Erklärung nehme in kürzerer Form das wieder auf, was die vierzehn Punkte Wilsons bereits-enthalten
Auf -em LlGA-Kreuzer „Augusta."
Geteilte Meinung in England und LlGA.
Auf Ansitz.
Von Hans Friedrich Blunck.
Ein rechter Spätsommertag ist's! Die Himbeeren drüben auf der Schonung duften und gären und hängen in roten Trauben nieder; wie eine Straße unter bunten Fahnen sieht der Wildwechsel aus, der schnurgerade hindurchführt. Vom Buchenrand summen die Käfer, und die kleinen raschen, abendfrühen Falter, und einige lose Blätter, die von der Dürre gilbten, fallen schaukelnd nieder. Der Wind ist würzig, er trägt den Dunst rascher Regenschauer, die zu Mittag über den Wald dahinstrichen.
Ich warte auf — ja, ich hab' die Büchse in der Hand, und als ich mich anfetzte, hab' ich wohl an den Graukopf von Bock gedacht, der hier gestern vorüberwechselte. Aber der Bock kommt nicht, und der Tag ist warm und die Luft noch einmal so »und sommerlich reif, daß man diese Stunde uße so ganz in sich einströmen läßt, ohne Acht und Ausschau, nur voller Dankbarkeit gegen das Leben, das sie einem beschied.
Eigentlich ist's schön, daß der Bock ausbleibt; ein Schuß würde die Stille aufreißen, — gerade dieses Tages Stille, die so sanft über Weg und Wald ruht. Mag er mir an einem Sturmtag vors Korn kommen, das wäre auch ein besserer Abschied für den alten Kämpen. Mörder nennen ihn die Leute, er hat vielerlei auf dem Gewissen und taugt nicht zur Brunft. Aber heut' mag er ausbleiben.
Kleine grüne und blaue Fliegen tanzen am Gras- ranb des Weges; über den Wagenspuren zittert die Luft von verdunsteter Feuchte. Zwei schillernde Wasserjungfern fahren darüber hin und her. Der Duft der gärenden Früchte und der Geruch kleiner Schwämme, die jetzt nach dem Regen die Hüte durch die Erde stoßen, strömt vom Weg herüber. Einmal zieht ein Flieger hoch am Himmel seine Bahn. Wie eine Wespe summt und schnurrt er über mir durch die Wipfel dahin.
(Einmal auch kommt ein Himbeerweibchen, eine kleine, dicke Frau mit einem riesigen Strohhut, vorbei; es ist kein Pflücktag, und ihr ist gewiß nicht recht wohl zumute. Scheu sieht sie sich um, zupft ein Viertelstündchen an den Beeren, schüttet ihren Korb in den klappernden Eimer und überlegt, ob es sich hier ober anbersroo besser lohne. Wie ein großer Pilz steht sie ba, bem Füße gewachsen sind, runzelig, schrumpfig im Gesicht unb boch froh über
ben schönen Tag, ben Gott uns schenkt. Als sie einen bicken Baumstumpf vor ben Füßen finbet, stutzt sie unb überlegt einen Schritt lang, ob sie ihn rechts ober links umgehen soll. Sie tut keins von beiden, dreht sich um und hockt sich ungeheuer breit zur Ruhe. Dazu seufzt und bläst das Weibsen, lacht zwei Pfauenaugen zu, zieht bas ganze Gesicht vor Vergnügen zusammen unb nascht an ben Beeren, bie 's sich gepflückt hatte, — jetzt weiß ich, warum sie mübe ist, ber Eimer ist voll bis an ben Rand! Noch einmal ein tiefer Seufzer, ba sieht sie mich beim Nieder- bücken, starrt mich mit großen Augen an, lacht weiter, weil sie just babei ist, unb reckt ben Hals voran. Ich habe bie Lider geschlossen, als schliefe ich, da brauche ich nicht zu fragen. „Uch", sagt sie, als traute sie mir nicht. Weil ich mich aber nicht wecken lasse, hebt sie den Eimer langsam auf und versucht, mit viel Mühe an mir vorbeizuschleichen. Sehr drollig setzt sie bie Füße, hält an, weil ein Zweig knackt, macht einen schiefen Kopf, spitzt ben Munb unb lacht schlau. Ganz dicht muß sie bei mir vorüber und fällt bei jedem Schritt von der einen auf die andere Seite. Weil sie aber zu faul zum Bücken ist, bleibt ber Hut im Eichenlaub hängen; sie bläst vor Zorn über ben Zweig, begreift auch nicht, wie ein Jäger so fest schlafen kann, unb schmunzelt, weil sie 's heute abenb noch bem Dorf erzählen wirb. Gerabe barüber muß aber auch ich schmunzeln, unb weil mir bie Würze vom Weggras zugleich in bie Nase zieht, kann ich nicht anbers, als eine roilbe Gebärbe aufs Niesen tun. „Huch", höre ich noch, ba klappert ber Eimer von bannen, unb wie ich bie Augen öffne, ist ber Schelm fort.
Da recke ich mich ein wenig nach rechts, weil bie Sonne auch nach rechts gerückt ist — unb — ja natürlich, auf ben Bock warte ich boch, auch roenn's nach biefem Besuch noch eine Weile bauern kann. Wer kommt statt beffen? Meister Reineke, unb ist in einem Husch wie ein Spuk über ben Weg — wer weiß, welchen Plan ihm bas Weiblein verlegt hatte! Solches Fell taugt erst zum Winter, tröfte ich mich, halte aber bie Augen offen.
Eine umgekehrte Welt ist's heute! Großväterlich hoppelt ein riesiger Mümmelmann, fast ebenso bick wie Reineke, hinterbrein. Der weiß nämlich, wo's bie besten Gräser gibt, unb meint, baß ber alte Holzweg nur für ihn angelegt sei. Nicht bie Steinpilze, bie bie bummen Menschen sich wegholen, nein, grab bas Gras, bas zarteste Kraut, bas bie Kläffer unb Blaffer stehen lassen, ist für ihn ba. Unb Hunger hat er! Menn man schon solchen Großvaterbauch
burch bie Welt tragen muß, will er auch feine Sorge! — Da hat er mich gesehen. Denkt aber gar nicht baran, Vorsicht zu üben. Solch ein alter Bursch kennt seine Schonzeit genau, meint vielleicht auch wieder, dieser unbewegliche Jäger sei eingeschlafen, macht einen Kegel unb wippt einmal yttt bem rechten, bann mit bem linken Löffel. Mir ist gar, als schmunzelte er bem friedlichen Nachbarn zu. Zwi- schenburch äst er seelenruhig, mummelt, sieht mich an, fragt ganz beutlich etwas, bas ich nicht gleich verstehe, unb ist nun boch beleibigt über ben groben Kerl, ber keine Antwort finbet.
Außerbem ist Vorsicht ber bessere Teil. Ob bies am Enbe ein Wilbschütz ist? Also um eine Ecke herum! Aber bie Löffel spitzt er immer noch gerabe übers Kraut hinweg unb freut sich, baß ich auf einen anbern warte. Aber ich warte ja schon gar nicht mehr, bummer Kerl!
Liebesmelodie.
Von Hans Bnresch.
„Nein — nein —!" wehrte bie kleine Mizzi errötend ab. „Wo denken Sie denn hin — unb bann — was glauben Sie benn — meine Mutter!" Der sonnengebräunte Soldat vor ihr aber lachte sie so treuherzig an.
„Ich — ich müßte irgendeine Ausrede erfinden — sonst läßt mich meine Mutter boch nicht weg abends —I"
„O, wenn es nur bas ist — ich bin überzeugt, daß Ihnen schon etwas einfallen wird — unb bann nicht wahr, Sie lassen mich morgen nicht umsonst warten —!" Da war roieber biefer Blick. Mizzi fühlte, wie ihr bas kleine Herz zum Zerspringen pochte. „Ich will es versuchen —", sagte sie, „aber bestimmt kann ich es Ihnen nicht versprechen — unb — unb Sie bürfen mir nicht böse sein, wenn ich vielleicht nicht komme!" Er lachte: „O, Sie werben schon kommen —!"
Es zeigte sich, baß er recht hatte. Mizzi kam wirklich! Er hatte sogar nur eine knappe Viertelstunbe auf sie warten müssen. „Fein, baß Sie gekommen sind!" lackte er unb brückte ihre Hand so fest, daß sie beinahe aufgeschrien hätte vor Schmerz. „Es war nicht leicht, wegzukommen — und ich habe auch nicht viel Zeit — um neun Uhr muß ich wieder zu Hause sein —, bas ist nämlich bie Zeit, wenn ich dem bem Kino komme." Unb babei lachte sie
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schrieben. Er konnte es ganz gut mit feinen schar Augen lesen: „ßiebesmelobie —!" Sie lachte frölf
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ihn schelmisch an. „Ah!" sagte er, „Sie haben ch gesagt, baß Sie ins Kino gehen!" Mizzi schämte M Sie schlug bie Augen nieber. „Das werbe ich 31)irr nie vergessen!" beteuerte er, ,chaß Sie meinctuM sogar Ihre Mutter angelogen haben! Und wo gei wir wirklich hin —, ber Abenb ist boch viel schön zu einem Kinobesuch!" Das fand Mizzi schltt lich auch. Unb so einigte man sich auf einen kleine Spaziergang burch ben Stabtpark. Er schien M etwas enttäuscht! Aber schließlich: Immer noch bei Stabtpark als gar nichts. Unb bann kam er ja fe
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Abschieb nehmen. —
Oben in ber Küche wartete schon bie Mutter: 3 kommst aber spät, Kinb", war ihre vorwurfsvM Begrüßung, „unb wie erhitzt bu bist?" Unter M prüfenden Blick ber Mutter wurde Mizzi ganz Np legen: „Ach!", sagte Mizzi, „das war aber auch Film! Den solltest du dir auch anschauen, Mutte 'I
„Wie heißt er denn?" Mizzi frohlockte innerlw Wie gut, daß sie auf diese Frage vorbereitet n"ir „Liebesmelodie!"
„Ja —!" sagte bie Mutter, „ben Film kann 1 mir ja wirklich noch anschauen, benn .Liebesme» bie* —, bas habe ich zufällig in ber Voranzeige 'S* lesen, spielen sie ja erst qb 17.! Unb heute ist fünfzehntel"
....... ......... —!" Sie lachte fröB
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fähige Staaten zu schützen, bie ihren Ursprung Jbeen ber vierzehn Punkte verbankten.
Nur leere Worte.
Der Eindruck in Portugal.
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auf feine Rechnung. Sonst hätte er sie nicht o Heimweg so besorgt gefragt: „Schön war es — i Kino, gelt, Mizzerl?" Unb Mizzerl hätte sich iw so zärtlich an ihn gebrückt unb zurückgeflüstert: Heini — wunberschön!" Unb bann hatten sie deck gelacht. Er aber dachte schon roieber weiter: bich beine Mutter nicht fragen, was bu im Ki gesehen hast?" Sie erschrak für einen Augenbllit „Ja, daran habe ich noch gar nicht gebacht - aber warte nur — mir hat heute zufällig mein' Freunbin ein Kinostück erzählt, bas sie irgend gesehen hat — warte nur, wie hat es benn miü geheißen — jetzt fällt mir ber Name nicht ein! p ist aber bumm!" Er aber wußte schon roieber etter Ausweg. „Wir schauen einfach beim Kino vorbei, * ba werben wir gleich sehen, was sie spielen —J „Jbee!" lachte Mizzi unb hängte sich noch fester it ihren Heini ein. So fest, baß sie erst roieber an Itf Kino dachte, als sie schon zehn Schritte baran oorir waren, „ph!" erinnerte sie sich, „jetzt haben wir M nicht geschaut —" Er trat einen Schritt auf die Straße. Dort ftanb es ja in großen ßettern 3* r ~ • - - -
teres englisches Regierungsmitglied über ben Kt< 1 antik begeben mußte, um dort die Hilfsaktion tüt England zu beschleunigen, hat hier zu bem (5ini brück verhalfen, daß größte Unzufriedenheit infög« land über die mangelhafte Unter ft ü u n g I durch die Vereinigten Staaten herrschen muß uül daß die im Gegensatz hierzu verbreiteten ©rflämuk gen von englischer Seite nicht mit den latfaden1“ übereinstimmen können.
Das Echo in Japan.
Tokio, 15. Aug. (Europapreß.) Der allgemein, !ü Eindruck von der Zusammenkunft Roosevelt-Chu« ij chill in Japan geht dahin, daß das Zusammenlch is fen der beiden Regierungschefs für England । eine Enttäuschung sein müsse. Man imifi darauf hin, daß als Ergebnis ber ZusammenkuH t nur allgemeine Grundsätze über einen künsim Frieden bekanntgeworben seien, anftatt der brin
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unabänberliche nationale Politik nicht aufhMn. Die achsenfeindlichen Mächte sollten bedenken, ttij ihre ruchlose Haltung die Situation nur unnc:i| gefährlicher zu machen drohe. Das japanische M» rechnet mit der Möglichkeit, daß auf Grund fitee triebener Hoffnungen auf die Wirkungen des jetfriegs England und die USA. ihre Offenss« gegen die Achsenmächte beleben könnten. Japan!« hierauf vorbereitet.
Als einziges Morgenblatt nimmt die den Arin«> kreisen nahestehende „Kokumin- Shimbun" zu bn Zusammentreffen Churchill-Roosevelt Stellung. 9ii Zusammenkunft wird als „Schwanengesani ber Möchte des Status quo“ charakterisi H deren Stern im Verblassen sei vor dem ftürndj wachsenden Einfluß der Achsenmächte. Was 3afn betreffe, so könnten Komplotte und Manöver fern
genb erbetenen Zusage einer aktiven KriegM nähme der USA. In politischen Kreisen ist mm daher geneigt, abzuwarten, ob die nahe Zuku konkretere Ergebnisse der Zusammenkunft vri wird. Gleichzeitig verfolgt man mit großem Jim esse die Verhandlungen Hulls mit ßorb Ha!i^ f a x und Duff Cooper über bie Fernost-PM v Großbritanniens 'und ber USA. ,, L:
Vereinigten Staaten den ungeheuren militäri^n ü T'?? Vorsprung Deutschlands einholen wollen. Auch di, i ßl bleibt Tatsache, daß sich Lord Beaverbrook als mi«
hätten. Neue Gedanken, die über die des Präsides Wilson vor 25 Jahren hinausgingen, könne mar tj ber neuen Erklärung nicht entbetfen. Damals M man große Hoffnungen auf bie vierzehn Punktes setzt und sie in Frankreich für ein Allheilmittel L ! hatten. Die Erfahrungen haben indessen gezeigt,^, diese Lehren nicht genügten, Frieden unb W rechtigkeit zu sichern. Die Stellungnahme des nel(n - Frankreich zu diesem ganzen Fragenkomplex is,gerade jetzt in der Zeitschrift „Revue Universelle"^! handelt worden, an der Persönlichkeiten aus L' Umgebung des Marschalls P6tain mitarbeiten, jcrn ^g, - wird gesagt, daß es Frankreich war, bas sich ” KrW blutete, weil man es zwang, kleine, nicht lebtp- ‘
Ilngze o ngs als el Tros
Lissabon, 15. Aug. (Europapreß.) Die re!. ' stündigen Besprechungen zwischen dem engli^ Ministerpräsidenten Churchill und dem USA.^ sidenten Roosevelt auf hoher See haben in P-j gal den Eindruck bestätigt, daß England weiter n großen Schwierigkeiten in seiner ftungsprobuftion zu kämpfen i)at unb M die Zusammenkunft auf dem Atlantik einen n« Auftakt für bie Hilfe der Vereinigten Staaten all England barftellen soll. Man hatte auf der ib schen Halbinsel geglaubt, daß weit wichtigere Bj schlüsse bekanntgegeben würden. Somit wurden bi, Ausführungen Attlees keinesfalls als eine sim fation empfunden. Auch die Krietzsziele (Englaify1 hinter bie sich die Vereinigten Staaten zu fteiii i scheinen, haben keinen neuen (9 eb anlen - gebracht, vielleicht mit Ausnahme beffen, M i । Churchill dieses Mal davon absah, Oesterreich , ber Tschecho-Sloroakei die „Freiheit" zu versprecken, i $^afu wie man dies seit Jahr und Tag gewohnt Man sieht hier in ben Beteuerungen des gemein'^ t r:r nglisch-amerikanischen Kommunist, i Worte und kann sich keine Möglih, i feit denken, auf welche Weise England unb bi,»


