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ver-

Der Soldat kämpft für fein Volk und bringt fein Opfer auch für Dich. Du hilfst ihm siegen durch Dein Opfer für das LKriegshUfSwerk für das Deutsche Rote Kreuz.

Vornotizen.

Tageskalender für Freitag.

Stadttheater: 19 UhrWandlungen der Liebe", v Gloria-Palast, Seltersweg:Ohm Krüger". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Heber alles in der Wett".

Sladltheater Gießen.

Am heutigen Freitag wird die KomödieWand­lungen der Liebe" von Paul v. d. Hurk wiederholt. Spielleitung Hans Geißler. Bühnenbild: Karl Löff­ler. 30. Freitag-Miete.

Oie Lebensmittelzuteilung

vom 2. bis 29. Juni 1941.

Mit Rücksicht auf den in den Sommermonaten zu erwartenden Mehranfall an Butter wird der Butter- und Margarmebezug zur Einsparung von Margarinerohstoffen dahin neu geregelt, daß die Butterration der Normalverbraucher, der Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren und der Kinder von 6 bis 14 Jahren für die neue Zutei­lungsperiode um 6 2,5 Gramm erhöht wird.

für die Zukunft sichergestellt ist.

Oer Borstellungsbeginn im Stadttheater.

Die Intendanz des Stadttheaters ist jetzt wieder in der Lage, den Beginn der Vorstellungen später anzusetzen. Es werden daher von der kommenden Woche ab die Vorstellungen an Werktagen um 19.30 Uhr beginnen. Damit wird auch Geschäfts­leuten und anderen, noch spät berufstätigen Volks­genossen Gelegenheit geboten, rechtzeitig das Theater zu besuchen. Die Vorstellungen an Sonntagabenden fangen mit Rücksicht auf die auswärtigen Theater­besucher weiterhin um 19 Uhr an.

Die Eozialorbeit der Banken.

Deutschland soll nach dem Willen des Führers zum vorbildlichsten Sozialstaat der Erde ausgebaut werden. In erster Linie wird' dieses Ziel über die soziale Betriebsfürsorge angesteuert. Wenn im Bankgewerbe, das mit im Drehpunkt der deutschen Volkswirtschaft steht, in steter Zusammenarbeit mit der DAF. nicht nur rein zahlenmäßig vorbildliche soziale Aufwendungen für die Gesolgschaftsmit- glieder und die pensionierten Mitarbeiter gemacht werden, sondern auch die Pflege und Förderung des Gemeinschaftsgedankens immer neuen Antrieb erfährt, so ist das ein sichtbares Zeichen für das erfolgreiche Bestreben des Kreditwesens, den Sozia­lismus in den Betrieben auch zu verwirklichen. Kämpferischer Sinn und kameradschaftliche Aufge­schlossenheit von Betriebsführer und Gefolgschafts­mitgliedern, gepaart mit völkischer Pflichtauffassung, zeigen den Weg, um das Leistungsergebnis der sozialen Betriebsarbeit in den Bankbetrieben so zu beeinflussen, daß cs im Rahmen der neuen so­zialen Gestaltung für die Volksgemeinschaft ein wertvolles Aktivum darstellt. Unsere privaten Ban­ken waren in der Vergangenheit immer äußerst zurückhaltend in ihrer Berichterstattung über die von ihnen getroffenen sozialen Maßnahmen. Des­halb ist es auch in der Öffentlichkeit nur wenig bekannt, daß die freiwilligen sozialen Ausgaben für die Gefolgschaftsmitglieder im privaten Bankge­werbe die sozialen Pflichtabgaben um ein Viel­faches übersteigen und daß dieser Gewerbezweig damit wohl an der Spitze aller Wirtschaftsgruppen in Deutschland marschiert. Dafür einige Zahlenan­gaben: Nach einer Erhebung, welche fast 80 v. 5). aller im' privaten Bankgewerbe Beschäftigten er­faßt, beliefen sich die freiwilligen sozialen Aus­

werden, Brotmarken in Zuckermarken umzutauschen. Für den Umtausch tonnen während der Sommermonate und im Rahmen der hierfür bereitgestellten erheblichen Zuckermengen alle ab 5. Mai gültigen Brotmarken ohne Rücksicht auf den Verfall-Zeitpunkt verwendet werden. Der Zeitpunkt, von dem ab der Umtausch erfolgen darf, sowie die Einzelheiten des Umtauschoersahrens und das Verhältnis, in dem Brotmarken gegen Zucker- marken getauscht werden können, werden demnächst bekanntgegeben werden. Diejenigen Verbraucher, die ihre Brotmarken nicht voll benötigen, aber auch feinen zusätzlichen Zucker wünschen, werden gebeten, so wie bisher, ihre überflüssigen Brotmarken der NSV. zur Verfügung zu stellen, damit diese auch weiterhin den Volksgenossen mit Brotmarken helfen kann, die aufgrund besonders gelagerter Verhält­nisse gern mehr Brot verzehren möchten, als sie aufgrund ihrer Karte erhalten.

Die ständige Verstärkung unserer Wehrmacht mit den selbstverständlich höheren Verpflegungssätzen an der Front, die große Zahl unserer Rüstungsarbeiter mit ebenfalls selbstverständlich höheren als den Nor­malrationen, schließlich die Kriegsgefangenen, deren Arbeitskraft für unsere Wirtschaft nutzbar gemacht wird, hat den Fleischverbrauch so erheblich anwachsen lassen, daß sich ein neuer Ausgleich zwischen dem zwar ebenfalls gewachsenen Viehbestand und dem ge­waltig verstärkten Fleischverbrauch von selbst ergab. Die neue Regelung, die vor allem keine Zukunfts­sicherungen unserer Ernährung um eines billigen Gegenwartsgesichtspunktes willen preisgibt, wird mit Verständnis für die Notwendigkeit dieses Aus­gleichs und im Bewußtsein der Dankesschuld der Heimat gegenüber der Front von allen Volks­genossen gewürdigt werden. Die Sommermonate mit ihren Erträgen an anderen hochwertigen Nah­rungsmitteln, z. B. den verschiedenen Gemüse- und Obstsorten, ermöglichen ja auch eine anderweitige Bereicherung unserer Ernährung, die ausreichend und gesund zugleich ist. Die Hauptsache ist aber: Wir wissen, daß auch durch diese Maßnahmen unsere ausreichende Ernährungen jedem Falle und auch

Zum Ausgleich dafür wird die Margarine­ration dieser Berbrauchevgruppen um 6 2,5 (9 ramm herabgesetzt. Die Gesamtfettration bleibt mithin unverändert. Für die Kinder bis zu sechs Jahren bleibt es bei der bisherigen Regelung, da sie ohnehin ihre gesamte Fettration in Butter erhalten.

Beim Fleisch werden die Rationen der Nor­ma loerbräucher über 6 Jahre und außerdem die zusätzlichen Rationen der Schwer- und Schwerst­arbeiter m der neuen Zuteilungsperiode für die Dauer der Sommermonate um wöchentlich je 100 Gramm herabgesetzt. Auch die Fleisch- rationen der Selbstversorger werden gekürzt, und zwar um 200 Gramm je Kopf und Woche. Die Fleischrationen betragen demnach vom 2. Juni ab für Normalverbraucher 400 Gramm, für Schwerarbeiter 800 Gramm und für Schwerstar­beiter 1000 Gramm je Woche. Die Fleischrationen für Kinder bis zu 6 Jahren und für Lang- und Nachtarbeiter bleiben unverändert. Da die Lang- und Nachtarbeiter auch di? um 100 Gramm gekürzte Fleischkarte der Normalverbraucher erhalten, erfolgt bei ihnen ein Ausgleich über die Zulagekarte, deren einzelne Abschnitte über Fleisch und Fleischwaren^ um wöchentlich 100 Gramm vermehrt find.

Die Bestellscheine der Reichsfleischkarte für Normalverbraucher und für Kinder bis zu 6 Jah­ren, die bisher nur die Aufgabe hatten, den Ver­braucher wahrend der Zuteilungsperiode an einen bestimmten Fleischer zu binden, werden besei­tigt. Dies ist möglich, weil die Erfahrung gezeigt hat, daß der weitaus Überwiegande Teil der Ver­braucher von der Möglichkeit, nach Ablauf einer Zuteilungsperiode den Fleischer zu wechseln, keinen Gebrauch machte. Die Verbraucher haben die sonst wie üblich auf den Lebensmittelkarten vorgesehe­nen Bestellscheine in der Woche vom 26. Mai bis 31. Mai abzugeben, softrn nicht die Ernährungs­ämter die Abgabe auf bestimmte Tage dieser Woche beschränken.

Zahlreiche Verbraucher verzehren weniger Brot als ihnen auf Grund ihrer Brotkarte zusteht. An­dererseits würden es viele begrüßen, wenn ihnen, besonders in der Obst- und Einmachzeit etwas mehr Zucker als bisher zur Verfügung stehen würden Da Deutschland dank der im vorigen Jahr erzielten ausgezeichneten Ernte an Zuckerrüben be­sonders reichlich mit Zucker versorgt ist, ist es mög­lich, diesen Wünschen der Verbraucher Rechnung zu tragen. Es wird daher die Möglichkeit geschaffen

Nach dem im Deutschen Reichsanzeiger öffentlichten Erlaß über die Durchführung des Kar­tensystems für Lebensrnittel in der 24. Zuteilungs­periode vom 2. bis 29. Juni 1941 bleiben die lau­fend gewährten Rationen an Brot, Mehl, Schweineschlachtfetten, Käse, Quark, Getreide­nährmitteln, Teigwaren, Kartoffelstärkeerzeugnissen, Kaffee-Ersatz und Zusatzmitteln, Vollmilch, Zucker, Marmelade, Kunsthonig und Kakaopulver gegen­über der bisherigen Zuteilung unverändert. Jeder Persorgungsberechtigte erhält in der neuen Zuteilungsperiode eine Sonderzuteilung von 125 Gramm Kunsthonig.

Noman von Elisabeth Holt.

19. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Wieso, kommt er denn nicht ins Haus?"

Nein, natürlich nicht das heißt", sagte Gerda mit gerunzelten Brauen,es ist nicht unmöglich, daß er einer von denen ist, die zu uns ins Haus kommen, aber ..

Aber was?"

Das ist nicht festzustellen. Keiner fällt durch be­sondere Auszeichnung durch Pola auf. Aber sie geht aus", sagte Gerda mit besorgt geweiteten Augen,allein geht sie aus, und das mit einer unglaublichen UnauffäUigfelt. Eine Taxi nimmt sie, nicht ihren eigenen Wagen Ziel unbekannt Rückkehr unbekannt, und ich muß mir dann immer den Kopf zerbrechen, was ich den Leuten sagen soll, big Herkommen oder anläuten."

Also deswegen!" äußerte Gredler gedehnt. Seiner Meinung nach konnte das alles mögliche, nicht nur Liebe bedeuten, Geldverhandlungen oder geheimnis­volle Sitzungen, vielleicht ließ sich Pola heimlich malen? Läßt sich's denn' erraten, was einer Frau einfäUt?"

Gerda bereute schon, zuviel gesagt zu haben, sie spürte Gredlers Zweifel. Ein Mann hat selten Sinn für solche Nuancen wie ein gedankenverlorenes Lächeln, Sorgfalt bis in die geringfügigste Einzelheit des Ankleidens und stundenlanges Ausbleiben, das wie ein Auftauchen aus tiefem Wasser ist, lauter Dinge, die weder zu der ewigen Hetzjagd dieses Haushalts noch zu Polas ganzem Wesen überhaupt paßten. Oder waren diese Anzeichen Birinsky doch ausgefallen? War dies der Grund, warum er seine Freundin beobachten ließ? Zu welchem Zweck drückte sich der geheimnisvolle, schlampige Mensch vor der Villa umher, stundenlang, tagelang ...?

Gerda wäre noch viel besorgter gewesen, wenn sie geahnt hätte, daß der lästige Unbekannte sich durchaus nicht damit begnügte, die Ankommenden anzustarren, sondern einige dieser Herren auch ins­geheim photographiert hatte. Eine Reihe mehr oder

weniger gutgelungener Photos war bereits nach Amerika gereift, auf dem» Erkennungsamt Neuyork City genau geprüft und wieder zurückgeschickt wor­den. Negativ. Der Gesuchte befand sich nicht dar­unter. Auch Carters Photographie war offenbar nicht die richtige gewesen. '

Schütz öffnete vor Gerda und Gredler die Haus­tür. Oben standen ein paar Türen offen, das Klavier brauste, und Pola fang.

Gredler hängte Hut und Regenmantel auf.Der Professor ist noch da?" *

Herr Carter ist oben!" meldete Schütz.

Gerda vermied den stinken, verständnisheischenden Blick des Pianisten, sie standen nebeneinander und horchten. Pola sang ein Lied ein bißchen Verdi, ein wenig Puccini und auch etwas Richard Strauß, und das Ganze war komponiert pon Howard Carter.

Mist!" erklärte Gredler, es klang nicht einmal ablehnend, es war bloß eine Feststellung. Dann ging er hinaus und ließ Gerda zurück.

Sie war arbeitsunlustig und schläfrig, der Früh­ling lag ihr in den Gliedern. Sie spannte einen Bogen in die Maschine. Sie mußte die besten Kri­tiken für Polas Züricher Gastspiel abschreiben, weil Leiermann das für die Propaganda brauchte.

Vom Geklapper der Maschine übertäubt, ging die Tür auf.

Das Stubenmädchen brachte einen Karton herein, der von der Dlumenhandlung geschickt war. Das war nichts Außergewöhnliches. Gerda war im Be­griff, sich wieder ihrer Maschine zuzuwenden und das Deffnen der Schachtel auf später zu verschieben, aber sie las wie zufällig die Adresse:Frau Gerda Maurer." Auf einem behaglichen Bett aus feuchtem Moos lagen ein paar bünnftie(ige Orchideen, die zarten Ovale ihrer perlmutterschimmernden Gesichter hingen nach abwärts und entrollten aus famtbraunen Kelchen rote Zungen.

Cattleyen", sagt? Gerda und zog den Atem er­schrocken zwischen den Zähnen ein, als habe eine Schlange den dreieckigen Kopf von dem Moos­polster gehoben.

Gerda knipste das Licht aus und öffnete das Fenster. Draußen war es ganz finster, kein Mensch Jm Garten und auf der Straße. Eine Weile starrte Gerda zwischen den Gitterstäben hindurch, dann

gaben einschl. der Penstonsleistungen in 37 Bank- l betrieben mit 55 000 Beschäftigten im Jahre 1939 auf 65,6 Millionen RM. Dagegen betrugen die \ Vergütungen an 565 Aufsichtsratmitglieder 2 Mil­lionen RM., und selbst alle Bankaktionäre erhielten an Dividenden nur ungefähr zwei Drittel dieser Summe, nämlich 42,8 Millionen RM.

Weggewonene Blumen.

Kaum haben sich ein paar Frühlingsblümchen an die Oberfläche gewagt, so gehen auch schon sinnlose Menschen durch die Fluren und reißen die Blümlein heraus. Bald werden sie jedoch der Blumen über­drüssig und goerfen sie wieder fort. Wenn man an sich schon wenig Verständnis dafür aufbringen kann, daß bei jedem Sonntagsspaziergang ein wahllos zusammengepflückter Strauß mit nach Hause ge­nommen wird, so ist es kaum verständlich, wenn man sieht, wie die eben gepflückten Blümlein acht­los beiseite geworfen werden. Man sollte doch, wenn man Blumen pflückt, daran denken, daß sich die schönsten Blumen im Zimmer in der Vase längst nicht so schön ansehen, wie draußen in freier Natur. Wenn man schon einen Blumenstrauß im Zimmer haben will, dann begnüge man sich wenigstens mit einigen Blumen und reiße nicht wahllos Unmengen heraus, von denen nachher der größte Teil fort­geworfen wird.

* Eine Siebzigjährige. Am morgigen Samstag, 17. Mai, kann Frau Lina Trechsler, geb. Kramer, Steinstraße 73, in guter Frische ihren 70. Geburtstag begehen. Die Jubilarin ist geborene Gießenerin, deren Vater als Schuhmachermeister und späterer Angestellter der Steuerbehörde (da­mals nannte man ihnSteuerbote") in weiten Kreisen bekannt war. Als Frau eines bekannten Geschäftsmannes ist sie heute noch stehen ihrem Haushalt auch im Geschäft unermüdlich mit tätig. Auch wir bringen der Jubilarin unsere herzlichen Glückwünsche zum Geburtstage und für einen fchönen Lebensabend dar.

Landkreis Gießen.

+ Grünberg, 12. Mai. Der Gründer und langjährige Leiter des Grünberger Ski-Klubs, Studienrat i. R. Julius Walther, der sich um die Förderung des Skisports in unserer Stadt sehr verdient gemacht hat, erhielt den Ehrenbries des NS.-Reichsbundes für Leibesübungen.

Weizen als jpübnerfuffer.

Ein 65jähriger Mann aus Griesheim wurde vom : Amtsgericht Frankfurt mit 30 RM. Geldstrafe be­legt, weil er Weizen als Hühnerfutter für eine dritte Person gekauft hatte, gegen die ebenfalls ein Strafverfahren im Gange ist. Der Angeklagte, der insgesamt acht Zentner erwarb und den Weizen zum gleichen Preis weitergegeben hatte, behauptete, daß ihm der Verkäufer des Weizens versichert habe, es sei Kehrgut von einem Schiff gewesen. Aber auch diese Ausrede schützte den Angeklagten nicht vor der Bestrafung.

Vollstreckung zweier Todesurteile.

LPD. Darmstadt, 15. Mai. Am 15. Mai ist die am 7. Juni 1889 in Schlimpfhos geborene Ba- bette Markert, geb. Muth, hingerichtet worden, die das Sondergericht Darmstadt als Volks­schädling zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt hat. Die Markert war eine vielfach vorbestrafte Verbrecherin. Sie hat im Dezember 1940 drei landwirtschaftliche Anwesen in Brand gesteckt. Zahlreiche landwirtschaftliche Ge­räte und Erzeugnisse fielen den Flammen zum Opfer.

Am 15. Mai ist der vom Sondergericht Darmstadt als Volksschädling und Gewaltverbrecher zum Tode verurteilte 38 Jahre alte Alfred Sonnenberg aus Mainz hin gerichtet worden. Sonnenberg war ein mehrfach vorbestrafter jüdischer Mischling. Er hat eine deutsche Arbeiterin unter Ausnutzung der Verdunkelung zu ermorden versucht.

SJtxfporl

1900 Luftwaffe 2:5.

Trotz der günstigen Aussichten mußten die Blau- Weißen auch diesmal wieder gegen die Luftwaffe in letzter Minute mit ersatzgeschwächter Mannschaft antreten. Neben dem dienstlich unabkömmlichen Opitz und Müller fehlten der verletzte Abel und Schellhaas. So kam es, daß die im Feldspiel besser operierenden Platzbesitzer gegen die körperlich weit überlegenen Soldaten abermals eine Niederlage hinnehmen mußten, die in dem Tovunterschied zu hoch ausgefallen ist.

Spielverlauf: Mit nur zehn Mann beginnend, können die Platzbesitzer infolge ihres besseren Zu­sammenspiels teilweise Vorteile erringen. Im Sturm fehlt jedoch der fünfte Mann sichtlich, so daß die Verteidigung der Luftwaffe, die sich im weiteren Verlauf des Spieles als bester Mannfchaftsteil er­weist, immer wieder klärend eingreifen kann. All- möglich wechselt aber das Bild. Die Soldaten kom­men durch weite Vorlagen auf die Flügel zu ge­fährlichen Angriffen. In der 18. Minute führt ein solcher Angriff zum ersten Erfolg. Meermann geht an dem stürzenden Verteidiger vorbei und schießt stach ein. Durch ein Handspiel von Becker entsteht wenig später eine heikle Situation vor dem Straf­raum der Platzbesitzer. Den Strafstoß hebt Meer­mann trotz der sorgfältig aufgebauten Mauer zum 2:0 ein. Bei etwas mehr Aufmerksamkeit mußte Schmitz diesen Treffer verhindern. Der dritte Er­folg entspringt aus klarer Abseitsstellung. Den für den schon abseits stehenden Halblinken zugespielten Ball nimmt der noch mehr abseits stehende Links­außen auf, läuft noch ein paar Schritte und schießt an dem vergeblich reklamierenden Torwächter vor- bei ein. Kurz vor der Pause fommf die Luftwaffe durch Meermann noch zum vierten Erfolg. Der Rechtsaußen flankt an den frei stehenden Mittel­stürmer, der überlegt und placiert einschießen kann. Nach dem Wechsel sind die Platzbesitzer komplett. Dadurch wird das Spiel im Sturm geschlossener. Der Erfolg zeigt sich dann sehr bald, denn bei einem guten Angriff kann 'Kraft II. sehr halb auf 4:1 verkürzen. Dem mehr greifbaren 4:2 folgt je­doch das 5:1, das bei weniger gefahrvollem Angriff der Halbrechte der Luftwaffe c.folgreich ist. Bei einem Angriff durch Erhard hebt dieser das Leder

hoch vor das Tor, wo es Jürgens durch Rückzieher gerade noch ins Netz befördern kann. Bei diesem Resultat bleibt es, obwohl zuerst die Platzbesitzer in einer längeren Belagerung und dann die Luft­waffe in einem letzten Spurt noch Erfolgsmöglich­keiten haben.

Die Luftwaffe hatte gegenüber am Sonntag eine weit bessere Elf zur Stelle. Die Hintermannschaft war der beste Teil. In der Läuferreihe überragte der rechte Läufer, und im Sturm tat sich Meer» mann besonders hervor, aber auch in unsportlicher Art, so daß er Mitte der zweiten Halbzeit das Feld verlassen mußte. 1900 in der Ausstellung Schmitz; Becker, Gauweiler; Carstens, Sittner, Weniger; Erhard,, Kraft, Jürgens, Deeg, Schlich zeigte teil­weise ein gutes Zusammenspiel. Im Strafraum fehlte jedoch der letzte Schwung. Schmitz zeigte einige Unsicherheit. Die Verteidigung war zeitweise überlastet. In der Läuferreihe klappte es auch nur teilweise und im Sturm ging auch nicht alles nach Wunsch.

Spieloerdnigung 1926 Leihgestern.

Nachdem die 1. Jgd. der Spielvereinigung 1926 Leihgestern nach schweren Kämpfen ungeschlagen Abteilungssieger und Gruppensieger geworden war, erkämpfte sie sich in Butzbach gegen Sp. Fauerbach (Friedberg) 1. Jgd. in einem abwechslungsreichen Entscheidungsspiel die Bannmeisterschaft 1940/41.

Am vorigen Sonntag trug die 1. Jgd. der Spng. Leihgestern wieder ein Gesellschaftsspiel in Großen- Linden aus. Gegner war die 1. Jgd. des dortigen Turnvereins. Großen-Linden mußte die spielerische und technische Ueberlegenheit des Bannmeisters mit einer 6:1-Niederlage anerkennen.

Am kommenden Sonntag empfängt die 1. Jgd. Leihgestern die gleiche des Sp. Oberroßbach zu einem Gesellschaftsspiel. Vorher spielt die 2. Jgd. gegen die gleiche von Oberroßbach.

Daubringen 1. Jgd. VfL. 1860 Marburg 1-A-Jgb.

Am kommenden Sonntag tragen diese Jugend­mannschaften in Daubringen ein Fußball-Fr eund- schastsspiel aus. Die Gäste verfüget über eine tech­nisch gut eingespielte Mannschaft, die schon große Erfolge errungen hat. Da auch Daubringen sich zur Zeit in einer guten Form befindet, ist mit einem spannenden Kampf zu rechnen.

machte sie ein wenig beschämt das Fenster wieder zu sie hatte sich tatsächlich eingebildet, es stehe einer draußen im regennassen Garten und beob­achte sie.

Das war allerdings übertrieben, es bewies aber, daß instinktive Eindrücke manchmal richtiger sind als verstandesmäßige UebSrlegungen. Im Haus gegen­über gab es nämlich ein Geschäftslokal, ein im Erd­geschoß liegender Krautkeller verbarg seinen schäbi­gen Eingang hinter windzerzaustem Fliedergebüsch. Der Rolladen war längst heruntergelassen, und da­vor, noch im Schutz des geräumigen Kellerhalses, saß her Mann, den Gredler vorhin einer Liebschaft mit dem Zimmermädchen bezichtigt hatte. Eigentlich war sein Dienst für heute zu Ende, eben war ein Kollege erschienen, um ihn abzulösen, aber der Be­häbige wollte seine just angezündete Zigarette noch zu Ende rauchen, bevor er ging.

Ich bin neugierig", sagte er, ,;roie lange dieses zwecklose Herumtreten hier noch dauern wird. Es ist das eine fixe Idee von Mühsam, daß es der Kerl noch einmal probieren wird mit dem Schmuck, weil's ihm das erste Mal mißglückt ist. Abgesehen davon, daß das Zeug wieder auf der Bank liegt, müßte der Mann ja längst bemerkt haben, daß das Haus beobachtet wird. Es kostet die Zentrale eine Menge Geld und nutzt einen Dreck."

Womit der Polizeibeamte Alois'Satzhoser prophe­tischen Weitblick bekundete.

9. K a p i t e l.

Ende Mai ging Pola Luckner mit großem (Be­folge und vier neuen Kostümen nach Zürich. Man machte'mit der Festspielwoche viel Aufhebens, die Zeit war insofern gut gewählt, als die internatio­nalen Reisenden ihr Winterprogramm hinter sich hatten Und Zürich gern Mitnahmen.

Zürich war in diesem Mai sehr europäisch. Gut besucht von Leuten mit Kultur und Wohlhabenheit, die sich nicht für Störs und Sensationen interessier­ten, sondern die gekommen waren, um güte Musik zu hören und einen schonen Frühsommer am Brien- zersee oder in einem der stillen Nester um Luzern herum zu genießen.

Pola hatte sich auf einen Zug versteift, der zwar gute Zeit fuhr, aber dafür schon um neun Uhr früh In Zürich einlief. Neun Uhr früh ist keine günstige

Ankunftszeit, sie waren alle übernächtig. Auf dem Bahnhof war weit und breit keine Spur von Leier- mann zu sehen. Es wäre seine Pflicht gewesen, da zu sein, Blumen zu überreichen, zu strahlen, Presse­photographen mitzubringen. Aber Leiermann ent­schloß sich ungeheuer schwer, ins Bett zu gehen, und morgens konnte er dann nicht ausstehen. Pola fuhr halb schlafend ins Hotel und hatte sich erst beim 'Aussteigen wieder völlig in der Hand. Der Emp­fangschef hatte feine Leute zu einer kleinen Be­grüßung um sich versammelt. Man war hochgeehrt, Madame nach so langer Zeit wieder im Hause be­grüßen *u dürfen. Die Zimmer? Jawohl, das ge­wohnte Appartement in der vierten Etage steht be­reit. Post? Post ist für Madame nicht gekommen, aber Blumen. Man hat sie bereits in Madames Zimmer hinausgebracht.

Gerda wandelte unausgeschlafen hinter Pola her und kam sich unzulänglich vor, sie lächelte angestrengt und war bemüht, sich auf die Luckner einzustellen. Gredler hingegen machte nicht mit. Mit stahlharten Pianistenfingern den Koffer mit den Partituren um­klammernd, stand er da und wartete stumm auf das Ende der Begrüßung. Er war als einziger gut aus­geschlafen. Er überlegte, ob es geratener märe, vor­erst einen Schnaps zu trinken und dann ßeiermann aufzusuchen, oder besser Leiermann glatt aus dem Bett herauszuholen und sich von ihm zum Frühstück einlaben zu lassen. Pola entwickelte in letzter Zeit eine merkwürdige Sparsamkeit, sie war ungehalten, wenn ein etwas üppiges Frühstück auf die Rech­nung kam.

Breit und warm kam die Sonne durch die hohen Fenster der Hotelhalle. In den bequemen Stühlen saßen ein paar frühe Gäste.

Eine Zeitung wurde raschelnd beiseitegelegt, zwei ausgestreckte graue Flanellbeine eingezogen, und bann tauchte Clemens Kempf aus ben Tiefen meines Klubsessels, ausgeschlafen, glatt, unerschütterlich ruhig. Er küßte Pola bie Hand und verbeugte sich steif vor Gerba, wechselte mit Grebler einen Hande- druck und ließ die höchst überraschte Pola wissen, er sei erstens, zweitens und drittens ihrer Aida wegen in die Schweiz gereift und viertens wegen der Tennismeisterschaften in Interlaken.

(Fortsetzung folgt)