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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

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16. Mai von 21.12 bis 5.25 Uhr.

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Hansaplast-elostisch ist stets gebrauchsfer­tig! Im Nu angelegt, sitzt dieser praktische Schnellverband unverrückbar fest. Er wirkt blutstillend, keimtötend, heilungsfördernd.

Die Oberste Bauleitung Frankfurt a. M. der Reichsautobahnen hatte am gestrigen j Donnerstag eine Anzahl Pressevertreter zu einer Besichtigungsfahrt auf der Reichsauto­bahnstrecke FrankfurtAlsfeld eingeladen. I Unser mitfahrender Schriftleiter gibt hier einige Ausschnitte von den vielseitigen und vorbildlichen Arbeiten der Reichsautobahn- Derwaltung und -Betreuung wieder.

Mit 100 oder noch mehrSachen" über die wun­derbaren Asphaltflrecken der Reichsautobahn zu flitzen ist ein genußreiches Erlebnis. Keine Wege- . kreuzung, kein Fuhrwerk, keine Kinderwagen oder ähnliche Hindernisse tauchen hier unvermutet auf. Man kann sich an der flotten Fahrt und vor allem auch an den wechselvollen Schönheiten der Land­schaft erfreuen, da die Reichsautobahn schon bei ihrer Erbauung bewußt und planvoll in die Land­schaft eingefügt und in der Linienführung dem Cha­rakter der Gegend angepaßt wurde. Aber wie viele oder auch wie wenige Benutzer dieser Schnell­verkehrsstraßen denken daran, daß sie diese An­nehmlichkeiten der Reichsautobahn nicht allein der Asphaltdecke, sondern auch noch einigen anderen Voraussetzungen zu verdanken haben, die täglich und stündlich zu erfüllen sind. Diese Voraussetzungen zu schaffen ist die Sache der Straßenmeiste- r e i e n, deren jede einen Abschnitt von etwa 50 bis 60 Kilometer zu betreuen hat. In unserer engeren Heimat dienen dieser Aufgabe die Straßen­meistereien Reiskirchen und Alsfeld.

Ein schöner, der Landschaft angepaßter Zweck­bau fesselt bei Reiskirchen den Blick der Auto­fahrer und der Benutzer der Landstraße. Es han­delt sich um das S t r a ß e n m e i st e re i g e h ö f t. Schlicht und doch schön ist sein Kern, das zweige­schossige Dienst- uni> Wohngebäude. Im Kellerge­schoß befinden sich die Umkleide-, Wasch- und Dusch­räume für die Belegschaft, ein Raum zum Trock­nen der nassen Kleider der Arbeitskameraden und die Zentralheizungsanlage. Das Erdgeschoß enthält die Büroräume der Straßenmeisterei, einen in aller Schlichtheit geschmackvoll und anheimelnd ausge­statteten Gemeinschaftsraum für die Belegschaft, der auch zu Schulungsoeranstaltungen benutzt werden kann, eine Küche mit Frühstücks- und Nebenraum, einen Sanitätsraum für erste Hilfeleistung bei Un­fällen und neuzeitliche Toiletteanlagen. Im Ober­geschoß hat der Straßenmeister seine Wohnung. Das ausgebaute Dachgeschoß birgt weitere Wohn­räume, darunter auch Schlafräume für zusätzliche Belegschaft, die namentlich im Winter in Anspruch genommen werden muß. Die bauliche Gestaltung aller Raum-' und deren Einrichtung unter Verwen­dung Hein ' hen Materials ist gediegen. Ein lang­gestreckter massiver Geräteschuppen als einstöckiger Querbau dient der Unterbringung der für den Som­mer- und Winterdienst erforderlichen Geräte. In einer großen Fahrzeughalle befinden sich Werkstät­ten für die Arbeiten an den betriebseigenen Fahr­zeugen, ferner weite Räume zur Unterbringung dieser Fahrzeuge (Lastwagen, Schneepflüge, Streu­maschinen usw.) Eine überdachte offene Halle ist vom Dienst- und Wohngebäude aus vor dem Quer­bau her geschaffen worden. Ein großer asphaltierter Werkhof mit eigner Tankanlage ist den Gebäuden vorgelagert und ermöglicht die Lagerung von Gerä­ten, die Reinigung der Fahrzeuge und das beliebige Wenden auch mehrerer Fahrzeuge zugleich. Ein Streugutsilo und die besondere Zubringerstraße so­wie Siedlungshäuser für einen Teil der Belegschaft sind noch im Bau begriffen. Sämtliche Gebäude werden zentral beheizt.

Nach den gleichen Grundgedanken ist das Stra­ßenmeistereigehöft bei Alsfeld errichtet worden. Das Dienst- und Wohngebäude mit schönen Rau­men und allen neuzeitlichen Einrichtungen und die Fahrzeughalle mit den Werkstätten sind fertiggestellt-, im Bau sind noch der Betriebshof und einige »ei­tere technische Anlagen, dabei auch der große Silo­

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Schöne Zweckbauten an den Straßen des Führers

Die Straßenmeistereien Reiskirchen und Alsfeld. Die Raststätte Reinhardshain. weitgehende Maßnahmen und viele Manner sorgen für die Verkehrssicherheit.

Weiß prangen.

Im Mai beginnen die vielfarbigen Nelkenarten hr Duftkonzert, der zwerghafte kanadische Phlox □reitet seine weißen, rosanen, himmelblauen- oder I purpurnen Teppiche aus, der tiefblaue Enzian mel­det sich, das wie Unkraut wuchernde, der Vogel- -niere verwandte Hornkraut leuchtet weiß, verschie­dene alpine Astern lodern in Blau und Rosa, die -ast zahllosen Steinbrech-Arten, die teils Rosetten, :ei(s Polster, teils moosdichte Kissen bilden, recken auf zierlichen Stengeln ihre zarten, in allen weiß mit rot gemischten Farbentönen leuchtenden Blü» ten, der alpine Mohn entfaltet sich in Weiß und 3k*lb, und das üppig wogende Schleierkraut ist wie mit Tautröpfchen von winzigen Blütchen über- pritzt. Dann, während Steinkraut, Gänsekresse und andere Frühblüher langsam abklingen, treten Thy­mian, Hartheu, Purpurglöckchen, Lavendel, Woll­test, Edelweiß und die mannigfachen Arten von Fetthennen und Hauswurz, letztere mit ihren präch- tigen, an Kakteen erinnernden Rosetten, aus denen Die schlanke Halme die hohen Stengel mit roten aber gelben Blüten schießen, an ihre Stelle. Und dazwischen grünen die.zierlichen Moos- und Strei» infame, Denushaar und Engelsüß, die Hirsch- $imge und der Waldfarn, Zwergwacholder und Zwergmispel, die weiß blüht und sich im Herbst mit korallenroten Beeren schmückt, sowie andere ;wsrghaften Nadel- und Laubgehölze. Bis in den September hinein leuchten die lieblichen Heidekräu- ler. die Besen- und Glockenheide, die Rauschbeere and andere Sorten in Weiß und Rosa, in Schar­lach und Purpur, mit einfachen und gefügten Blü- len. Don den Knollen» und Zwiebelgewächsen seien »or allem die Blaustern-, Hyazinthen- und vielen

Wann braucht man Reisemarken?

Einige nützliche Winke.

geschützt wissen. Die Reichsautobahn-Verwaltung alle ihre Männer sorgen in unermüdlicher Ar-

werden gleichsam zu einem Neuerstehen und augen­blicklichen Entstehen werden lassend.

Da schloßen die großen Sonatenwerke jedes für sich eine eigene Welt auf. Zu Beginn des Abends sammelte Dvoraks Sonatine in G-dur die Hörer und stimmte sie mit in die seelische Haltung ein. Dieses rnusikantisch geigerische Werk, reich an Ein­fällen, von ursprünglicher Frischs und Unverbraucht- heit erschloß mit dem Entfalten seiner einzelnen Sätze stärkstes Können und Erlebens Wenn gerade Caesar Francks große Sonate in A-dur in das Programm erst später Eingang gesunden hatte, so konnte man das vom Standpunkte der deutschen Musik begrüßen. Erst in den letzten Jahren hat sich mit unumstößlicher Gewißheit bestätigt, daß Caesar Franck nicht, wie es in den vergangenen Seiten galt, der französischen Musik einzugliedern ist sondern daß er unbedingt blutmäßig durch Ge­burt und Abstammung als deutscher Musiker an­gesehen werden muß, eine Tatsache, auf die an dieser Stelle schon mehrfach verwiesen worden ist (7 2. 38, 21.1. 39). Denn die Wesenszüge dieser So­nate zeigen in ihrer eigenen Gestalt stark deutsches musikalisches Empfinden und Formprinzipien, wie sie nur der Deutsche kennt.

Hier wie auch in der Kreutzer-Sonate (A-dur op 47) von Beethoven wurde stärkstes musika­lisches Geschehen offenbar in einem inneren Aus- gleich der wirkenden Kräfte, der das Werk tn äußerster Tiefe erschloß. Pei Franck das Erblühen des Kopfsatzes, das Intermezzo, m feinen einzelnen Stadien entwickelt, die feine Verwobenheit der kon- trapunttischen Thematik im Finale. Waren die Ecksätze der Kreutzer-Sonate groß in ihrer Darstel­lung so kündet die Abfolge der Variationen trotz ihrer virtuosen Tendenz stärkste Innerlichkeit

Was schon bei dem vorigen Konzert Prihodas höchste Bewunderung erwecken konnte, bestätigte sich auch diesmal wieder in dem Adagio und Fuge aus Bachs großer Solo-Violin-Sonate C-dur. Dieses bannende rhythmische Pochen wurde treibendes auf­bauendes Element des Wachsens im Adagw; die Fuge in ihren vielfältigen Einzelentwicklungen er­stand mit staunenswerter Plastik und schärfster Glie- derung im Verfolg des melodischen Verlaufs und feiner inneren Bedingtheiten. - Dieser unvergeß­liche Abend riß die Hörer zu stärkstem Beifall hin.

Dr. Hermann Hering.

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Aus der Stadl Gießen.

Oer Steingarten.

Kein Blumengarten zeigt eine so überschwengliche Fülle an Farben und Formen wie der Steingarten, n)o zwischen unregelmäßig angeordneten Blöcken und Quadern die kleinen Alpen-, Steppen-, Heide- jnb Moorpflanzen, in größeren Gruppen und Ko- onien ihre Art betonend, wundervoll prangende Teppiche, Kissen, Polster, Büschel und Sträuße bil­den. Gerade das wild Zusammengewürfelie, das sieben- und Beieinander, das einzig Rücksicht zu nehmen hat auf Sonne- oder Ähattenliebe der Blumen, ergibt ein buntes Mosaik yon bezaubern­der Leuchtkraft, eine Augenweide, die jedes Herz entzückt und die der Gartenfreund nach Belieben Durch Neuerwerbungen in ihren wechselnden und sich steigernden Farbenwirkungen aus neuen Schattierungen und Kontrasten heraus immer reicher gestalten kann.

Im April begann wie ein sanftes Vorspiel da jnb dort das Aufblühen, und es schwillt bis zum Mai zu einer in Anmut und Leuchtkraft fchwelgen-

Gießener Konzertring.

Sonaten-Abend Prihoda.

Zu welcher unmittelbaren Nähe und packenden Eindringlichkeit geigerische Kunst fähig ist, das ließ ber Sonaten-Abend von Vasa Prihoda aufs Üeberzeuaendste erkennen und jedem einzelnen der Hörer zum unauslöschlichen Erleben werden. Denn 3afa Prihoda ist eine einzigartige Geigernatur. Er Fielt nicht nur sein Instrument, er ist mit ihm ver- Durzett und verwachsen. Was nur irgend an musi- lalischen Werten und Qualitäten denkbar ist, das läßt er aufblühen und sich in voller Breite ent» leiten.

Je mehr der Abend Höhepunkt an Höhepunkt l echte, umso mehr verstärkte sich der Eindruck, daß hier das eigentlich Instrumentale völlig über» üunöen war, sodaß nur die musikalisch bedingenden Faktoren sich aussprechen konnten ohne jeöes Hemmnis, ohne jegliche Beschränkung als ew. Auf­sehen im Klang, der von den letzten musikalischen Kräften beherrscht und von tiefstem seelischem 3m» -uls erfüllt ist. Gewiß hört man die Violine als -Instrument bei ihm, aber das viel Größere ist, daß nan es über dem musikalischen Werden gänzlich ergehen kann und sich in letzter Hinsicht völlig '-cm musikalischen Vorgang als Miterlebender em- |ügt Darum hieße es bei ihm Sebstverstanüllches, p Ueberflüssiges sagen, wollte man im einzelnen cuf seine eminenten geigerischen Fähigketten noch besonders eingehen. Hier spricht etwas Ur-Musi- lontisches zum Hörer, unreflektiert, nur aus den nusikalischen Gegebenheiten seine Kräfte gewinnend unb dem Werk restlos dienstbar machend.

Wir haben im Laufe der Jahre viele Geiger im 3erein mit dem Klavier gehört; aber in feinem i er vielen Fälle war ein solch abgeftimmtes Em- cehen aiifeinahber, ein solches gegenseitiges Sich- izördern der erwachenden darstellenden Kräfte -oahrzunehmen wie in dem gemeinsamen Schaffen ron Basa Prihoda und Prof. Otto A. Graef. hier konnten die Kammermusikwerke wirtlich in chrer intimen Ausdruckskraft, aus dem Seelen geboren, in organischer Bindung zu uns sprechen, las Wesen jedes einzelnen Werkes in einen in? vicklungsmomenten herausstellend und sein Klang»

besonders zugewiesen werden. Verbraucher, die sich auf der Reise selbst verpflegen oder in Familien Aufenthalt finden, können sich damit behelfen, daß sie diese Lebensmittel vor der Reise bei ihrem Ver­teiler beziehen und mitnehmen oder nachbeziehen. Den Bezug von Vollmilch können sich Verbraucher auf der Reise sichern, wenn sie die Reichsmilch » karte von der für ihren ständigen Wohnsitz zu­ständigen Kartenstelle mit einem entsprechenden Vermerk versehen lassen. Das gleiche gift für den Bezug von Nährmittem xad) der Näh em i ttel- karte.

Von den Reisenden ist noch besonders zu be­achten, daß der Umtausch von Lebensmittelkarten in Reisemarken nicht am Ort des Reiseziels, son­dern bei der Kartenstelle, in deren Bezirk sie ihren ständigen Wohnsitz haben, erfolgen muß.

bau für bas Streugut. Wie bei Reiskirchen, fo fügen sich auch hier die Bauten des Gehöftes gut in das Landschaftsbild ein, zumal bei ihrem Bau das hei­mische Baumaterial reichlich Verwendung gefunden hat. Die technischen Einrichtungen gleichen ebenfalls denen bei Reiskirchen.

Dan diesen Zentralpunkten aus vollzieht sich täg­lich das schwere Werk der Verkehrssicherung auf den Reichsautobahnstrecken. Dem Straßenmeister, der natürlich als Träger der Verantwortung die Seele des Ganzen ist, stehen zahlreiche Arbeitskameraden zur Seite. Da gilt es, bei jeder Witterung den Dienst an der Straße mit größter Sorgfalt zu ver­sehen, im Sommer sowohl als auch im Winter, bei Tage und wenn nötig auch in der Nacht. Im Som­mer sind vor allem die Schäden vom Winter her zu beseitigen, das vom Streuen noch auf den Fahr­bahnen liegende Streugut wieder einzusammeln, die Grünanlagen in Ordnung zu bringen, mit beson­derer Pflege die Fahrbahnen sauber zu halten, kurz­um den vielseitigen Unterhaltungsdienst an den Fahr­bahndecken und allen technischen Anlagen sorgfältig zu erfüllen. Besonders schwer ist der Dienst dieser Männer im Winter bei Schnee und Eis, Sturm und Frost. Da heißt es nicht nur am Tage, sondern oft auch nachts hinaus auf die Strecke zur Beseitigung von Schnee und Eis, zum Streuen und zu sonstigen Verkehrssicherungsarbeiten, damit die Kraftfahr­zeuge ohne Gefährdung über die Strecken fahren können. Diele Männer mit zahlreichen Hilfsmaschi­nen und Geräten stehen für diese Arbeit bereit, die vom Straßenmeister zu organisieren und zu über­wachen ist, und bei der jeder arbeitsfräftige Arm gebraucht wird. Das sind Arbeiten, die oft tage­lang zu jeder Tag- und Nachtzeit alle Kräfte in Anspruch nehmen, wobei aber keiner der Männer besonderes Aufhebens von feinen Leistungen macht. In stiller, treuer Pflichterfüllung vollzieht sich hier ein Stück Heldentum der Arbeit unter schwierigsten Verhältnissen, das alle Anerkennung verdient, ganz besonders von denen, die in ihren Fahrzeugen sicher über die gepflegten Strecken fahren können und sich Dabei vor den Unbilden der Witterung weitgehend

Die große Frühlingsorgel.

Von Anton schnack.

Ich weihe diese Zeilen dem Pan, den ich, aus öffneten Fenstern blickend, am Tage schon zweimal über den ginsterbewachsenen Hügel fdjreiten sah. Einmal in der Gestalt eines Schäfers, der, einen havelockähnlichen Mantel über den Schultern, ein neugeborenes Lamm behutsam im Arme trug, wäh­rend das Mutterschaf neben ihm einhertrottete.

Das andere Mal sah ich Pan, eisgrau bebartet, als Jäger aus dem stacheligen Gehölz treten, um spielenden Kindern junge, fiibergraue Feldhajen zu zeigen. Mit gemächlichen Schritten zog dann der Jäger, eine große Vogelwolke im Gefolge, die Hügel­höhe entlang, um auf der unsichtbaren Orgel zu spielen, roorm die Stimmen der Vögel, das Rau­schen der Wasser, das Wehen der Winde, das Sum­men der Jnsektenflügel und die zarten Liederstrophen der Bauernmädchen zu einem Chor vereinigt waren.

Was sang die Orgel der Insektenflügel? Ei, ihr schönen Blumen auf der Erdflur, braut den Honig­wein in den Pokalen, vor allen ihr gelben Him- melsschlüssel und weihen Schneeglöckchen! Macht die süßen Bronnen auf, wir kommen! Wir kommen, mir sind hungrig, der lange Winterschlaf hat uns trinkluftig gemacht und unsere Rüssel gierig. Alter Imker, öffne die Klappen der Korbe, damit wir mit glitzernden Flügeln die bläulichen Narzissen und die riesige Schenke des Schlehdorns besuchen können.

Und die andere Orgelstimme, die Orgel des West­windes, hochhin sausend, spielt in den grünen Wipfeln des Buchenwaldes und erzählt großartige Abenteuer und Geschichten von Meer und Ländern. Fort mit Schnee und Eis, heult die Orgel, Blumen will ich sehen, Knospen will ich küssen, morsche Reiser will ich brechen! Und wenn sie für eine kurze Weile oussetzt, kommt die" murmelnde Orgelstimme des überlaufenden Baches den Hügel Herunter, und auch sie hat vielerlei Ungestümes und Sehnsüchtiges zu rauschen von Wanderschaft und Reyesehnsucht, nach­dem das harte Eis gesprengt ist.

Das alles ist in der großen Weltorgel von Pan enthalten. Sogar der beruhigende Laut des Tropf'en- gcsickers und der einfältige Klang der hölzernen Knabenpfeife spricht und tönt aus ihr.

Und der mächtige unwiderstehliche Klang der Orgel

lockt mit Gewalt das Keimende und Lebendige überall in Feld und Wald aus Schlaf und winter­licher Erstarrung: Veilchen in die Hirtenlandschaft, Spinnenweben wieder an die Fenster, in die Büsche Vogelnester, in die Wiesen buntbeftiefte Blumen- kissen und dazwischen feuergoldene und erzharje Käferhorden, in die alten Kleinstadtgassen lockt die Orgel Marmeln, bunte Knabenreifen und springende Mädchenbälle. Froschgetrommel rollt aus den Grä­ben und aus den schilfbewachsenen Weihern, Schmet- terlinge gaukeln durch die Luft, an den bogenkrum- men Bächen blitzen die silberknopfbesetzten Zweige der Weiden, Lerchen trillern unter den leichten Wol­ken dahin, Mückentänze steigen über dem Brunnen auf, und der Löwenzahn zieht goldene Wellen durch das Wiefengrün.

Und auch in d>s Herz des Liebenden braust die große Lockung von Pans vielstimmiger Frühlings- orgcl, und der Liebende läuft der blumenspurigen Fußtapfe des alten Naturgottes nach und begegnet auf seinem Sehnsuchtsgang der schonen Nymphe und Schäferin Doris, mit der er, zärtlich tuend, im Geholze verschwindet.

Oie Erbschaft des Pelzjägers.

Von einem Glückszufall wurde ein schwedischer Pelzjäger überrascht. Er hauste in einer schwer zu­gänglichen holzarmen Gegend in feiner Blockhütte und- war wegen übermäßiger Schneefälle seit Monaten von der Außenwelt abgeschnitten. Zwar hatte er noch einen kleinen Lebensmitteloorrat, aber wegen der ungünstigen Witterung konnte er keine größere Beute machen. Zu allem Unglück war ihm auch fein Holzoorrat ausgegangen. Da entschloß er sich, den schweren eichenen Tisch zu zerhacken, den er noch von seinen Eltern geerbt hatte. Kaum hatte er die ersten wuchtigen Schläge geführt, als ihm aus dem splitternden Holz mehrere Päckchen ent» g*genfielen, die sich als die Hinterlassenscha t seiner Eltern in Höhe von mehreren tausend Kronen her- ausstellen. Die Geldscheine waren in einem Geheim­fach untergebracht, dessen Vorhandensein ihm die plötzlich verstorbenen Eltern nicht mehr hatten mit­teilen können. Mit dem nächsten Botenschlitten kehrte er in die Zivilisation zurück, um sich mit seinem Erbe in der schwedischen Hauptstadt eine angenehmere uyd einträglichere Existenz zu grün­den.

Neben den Maßnahmen zur Sicherung des Ver. kehrs auf der Strecke läßt es sich die Reichsauto- bahn auch angelegen sein, den Kraftfahrern s d) o n e Ruhepunkte a ji der Strecke zu erschtte- ßen. Zu diesem Zweck wird in unserer Geaend eine Rast stä11e bei I e i n h a r d s h a i n hergench» tet, an der zur Zmt noch eifria gearbeitet wird Auf einer Lichtung mitten im schönen Wald mit weiter Sicht über Rcünhardshain und die herrliche Landschaft hinweg bis hin zum fernem Vogelsberg wird diese Raststätte den von langer §ahrt er­müdeten oder den vom Tagewerk erholungsuchen- Den Kraftfahrern einen Ruheplatz bieten, an dem sich jeder wohlfühlen kann. Die gastliche Statt» wird etwa 150 Sitzplätze im Hans und auf einer vorge­lagerten Terrasse haben, sw wird alle Einrichtun­gen eines modernen und gediegenen Hauses Jur regen Gästeverkehr aufweisen, gute Auf- und Ab­fahrwege zur und von der Autobahnstrecke sowie eine ansehnliche Tankstelle besinn. Die Gastriiume, aber auch die Wohnungen für öeji Wictschaftspach- ter und den Tankwart sowie für das Hilfspersonal werden neuzeitlich heraerichtet, wobei der Charakter unserer oberhessischen Landschaft io der Ausstattung der Verkehrsräume besonders und gut betont wird. Kurzum: es wird ein Schmuckkästchen, das in aller Gediegenheit und landschaftsverbunden hier er- stehen und sicherlich viele^Freunde finden wird.

Alle Die]e Einrichtungen, die vollendeten sowohl als auch Die noch im WerDen begriffenen, nahmen Die Teilnehmer Der Fahrt mit großem Interesse in Augenschein. Allenthalben konnte man Die Feststel­lung machen, Daß Die Leitung der Reichsautobahnen, in unserem Gau vertreten durch die Oberste Bau- Icitung Frankfurt a. M. in weitestgehender Weise alles tut, um den Verkehr auf den Strecken so angenehm wie möglich zu machen und ihn mit der größtmöglichen Gewährung der Sicherheit zu for­dern, daß sie weiter für ihre Mitarbeiter an und auf den Strecken in vorbildlicher Weise Sorge tragt, um ihnen Die Erfüllung ihrer schweren Arbeitspflicht nach bester Möglichkeit zu erleichtern, und Daß sie nicht zuletzt unD vor allem auch unermuDlid) bestrebt ist Den Benutzern Die Autobahnstrecken Die LanDfchaft mit ihren vielfältigen Schönheiten weitgehenD zu erschließen, dabei auch an besonders schonen Stelen Gelegenheit zu erquickendem-Aufenthalt zu bieten. B.

Den Mannigfaltigkeit an, deren Fülle kaum noch gesteigert werden kann. Zu den mächtigen Polstern I Des goldgelben Steinkrauts und den weißen Kissen Der Gänsekresse kommen die margeritenähnlichen Blüten der gelben Gemswurz, die rosaroten Der großblätterigen Bergenie, Die himmelblauen des kaukasischen Vergißmeinnichts, die entzückend bun» :en Primelarten und die moosartig aufschwellenden Polster der verschiedenen Aubritien, die man Blau­kissen nennt, obschon sie auch in Dunkelrot und

Es besteht vielfach noch Unklarheit, wann Reisende ihre.Lebensmittelkarten gegen Reisemar­ken umtauschen müssen und wann ein solcher Um­tausch nicht erforderlich ist.. Grundsätzlich ist zunächst hierzu zu sagen, Daß Lebensmittelkarten nur dann in Reisemarken umgetauscht werden, wenn ein Be­dürfnis vorliegt. Dies ist nicht der Fall bei kurzen Reisen oder gelegentlicher Gaststättenverpflegung. Im einzelnen ist hierzu folgendes zu beachten:

Die Reichsfleischkarte kann ab 2. Juni 1941 im ganzen Reichsgebiet ohne Einschränkung ver­wendet werden. ^Reisemarken für Fleisch sind da­her nicht mehr erforderlich. Die Brotkarte gilt ebenfalls im ganzen Reichsgebiet. Bei längeren Reisen und regelmäßiger Gaststättenverpflegung werden Die Abschnitte von 250 Gramm und mehr in Reisemarken umgetauscht. Die R e i ch s s e 11 - karte wird bei längeren Reisen oder bei regel­mäßiger Gaststättenverpflegung in Reisemarken um­getauscht, soweit Die nicht bezugscheingebunDenen Abschnitte nicht ausreichen. Auch Die Abschnitte für Käse Der Reichsfettkarte werden bei längeren Reisen oder bei regelmäßiger Gaststättenverpflegung um­getauscht. Für Marmelade, Zucker und Eier sind bei Einnahme der Mahlzeiten in Gast­stätten Lebensmittelkarten oder Reisemarken nicht erforderlich, weil diese Lebensmittel Den Gaststätten

Herbstzeitlosenarten nicht vergessen.

Es kommt auf Den Steingärtner an, auf seinen lHefchmack und seinen Sammeleifer, aber auch auf >ie liebevolle Betreuung seiner Anlagen, daß diese in ihrem Blütenzauber wie ein schier unerlchöpf» iches Feuerwerk bis in die kältesten Tage hinein licht erlischt. Es gilt den Unkräutern zu wehren mb Die stärker wuchernden Pflanzen nicht über» tzandnehmen zu lassen, damit die Perlicher bleiben­den Nachbarn nicht überwildert und erstickt werden.

Aber es gibt nichts Schöneres, als alle Die Lieb­linge, Die man auf einer Alpenwanderung oder auf .'inem Streifzug durch Heide und Moor entdeckt, lun in nächster Nähe bei siH zu haben und sich mb Vorübergehende immer wieder an ihrer vers­chwenderischen Blütenpracht zu ergötzen. ?. 8.

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