Ausgabe 
15.9.1941
 
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)rochene Glimmerplättchen in den Schautüren der

Fachmann kommen, damit er sie beheben kann.

Vorder«

(Nachdruck verboten.)

iS. Fortsetzung.

die be« Nartin« rde, er« Nühl- Doktor« jüngste

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Verdunkelungszett

15. September von 19.37 bis 6.53 Uhr.

ankfurt irauen« . Frau »endig« Stauen ?n und ch viel wichtig end in hinein« Wag, Berlar« man« ifl, auf inberen Ührerin Arbeit iglichen toertre« nbann, i NS.« ch an.

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Aus der Stadt Gießen.

Oefen nachsehenl

Wenn die Septembersonne noch warm und reundlich scheint, denken die Hausfrauen leider licht daran, eine sehr wichtige Arbeit vorzunehmen, nämlich den treuen Winterfreund, den wärmenden Dfen, gründlich nachsehen zu lassen. Wenn es dann kalt wird und man sich zum Heizen entschließen nuß, dann ist oft der Kummer mit dem rauchenden D[en reckt groß. Gerade in der jetzigen Zeit, wo Dir mit Dem Heizmaterial so sparsam wie nur mög? ich umgehen müssen, ist es unbedingt notwendig, )en Ofen tadellos in Ordnung zu halten, denn nur )ann brennt er gut und wirtschaftlich. Was ist ilso zu tun?

Zuerst wird der Ofen gründlich gereinigt und )ann auf alle Schäden nachgesehen, denn jeder Schaden muß sofort und gründlich wie möglich be­hoben werden. Undichte Fugen, abgebröckelte Scha. nottestücke, nicht gutschließeiÄe Türen, ja sogar Aer-

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!luch der Schornsteinfeger tritt in Erscheinung und esertigt jeden Rest von Ruß aus den Zügen des Dfens aber aus dem Kaminschacht.

Besonderes Augenmerk ist dem Ofenrost zuzu- oenden, denn die Entfernung seiner Stäbe vonein- tnber ist wesentlich dafür, ob das Heizmaterial rieft« g verwertet wird; sind die Entfernungen zu groß, allen au viel glühende Kohlen durch die zu weiten Ibftänoe zwischen den Stäben in die Aschenbehäl- tt; liegen sie zu dicht nebeneinander, bekommen ie Kohlen nicht genüaend Luft. Wir erhalten jetzt manchmal nicht die Kohlenart, für die der Ofen ilgentlid) gebaut ist, und deshalb wenden mir uns aegen des Rostes an einen Fachmann, der uns ür den vorliegenden Fall sachgemäß berät. Dies :ilt besonders, wenn ein neuer Rost angeschafft □erben soll.

Und da meinst, tun wir ihr Tinte 'rein!" fragte Britta atemlos.

Schmarrn! Das merkt sie doch gleich! Aber nein, oben auf dem Speicher, wo der Könnt die Farbtöpfe stehen hat, steht eine Flasche mit farb- ksern Lack. Der ist so hell und dünn wie Wasser, 'uib riechen tut er überhaupt nicht und wird doch üi>er Nacht, wenn man ihn stehen läßt, so hart wie Stein ..

Und da meinst .keuchte Britta.

Ja, grad dees moan i!" nickte Lydia sachlich, laß wir das Blondirol ausgießen und dafür den ß-itf einfüllen. Du, was glaubst, was das gibt? Die Seglinda zerspringt vor Wut. Und 'rauskriegen tut stk's nie! Ich hab's mal an den Finger gehabt, es pappt unbändig."

fUnd wann meinst, daß wir's machen?" fragte Britta hingerissen.

Sofort natürlich, eh sie aus der Stadt zurück- bmmt."

Sie hatten durchaus nicht die Empfindung, daß bcs, was sie zu tun sich anschickten, eine, Laus« btberei mar, ein Streich, der sich würdig in die ibenteuer von Max und Moritz eingefügt hatte, r e nahmen den Kampf gegen das verhaßte Frau­lein Zögling mit den Mitteln auf, die sie für wirr- fom hielten, und es war ihnen dabei ungeheuer ernst zu Mute. Ihre Gesichter glühten vor tapferer Tirtschlossenheit, den Kampf aufzunehmen und furchtlos bis zum erfolgreichen Ende durchzufuhren. &03 mußte geschehen fein, wenn sogar Britta alle Ängstlichkeit abroarf und sich kopfüber in die Der- fchwörung stürzte!

Konrad Hellwang begegnete seinen Töchter in der Diele. Er war auf dem Wege .zum Bade­zimmer und sah zerstrubbelt aus:Na, ihr Strolche, v'hin des Wegs?" . f

N2Iuf den Speicher", entgegnete Lydia harmlos.

Defen können zu falschem Zug führen. Entweder rennt der Ofen dann nicht richfia oder er raucht inb qualmt, unb das Heizmaterial wird nicht rich- ia ausaenutzt. Sowie wir Schäden im ober am Dfen feftgeftellt haben, lassen wir rechtzeitig den

Mit dem Fachmann besprechen mir aber noch ine weitere Frage, die wegen der Schwierigkeit, as gewohnte Koblenmaterial zu erhalten, auch sehr nichtig ist: die Füllhöhe des Ofens. Jedes Dauer- rand-Ofensystem ist so gebaut, daß eine bestimmte Höhe der Kohlenfüllung am wirtschaftlichsten ist. Wenn mir eine andere Kohlenart verheizen müssen, irkundigen mir uns auch nach der dann einzuhal- t?nben Höhe der Füllung, damit wir recht lange nit den Kohlen reichen und ihre Wärme richtig ' cusnutzen.

Manche Hausfrau fürchtet sich vor dem ersten An- leizen des Ofens, weil zu oft Qualm und Rauch lntsteht, obwohl der Ofen in Ordnung ist. Es liegt cuch in den meisten Fällen gar nicht am Dfen, fon» fern daran, daß die kalte und oft feuchte Luft im dfenrohr und im Schornstein die Luft durch den Heu in das Zimmer brückt. Die Hausfrau kennt koch ben kleinen Trick vom Küchenherd, wenn bie- er nicht recht brennen will, daß man nämlich die : cm Ofenrohr befindliche Klappe öffnet, einen zu« simmengeknüllten Zeitungsbogen hineinsteckt und ! onzünbet. Auf diese Weise wird die Luft im Rohr twrm und der Herd zieht richtig. So machen mir I» auch mit dem Zimmerofen, der monatelang nicht h Betrieb war. Dies kleine Mittel hilft oft, na- Aentlich, wenn in den unteren Stockwerken schon ! lesen brennen, die in denselben Schornsteinschacht nünben, zu dem auch unser Dfen gehört. Dann ist te Luft im Schornstein vorgewärmt und wir haben pr keine Schwierigkeit beim Heizen. Was aber tm, wenn mir in diesem Jahre die ersten sind, die ten Zimmerofen anzünden wollen und auch noch in 3. Stock wohnen? Die Hausfrau geht in den ietter, stellt den Schornstein fest, in den der Dfen nünbet, öffnet die auch dort befindliche Klappe und rerbrennt im Schornsteinschacht einen Strohwisch! Oer sich nicht recht an diese vielleicht ungewohnte Arbeit traut, bittet den Schornsteinfeger, es einmal 8» zeigen. Genau wie die Lage der Haupthähne für 6as und Wasser, muß auch die Hausstau die Klap­sen der Schornsteine kennen!

Dann kann ohne Sorge an das Anzünden des lsens gedacht werden. Bis zum Heizen ist aber glücklicherweise noch lange Zeit.

Die Arbeitszeit im Winter.

Heute, wo es gilt, alle Kräfte zur Erreichung höchster Leistung anzuspannen, ist es eine Selbst­verständlichkeit, daß sich alle Stellen der Partei und oes Staates, die es angeht, mit der Frage beschäf­tigen, welche Tagesstunden als Arbeitszeit am gün­stigsten sind. Diele Gründe und Auswirkungen gilt es ju bedenken. Mit die wichtigste Rolle spielt hier das Tageslicht. Die Arbeit bei Tage ist uns lieber, spart uns den Verbrauch wertvoller Energie für Beleuchtung, erleichtert die Durchführung der Ver­dunkelung und mindert die Gefahren auf dem Wege zur Arbeit unb am Arbeitsplatz. Aus diesem Grunde wurde in Deutschland die Sommerzeit eingeführt, und sie hat sich so bewährt, daß sie jetzt auch wäh­rend des Winters beibehalten wird.

Sehr wichtig ist die Beachtung der richtigen Der« teilung zwischen Arbeits- und Erholungszeit. Not­wendig sind die ausreichenden Arbeitspausen, wo­bei die Mittagspause Zeit für Essen und Erholung geben soll, die notwendige Zeit für körperliche unb geistige Entspannung unb ben Schlaf sowie schließ­lich freie Tage, die hinausführen in eine anbere Umgebung. Hier würbe im nationalsozialistischen Deutschland schon lange vor dem Kriege das Er­forderliche getan.

Beachtet werden müssen auch die Verkehrsmög­

lichkeiten bei der Planung für die Arbeitszeitgestal­tung. Der größte Teil aller Schaffenden ist auf die Benutzung der Verkehrswege und der öffeiitlichen Verkehrsmittel angewiesen. Insbesondere im Win­ter verstärkt sich der Zustrom zur Reichsbahn und zu den Straßenbahnen. Die gründliche Organisation, die wir in Deutschland gewoynt sind, hat es fertig­gebracht, daß trotz aller Erschwerungen, die der Krieg mit sich bringt, der Arbeitsverkehr fast rei­bungslos vor sich geht.

Alle diese Ergebnisse führen zu der Erkenntnis, daß die derzeitige Arbeitseinteilung sich durchaus bewährt hat. So wird es wohl im kommenden Win­ter in dem einen ober anderen Betrieb eine Ver­schiebung in der Arbeitszeit geben, wie das zu allen Zeiten mit dem Wechsel der Jahreszeiten üblich war. Eine grundsätzliche Aenderung aber ist weder von den Partei- noch von den staatlichen Stellen geplant ober beabsichtigt. Wir werben also auch im fommenben Winter in aller Ruhe so zur Arbeit gehen, wie mir es gewohnt sinb, unb wir haben bie Gewißheit, daß in dieser ungestörten Fortent­wicklung die Voraussetzung gegeben ist für die hohen unb höchsten Leistungen, die jeder Schaffende an der Front der Heimat für Deutschlands Sieg über die Gegner jeder ehrlichen Arbeit zu geben gewillt ist.

Dornotizeit.

Tageskalenber für Montag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Die Rothschilds". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Grüß mir die Lore noch einmal". \

General der Flieger Quade spricht in Gießen.

Militärische Fachberichte erfreuen sich heute größ­ter Beliebtheit. Jeder Deutsche lebt und fühlt schon itn Frieden unb noch mehr im Kriege mit unserer Wehrmacht, denn diese ist ein wesentlicher Bestand­teil des Volksganzen, bester Ausdruck der Kraft, der Gesundheit unb des Lebenswillens unseres Volkes. Der Einzelne verfolgt daher nicht nur ben äußeren Ablauf der militärischen Geschehnisse, er ist auch mit dem Herzen bei der Truppe. Er will möglichst viel von ihrem Einsatz, ihrer Organisation unb ihrer Arbeitsweise erfahren, um bie Voraus­setzungen ihrer Erfolge kennen zu lernen. Das gilt von allen Wehrmachtteilen in gleicher Weise, ganz besonders aber von unserem jüngste Wehrmachtteil, der deutschen Luftwaffe. Sie hat eine so erstaunliche Entwicklung genommen, daß selbst der Fachmann Mühe hat, mitzukommen. Für ben Laien gibt es im Bereich der Luftwaffe ungeheuer vielGeheim­nisse". Wir denken dabei nicht an jene militärischen Geheimnisse, bie kein Solbat preisgeben wird. Wohl aber gibt es ungeheuer viel Fragen, die die Allge­meinheit interessieren und bereit Kenntnis erst die Arbeit und die Erfolge der deutschen Luftwaffe in ihrer ganzen Größe verständlich machen. Es ist da­her sehr erfreulich, daß es dem Deutschen Dolks- bildungswerk gelungen ist, den durch seine Rund funkvorträge bekannten General der Flieger Quade für mehrere Städte des Rhein-Main-Ge- bietes zu Vorträgen zu gewinnen. Am Donners­tag nächster Woche, 25. September, wird der Ge­neral im Gießener Stadttheater über bas Thema Luftwaffe unb Heer im bisherigen Kriegsverlauf" sprechen. Dem Vortragsabend sieht man hier mit größtem Interesse entgegen.

Für unsere Verwundeten.

Am Donnerstag war eine Anzahl Verwundeter aus den hiesigen Lazaretten unb einem Genesungs­heim einer Einladung der NSKOV.-Kameradschaft in Bad-Nauheim gefolgt. Sie besichtigten dort die Badeanlagen und nahmen ben Kaffee imTeich- Haus-Restaurant" ein. Die NSV. trug durch Stif­tung von Zigaretten, Ansichtskarten usw. zur Ver­schönerung des Besuchs bei. Die Frauenschaft hatte Betreuerinnen entsandt. Es waren einige anae- nehme, zu schnell vergangene Stunden. Am gestrigen Sonntag gab der Musilzug der SA.° Standarte 116 unter der Stabführung von Musik­zugführer Herrmann in einem Lazarett zur freudigen Ueberraschuna der Verwundeten ein Kon­zert. Märsche, Konzertstücke und Walzer erfreuten die Verwundeten in hohem Maße. Oberstabsarzt Dr. Fleck -dankte dem Musikzug und seinem Leiter im Namen der Verwundeten und des Lazarettes. Gestern hatten auf Veranlassung der Kreis­

frauenschaftsleiterin Pgn. Meirich in Lauterbach die Ortsfrauenschaften von Ehringshausen, Rülfen­rod und Otterbach eine große Zahl feiner Kuchen an den Bahnhost Ehringshausen gebracht. Mädels vom BDM. bedachten die Verwundeten mit Blu­mensträußen. Mit der Bahn wurde die dankens­werte Spende nach Gießen geschafft.

Zugendgruppe der NG.-Fraueüschast/ Deutsches Frauenwerk.

. Die meisten jungen Mädchen unb Frauen stehen heute im Beruf. Ihr Einsatz vor allem jetzt in der Kriegszeit ist oft ein recht harter und schwe­rer, denn bie Frauen müssen häufig Männerarbeit verrichten und stehen mitten im kriegswichtigen Ar­beitsprozeß. Wie notwendig ist da eine Zusammen­fassung dieser jungen Mädchen und Frauen! In froher Gemeinschaft unb Kameradschaft vereint bie Jugendtzruppe alle Mädchen und Frauen zwischen 21 unb 30 Jahren. Hier werden zwischen Wandern unb Basteln, zwischen Spiel und Ernst alle dankbar empfinden, daß sie gemeinsam der großen Sache unseres Volkes bienen, unb sie werden sich aus die­sem Zusammensein die Kraft und Freude holen für ben täglichen Beruf. Darum kommt alle zu den Abenden der Jugenbgruppen. Gfs.

Verbraucherhöchstpreise

für Speisefrühkartoffeln.

a) Kleinverteilerpreis ab Laden unb Marktoer- kaufsstelle;

b) Abgabepreis des Erzeuegrs an den Verbraucher ab Hof für bie Zeit abfofortbisl?. 9. 41: weiße, rote, blaue Sorten gelbe Sorten je )4 kg je % kg

RM. RM.

a) 0,05 0,05)4

b) 0,04 0,04)4

Für bie Zeit vom 18. bis 24. 9. 4 lr

a) 0,04)4 0,05

b) 0,03)4 0,04

Alttextilien durch die Schulaltstoff­sammlung abliefern.

Wie aus zahlreichen Anfragen beim Reichsbe­auftragten der NSDAP, für Altmaterialerfassung hervorgeht, sind viele Volksgenossen durch ihren Urlaub ober aus sonstigen Gründen verhindert ge­wesen, ihren Beitrag zur Reichsspinnstoffsammlung zu leisten. Es wird deshalb mitgeteilt, daß diese Alttextilien wie auch alle anderen Altstoffe selbst­verständlich durch die Schulaltstoffsammlung abge­liefert werden können.. Jeder Schüler und jede Schülerin ist nicht nur verpflichtet, sondern auch gern bereit, Altstoffe in bie Schule mitzunehmen. Bei größeren Mengen Alttextilien ist auch eine Ab­gabe an ben gewerblichen Sammler möglich, wobei für Lumpen aus Wolle, Halbwolle ober Baumwolle ein Kilopreis von RM. 0,05 bezahlt wird.

Richtig verdunkeln!

Man kann es nicht oft genug sagen! .

TNangelhafle Verdunkelung btefef feindlichen Flug­zeugen Orlentierungsmoglichkeilen und Bomben­ziele !

Wer schlecht verdunkelt, seht sich und seine Nach­barn in unverantwortlicher Weise den durch Feind­flugzeugen drohenden Gefahren unmittelbar aus und versündigt sich gegen die Volksgemeinschaft.

Vergehen gegen die Verdunkelungsvorschriften werden mit Recht streng bestraft.

Deshalb: Behelfsmäßige Verdunkelungsvorrich­tungen jetzt überprüfen und durch vorschrifts­mäßige Verdunkelungsrollos ersehen!

Sämtliche Zimmer verdunkeln. Dabei die Verdunkelung der hinterhausfronten und der Trep­penhäuser nicht vergessen!

Rechtzeitig verdunkeln, b. h., die Verdunke­lungszeiten, die in allen Tageszeitungen bekannt­gegeben werden, beachten und einhalten.

Nur wer richtig verdunkelt, erfüllt seine Luft­schuhpflicht!

Aus der engeren Heimat.

Sondermetdungen vor 70 Jahren.

LPD. Schotten, 12. September. Wie man im Kriege 1870/71 in der abgeschiedenen Vogelsberger Heimat, besonders in Schotten, bas Neueste vom Kriegsschauplatz erfuhr, erzählt ein Bericht der Schottener Zeitung". Obwohl Schotten weder Bahn- noch Telephonoerbinbung hatte, bekam man hier bie Nachrichten recht rasch, da durch Schotten die Telegraphenlinie lief, die bas Hauptquartier der deutschen Truppen mit Berlin verband. Das Tele­graphenamt in Schotten befand sich damals im Hause eines Einwohners, der jedesmal die Morfe-- meldungen auf einen Zettel übertrug, den er an der Telegraphenstange vor seinem Hause befestigte. Hier schrieben sich dann die Schottener Buben bie Meldungen ab; Leute aus der Umgebung kamen nach Schotten und holten die Nachrichten in die Dörfer. Bis nach Grebenhain im Kreise Lauterbach wanderten so die Meldungen; als Lohn für deren Ueberbringung gab es dann im Herbst einen Sack Kartoffeln.

Drillinge verbrannt.

Lpd. Darmstadt, 14. Sept. In Lorsch wurde eine Familie von einem furchtbaren Unglück betrof­fen. Während die Frau sich auf einem Besorgungs­gang befand, spielten chre vierjährigen Dril- finge in einem Holzschuppen. Plötzlich stand der Schuppen in hellen Flammen. Bei der Be­kämpfung des Feuers fand man bie b r ei Kinder t o t vor; sie waren den Flammen zum Opfer ge­fallen, ehe jemand ihre Anwesenheit in dem Schup­pen bemerkt hatte unb ihnen Hilfe bringen konnte. Ueber die Entstehungsursache des Feuers ist die Untersuchung noch nicht abgeschlossen.

Obstdiebe schossen auf Grundstückseigentümer.

Lin Täter verletzte sich dabei selbst.

Lpd. Mainz, 14. September. An einem der letz­ten Abende haben zwei unbekannte Radfahrer beim Stehlen von Obst in der Gemarkung Mainz- Bretzenheim auf den hinzukommenden Grund­stückseigentümer geschossen. Beim Han­tieren mit der Schußwaffe hat sich der eine Rad­fahrer selbst in den rechten Fuß geschossen. Darauf haben sich die beiden Diebe in Richtung Bretzen­heim entfernt.

Schwere Zuchthausstrafen für Päckchenmarder.

Lpd. Das Sondergericht Frankfurt a. M. ver­handelte gegen den 28jährigen Postinspektor Willi Gerhard, der geständig war, in Groß-Gerau und Höhr^Grenzhausen vom November 1939 bis Juni 1941 in etwa dreißig Fällen Feldpost- Päckchen beraubt und etwa 800 Zigaretten an sich genommen zu haben. Er hatte seckst mit Felbpostsenbungen nichts zu tun, gab aber auf ben Verkehr in dem Raum acht, wo diese Sendungen bearbeitet wurden. Wenn das Personal den Raum verlassen hatte, vergriff sich G. an den Päckchen. Als Aufsichtsperson hatte er für Ordnung zu sorgen, er griff aber in ein anderes Ressort ein unb brachte dort tätige Leute in Verdacht. Der Angeklagte eig«

mal in der Kramkiste nachschauen, ob die Gummi­ringe noch drin sind."

Hellwang gähnte herzhaft und reckte die Arme: Ach, Kinder, noch vierzehn Tage, dann krieg ich auch Ferien, aber bann geht's auf beim Schicht!! Dann wird zum Baden gefahren und zum Angeln, und ins Kino gehen wir auch, he?"

Pfundig, Konni, pfundig!" Die Kinder vergaßen für einen Augenblick ihre finsteren Pläne und hüpften um ihn herum. Kino war doch ihre große Leidenschaft. Wenn es im GreiffingerFilmpalast" ein Stück gab, das für Jugendliche frei war, wurden sie lästig wie die Bremsen unb gaben nicht eher Ruhe, als bis sie bie Erlaubnis erhielten, die Sonn­tagnachmittagsvorstellung zu besuchen.

Ist Fräulein Zögling in die Stadt gefahren?^ Ja, Konni, sie wollte zum Essen zurück sein!" Hellwang hob verabschiedend bie Hand:Als­dann schwingt's euch ..."

Die Kinder belächelten seinen Versuch, bayerisch zu sprechen, nachsichtig unb trollten sich davon. Britta ließ ein wenig ben Kopf hängen. Es ging ihr gegen ben Strich, daßKonni" so nett zu ihnen gewesen war. Was sie vorhatten zu tun, wäre leichter geworden, wenn er schlechter Laune gewesen wäre. Lydia war aus härterem Holze geschnitzt. Sie überzeugte sich durch einen raschen Blick in Fräulein Zöglings Zimmer, baß es schon aufgeräumt war unb daß sie eine unliebsame Entdeckung durch Kathi nicht zu befürchten hatten. Mit einer Sicherheit, die darauf schließen ließ, daß sie den Inhalt der Kom­mode sehr genau kannte, zog sie das mittlere Schub­fach auf und holte aus der Tiefe eine halbgefüllte, rot etikettierte Ffasche hervor. Aus dem Etikett war eine junge Dame abgebildet, die in einer Art von Nachtgewand auf einem sehr spitzen Felsen saß, träumerisch in bie Ferne blickte unb babei ihr Haar kämmte. Das Haar stürzte wie eine umgekippte Fuhre Stroh über den Felsen in die Tiefe hinab. Dort aber kniete ein junger Mann in der Uniform eines Forsteleven, führte ein Strähne der gelben Strohflut an feine Lippen unb blickte sehnsüchtig zu den nackten Füßen der jungen Dame empor. Darunter stand in weißen Buchstaben: Schutzmarke Lorelei.

Lydia goß den ganzen, etwas öligen Inh all

der Flasche kurz entschlossen in das Waschbecken unb spülte grünblich nach. Dann verschwanden beide Kinder für kurze Zeit auf dem Speicher, und wenige Minuten später legte Lydia die Flasche, der nichts, aber auch gar nichts anzumerken war, an ihren alten Platz zurück.

So, ich glaub, dees langt für ben Anfang", meinte sie kaltblütig. Britta nickte ein wenig be­klommen und preßte bie Hanb gegen ihr klopfendes Herz:An Mordsstunk gibt das ..flüsterte sie.

Lydia sah sich im Zimmer um:Man könnt ihr schon noch zur Nacht eine Schachtel mit Reißstiften auf den Teppich streuen", sagte sie sinnend.Reiß- ftifte sind immer was Gutes ...

Aber Brittas Tatendurst war gestillt, und sie zog Lydia an der Hand aus Fräulein Zöglings Zim­mer hinaus. Unten trat Hellwang pfeifend aus dem Badezimmer. Die Kinder erstarrten zu Bildsäulen und wagten nicht zu atmen bis er bie Tür bes Eßzimmers §tnter sich geschlossen hattet

V. Zwischenspiel.

Fräulein Zögling ließ sich durch Britta entschul­digen: sie fühlte sich nicht wohl und bäte darum, zum Mittagessen auf ihrem Zimmer bleiben zu Dürfen. Kathi trug gerade bie Suppe auf, als Britta diesen Auftrag ausrichtete.

Es wird dock hoffentlich nichts Ernstliches fein?" fragte Hellwang einigermaßen beunruhigt. Es geschah nämlich zum ersten Male, daß Fräulein Zögling sich entschuldigen ließ. ,Magte sie über Schmerzen?"

Britta wußte darauf nichts zu erwidern. Sie glaubte übrigens an die Unpäßlichkeit nicht recht. Das Fräulein hatte, als sie ihr die Meldung auf­trug, keineswegs einen körperlich kranken Ein­druck gemacht; ihr Leiben schien vielmehr seelischer Art zu sein, so etwas mit den Nerven ... Und Britta ahnte es sehr wohl, weshalb Fräulein Zög­ling esmit ben Nerven" hatte; aber sie hütete sich, darüber zu sprechen.

Ach bitte. Kathi", sagte Hellwang arglos,klop­fen Sie doch nachher einmal bei Fräulein Zögling an und erkundigen Sie sich, ob sie vielleicht irgend­welche Wünsche hat unb ob ich den Arzt anläuten soll! Hat Fräulein Zögling Ihnen denn nichts ge­sagt, als sie aus der Stadt kam?"

Nein." Die Antwort kam heraus wie ein Pistolenschuß.

Also bann laufen Sie rasch mal 'rauf und fra­gen Sie, ob man für Fräulein Zögling irgend etwas tun kann!"

Britta und Lydia wagten nicht, aufzufchauen. Sie löffelten ihre eingebrannte Grießsuppe, die sie sonst nicht ausstehen konnten, mit einer Inbrunst in sich hinein, als könne ihr Eifer das Unheil" abwenden, das sie Heraufziehen sahen. Kathi ftanb an der Kre­denz, sie räusperte sich; es war ein Räuspern, bei dem Hellwang unwillkürlich den Kopf hob und auf­merksam wurde.

Vielleicht schicken Herr Doktor lieber eins von den Kindern zum Fräulein hinauf", sagte Kathi plötzlich mit heller, lauter Stimme; ihre Haltung war stramm, die Hände lagen an einer imaginären Hosennaht.

Nanu, nanu, nanu!" stieß Hellwang bestürzt und ahnungsvoll hervor,was ist denn los? Was hat Denn das zu bedeuten?" Und mit einem etwas kläglichen Versuch, den Humor nicht gleich sinken zu lassen, fügte er hinzu:Haben Sie sich vielleicht mit Fräulein Zögling in der Wolle gehabt, wie?" Ihm war dabei alles andere als wohl zu­mute. Er entsann sich plötzlich der Andeutungen, die Fräulein Zögling ihm neulich über ihr Ver­hältnis zu Kathi gemacht und denen er leider nur geringe Bedeutung beigemessen hatte. Die Ge» schichte schien tatsächlich faul zu stehen. Ach ver­dammt, weshalb konnten sich bie beiden Frauen nicht vertragen?! Weshalb gaben sie keine Ruhe?! Weshalb machten sie ihm solch blödsinnige Sche­rereien?!

Er warf die (Serviette auf Den Tisch unb ftanb übellaunig auf:Also los, Kathi, nun stehen Sie nicht da wie ein Stock, sondern reden Sie endlich! Was hat es zwischen Ihnen und Fräulein Zögling gegeben?" Er sah die änMich gespannten Ge­sichter Der Kinder und mochte Daran denken, daß diese Dinge wohl besser nicht in ihrer Gegenwart zur Sprache kamen; so forderte er also Kathi auf, ihm ins Nebenzimmer zu folgen, in Luisas hübsches Zimmer mit Den schönen Persern und gemütlichen Polstermöbeln, unb dort baute er sich ärgerlich hin­ter einem Hessel auf.

(Fortsetzung folgt.)