Ausgabe 
15.9.1941
 
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Oie neue deutsche Normalschrist.

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Geschriebene Briefmarken.

man es nicht mehr wissen. Aber wahrscheinlich war es die Tatsache, daß große und erfahrene Menschen von der Liebe erzählten. Eines dieser Bücher trägt die Widmung:Geschenkt von Edvarda". Es ist das wilde und zauberhafte« Prosagedicht desPan" von Knut Hamsun. Geschenkt von Edvarda? Ed- varda sinnst du! War es nicht die Schwarzhaa­rige, Tollkirschenäugige mit der leisen Spur eine? Zigeunerin im Gesicht? Oder war es die kastanien­braune langzopfige Tochter des Kaufmanns in der Kleinstadt, die in die Höhere Töchterschule ging und den Hamsmi las? Und plötzlich erinnert man sich wieder, wie man auf einem schattenbeworfenen Grasfleck am Hügel saß oder in einer von Geiß­blatt bewachsenen und einsamen Gartenlaube, Kopf an Kopf und eng aneinandergerückt, und mit ver­zücktem und schwerem Glühen die Sätze in sich trank.

ein deutsches Nationaltheater und ihr tragisches Ende fesselten das internationale Filmpublikum. Den Hauptdarstellern Henny Porten, Hilde Krahl, die hier ein zweites, wenn auch vom Gluck mehr begünstigtes Neuberinschicksal verkörpert, und Gustav Dießl, sowie dem Regisseur G. W. P a b st wurpen herzliche Huldigungen bereitet. Son­derapplaus feierte die nicht anwesende Käthe Dorsch. Sehr gefallen hat auch der kleine Schwe­denfilmMusikmeister" von Schamyl Bau-

-s arr^en Beifall fand der ungarische SpionagefilmEuropa antwortet nicht" ->Yi. Die anwesende Hauptdarstellerin Maria v. Tasnady wurde stürmisch gefeiert.

Der jüngste Doktor Deutschlands.

Auf Grund einer geschichtlichen Arbeit, die be­reits bei einem Preisausschreiben der Martin- Luther-Universität zu Halle preisgekrönt wurde, er- warb mit 19 Jahren der Hallenser Günter Mühl- pfordt mit dem Prädikatsehr gut" den Doktor­titel. Altersmäßig ist Dr. Mühlpfordt der jüngste Doktor Großdeutschlands. Seit einiger Zeit ist er zur Wehrmacht eingezogen.

Durch Erlaß des Reichsunterrichtsministers wird an den Schulen in Zukunft als alleinige Schreibschrift nur noch die Normalschrift gelehrt. (Scherl-Bilder- dienst-M.)

Die nordspanische Stadt San Sebastian be­ging den fünften Jahrestag der Befreiung durch die Nationalisten. Der Caudillo begab sich mit dem Chef seines militärischen Stabes, General Mos - cardo, und dem Luftfahrtminister in die Kathe­drale zu einer Messe zum Andenken an die Ge­fallenen.

tleber 350000 Besucher im Haus der Deutschen Kunst.

München, 12. September. (DKD.) Unter den kulturellen Darbietungen, die dem deutschen Volke mitten im Waffenlärm zu Feierstunden des Her­zens geworden sind, nimmt die Große Deutsche Kunstausstellung 1941 zu München eine hervor­ragende Stellung ein. Ihre Anziehungskraft drückt sich in diesem Jahre durch Rekordbesuchsziffern aus, die in sinnfälliger Weise bezeugen, wie sehr die

Scheue und jähe Vision her Weg bis zu jener Wirklichkeit ist lang und fremd und schon wieder verloren: eine Türe öffnet sich, eine Türe schließt sich... Für einen Augenblick wird ein« Gestalt sichtbar und erleuchtet... ein Gespenst... Schemen.

Ausstellungen dem Volksempfinden entsprechen. In der kurzen Zeitspanne von 7 Wochen seit Ausstel­lungseröffnung haben 350 000 Volksgenossen die weiten Säle des Kunsttempels am Englischen Gar­ten durchschritten und täglich kommen aufs neue Besucher. Die überaus zahlreichenVerkaufs- Schilder in der Ausstellung bringen die Verbunden­heit zum Ausdruck, die das Volk für die Schöpfun­gen einer guten deutschen Kunst empfindet. Die L>chau bleibt in ihrer jetzigen Gestalt der Oeffent- lichkeit voraussichtlich noch bis Ende Oktober zu­gänglich. Dann wird ein Teil der verkauften Werke gegen neue Arbeiten ausgetauscht.

Frauenarbeit im Kriege.

NSG. Die letzte Gaupressekonferenz in Frankfurt am Main stand unter dem Thema der Frauen­arbeit im Kriege. Die Gausrauenschaftsleiterin, Frau Erna Westernacher, wies auf die Notwendig­keit ihrer straffen Organisation hin. 50 000 Frauen unseres Gaugebietes stehen im unermüdlichen und ehrenamtlichen Einsatz. Aber noch unendlich viel mehr Frauen werden gebraucht. Besonders wichtig sei es, das Kind schon in ganz früher Jugend in den Geist der deutschen Volksgemeinschaft hinein- wachsen zu lassen. Gaujugendgruppenführerin Wag- n e r zeigte den wichtigen Einsatz in der Wertar­beit der Fabrikablösung, der Erntehilfe, der man­nigfachen NSV.-Arbeit, der Lazarettbetreuung, auf hauswirtschaftlichem Gebiet und vielen anderen mehr. Ein Referat von Kreisjugendgruppenführerin Sucher gab Ausschnitte aus der geleisteten Arbeit und formte ein lebendiges Bild des alltäglichen praktischen Einsatzes. Ein Vortrag des stellvertre­tenden Sportbereichsführers, SA.-Obersturmbann- führer Rieke, über die Kriegsarbeit des NS.- Reichsbundes für Leibesübungen schloß sich an. Zum Schluß behandelte Gauhauptstellenleiter L e i tz die augenblicklich in der Pressearbeit im Vorder­grund stehenden Fragen.

Aus aller Wett.

Neuer Sieg deutscher Filmkunst in Venedig.

Mit großem Beifall wurde in Venedig der deutsche FilmKomödianten" bedacht. Das große filmkünstlerische Schauspiel vom Kampf der deutschen-Komödiantin Karoline Neuber um

Wenn unsere neuen deutschen Briefmarken er- scheinen, so gelangen sie gleich in vielen Millionen von Exemplaren zur Ausgabe, und es war ein ge­waltiger Arbeitsaufwand von Druckern notwendig, sie fertigzustellen. Die Massenauflage scheint uns wesentlich für die Briefmarke, und daß sie einzeln geschrieben werden könnten, ist uns eine unmög­liche Vorstellung. Und doch hat es geschriebene Briefmarken gegeben, wenn auch in wenigen Fällen, es gibt ältere Marken, auf denen Namens­züge oder auch Anfangsbuchstaben von Post­meistern oder anderen Beamten zu Kontrollzwecken mit schwarzer oder roter Tinte geschrieben wur-

Roosevelt sucht nach Vorwänden

Spanische Stimmen zur Roosevelt-Rede.

U8A.-Dolk zu wecken. Vor allem mußte dabei wie­der einmal der Begriff derFreiheit der Meere" herhalten. Herr Roosevelt interpretiert diesen Begriff dahin, daßkeine Nation das Recht habe, die weiten Weltmeere in großen Entfernun­gen von den tatsächlichen Landkriegsschauplätzen unsicher für den Handel anderer Nationen zu ma­chen". Er tut also so, als ob die Achsenmächte es gewesen wären, die den Nationen dieses Recht be­stritten hätten, und unterschlug radikal die Tatsache, daß es doch England gewesen ist, das gleich bei Kriegsbeginn durch seine Hungerblockade die weiten Weltmeere für den Handel der anderen Na­tionen mit Deutschland hermetisch abzusperren sich bemühte. Gibt es eine tollere und dreistere Ver- drehuna als die, die sich Herr Roosevelt hier leistete? Ganz lapidar bezeichnete Roosevelt als seine zwei angeblichen Ziele, die Materialzufuhe der USA. an i)ie Feinde Hitlers freizuhalten und die Freiheit der Schiffe auf den Meeren zu gewährleisten.

Wenn diese Proklamation ohne Einwand in den USA. hingenommen wird, muß man sich doch die Frage stellen, ob die USA.-Bürger wirklich so schwach in der Logik und so wenig mit gefunbem Menschenverstand begabt sind, daß sie den krassen Widersptuch zwischen den beiden Zielen, die sich ja diametral gegenüberstehen, klafft, nicht zu erken­nen vermögen. Die Proklamation derFreiheit der Meere" bedeutet das Zugeständnis zu einer abso­luten Neutralität, die Unterstützung der Feinde Hit­lers durch Materialzufuhren aber einseitigste Par- teinahme der USA. für einen der Kriegführenden.

Die Rundfunkrede, mit der sich Herr Roosevelt verteidigen wollte, ist ein hundertprozentiger Be­weis für seine Provokationsabsichten geworden. Nach dieser Rede kann es keinen Zweifel mehr geben, daß Roosevelt unverschämt gelogen hat, als er behauptete, er habe keinen Krieg mit Hitler ge­sucht und suche ihn auch jetzt nicht. Diese Rede hat den Provokateur Roosevelt in voller Kriegsbe­malung an den Pranger gestellt. DerSchießbe­fehl", den er verteidigte und gleichzeitig erneuerte, hat den Schleier zerfetzt, der den ewig Gutgläubigen bisher die wahren Absichten der Kriegstreiber von Washington verhüllte. Wo bleiben jetzt darf man wohl fragen die Freunde der Menschlichkeit, die immer bei der Hand sind, wenn sie einen anderen bes Kriegsverbrechens anzuklagen sich in der Lage glauben, angesichts dieses schamlosen Treibens der Washingtoner Kriegshetzerclique mit dem sauberen und famosen Präsidenten Roosevelt an der Spitze, her sich nicht einmal verteidigen fgnn, ohne sich selbst auf das schwerste anzuklagen? Roosevelt hat wahrlich keinen guten Tag gehabt, als er sich ent» lasten wollte und wider Willen zu seinem eigenen Staatsanwalt wurde. E. S.

Das Ritterkreuz.

Berlin, 13. Sept. (DRV.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalleul- nf Stapf, Kommandeur einer Infanterie- Division; Oberst Ritter von hanenschild, Kommandeur einer Panzerbrigade; Major Graf von Oberndorf f, Kommandeur einer Auf- ftdrungsabteilung; Oberleutnant Freiherrn von Brackei, Kompanieführer in einem Panzer-Regi­ment; Oberleutnant von Wihendorff, Kom­panieführer in einem Infanterie-Regiment; Unter­offizier Becker in einem Schühenregiment; ferner an General der Kavallerie hänfen. Komman­dierender General eines Armeekorps; Oberstleutnant Bitter von hengt, Kommandeur eines Ge­birgsjager-Regiments; Hauptmann $ a l m i n g e r, Vataillonskommandeur in einem Gebirgsjäger- Regiment; Oberleutnant von Ftotow, Kom­panieführer in einem Schühenregiment; Leutnant Xftofern, Zugführer in einem Schützen-Regi­ment, und Unteroffizier (^-Unterscharführer) Erich Rohner in einer Panzerjäger-Abteilung; ferner an Generalleutnant von Arnim, Kommandeur f einer Panzerdivision; Major Graf Strachwitz, Abteilungskommandeur in einem Panzerregiment; Hauptmann Weimer, Vataillonskommandeur in einem Infanterieregiment; Leutnant von Lucke, Zugführer in einem Panzerregiment; Leutnant : Kegel, Zugführer in einem Panzerregiment, und Leutnant Schwarz, Zugführer in einer Panzer­jäger-Abteilung; ferner auf Vorschlag des Ober- ; befehlshabers der Luftwaffe: Oberleutnant Schenck, " Staffelkapitän in einem Kampfgeschwader; Ober- i

Unb wem gehörten die kleinen, farbenblassen Ta­schentücher? In die Ecken sind verklungene Namen gestickt, eine winzige süße Spur von Lavendel oder Veilchenduft steigt auf und erzähll von dunklen und erstaunten Augen, von Hellen Sommerkleidern, von kränzleinbestickten Strohhüten und von scheuen Lieb­kosungen in einem Gebüschoersteck. Einst hat der Besitz dieser Tücher berauscht und beseligt, und man hatte die Einbildung, einen Teil der geliebten Freun­din immer bei sich zu haben. Und nun vergessen, nur das eine oder andere kleine Merkmal blieb im Gedächtnis; ein Leberfleck an der Wange, ein be­stimmtes, oft gesagtes Wort, ein Kleidungsstück, eine Augenfarbe oder sonst ein Ding, ein Lächeln ober ein Schmuck. Die Namen sind verklungen oder steigen erst unter Nachdenken wieder aus bem Ge­dächtnis herauf. Oh bittersüßer Schattenzug der Vergessenen, der Entschwundenen! Nie mehr kreuzen sie den Weg, nie mehr erglüht ihr Antlitz unter dei­nem Blick, nie mehr umschlingen dich ihre Arme und berühren dich ihre zitternden jungen Lippen.

Erinnerungen der Stoß der Bilder, verwackelte und verblaßte Gelegenheitsfvtvgrasien, blättert sich aus: Flußufer, Bänke, Geländer, umwachsene Zäune, Burgruinen, das Meer, eine Wall) schneist... die Mädchen haben Blumen in der Hand, einen Ten­nisschläger, ein Buch, einen Zweig, einen Apfel, einen Hut, sie sitzen im Gras oder auf einer Garten­mauer, auf einem Rad oder neigen sich über ein Wasser, in dessen Spiegel das Gegenbild zittert... Bilder in mancherlei Größen, mit Fingerspuren und an den Rändern angegilbt, mit den Flecken der Auslosung und der Verfärbung, die Umrisse ver­wischt und allmählich verschwindend, und doch und doch... dahinter stand ein geliebter und um­schwärmter Mensch, ein lebendiges und verehrtes Wesen, war Glück und Seligkeit, Kummer und Schmerz. Und nun? ...

Zittert nicht die Hand ein wenig, wenn sie in einem dec Bücher blättert, Bücher meist schwär-

nenfpuren und Kubmerkmalen; Erinnerungen flü« mender und lyrischer Art. geschenkt aus mancherlei den ge täten Bändern, die einmal frisch- Anlässen und mit überschwenglichen Widmungen 1 ÄÄ an Starren und Lauten aus der ersten Seite? Seit langer Zeit wurde nicht "h??4 3um summenden Lied ge- mehr darin gelesen. Und doch war manches dieser zupft und in der Julidammerung/mit zagenden Fm- Bücher wie ein Evangelium. Was war es was SLe,d,lIa9m Wurden, das vor dem bezauberte, verwirrte oder erregte? ©mau' wird lasmmdustenden ©arten aufstand. man es nicht mehr wissen. Aber wahrlckeinlick mar

Erinnerungen.

Von Anton Schnack.

In selten geöffneten Schubkasten von Kommoden ruhen die Erinnerungen, in kleinen mit Blumen- schnitzwerk geschmückten Truhen, wozu die winzigen Schlüssel seit langem verloren, verlegt ober zer­kochen sind; in sorgfältig versiegelten Mappen sind Liebesglück und Liebesleib verwahrt, in geheimen ober verborgenen Fächern von Schreibtischen gil­ben Briefbündel, von verblaßten und verschossenen Bändern umschnürt; auch in verstoßenen und aus der Mode gekommenen Koffern, darin viel Müdig­keit sich ausruht und viel erloschene Reisesehnsucht begraben ist, atmet, vorn ätzenden Staub der Jahre und der Vergänglichkeit bedeckt, noch ein Funken des einstigen zarten ober roilben Liebesgeistes.

Insgesamt eine fast fremde Erinnerungmahnung, an Herzklopfen, törichte Jugenb, Schlendrian und Eifersucht, an Glück, an Tränen, an Trauer und Freude. Der erste Kuß und das erste Stelldichein geistern darin, das erste Du und der letzte Hände­druck sind darin aufbewahrt. Die Salzbeize gemein­samer Wasserreisen und die Harzbitterkeit,von Lie­besmärchen burchfunkelter Waldwanderungen wehen mit verschollenen Düften aus der fernen, Devon- nenen Zeit und verflüchtigen sich mit jedem Tage und mit jeder Stunde immer mehr.

Es sind Haarsträhnen in mancherlei Farben, blonde, braune und schwarze Locken, mit Bast und Bändern umwickelt. Es sind bittergerüchige und ge­bleichte Blumenbünbelchen, mürb und zerbrechlich, die, aus ihrer Umhüllung genommen, unter den Fingern verrieseln. Es sind entfärbte Schleifen, die wie große Schmetterlinge einstmals bezaubernd auf umschwärmten und geliebten Mädchenköpfen wipp­ten. In metallstumpstn und mattgewordenen Arm- bändern flimmert noch ein Duft von fonnengebräun- ter warmer Haut; ein Ring kollert aus der Ver­gessenheit, ein zweiter und ein dritter, gegeben in plötzlich aufflackernden Stunden der-Zuneigung, zur ewigen Erinnerung geschenkt, von Mädchenfingern abgestreift und als Talisman, als stolzer Siegeslohn behalten . und schließlich weggelegt und bann ver­gessen.

Erinnerungen sprechen aus den Briefen mit Trä-

neuc Zwischenfalle zu schaffen. Washington dürfe nicht vergessen, daß diese Politik schwere Ge­fahren in sich berge.Es' ist unmöglich, zu gleicher Zeit die Vorteile eines neutralen Landes zu ge­nießen und eine Politik zu betreiben, die sich kaum von der eines kriegfühGenden Staates unterscheidet.

Oer Griff nach dem Pazifik.

Tokio, 13. Sept. (Europapreß.) In ihren Be­trachtungen zur Roosevelt-Rede heben die Tokioter Blätter nachdrücklich hervor, der von Roosevelt ge­brauchte Begriff dera m e r i k a n i s ch e n Ver­te i d i g u n g s g e w ä s s e r" zeige an, daß die USA. sich noch weniger als bisher auf ihre Terri- torialgewäsfer beschränkten, sondern auf immer weitere Gebiete übergreifen wollen. Dies fei ein klarer Beweis dafür, daß die Ambi­tionen Wafhingtons auf eine Kontrolle der gesam­ten Welt und aller Meere gerichtet sind. Beachtet wird auch Roosevelts Andeutung, daß die neue Politik der USA. auch auf den Pazifik an« gewandt werden soll. Japan könne dies nicht hinnehmen, falls der gesamte Pazifik in dieser Weise von den Vereinigten Staaten kontrolliert werden sollte.Es ist klar, daß die Vereinigten Staaten von Nordamerika es sind, die die Frei­heit der Meere verletzen", schreibtChugaishogyo". Die Vereinigten Staaten sind in die deutsche Blockadezone eingedrungen, oie von den Deutschen errichtet worden ist, um der britischen Blockade entgegenzuwirken", betontTokyo Nichi Nichi". Deutschland hat die Gesetze des Meeres nicht ver­letzt", fügt das Blatt hinzu.

Deutsche Kampfflugzeuge haben in der Nacht 3um Sonntag die Hafenanlagen von Suez und Port Tewfik sowie die Oelrasfinerien von Suez ange­griffen. In den Delraffinerien entstanden ein gro­ßer und mehrere kleinere Brande. Die Kais und Lagerhäuser wurden ebenfalls von Bomben ge­troffen.

Erfolgreiche Angriffe deutscher Sturzkampfflug, zeuge richteten sich am 12. September gegen die Befestigungslinien der Sowjets westlich Mur­mansk.

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Im Unterhaus gestand Amery, daß sich am 1. Juli 12 129 Inder im Gefängnis befanden,weil sie sich an der Kampagne des Ungehorsams den britischen Behörden gegenüber beteiligten". Unter ihnen befinden sich auch 35 frühere indische Minister und 321 Abgeordnete der provinzialen gesetzlichen Versammlungen.

Der britische Admiral Woodhouse ift als o e r m i fj t gemeldet worden. Er war Komman­dierender Admiral auf den Werften Gibraltars. Der t*?3 Schiffes, auf dem er gewesen ist, wurde nicht befarmtgegeben.

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Sn der internattonalen Konzession in Schanghai ist ein Angestellter der Steuerbehörde der Nanking- Regierung von einem Unbekannten niedergeschossen worden. In dem von den Japanern besetzten Pang- sepu-Viertel mürbe ein japanischer Soldat durch einen Nevolverschuß getötet. Die Japaner haben die gesamten Zugänge zur internationalen Siedlung abgesperrt.

Madrid, 13. Sept. (Europapreß.) Die Rede Roosevelts wird in Spanien als neue und diesmal völlig eindeutige Bestätigung für die aggressiven Absichten des Präsidenten aufgefaßt. Roosevelt wolle um jeden Preis Zwischenfälle heraufbeschwö­ren, um die kriegsunlustige nordamerikanische Be­völkerung vor vollendete Tatsachen zu stellen. Da seine Forderung nach freier Durchfahrt norbameri« konischer Schisse durch das Kriegsgebiet für die Achsenmächte überhaupt nicht diskutierbar fei und er außerdem mit rücksichtlosen Angriffen der USA.. Marine auf deutsche und italienische Schiffe ae- droht habe, trage die Rebe ben Stempel einer Po­litik, bie zum Eingreifen in ben gegenwärtigen Konflikt bereit sei, aber nach Vorwänden s u ch e.

Die Tatsache, baß in Island nordamerika- nische Truppen liegen", meint der MadriderABC", ist fein Argument, das die Deutschen dazu be­wegen könnte, die nordamerikanischen Schiffe pas­sieren zu lassen. Wenn sich die Nordamerikaner eine Basis auf Island schaffen, wer garantiert, daß sie nicht morgen auf den Far-Oer-Jnseln, in Schottland, in Irland oder vielleicht noch näher an London Niederlassungen errichten. Außerdem gehört Island zu Europa und in gar keiner Weise zur westlichen Hemisphäre." Dem gleichen provokatorischen Ziele diene auch die neuerdings den Bürgern der Ver­einigten Staaten gegebene Erlaubnis, mit englischen Flugzeugen und Schiffen zu reisen. Nur zwei Ab- sichten, so meintABE", könne Roosevelt damit ver­folgen: Entweder wolle er auf diese Weise allmäh­lich das Neutralitätsgesetz durchlöchern lassen aber, mas wahrscheinlicher sei, es liege ihm viel daran,

leutnanf Ihrig, Staffelkapitän in einem Kampf­geschwader, und Generalmajor von'Axt Helm, kommandierender General eines F^akkorps; ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres an: Oberst Lindemann, Artilleriekommandeur; Oberstleutnant von Pannwih, Kommandeur einer Aufklärungsabteilung; Major Boettcher, Abteilungskommandeur in einem Artillerieregiment; Major Weller, Vataillonskommandeur in einem Infanterieregiment; Hauptmann Unger, Kom­paniechef in einem Schühenregiment, und Feldwebel Hans h o f f r i h, Zugführer in einem Infanterie­regiment.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer hat frn einem herzlich gehaltenen Telegramm bem Korpsführer des NSKK., Reichs- leiter Hühnlein, zum 60. Geburtstag feine Glück­wünsche übermittelt.

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3n Anwesenheit des Reichsverkehrsministers Dr.-Jng. h. c. Dorpmüller, des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen Reichsminister.Dr.« 3ng. Tobt, des deutschen Gesandten von Renthe-Fink, des dänischen Ministers für öfsenttiche Arbeiten und des Generaldirektors der dänischen Staatsbahnen fand auf der Insel Feh­marn der erste Spatenstich für dieVogelfluglinie" Deutschland-Dänemark (Eisenbahn- und Autöbahn- Verbindung über den Fehmarn-Sund) statt.

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Im festlich geschmückten Rathaussaal in Metz fand die in Straßburg begonnene Vertretertagung des Bundes der Elsässer und Lothringer im Reich mit einer lothringischen Feierstunde ihren Abschluß.

In den nächsten Tagen wird sich eine finnische Wirtschaftsdelegation unter Führung des Handels­ministers Tanner nach Berlin und Wien begeben.

Der zentrale politische Rat in Nanking beschloß die Ernennung des Erziehungsministers Lisheng- wu zum chinesischen Botschafter in Deutschland.

Am 3. September wurde auf offener See vor Barcelona der französische FrachterT l e m c e n" durch einen bewaffneten britischen Fischdampfer überfallen, der die Absicht hatte, dieTlemcen" aufzubringen. Nach vergeblicher Beschießung konnte jedoch der Frachter mit Unterstützung des zu seiner Bedeckung ausgelaufenen französischen Torpedo­bootesFougueaux" seine Reise fortsetzen, um am 6. September in Oran einzulaufen.

um die sich die Sammler, wenn einmal eine auf ben Markt kommt, erbitterte Kämpfe liefern und für bie sie erstaunlich hohe Summen ausgeben. So gibt es früheste Ausgaben von Britisch-Guiana von 1850 unb 1856, von denen eine karminrote 1 Cent mit Unterschrift im Jahre 1922 in Paris mit rund 150 000 Mark bezahlt wurde, sicher die kostbarste Unterschrift, von der die Briefmarkengeschichte weiß. In Transval wurde während der Besetzung von Pitersbura im Jahre 1901 eine Notausgabe ge- fchaffen, bei der der Beamte jedes Stück unter- schrieb. Bei ben Sammlern sind diePostmeister­marken" der Vereinigten Staaten sehr beliebt, bie ben eigentlichen Postwertzeichen vorausgingen. In Baltimore schrieb ein gewisser James M. Buchanan seinen vollen Namen auf einen schmalen Papier­streifen und ließ bie Wertangabe 5 ober 10 Cents barunter brücken, unb noch 1861 schrieb ein anderer Beamter in Greenwood Namen und Wertbezeich­nung auf ben Papierstreifen unb stempelte bazu mit ber HandPaid" (Bezahlt), unb er hatte damit eine Briefmarke hergestellt, die heute hohen Wert hat. DieBriefmarke" von 1846 ist von Liebhabern mit 30 000 bis 40 000 Mark bezahlt worben.

Hatte bie Briefmarke mit eigenhändiger Unter­schrift noch einen gewissen dokumentarischen Wert, so ist es erstaunlich, daß es sogar mit der Schreib­maschine hergestellte gibt. In Uganda in Ostafrika schrieb der Missionar Miller im Auftrage ber eng­lischen Regierung in ben Jahren 1895 unb 1896 mehrere amtliche Markenausaaben mit ber Schreib­maschine, unb zwar in der Kauri-Währung, wobei 1000 Kaurimuscheln etwa 20 Mark Wert haben. Die beiben ersten Ausgaben enthielten nur bis Buchstaben U G unb die Wertangabe, während ie dritte Ausgabe oben bie InschriftV. 96. R.", unten bas WortUganba" unb in ber Mitte bis Wertziffern hatte. Das Ganze war schön umrandet. Mit der Schreibmaschine geänderte Briefmarken- gibt es von den Tonga-Inseln im Stillen Ozean vorn Jahre 1896. Im Weltkriege ist es vorgekom­men, daß englische Soldaten, die eine kleine tür- fifdje 3nfel besetzt hatten, sich mit Schreibmaschine ihre Briefmarken selbst herstellten, die vom Stadt­halter durch Unterschrift bestätigt wurden. 2l6er x i- s. ~ r U' »->.-»* - diese Marken werden von ben Sammlern nicht

Den, und sie sind zu großen Seltenheiten geworden, ganz ernst genommen. C. K.