mächtigste europäische Steinkohlenvorkommen. In Sibirien sind zwar noch größere Kohlenvorräte vorhanden, doch werden diese nur in verhältnismäßig geringem Umfange ausgebeutet, offenbar nicht zuletzt deswegen, weil sie von den dort vorhandenen Eisenerzvorkommen und dem Standort der sibirischen Schwer- und verarbeitenden Industrie allzu weit entfernt sind. Unter diesen Umständen ist es verständlich, daß die sibirische Kohlenproduktion kaum mehr als ein Zehntel der Kohlenförderung im Donezbecken erreicht.
Die Kohlenförderung des Donezreviers, die von sowjetischer Seite mit zuletzt über 80 Millionen Tonnen angegeben wurde, deckt nicht allein den Verbrauch der Ukraine, sondern sie versorgt außerdem noch erhebliche Teile der übrigen sowjetischen Industrie. Die Donez-Kohle hat also eine starke räumliche Verbreitung gefunden, die beweist, daß entsprechende Kohlenvorkommen in den anderen europäischen Teilen der Sowjetunion fehlen. Hervorzuheben ist ferner, daß die im Donezbecken geförderte Kohle sich durch eine hervorragende Qualität auszeichnet.
Das Donez-Revier ist ferner der Standort großer Hüttenwerke, auf die zusammen mit den in der westlichen Ukraine gelegenen Werken, bezogen aus die gesamte sowjetische Produktion, mehr als die Hälfte der Roheisen- und nicht viel weniger als oie Hälfte der Stahlerzeugung entfallen. Von wesentlicher Bedeutung für die sowjetische Wehrwirtschaft sind außerdem die großen Fabriken für den Bau von Maschinen, Werkzeugmaschinen, Traktoren, Lokomotiven und Eisenbahnwagen des Donezbeckens. Auch auf diesen Gebieten entfällt etwa die Hälfte der sowjetischen Gesamtproduktion auf die Ukraine. Einen starken Mittelpunkt stellt Charkow dar, dessen Traktorenwerk z. B. zu den größten der Sowjetunion zählt. Der Vollständigkeit halber sei schließlich noch erwähnt, daß das Donez-Revier außerdem noch wichtige Betriebe der Elektro- und chemischen Industrie beherbergt.
Alle diese Produktionsstatten sind weitgehend mit Unterstützung des Auslandes aufgebaut worden, und viele von ihnen sind ursprünglich deutsche Gründungen, so die Lokomotivbauwerke Oktober- Revolution in Woroschilowgrad (Lugansk), die von der Sächsischen Maschinenfabrik Hartmann gegründet wuroen, und die Elektromechanische Fabrik in Charkow, die aus der russischen Tochtergesellschaft der AEG. hervorgegangen ist.
Die Entwicklung des Donezbeckens hat sich rasch vollzogen. Heute sind 265 000 Menschen mit der Kohlegewinnung beschäftigt. Die Bevölkerung des Gebietes, das eine Fläche von 31 000 qkm hat, besteht zum größeren Te-il aus Ukrainern. Die Tendenz der Sowjetverwaltung ging allerdings dahin, die Zahl der Zentralrussen in der Arbeiterschaft zu vermehren. Die leitenden Posten sind zum größten Teil mit Juden besetzt. Die Gesamtzahl der Juden beträgt über 40 000, von denen ein sehr hoher Hundertsatz auf gehobenem Posten steht. Vor dem Weltkriege gab es dort überhaupt keine Juden. Die Bevölkerungszahl dieses Gebietes, das zum größten Teil zur Ukrainischen Bundesrepublik gehört, betrug 1926 etwas über 2 Millionen, heute etwa 3 Millionen. 22 Mill. Tonnen wurden 1926 an Kohle gewonnen. Bis zum Jahre 1938 wurde die jährliche Förderung auf 80,7 Mill. Tonnen gesteigert.
Die wichtigsten Zentren des Bergbaues und der Industrie im Donezbecken sind Schachty, ein Hauptplatz der Anthrazitgewinnung, B a ch m u t oder Artemiwsk, der Mittelpunkt der Salzgewinnung und auch der Kohlesörderung, Lugansk oder Woroschilowgrad, wo sich neben der Steinkohleförderung auch eine metallverarbeitende Industrie befindet, Jusiwka oder Stalino, Mittelpunkt der chemischen Industrie und der Metallindustrie, und Slowjansk, wo sich neben einer bedeutenden chemischen, keramischen und Graphit-Jndustrie auch eine gut entwickelte Maschinenindustrie befindet. Der wichtigste Hafen des Donezbeckens ist Rostow am Don mit 510 000 Einwohnern. Die Stadt beherbergt eine stark entwickelte Lebensmittelindustrie, große Werke für landwirtschaftliche Maschinen sowie keramische Fabriken und Schiffswerften. V. A. Oer Ring um Tobruf enqer gezogen.
Rom, 13. Okt. (DNB.) In der Nacht zum Samstag konnten italienische Truppen an der Front von Tobruk ihre vordersten Stellungen weiter gegen den Feind vorverlegen. Samstag früh unternahm dann der Gegner mit Panzerwagen und unter heftigem Artilleriefeuer mehrere Gegenangriffs gegen die neuen italienischen Stellungen. Die Angriffe wurden abgewiesen, wobei der Feind erhebliche
Denkmäler.
Von Wilhelm Kreis.
Die folgenden Ausführungen des bedeutenden Architekten Wilhelm Kreis, den der Führer zum Generalbaurat für die Gestaltung der Kriegergräber bestellt hat, scheinen uns um ihrer persönlichen wie ihrer grundsätzlichen Erwägungen willen über das rein fachliche Interesse hinaus Beachtung zu verdienen.
Ehe ich einen Baugedanken haben kann, muß ich den Grund dafür genau kennen. Ehe ich einen Saugebanfen aber zu Vapier bringen kann, muß ich ihn sozusagen bei geschlossenen Augen sehen können. Nur so kommt ein Baugedanke ohne Korrektur in wenigen Strichen zu Papier, perspektivisch richtig gezeichnet. Es wäre falsch, daraus zu schließen, daß mir die Arbeit sehr leicht siele. Es ist das nicht der Fall, vielmehr quält mich oft lange der Gedanke, der keine Form annehmen will. Es bleibt dann das Denken und Zeichnen trotz langem Ueberlegen unzulänglich. Da ich sehr streng gegen originelle (Einfälle und vorsichtig dem Neuen gegenüber bin, so suche ich so lange nach der Form des Baugedankens, bis das Ende der Ueberlegung zur größten Einfachheit führt. Diese Form zu vergleichen mit den Formen der Tradition ist ein Prüfstein. Ich halte diese Prüfung für die einzige Möglichkeit, einen Maßstab für die Echtheit und Güte einer neuen Form zu finden. Die meisten sogenannten guten Einfälle stellen sich bald als Trugbilder heraus. Ich habe als junger Student und Anfänger viele solche Einfälle gehabt, deren Originalität Aussehen machte, habe selbst aber erkennen müssen, daß nur das Neue daran mir damals Freude einbrachte, daß aber mit der Zeit weder die Allgemeinheit noch ich viel Freude daran erlebte. So wurde ich gegen meine „Originalität" mißtrauisch und studierte nun erst gründlich und auf das allerernftefte die Quellen ter alten Kunst, ihre Entstehung, ihre ersten einfachen Werke wie ihre letzten und reifsten.
Wenn ich nun noch etwas über das Denkmal als Baugedanken sagen darf, so ist es vor allem das: Wenn schon ein Baugedanke überhaupt einfach sein soll, so muß der Denkmalgedanke dies in erster Linie sein. Ein zusammengesetzter Denkmal-
Moskauer Nachrichtennevei
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Die englischen Berichterstatter, die von Moskau aus die englischen Zeitungsleser über die Entwicklung des sowjetrussischen Feldzuges aufklären sollen, haben gar keine Gelegenheit, über Siege des bolschewistischen Verbündeten zu berichten, sie konstruieren daher, um den Pessimismus in England einzudämmen, „Erfolgs"meldungen auf anderen Gebieten, indem sie Schönes und Angenehmes über die Dinge in der Sowjetunion mitteilen. Wie solche Berichte aussehen, dafür bietet uns die „Times" ein symptomatisches Beispiel. Sie läßt sich von ihrem Korrespondenten aus Moskau folgendes melden: „Die zivile Moral in der Sowjetunion hat zwei große Vorteile. Die ungeheuren Weiten des Landes und der Mangel an Verbindungen halten die schlechten Nachrichten, die von der Front kommen, von der schnellen Verbreitung im Volke fern, und die bolschewistischen Heeresberichte hasten die Resultate des Krieges in leichtem, angenehmen Nebel. Im Weltkrieg erzählten Soldaten, die von der Front zurückkamen, den Leuten in den Dörfern und Städten, wie schlecht die Dinge standen. In diesem Krieg aber ist tatsächlich noch nicht ein Soldat von der Front zurückgekommen. So füllt die Regierung ihr tapferes Volk voll mit Erzählungen vom Heroismus der Bolschewisten." Dem Berichterstatter, der diese Feststellungen vom Stapel ließ, ist anscheinend gar nicht zum Bewußtsein gekommen, daß sein Bericht alles andere- als ein optimistisches Stimmungsbild barftellt. Sein Bericht ist eine klassische Bestätigung der Tatsachen, daß die „Moral" in der Sowjetunion nur dadurch auf rechterhalten werden kann, daß die Nachrichten von der Front sich infolge der schlechten Verbindungen nur langsam ober gar nicht verbreiten, dast die bolsche
wistische Regierung die Bolschewisten ständig im Dunst eines leichten, angenehmen Nachrichtennebels hält und die Vernichtung der bolschewistischen Armeen so gründlich ist, daß „in diesem Krieg tatsächlich noch nicht ein Soldat von der Front zurückgekommen ist". Uns kann diese Benebelungspolitik gleichgültig sein, eines Tages werden die Nebel weichen und dann werden auch die verbohrtesten Bolschewiken einsehen lernen, wie man sie an der Nase herumgeführt hat.
Der Korrespondent der „Daily Mail" berichtet, daß am vorigen Mittwoch Stalin insgeheim das Hauptquartier Timoschenkos hinter Wjasma besucht habe. Er sei von seinem ersten Berater Marschall Schaposchnikow begleitet gewesen. Stalin habe sich überzeugt, daß alles für die höchste Kraftanstrengung getan worden sei, die in jenen Tagen bevorstand. Sämtliche Straßen- und Eisenbahnbrücken seien für Sprengungen vorbereitet, falls die Deutschen weiter vorstoßen sollten. Breche die Front Timoschenkos zusammen, dann sei Moskau verloren. Die Deutschen hätten zweifellos die größte Offensive der Geschichte gestartet. Inzwischen ist Wjasma längst weit hinter der vorstürmenden deutschen Front. Stalins Geheimbesuch hat also an der Lage nichts geändert. Trotzdem schreiben englische Blätter unentwegt von bVr angeblich ungebrochenen Kraft Timoschenkos, der ständig Verstärkungen erhalte. Dagegen übt der britische Militärschriftsteller General Fuller an Timoschenko deutliche Kritik. Er führt aus, es sei ein schwerer Fehler der Sowjets gewesen, ihre gigantische Aimee in drei Teile aufzugliedern. Das hätten sich die Deutschen zunutze gemacht. Wie man sieht, hat man in London auch den Eselsfußtritt schon bereit.
Verluste hatte, während die italienischen Verluste nur leicht waren. Durch die Aktionen ist der Ring um Tobruk enger gezogen worden.
Oie LIGA, und China.
Bittere Anklagen der Gattin Tschiangkaischeks.
Rom, 13. Okt. (Europapreß.) Die Gattin des Marschalls Tschiangkaischek hat in einer Rundfunkrede in bitteren PZorlen und heftigen Anklagen den Vereinigten Staaten Doppelspiel und Falschheit vorgeworfen. Ebensoviel wie unter den Heeren der Feinde habe China in den letzten Jahren unter dem widerspruchsvollen Verhalten seiner Freunde zu leiden gehabt. Von England und den USA. als Staat zweiter Klasse behandelt, (ei es bei den Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und England über Asien und den Pazifik überhaupt niemals befragt morgen. Man interessiere sich für China nur insoweit, als es sich für die Sache der Angelsachsen schlagen könne. — Diese Rede soll, well es das erstemal ist, daß Frau Tschiankaischek ihre Stimme gegen die Angelsachsen erhebt, für die sie stets große Sympathien hegte, in politischen Kreisen Schanghais tiefen Eindruck gemacht haben.
Kleine politische Nachrichten.
Die ordentlichen Professoren Dr. med. A. Hirt, Frankfurt a. M. (Anatomie), Dr. med. A. Lu11ies, Köln (Physiologie), Dr. med. K. Schmidt, Bonn (Augenheilkunde) und Dr. med. I. Stein, Heidelberg (Innere Medizin) sind in gleicher Eigenschaft an die Medizinische Fakultät der Universität Straß- b u r g berufen worden.
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Der Präsident der Stiftung Deutsches Auslandswerk, Dr. Hans Friedrich B l u n ck hat wegen Arbeitsüberlastung fein Amt niedergelegt. Der Reichs- mintfter für Volksaufklärung und Propaganda und der Reichsminister des Auswärtigen haben daraufhin ^Obergruppenführer Werner Lorenz zum Präsidenten und Dr. Blunck zym Ehrenpräsidenten ter Stiftung ernannt.
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In Fortsetzung der ersten delltsch-französischen energiewirtschaftlichen Tagung in Paris im Juli dieses Jahres hat der Generalinspektor für Wasser und Energie, Reichsminister Dr. Todt, eine Gruppe französischer Ingenieure aus der Elektrizi-
täts- und Bauwirtschaft für die Woche vom 13. bis 18. Oktober 1941 zu einer Vortragsveranstaltung nach Freiburg i. Br. mit einer anschließenden Studienfahrt zur Besichtigung südwestdeutscher Wasserkraftanlagen eingeladen.
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Der Gau Kärnten beging den (Erinnerung^» tag an die vor 21 Jahren siegreich beendete Volksabstimmung. — In Klagenfurt fand eine Ausstellung wertvoller Dokumente aus den blutigen Frei- yeitLkämpfen ter Jahre 1918/19 statt.
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Am Sonntag feierte das Deutschtum des Banats und der Stadt Temesburg den Tag, an dem vor 225 Jahren Prinz Eugen die Stadt und Festung Temesburg von den Türken zurückeroberte.
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Auf Einladung des Reichsmarschalls Göring besuchte der Chef des Generalstabes der italiemschen Luftwaffe, Unterstaatssekretär Generaloberst Pri- c o l o das Hauptquartier der deutschen Luftwaffe und unternahm eine Inspektionsreise zu den italienischen Einheiten an der Ostfront. Er besuchte anschließend das Kommando einer großen deutschen Einheit und besichtigte die Verteidigungsanlagen des Erdölgebietes von Ploesti.
Das Sondergericht des Seegerichts von Toulon verurteilte den 21jährigen Kommunisten Merot wegen illegaler Betätigung zum Tode. Merot war das Oberhaupt der kommunistischen Organisation in elf südfranzösischen Departements. Fünf Mitangeklagte, darunter zwei Frauen, wurden zu Zwangsarbeit verurteilt.
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Roosevelts neue Finanzforderung in Höhe von 5.985 Milliarden Dollar für die Englandhilfe wurde vom Abgeordnetenhaus angenommen. Versuche, den Betrag zu beschneiden sowie die Bolschewisten von Lieferungen auf Grund des Englandhilfegesetzes auszuschliehen, wurden abgewiesen.
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Der Genervlstabsches der niederländisch-indischen Truppen, General ter P o o r t en , trifft am Montag zu Besprechungen mit dem USA.-Oberbefehls- haber auf den Philippinen, General M c A r t h u r, in Manila ein.
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Der britische Oberbefehlshaber im Fernen Osten, General der Flieger Brooke P o p h a m, hat Singapur verlassen, um in Australien und Neuseeland mit den Regierungen und den Generalstäben zu verhandeln.
aedanke ist an und für sich ein Unding, kommt aber leider mehr als häufig vor. Ein solches Denkmal kann bei aller Ausdehnung und selbst interessanter Umrißwirkung keine nachhaltige Wirkung auslösen, dem Gemüt der Menschen bleibt die Erscheinung dekorativ und kalt. Nur die einfache Idee als Einheit kann bestehen und im besten Sinne volkstümlich und vertraut werten.
Zum Schmuck eines Denkmals wäre zu sagen, daß ich mit dem Einfachen nicht das Schmucklose oder Bescheidene meine, das mit wenig Mitteln nichts erreicht. Wenn man eine einfache Idee, ohne sie zu verwischen, mit schmückender Begleitung uni) Unterstreichung zu steigern vermag, so bleibt die Einfachheit der Erscheinung gewahrt. Das Aufdrängen von Schmuck und das Absondern von Zutaten kann, wenn unnötig, die klare Idee stören und zur monströsen Form führen, ganz abgesehen davon, daß auch die einfachste Form ohne jeden Schmuck und Profilierung sehr banal und sogar abstoßend wirken kann. Die Veredelung jedes Baugedankens und jeder Form muß durch die Arbeit eines vertieften Geistes erreicht werden.
lieber das Symmetrische und Unsymmetrische wäre im Zusammenhang mit der Denkmalgestaltung manches zu sagen, jedenfalls ist das absichtlich Unsymmetrische Unsinn. Dagegen kann und muß sogar oft die Naturbeschaffenheit des Bauplatzes beim Bauwerk zur Unsymmetrie führen, wenn nicht schon das Bauprogramm dieselbe fordert. Beim Denkmal ergibt sich im Programm, soweit überhaupt an ein solches gedacht werden kann, kaum ein Grund zur Unsymmetrie. Heute aber, wenn zu einem Denkmal ein Aufmarschplatz und anderes hinzukommen muß, kann sich daraus ein Programm ergeben. Dieses dürfte aber zur Unsymmetrie des Denkmals selbst nur selten führen. Ist es aber möglich und naheliegend, eine symmetrische Anlage anzulegen, so wäre es abwegig, auf dem Umwege über die Unsymmetrie zum Ziele zu kommen.
Der angeborene Takt des Künstlers führt ihn dabei besser als das Grübeln. Der Künstler, der von einer Idee erfaßt wird, macht keine Umwege, um ihr zu folgen. Den Denkmalerbauer leitet das Versenken in die Idee mehr als das Ausmachen einer gedachten Wirkung. Die sprechende Form stellt sich von selbst ein, auch wenn quälende Wochen der Un- fruchtbarkeit darüber vergehen müssen.
Die Aufgabe, für die deutschen Kriegerfriedhöfe Denkmalgedanken zu gewinnen, verlangt eine solche seelische Vertiefung in das gewaltige Geschehen, daß alles von selbst in der Seele des Künstlers in Bewegung gerät, bis endlich die Hand beginnt, diesem Gedanken zu folgen.
Oer silberne Löffel.
Von Johann Peter Hebel.
In Wien dachte ein Offizier: Ich will doch auch einmal im Polen Ochsen zu Mittag essen, und geht in den Roten Ochsen. Da waren bekannte und unbekannte Menschen, Vornehme und Mittelmäßige, ehrliche Leute und Spitzbuben, wie überall. Man aß und trank, der eine viel, der andere wenig. Als nun das Essen fast vorbei war — einer und der andere trank noch eine halbe Maß Ungarwein zum Zuspitzen: ein anderer drehte Kügelein aus weichem Brot, als wenn er ein Apotheker wär' und wollte Pillen machen; ein dritter spielte mit dem Messer oder mit der Gabel oder mit dem silbernen Löffel —, da sah der Offizier von ungefähr zu, wie einer in einem grünen Rocke mit dem silbernen Löffel spielte, und wie ihm der Löffel auf einmal in den Rockärmel hineinschlüpfte und nicht wieder herauskam. Ein anderer hätte gedacht: Was geht's mich an? und wäre still dazu gewesen oder hätte großen Lärm angefangen. Der Offizier dachte: Ich weiß nicht, wer der grüne Löffelschütz ist und was es für einen Verdruß geben kann, und war mausstill, bis der Wirt kam und das Geld einzog. Als der Wirt kam und das Geld einzog, nahm der Offizier auch einen silbernen Löffel und steckte ihn zwischen zwei Knopflöcher im Rocke, zu einem hinein, zum andern hinaus, wie es manchmal die Soldaten im Kriege machen, wenn sie den Löffel mitbringen, aber keine Suppe. — Währenddem der Offizier feine Zeche bezahlte, schaute der Wirt ihm auf den Rock und dachte: Das ist ein kurioser Verdienstorden, den der Herr da anhängen hat. Der muß sich im Kampf mit ter Krebssuppe hervorgetan haben, daß er zum Ehrenzeichen einen silbernen Löffel bekommen hat, oder iffs gar einer von meinen eigenen? Als aber der Offizier dem Wirt die Zeche bezahlt hatte, sagte er mit ernsthafter Miene: „Und der Löffel geht ja
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Oer neue Panama-Skandal
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kannten, sich 'sofort im Klaren darüber, daß Anas, E sich selbst sein Todesurteil gesprochen hatte. Ein ; «UF
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Den Manövern, die augenblicklich in Nordindien abgehalten werden, mißt man in London große Bedeutung bei. Eine neue Verteidigungslinie an der Nordwestgrenze Indiens soll den Namen Wa- vell-Linie erhalten haben.
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Die iranische Regierung hat festgestellt, daß der als politischer Flüchtling nach dem Iran gekommene ehemalige Großmufti von Jerusalem unauffindbar ist und daher die von den Briten verlangte Auslieferung nicht durchführbar sei. Auch Nachforschungen der britischen Besatzungsbehörden blieben erfolglos.
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In Sitka (Alaska) ist ein unterirdisches Dyno- mitlager der USA.-Marineluftbafis durch eine Explosion in die Luft geflogen. Sechs Personen mürbem getötet Die Ortschaft wurde leicht beschädigt. Sitka liegt auf der Baranowinsel. Er ist einer der fünf Stützpunkte, die die USA. in Alaska mit 25 Millionen Dollar erbauten.
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In Fall River (Massachusetts) zerstörte ein Groß- feuer in der Anlage von Firestone Rubber Eo. fünf
Vereinigten Staaten abhängig blieb.
Als der bisherige Präsident Arias vor einem Jahr am 1. Oktober 1940 fein Programm der natio- . nalen Wiedergeburt Panamas verkündete, mareti A J eingeweihte Kreise in Nord- und Südamerika, bir bie Methoden der Washingtoner Politik nur zu gu
Jahr ist seitdem vergangen. Arias mußte Hals über Kopf außer Landes fliehen, weil — wie er selbst- in einem Interview berichtet hat — sein Leben in höchster Gefahr war. Als er ein Verbot gegen bie Bewaffnung von Handelsschiffen erließ, die unter : der Flagge von Panama die Meere befahren, erregte er den Zorn Franklin Roosevelts. Die Vereinigten Staaten hatten, mit Vorliebe die Flagge voih Panama benutzt, um mit ähren Schiffen entgegen , dem Neutralitätsgesetz die Kriegszonen zu befahren» Kaum war Arias außer Landes, da vollendete bie USA.-Regierung den von ihr inszenierten Staats- । streich in Panama, und die Entwicklung, die seitdem dort eingetreten ist, wird erneut in Washington mit \ lebhafter Befriedigung verzeichnet.
Es zeigt sich also hier der skandalöse Fall, daß ! Washington die verwerflichsten Mittel anroenbet, um sich einen kleinen Staat gefügig zu machen, und zu diesem Zweck sogar durch freche Einmischung in die inneren Angelegenheiten dieses Landes eine Revolution inszeniert, die nicht im Interesse der dort lebenden Bevölkerung liegt, sondern einzig und allein die Geschäfte des Dollarimperialismus besorgt. Immer wieder wirst er seine Fangarme nach dem Süden aus. Panama ist nur ein Beispiel für das rücksichtslose Vorgehen der Washingtoner Politik. Roosevelts Panamaskandal reiht sich würdig an andere ähnliche politische Erpressungsmanooer
an. Es will schon etwas heißen, wenn im eigenen Lande Roosevelts im Zusammenhang mit seiner brutalen Vergewaltigungspolitik gegenüber der Souveränität Panamas davon gesprochen wird, -daß der USA.-Präsident beftrebt ist, nicht die Demokratie zu verbreiten, sondern seiner Willkürherrschaft den Weg zu ebnen. Es ist Roosevelts zweifelhaftes Verdienst, einen dritten Panama-Skandal hervorgerufen zu haben, der gerade für die Volker Amerikas ein warnendes Fanal fein sollte, sich nicht von den Polypenarmen des Dollarimperialismus abroürgen zu lassen.
drein. Nicht wahr? 'Die Zeche ist teuer genug dazu.* Der Wirt sagte: „So etwas ist mir noch nicht vorgekommen. Wenn Ihr keinen Löffel daheim I)abL so will ich Euch einen Patentlöffel schenken; aber meinen silbernen laßt mir da." Da stand der Offizier auf, klopfte dem Wirt auf die Achsel unii lächelte. „Wir haben nur Spaß gemacht", sagte er, „ich und der Herr dort im grünen Rock. Gebt Ihr: Euren Löffel wieder aus dem Aermel heraus, grüner Herr, so will ich meinen auch wieder her- geben."
Als der Löffelschütz merkte, daß er verraten sei, und daß ein ehrliches Auge auf feine unehrliche Hand gesehen hatte, dachte er: Lieber Spaß als Crnst, und gab seinen Löffel ebenfalls her. Alscv kam der Wirt wieder zu seinem Eigentum, und der Löffeldieb lachte auch — aber nicht lange. Demi als die anderen Gäste das sahen, jagten sie den verratenen Dieb mit Schimpf und Schande zum Tempel hinaus, und der Wirt schickte ihm den Hausknecht mit einer Handvoll ungebrannter Asche nach- Den wackeren Offizier aber bewirtete er noch mit einer Flasche voll Ungarwein auf das Wohlsein aller ehrlichen Leute.
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Oktoberheft der Zeitschrift „Neues Volk" (Blätter des Rassenpolitischen Amtes den NSDAP., Verlag Berlin Sw 68) wird eingeleiteü durch einen Aufsatz „Die Einheit Europas" von Dr. Anton Dyk. Ein schöner und zeitgemäßer Beitrag mit guten, charakteristischen Aufnahmen illustriert., heißt „Mutter und Kind in deutscher Kunst". (Einem scharfen Kontrast dazu ergibt der ebenfalls bebilderte Beitrag „Frauen in .Gottes eigenem Land' der auf äußerst unerfreuliche Erscheinungen des amerikanischen Lebens hinweist. Der Beitrag „Eine Soldatenmutter erzählt , schildert Kindheit und soldatischen Aufstieg des Ritterkreuzträgers Oberstem Bräuer. Ein kleiner Artikel lenkt die Aufmerksamkeit auf den Schwesternberuf. Aus dem übrigem Inhalt des Heftes feien die „Kleinen Vererbungslehre" und die „Völkischen Lebensfragen" heroor- gehoben.
Im Jahre 1889 brach die französische Gesellschaft zusammen, die den Panama-Kanal hatte bauen wollen, sie hinterließ einen Berg von Schulden. Etwa 500 französische Parlamentarier wurden beschuldigt, von der Gesellschaft Bestechungsgelder er- hatten zu haben, damit die letzten Anleihen für den Kanal ihre Genehmigung finden konnten. Der Pa- nama-Skandal ist seitdem ein abschreckendes Beispiel des demokratisch-parlamentarischen Regierungssystems geblieben. Nun versuchten die Nordamerika
ner, den Kanalbau zu übernehmen. Die Panama- -- zone gehörte damals zur Republik Columbien, die ihre Zustimmung zur Abtretung des Geländes an HCJj die Vereinigten Staaten verweigerte. Dort war ba«- ■ . t mals Teddy Roosevelt Präsident, ein Onkel des ' jetzigen Diktators. Er veranlaßte eine Revolution Ä in Panama, das sich 1903 für unabhängig erklärte flJJL und schickte Kriegsschiffe gegen Columbien, das die- fen Raub nicht anerkennen wollte. So ist die jetzige M Republik Panama entstanden, die praktisch von den p 1 Vereinigten Staaten abhängig blieb.


