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Dienstag, 14- ©ffober Ml

Gießener Anzeiger

Bisher 350000 Gefangene in der Doppelschlacht

von Brjansk und Wjasma

D31D. Aus, dem Führerhaupt quartier.

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planmäßiger Verlauf der Operationen

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Die Zahl der in der Doppelfchlacht von Brjansk Md Wjasma bisher eingebrachlen Gefangenen ist auf mehr als 3 5'0 0 0 0 gestiegen. Sie ist

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l-l. Jahrgang Nr. 244

Erschein! täglich außer Sonntags und feiertags

Beilagen:

Gegners wurde ein sowjetischer Verband eingeholt und vernichtet. 1100 Gefangene und 33 Geschütze r Fielen in unsere Hand. 3m Kampfraum 0 stwärts I des Dnjepr hat ein kroatisches Regiment die I Feuerprobe bestanden.

Die Vernichtung der bei Wjasma eingeschlofje- | ien Kräfte sieht vor dem Abschluß.

Vor Leningrad wurden wiederholte Aus- r bruchsversuche unter schwersten Verlusten des Geg- I eers abgewiesen.

Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Rächt irlegswichtige Anlagen in Moskau.

3m Kampf gegen Großbritannien griffen I Lampfflugzeuge in der Rächt zum 13. Oktober das Znduskriezenlrum Manche st er sowie die hafen- I kadt hüll mit guter Wirkung an. Weitere Luft-

och ständig im Wachsen.

Alle Ausbruchsversuche zurückgewiesen.,

Fechter! d im Oh 1940 beitf.

Bei Einfluqsversuchen

19 Britenflugzeuge abgeschoffen.

Berlin, 13. Okt. (DND.) Montagnachmittag flogen mehrere Verbände britischer Kampfflugzeuge unter starkem Jagdschutz in das st enge biet bei Calais ein. Starke deutsche Abwehr ver­hinderte die Briten, planmäßig anzugreifen und fügte der britischen Luftwaffe wieder schwere Ver­luste zu. Nach bisher vorliegenden Meldungen wur­den eine Bristol-Blenheim und 18 Spitfire-Jagdflugzeuge durch deutsche Jäger abgeschossen.

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Freitag, Staffelführer in einem Sturzkampf­geschwader, und Oberleutnant B ö r st, Flugzeug­führer in einem Sturzkampfgeschwader.

Ein kühner Gefreiter erhielt das Ritterkreuz.

Berlin, 13. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der Füh­rer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht ver­lieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Gefreiten Herbert Stoeckert, MG.-Führer in einer In­fanterie-Kompanie (mot.). Gefreiter Stoeckert, ge­boren 1920 in Neuzelle (Kreis Guben), hat sich be­reits bisher im Abwehrkampf gegen die Sowjets wiederholt durch besonderen Schneid ausgezeichnet und dafür an 18. August 1941 das EK. II und am 2. September das E. K. I erhalten. Danach hat er sich bei vier Spähtrupps über die Dnjepr-Jnseln südlich Nikopol, zu denen er sich freiwillig gemeldet hatte, erneut hervorgetan. Am 9. September stieß der in Zugstürke über die Dnjepr-Jnseln angesetzte Spähtrupp, an dem Stoeckert wieder teilnahm, plötz­lich auf zehn feindliche Boote, während die Masse des eigenen Spähtrupps sich noch weiter rückwärts befand. Ohne Befehl abzuwarten, sprang Stoeckert in einen Kahn und erreichte trotz heftigen Feuers das andere Ufer. Dort hielt er mit seinem geschickt in Stellung gebrachten MG. die Sowjets so lange nieder, bis die Masse des Spähtrupps ebenfalls überqesetzt war. Der durch den selbständigen Ent­schluß des Gefreiten Stoeckert herbeigeführte Erfolg war für die Führung außerordentlich wertvoll, weil die bei diesem Spähtrupp einqebrachten Gefangenen wichtige Aussagen über die Stärke und Zusammen­setzung des Gegners machten. Der tapfere Gefreite wurde bei diesem Spähtruppunternehmen lebens­gefährlich verwundet.

angriffe richteten sich gegen Flugplätze und Hasen­anlagen in Ost- und Südostengland. Ein Kampfflugzeug versenkte ostwärts Great D a r m 0 u t h ein Handelsschiff von 8000 BRT. Fernkampfbatlerlen des Heeres und der Kriegs- marine beschoß mit beobachteter Wirkung die Funk­anlage von Dover.

3m Kanatgebiet schossen deutsche 3äger am gestrigen Tuge sechs, Vorpostenboote zwei britische Flugzeuge ab.

3n Rordafrika führten deutsch-italienische Truppen in der Rächt zum 10. Oktober vorT 0 bruk einen erfolgreichen örtlichen Angriff durch. Ein von panzern unterstützter britischer Gegenangriff wurde abgewiesen. 3n der Rächt zum 12. Oktober wurden Stadt und Hafen von Tobruk bombardiert, in Luftkämpfen fünf britische 3äger abgeschossen.

3n der letzten Rächt flog eine größere Anzahl britischer Bomber nach Rordwest-, West- und Süd­westdeutschland ein und warf an zahlreichen Orten Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hotte Verluste an Toten und Verletzten. An ver­schiedenen Orten wurden Gebäude zerstört oder be­schädigt. Rachtjäger schossen neun, Flakartillerie vier britische Bomber ab.

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Bukarest, Anfang Oktober 1941.

Kaum hat man Bukarest verlassen, spürt man schon den leichten Wind des Baragan, der heute über eine riesige Ebene weht, von der die undurch­dringlichen Buchenwälder längst erbarmungslos ab­geholzt und verschwunden sind. Dieser erste Eindruck von Ebene und Weite geht sehr schnell über in die klare Luft der Berge, die schnell ansteigen, wenn kaum die letzten Bohrtürme von C a m p i n a hinter uns liegen. Nach Kronstadt reiht sich ein deut­sches Dorf an das andere, gleiche Häuserfronten, dicht geschlossene Mauern. Erst allmählich, nach mehrerem Stunden Fahrt, kommt man in rein ru­mänische Gebiete, unterbrochen von gutgepflegten Schloßbauten ehemaliger ungarischer Großgrund­besitzer. Bei R a d n a verlassen wir die Ueberland- straße HermannstadtArad, und bald grüßt uns die prachtvolle Barockkirche des Bulgarendorfes V i n g a. Hier haben bulgarische Siedler in zäher und jahrelanger Arbeit ein Musterdorf errichtet. Arme Bauern haben hier, meist chres katholischen Glaubens wegen, eine neue Heimat gesucht und auf dem fruchtbaren Boden ein blühendes Wein- und Gartenland geschaffen. Wahrend die bulgarischen Trachten nur noch selten zu sehen sind, hört man vor ihrer Kirche, einem Zeichen ihres Wohlstandes und Stolzes, fast nur Bulgarisch sprechen. Ganz anders bei den Franzosen, die wir in dem rein deutschsprachigen Dorf Triebswetter besuchen. Auch bei ihnen waren es wohl hauptsächlich reli­giöse Gründe, die diese französischen Bauern veran­laßt haben, den weiten Weg aus der Champagne und Burgund nach dem unbefaniitenTürkenland" anzqtreten. Hier gibt es nur ein einziges Merkmal, das uns ermöglicht, diese Menschen von ihren schwä­bischen Nachbarn zu unterscheiden. Nur an den Namen ist heute noch das Franzosentum von Claude und Pierre zu erkennen, die längst die letzten Worte ihrer alten Muttersprache vergessen haben und viel­leicht nur durch ihre größere Lebhaftiakeit hervor­stechen. Die blonden helläugigen Kinder gebären Bauernfamilien, die ihr Dorf zu einem der reichsten im ganzen Land gemacht haben. Die schwersten und schönsten Krautköpfe, die dicksten Möhren, die größten Weintrauben auf den landwirtschaftlichen Musterschauen oder auf den Märkten in Arad oter in Temeschburg kommen sehr oft von denFran­zosen". Aber auf jede Frage, was diese Bauern ehüa über Frankreich meinen, würde immer die gleiche Antwort kommen, ein wenig erstaunt sogar: . Aber wir sind doch Schwaben". Nur an ihrer Leb­haftigkeit und ihrem Temperament kann man das alte Blut noch erkennen und an den schweren Na­men, die den kleinen Buben sehr viel Mühe machen in der Schule.

Wir könnten jetzt nach Norden fahren, wenn wir ein rumänisches Dorf besuchen wollten, ein reiches rumänisches Dorf mit Bauern, deren alte Trachten im ganzen Land nirgends schöner zu finden sind, und deren Reichtum in ihren Ställen und Wein­kellern zu suchen ist. Wo heute schon die Mehrzahl der Dorfbewohner Angehörige dieses zähen und un­aufhörlich wachsenden Volkes sind, standen vor rund

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Ubr des vormittags

Aiueiaen-Breise:

Anzeigenteil 7 Rrn le mm bei 22 mm Zellenbreite, Wertteil 50 Rvt. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite

Nachlässe:

Wiederholung Malslallell Abschlüsse Mengenstaffel 8 Plavoorichrist t vorherige Vereinbarung) 25°/«» mehr

1877.

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Die Operationen an der O ff front nehmen 135 bisW I hren planmäßigen Verlauf.

14 bisM Bei der Verfolgung der in der Schlacht l) 57, e)5: | £ m 21s0 rvschen 2R ee r entkommenen Reste des

Kleine Reise durch das Banat

Bon unserem L.-Korrespondenten.

f Dand-.' Gießener Ham ilienblätter ÜQbrerner, Heimat anBüd DieS-cholle

über 50 000. Als Petroskoi in den 20er Jahren Gyllings Hauptstadt war, erhielt es ein mehr finnisches Gepräge, nachdem es vorher in der Hauptsache eine russische Stadt gewesen war. Gleichwohl, die Verhältnisse änderten sich wieder, da die Sowjets die nationalen Bestrebungen der Gyllings il a. mißbilligten und eineReinigung" vornahmen. So wurden aus Petroskoi im Jahre 1935 etwa 1250 Karelier, darunter viele mit Fa­milieverbannt". Die Finnen werden die Stadt Aenislinna (Onegaburg) nennen.Fe.

Oer Vormarsch -er Finnen in Fernkarelien.

Helsinki, 13. Okt. (Europapreß.) Die letzten Frontberichte aus Fernkarelien zeigen, daß die Fin­nen ihren Vormarsch sowohl südöstlich als nördlich von Petroskoi fortsetzen. Gegen Südosten sind die finnischen Truppen an den Ufern des Onegasees entlang marschiert und haben den Swir und den Onegakanal überschritten. Da dieser Kanal mit der Wolga in Verbindung steht, bedeutet dieser Vormarsch, daß auch der Kanal zum Weißen Meer von seiner Ver­bindung mit der Zentral-Sowjetunion abgeschnitten ist. Gegen Norden werden Angriffe gegen Kon- t u p ch j a vorgenommen. Da die dortigen sowjeti­schen Streitkräfte höcystwahrscheinlich über den Onegakanal versorgt werden, hat dieser Vorstoß die Stellung der sowjetischen Truppen im nördlichen Frontabschnitt weiter verschlechtert.

Am Sonntag fand in Aenislinna, dem früheren Petroskoi, eine Parade statt. General Heinrichs schritt die Front der Truppen in Begleitung der Generäle Häggelung, Talvela und Lagus ab, die an den Operationen gegen Petroskoi namhaften Anteil hatten. Er richtete dann an die Soldaten eine An­sprache. Nach der Parade fand ein Feldgottesdienst statt.

Lustangriffe auf die Murmanbahn.

Berlin, 13. Okt. (DNB.) Deutsche Kampfflug­zeuge bombardierten auf der Fischerhalb- i n s e l erneut sowjetische Barackenlager. Bomben­treffer setzten mehrere Baracken in Brand. Mit Bordwaffen wurden aus dem Lager fliehende Bol­schewisten bekämpft. Bei Luftangriffen auf die Murmanbahn wurden mehrere Bahnhöfe zer­trümmert und Gleis- und Bahnanlagen unter­brochen.

Das Bitte' kreuz für Sturzkamp'flieger

Berlin, 13. Oktober. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberleutnant

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«T«1 Den Wehrmachtberichi.

43 bis4U DRB. Aus dem Führerhauplquartler,

20 bis 25; 13. Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt

Petroskoi (auf russisch Petrozaoodsk) liegt auf dem restlichen Uferstreifen des Onega-Sees an der West- 1 tute der Petroskoibucht. Die Stadt war das Zen- Lum der militärischen und zivilen Verwaltung in öowjet-Karelien und der wichtigste Platz an der Nurman-Bahn. Bekannt wurde Petroskoi eigentlich qt Anfang des 18. Jahrhunderts, als Zar Peter I tu Jahre 1703 verordnete, daß eine Eisenhütte dort «rrichtet werden sollte. Das Werk entwickelte sich F'hr schnell zu einer für damalige Verhältnisse um- ! singreichen Gewehrfaktorei, deren Wirksamkeit Pe­tr mit großem persönlichem Interesse folgte. Da [ 17 sich oft in der Stadt aufhielt, wurde ein Schloß I lir ihn erbaut sowie eine den Aposteln Petrus und pauIus geweihte Kirche; ebenso wurde ein großer I < ark angelegt, der das Auge des Zaren erfreuen Mite. Zur Verteidigung des Werkes wurde ein Erd- 1 rall errichtet. Der größte Teil der russischen Waf- I j n, die während des großen Nordischen Krieges IIOO bis 1721 angewandt wurden, dürften von I \ etroskoi gestammt haben.-

Die Glanzzeit der Stadt war jedoch nur kurz. Bereits 1724 wurde die Gewehrfaktorei auf kaiser- klchen Befehl nach Systerbäck auf der Karelischen | landenge verlegt, und damit erlahmte die ganze Betriebsamkeit, die Petroskoi zu einer so lebendigen t Habt gemacht hafte. Eine neue Blütezeit brach je- !vch 1763 an, als eine Eisenhütte mit französischem | Seapital gegründet wurde. Aber erst 1774 gelangte l Stadt zu ihrer vollen Bedeutung, als Kvtha- I rma II. hort eine Kanonen- und Munitionsfabrik gründet hatte, die Peters Gewehrfaktorei sogar I bertraf. 1777 wurde Petroskoi Stadt, 1782 Sitz der I (ouyernementsverwaltung. . ... .

Der erste Gouverneur von Petroskoi war ubrp I t-ns der Dichter Derzavin, doch schon nach lenem Jahre hatte er sich an den Onega-Motiven satt k ksiehen und siedelte in eine andere Gegend über. I Os gab viele Schulen, Seminare, em siebenklassiges ISnabem und Mädchengymnasium, eine sechsklasiige kEiliftsschule. .

| Während des 19 und zu Beginn des 20.3al)r= | Huberts blieb die Stadt in ihrer Entwicklung I s^hen. Die Einwohnerzahl betrug im Fahre 190» i N 000, noch 1927 ging sie nicht über 27 000 hm- fais. Aber die Geschichte wiederholt sich. Wie Peter I., lassen Blick nach Westen gerichtet war und der zu ^diesem Zwecke militärische Stützpunkte suchte, seine k Lifmerk amkeit den Oedwäldern am Onega zu- L rxmdte, und wie Katharina II. die strategischen r Urteile von Petroskoi ausnützte, so hatten auch die I Jsrren vom Kreml heute Petroskoi Zu einem Stuy- L Puntt gemacht. Eine starke Garnison wurde m Die Htabt verlegt, die Kriegsindustrie wurde erweitert l' und in der Richtung der finnischen Grenze wurde I eme Eisenbahnlinie' gebaut Gleichzetig wurden ond) andere Industrien gefördert, unbbte ^m- Lr»hnerzahl wuchs rasch, sie betrug 1934 bereits

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20 Jahren oft nur zwei, drei oder fünf kleine strohgedeckte Lehmhäuser. Und während es am An­fang die billigsten und schlechtesten Aecker waren, die rumänische Knechte aus ihrem mühsam verdien­ten Lohn kaufte^, gibt es heute schon schmucke Bauernhäuser, Äieh in den Ställen, und diese Bauern sind die ersten Bewerber für verlassene Höfe und zum Verkauf freiwerdende Felder.

Für unsere nächste Fahrtunterbrechung suchen wir Uns Neu-Arad aus, ein typisch schwäbisches Dorf, trotz feiner Stadtnähe. Auch dort wohnen, wie überall in der Umgebung, fleißige deutsche Bauern, die leicht zu erkennen sind an ihren hohen schwarzen Stiefeln, den breiten Hüten oder auch als Besitzer schöner Pferde. Das Dorf ist aber heute in beson­ders lebhafter Bewegung: Neu-Arad hat Revolu­tion! 600 schwäbische Bäuerinnen sind mehr oder minder fest entschlossen, ihre Meinung und, wie sie annehmen, die wirtschaftlichen Rechte ihres Dorfes unter allen Umständen durchzusetzen. Naturgemäß ist es sehr schwer, die zuständigen männlichen Amts­stellen zu objektiven Aeußerungen über den Anlaß diesesAyfstandes der Bauern" zu bewegen. Aber sehr stockend und ohne großen Appetit für das nicht nur reichhaltige, sondern auch sehr gut ge­kochte Mittagessen im Dorfgasthaus geben sie schließlich folgenden Tatsachenbericht: Die Preise waren zu niedrig, und zwar ganz genau ausge­drückt: Die Preise für Tomaten. Und wenn Frauen Genossenschaftsmitglieder sind, können sie sich da­gegen wehren; das haben sie auch getan. Sie haben einfach an einem Montag Posten aufgestellt und die Zufuhren an Tomaten zum Genossenschaftshaus verhindert. Aber nicht nur das, sie haben die männ­lichen Unterhändler, die nach reiflicher Ueberlegung zu ihnen ausgesandt wurden, mit Prügeln und noch böseren Dingen bedroht. Eine sehr heikle An­gelegenheit! Wir hüten uns, Bemerkungen zu machen und Ratschläge zu geben. Damit sollen sie nur allein fertig werden, die Reu-Arader! Ein sehr leidiges Thema, auch für die Stadtherren! Darum dauert es lange, bevor einer von uns nach dem Ausgang des Kampfes fragt Wie alles stockend erzählt wurde, so kommt auch diesmal, aber schon stolz und mit erhobener Stimme, die Antwort: Natürlich, wir haben es ihnen schon beigebracht.' Schließlich sind wir der Staat, die Macht.,Geht nach Hause', haben wir ihnen gesagt und längst nicht mehr so sicher; schließlich sind sie auch ge­gangen ... wegen des Mittagbrots. Es war näm- licb Zeit."

Rückfahrt entlang dem Mierefch, der breit und träge geworden durch die langen Regengüsse der letzten Tage dahinfließt. Fahrt entlang an drei voll ausgerüsteten rumänischen Regimentern. Beinahe eine Stunde lang marschieren ihre Kolonnen neben uns her. Nach Osten, an die Front! An die Front, von der heimgekehrte Schwaben erzählen, von der ein aus dem Kampfabschnitt von Odessa verwundet zurückgekommener Rumäne berichtet. Man kann nicht erraten, ob diese Banater Bauern in Uniform vielleicht aus Vinga, vielleicht aus dem Franzvfendvrf stammen. Wir kennen keinen ein­zigen, aber ihre Marschrichtung, die kennen wir.

Oas Oonezbecken.

Der Dvnez ist ein Nebenfluß des Don auf dessen westlicher Seite. Er begrenzt im Norden und Osten eines der wichtigsten Industriegebiete der Ukraine und darüber hinaus der gesamten Sowjetunion. In dem Becken, das der Donez bildet, findet man die verschiedenartigsten Bodenschätze, große Lager von Steinkohle, deren Gesamtumfang auf 90 Milliarden Tonnen geschätzt wird, wovon die Hälfte als wirt- schaftlich greifbar gilt Steinsalz, Kaolin, Graphit, Phosphorite und in geringem Ausmaß auch Blei, Zink und Eisen.

Das große Dreieck, das im Norden und Osten vom Donez begrenzt wird und dessen Spitze im Süden bis zum Asowschen Meer reicht, hat eine ganz andere geologische Zusammensetzung als der restliche Teil der Ukraine. Es ist ein Plateau, dessen größte Höhe 369 Meter beträgt. Es besteht haupt­sächlich aus Steinkohleschichten, die eine Fläche von rund 23 000 Quadratkilometer einnehmen und in vertikaler Richtung drei Lagen aufweisen. Die un­terste ist aus Anthrazit gebildet, die mittlere aus Steinbitumkohle, die oberste aus trockener Gas­kohle. Zwischen diesen Lagen treten in geringem Umfange auch Erze auf, die Zink, Blei, Quecksilber, etwas Gold, Silber und Eisen enthalten. Letzteres ist nicht hochwertig, hat also nur eine sehr be­grenzte Bedeutung. In anderen Teilen des Donez- deckens findet man Steinsalz in großen Mengen und etwas Kupfer.

Während auf den westlichen Teil der Ukraine im Gebiet von Kriwoi Rog der größte Teil der sow­jetischen Eisenerzförderung entfällt und sich hier außerdem in dem Dnjepr-Großkraftwerk das be­deutendste Werk für die Elektrizitätsversorgung be­findet, liegt die industrielle Hauptstärke des Donez- Neviers also in den großen Steinkohlenoor­kommen. Ferner beherbergt es den größten Teil der ukrainischen Schwerindustrie. Man könnte die iüdustrielle Bedeutung des Donezbeckens etwa mit der des Ruhrreviers vergleichen; aeht man von dem Gewicht der gesamten ukrainischen Industrie aus, so ist dieser Vergleich wahrscheinlich zutreffend, vielleicht erfaßt er nicht einmal ganz die wehrwirt­schaftliche Bedeutung der Ukraine für die Sowjet­union. Nirgendwo anders werden Kohle und Erze in ähnlichem Umfange gefördert und verarbeitet, und an keiner anderen Stelle der Sowjetunion smd die Voraussetzungen für den Aufbau einer Schwer­industrie so' günstig wie hier, wo Kohle und Eisen­erze, gemessen mit den Maßstäben, die an die wei­ten Räume dieses Landes nun einmal anzulegen sind, einander so eng benachbart sind.

Das Donezbecken umschließt auf einem Gebiet von mehreren hundert Quadratkilometern das

Berlin, 13. Oktober. (DNB.) Im mitlleren Ab­schnitt der Ostftont setzten die bei W j a s»m a zu- jammengebrängten Bolschewisten ihre verzweifelten llusbruchsversuche fort. In verbissenen Infanterie« ingriffen mit nur noch geringer Artillerieunterstüt- Mg rannten die Sowjets gegen die deutschen Stel­lungen an. Mit schweren blutigen Verlusten wur­den alle Angriffe zurückgewiesen. Eine deutsche Jn- anteriedivision stieß den geschlagenen Sowjets nach |) fügte ihnen weitere schwere Verluste zu. Teile iines deutschen Panzerregiments brachen in die zu- :ückflutenden sowjettfchen Truppen ein und verhin-

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berten ein erneutes Festsetzen ber Bolschewisten. Die Kämpfe zur Vernichtung ber eingeschlossenen Sow­jets bauern an. Die Gefangenen- unb Veutezahlen aus bem Kessel von Wjasma nehmen ftänbig zu.

Die im Raum von Brjansk eingeschlossenen Sowjettruppen machen unter bem Einsatz ihrer letz­ten Kräfte verzweifelte Ausbruchsversuche. Sie gin­gen in einer Tiefe von 15 ©liebem in breiten Wel­len gegen bie beutschen Stellungen vor. Alle Durch­bruchsoersuche scheiterten im beutschen Feuer. Pan­zer und Infanterie stießen tief in bie bolschewisti­schen Massen hinein. Die Bolschewisten hatten schwere Verluste. Die Gefangenen- unb Beutezahlen im Kessel von Brjansk finb ständig im Wachsen.

Innerhalb 24 Stunden

400 Sowjetflugzeuqe vernichtet.

Berlin, 13. Okt. (DNB.) Im Laufe des 12.10. schossen Kampfflugzeuge unb Jäger 46 Sowjetflug­zeuge ab, Flak vernichtete 14 Flugzeuge. Durch Bombentreffer auf Flugplätze mürben 40 Flugzeuge am Boben zerstört. Insgesamt würben also inner­halb 24 Stunben 100 Sowjetflugzeuge vernichtet.

x 13. Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht aibt Ä! befannt: