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immer noi allein die

ft r I e p r o t e t a r a t hatte. Lenin, der Führer dieser Revolution, behauptete, daß er die Gedanken des Juden Karl Marx zu Ende führe. Marx hat aber seine Theorie von der zwangsläufigen Entt Wicklung des Kapitalismus über die immer weiter­gehende Verelendung der Massen bis zum auto­matisch sicheren Siege des Proletariats im Klassen­kampf aus den Erfahrungen geschöpft, die er in den englischen Slums gewonnen hatte. Dort, im England des Manchestertums, bestanden jene Verhältnisse, von denen Marx vorauszusehen glaubte, daß sie schließlich zur Diktatur des Prole­tariats führen müßten. In dem Rußland der Vor­kriegszeit waren solche Verhältnisse nur in wenigen Großstädten zu finden, wie beispielsweise in Mos­kau und vor allem in Petersburg. Petersburg wurde daher auch ganz folgerichtig die G eb u r t s- ftätte des Bolschewismus. Von hier aus begann die sogenannte Oktober-Revolution, die den Sieg der Bolschewisten über die Menfchewisten, den Sieg Lenins über Kerenski brachte. Aus diesem Grunde wurde Petersburg auch in Leningrad um­getauft.

Von Leningrad aus nahm auch die Kata­strophe des Bauerntums dieser Sowjet­union ihren Ausgang. Es war den bolschewistischen Machthabern von vornherein klar, daß. chre, dem bäuerlichen Menschen des Vorknegsrußlands völlig wesensfremde Revolution niemals Aussicht auf Dauer hatte, wenn es nicht gelang, den Charakter der Bevölkerung weitgehend au wandeln. Aus dem Agrarlands mußte ein Arbeiterland im

Sinne des Klassenkampfes werden, denn nur so konnte es ein marxistisches Land werden. Gewor­den ist es freilich ein S k l a v e n l a n d. Die Um­wandlung der bäuerlichen Bevölkerung in eine marxistische Arbeiterbevölkerung ist den Bolsche­wisten auch heute noch nicht gelungen. Eie Erfolge blieben im wesentlichen auf die Großstädte und auf die Industriezentren beschränkt.

Dieses Mißlingen der politischen Absicht führte auf wirtschaftlichem Gebiete zu schweren Störun­gen. Es fehlte den Sowjets während ihrer ganzen Geschichte immer an einer guten Industrie- a rb eit erschüft. Wohl gelang es, die wenig Sachkenntnisse und manuelle Fertigkeiten erfordern­den Urproduktionen durch den Masseneinsatz von Zwangsarbeitern, d. h. von Arbeitssklaven zu sichern. Wie unglücklich sich dabei die im Grunve - -1(^ bäuerliche Bevölkerung fühlt, zeigt

Tatsache, daß im Donezkohlenbecken im Lause eines einzigen Jahres die gesamte Beleg­schaft gewechselt hat, wie denn überhaupt die Fluktuation der Arbeiterschaft eine ständige Sorge der Sowjets war. Kein Wunder, denn die ent­wurzelte Bevölkerung konnte eben in den proletari­schen Lebensoerhältnissen der Jndustriezentten nicht heimisch werden.

Dieses Uebel des Fehlens einer, europäischen Be­griffen auch nur einigermaßen entsprechenden Facharbeiterschaft ist die Hauptursache da­für, daß alle Fünfjahrespläne der Sowjets ihr Ziel nicht erreichten. Auch das Zurückbleiben der ver­arbeitenden und insbesondere der Feinindustrie hin­ter den Leistungen der Rohstoffindustrien läßt die­sen Grundfehler in der sowjetischen Wirt chafts- struktur erkennen. Um so wertvoller mußte für die sowjetische Staatsführung die in den Industrie­zentren von altersher vorhandene, erfahrene und geschulte Facharbeiterschaft sein. Auf sie stützte sich die kommunistische Partei polittsch sowohl wie auch wirtschaftlich. Während man sonst mit der gewalt­samen Verpflanzung der Bevölkerung ganzer Län­der sehr großzügig war, erwies es sich als unmög­lich, die verarbeitende und Feinindustrie zu ver­pflanzen. Wohl konnte man für die neuen Roh- st o f f g e b i e t e im Ural und in Sibirien zwangs­weise Arbeitssklaven beschaffen. Dagegen ist es noch nicht gelungen, in diesen Gebieten eine ausreichende Verarbeitungs - und Feininüuftrie auf­zubauen.

Diese Industrien, die ja auch für die Rüstungs- industtie von entscheidender Bedeutung sind, haben nach wie vor ihren Sitz hauptsächlich in den Ge­bieten um Moskau und um Leningrad Leningrad besitzt etwa800 Fabrikbetriebe mit fast 300 000 Mann Belegschaft, das sind 1 2v. H. der gesamten Sowjet-Industrie. Werften, Maschi­nen- und mechanische sowie chemische Werke stehen im Vordergrund. Nimmt man die Industrie der Umgebung Leningrads hinzu, die ja auch in deutsch­finnischer Hand oder von der Sowjetunion abge­schnitten ist, so sind durch die Einschließung von Leningrad rund 25 v. H. der Maschinenbaupro- duknon und Nichteisenmetallerzeugnisssse, rund 5 0 d. H. der elektrotechnischen und rund 7 5 v. H. des Schiffsbaues der Sowjetunion lahmgelegt. Die Leningrader Industrie fertigt im übrigen kompli­zierte Maschinen an, wie Textil- und Druckerei- maschinen, Verbrennungsmotore, Dampfturbinen, Hochspannungskessel u. a. mehr, die einen hochqua­lifizierten Arbeiterstamm notwendig machen. Eine Industriestadt wie Leningrad stellt natürlich auch ein wichtiges Rüstungszentrum dar, dessen Verlust die Sowjets nicht verschmerzen können. Die Elek- tromaschinensabrikElektrosil" hat 10 000, die Ki­row-Werke, bekannter unter dem alten Namen Puti- low, 30 000, die Newsky-Maschinenfabrik (Lenin), eine Kanal- und Turbinenbaufabrik, mehrere tau­send Arbeiter, die Telephonfabrik Kraswaja (Sarja) 5000, die Baltische Werft und Gummiwerft Kras- neye 32 000, die Textilmaschinenfabrik Karl Marx 5000 Arbeiter.

So geht es weiter mit den Fabriken für Elektro­wesen und Schweißmaschinen, Dieselmotoren, Preß­luftwerkzeuge und Schleifsteine, Draht, Nägel und Kleineisenzeug. Dazu kommen Schiffswerften, Schwermaschinenbauanstalten, Rüstungsbetriebe al­ler Art, Superphosphat- und sonstige chemische Werke. Sie alle fallen schon seit Wochen, da der deutsch-finnische Vormarsch die Zufuhr an Roh­stoffen und die Versorgung mit Kraftstrom unter­brach, das Wasser- und Wärmekraftwerk am Wol­chow und die Swir-Kraftwerke abschnitt, für die Sowjets aus, erleiden also Bne Lücke in ihrer Rüstungsindustrie, die sie nicht mehr ausfüllen kön­nen. Neben der Rüstungsindustrie des Leningrader Bezirks verlieren die Sowjets jetzt aber auch eine Armee von wertvollen Facharbei­tern, die weder aus dem Lande selbst noch auch von ^England oder von den USA. zu ersetzen sind. Von Leningrad aus nahm die blutige Tragödie des Bolschewismus im Jahre 1917 ihren Ausgang. Von Leningrad aus wird eines Tages auch der Zusam­menbruch beginnen. V. A.

Frankreich gegen die Kommunisten.

Vichy, 12. Sept. (Europapreß.) Das Sonder­gericht von Clermont-Ferrand hat sechzehn Kommunisten, darunter eine Frau, abgeurteilt. Die beiden kommunistischen Agitatoren Machandier und Lem»ine würben zum Tode verurteilt. Der Erstere hatte schon im Jahre 1938 eine Streikbe­wegung im Gebiet von Clermont-Ferrand ange­zettelt, während der Letztere ein Komplott gegen

Oie nationale Verteidigung Japans.

Tokio, 12. Sept. (Europapreß.) Die Schaffung einesGroßen Hauptquartiers für die Heimatverteidiguna" begründet die japa­nische Presse mit der Verschärfung der Situation leit dem 13. Juli. Die Organisation der Verteidi­gung wird reformiert. Vier Derteidigungs- kommandos werden geschaffen. Die Neurege­lung unterstellt diese vier Kommandos und damit sämtliche in Japan, Korea, Formosa und Südsacha­lin stehenden Heeresverbände und Fliegereinheiten hinsichtlich der Verteidigungsfragen dem neuen Gro­ßen Hauptquartier, dessen Befehlshaber wiederum unmittelbar dem Tenno untersteht. Auf diese Weise ist eine Rahmenorganisation geschaffen worden, die im Ernstfall sofort funktionieren kann. Der 'neuernannte Oberbefehlshaber des Großen Hauptquartiers für die Heimatverteidigung, Gene­ral Otozo Pamada, behält den Posten des Gene­ralinspekteurs des Milttärbildungswefen auch wei­ter bei. Er wird praktisch Generalissimus mit umfassenden Befugnissen über den Generalstab selbst fein. Die Neuordnung soll die enge Zusam­menarbeit zwischen dem Heer und der Regierungs- politif sichern. Sie ist nach einer mehr als einstün- digen Unterredung des Kriegsministers mit dem Tenno imb nach einer Konferenz der Chefs des Heeres und der Marine im kaiserlichen Palast be­kanntgegeben worden.

Die japanische Presse erörtert weiterhin das Pro­blem der Erhaltung des Friedens im Pazifik, wobei die ZeitungChugaifhogyo" her­

vorhebt, daß Japan bisher keine Opfer gescheut habe, um eine Friedenspolitik im Pazifik zu führen. Japan werde dies auch in Zukunft tun. Demgegen­über weist das Blatt auf die fortdauernden nord- amerikanifch-britischen Störungsversuche hin, die in der letzten Zeit deutlich erkennbar geworden seien. Hierbei hätten die USA. d i e politische Führung übernommen. Wörtlich heißt es dann weiter:Wenn England und die USA. glauben, gewisse Rechte in Ostasien zu haben, so ist es be­greiflich, daß sie daran hängen und sie festhaltcn wollen. Aber Japan kann keinerlei Eingriff dulden bei seiner Aufgabe, die Beziehungen mit den Ländern des südlichen Pazifik herzustellen." Ab­schließend betontChugaifhogyo", niemand könne annehmen, daß Japan müßig zusehen werde, wenn die Briten und Nordamerikaner den Japanern alle möglichen Hindernisse in den Weg legten und die Einkreisung Japans vollzögen.

Ein zweiter Transport japanischer Frauen und Kinder verläßt am 19. September Niederlän - disch-Jndien, um nach Japan heimzukehren. Die Reise erfolgt an Bord des japanischen Damp­fersKitano Maru". 115 Bürger der Vereinigten Staaten verließen Schanghai an Bord des von der USA.-Regierung zur Rückführung von USA.» Bürgern aus dem Fernen Osten beschlagnahmten President Cleveland". Ein weiterer USA.-Damp- fer wird für die nächste Woche erwartet.

Der Kriegshetzer Roosevelt am Werk.

Berlin, 12. Sept. (DNB. Funkspruch.) In einer Ansprache an das amerikanische Volk versuchte Roosevelt wiederum, der von ihm und seinen Helfershelfern so sorgsam geschürten Kriegspsychose in den USA. neue Nahrung zuzuführen. Dabei tischte der Präsident abermals dem USA.-Volk d i e Lüge von dem deutschen U-Boot-An- griff auf den nord amerikanischen ZerstörerGreer" auf. Trotz der einwandfrei bewiesenen Tatsache, daß der ZerstörerGreer" den ersten Schuß abfeuerte, beharrte Roosevelt auf seiner Lüge. Man muß sich die Frage vorlegen, wem denn am meisten an der Provozierung eines Zwischen­falles gelegen sein könnte. Doch sicherlich Herrn Roosevelt, dessen berüchtigter Schießbefehl an d i e U S A.» FI o 11 e beweist, wie krampfhaft er bemüht ist, dem USA.-Wolk durch einen solchen Zwischenfall die No t w e nd i a k e i t des Kriegs­eintritts der Vereinigten Staaten beizubringen. Die Behauptung, diese deutsche Handlungsweise sei Piraterie im rechtlichen und moralischen Sinne, löst lediglich Erinnerungen aus an das Piratentum Englands auf allen Weltmeeren und allen Konti­nenten.

Roosevelt, der kein Mittel scheut, um mit heuch­lerischen und verlogenen Argumenten das ameri­kanische Volk in den Krieg zu zwingen und zugleich Deutschland 'die Schuld dafür zu unterschieben, ver­steigt sich zu der grotesken Behauptung, schon im Juli 1941 sei ein amerikanisches Kriegsschiff von einem deutschen U-Boot, dessen Periskop deutlich hätte ausgemacht werden können, verfolgt worden. Wir sind überzeugt, daß, wenn Roosevelt damals das Periskop eines deutschen U-Bootes wirklich so deutlich gesehen hätte, er es nicht übers Herz ge­bracht hätte, diese Tatsache auch nur einen Tag ZU verschweigen, er hätte mit Posaunentönen der Welt davon Mitteilung gemacht.

Trotzdem werden mir nicht hysterisch und be­halten die Füße auf der Erde." Mit dieser Fest­stellung hat der Präsident, was das USA.-Volk angeht, zweifellos recht, ob er persönlich so fest mit den Füßen auf der Erde steht, erscheint mehr als fraglich und seine Nerven scheinen, an seinen hysterischen Ausfällen gemessen, nicht die besten zu sein.

Es sei das Ziel der bösen Nazis, so sasette Roo­sevelt weiter, die Freiheit der Meere ab­zuschaffen und sie für sich zu erringen. Was Roose­velt und sein Kumpan Churchill unterFreiheit der Meere" verstehen, kennt die Welt bisher nur unter dem BegriffHungerblockade". Die Freiheit der Meere" ist nach Ansicht Roosevelts das ideale Mittel, um durch die Lieferung von Waf­fen einem Krieg nachzulaufen, der die USA. nichts angeht. Im übrigen scheint Roosevelt mit dieser Forderung nach der Freiheit der Meere die Be­hauptung Englands, es beherrsche die Meere, in Zweifel zu sein.

Wir haben keinen Krieg mit Hitler gesucht und suchen ihn auch jetzt nicht." Mit diesen-Worten straft sich Roosevelt nicht nur selbst Lügen, sondern sie kennzeichnet auch die hinterlistige Weise, mit der er sein Ziel, den Kriegseintritt, beim USA.» Volk zu propagieren sich müht. Wir erinnern nur an die Tätigkeit der persönlichen Abgesandten Roo­sevelts in Paris, Warschau, London und auf dem Balkan, für die dokumentarische Beweise mehr als genug geliefert wurden. Der Präsident schickt auch heute noch seine Vertrauensmänner durch alle Län­der, um den Krieg zu suchen! Wir erinnern weiter an die Äußerungen offizieller Persönlichkeiten der USA., die offen .den Wunsch nach dem Zwischenfall aussprachen, wie beispielsweise der Marineminister Knox.

Wenn Roosevelt dann noch erklärt, daß von jetzt ab gtle deutschen oder italienischen Kriegsschiffe in den Gewässern, deren Schutz für die Ver­teidigung der USA. wichtig sei, nur auf eigene Gefahr einliefen, ohne aber diese Gewässer genau zu umschreiben, so liegt in diesem Anspruch auf die Beherrschung eines nicht näher umgrenzten Seegebietes der unendlich anmaßende USA.» Weltbeherrschungsanspruch schon allein begründet. Roosevelt, einer der Hauptschuldigen an diesem Kriege, hetzt und schürt weiter. Ihm liegt nichts an Menschen und Völkern, das Schicksal von Millionen ist ihm gleichgültig; er kennt nur ein Ziel: die politische und wirtschaftliche Beherrschung der Welt.

Oie (Sanierung Oberschlesiens.

Umfassende Aktion -er NSDAP.

Kattowitz, 12. Sept. (DNB.) Kaum zwei Jahre sind erst vergangen, daß nach einer schein­bar nicht endenwollenden Leidenszeit unter der Polenherrschaft dem Deutschtum im ehemaligen Ost­oberschlesien mit dem Einmarsch der nationalsoziok listischen Wehrmacht die Befreiungsstunde schlug. Wie in allen heimgekehrten, Gebieten nahm sich auch in Oberschlesien unmittelbar nach dem Einmarscy der deutschen Soldaten die Partei der deutschen Volksgenossen an. Sie linderte die erste Not und lenkte das Leben in neue Bahnen. Wenn auch die Erfüllung der großen sozialen Aufgaben, die hier in diesem Grenzgau so ungeheuere Ausmaße be­ißen, der Zeit nach dem siegreich beendeten Kriege Vorbehalten bleiben muß, ist doch die Bewegung in großzügiger Weise dabei, die Folgen der pol­nischen Mißwirtschaft, insbesondere das Wohnunas- elend, die Unterernährung weiter Volkskreise, die Säuglingssterblichkeit des kinderfreudigen Volkes, die Volksseuchen zu beseitigen, um den Grundstein ür eine restlose Sanierung in einer kommenden ruhigen Zeit zu legen. In der laufenden Betreuung in verwaltungsmäßiger Hinsicht und vor allem durch die erweiterten Hilfsmaßnahmen des WHW. und der NSV. überhaupt ist schon die größte Not beseitigt worden. Gauleiter Bracht hat jedoch dar­über hinaus dem Amt _ für Dolkswohlsahrt den Auftrag erteilt, eine umfassende Sanierungsaktion der NSDAP, in die Wege zu leiten, die er am Freitag zu Beginn des ersten G audi en st­oppel ls der NSDAP, im Gau Oberschlesien lerkündete. Dieser Sanierungsplan sieht vor: Jn- tandsetzung von rund 21 000 Wohnungen im Werte von über 1,5 Millionen RM., die Beschaf­

fung von über 66 000 Stück Möbeln aller Art im Werte von 2,8 Millionen RM. sowie die Deckung eines Kleidunas - und Wäschebedarfs im Werte von 4 Millionen RM. Hinzu kommt noch die Beschaffung von 1000 Kinderwagen und ebenso vielen Säuglingsausstattungen. Der Plan umfaßt ferner eine Betreuung von 40 000 Müttern und Kindern sowie 20000 Säuglingen mit Milch. Weiterhin wird an 60 000 Kinder ein halbes Jahr hindurch je ein Kilogramm O b st wöchentlich zusätzlich ausgegeben. 60 000 Mütter, Säuglinge und Kleinkinder erhalten S t ä r k e m i t- tel und weitere 11000 Volksgenossen werden zahnärztlich untersucht werden. Insgesamt erfordert diese Sanierungsaktion, die auch einen Teil des alten beim Reich verbliebenen Oberschle- stens umfaßt, über 16 Millionen RM.

Eine(Stiftung Oberschlesien"

DKD. Kattowitz, 12. September. Im Rahmen einer ^uhrertagung der NSDAP, des Gaues Ober­schlesien verkündete Gauleiter Bracht die Gründung $inerStiftung Oberschlesien". Sie soll die produk­tiven Kräfte Oberschlesiens auf allen kulturellen Ge­lten, der Musik, des Theaters, der bildenden Künste, des Museumswesens, der Landesforschung, der Heimatgestaltung, des Schrifttums, des Büche­reiwesens, fördern. Im besonderen wird sie kul­turelle Veranstaltungen einrichten, die sich jährlich wiederholen sollen, wie das Oberschlesische Musik- fest, die Oberschlesische Kunstausstellung und die Oberschlesischen Heimattage. Außerdem beabsichtigt sie die Durchführung von Oberschlesischen Kunst­wochen im übrigen Reichsgebiet.

He Präfektur von Clermont-Ferrand in Gang ge- egt hatte. Von den anderen wurden gegen je zwei auf lebenslängliche Zwangsarbeit, auf fünfzehn öaljre dzw. zehn Jahre Zwangsarbeit erkannt Die übrigen erhielten Gefängnisstrafen bis zu fünf Jahren. v 1 1

Jüdische Vermögensabgabe in der Slowakei.

Preß bürg, 12. Sept. (DNB.) Die slowakische Regierung erließ eine Verordnung, wonach die xWbenDermögen in der Slowakei, das nahezu drei Milliarden netto beträgt, durch eine Vermögensab­gabe von 20 v. H. belastet wird. Dem Judentum des Landes war es innerhalb weniger Jahrzehnte gelungen, mehr als die Hälfte des gesamten slowa­

kischen Vermögens in seine Hände zu bringen. Zur Deckung der Vermögensabgabe werden, die Besitzun­gen der Juden herangezogen werden, darunter auch 40"v. H. der jüdischen Bankeinlagen.

Sowjet-Drohung in Sofia.

Stockholm, 12. September (Europapreß.) Der sowjetische Außenkommissar Molotow forderte am Mittwoch in einer Note an den bulgarischen Gesandten in Moskau, Stamenow, Bulgarien auf,im Interesse des bulgarischen Volkes die sowjet.feindliche Einstellung" zu än­dern, wie der sowjetische Rundfunk am Don­nerstagabend meldet. In der Note wird die bul­garische Regierung auf ihre sowjetfeindliche Ein- stellung aufmerksam gemacht undvor wetteren

feindseligen Schritten gewarnt". Die sowjetfelndtlchr Einstellung der bulgarischen Regierung sieht die Sowjetunion in dem Verhalten Bulgariens gegen­über Deutschland.

Eine Erklärung des bulgarischen Innenministers Gabrowski betont den entschlossenen Willen der bul­garischen Regierung, jede antibulgarische Tätigkeit der Agenten Moskaus und Londons mit größter Härte zunichte zu ma­chen. In diesem Willen zeigten sich alle Abgeord­neten und der überwiegende Teil des Volkes mit der Regierung einig. Alle Bulgaren feien sich be­wußt, daß sie mit dem deutschen V o^l k e schicksalhaft verbunden seien und sein Sieg auch ihr Sieg fei. Gabrowski bezeichnete den bul­garischen Bauer als einen traditionellen Todfeind des Kommunismus, der das Privateigentum ver­neine und den Bauer der Früchte seiner Arbeit be­raube. Heute stehe ganz Europa im Kampf gegen den Kommunismus. Es fei die Zeit, in der sich das Schicksal auch des bulgarischen Bauern für Jahr­zehnte entscheide.

Middlesborough.

Middlesborough, das in der Nacht zum 12.9. mit Bomben belegt wurde, ist das größte Zentrum der britischen Eisenindusttie. Mehr als ein Drittel der gesamten englischen Erzeugung an Roheisen und mehr als ein Viertel der englischen Stahlerzeugung ist in und um Middlesborough massiert. Aufgebaut auf Erzvorkommen reicht die Industrie von Midd­lesborough von der Verhüttung über die Roheiscn- und Rohstahlerzeugung bis zum Walzwerkerzeug­nis. Middlesborough stellt so eine der größten Ba­sen der englischen Rüstungsindustrie dar. Der Hafen von Middlesborough war einer der größten Ein­fuhrhäfen für Eisenerz. In normalen Zeiten wur­den von den durchschnittlich sieben Millionen Ton­nen ErZ, die England im Jahre einführen mußte. 2,5 Millionen Tonnen im Hafen von Middlesbo­rough umgeschlagen.

Gleichschaltung

der angelsächsischen Kriegsindustrie.

Stockholm, 12. September. (Europapreß.) Der Direktor des nordamerikanischen Rüstungsamtes (cffice of production management), John D. Big­ge r s, ist in England eingetroffen mit der beson­deren Aufgabe, zu untersuchen, wie die vielfach beanstandete Zusammenarbeit zwischen der engli­schen und der nordamerikanischen Industrie ver­bessert werden könne. Biggers äußerte, daß eine Arbeitsteilung zwischen der englischen und der nord- amerikanischen Industrie erstrebt werde. Nordame­rikanische Sachverständigenkommissionen würden in Kürze nach England kommen, um die Einzelheiten des Planes einer Gleichschaltung der Kriegsindu­strie zu studieren.

Acht Briten heruntergeholt.

Berlin. 13. September. (DRV. Funkspruch.) Die Versuche britischer Flugzeuge, in der Nacht zum 12.9. deutsches Reichsgebiet anzu- greifen, stießen auf wirksame deutsche Abwehr. Außer zwei Britenbombern, die durch Flak ab­geschossen worden sind, wurden zwei weitere Bomber durch Marineartillerie und Flak vernichtet, sodaß insgesamt vier, britische Bombenflugzeuge abgeschossen wurden. In den Nachmiltagsstunden des 12.9. wurden bei einem Einflugsversuch in das besetzte Gebiet vier' bri'tifche Jagdflugzeuge vom Muster Spit- fire durch deutsche Jäger abgeschosfen.

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Italienische und deutsche Flugzeuge haben De­pots und Verteidigungsanlagen von T o b r u k^und Marsa Matruk angegriffen und vorgeschobene Flug­plätze und die Eisenbahnanlagen von Fuka bom­bardiert, wodurch beträchtliche Zerstörungen ange­richtet wurden.

Oie Fmanzkrast des Reiches.

In der ZeitschriftDie Deutsche Volkswirtschaft" kündigt Staatssekretär Reinhardt vom Reichs­finanzministerium die Weiterführung der Erleich­terung der Familienlasten mit dem Ziel des wollständigen Ausgleichs an. Er hebt das auch während des Krieges fortgesetzt st e i g e n b e Steueraufkommen hervor, das im Rechnungs­jahr 1941 mindestens 31 Milliarden RM. erreichen werde. Mit Verwaltungseinnahmen, Besatzungs­kosten usw. ergibt sich eine Gesamteinnahme de» Reichs von über 40 Milliarden RM. Die Aus­gaben für nichtmilitärische Zwecke be­tragen rund 20 Milliarden RM., die Aufwendungen für den Familienunterhalt der Ange­hörigen der Einberufenen belaufen sich auf rund 5 Milliarden RM. Zu gegebenen Zeitpunkten nach dem Kriege wird entweder eine Senkung von Steuern, der Ausbau von sozialen Einrichtungen oder eine echte Schuldentilgung Dorgenommen wer­den. Es steht außer Zweifel, daß die Finanzkräft des Reiches stärker als je ist und ihren Höhepunkt noch längst nicht erreicht hat.

Kennzeichnung der Juden.

Berlin, 12.Sept. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt wird eine Polizeiverordnuna veröffentlicht, die be­stimmt, daß Juden sich in der Öffentlichkeit nur mit eitlem gelben Judenstern zeigen dür­fen. Er besteht aus einem handtellergroßen, schwarz ausgezogenen Sechsstern aus gelbem Stoff mit der schwarzen Aufschrift ,Hude". Er ist sichtbar auf der linken Brustseite des Kleidungsstückes fest aufgenäht zu tragen. Weiterhin dürfen Juden ohne eine schriftliche Erlaubnis der Ortspolizeibehörde ihre Wohngemeinde nicht mehr verlassen und keine Or­den, Ehrenzeichen oder sonstige Abzeichen tragen. In einer Mischehe lebende jüdische Ehegatten sind unter bestimmten Voraussetzungen ausgenommen. Die Verordnung tritt am 19. September in Kraft. Der deutsche Soldat hat im Oftfeldzua den Juden in seiner ganzen Widerwärtigkeit und Grausamkeit tennengelernt. Er hat die Folgen der GPU.-Greuel und die Verelendung der Massen gesehen: das Werk der Juden. Dieses Erlebnis läßt den deutschen Sol- baten und das deutsche Volk in seiner Gesamtheit fordern, daß dem Juden die Möglichkeit genommen wird, sich zu tarnen und damit jene Bestimmungen zu durchbrechen, die dem deutschen Volksgenossen die Berührung mit dem Juden ersparen.

^aupfjtfirfftieiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stestvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft u. Sport: Ernst Blumschein.

Druck und Verlag: Brüblsche Universitätsdruckerei R. Lange K.G. Berlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenletter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel Pl.Nr.6«