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(91. Jahrgang Nr. 218
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vrühlsche Uniötrfhateb ruderet 8. Lauge General-Anzeiger sürOberhessen * 6ic6e*^Sd)eIftra6e 7-»
jw« v? A Samstag, 13./Sonntag,14-September 1941
Gießener Anzeiger
Schwere Schläge für Englands Schiffahrt.
134 000 BRT. durch Ll-Boote versenkt. — 21000 BRT. durch die Luftwaffe vernichtet. — Drei britische Schnellboote durch Dorpostenboote versenkt.
Oer Wehrmachtbericht.
DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 12. Sept Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Im O st e n gehen die Angriffsoperationen trotz schlechter Wetterlage und schwieriger Geländeverhältnisse gut vorwärts.
Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben. griffen Unterseeboote im Nordatlantik einen großen durch Korvetten und Zerstörer stark gesicherten feindlichen Geleitzug an. der aus über vierzig Schissen bestand. In zähen und mehrtägigen Kämpfen versenkten die Unterseeboote bisher 22 Dampfer mit zusammen 134000 BRT. Zwei weitere Schiffe mit 11 000 BRT. wurden torpediert. Auch mit ihrem Verlust ist zu rechnen. Der feindliche Geleitzug wird weiter angegriffen.
Im Kampf gegen die britische Versorgungsschlff- fahrt versenkte die Luftwaffe in der letzten Nacht südostwärts Great Zarmouth aus einem gesicherten Geleitzug heraus drei Frachter mit zusammen 21 000 BRT. 3m gleichen Seegebiet wurde ein leichter britischer Kreuzer und nordwärts Alnwick ein weiteres Handelsschiff durch Bombenwurf beschädigt. Andere Kampfflugzeuge erzielten im Tiefangriff Bombentreffer schweren Kalibers in einem Hochofenwerk bei Middlesborough und in Hafenanlagen an der O ft k ü ft e der Insel.
3m Geleitdienst stehende vorposkenboote wehrten im Kanal wiederholte Angriffe eines britischen Schnellbootverbandes auf das ihnen anvertraute Geleit ab. Sie versenkten drei der angreifenden Schnellboote. Küstenbatterien der Kriegsmarine griffen in das Gefecht ein und vertrieben die übrigen Boote. Alle Fahrzeuge des Geleits erreichten unbeschädigt ihren Bestimmungsort.
Britische Flugzeuge griffen in der letzten Nacht mit geringer Wirkung das norddeutsche Küstenge
biet an. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste an Toten und verletzten. Flakartillerie schoh zwei feindliche Bomber ab.
Ll-Boote voraus!
Deutsche U-Boote haben im Nordatlantik aus einem Geleitzug von über 40 Schiffen „in zähen, mehrtägigen Kämpfen" bisher 22 Dampfer mit zusammen 134 000 BRT. versenkt. Dann fährt die Sondermeldung fort: „Zwei weitere Schiffe mit 11 000 BRT^ wurden torpediert. Auch mit ihrem Berlust ist zu rechnen. Der feindliche Geleitzug wird weiter angegriffen." Warum diese Unterscheidung? Als versenkt werden nur jene Schiffe gemeldet, deren Absacken beobachtet wurde, als torpediert jene, bei denen wohl die Torpedoexplosionen, aber nicht deren Untergang festgestellt werden konnten. Die Geleitzüge werden durch Zerstörer, Korvetten, U-Bootfallen 'und Hilfskreuzer sehr stark gesichert. Es kann daher wohl vorkommen, daß ein U-Boot- kommandant sich mit der Feststellung des Torpedotreffers begnügt, ohne fein Schiff und feine Mannschaft einer zusätzlichen Gefahr auszusetzen. Die Geleitzüge sind immer riesiger geworden. Im Weltkrieg galt ein Geleitzug von 10 bis 20 Schiffen schon als eine „große Sache". Ein Geleitzug von 40 Schiffen, wie er jetzt angegriffen worden ist, ist schon kein Geleitzug mehr, sondern eine Geleitflotte. Die Leistungen der U-Boote sind schlechthin bewundernswert. Erst die Lauerstelkstng und dann der Einsatz in „zähen mehrtägigen Kämpfen"! Aehnliche große Ergebnisse konnten unter dem 31. Juli berichtet werden: Damals waren es 140 500 BRT., oder am 25. August, an dem 21 Handelsschiffe mit 122 000 BRT. aus einem von England nach Gibraltar bestimmten Geleitzug herausaefchosfen wurden. Den besten Kommentar zu diesen Erfolgen unsere U-Boote hat General Auchinlock, der britische Oberkommandierende im Nahen Osten, geschrieben, indem er seine Verbände zur äußersten Sparsamkeit mit Rücksicht auf die Schiffsraumnot aufforderte.
schule Hannover. 1931 wurde er Kommandeur des Potsdamer Jnfanterie-Regimenks 9, ein Jahr später Kommandeur der 2. Kavallerie-Division. Im Oktober 1933 übernahm er den Aufbau eines neuge- bildeten Armeekorps. 1938 schied er als General der Kavallerie aus dem aktiven Dienst. Mit Ausbruch des Krieges führte General von Kleist im Feldzug gegen Polen ein Armeekorps, mit welchem er den Südflügel des polnischen Heeres durchbrach. Im Westfeldzug zeichnete er sich aus. 1941 nahm er am 9. April die alte serbische Hauptstadt Nisch. Im Ostfeldzug stieß er tief in die Ukraine vor, kämpfte in der Vernichtungsschlacht bei Uman und erkämpfte die Brückenköpfe und die Stadt Dnjepropetrowsk.
Oer Führer bei seinen Soldaten.
Unser Bild zeigt den Führer und Obersten Befehls- fjqber während eines Besuches bei den Soldaten an der Front, hier verabschiedet er sich von dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd, Generalfeldmarschall v. Rundstedt. (PK.-Fischer-Scherl.)
Oie Geburtsfiätte -es Bolschewismus.
Was die Einschließung einer Millionenarmee der Bolschewisten in der Stadt Leningrad bedeutet, braucht auch einem militärischen Laien nicht gesagt zu werden. Für wie entscheidend man diese neue, glänzende Waffentat der deutschen Wehrmacht und der mit vorbildlicher Tapferkeit fechtenden finnischen Truppen auch bei unseren Gegnern hält, zeigen am besten die krampfhaften Versuche, die Kunde davon ihren Völkern so lange rote möglich zu verbergen. Es ist indessen nicht die bevor- stehende Vernichtung einer Millionenarmee allein, die den entscheidenden Wert der Einkreisung Lenin- grabe ausmacht, sondern es ist darüber hinaus die Tatsache, daß mit Leningrad einer der stärksten Stützpunkte des bolschewistischen Verteidi- g u n gs s y st e m s zusammenbrechen muß. Die noch in den Händen der Sowjets befindlichen Positionen im Finnischen Meerbusen und in der Ostsee (hangö einerseits und die Inseln Oesel, Dagö und Moon andererseits) hängen damit ebenso in der Luft und sind von jeder Zufuhr abgeschnitten, wie auch die gesamte sowjetische Front im nördlichen Karelien und auf der Halbinsel Kola. Die Unterbrechung der Murmanbahn bedeutet für diesen nördlichsten Teil der bolschewistischen Front die Unterbrechung jeder leistungsfähigen Verbindung mit den politischen und wirtschaftlichen Machtzentren des Landes. Für kurze Zeit steht allerdings noch der Seeweg von Archangelsk nach der Kandalakschabucht und weiterhin nach dem Hafen Murmansk offen. Die Vereisung des Hafens von Archangelsk wird aber in Kürze auch diese Verbindung für lange Monate ausschalten. So ist durch die Einkreisung von Leningrad gleichzeitig auch die durchgehende bolschewistische Front an einer Stelle endgültig zerbrochen.
Nicht so in die Augen fallend, aber auf den weiteren Verlauf des Krieges von vielleicht noch schwerer wiegendem Einfluß ist die ro ir t s ch a f t l i ch e Bedeutung dieses militärischen Erfolges. Um diese richtig würdigen zu können, muß man sich die gesamte wirtschaftliche Entwicklung der Sowjetunion seit dem Jahre 1917 noch einmal vergegenwärtigen. Das zaristische Rußland war im wesentlichen ein Agrar st aat mit verhältnismäßig schwach entwickelte Industrie, und es war eigenartig genug, daß gerade in diesem größten Agrar- floate der Welt jene Revolution zum Siege geführt werden konnte, die ihren Keim in dem In d u -
Trotz Minensperren erfolgreiche Kämpfe
im Nordabschnitt.
Die Heimat der Heldentaten ihrer Söhne würdig.
Berlin, 12. September. (DNB.) In heftigen Kämpfen erzielten die deutschen Truppen während der letzten Tage im Nord ab schnitt der Ostfront weitere gute Erfolge. Sie kämpften sich gegen zähen bolschewistischen Widerstand und durch ausgedehnte Minenfelder gegen die feindlichen Feldstellungen und Bunker vor. In dem Abschnitt eines deutschen Armeekorps wurden am 9. und 10. September insgesamt 6700 Minen weggeräumt. Trotz der Minensperren wurden die sowjetischen Feldstellungen und eine Ortschaft erobert. Die Bolschewisten verloren 1200 Gefangene, 12 Panzerkampfwagen, 60 Geschütze und große Mengen sonsttgen Kriegsgeräts. An einer anderen Stelle erzielten die deutschen Truppen weitere Geländegewinne und machten 1920 Gefangene. Im Raume nördlich Nowgorod unternahmen sowjetische Truppen in der Nacht zum 11. September an drei Stellen Uebersetzversuche über den W o l- ch o w. Si^ wurden jedoch unter schweren blutigen Verlusten für die Bolschewisten abgeschlagen.
Als bei den Kämpfen u m den Luga-Fluß deutsche Truppen einen Brückenkopf gebildet hatten, setzten die Bolschewisten am nächsten Tage starke Infanterie- und Panzerkräfte ein, um diese deutsche Stellung in ihre Hand zu bringen. Im Schutze der Dämmerung war es einem schweren Sowjet-Panzer gelungen, bis auf 150 Meter an einen deutschen Regimentsgefechtsstand heranzukommen und chn unter direkten Beschuß zu nehmen. Angesichts der drohenden Gefahr ergriff der Leutnant eines Pan- zer-Pionier-Bataillons einen Kraftstoifkanister und einige Handgranaten und arbeitete sich an den großen bolschewistischen Panzerkampfwagen heran. Ohne bemerkt zu werden, hatte er den stählernen Koloß erreicht und übergaß ihn mit Benzin, das er durch eine Handgranate anzündete. In wenigen Sekunden stand der ganze Panzerkampfwagen in Flammen. Die Besatzung, die keine Möglichkeit zur Flucht sah, erschoß sich selbst.
Bomben auf militärische Werke Leningrads.
Kolonnen mit zahlreichen Lastkraftwagen, Panzern und Geschützen. Sowjetische Artilleriestellungen und Munitionslager wurden zerstört. Jrn Raum Neshin —Tschakow wurden 29 Eisenbahnzüge zerstört. Vier Kampfflugzeuge erzielten im südlichen Kampfabschnitt Volltreffer in sieben Transportzügen, die sämtlich schwer beschädigt wurden. Ein Transportzug wurde durch Feuer vernichtet. Durch drei Kampfflugzeuge wurden auf einem Bahnhof zehn abgestellte Transportzüge schwer beschädigt. Ein Güterzug wurde aus 30 Meter höhe durch Bombentreffer aus den Gleisen geworfen. Die Lokomotive wurde mit Bordwaffen vernichtet. Einige Tankwagen brannten aus. Kampfflugzeuge griffen die Hafenanlagen von Odessa an. Zahlreiche Treffer und große Brände wurden beim Abflug beobachtet.
In der Nacht zum 12. September bombardierten deutsche Kampfflugzeuge Suez und die großen hafenanlaqen von Port läufig. Es wurden zahlreiche Brände in Lagerhäusern und hallen hervorgerufen. ,
Mit dem Ritterkreuz ausaereichnet.
Berlin. 12. September. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an General der 3nfanterie Kienitz. Kommandierender General eines Armeekorps. Oberstleutnant von L enger ke. Abteilungskommandeur in einem Reiter- Regiment. Oberleutnant Treffer. Kompaniechef in einem Kraftsahrbataillon. Leutnant Brandt. Kompaniechef in einem 3nfanterie-Regiment. Cctif- nant Ewald. Zugführer in einem Pionierbataillon und Oberfeldwebel Axt mann. Führer eines Kompanietrupps in einem 3nfanterie-Regiment.
Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen an Hauptmann Schmidt in einem Jagdgeschwader. Er hat im Einsatz an der Kanalküste bisher 25 Abschüsse erzielt, davon 13 in
Berlin. 13. September. (DNB. Funkspruch.) Verbände der Luftwaffe führten am 12. 9. zur Unterstützung der Operationen des Heeres vernichtende Schläge gegen bolschewistische Stellungen und kriegswichtige Ziele durch. In der Nacht zum 1- wurden durch gutgezielte ^Bombentreffer in militärischen Werken Leningrads große Brände erzielt. Im mittleren Kampfabschnitt führten Kampf- und Sturzkampfflugzeuge 27 Angriffe auf sowjetische Stellungen durch. Drei Geschütze uno acht Panzerwagen wurden vernichtet, fünf weitere
In der Ukraine richteten sich die Operationen der Luftwaffe auf die Gebiete Zwischen dem Unterlauf des Dnjepr und der Krim und dem mittleren Dnjepr und der Desna. Während schnelle Verbände des Heeres an einzelnen Stellen schon wett über die deutschen Linien hinaus vorstießen führte die Luftwaffe rollende Einsätze auf Feldstellun gen und Verbindungslinien der Sowjets durch. Kampfflugzeuge vernichteten motorisierte
den letzten Monaten.
Generaloberst von Kleist 40 Jahre <?oldat.
Berlin, 12. September. (DNB.) In feinem Hauptquartier im Osten, inmitten feiner siegreichen Truppen begeht am 13. September Generaloberst von K l e l st sein 40jähriges Dienstjubiläum. Aus einer alten preußischen Familie stammend, welche der deutschen Nation schon bedeutende Soldaten und Dichter gegeben hat, wurde Ewald von Kleist am 8 August '1881 in Braunfels (bei Wetzlar) geboren. Als Fahnenjunker trat er beim Feldartillerie-Regiment 3 in Brandenburg em, um aber bann zur Kavallerie überzutreten. Bei Ausbruch des Weltkrieges war er Rittmeister in einem hu- saren-Negiment. Bald in den Generalstab berufen, nahm er auf dem östlichen und westlichen Kriegsschauplatz an zahlreichen Schlachten teil. Nach dem Zusammenbruch war er Lehrer an der Kavallerie.
Aufruf des Führers zum Winterhilfswerk 4944/42.
Berlin, 12. Sept (DNB.) Der Führer hat folgenden Aufruf zum Kriegswinterhilfswerk des deutschen Volkes 1941/42 erlassen:
Zum 9. Wale rufe ich das deutsche Volk auf. sein freiwilliges Opfer für das Winterhilfswerk zu bringen. , r w c ,
In einem gigantischen Ringen kämpft in diesen geschichtlichen Tagen unsere Wehrmacht um das Sein oder Nichtsein der deutschen Nation, ja, darüber hinaus um die Erhaltung jenes Europas, das seit Jahrtausenden der Menschheit ein Spender der Kultur und Zivilisation gewesen ist und in der Zukunft wieder sein soll.
wie einst im Innern, so haben sich in der uns heute feindlichen Welt der jüdische Kapitalismus und Bolschewismus vereint in dem Bestreben, das nationalsozialistische Deutsche Reichs als ein starkes Bollwerk dieses Europas zu vernichten und vor allem unser Volk auszurotten.
Seit zwei Jahren fehl daher der deutsche Soldat sein Blut und fein Leben zum Schuhe unserer teuren Heimat und unseres Volkes ein. Augenblicklich kämpft er im Verein mit unseren Verbündeten vom nördlichsten Teil Europas bis zu den Ufern des Schwarzen Meeres gegen einen Feind, der nicht menschlich ist, sondern nur aus Bestien besteht. Die Erfolge seines Opfers an Blut und Schweiß, an Sorgen und Entbehrungen sind aber weltgeschichtlich unerhörte.
Möge sich die deutsche Heimat durch ihre Haltung und ihren eigenen Opfersinn den Heldentaten dieser Söhne würdig erweisen! Ihr Einsatz soll das Wesen unserer nationalsozialistischen Volksgemeinschaft auch im Innern bekräftigen und die Front dadurch in dem Bewußtsein stärken, daß das ganze deutsche Volk hinter ihr steht und daß ihr Kampf daher kein vergeblicher ist, sondern mithilst. das große nationalsozialistische Gemeinschaftsideal zu verwirklichen.
Die Welt aber mag daraus ersehen, daß Front und Heimat im Deutschen Reich eine in Treue verschworene Einheit und daher unbesiegbar sind!
Führerhauptquartier, 12. September 1941. flc3- "volf £)\t\et.
Reichsverweserv.HorWimMhrerhauplqnartter
Reichsoerweser von Horthy stattete, wie schon gemeldet, dem Führer in seinem Hauptquartier einen Besuch ab. (Press e-Hossmann-M^
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