Stiefkind der Mode ...
All die herrlichen Dinge Die Fran Mode in jebem Frühjahr in jedem Herbst erhnbei. und im Grunde berechnet tür jene Jdeqlgestalt mit schmalen Hüften, langen Beinen, breiten Schultern und schmaler Mute, Du wir immer so voll Bewunderung in den Schaufenstern und ach leider nur selten im Leben betrachten Aber jene anderen mit zu großer Fülle zu kurzen Beinen zu geringer Größe — was sollen sie nun anziehen um so vorteilhaft wie möglich und doch auch,modern angezogen zu jein9 Sie diese Stiefkinder der Mode wirken ja oft genug geradezu lächerlich wenn sie sich die Herrlichkeiten der neuen Saison zulegen und sie bedenkenlos spa- zterentragen .. Nun von diesen Benachteiligten verlangt Frau Mode noch anderes als die neuen Modelle, um gut. ja sogar elegant zu wirken Die Stiefkinder der Mode brauchen noch etwas mehr, nämlich Einsicht in ihre Unzulängl/hkeilen Geschmack um das für sie passende auszuwählen und richtig zusarnrnenzuslellen und Bescheidenheit, um aut alles das zu verzichten was an den andern so wunderschön aussieht was ihnen aber so gar nicht steht Was steht ihnen nicht'? Grundsätzlich siegt ihnen nie ein großes Stoffmuster nie ein breitrandiger Hut überhaupt fein sehr großer Modegegen- sland also auch keine große Handtasche keine überlangen Handschuhstulpen und so weiter Keiner vollschlanken Frau, wenn sie nicht vorbildlich schöne, straffe Formen hat. steht em fest auf Figur gearbeitetes Kleid Vorsicht bei allen Arten von gestrickten ober gehäkelten Kleibern ober Pullovern! Sie kleiden nur bann wenn sie locker sitzen bann aber machen sie eine untersetzte Figur zu pummelig". Vorsicht bei allen bitten derben Stoffen!
Und was steht ihnen gut. den Stiefkindern der Mode'? Kleine Hüte mit nicht zu niedrigem Kopf, kleine Stoffmuster gedeckte Farben, weich fallende, ferne Stoffe, lose Jacken und Mäntel Möglichst äurtellofe Kleider. Jacken und Mäntel Em ganzes Kleid oder Komplet, denn die Aufteilung in Bluse und Rock verkleinert jede Figur durch ..optische Täuschung" Aus dem gleichen Grunde bevorzuge die untersetzt gebaute Frau Überhaupt einen einheitlichen Anzug. Hut Anzug und Schuhe seien von gleicher Farbe. Das klingt 'vielleicht anspruchsvoll, ist es aber nicht Man hat nur etwas bescheiden n der Farbenwahl zu sein und. beim neuen Einkauf an die alten Bestände zu denken Haben wir einen braunen Mantel oder ein braunes Kostüm das wir vorzugsweise tragen, dann werden wir eben die neuen Schuhe in passender Farbe wählen selbst wenn die blauen ober grauen Schuhe uns noch so gut gefallen Denn es kommt ja nicht barauf an, daß wir etwas kaufen, was uns gefällt — dies merke sich Überhaupt jede Frau, denn es wirb immer roieber dagegen gesündigt — sondern etwas, das uns steht und zu unseren anderen Sachen paßt. Selbstverständlich kann durch Kleinigkeiten, die manchmal den Hauptreiz ausmachen der Eintönigkeit oorgebeugt werden als da find bunte Taschentücher bunte Shawls, bunte Ketten. Besätze und anderes mehr Aber die Einheitlichkeit in der Farbe macht nicht nur einen eleganten Eindruck, sondern sie vergrößert dem Anschein nach auch die Figur und läßt sie schlanker erscheinen Und bas sinb zwei Punkte, auf bie Stie'kinber ber Mobe immer w e- der Einarbeiten müssen. Peka.
Daumenlutscher und Nagelkauer.
„Junge nimm ben Finger aus bem Munb? Pfui. Renate, du hast schon wieder an den Nägeln geknabbert! Sieht bas aber häßlich aus!" Wer kennt nicht biese Sorgen in ber Kinberstube? Immer schon hat es ben Daumenlullcher gegeben, im Struwelpeter hat ber Dr Hoffmann ihn verewigt, um seinem eigenen Buben ein warnendes Beispiel zu geben Und immer wieder begegnet man Kindern mit abgeknabberten Nageln Und was ist nicht schon alles dagegen versucht worden. Man hat den Finger mit Senf bestrichen, aber bie Kinber haben ihn nvt Begeisterung abgeleckt Man hat irgenbeine Salbe au'gestrlchen — es hat nichts geholfen. Man hat die chonsten Spiele, bie lockendsten Geschenke in Ansicht gestellt — ber Daumenlutscher ist geblieben. In ;anz hartnäckigen Fällen allerdings sinb Mütter Iwnn erfinbensch geworben unb haben bie Finger umwickelt in Handschuhe gesteckt und nachts Die Hände angebunden
So hart ba_> klingen mag, es gibt fein Mittel, das unversucht bleiben bars, um nicht bas schreckliche Daumenlutschen unb Nägelknabbern ben Kinbern abzugewöhnen Denn beibes ist gefährlich Das Dau- menlutschen ganz befonbers, weil burch ben stänbigen Druck bes kleinen Daumens aui die Zahne um) gegen ben Gaumen Mißbilbungen an bem noch weichen unb sich bilbenben Kinbergaumen zeigen könnten So verbanken z. B. manche „Raffzähne" ihre Entstehung bem Daumenlutschen Uno ber Daumen — manche Kinder lutschen übrigens manchmal gleichzeitig an zwei Fingern — bekommt eine so häßliche Form, die Dann auch im späteren Leben noch sichtbar bleibt Und vielleicht wird dann ber Junge ober das Model seine Mutter vorwurfsvoll fragen: Warum hast du mir als Kind bas nicht ab» gewöhnt?
Um wirklich helfen zu können, muß man die Ursachen dieser schlechten Angewohnheiten kennen Das Daumenlutschen ist in ben weitaus meisten Fällen auf die Schulb Der Mutter zurückzuführen Da hat das Kinb irgenbroann geschrien es soll aber still fein unb ba bie Mutter gerabe keine Zeit hat. sich mit bem Kmb zu beschäftigen steckt es ihm ben Finger in ben Munb Unb siehe ba bas Kind bas Langeweile hatte, ist still Aber es hat an biefer Beschäftigung auch Gefallen gefunben unb wirb es nun niemals roieber sein lassen Unb warum tauen bie K'nber an ben Nägeln? Durch vielfache Untersuchungen in ben Kinberklimken hat man herausge- funben baß fast allen nägelfauenben Kinbern bas Vitamin B fehlt Wenn biese Kinder richtig ernährt wurden legte sich das Nägelkauen von selbst
Solche Erkenntnisse weisen ben Müttern ben Weg um Abhilfe zu schaffen Das Daumenlutfck> n darf also niemals gezeigt werden im Gegenteil, kommt bas Kinb selbst auf bie schlechte Jbee bann muß es sofort bestraft werden Es ist ja eine alte Weisheit, daß die Kmbererziehunq eigentlich m ersten Lebensjahr vollendet fein soll Bei den nägeb kauenden Kindern muß man tue Kost so einrichten baß bem Körper viel Vitamin B zugeführt w'rb Dazu sinb alle Hefepräparate unb vor allem Tomaten bie man kleinen Kinbern als Saft ober Bre» neben kann einige Qnhlarten und Salate zu ge« brauchen. Hefe kann man ja jeher Speise zusetzen.
Aus dem Reiche der Krau.
Am bekömmlichsten ist Die Ege. wenn man |ie m ber P'anne mit ein wenig Butter schmelzen läßt Uebrigens können auch Erwachsene, die schlechte und bruchige Nägel haben, viel Hefe essen unb eine To- maientur machen Wenn nun aber bas Unglück polstert ist unb bie Mutter eines Tages bie abgeknabberten Nägel entbedt. Dann will sie ihrem Kind biese schlechte Angewohnheit nicht nur möglichst schnell abgewöhnen fonDern sie mochte auch bie häßlichen Spuren verwischen Wie aber kann man bafür sorgen baß abgeknabberte Nägel roieber gut unb gleichmäßig nachroachsen? Zuerst werden sie natürlich so weit wie möglich beschnitten Dann gibt man bem Kind ein lauwarmes Hanbbad. in bem
man em wenig Seife, auch Wasch- ober arune Seife aufgelöst hat unb läßt bie Hänbe etwa fünf Minuten haben Dann werben bie Nägel gut eingefettet, wozu man man besten Hautöl oerroenbet Damit Die Bettwäfche durch das Del nicht unnötig beschmutzt wirb, wartet man mit bem Schlafengehen so lange, bis bas Del gut eingezogen ist Wer em übriges tun will massiert bie Fingerspitzen leichi burch Bei allen Hilfsmitteln ist aber eine Dorbebmgung notroenbig- bie Mutter muß konsequent sein unb sich burch kein Bitten unb Schmeichel' verleiten lassen, bas Dau» menlutschen ober Nägeltnabbern burchgehen zu lassen. W.
Was follen wir tragen ?
Wie bereite ich Chicoree zu?
Ein wenig frembartig unb blaß liegt er m kleinen, mit Seibtnpapier ausgewogenen Holz, kistchen m ben Schaufenstern guter Gemüse- uni Delikatessengeschäfte, unb ber Kaufpreis ist für lein vornehmes Aussehen verhältnismäßig mebrig benn Chicoree wiegt nicht viel Unb boch wirb er wenig gekauft Man macht ihm ben Vorwurf baß er bitter fei. aber ist nicht auch ber Endiviensalat bitter? Unb ist nicht gerabe biese Bitterkeit bas Pikanteste baran?
Chicoree liebevoll zubereitet ist eine Delikatesse, unb seine Bewunderer mochten aus ben zarten, bitteren Geschmack nicht verzichten Natürlich muß man ihn gut zubereiten unb mit Zutaten vermischen, bie seinen Wohlgeschmack voll zur Geltung bringen, Zunächst höhlt mar bas Enbe jeder Chicorse mit einem spitzen Messer aus, dann verliert er schon viel von seiner Bitterkeit, denn dort sitzt sie. — Zu Salat wird der Chicoree recht feingeschnitten und
PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS
Drei Kinderkleider aus gebrauchtem Herrenhemdenstoff, aus getupftem Gar- ö i n e n m u 11 und aus altem ß einen haben wir oben skizziert.
Aus hellblauem Popeline ist das Falten- k l e i d ch e n (links) mit dem Blusenteil aus weißem Popeline. Das starkgelesene, weiße Mullkleidchen mit dem gesm 0 ckten Mie -
3« jedem Garten eine Kräuterecke!
Schon in den ersten Frühlingstagen überlegt ber Gartenbesitzer, wie er in biesem Hahr- wohl am besten fein Gartenstück einteilen kann, denn jeher ist barauf bebacht, feinen Garten so ertragreich wie möglich zu gestalten. Trotzbem sollte aber auf keinen Fall bie Kräuterecke vergessen werben, bie uns im Sommer stänbig frisches Gewürzkraut liefert unb uns bie Möglichkeit gibt, für ben Winter einen Vorrat an getrockneten Kräutern zu schaffen.
Die gebräuchlichsten Kräuter sinb auch heute noch Petersilie und Schnittlauch Daneben gewinnen aber bas zarte Dillkraut, Borretsch unb Basilikum immer mehr an Beliebtheit. Während Dillkraut hauptsächlich für Gemüse-, Fleisch- oder Fischtunken (z. B Krabben mit Dilltunke) Verwendung findet, gilt Borretsch vornehmlich als Würzkraut für Salate. Jedoch kann man für Salate fast alle Kräuter allein oder auch verschieden gemischt verwenden. Rosmarin und B a s i l i - k u m werden gern für Fischgerichte genommen und Majoran hauptsächlich für Fleisch-, Wild- oder Geflügelgerichte. Während P i m p i n e l I e unb Gartenkresse roieberum für Salate bevorzugt werden, schmeckt man gekochte Gemüse gern mit Bohnenkaut ab. Daneben steht es natürlich jedem frei, alle genannten Gewürzkräuter nach eigenem Geschmack unb Belieben zusammenzustellen unb zu verwenben. Frischkostsalate unb Brotaufstriche lassen sich so immer neu im Geschmack auf ben Tisch bringen. Eine genügsame Pflanze haben mr ;m Gerbe! ber zur Herstellung einer frischen Vorsuppe gern genommen wirb.
Sicher wirb bas Kräutergärtlein bem Gartenbesitzer viel Freube bringen; aber auch in vielen Stabthaushalten wirb es möglich fein, sich ein solches Gärtlein anzulegen, vorausgesetzt, daß ein Balkon oorbanben ist Währenb Petersilie im Sommer reichlich beim Gemüsehänbler zu bekommen ist, sinb einige ber obengenannten Kräuter auch für den Balkonkasten ober für einen größeren Blumentopf geeignet Schnittlauch kann sich bie Stabthausfrau ebenfalls in einem Blumentopf beim Gemüsehänbler kaufen Der Schnittlauch wächst nach jebem Schnitt wieder frisch nach
Wie halten wir es nun mit bem Samenein- kauf? Weder auf dem Balkon noch im Garten wird soviel Platz zur Verfügung stehen, daß non feder aewünfchten Kräutersorte eine ganze Tüte voll ausgefät werden kann. Auch mit der geringsten Samenmenge muß sparsam umgegangen werden Jeder Gärtner od-r auch der Samenbändler wird uns gern raten welche Kräuter wir als Pflän'chen erhalten können und welche wir an Drt unb Stelle
verteil hat Pu f f ä r m e l, einen kleinen Kragen und einen schmalen, roten ßarfgürtel
Aus hellblauem unb weißem Leinen ist bas Kleibchen links. Seine Nähte sinb hellblau unb weiß ü b e r st i ck t, hellblau unb weiß ist auch die (Gürtel)-K 0 r b e l mit den Pompons. H.
aussäen müssen. Von den Sorten, die sehr schnell zur Blüte kommen, wie Dill, Borretsch unb Gartenkresse, empfiehlt es sich, etwas mehr Samen zu nehmen unb etwa in Abstänben. von vier Wochen regelmäßig kleine Mengen Samen auszustreuen Wieberholt man dieses ständig, so hat man bis zum späten Herbst frisches wohlschmeckendes Grün zur Verfügung. Blühender Borretsch in einer niedrigen, weiten Vase ist außerdem ein hübscher Zimmerschmuck. H. St.
Auch das Auge will mitessen!
Eine Tatsache, bie wir bestimmt schon oft beachtet haben, wenn wir z. B Kranke versorgt ober Gäste erwartet haben Die Speisen würben hübsch appetitlich in gutem Geschirr unb abgestimmten Farben angerichtet, bamit auch das Auge — zugunsten des Magens — auf feine Kosten kam. Haben mir aber schon einmal daran gedacht, daß auch Kinder, ja sogar Säuglinge schon auf die Art der Speisendarreichung reagieren? Wieviel lieber essen die Kleinen ihren Brei oder ihren Flammeri aus einem bunten Tellerchen mit luftigen Sternchen, Pünktchen ober Figuren. Auch eine weniger beliebte Speise gewinnt in ben Augen des Kindes durch eine hübsche Verzierung unb luftiges Geschirr Früchte unb Kekse, Tunke, Nüsse. Manbelstistchen ober Fruchtscheibchen, bas alles sind beliebte Zusätze zu solchen Kinderspeisen, deren Geschmack auch gleichzeitig dadurch reizvoller wird
Wichtig ist ferner, daß man dem Kind nicht z u v i e 1 in feinen Teller gibt Der Appetit wird dadurch oft von vornherein verdorben, so daß er nicht einmal, wie man fo sagt, „beim Essen kommt", wenn das Kind schon an sich zum Essen immer sehr gebeten fein will. Man sollte auch dafür sorgen, baß für jedes Gericht ein anderer Teller genommen wird. Viele Mütter vernachlässigen aus Bequemlichkeit diesen wichtigen Punkt, in dem Kinder noch v'el empfindlicher sind als Erwachsene. Manche Kinder mögen z B nicht einmal die Fruchttunke mit Dem Pudding zusammen Ehe wir ihnen eine fo nahrhafte Speise — Grießpudding, Flammeri, Reisauflauf .ufro. -r- verleiden, richten wir uns lieber nach den einzelnen kleinen Wünschen, die sich bei zunehmendem Alter ja sowieso verlieren. Auch die Abneigung vieler Kinder gegen Häutchen auf Milch oder Kakao gehört hierher Das Kind macht be stimmt keine Schwierigkeit beim Essen, wenn man immer in ber Erkenntnis handelt, daß das Kind mindestens doppelt fo empfindlich ist wie der Erwachsene Und zwar das nicht, weil es verwöhnt ist sondern weil der noch sehr zarte Drganimus sich instinktiv aeqen etwas sträubt, was er noch nicht vertragen kann. V. A.
mit viel Milch, etwas Zitronensaft ober Essig, nicht zu wenig Zucker, Salz, einer Spur Suppenwürze unb recht viel gehackten ober getrockneien, geriebenen Kräutern angemacht Das schmeckt wundervoll! Auch mit kleinen Apfelstücken zu Salat an» gemacht ist Chicoree ausgezeichnet.
Aber seine größten Vorzüge entfaltet er, wem, man ihn dämpft oder kocht und mit einer Tunke übergießt Mam nimmt für 4 Personen 750 g big 1 kg Chicoree, höhlt ihn aus, wäscht und kocht ober Dämpft ihn Nun bereitet man bie Tunke; man gibt etwas Fett in einen Topf, 2 bis 3 Eßlöffel Mehl bazu, verrührt beibes und gießt nach unb nach, ohne das Rühren zu vergessen, Milch dazu. Dag wird eine weiße, dicke und weichliche Tunke, eine gute Ergänzung zu dem etwas herben Chicoree. Man würzt die Tunke mit einer Prise Zucker, etwas Muskat unb ein wenig Suppenwürze, gibt ben Chicoree hinein, läßt bas Ganze etwas durchziehen, unb bas Gericht ist fertig. Wenn man ein wenig Reibkäse hätte, würbe man ihn noch barüberstreuen unb bas Gericht schnell im Backofen etwas über- krusten; nicht auszubenken wären solche Genüsse! —
Dber man übergießt ben Chicoree mit einer bunt« len Madeiratunke Man röstet Mehl ohne Fett in einem Schmortopf unter Rühren haselnußbraun und füllt mit Wasser auf. Man kocht die Tunke recht dick, denn wenn der gekochte ober gebämpfte Chicoröe hineinkommt, wirb sie von selbst bünner. Die Tunke wirb mit einem Guß Mabeira ober auch herbem Rotwein, etwas Zucker, Salz unb Suppen« würze gewürzt. Man gibt ein wenig Fett bazu und, wenn man will, auch schärfere Gewürze, z. $. Paprika.
Das Nonplusultra sind überkrustete Chicoröe- röllchen! Man gebraucht dazu auf 750 g Chicoree 100 g Plockwurst und wieder eine dicke, Helle Milch« tunke. Der Chicoree wird halbweich gekocht ober besser gebämpft, bann halbiert man ihn unb umwickelt bie Hälften mit einer Wurstscheibe, solange diese reichen In eine etwas ausgefettete, feuerfeste Form füllt man den Chicoree, den umwickelten unb den anderen Man gießt bie Tunke darüber streut etwas Paniermehl und ein paar Butterflöckchen darauf unb überfjruftet bas Ganze — Eine ganz einfache Art, Chicoree zuzubereiten ist bas Schmoren. Man gibt ben gewaschenen Chicoree mit etwas Fett unb Zucker in einen Topf, schmort ihn etwas an, gibt ein wenig Wasser bazu, beckt ben Topf gut zu unb läßt bas Gemüse bei schwachem Feuer langsam garschmoren.
Zum Schluß eine etwas derbere, aber schmackhafte unb praktische Zubereitungsart Man bereitet aus frisch gekochten, nicht ganz abgegossenen Salz« kartosseln einen Stampfbrei, gibt recht viel fein- geschnittenen Chicoree bazu. mischt bas Ganze gut burch unb gießt eine mit Mehl gebunbene Specktunke herüber Dieses Gericht mit Enbioien zubereitet ist vielleicht schon bekannt; mit Chicoröe schmeckt es ganz befonbers gut. I. M.
Rezepte.
Selleriekartoffeln. 1 große Sellerieknolle, 1% kg Pellkartoffeln, 20 g Mehl. Salz, Liter Milch. Der sauber gebürstete Sellerie wirb bünn geschält ober geschabt unb in Würfel geschnitten. Dann kocht man ihn in Salzwasser gar, aber nicht ZU weich, gibt bas ungerührte Mehl bazu, unb wenn alles gut burchgekocht hat, bie abgezogenen, noch warmen in Würfel geschnittenen Pellkartoffeln Ünd die heiße Milch. Das Gericht muß noch eine Weile Ziehen, man kann es auch noch mit ein paar Tropfen Cssiq abschmecken
Buttermilchgötzen. 1XA kg rohe Kartoffeln, V-z kg gekochte Kartoffeln, % Liter Buttermilch, S"lz, etwas Kümmel, Fett zum Backen Die Kar« toffeln werden roh gerieben, ausgedrückt und mit ben gekochten, geriebenen Kartoffeln und den übri« aen Zutaten vermischt, in eine Pfanne mit heißem Fett geschüttet und bei Mittelhitze in ber Rohre gebacken. Nicht roenben!
Klütermilch VA Liter Milch, 50 bis 60 g Mehl, 40 g Fett oder Speck, evtl 1 Eßlöffel Klimmet, etwas Essia, Salz unb Zucker nach Geschmack Als Einlaae geröstete Brot^ürfel Fett unb Mehl bräunen, Einbrenne mit Wasser ablöschen, anbere Zutaten hinzugeben
Kartoffelroaffeln 1 Teller rohe geriebene GartofHn, 1 Er etwas Salz, 2 Eßlöffel Mehl, etwas saure Mllch. Man läßt bie Kartoffeln auf einem Durchschlag abtropfen, gibt bas Ei. etwas Salz und saure Mffch unter Rühren dazu und hackt die Waffeln im Waffeleisen rote üblich (Der Teig muß ziemlich steif fein.) Man reicht sie mit Marmelade bestrichen.
KartoffelauflaufmitFleischeinlage: Fl.ejschteig: 1 bis 2 Zwiebeln oder Lauch Fleischreste (aekocht ober gebraten) ober 250 Gramm rohes Hackfleisch. 2 einaeweichte. ausgebrürfte Brötchen, 1 Kilogramm Pellkartoffeln, */2 Liter entrahmte Frischmilch, je nachdem mit Fleffch- ober Gemüse- brühe verdünnt (falls vorhanden Tunkenrestes 1 Ei, Salz — Die abgezogenen, in Scheiben geschnittenen Kartoffeln abwechselnd mit dem Fleischteig in eme gefettete Auflaufform schichten Die oberste Schicht müllen Kartoffeln sein, die mit dem Ei verquirlte Milch darübergießen und '/« Stunde überbacken —
Kartoffelplätzchen: 1 Kilogramm in her Schale gekochte Kartoffeln, falt gerieben, 1 Eßlöffel Del, Salz, 2 Eßlöffel gehackte Kräuter, 2 Eßlö'fel geriebene Semmel, wenn möglich 2 Eßlöffel geriebenen Käse, Backfett. Alle Zutaten werden schnell zu einem Teig verarbeitet, aus bem man eine läng- l'che 5 Zentimeter dicke Rolle formt, die man 'N 2 Zentimeter dicke Scheiben fchn-'-det. Diese werben in heißem Fett gelbbraun gebacken.


