Ausgabe 
13.3.1941
 
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Aus der Stadt Gießen.

Nehmt Rücksicht auf den Arzt.

Etwas mehr Rücksichtnahme auf die Mitmenschen und etwas weniger Eigeni-ebe roüröen ö m '4r.V, Der besonders im Kriege sehr überlastet ist, seinen schwe­ren Berus erleichtern Helsen. Denn gerade sein Bc- ruf kennt keine festgesetzten Arbeitsstunden. Er muh j der notleidenden Menschheit Tag und Nacht zur Verfügung stehen. Um so schwerer für ihn, als er alle Hände voll zu tun hat, um die im Felde stehen- den Berufskameraden neben seiner eigenen Praxis zu vertreten.

Wer sich einmal klar macht, wie sehr der Tag des Arztes mit anstrengender, verantwortungsvoller Tätigkeit ausgefüllt ist, der wird es nicht mehr wagen, ihn zu sich zu rufen, wenn er selbst in der Lage ist, die Sprechstunde aufzusuchen. Bei kleinen unbedeutenden Erkrankungen sucht man überhaupt keinen Arzt auf, am wenigsten in der Nacht, wie es rücklichtslose Menschen gern tun fast wegen eines Schnupfens!Wozu zahle ich denn das viele Geld in die Kaffe ein", hört man sagen,wenn ich dann nicht immer den Arzt beanspruchen kann? ! Ein Blick in den Tageslauf des Arztes belehrt den

verdunkelungszeil

13. März von 19.22 bis 7.43 Uhr.

Selbstsüchtigen eines besseren: Zeitig am Morgen beginnt Die Sprechstunde eines praktischen Arztes, die fast bis zum Mittag ausgedehnt wird. Eine Um | terbrechung gibt es nicht: wer in jetzigen Kriegs- , Zeiten den ArU aufsuchen mußte rmro bestätigen,! wie voll das Wartezimmer stets ist. Kurz vor dem ' Mittagessen macht der Arzt seine Krankenbesuch«, um abgehetzt Heimzukaminen. Für das Mittagegen bleibt ihm kaum eine halbe Stunde, bann geht schon wieder die Tür des Wartezimmers. Die Nachmit« tagssprechstunde beginnt. Bei Einbruch der Dun­kelheit erfolgt ein erneuter Besuch Kranker außer dem Hause, und von der wohlverdienten Nachtruhe is: bei dem Arzt noch lange keine Rede. Wie oft wird er geholt und muß bann hinaus zu schweren Krankheitsfällen, ungeachtet von Schnee und Sturm ... Er ist abgehetzt, Überarbeitet und hat einen besonders verantwortungsvollen Beruf: Selbstloser Helfer der leidenden Menschheit zu sein.

Wie kann der einzelne ihm seine Arbeit erleich­tern? Man nimmt den Arzt nur in Anspruch, wenn es dringend notwendig ist. Kleine Erkrankungen un- gefährlichen Charakters versucht man selbst auszu- heilen. Der Apotheker erteilt gern Rat und gibt helfende Mittel. Auch wird er stets sagen, wann er das Hinzuziehen eines Arztes für ratsam hält. Gegen Erkaltungen versucht inan mit schweißtreiben­den Mitteln, Schwitzpackungen, Hustentropfen usw.. heißen Fußbädern und Packungen selbst anzu- kämpfen.

Wenn es der Zustand des Kranken erlaubt, soll er selbst in die Sprechstunde gehen, um dem Arzt den Weg ins Haus zu ersparen. Jedoch bei hohem Fieber muß der Arzt gerufen werden. Wie man überhaupt stets das Fieber eines Kranken beob­achten soll, denn oft ist es der Dorbote einer enften Erkrankung.

Während der Sprechstunde kann man nicht vom Arzt verlangen, daß er alles stehen und liegen läßt, i um zu dem Kranken zu eilen. Man muß sich bis I nach Schluß der Sprechstunde gedulden. Zu Hause! sollen alle bisher eingenommenen Medikamente be­reitstehen, damit der Arzt sich ein Bild der bis­herigen Krankheitsbekämpfung machen kann. Man berichte kurz und genau den Krankheitsverlauf, da­mit der Arzt eine genaue Diagnose stellen kann.

Aonwtizen.

Tageskalender für Donnerstag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Kampfgeschwader Lützow". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Die letzte Runde".

Der Dichter Heinrich Zillich liest in Gießen.

Im Rahmen der Dichterlesungen des Gießener Bortragsringes wird auf Einladung der Volksbil­dungsstätte Gießen, des Goelhebundes und der Kul­turellen Vereinigung am Montag, 17. März, in der Großen Aula der Universität der bekannte Dichter Heinrich Z i l l i ch aus eigenen Werken lesen. Hein­rich Zillich ist ein Sohn des Siebenbürger Landes. Sein erster großer Roman .Zwischen Grenzen und

In der Kapelle der Neuen Friedhofs nahmen ant

Im Rahmen einer großen Ausklärungsaktion, I chen des Separatismus, auf die verheerende Infla- geftrigen Mittwochnachmittag in einer schlichten e unter Dem LeilwortDie Front spricht zur Hei- ' Non, auf die schwächliche und undeutsche Haltung Trauerfeier die Angehörigen, Kameraden und

die unter dem LeitwortDie Front spricht zur Hei-

ernste Mahner, das deutsche Gewissen, der sich in

Geschichte machen und dabei aufzeigen, was dem

die ersten Abschnitte der Deutzen Geicylchte. Aus­

gehend von der Zeit Hermanns des Cheruskers. marschierenden deutschen Volkes, und er machte ba» uber das Reich Karls des Großen, die Zeit des mit eindringlich klar, wie stark die politischen Kräfte

unserer Nation sich auswirken, wenn alle Deutschen

der genialen Politik Bismarcks, ferner an den Auf»

Zeiten" in dem er sich mit dem deutschen Volks- __.

tumskampf in Siebenbürgen, im Habsburger Staat, Od)liyt ZÖOIÖ t>OF SrOtt&gefäpr.

bau unseres Kolonialreiches vor dem Kriege 1914/18.

Dann umriß er in großen Zügen das Schwinden

Allianz mit Frankreich führte und seitdem alle Hebel in Bewegung setzte, um Deutschland einzu- kreisen und zu vernichten. Hierauf weckte er die Er­innerung an die politischen Ereignisse unmittelbar vor Ausbruch des Krieges 1914 und an den Ver­lauf jener Kriegsjahre mit ihrem furchtbaren Ende für das deutsche Volk im November 1918. Jenes Bild des Niederganis der deutschen Macht durch schwache Führung, Zwietracht und Uneinigkeit :m Volke selbst wurde von dem Redner noch erweitert durch die Hinweise auf die schmähliche politische Entwicklung der Nachkriegsjahre, auf das Auftau-

Adolf Hitler, die in unverbrüchlicher Eini-crkeit im Geiste des Nationalsozialismus nach dem Wil­len des Führers in die Zukunst marschieren und ein großes Deutsches Reich und ein neues Europa schaf­fen werden, die dem Glück unserer deutschen Nation und der anderen Völker Europas und der Welt dienen werden.

Die Versammlung dankte dem Redner mit starkem Beifall und bekundete damit die volle llebereinftim» mimg der Hümat mit den Gedanken und dem Emp­finden der Front. Dann schloß der Ortsgruppen-Pro- pagandaleiter von Gießen-Süd,. K i r ch n e r, die Kundgebung in üblicher Weise.

geschichte gezeigt hat, beleuchtete der Redner in inter­essanter Weise noch eine Reihe von Abschnitten der

werden. Jedermann ist zur Hilfeleistung bei Wald» bränben gesetzlich verpflichtet. Im Weigerungsfälle tritt ebenfalls Bestrafung ein.

trauender rür (Generalmajor 3iealer.

Sepso-Tinklur

gehört in Ihre Kans-Apotheke Warum? Weil Sie immer ein zuverlässiges und rasch wirkendes Desinfektionsmittel -jur Hand haben müssen. Denn kleine Verletzungen, wie sie durch Schnitte, Stiche, Nisse, Bisse und dergleichen verursacht werden, kommen ja im täglichen Leben so oft vor! Und alle, auch kleine offene Wunden sind der Gefahr der Infektion durch Bakterien ausgesetzt. DcLh .rlb soll man auch geringfügig erscheinende Verletzungen nicht unbeachtet lassen, sondern sie rechtzeitig mit Sepso-Tinktur desinfizieren. Sepso- Tinktur, die in allen Apotheken und Drogerien in Flaschen zu fünfundfünfzig Pfennigen und in handlichen Tupfröhrchen zu neunundvierzig Pfennigen erhältlich ist, wirkt genau so desinfizierend wie Jod-Tinktur und ruft keine unerwünschten Nebenerscheinungen hervor. Sie hat weiterhin die angenehme Eigenschaft, keine Flecken, m der Wäsche zu hinterlassen. Auch kann sie von der Haut leicht abgewaschen werden.

In den Frühjahrsmonaten besteht erfahrungs- gemäß die größte Waldbrandgefahr. In der Regel werden Waldbrände durch Fahrlässigkeit und Un»

Siebenbürgischen Flausen", die 1926 als eines sei­ner ersten Werke erschienen sind .

Volksgenossen Achtung!

3n jedem Haushalt häuft sich Altpapier! Bitte nicht wegwerfen oder verbrennen!, sondern sammeln und aufheben!

Altpapier sammeln hilft den deutschen Wald erhalten! 20 Tonnen Altpapier ersparen 63 Raummeter Hol).

Sammelt daher Altpapier und haltet es bereit. 3m Kreise Detlerau wird in der

Woche vom 17. bis 23. Wär) 1941 eine umfassende Sammelaktion durchgeführt und das Alkpapier

in jedem Haufe abgeholt!

zähem Kampfe immer mehr durchsetzen konnte und heute der Führer aller Deutschen ist. Der Redner kennzeichnete dann die wichtigsten Stationen des unter der Führung Adolf Hitlers ständig aufwärts

Oie Front spricht zur Heimat.

Ein Felbsoldat spricht über politische Grund- und Zeiterforderniffe.

Diesen Jahren der völlig negativen deutschen Ent­wicklung stellte er das Wirken der ausbauenden Kraft gegenüber, die von dem Frontsoldaten aus» ;ing, der sich schon im Jahre 1923 gegen den beut» >en Niedergang gestemmt und damals mit nur

des Entschlafenen. Zu beiden Seiten des mit der Ncichskriegsflagge bedeckten Sarges hielten vier Unteroffiziere Die Ehrenwache zahlreiche Atn nz- spenden, die zu Füßen des Toten niederg-legt waren, legten Zeugnis ab von der großen Wert- schätzung, die dem Verewigten im Leben dargebracht

. . ---------,, ----------,v.i im Walde,

Wegwerfen von Streichhölzern, Abkochen, Abbren» nen von Feldrainen usw. Wer einen Waldbrand verschuldet, macht sich nicht nur strafbar, sondern ist auch zivilrechtlich sch-adenersatzpflichtig. Bei Strafe ist ferner das Rauchen im W.'lde, auch auf öffent­lichen Wegen, sowie das Fortwerfen brennender und glimmender Gegenstände und das Anzünden von Feuer an gefährlichen Stellen verboten §310 des StGB bestimmt: ..Wer Wald-, Heide- ober Moorflächen durch verbotenes Rauchen oder An» zünden von Feuer, durch ungenügende Beaufsich­tigung angezündeten Feuers, durch Fortwerfen brennenber ober gUmmenber Gegenstände ober in sonstiger Weise in Brandgefahr bringt, wird mit Gefängnis bis zu drei Monaten und mit Geldstrafe ober mit einer dieser Strafen belegt." Ein entflan- denes Waldfeuer ist sofort und energifd) auszusckln» gen. Ist der Brandherd schon zu groß, so muß so schnell als möglich die nächstgeleaene Försterei obör audj &ie nächstgelegene Ortspolizei benachrichtigt

Weltkrieg und in der Nachkriegszeit auseinander» setzt, wurde 1937 von der Stadt Berlin preisgekrönt.

Soin-G-d!chtIommlunq Komme, was will" l w-rd-n Waldbrand- durch Fdbr,ä,siqk° ^ch auch als Lyriker bekannt a-mach. Auch b-tter- achtsamkeit oeruriacht, durch Rauchen Geschichten weiß Zillich zu erzählen, so z. B. in ben ?n-------c- ...... -

mat" in biefen Tagen in unserem Kreise Wetterau in einer Reihe von Orten durchgeführt wird, sprach am gestrigen Mittwocyabend <n Der vollbe- schien ©roßen Aula der Universität, auf Deran» lafsung der Ortsgruppen Süd und Ost der Partei, der Frontkämpfer

Leutnant Schick aus Hannover

worden mar.

Nach den weihevollen Klängen von Beethovens Eroica", mit der Organist Ärengel die Abschieds, feier einleitete, gab der stellv. Wehrmachtspfarrer des Standorts Gießen, Lic. I rommershau» f c n, eine Schilderung der Persönlichkeit und des Wirkens des Entschlafenen, die er unter das große WortEs ist vollbracht" stellte. Er rief der Iraner« gemeinde noch einmal den Heimgegangenen als Menfch und Familienvater, als Soldat und Karne« rad, als pflichtgeireuen und bis zuletzt für Führer, Volk und Vaterland allezeit tatfreubigen Kämpfer im feldgrauen Rock des Soldaten in die Erinnerung.

Im Namen des Standortes Gießen legte hierauf Major W o l f an der Bahre des Verstorbenen einen Kranz nieder. Er betonte babei in kurzen Worten, daß der Standort Gießen, in dem der Verstorbene seine ersten, frohen und unbeschwerten Leutnants« fahre im alten Infanterie-Regiment 116 verbrachte und nun auch seinen Lebensweg beschloß, in Gene­ralmajor Ziegler einen echten deutschen Mann, einen guten Soldaten, der sich im Krieg und Frie­den jederzeit bewährte, und einen lieben und treuen Kameraden verloren hat.

Oberkriegsgerichtsrat a. D. Koch brachte dem Heimgegangenen als letzten Gruß der Offiziers-Ko- meradschuft des alten Inf.-Rgts. 116 einen Kranz dar. Er sprach zugleich von der wunderbaren Fügung des Schicksals, das den einstigen jungen Leutnant des alten Regiments 116 nun ts ukt.ven General in seiner ersten Garnisonstadt Gießen zur großen Armee abberufen hat, er wies weiter auf die hohen Geistesgaben, die stets liebenswürdige Art und die allezeit gefestigte Haltung hin, die schon den jungen Leutnant Zieqier auszeicyneten und ihn bei feinen Kameraden und Vorgesetzten beliebt und geschätzt werden ließen. Weiter erwähnte er, daß Ziegler als Norddeutscher schon Ms junger Offi;»ier in Gießen und im oberhessischen Volkstum schnell hei­misch geworden war, daß das Hessenland ihm die zweite Heimat bedeutete und er stets mit aller Liebe an Gießen zurückdachte, das er auch als Wohnsitz für feinen Lebensabend ausersehen hatte. Diesem ausgezeichnctcn Soldaten und guten' Kameraden werde in den Herzen der alten 116er stets eine treue Erinnerung bewahrt werden.

Nach den Schlußworten und Gebet des Geist­lichen, der dabei alle heißen und guten Wünsche für Führer, Volk, Vaterland und ben Sieg der deut­schen Wofscn mit einflocht^ sank der Sara unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden in die Tiefe. Gleichzeitig erwies ein Zug Infanterie Üem Verstorbenen die letzte soldatische Ehrung mit dem dreimaligen Feuer der Ehrensalve.

Ortszeit für ben 14. März.

Sonnenaufgang 7.44 Uhr, Sonnenuntergang 19.26 Uhr. Monduntergang 8.08 Uhr, Mondaufgang 20.54. Mond in Erdnähe.

deutschen Volke zu allen Zeilen gcsch we> habe und was ihm nützlich gewesen sei. Don dieser Plattform aus lenkte der Redner bann bie Gedanken zurück bis in

der beutschen Regierungen in der Systemzeit gegen» Freunde des in einem Reseroelazarett nach kurzer über ben haßerfüllten Forderungen ber sog. Welt- Krankheit verstorbenen Generalmajors z. V. Her- friegsfieger England und Frankreich und ähnliche : mann Ziegler Abschied von ber sterblichen Hüll» Vorgänge, bie das deutsche Volk auf allen ®ebie^ *- "*° ten seines Lebens nieberbrüdten.

weltpolitischen Entwicklung in ben letzten Wochen . _ _ und deren Einkalkulierung in den voraussichtlichen

der politischen Kraft und Geltung des Deutschen Verlauf ber künftigen Auseinandersetzung. Am Reiches nach der Entlassung Bismarcks unter der i Schlüsse seiner etwa anberthalbstünbigen Aussüh- schwachen, staatsmännisch unzulänglichen Führung! rungen betonte er das vertrauensvolle Zusammen» der nachdismarckschen Zeit. Auf der anderen Seite I stehen der Front und der Heimat unter unferm kennzeichnete er das damals schon deutlchfeindlickfe Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht Wirken der englischen Politik, die 1903 zu der,?" ......

Deutschen Ritterordens und den Dreißigjährigen unserer Nation sich auswirken, wenn alle Deutschen Krieg mit seinen furchtbaren Verwüstungen für das einheitlichen Geistes und einheitlichen Willens ge» deutsche Volk und Land machte er in überzeugen» j schlossen unter einer kraftvollen, von fanatischer der Weise deutlich, daß immer nur die Un<>i ugkeit Liebe zum deutschen Volke beseelten Führung ihr der deutschen Stämme untereinander zum Nieder- i Gewicht in die Waagschale der Weltgeschichte werfen, amg des deutschen Volkstums geführt und damit Daß diesem deutschen Aufstieg unter unserem Füy» fremde Herrschaftsgelüste über deutsches Gebiet erst rer der alte Feind alles Deutschen, Engiand, aus ermöglicht habe Jenen Zeiten stellte er dann ben ; rein egoistischen Beweggründen sich wieder in den wunderbaren Aufstieg Preußens aus der kleinen > Weg stellte, mit dem Ziel, das deutsche Volk weiter» Mark Brandenburg gegenüber. Damit verband er hin niederzuhalten, konnte der Redner an vielen den Hinweis auf ben hohen Wert ber soldatischen Beispielen überzeugend belegen.

Tradition und ihrer Auswirkungen auf die Fäh-1 Nach einem kurzen Rückblick auf die großen poli- rung und das Leben des Volkes. Er erinnerte tischen und militärischen Ereignisse der füngften Der- dabei an den großen Preußenkönig, an den Frei» j gan-genheit, die vor der ganzen Welt das'durch un» Herrn vom Stein und an Bismarck, sowie an bie , fern Führer geeinte beutsche Volk in eindrucksvoll» Entstehung des Zweiten Reiches durch die Kraft fter Kraft als richtungweisenden Faktor ber Welt-

zu ben mit großer Spannung louschenben Volksge- ain nassen und Volksgenojsinnen. Der Redner betonte sch: einleitend, er werde keine Fronterlebnisse schildern, wenigen Getreuen einen anderen und besseren Weg sondern mit den Hörern gemeinsam in einer 2lrt; gemieden hatte, unfern Führer Adolf Hitler. Instruktionsstunde einen Gang durch die deutscl^e In jener trüben deutschen Zeit war er bereits ber m .. j.i.i.1 . _____i-___ ___v v _ i__: ___ - - x «««miIa fYY3 aUm a«* Sa/» X a (f a m hnr fi rU , w

maschinen-Weltmarktes.

Ja, ja, wie es so manchmal geht", nickte bann Tante Laura,das alles hättest du schon mit fünf­undzwanzig Jahren haben können, aber du alter Simpel mußt in bie Welt und ich bin alt ge­worden, eh' du wiederkommst, Ja, ja."

Dom Federkiel jur Schreibmaschine.

Der Mensch hat ben Fernsprecher und ben Fern» fdjretber eriunben, um sich das Leben so bequem ix)ie möglich zu machen. Er ist sogar noch weiter gegangen, er hat sich ein mechanisches Gehirn zu» gelegt, bas für ihn mitdenkt. Und ber Erwägung, bajj die Arbeit bes Schreibens, Zählens unb Rech­nens, des Ordnens und Buchens erleichtert werben kann, wenn eine von Irrtümern und Zufällen freie Maschinerie sie besorgt, verdanken alle unsere modernen Büromaschinen ihre Entstehung. Alle diese ^a^ne-n Wunderwerke neuzeitlicher Technik und Musterleistungen hoher Ingenieurkunst. Gerade Deutschland hat in ber Büromaschinen-Industrie es währenb ber letzten Jahrzehnte zu einer führen» wn Stllung in der Welt gebracht, nachdem es beut» fchem technischen Pioniergeist gelungen war, bie Vormachtstellung Amerikas zu brechen. So ist die Entwicklung der Büromaschinen nicht nur ein span­nendes Kapitel der Wirtschaftsgeschichte, sondern ebensogut der allgemeinen Kulturgeschichte.

Ueberraschenderweise liegt zwischen Gänsekiel unb Schreibmaschine nur ber verhältnismäßig kurze Zeitabschnitt von etwa fünfzig Jahren. Das erste Schreibmaschinenpatent bes Engländers Mill geht zurück auf das Jahr 1714. Doch feine Erfindung wie auch bieSchreibkugeln" bes bänifchen Taub- stummenlehrers Hansen fanden wenig praktische Beratung. Entscheidend für bie technische (Entfal­tung der Schreibmaschine ist der Zeitraum zwischen 1855 unb 1865. Anfänglich brauchte man auch in deutschen Büros Maschinen amerikanischer Herkunft.

Manchmal trat er ans Fenster unb schob die Gar­dine zurück. Drüben, über der Gasse, stand ein rotes Ziegelsteinhaus. An einem Fenster des Unterstocks saß eine Frau, eine Witwe, noch jung an Jahren, Kopf auf ihre Näherei gesenkt, Fingerhut auf dem Mittelfinger, und stichelte. Tagein, tagaus war bas so. Höchstens, daß er sie einmal mit ihrem kleinen Mädchen spazieren gehen sah.

Es war einer jener Frühsommertage, an denen die Rosen schon blühen, die Hyazinthen noch unb bie Himbeeren unb Erdbeeren schon Früchte wer­den. Onkel Rudolf kam durch den Garten gegan­gen, sah scharfen Blickes über alles hin. Ist Örb» nun? Nein! Mitten im Hyazinthenbeet lag ein dicker, knallroter Gummiball!

Na, na, na", murmelte er unwirsch,wer hat mir denn da meine Blüten abgeknickt?" Ging näher, betrachtete das Spielzeug und nahm es in bie Hand. Ganz rund, ganz bunt, ganz prall. Er wog ihn auf dem Handteller, schubste ihn ein wenig, warf ihn in bie Luft unb sah hinterher scheu um sich, ob es einer gesehen haben könnte.

Kurz und gut, Onkel Rudolf nahm den Ball mit ins Haus. Nun lag er auf seinem Schreibtisch. Wie hübsch so ein Ding aussieht, dachte er und sah öfter von der Arbeit auf. Dieser Spielball lenkte ihn ab, erweckte allerlei schnurrige Gedanken: An die wm» zige Hand, die ihn fing unb warf, an die Augen, bie seinem Flug gespannt nachsahen. Ach, hatte Onkel Rubolf nicht auf einmal recht tief im Herzen eine ordentliche Sehnsucht nach einer kleinen Tochter be­kommen? Nun, da er alterte und gar keine Frau abbekommen hatte vor lauter Brückenbau und Tal- sperren! Als dann am dritten Tag ein blasses Ding schüchtern an seiner Haustüre klingelte und anfragte, ob denn vielleicht ein Ball ... ? Da faßte ers bei ber Hand, führte es in die Stube und plauderte mit ihm. Er soll ja sogar Ball mit ihm gefangen haben. Aber bas sagte Tante Laura, der er ein andauerndes Aergernis war. Unb so kann man es nicht mit Sicherheit glauben.

Wie es weiterging? Rudolf Werner lernte die Näherin kennen, weil er ihre Tochter ins Haus zog und zärtelte wie eine eigene, und wie das im Leben fo häufig Heht bald wurde sie seine liebe Frau.

Nun sitzt sie im Garten und näht bunte, niedliche Kleider für ihre Tochter und noch kleinere Höschen für ihr neugeborenes Söhnchen, das im Korbwägei- cden liegt unb kräht.

Fabrrad- unb Nähmaschinenfabrikation eine heftige Absatzkrise hereinbrach, bie bie Fabrikanten zu einer Konjunktur überbrüdenben Beschäftigung zwang, wurde auch bie Jnlanbserzeugung bei uns in grö­ßerem Maßstab ausgenommen. Heute ist die deut­sche Schrcibmaschinen-Jndustrie vollkommen unab­hängig vom Ausland. Im Gegenteil, sie beherrscht jetzt einen riesigen Sektor des gesamten Schreib»

Oer Batt.

Von Gertrude-Else Meixner.

Ja, ja wie's so geht", pflegte Tante Laura häufig zu sagen,ber eine bleibt sein Leben lang in seinem Dorf sitzen, und ber anbere schlägt einen Dogen um die halbe Erde, um auch wieder nur in seinem Heimatort anzukommen! Jetzt frag ich mich bloß, warum geht er erst fort?" Tante Laura sah keinen Sinn in solchen Unternehmungen, denn ihr Verstand war von derber Mittelmäßigkeit, und das Städtchen ihrer Geburt hatt sie niemals länger ver­lassen, als für einige Tage.WeUsehnsucht" oder Fernweh" standen nicht in ihrem Wörterbuch.

Wir alle wußten, daß sie an Rudolf Werner dachte, wenn sie so sprach. Ihren Vetter. Unfern Onkel.

Er hatte einen Bogen um ben halben Erdball ge­schlagen, in Amerika Brücken gebaut, in Australien Talsperren, in Brasilien Fabriken und eines Tages besah er sich im Spiegel, gewahrte das graue Haar an den Schläfen und daß es auf dem Kopf schon schütter wurde und fühlte zum ersten Male Heimweh so heiß, wie er vorher Fernweh gespürt hatte. Don diesem Tage an trieb es ihn heim. In die kleine, süddeutsche Stabt, wo die Murg hellgrün durch Wiesen unb wohlbestellte Aecker murmelte, wo sich irgenbroo über einen halbzerfallenen Zaun em üppig blühenber Weißborn neigte.

Rudolf Werner war allezeit ein Mann ber Tat gewesen. So auch jetzt. Wäre er ein Ritter gewesen, er hätte sich in ben Sattel geschwungen, bem Roß die Sporen eingesetzt und wäre losgaloppiert. So aber war er ein deutscher Ingenieur. Ein solcher er­wirbt in solchem Falle eine Fahrkarte. Auch auf diese Art kommt man heim.

Die Stadt war sehr verändert. Kein Gebilde aus Traum und Sehnsucht, sondern eine saubere, eng» gewinkelte, klappernde Kleinstadt. Waren bie beiben Geschäftsstraßen denn immer so furchtbar schmal, der Uferpfad so zerstampft von schifteziehenben Pfer­den?

Er mietete das schönste Haus in ber Spindlergasse. Weiter Garten drum: Rasen, Rosen, Obstbäume. Himbeersträucher von verwirrend süßem Duft, wenn die Beeren reiften. In ber Tat, jetzt besaß er alles, was er sich nur wünschen konnte, und dock) fehlte ihm etwas. Es war nicht vollkommen.

Eigentlich war es ein roter Ball, ber mir nichts. Doch als um bie Iahrhunderwenbe über bie deutsche bir nichts zwischen meine Hyazinthen fiel", pflegte v - -.........- -

Onkel Rudolf immer zu sagen,aber es ist auch sehr aut möglich, daß es die gläserne Kugel der Göttin Fortuna war, bie eine Verwandlung angenommen batte; um mich zu belehren, daß man ben weiten Kreis um die Erde nur bann schlagen kann unb soll, roenn man hinterher einem Sohn ftunbenlang von Reisen und Abenteuern erzählen kann!"

Neben ber Schreib- hat sich bisher nur die Rechenmaschine in ben beutschen Büros wirklich eingebürgert. Und bas auch erst in ben beiben letzten Jahrzehnten, wo bie Rechenmaschine bereits auf ein ehrwürdiges Alter zurückblicken kann. Zwei weltbekannte Philosophen zählt sie zu ihren Ahn- Herren: ben Franzosen Pascal und ben Hanno­veraner Leibniz, ber die 1642 von Pascal er­fundene Addiermaschine im Jahre 1675 zu einer vierdimensionalen Rechenmaschine für alle vier Rechenoperationen erweiterte. Heute ist auch die amerikanische Rechenmaschine bom deutschen Markt völlig verschwunden, nachdem unsere Industrie bie überseeische Konkurrenz überflügelt hat. Unzähligen kleinen Kaufleuten und Handwerkern ist die mit ber Tageskasse verbundene Rechenmaschine längst ein unentbehrliches Hilfsmittel geworden.

Eine große Zukunft hat die im Jahre 1905 aus der Schreib» und Reckenmaschine entwickelte auto­matische Buchungsmaschine vor sich, bie man in Verbinbung mit einer Registrierkasse, mit einer Adbitions- ober auch mit einer Schreibmaschine konstruiert. Zwar steht bei vielen Stellen heute ber Anschaffung einer Buchungsmaschine noch die lieber« legunjj entgegen, daß ihre Einführung eine Neu­organisation ber Buchhaltung erforbert, bie auf die Arbeitsart ber Maschine abgestellt werden muß. Doch ist schon heute bei uns in Deutschland die Zeit abzusehen, wo man es allgemein ablehnen wird, weiterhin beim Rechnen und Buchen gewisser­maßen nach Großväterartmit bem Feberkiel" zu arbeiten.

Der Weltmarkt, auf bem praktisch in Bezug auf die Büro'maschinen-Inbustrie nur noch Amerika mit Deutschland konkurriert, bietet unserer Industrie ein weites Absatzfeld. So ist es erklärlich, daß die deutsche Büromaschinen-Industrie nach wie vor eine beachtliche Exportquote erzielt, bie unserer Handels­bilanz jetzt zugute kommt. V. A*