Ausgabe 
13.2.1941
 
Einzelbild herunterladen

Sonnenaufgang

Mond in

4711

CREME

schützt < | Pflegt MM

-eil Hitler! Backhaus. Kreisleiter.

Aus d-r Siadi Gieben. Gießener Woche für Kunst UN- Literatur 1941.

Zum dritten Male wird die Bürgerschaft der . Stadt Gießen xurGießener Woche für Kunst und

unter

Arthur Apelt und

Ter Kunflwoche zum Geleit

um

ein kulturell bedeutsames und vielseitiges Pro-

»Pflegedes

i, also mit

(Nachdruck verboten )

Fortjetzung.

Juli

auch vor.

Uhr. 21.58

rrettit! rmüsebiHt, ettich, 6g1| irnlalt ota »kocht, oder icken, dm in Wmfel, etwas flt-

man M vs Geich

^ngsleiter schaut mißbilligend zu, die Kollegen werden aufmerksam. Eine peinliche Situation, es

, gehen pflegen.

Als der Angeklagte hereingefuhrt wurde, !ay Kvßmann mit brennenden Augen zu ihm 3ms Schicksal dieses vielfach Straffälligen wurde Lach das Schicksal des Fabrikanten Hannes Kotz, wann entscheiden. Korn sah ordentlich aus m einem emfachen grauen Anzug. Er hatte einen glatt g

Literatur" aufgerufen. Wieder hat Oberbürger- meister Ritter die Schirmherrschaft übernommen und damit das große Interesse bekundet, das die Stadt Gießen der Förderung und Pflege des Kul­tur- und Geisteslebens in unserer Stadt entgegen- bringt.M e i st e r deutschen Humors" ist das Geleitwort, das die Gießener Woche für Kunst

irsere eigene Unvollkommenheit die Ursache der lücken des Alltags, nur muß man darum wissen

Verdunkelungszeit

13. Februar von 18.30 bis 8.44 Uhr.

Ortszeit für den 14. Februar.

8.46 Uhr, Sonnenuntergang 18.34

9.41 Uhr, Mondaufgang

i die Mi ilztinM i und F-1 ar und M

ir Haar zu fettig wird, eruht dal errelzung der Kopl- eflndlidien

Ja."

Es ist Ihnen doch bekannt, daß Hafen im Schonzeit -haben?"

Ja."

Also liegt nicht nur Jagdfrevel, sondern Vergehen gegen die Schonzeitbestimmungen Das ist Ihnen doch klar?"

In der Nacht vorher."

hatten Sie früher auch schon Schlingen gelegt?" Nein."

Sie meinen wohl, daß Sie nur das zugeben müßten, was Ihnen nachgewiesen werden kann. Es ist doch unglaubhaft, daß ein Mann wie Sie, der bereits zweimal wegen Wilderns bestraft wurde und im dringenden Verdacht weiterer ständiger Wild- diebereien steht, am Tage vor dem Mord zum er- stenmal Schlingen gelegt haben soll."

Ich habe früher nur mit der Schußwaffe ge­wildert. Die Urteile ergeben das auch."

hatten Sie am Abend des vierten Juli, als Sie Ihr Haus verließen, eine Waffe mitgenommen?"

Ja, den umgearbeiteten Karabiner, den die Po- lizisten bei mir gefunden haben."

Wozu mußten Sie die Waffe -denn mitnehmen, da doch zum Schlingenstellen eine solche nicht not­wendig ist?"

,Lch wollte hinterher noch sehen, ob ich einen Bock erwischen könne."

Bleiben wir noch etwas bei den Schlingen. Sie waren für Hasen gelegt?"

Meister deutschen Humors."

Von Dr. Otto Henning.

Umwege -es Herzens

Neman von h.H. Hansen

Copyright by Prometheus-Verlos Dr. Li-h.ricer Gröbenzell

3a."

Erzählen Sie mal, welchen Weg Sie gegangen sind."

Ich ging aus meinem Hause, das etwas außer­halb des Dorfes liegt, ent über die Straße in Rich­tung Lehnin; wo der Feldweg einbiegt, lief ich über die Aecker zu den Hecken, wo die Schlingen lagen."

Das ist also nordwestliche Richtung?"

3a, ich glaube."

Wieviel Zeit brauchten Sie bis zu den Schlin­gen?^

Ungefähr fünfundzwanzig Minuten.

Sie waren also um elf Uhr fünfundzwanzig dort?"

So genau kann ich das nicht sagen. Es war un­gefähr elf, als ich von zu Haufe wegging, es kann aber auch etwas spater gewesen fein."

lg irn

«, ü*!

[o jefrtiH

roiedtl

tschkr . ii$ ö-Ä

JX

Erst drei Tage vor der Verhandlung fiel Koh- üiann ein, daß es zweckmäßig sei, sich.eine Karie fum Eintritt in den Schwurgerichtssaal zu verschas- sm. Er rief deshalb bei Staatsanwalt Doktor 6ecyl m und erhiell sofort die erbetene Zusage. Die Karte tig zur Abholung bereit. Fecht hatte keine Ver- N'underung über die Bitte gezeigt, Da er drs Interesse Äoßmanns am Verlaus der Derhand- fcing gegen den Mörder seines Freundes und Jago- krnosien als selbstverständlich voraussetzte.

Noch am Vorabend der Entscheidung schwankte icannes Koßmann und überlegte, ob es klug 1 , 'rnzugehen. Er lühlt- stark- Beklemmung. Trog- b*m überwand er alle inneren Einwande fcho MS dem Empfinden heraus, daß er Nicht feige (Ilern aus dem Wege gehen dürfe und noch wem- <-rr Ruhe hätte, wenn er im Büro oder zu Haufe frm Ausgang der Verhandlung abwarten mußte, iim Betrieb gab er alle Anordnungen für den Tag, <n dem er nicht arbeiten konnte und fuhr etwas Mer als sonst nach Hause, um noch mit Den ändern eine Stunde verbringen zu können.

.,.K

gramm ai i ustellen.

Das Stadttheater hat für die Kunstwoche einen umfangreichen und hervorragend gestalteten Spielplan vorgesehen. Am Sonntag, 16. Februar, wird in einer Morgenfeierdie Kunstwoche eröffnet werden. Es wird die Uraufführung eines Marionettenspiels von Max KommerellTerzi- n en an die Nacht" unter der Spielleitung von Gerhard Reuter stattfinden. Zum Auftakt dieser Morgenveranstaltung spielt das Städtische Orchester. Oberbürgermeister Ritter wird mit einer An­sprache die Gießener Kunstwoche eröffnen. Am Abend dieses Tages bringt das Stadttheater eine Wiederholung der erfolgreichen OperetteD e r V o g e l h ä n d l e r" unter der musikalischen Leitung von Arthur Apelt und unter Spielleitung von Intendant Hans Walter Klein. Am Dienstag,

und Literatur 1941 trägt Ist es nicht ein ver­wegenes Unterfangen, mitten im größten Entschei­dungskampf, den je die Weltgeschichte oder ein Volk erlebt hat, eine Kunstwoche mit einem solchen Geleitwort durchzuführen? Es bekundet sich hierin der unerschütterliche Glaube unseres Volkes an den deutschen Endsieg. Deutsche Kunst, deutsche Musik und deutscher Humor sollen uns in diesem Schick­salskampf die besten und stärksten Helfer sein. Wie unendlich groß und unermeßlich ist der Kraftquell, den der deutsche Humor uns erschließt, sei es nun im Bühnenwerk oder in der Musik, sei es in der Dichtung oder in der bildenden Kunst. Fast ist es , unmöglich, in wenigen Tagen einen Querschnitt des deutschen Humors aus unserem Kunstschaffen zu

Als Solisten wurden verpflichtet: Luise Schmidt- Frank (Harfe) und Paul Kirchmann (Flöte). Die Konzertfolge sieht vor: Suite aus der Musik zum Büger als Edelmann", Werk 60 von Richard Strauß, ferner das Konzert für Flöte und Harfe mit Orchester, Werk 299 von Wolfgang Amadeus Mozart, sowie die Vierte Symphonie in B-dur, Werk 60 von Ludwig van Beethoven.

Die Dolksbildungsstätte der NS.-Ge­meinschaftKraft durch Freude" veran- staltet am Donnerstag, 20. Feoruar, in der Neuen Aula der Universität einen frohen Vortragsabend, zu dem der Leiter der Abteilung Kunst des Reichs­senders Köln, Dr. Martin Rocken doch, gewon­nen wurde. Er wird ,$)e iteres aus deutscher Dichtung" bringen und somit Lachen, Frohsinn und Freude bereiten.

Ebenso wird sich der Oberhef fische Kunst- vere in mit einer Ausstellung an der Gießener Kunstwoche beteiligen. Im Anschluß an die Mor­genfeier am Sonntag, 16. Februar, wird im Foyer des Stadttheaters eine Ausstellung eröffnet: Humor und Poesie in der deutschen Graphik". Diese Ausstellung, die schon in meh­reren Städten mit großem Erfolg gezeigt wurde, ist zusammengestellt von dem Graphischen Kabinett des Vereins der Berliner Künstler. Die Ausstellung zeigt eine größere Zahl graphischer Werke deutscher Künstler. Sie spiegelt in eindrucksvoller Weise echten deutschen Humor in unserer graphischen Kunst wider, nicht beißend, aber tiefgründig und treffend. Nahe verwandt mit dem Humor ist die Poesie, die wir hier im Bilde finden. Sie erinnert an Eichendorff,

Wie lange haben Sie an Dem Platz, wo die Schlingen lagen, zugebracht?"

Vielleicht zwanzig^bis dreißig Minuten."

Warum so lange?"

Weil nichts drin war, habe ich sie an anderen Stellen festgemacht."

Und dann gingen Sie über die Aecker nach dem Walde?"

3a?*

Und welche Richtung war das?

In Richtung Ferch."

Also nach Nordosten?"

,Föie lange haben Sie für den Weg bis zu der Lichtung gebraucht?"

Ungefähr dreiviertel Stunden. Es kann aber auch eine Stunde gewesen sein."

Man braucht aber, um diesen Weg zurückzulegen, weniger Zeit."

Es war Nacht, und ich mußte vorsichtig sein. Außerdem ging ich gegen den Wind und machte einen Umweg.

Also müßten Die bei Zusammenrechnung F)ver kürzesten Zeitangaben etwa um zwölf Uhr dreißig, bei Berücksichtigung Ihrer längsten Zeiten um ein Uhr zehn an der Lichtung angekommen sein?"

Das weiß ich nicht genau, ich habe keine Uhr mttgehcrbt. Jedenfalls war es noch vollkommen dunkel, als ich an dem Platz war."

Warum sind Sie denn so früh zu Der Lichtung gegangen, es wird doch viel später hell, so daß Sie also überhaupt noch keine Aussicht hatten, einen Schuß anzubringen."

3a, Das mache ich immer so. Ich schlafe im Som­mer Dann noch etwas."

Sie geben also zu, daß Sie noch öfter gewildert haben?"

Korn erschrak. Er hatte sich verhaspelt.Nein, ich gehe nur manchmal xu meinem Sport etwas in den Wald, um dort Studien zu treiben."

»Zhren Sport kann man ja wohl als verbotenen Jagd sp ort bezeichnen, ©eben Sie doch zu. daß Sie noch öfter gewildert haben."

Nein, das war das erstemal seit Dielen Jahren." Die Antwort klang entschieden.

(Fortsetzung folgt.)

Mörike, E. Th. A. Hoffmann, Droste-Hulshoff, be­schaulich, erfrischend und gemütvoll.

Der Goethe-Bund Gießen hat zusammen mit der Kulturellen Vereinigung zwei besonders bedeutsame Veranstaltungen zur Kunst­woche vorgesehen. So wird im Mittelpunkt der Kunstwoche die F e i e r st u n d e am Freitag, 21. Februar, stehen und einen besonders literari­schen Genuß bereiten. Regierungsrat Dr. Rudolf E r ckm a n n von der Abteilung Schrifttum des Reichsministeriums für Dolksaufklärung und Pro­paganda wird zu Beginn der Feierstunde, die durch Konzertvorträae des Städtischen Orchesters unter Leitung von Otto Söllner umrahmt werden wird, über Das ThemaD e r Humor als Wesens- ausdruck der deutschen Seele im Schrifttum" sprechen. Sodann wird der Dichter Otto Rombach, bekannt durch seine hervorragen, den WerkeDer standhafte Geometer",Adrian der Tulpendieb",Der Ikarus von Ulm" und Der junge Herr Alexius", Heiteres aus eige­nen Werken lesen.

Frohe Stunden bei Wilhelm Busch am Sonntag, 23. Februar, in den Räumen des Ge. sellschastsvereins werden als Abschluß der Kunst, woche 1941 einen hohen künstlerischen Genuß be­reiten. Wenn irgendeiner der großen Dichter und Denker im Herzen des deutschen Volkes lebt, dann ist es Wilhelm Busch; und wenn uns jemand von frühester Jugend bis ins hohe Greisenalter als bester Freund begleitet, uns Die Schwächen der Menschheit aufzeichnet und uns das bunte Leben und den Sinn dieses Daseins erkennen läßt, dann ist es dieser wahren, gütig-lächelnde Weise, der zu­gleich, Dichter, Zeichner, Maler und Philosoph war. Frohe Stunden bei Wilhelm Dusch ist diese Ver­anstaltung genannt, die einen ganz neuen Einblick in das fast unübersehbare Schaffenswerk dieses Massikers des Humors vermitteln will. Wohl einer der besten deutschen Buschsprecher, ' der bekannte Dorttagsmeister Emil Kühne, wird aus den heiteren und ernsten Werken des Wiedensahler Meisters sprechen und durch seine formvollendete Vortragskunst viele neue Buschfreunde gewinnen. Um aber die bekannten Busch-Gestalten lebendig er­stehen zu lassen, ist die erste Solotänzerin der Staatsoper Berlin, Ilse Meudtner, gewon­nen worden, die mit ihrer reifen Kunst die Typen und die Geschehnisse aus den uns allen bekann­ten Bitaerqeschichten tänzerisch gestaltet. Die vor­treffliche Künstlerin versteht es, durch Bewegung, Mimik und Gewand die tragischen Begebenheiten, Die uns allen geläufig sind, ganz neuartig und eindrucksvoll vor Augen zu führen. Gesprochenes Wort und getanztes Bild werden Wilhelm Busch hier in einem neuen Lichte erstehen lassen. Wirk­licher Humor, der Ernst und Heiterkeit in sich ver­bindet, wie er am stärksten bei Busch ausgeprägt ist, wird uns wieder tief beglücken.

So wird die Gießener Woche für Kunst und Literatur 1941 ein ebenso vielgestaltetes, wie künst­lerisch wertvolles Programm vermitteln. Die Bür­gerschaft der Stadt Gießen ist herzlich eingeladen und wird ihrerseits durch ihren Besuch mithelfen, daß das Gießener Kunst- und Geistesleben weit über unsere Stadt hinaus wirken wird.

Um 9 Uhr vormittags begann die Verhandlung tilgen Gustav Kom vor Dem Schwurgericht. Synv r?s Koßmann hatte einen Plaß in Der zweiten Me Der Zuschauerbänke gefunden Die nm» bei den MorDsachen bis auf Den letzten Platz von Neugierigen gefüllt waren. Er wohnte zum ersten- wal in seinem Leden einer Strafverhandlung oei i?nt> wußte kaum, in welcher Form Diese vor

18. Februar, findet im besonders festlichen Rahmen die Neuinszenierung der KomödieDer Biber­pelz" von Gerhart Hauptmann unter Spiellei­tung von Albert Schewe tait Es folat am Mitt­woch, 19. Februar, Die estliche Aufführung Der OperetteDie ungari che Hochzeit" unter Der musikalischen Leitung von Arthur Apelt und (Spielleitung von Harry Grüneke. Das Stadttheater beschließt die Reche seiner Aufführungen am Sonn­tag, 23. Februar. Am Vormittag wird als Erst- aufführung das LustspielDie ft u m m e Schön» h e i r von Johann Elias Schlegel unter der Spiel­leitung von Hans Geißler gebracht. Zu Beginn der Veranstaltung spricht Kreisleiter Backhaus, um nochmals Zweck und Bedeutung der Gießener Kunstwoche in der heutigen Kriegszeit hervorzu­heben. Für Den AbenD ist die festliche Aufführung Der Märchenover für große unD kleine LeuteD e r schwarze Peter" unter der musikalischen Lei­tung von Otto Söllner angesetzt.

Der Konzertverein wird im Rahmen des Gießener Konzerttinges am Montag, 17. Februar, ein Orchesterkonzert unter Leitung von Professor Temesväry bringen: Heitere deutsche Musik.

DieGießener Woche für Kunst und Literatur 1941" bringt wieder, diesmal unter Dem Leitsatz Meister deutschen Humors", einen Querschnitt und zugleich einen Höhepunkt des kulturellen Schaffens während des zweiten Kriegswinters in unserer Stadt. Den beteiligten Veranstaltern danke ich für ihre Mitarbeit an dem Kultur- und Geistesleben in Gießen und wünsche der diesjährigen Kunstwoche einen vollen Erfolg.

Heil Hitler!

Ritter, Oberbürgermeister.

Kunst einen hervorragenden Platz einräumt, trägt Ewigkeitswerte in sich, die feine Zukunft garan­tieren. Unser Dank gilt daher allen. Die zur För­derung der deuffchen Kunst ihren Beitrag leisten. Ich wünsche der Kunstwoche des Jahres 1941 in Gießen den besten Erfolg.

I Sßt sich nicht bestreiten. Ja, wo kann das Akten» I ::M nur fein? Du suchst und suchst, und der Chef - wartet! Plötzlich ein Anruf aus dem Direktions- immer: Die Aufstellung wird nicht mehr gebraucht. Iber gerade in diesem Augenblick fft auch das Aktenstück zur Stelle. Es lag ausgerechnet dort, wo üu es nicht gesucht hast. So etwas ist Pech, wahr-

6 saftig!

Manche Menschen schreiben solche Aergernisse Der .»Tücke Des Objekts" zu und lassen es damit be­henden. Eine bequeme Methode, denn man kann

Der Kunstwoche im Dritten Reich soll der leben. Dige Ausdruck unserer Weltanschauung fein. Daß sie in den letzten Jahren einen gewaltigen Impuls bekommen hctt, zeigt uns, welche künstlerischen Be­gabungen in unserem deutschen Volk schlummern. Es ist unsere Aufgabe, das Kunstschaffen zu för» dem und die deutsche Kunst möglichst nahe an alle Schichten des deutschen Voltes heranzubringen. Die Stadt Gießen hat in jeder Beziehung Vorbild­liches geleistet. Das Gießener Stadttheater ist be­müht, die kunstfreudige Bevölkerung auf dem Ge­biete der darstellenden Kunst in jeder Weife zufrie- denzustellen. Aber auch in Bezug auf bas Dorttags- mefen, die Dichterlesungen, die Musik usw. wird in Gießen etwas geboten, was wir nur feiten in Städten gleicher Größe vorfinden. Wenn es_ uns sogar im Kriege, genau wie im Vorjahr, möglich ist, eine Kunstwoche zu veranstalten, so wollen wir dafür ganz besonders dankbar sein. Ein Volk, das neben seinen großen militärischen, wirffchaftlichen, sozialpolitischen und sonstigen Leistungen auch der

schorenen Kopf, ein sonnverbranntes und verwit­tertes Gesicht, dem die kurze Untersuchungshaft nichts von feiner Frische genommen hatte. Die Augen waren etwas heroortretend aber doch klein, der Mund verkniffen mit herabgezogenen Winkeln. Das Kinn verriet Kraft, Widerstand und Brutali­tät. Der ganze Mann machte trotz des vierschroti- aen Aussehens den Eindruck der Verschlagenheit. Die Schultern neigten nach unten. Der Brustkorb war stark gewölbt, Die Arme lang und sicher sehnig.

Korn nahm in der Anklagebank Platz. Neben ihn setzte sich ein Polizeibeamter in Uniform. Im Zu­hörerraum erhob sich ein leichtes Gemurmel, und alle Augen richteten sich auf den Mann, der hier die Hauptrolle des Tages spielen sollte. Dieser schien sich darum nicht zu kümmern und sah unbewegt aus die gegenüberliegende Wand. Erst als der Rechts- anwalt eintrat, der Korn als Offizialverteidiger zu- geteilt war, zeigte er Leben. Er unterhielt sich mit ihm im Flüsterton und über Dte Brüstung Der An­klagebank gebeugt.

Kurz darauf betraten Die Richter mit den Ge­schworenen den Saal. Koßmann folgte dem Beispiel der anderen Anwesenden und erhob sich zur Be­grüßung. Als Vertreter der Anklage erschien nicht Staatsanwalt Dr. Fecht. sondern sein Kollege Schort. , . -

Nachdem Die Anwesenheit aller geladenen Zeugen festgestellt war, wurden diese wieder in Den Warte- raum entlassen und Der Angeklagte über seine Per­sonalien befragt. Korn antwortete knapp und deut­lich. Er hatte eine gerade Haltung und sah Den Vor- sitzenden, Landgerichtsdirektor Beckhausen, ohne Be- fängenheit an. Koßmann deutete Das als ein Zei­chen Dafür, daß Korn damit rechnete, von der An­klage Des Mordes freigesprochen zu werden.

Die Befragung Des Angeklagten zu Den verschie­denen Punkten Der Anklage verlief ohne sonderliche Aufregung. Er gab unumwunDen zu, daß er in Der Nacht in Deren letzten Stunden Kühlitz erschollen worden war, von elf Uhr abends an unterwegs ge­wesen war. Anfangs habe er seine Hasenschlingen revidiert und sei später über die Aecker zu Dem Wald gegangen, in Dem Das IaqDhaus lag.

,Haben Sie in Den Schlingen gefangene Hasen gefunden?" fragte Der Vorsitzende.

Nein. Es waren nur drei, und die waren leer.

.'.Wann hatten Sie Die Schlingen gelegt?*

Zch unterwegs. Im Büro ging Dir Die Arbeit flott k. -onftatten. Plötzlich kommt Der Abteilungsleiter an- , gestürzt. Der Chef wünscht sofort eine Aufstellung , ui Sachen Meiers Erben. Ditte, sagst Du, in we- 1L tilgen Minuten, unD greifst zu Dem Aktenstück. Ge- nauer gesagt, du willst greifen, doch das Akten- 2ück ist nicht da. Schockschwerenot, es ist wirklich ücht Da, obwohl es gestern abend bestimmt noch Da □g. Nervös fängst du an zu suchen. Der Abtei-

Daß Der Alltag seine Kümmernisse hat wer «ollte es bestreiten? Mitunter stellen sie sich bereits 1 -m frühen Morgen ein, wenn wir kaum Das erste Frühstück hinter uns haben. Ja, es kann sogar pas- i Kren, daß wir schon im Bett die Mißhelligkeiten pes Alltags zu spuren bekommen. Da hast Du zum ' Beispiel am Abend vergessen, Den Wecker aufzu- ileben. Statt des gewohnten Ratterns weckt dich eine gewisse Unruhe. Schnell wird das Licht angeknipst. M was los? Nein, nichts Besonderes, ober du hast hid) um eine Viertelstunde verschlafen. Flugs geht ' in Die Kleider, Das Frühstück wird regelrecht ver- chlungen, doch an der Haltestelle ergibt sich ein i peinlicher Tatbestand: Die Elektrische ist fort. Bis I nie nächste kommt, Dauert es ein paar Minuten, -iber gerade diese Minuten werden Dir fehlen am iinttUchen Erscheinen im Geschäft.

Es braucht nicht immer ein vergessener Wecker pi sein. Du warst beispielsweise heute ganz pünkt-

bringen. Uebergroß ist Die Fülle köstlicher unD herr­licher Gaben, Die wir hier finden. Ich bin dem Schirmherrn der Gießener Kunstwoche zu ganz besonderem Dank vervslichtet, daß er gerade diesem Geleitwort seine besondere Zustimmung gegeben hat. So werden Die seelischen und geistigen Kräfte, Die Der echte Deutsche Humor vermittelt, frei von allen unDeutschen Witzen und übler Komik, uns stählen unD stärken im Kampf gegen den letzten Feind einer sozialen und kulturellen Neuordnung in Europa, gegen England.

In enger kameradschaftlicher Zusammenarbeit haben sich, dem Ruf des Schirmherm der Gießener Kunstwoche folgend. Die kulturellen Institute und

'M» ÄS ät "r-h eifl, »olgenbr,; 'Hlklndq lr Mrtüb fleorbntit Wneitti . $udM w w lhnn fc ine lieh ®of>nlifyn ®n N 'ft madttt uenmertes, M M Iche fjou$i n einfache Ausgaben non Denen nterteibj für Th wng, Sn. Verschiede, e- Da di! ,5 Die Ser. ifjrunq de­nen diele; ium Preise tungsfteUfli

nD aus dieser Erkenntnis Die praktische Nutzem- vendung ziehen. Wenn man bann noch seinen Mor­genkaffee sozusagen täglich mit einem ordentlichen Schuß Humor genießt. Dann ist es um Die Schrecken geschehen, Die Die Kümmernisse des Alltags zu ver- irciten pflegen.

Vornottrrn.

□um mit Berechtigung behaupten, daß ein Objekt I nit Der Fähigkeit begabt ist, Bosheit zu verbreiten, | Dfern es sich nicht zufällig um ein menschliches F Wesen handelt. In den meisten Fällen ist tatjächlich

Lehrstuhl für Veterinär-Physiologie. Professor Dr I i!uq habilitierte 1930 in Hannover für Physiologie ind medizinische Chemie. Gleichzeitig wurde er Lei- :: «r Der Apotheke Der Tierärztlichen Hochschule in i-annover und erhielt einen Lehrauftrag für Die

Lbhaltung von pharmazeutischen Hebungen. 193d nurbe er Dort zum nb. ao. Profesior ernannt Seine besonDeren Arbeitsgebiete sind Physiologische Chemie der Körperflüssigkeiten, intermediärer Stoff- wechsel und Torikoloqie der Flußiäure und Des Alkali und Quecksilbers. Im Frühjahr 1939 kam Professor Dr.

-uy von Teheran, wo er als deutscher Wissenschaft- __sr gewirkt hatte, nach Gießen

rSD Die außerplanmäßige Professorin Frau Dr. Char- UrB Otte von Reichenau ist von der PH'losophlsch2N

rrVf/ Fakultät Der Universität Gießen in Die W'rtschafts- N ü.iti) Sozialwissenschaftliche Fakultät Der Universität

Frankfurt a. M. übergetreten.,

Tageskalender für Donnerstag.

NSG. «Kraft durch Freude": 19 Uhr im Stadt- ßeaterDes Meeres und der Liebe Wellen". IS®.Kraft durch Freude": 19.30 Uhr im Caf6 i.eib Militärkonzert. Gloria-Palast, Seltersweg: Am Abend auf der Heide". Lichtspielhaus, len werben. | zahnhofstraße:Alarm".

IN,dm. Don her Universität Ziehen.

Uebertragen wurde dem Profesior Dr.-Ing. Dr.

Ior".' ned. vet Paul L u y in Gießen unter Ernennung

mTbixtaito^Sät De^f Uniuerfität'©^e^en°Der FerÄ^'unf^er©tabt zusammenaefunden, ein kulturell bedeutsames und vielseitiges