ftanb gab. Sie stehen am Pranger.
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Säfte der Schalotte nicht ganz so scharf wie die der großen Zwiebel, aber es gibt viele Hausfrauen, die gerade deswegen ihr den Vorzug geben.
P. Schl au ß.
Der Filmschneider, im großen Entstehungsvor- aang eines Filmes eine von den bewegenden und komponierenden Kräften im Hintergründe, kann in seinem kleinen Schneideraum den kleinen Komparsen wie den großen Mimen nicht nur mit einem erstaunlichen artistischen Können begaben, sondern er kann ihnen auch Kräfte zuwachsen lassen, die das Maß alles natürlich Möglichen übersteigen. Seine Hand braucht das Filmband nur rückwärts laufen zu lasten, und schon verwandelt sich die ge- iilmte Wirklichkeit in ein Theater des phantastisch Unwirklichen.
Leder an seinem platz
Von Hans Brandenburg.
Diese auf Ehrenwort wahren Geschichten — ich könnte noch mehr erzählen — sind zwei von vielen Svenen aus einem ernsthaften Film im Rohbau.
Am Filmschneidetisch läßt der Filmschneider auf die einfachste Weise von der (Film-) Welt die be- wundertsten Schauspieler in jedem Augenblick den kurzen Schritt vom Erhabenen zum Lächerlichen tun. Während er es unternimmt, aus vielen tau- senv Metern Aufnahmestreifen das Brauchbare auszuwählen, läßt er das horizontal gleitende Band, dessen Bilder in einem Guckkasten auf der Mattscheibe erscheinen, vor sich abrollen. Mit einem Hebelgriff oder einem Druck auf das Pedal kann er den Ablauf des Streifens unterbrechen. Und wenn er ihn rückwärts laufen läßt, was sehr oft geschieht, erlebt er so phantastische Geschichten, wie wir sie hier ausgeschrieben haben.
Man muß den guten Willen für die Tat nehmen, ist eine verbreitete, aber darum nicht minder bedenkliche Redensart. Was nützt aller oute Wille, der nicht in die Tat umgesetzt wird? Da ist doch weit besser eine gute Tat, die unwillkürlich, die ohne Willen oder gar wider Willen geschieht. Freilich, auch unser bestes Tun ist unvollkommen, fehler- haft und begrenzt, und all unser Wollen bleibt Stückwerk. Dennoch muß unser ganzes Streben dahin zielen, Wollen und Können in Einklang zu setzen, sonst verfallen wir unrettbar einer Lebenslüge. Ein kluger Mann, Otto von Leixner, einstmals ein sehr bekannter Literarhistoriker, hat das treffende, beherzigenswerte Wort gefunden: „Eine kleine Stelle, die du ganz aus füllst, ist ein Ehrenplatz; die größte, der du nicht genügst.
tand bringt, die Pflanzzwiebeln ziemlich, eng ein- icsteckt werden und entwickeln sich noch schneller als m Frühjahr im freien Land. Es empfiehlt sich aber, ie Pflanzung so früh vorzunehmen, daß im April ie schlauchartigen Blätter voll entwickelt sind. Man ann dann die Kiste, wenn keine Fröste mehr drohen, uf den Balkon oder in den Hof stellen, und die heitere Entwicklung der Sonne überlasten. Auf hden Fall erreicht man auf diese Weise, daß die laschwüchsigen ersten jungen Zwiebeln schon zu knde des Frühjahrs aus dem Boden geholt werden [önnen. Das wichtigste aber ist, daß das Experiment nit der richtigen Zwiebelsorte angestellt wird. Man höhlt also nicht etwa die dicke runde Hauszwiebel, sie langsamer wächst, sondern die kleinere schmalere Schalotte, die rascher vorankommt und aus ihrer ftfuft von neben- und übereinanderliegenden kleinen stwiebeln sich ergiebiger vermehrt. Zwar sind - die
Klarer werden die vorher vernebelten Sinne, um Io gelöster seine Bewegungen, solange bis die alkoholische Verzauberung ohne einen Rest aus Gehirn und Äiedmaßen gewichen ist. Zum Schluß geht der geheimnisvoll Ernüchterte, wie um sich pur Buße etwas Schwieriges aufzuerlegen, rückwärts aus der Kneipe hinaus.
I Ich habe nie zuvor ein Mittel gesehen, das einen trunkenen auf eine geistvollere und dabei doch so vollkommen ästhetische Weise von seinem Rausch vefreit hätte. Einen einzigen Hinweis, auch wenn Ir die Geschichte nur noch rätselhafter machen sollte, will ich als Versuch zu einer Teilerklärung noch leben. Unser Trinker besaß die Fähigkeit, eine dichte Wolke von Tabaksqualm, die sich über seinem Kopfe ballte, ohne spürbare Anstrengung mit einem Einzigen Zuge in einem tiefen Sog einzuatmen. Wan kennt ja die elektrisch betriebenen Rauchver- lehrer, über deren Wirkungsweise ich jetzt in der Erinnerung an den lebendigen Rauchschlucker nur |od) lächeln kann. Der Apparat verhält sich zu Vielem wie die Rechenmaschine in der Hand eines «lBC-Schützen zu einem Genie im Kopfrechnen, las ohne Hilfsmittel im Handumdrehen sechsstellige Kiffern multipliziert. Je mehr der Trinker geballte kiauchwolken schluckte, um so schneller schien er die leeren Gläser mit seinem mühelos hervorgebrachten Vier zu füllen, und je schneller er sie füllte, um so gründlicher und am Ende spurlos wich von ihm die mühsam und kostspielig erworbene Trunkenheit.
Schuster, bleib bei deinem Leisten! heißt es. Und das enthält keineswegs etwas Verächtliches, vielmehr nur einen Gewissensaufruf zur wahren Ehre. Denn ehrenvoll ist es, eine Stelle ganz auszufüllen, und fei es die kleinste. Jede treu erfüllte Pflicht adelt, und Segen ruht auf dem schlichtesten und bescheidensten Posten, an den jemand seine beste Kraft hlngibt, während Flüche zu dem Throne schal- len, den ein höchstes Geblüt zum Lotterbette macht. Es gab Zeiten, wo die größten Künstler sich Handwerker nannten, weil sie vom Handwerk als dem natürlichen Wurzelboden ausgingen und es stufenweise bis in die Höhen des Geistes hinantrieben. Und diese Zeiten haben mehr für die Kunst geleistet als die neueren, wo sich Hunderte und Tausende selber Künstter nennen, ob schon sie oft nicht einmal das Handwerk beherrschen.
Die Treue im Kleinen ist etwas Großes; eine Stelle wirklich auszufüllen, ist fast immer schwierig, und es gibt fast keine noch so geringe Aufgabe, und sei es Handlangerdienst, die sich nicht auch mit Geist und Sinn verrichten oder bei der sich nicht wenigstens Freudigkeit und Geduld entwickeln und bewähren ließe. Goethe hat einmal geäußert, es sei ihm stets gleichgülttg gewesen, ob er Töpfe oder Schüsseln mache — er wußte, daß es nichts geben könne, dem er nicht den Stempel feiner Persönlichkeit ausdrückte. Jemand kündigte einen Posten, auf dem er nichts zu tun hatte, als Adressen zu schreiben: das fei ihm zu stumpfsinnig, zu geisttötend. Der Nachfolger jedoch fand die gleiche Tätigkeit höchst fesselnd, weil er sich in all die Lander, Orte und Menschen versetzte, mit denen sein Arbeitgeber in Verbindung stand.
Selbst eine rein mechanische Tätigkeit braucht den Geist nicht zu knechten oder zu töten, sie kann ihn vielmehr entbinden, daß er frei darüber hinschwebt und hinspielt; und auch dieses: daß wir noch überschüssige Kräfte über unseren Beruf hinaus behalten, kann uns zur Ehre gereichen und wiederum dem Berufe erfrischend, anfeuernd, bereichernd zu gute kommen. Ja, Hans Sachs ist über feinem Leisten zum Dichter geworden, und für Jakob Böhme wurde die gläserne Schusterkugel zum erleuchteten Weltall.
Verächtlich ist immer nur der aufgeblasene Mensch, der Gernegroß. Jeder, der etwas gelernt hat und etwas kann, muß seine eigenen Grenzen kennen und mit dem berechtigten Stolz auf die eigene Leistung die Achtung vor fremder Leistung, die Ehrfurcht vor höherer verbinden. Und es gibt Gebiete, auf denen du nur so viel leistest wie du bist, auf denen du nur siegen ober kläglich unterliegen kannst, auf denen du zum Meister geboren fein mußt, wenn du nicht zeitlebens und bei aller Mühe ein Stümper bleiben willst.
Jeder stehe an seinem Platz und fülle ihn aus. Prangere dich nicht selbst an, indem du dir Aufgaben wählst, denen du nie genügen wirst, indem Du mit unzulänglichen Mitteln und Kräften über dein Maß und Vermögen töricht hinausbegehrst und statt der Ehre die Schande wählst. „Ehrt den König seine Würde, ehret uns der Hände Fleiß", heißt es im .Lied von der Glocke". Würde mag angeboren sein oder verliehen werden — die Ehre der Arbett verdienst du dir selbst, jeder die {einige dort, wo er steht, und niemand wird sie dir ftreitig machen.
Oie Zunglehrerirr.
Von Erich Klaila.
Ich bin erst neunzehn Jahre alt, schrieb sie, habe aber schon ein volles Dienstjahr hinter mir!
Sie ist Ostmärkerm. In einem WaDwinkel tut sie Dienst. In dem niedrigen Klassenzimmer sitzen sechsunddreißig Kinder und sagen Fräulein Lehrerin zu der Neunzehnjährigen.
In den Bänken sitzen nicht nur sanfte Mädchen; auch dreizehnjährige Jungen find dabei. Die haben immerhin schon eine leise Ahnung und den Verdacht, daß chnen eine neunzehnjährige Lehrerin im Grunde genommen hoffnungslos unterlegen ist. Mit dem Stock in der Hand läßt sich da nicht viel machen..
Ist denn nicht alles viel zu schwer für Sie? wurde die junge Lehrerin in einem Brief gefragt.
Manchmal ist es wirklich nicht ganz leicht, gab sie zu. Die Stelle müßte eigentlich mit einem Lehrer besetzt sein; aber der Krieg hebt solche Bestimmungen vorläufig aus. Meine Vorgängerin ist von den Jungens vertrieben worden. Ich weiß nicht, warum. Vielleicht hat sie nur ein einziges Mal etwas verkehrt gemacht. Das genügte, sich die Jungen zu verscherzen. Sie glauben nicht, schrieb sie, wie hals- ftarng ein Bub im Waldgebiet sich benehmen kann! Er kann bestimmt etliche (Stunden lang auf eine Stelle der Wand starren und ist durch kein Zureden zu bewegen, einen Laut von sich zu geben! Ich darf die Jungen gar nicht so sehr die Lehrerin spüren lassen; ich muß tun, als wäre ich eine von ihnen und nur durch einen komischen Zufall um ein paar Jahre älter als sie.
ein Pranger".
Schlagen wir uns also an unsere Brust und fragen wir uns, ein jeder sich selbst: Willst du an deinem rechten Platz oder willst du am Pranger stehen? Vielleicht standest du schon oft genug am Pranger — aber das möchtest du doch wohl nicht, daß der Pranger als dein rechter Platz gelten soll? Bemühe dich um deinen rechten Platz, du sollst dir keinen geringeren und keinen höheren wünschen als den, der deiner Befähigung entspricht, für jeden Menschen ist der seinige da, für jeden ist ein Ehrenplatz bereit — es hängt nun von dir ab, daß du ihn dazu machst. Und doch hat sich wiederum keiner den seinigen eigentlich ausgesucht: b aj5 Schicksal ruft jeden an feine Stelle, niemand braucht den anderen zu beneiden, die Großen würden sich nie mit einem noch fo glücklichen und ersehnten bescheidenen Los begnügen, die Kleinen nie die Kraft aufbringen und die Verantwortung tragen, die von denen verlangt wird, welche man sehr mit Unrecht für Bevorzugte hält, weil sie sich auf einem höheren und darum schwierigeren Dosten behaupten müssen ober in ihrer Höhe nur desto sichtbarer am Pranger stehen.
Nichts ist törichter unb nichts rächt sich unfehlbarer als falscher Ehrgeiz. Es muß einmal gesagt werden, daß jeder Unrecht hat, der da glaubt, er sei zu gut für das, was er tue, er fei zu etwas Besserem geboren, er sei zu kurz gekommen. Niemand ist für irgend etwas zu gut, und niemand kommt zu kurz. Zu kurz ist höchstens er selbst für das Gewand, das er sich anmaßt und das ihm darum so kläglich um den Leib schlottert, um den Fuß schierst, während dem Riesen, dem die Glieder aus dem zu bescheiden gewählten Rocke hängen, meist schon sehr bald vom Schicksal die passenden Kleider angemessen werden. Wer steigen und springen känn, dem wird alles zu Stufe und Sprungbrett, und wer fliegen kann, den trägt die Luft. Don den anderen. Die es nicht können, sondern nur möchten, sagt man mit Recht, daß sie „zu hoch hinauswollen". Und warum wollen sie so hoch hinaus? Meist doch nur, ban.it sie es leichter unb bequemer haben, damit sie mehr Geld verdienen und mehr gelten. Darum wollen sie unter allen Umständen höhere Schulen besuchen unb akabemische Grade erwerben, ober bie Väter zwingen sie bazu, um sich mit ihren Söhnen zu brüsten. Aber bas Volk hat eine un° jtrügliche Witterung bafür, ob einer etwas ist ober Buir scheint. Es zeigt mit Fingern auf bie, denen
iott mit einem Amt keineswegs auch den Der-
Fenchel — ein neues Gemüse.
In unseren Gemüseläden sehen wir seit einigen Wochen zwiebelförmig gerippte, zartweiße Knollen, bie in ber Art wie Bleichsellerie gezogen werben. Das ist ber Gemüsefenchel (Finocchio), ber in Italien stark kultiviert wirb. Sein Verbrauch ist wegen seiner vielen Verwenbungsmöglichkeiten auch in Süddeutschlanb heimisch geworden unb wirb zweifellos immer mehr ansteigen. Seine ausgesprochene Heileigenschast (verdauungsförbernd), in Verbindung mit seinem aromatischen Geschmack und seinem Ditaminreichtum haben bas Rohessen in
In einer Kneipe hocktau^Mm Stuhl ber Durstige. Ein Glas Hopfensaft nach dem anderen fließt ihm durch die lechzende Kehle. Je mehr er sich von dem durstlöschenden Bier zu Gemüte führt, um so mehr ändert sich seine Gemütsversasfung. Der vor einer Stunde noch durstig Gewesene, ber seitdem Trinkende, ist trunken geworden.
Aber eine geheimnisvolle Hand verwandelt den Trunkenen in den Trinkenden unb diesen in den durstigen Nüchternen zurück. Dabei kann man als Zuschauer eine Gänsehaut bekommen. Der Trunkene hält ein leeres Glas an den Mund, und während bie Lippen bas Glas fest umfassen, füllt es sich mit Bier. Der Kellner nimmt dem Manne das volle Glas ab unb trägt es an ben Schanktisch. Der Zapfer hält es schräg unter ben Zapfhahn unb während er ihn öffnet, steigt das Bier als dünne gelbe Säule aus dem Glase empor, und es findet ben Weg durch ben Hahn ins Faß zurück. Je öfter nun ber vorher Trunkene, längst nur noch ein gewöhnlich Trinkenber, bas genaue Gegenteil vom Trinken tut, um fo nüchterner wird er, um fo
Trockengemüfe.
Bon M. A. von Lütgendorff.
Der Nährwert eines Gemüses bleibt bei sachgemäßer Trocknung vollständig erhalten, somit ist jebes Trockengemüse, was seinen Nährftoftgehalt anbelangt, eine Dollkost, die das Frischgemüse sehr wohl ersetzen kann. Die Haltbarkeit ber Dörr gemäss beruht auf der burch das Trocknen bewirkten Wasserentziehung der Gemüse-Zellgewebe. Im Durchschnitt kommt es dabei zu einem Wasserver- luft von 85 bis 90 v. H. Frischer Spinat enthält zum Beispiel 89 v. H. Wasser, getrockneter aber nur mehr 4 v. H. Grüne Bohnen, die im frischen Zustand 84 v. H. Wasser enthalten, verlieren beim Trocknen dagegen nur 70 Teile ihres Wassergehaltes und grüne Erbsen gewöhnlich nur etwa 64 Teile. In jedem Fall aber wird durch den Wasser- verlust das Gewicht des Trockenaemüses bedingt, daher Dörrgemüse nur mehr ein Zehntel bis höchstens ein Achtel des Grüngewichtes wiegt unb infolgedessen 100 Gramm Trockenware minbeftens einem Kilogramm Frischgemüse gleichwertig sind.
Um bem Trockengemüse nicht nur feinen Nah- mngswert, fonbem auch ben guten Geschmack zu erhalten, muß allerbings richtig damit umgegangen werden, und dazu gehört vor allem, daß sich bie eingetrockneten Gewebe nach unb nach wieder mit Wasser füllen. Zuerst wäfcht man bas Trockengemüfe kurz durch, gibt es bann in Wasser, so daß es gut bedeckt ist — für 100 Gramm kann man eineinhalb Liter Wasser rechnen — unb läßt es nun mindestens sechs Stunden, besser sogar noch länger, weichen. Darauf wirb bas Gemüse gesalzen, mitsamt bem Wasser auf ben Herb gesetzt und langsam weichgekocht. Unbebingt ist zu vermeiden, daß das Gemüse schnell zum Kochen kommt ober mit kochenbem Wasser übergossen wird, weil es, zu plötzlich erhitzt, an Geschmack verliert und über- Haupt nicht weich werden kann. Ist das Gemüse auf diese Weise vorbereitet, fo enthält es ungeschmälert feine sämtlichen Nährfalze unb kann jetzt wie jebes frische Gemüse gekocht werben. Erhöht werden beim Trockengemüse Nährwert wie Geschmack, wenn man reichlich Fett daran gibt.
Die Zubereitung von Trockengemüfe ist also einfach genug, ja, abgesehen von ber kleinen Arbeit des Einweichens, sogar viel einfacher als bas Kochen von Frischgemüse, weil alles zeitraubenbe Putzen unb Schneiden wegfällt. Und dazu kommt ber Vorteil, daß durch bie neuzeitlichen Trockenverfahren die Gemüsepflanzen nicht nur nichts von ihrem Nährwert einbüßen, sondern sich auch — richtig gekocht — in ihrem Aussehen nicht wesenttich vom Frischgemüse unterscheiden.
Teig, diesen rollt man aus, sticht mit einem Glas Kreppe! aus, die man auf ein gefettetes Blech fetzt unb gehen läßt. Dann mit Zuckerwaffer bestrichen, werden sie schön braun bei Mittelhitze gebacken.
Gute Hefebrezel. 500 g Mehl, 30 g Hefe, 1 Ei, etwa % Liter Milch, 60 g Zucker, 30 g Fett, etwas Salz, 30 g Margarine. Man stellt wie gewohnt einen Hefeteig her, ben man aufgehen läßt. Dann knetet man die blättrig geschnittene Margarine unter, formt Brezel unb läßt sie auf einem gefetteten Blech aufgehen unb bei guter Hitze backen. Man kann sie evtl, mit Eigelb bestreichen.
feingefchnittenen Scheiben auf Brot zur Sitte wer* den lassen. In Italien wird er auch wegen feiner anregenden Wirkung an Stelle von Obst als Nachtisch verzehrt. Wird er als Gemüse zubereitet, fo werden vor allem die zu starken äußeren Blatt- rippen entfernt, bann halbiert ober geviertelt unb mit verschiedenen Beigäben gedünstet oder gebacken. Ganz besonders fein wird der Geschmack von Fleisch, wenn man Fenchelknollen mitschmort. Die findige Hausfrau wird bald feine Vorteile herausfinden und ihn bann in ihrer Küche nicht mehr miffen wollen.
Ein Haushaltsbuch für unsere Frauen.
Die Buchführung in ber Hauswirtschaft ist keineswegs etwas, das sich erst bie Hausfrau unserer Zett ausgebacht hat. Im Gegenteil, bas Haushaltungs- buch mürbe bereits schon von unseren Vorfahren als eine äußerst nützliche Einrichtung betrachtet. Dor allen Dingen der Stadthaushalt kann durch eine hauswirtschaftliche Buchführung wesenttich gefördert und gefestigt werden. Die Reichsstelle des Deutschen Frauenwerkes schreibt zu dieser Frage folgendes: „Der Stadthaushalt beruht auf der Geldwirtschaft, d. h. der feste Lohn ober Gehalt, die wechselnden Einnahmen aus freier Berufstätigkeit aller Art bilden die wirtschaftliche Grundlage ber städtischen Haushaltsführung. Darum ist auch die georbnete Geldwirtschaft bie Grundlage einer geordneten Haushaltsführung. Eine ordnungsgemäße Buchfüh- rung ist daher für jeden Haushalt unerläßlich." Mtt ihrer Hilfe kann bie Hausfrau jeberzeit ihren Be- staub an Geldmitteln seststellen, sie hat eine lieber« sicht über die regelmäßigen unb außergewöhnlichen Einnahmen unb Ausgaben unb kann an Hand dieser Uebersicht auch Pläne für bie Zukunft machen.
Die Reichsstelle bes Deutschen Frauenwerkes, Hauptabteilung Volkswirtschaft-Hauswirtsckaft, hat jetzt ein Haushaltungsbuch für die deutsche Hausfrau herausgegeben, das ber Hausfrau in einfacher Form ermöglicht, ihre Einnahmen und Ausgaben einzutragen. Neun verschiedene Spalten, von denen die Spalte Ernährung eine sechsfache Unterteilung aufweist, können alles aufnehmen, was für Wohnung, Steuern, Beiträge, Kleidung, Blldung, Vergnügen, Gesundheits- und Körperpflege, Verschiedenes und Ernährung ausgegeben wurde. Da bie Hausfrau in unserer Zeit ganz besonders die Verantwortung für eine wobldurchdachte Führung des Haushalts trägt, wird sie das Erscheinen dieses Haushaltungsbuches begrüßen Es ist zum Preise von 70 Rpf. in allen Dienst- und Beratungsstellen des Deutschen Frauenwerkes zu haben.
Rezepte.
Rote Rübengemüse mit Meerrettich: 1 Kilogramm rote Rüben, */• Liter Genrüsebräche, Vs Liter saure Milch, geriebener Meerrettich, Salz nach Geschmack, evtl, auch etwas Zitronensaft oder Essig. — Die roten Rüben werden gekocht, ober ungeschält auf dem Rost im Ofen gebacken, dann, zieht man die Schale ab, schneidet sie in Würfel, gibt sie in die heiße Brühe. Wenn sie etwas gedünstet haben und gut heiß sind, fügt man Milch und Meerrettich frei und schmeckt ab. Das Gemüse tarnt auch mit einer Mehlschwitze gebunben werden.
Hackbraten mit Gurkeneinlage: 800£ Hackfleisch (zweierlei) vermischt man mit 1 Ei, 4 ein« geweichten, sehr fest ausgedrückten Brötchen, etwas Salz zu einem festen Fleischteig. Man formt iroet Braten, in jeden von ihnen gibt man in die Mitte eine große Salz- ober Gewürzgurke, wälzt in Weck- mchl unb brät mit einigen Zwiebeln und Fett kräftig an, schmort mit wenig Wasser gar unb dickt die Tunke mit etwas Kartoffelmehl.
Wenn Ihr Haar zu sdinell fettig wird, dann beruht das auf Überreizung der In der Kopfhaut befindlichen
Talgdrüsen Abhilfe schafft regel mäßige Pflege des Kopfes mit milden Mitteln, die kein Alkali und keine Kalkselfe im Haar zurüddassen, also mit
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Ist es denn nicht entsetzlich langweilig im WaQ- viertel? fragte ich im nächsten Bries.
Diel geschieht hier natürlich nicht, antwortete fte- Aber ich wohne doch gar nicht im Dorfe, ich lebe in einer kleinen Stadt, eine halbe Stunde vom Dorf entfernt.
Wie? fragte ich Da müssen Sie also jeden Tag zweimal eine halbe Stunde lausen?
Das bedeute für sie gar nichts, schrieb sie. Es fei ehe eine Erholung.
Ich machte sie auf den Winter aufmerksam Sie sollte doch einmal so freundlich sein uni) an die Kälte nn letzten Jahre denken! Ob es nicht doch besser fei, sie würde ganz ins Dorf ziehen?
Das geht mcht, antwortete sie. Ich habe nämlich auch noch eine Nebenbeschäftigung: ich muß jeden Nachmittag auf dem Gemeindeamt Schreibarbeiten erledigen. Wer soll sie denn machen? Und der Winter? Nun, so schlimm sei das auch wieder nicht. Zwar habe sie nicht den ganzen letzten Winter nt dieser Gegend zugebracht, nur noch einen Zipfel davon. Aber im Winter müßte sie nicht die Straße gehen. Man kann über die verschneiten Felder lausen und den Weg ab kürzen.
Am Schlüsse ihres Briefes hieß es: Gewiß, es gibt schönere Lehrerstellen. Aber es ist Krieg. Da muß jeder nichts als die Pfticht tun!
Das rst es wirklich: Die Pflicht tun!
Wer in diesen Tagen einmal meint, unzufriebeiH fein zu dürfen, der stelle sich die Neunzehnjährige vor, wie sie in der Frühe eines kalten Wintertages über vereiste Felder wandert. Es schneit. Das Fräulein Lehrerin lächett harrhäckig in das Weiße hinein. Wohl weil sie an die Kinder denkt, di« rni niedrigen Klassenzimmer einer Dorfschule aus sie warten. An den Florian und die Zenzi, an ben Kaspar und wie sie alle heißen.
Seifftbriffen.
— Die „Mob en ro elf* (Deutscher Verlass Berlin), die jetzt wieder monatlich erscheint, zei^ in ihrem Februar-Heft bereits eine große Zahl von Frühjahrs-Modellen. Man findet Straßenanzüge, leichte Kleider und Dirndl, Gartenkleidunss Es gibt sportliche unb elegante Mäntel, schlicht* Alltagskleider, aber auch Nachmittags- und Abend kleider. Es folgen Bufchhemben, Blusen, Kinder- kleibung usw. Auch praktische Aenberungsoop fchläge werden gezeigt und erklärt.


