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Donnerstag. 13. ZebruarMl
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)
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Bereits mit den Kleinen können wir beginnen, i:n kameradschaftliches Verhältnis zu entwickeln. >azu hilft uns das Zeitalter des Sports. Einst gin» jen Eltern gemessenen Schritts durch das Kinder- । mmer und sahen sich die Spiele ihrer Sprötzlinge furch die Brille an. Heute aber planscht Mutter mit *n Kleinen in der Badewanne herum, und Vater Igt sich am Strande mit seinen Jungen, veran» Itet Wettrennen und andere Spiele. Viel ge» nder ist diese Art -er Erziehung, ganz abgesehen savon, daß sich auch die Eltern durch ein intensives Ritgeben mit der Jugend jugendlich und geistig wie Srperlich elastisch erhalten! Und das eben imponiert den Kindern, wenn die Eltern so „schneidig snd, alles mitzumachen"! Auf diese Weise gewinnen i» von selbst Achtung und Respekt vor den Eltern.
Fallen sie aber doch mal aus der Rolle, unsere dffnungsvollen Sprößlinge, dan gibt es von den fitem mitten im Spiel eine tüchtige Ermahnung.
Ein großer Kummer sind die kleinen Fältchen um die Augen, die „Krähenfüße", gegen die wir aber auch mit einem Wechselbad angehen können. Außer dem täglichen Wechselbad mit besonderer Beachtung der Augenpartien machen wir gegen Abend Wechselbäder mit Kamillentee. Abwechselnd kommt ein kleines Tuch mit heißem, dann mit kaltem. Kamillentee auf die Augen, zuletzt das kalte Bad und wir werden merken, wie frisch die Augen am anderen Morgen aussehen. Die Hände sind ja auch ein großer Kummer, denn man soll ihnen die Arbeit im Hause nicht so ansehen. Auch ihnen helfen Wechselbäder, aber nicht mit Kamillentee, sondern mit Kartoffel-Kochwasser, das den Händen eine wundervolle Weichheit verschafft und Röte und Unsauberkeit ganz vorzüglich beseitigt.
Dr. Gerta Wendelmuth.
die Mehl- und Brotrationen würden mal kleiner. Das ist einmal sehr unsozial gehandelt, zum anderen für den Haushalt eine unnötige Belastung und im Grunde ist doch nichts dabei gewonnen. Es ist wie eine Krankheit, dieses Hamstern um jeden Preis, ohne Plan und Zweckmäßigkeit, und bie Hausfrau wundert sich, wenn sie mit ihrem Haushaltungsgeld nicht mehr zurecht kommt. Die Kriegs- wirtschaft hat in allen Haushaltungen den gewohnten Küchenzettel verändert, viele Hausfrauen haben hinsichtlich ihres Küchenzettels sich noch nicht ganz neuen Verhältnissen anpassen können, haben noch nicht gelernt, das für ihren jeweiligen Einkommens- stand Zutreffende herauszufinden. Wie jeder Handwerker, Kaufmann, 'ikiumeifter usw. vor Beginn seiner Tätigkeit eines Planes, eines Ueberblickes über das zu Schaffende bedarf, so sollte sich auch jede Hausfrau für jede Zuteilungsperiode einen Plan zurechtlegen, einen Voranschlag über das zur Verfügung stehende Haushaltungsgeld und einen Ueberblick über die ihr zustehenden Lebensmittel in den nächsten vier Wochen Auf Grund dieses Ueberblickes kann sie sich den Küchenzettel aufstellen, braucht nicht unnötig oorauszukaufen, spart Zeit und Geld und erlangt dadurch wieder die Sicherheit in der Haushaltsführung. Sie wird zur Erkenntnis gelangen, daß die Lebenshaltung sich zwar unwesentlich geändert, aber nicht verschlechtert und auch nicht verteuert hat Sie wird seststellen können, daß der Gesundheitszustand ihrer Familie trotz manchen Verzichtes auf frühere Genüsse ein ganz vorzüglicher ist.
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Rande mit der Hand eingerollt. — Aus einem Res (von einem schottisch-karierten Wall kleid) ist die Krawatte genäht, aus einem älteren Sweater sind Sport st rümpfe un passende warme Handschuhe gestrickt. — D e Pullover ist aus W o 11 r e st e n (in Schwarz, Hellgrau und Dunkelrot) glatt gestrickt, er wird zu einem dunkelgrauen Winteranzug sehr willkomme sein. H.
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So ist die warme Hausjacke (in der Mitte) aus einem abgetragenen Ulster so gearbeitet, daß das eingewebte, großkarierte Flauschfuter nach außen kommt. — Das reinseidene Halstuch ist aus einem schadhaft gewordenen Sommerkleid und wird am
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___man ohne Punkte auch für ihn mit etwas Geschick aus Getragenem allerlei Praktisches für den Winter selbst Herstellen kann, zei-
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PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS
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Ettern als Kameraden.
Freier und ungezwungener ist die Erziehung des putschen Kindes von heute im Vergleich zu bergigen vergangener Tage. Einstmals beherrschte '■er Gedanke des Respekts die Erziehung eines Kinnes voll und ganz Die Folge davon war allerdings, daß die Jugend keine Widerrede wagte, sich cm Urteil am Schalten und Walten ihrer Erzieher :nmaßte, geschweige denn es zu sagen wagte! Aber - und das war der Grundfehler dieser Erziehung - diese Kinder waren sozusagen aus lauter Angst er den Eltern zusammengesetzt. Und wo die Angst !<rrscht, findet das Vertrauen keinen Platz. Zugegen, daß unsere heutige Jugend leicht einmal über iüe Stränge schlägt und vergißt, daß sie mit Erwachsenen, Erfahrenen zu tun hat. Wer aber den vldenen Mittelweg in der Erziehung seiner Spröß- nge einzuschlagen versteht, dem wird es auch ilücken, seine Kinder frei und ungezwungen zu jd)tigen Menschen zu erziehen, ohne daß sie Eipeftroibrig werben! Wir heutigen Eltern verlan- keine übertriebene Höflichkeit, kein Duckmäuser- uni von unseren Kinbern.
Gott ich meine Lebensmittelkarten voll ausnutzen?
Diese Frage hat sich schon manche Hausfrau vorgelegt, besonbers, wenn sie für das leibliche Wohl einer mehrköpfigen Familie zu sorgen hat und von Zeit zu Zeit Vergleiche zieht mit den Haushaltung-- kosten von jetzt und ben Zeiten vor bem Kriege, wo es noch keine Marken gab. Jebe Hausfrau ist bestrebt, von ben ihr für bie Ernährung ihrer Lieben zustehenben Lebensmittelmengen möglich st alles emzukaufen, auch wenn es zur Zeit nicht unbebingt benötigt wird, das heißt, als sparsame Hausfrau ist sie gewohnt, Vorratswirtschaft zu betreiben. Hiergegen ist bestimmt nichts einzuwenden, solange sich dieses Bestreben in vernünftigen Bahnen bewegt und sich nur aus die Lebensrnittel erstreckt, deren Zuteilung und Verbrauch je nach Jahreszeit mengenmäßig verschieden ist, wie z. B. bei Zucker, Eiern usw. Da ist es bestimmt am Platze, sich einen gewissen Vorrat zuzulegen. Anders dagegen bei den übrigen Lebensrnitteln, auch beim Fett, die das ganze Jahr über in gleichgroßer Menge zugeteilt und verbraucht werden. Sich über ben notmenbigften Bedarf hinaus einzudecken. Schränke und Töpfe damit randvoll zu füllen, ist unkaufmännisch und auch unrentabel und kostspielig. Bei den reichlichen Brot- und Mehlzuteilungen war es bestimmt nicht überlegt, wenn Hausfrauen, in größeren Familien und zum Teil noch mit zusammengehamsterten Brotkarten, sich zentnerweise Mehl zusammenkauften, nur weil sie befürchteten,
ui5 Respektlosigkeit heraus machten die Kinder den i<I)ler, sondern lediglich im Eifer des Gefechtes, n aufregenden Spiel oder Sport vergaßen sie men Augenblick, daß sie nicht mit Gleichaltrigen rngingen Ist die Ermahnung erteilt, dann geht es litig weiter im Spiele, der Fehlschritt ist vergessen, hüte Kameraden sind wir unseren Kindern, wenn ; mr mit ihnen mithin, wenn wir sie verstehen, t*nn wir hie und da ein kleines Geheimnis mit Inen teilen. Und dann kommen sie von selbst zu Ns mit ihren Schmerzen, Roten und Dumm- I iten, sie wissen, daß wir verstehen und verzeihen innen, und daß wir vor allen Dingen auch helfen herben, wo es nötig ist, und wo wir in der Lage k$u sind! Wenn man dagegen bedenkt, wie Kinder rnt ihren Schmerzen aus Angst und mangelndem Irrtrauen häufig zu Fremden gingen, die kein htereffe an ihnen hatten und in den wenigsten fallen helfend emsprangen, dann sehen wir erst im, wie notwendig es ist, daß wir zu unseren Kin- I rn wie gute Kameraden stehen. Denn nur auf die- |r Basis kann manches Unheil, das Jugendliche mne reife Führung in vergangenen Tagen anstif- tlen, verhindert werden. H. v. Lützow.
Natürliche Schönheitspflege.
Es ist ein Fehler anzunehmen, daß man nur mit derlei Wässerchen, Puder, Pasten und sonstigen l-ittelchen eine gesunde und daher schone Haut fielen konnte. Weit gefehlt! Es kommt vielmehr hirauf an, die Haut durch richtige Pflege so lebens- i»(l wie möglich zu machen und zu erhalten, denn lie gut atmenden Zellen sorgen allein für die frische und daher Schönheit der Haut. Für die ! liirklich natürliche Schönheitspflege, d. h. für die hregung der Atmung und daher der Lebensvor- 8 nge der Hautzelle haben wir in der Hauptsache i poei Mittel, nämlich die Massage und die An- n»nbung von Wasser von verschiedener Temperatur, das Wechselbad.
Durch eine regelmäßig vorgenommene, einfach Lszuführende Massage erhalten wir die Kopfhaut gjsunb und können sie derart beleben, daß Schup- Pin verschwinden und das Haar gesund und stark n: chwächst. Morgens und abends kämmen wir die fnare mit einem Staubkamm unter sanftem Druck dr Kopfhaut Strich für Strich durch. Zuerst wird ein stärkerer Schuppenfall bemerkbar machen, b» uns aber nicht stören soll, denn die Haut muß V zuerst von allen auf ihr befindlichen toten Haut- tdlen, eben den Schuppen, befreit werden. Wenn D r bas Kämmen mit bem Staubkamm regelmäßig d rchführen, wird die Haut belebt, sie atmet wieder g. t und die Schuppenbildung härt auf. Auch mit dm Fingerspitzen können wir bie Kopfhaut mit hftem Druck massieren. Diese regelmäßige Massage I i| so wohltuend, daß wir sie gar nicht mehr missen »vollen. Uebrigens auch ein gutes Mittel gepen ]| luchte Kopfschmerzen und einen kleinen „Kater .
L An der gleichen Weise hilft eine regelmäßig durch- »gsührte Massage der Füße gegen Hornhaut, WSchwielen und Hühneraugen, wenn auch noch die »büße öfter webadet und gepflegt werden. Rach dem i» laschen obet Baden der Füße soll man sie jeden II lag mit einer kleinen Metallbürste, wie sie uber- II Q. zu taufen ist, gründlich bearbeiten, insbesondere harten Hautteile. Rach und nach lösen sich oieje ■li Ei eilen und die gut durchblutete Haut wird nicht II lieber hart, aber nur bann, wenn man biese Haut- |l P ege ständig fortsetzt. • rr .
I Eine zweckmäßige Anwendung des Gössers, des Ipechselbades, erhält die Haut des Gesichts, || b s Halses und der Arckie frisch, weil lebendig IIdurchblutet, namentlich zusammen mit.einer Burst- |Ivnssage. Morgens wird die Haut mit einer Massage^
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bürste gut bearbeitet, weil dadurch bas Blut in bie Haut gezogen wird, bann waschen wir uns so heiß, wie wir es nur aushalten können. Ob wir Seife dazu nehmen ober nicht, kommt auf bie Haut an Durch bas warme Wasser wirb jebe Unreinlichkeit und auch etwa vorhandenes Hautfett gut entfernt. Anschließenb wird bie Haut so kalt wie nur möglich abgerieben unb schon spüren wir, wie ein Strom von Leben dui?cb bie Abern rinnt. Roch einmal warmes Wasser, bann wieder kaltes und die Haut kribbelt vor Leben, als ob wir in einem Sauerstoffbad gewesen wären. Dieses Wechselbad am Morgen ist daher auch ein vorzügliches Mittel gegen Müdigkeit nach schlaflosen Rächten. Rach dem Wechselbad frottieren wir die Haut mit einem möglichst rauhen Handtuch und reiben sie bann leicht mit einem guten Tageskrem ein.
Mehr Hefegerichte im Winter.
Jetzt im Winter muß die Hausfrau besonders barauf bedacht fein daß in der Kost genügend Vitamine ober Schutzstoffe enthalten find In der Hauptsache wird an. frisches Obst gedacht, bann erft an Gemüse, unb manche Nahrungsmittel bleibeit vergessen, weil wir uns ihres Vitamingehaltes nicht bewußt finb Zu diesen wertvollen Stoffen gehört bie Hefe, die einen besonders hohen Gehalt an einem Vitamin hat, das zum Beispiel im Obst und in ben meisten Gemüsen nicht annähernd so gut enthalten ist, höchstens noch im Vollkornbrot. Deshalb sind Hefegerichte und Hefekuchen im Winter für unsere Gesundheit so wertvoll^haß wir Hausfrauen sie öfter zubereiten sollen Ein guter Hefekuchen schmeckt zum Kaffee und braucht keinen Belag, ein Hefekloß ober sonst ein Hefegericht nach einer kräftigen Suppe zum Mittag ist sehr beliebt.
Der Brocken Hefe, ben wir beim Bäcker kaufen, besteht aus einer Unzghl von lebenbigen kleinen Hefepilzchen. Wie alle Lebewesen braucht bie Hefe etwas Wärme, so ungefähr hanbwarm hat sie es sehr gern, bann will sie etwas zum Futtern haben, und bas finbet sie im Zucker ober in der Stärke des Mehles, zuletzt muß sie auch frische Luft zum Atmen haben, benn bie Hefe „veratmet" ben Zucker ober bie Stärke unb liefert bafür Kohlensäure, bie ben Teig in bie Höhe hebt unb somit lockert. Wenn bis! Hefe im Teig ihre Cebensbebingungen oorfinbet, arbeitet sie auch für uns. Vor allen Dingen werben bie Zutaten wie Mehl, Milch, Eier. Fette unb vielleicht Rosinen hanbwarm verarbeitet, um gleich bie richtige Temperatur für bie kleinen Hefezellen zu bekommen, Zucker findet sie im Teig vor und nun müssen wir noch für viel frische Luft sorgen, Das angewärmte Mehl wirb baher erst gesiebt, dann mit der lauwarmen Milch, in der die Hefe aufgelöst wurde, vermengt und an einen warmen Ort gestellt Dann wird der Hefeteig kräftig mit den Fäusten bearbeitet, ober auch mit einem schweren Holzlöffel geschlagen, um recht viel frische Luft hinein zu bekommen. Wenn ber Teig zu „quietschen" anfängt, so ist bas ein Zeichen dafür, daß er sich ganz mit Lust gesättigt hat. Nun können wir den Teig zu einem Aschkuchen oder zu einem großen Hefekloß gleich in der Form zum Gehen aufstellen, und zwar schön zugedeckt an einem warmen Orte. Die Hefe arbeitet nun aus Leibeskräften, was wir daran merken, daß sich der Teig hebt, und wenn wir dann mit einem Holzstiel eine Druckprobe machen, füllt sich die Stelle erst langsam wieder auf. Nun kommt der Kuchen in ein nicht zu stark geheiztes Ofenrohr, weil die Hefe auch erst noch arbeiten kann, ehe sie bei ansteigender Temperatur zugrunde geht. Dann hat sie ihre Pflicht für den Kuchenteig getan, aber für uns leistet sie noch mehr, indem sie uns, selbst im Gebäck noch einen guten Teil von ihrem Vitamingehalt liefert und bami* dafür sorgt, baß wir gesunb bleiben.
Dr. Gerta Wendelmuth.
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