Ausgabe 
13.1.1941
 
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WM/

Montag. 15. ZanuarM!

Gießener Anzeiger iGeneral-Anzetger für Gberhesien)

Nr. 10 Zweites Blatt

Aus der Stadl Giehen. 30.Jahresversammlung der alten116er

Wertvolle Obstbaumhölzer

G-denkl d^rh'mafrndi'nVöael'

Deutsch, Graphik der Gegenwart.

derungen stellt. Am Flügel wirkte Adolf $) a v -

digem Eingehen auf die tänzerische Intuition Eine

zahlreiche Tanzgemcinoe lpcnoeke reicyen Der für den die Palucca mit einer Zugabe dankte.

Hans Thyriot

räkterkopf Gerhart Hauptmamrs^seien von Staeger

ourcy rrunere iuu^ituunHKii ,

-ermann Kätelhön zwei der für fein graphi

führlich genug gewesen, vielleicht plagt den Mann aber auch nur seine gallige Laune. Jedenfalls fängt er an zu schimpfen. Wo jemand schimpft, findet er bald eine Resonanz. Schon räsoniert ein zweiter Fahrgast, dem das Tempo der Bahn nicht be­sagt, was wiederum einen anderen veranlaßt, die Schleusen seiner Beredsamkeit zu öffnen, da er vermeintlich zu diesem Thema noch etwas beitragen kann. Im Nu herrscht in der Straßenbahn eine kriegerische Stimmung, was der Schaffnerin durch­aus kein Vergnügen bereitet. Man sieht ihr viel­mehr den heimlichen Aerger an. Es ist auch wahr­haftig nicht gerade schön, den ganzen Tag in der Bahn zu stehen, alle Kräfte für eine rasche Abwick­lung einzusetzen, .um dann noch bissige Worte un» verständiger Menschen anzuhören.

Und als ob es sich von selbst verstünde, sagt plötz­lich eine sonore Stimme so laut, daß es alle deut­lich vernehmen:Kinder, begraben wir doch den -Streit. Unsere Schaffnerin kommt viel bester zu­recht, wenn wir alle nur ein bißchen freundlicher lind." Alle Blicke richten sich auf den Mann, der dieses gute Wort gelassen ausgesprochen bat. Es ist ein jovialer £)crr von vielleicht fünfzig Jahren Die Wirkung seines Eingreifens ist überraschend. Das Schimnfen verstummt, die G"sichter entspan- neu sich. Die Mi-nen der Schafmerin verraten so­gar ein kleines Lächeln. Nach einer Minute ist der schönste Frieden zwischen den Fahrgästen eingekehrt.

Der Wert eines guten Mortes, im richtigen Augenblick gesprochen, ist unschätzbar. Es kann bit­terböse Mienen glätten, es vermag Uebermntige im Zaume zu halten und es ist in der Lage. Rasende zur Vernunft zu bringen. 2Iber_ es hilft auch gegen alle l^rschw^rniste der Alltäglichkeit. Wenn hier und ba im vielfältigen Werktaasqetriebe ein gutes W^rt fällt, dann f-mn man sicher fein, daß es als Dolmetsch von Güte und Verständnis Eingang in die Nerzen findet und dort wirkt. Deshalb soltten wir mit dem guten Wort nicht fnaren. Vor all--m nicht in dieser Zeit, dm von allen'besondere Leistungen verlangt. H. W. Sch.

einigen Szenengruppen aus Shakespeare und dem zweiten Teil desFaust" und fesche! mit einem Motiv aus Gottfried KellersSieben Legenden" lie­fern gute Beispiele für die reichen literarisch-illustra­tiven Ausdruckswerte graphischer Kunst.

Die interessante Ausstellung, sonntags und werk- tags bis zum 27. Januar zugänglich, sei einem regen Besuche empfohlen. Hans Thyriot

verdunkelungszett

in der Woche vom 12. bis 18. Januar: 17.40 Uhr bis 9.20 Uhr.

Eine farbige Heliogravüre von Rifchert, Königsberger Speicherfront am Hundegatt mit den zugehörigen Hausmarken, ist ein Blatt von volks­kundlichem Reiz und einer fast geometrisch anmuten- den Präzision der Zeichnung. Emen äußersten Gegensatz dazu bilden die beiden darunter hangen- ! den Figuren von Pudlich, ganz weich und loder I hingesetzt, mit sparsamster Begrenzung auf die Kon- i tur ganz auf die Wirkung der zart bewegten Li- ! niensührung gestellt. Ein Holzschnitt von Walter Klemm (Rehkitz") gibt ein warm beseeltes Tier« i bildnis Der bekannte Illustrator Hans Meid ent- wickell int ,.Opernball 1935" im strengen architek- tonischen Rahmen ein malerisch bewegtes Spiel von Licht und Bewegung. ,

SchillersAllgäuer Diehscheid" ist eine gute,

Itornofwn.

Tageskalender für Montag.

Gießener Dortragsring: 1915 Uhr in der Neuen Aula der Universttöt M"si?schriftsteller Alfred Pel­le g r i n i überRichard Wagner, seine deutsch-kul- tureffe Sendung und sein berühmtes Bayreuther F-'stsp-ielwerk". Gloria-Palast, Seltersweg:Kora 2>rrn" Llchstvielhaus, Bahnhofstraße:Zwilchen Hamburg und Hoiti". Ob-rhefsifcher Kunstverein: 17.30 bis 18 30 Uhr AusstellungDeutsche Graphik der Gegenwart" im Foyer des Stadttheaters.

Ortszeit für den 14. Januar.

Sonnenaufgang 9.31 Uhr, Sonnenuntergang 17.38 Uhr. Monduntergang 9.37 Uhr, Mondaufgang 1912 Uhr. .

<Su e Unterhaltung

für unsere Verwundeten.

Das Oberkommando der Wehrmacht ließ durch die NSG.Kraft durch Freude" vor den Verwun­deten eines hiesigen Reservelazaretts von Paul Freye einen Vortrag mit Lichtbildern über das ThemaAls Kriegsgefangener in Siam und Bri- tifch-Jndien" halten/Die Verwundeten folgten den fesselnden Darlegungen des Vortragenden, der tm Kriege 1914/18; nachdem er bis dahin als Hoch- schulvrofessor in Siam gewirkt hatte, als Gefangener der Engländer zurückbehalten war, mit großem In­teresse Den starken Beifall der Hörer unterstrich als Sprecher der Soldaten Oberfeldarzt Dr. Bickert in seinen Dankesworten.

Am gestrigen Sonntag erfreute der Gesangverein Sängerkranz" aus Watzenborn-Steinberg unter Leitung des Chormeisters Heuser die Verwunde­ten mit einem schönen Gesangskonzert, bei dem die Sänger Chöre und Volkslieder von Schubert. Sil- cher, Bohnes, Neubner, Neumann, Abt, Stapf und Stilz in ausgezeichneter Weise zu Gehör brachten. Die Soldaten bekundeten ihre Dankbarkeit für die genußreiche Stunde mit herzlichem Beifall.

SA -Wehrmannschast.

Am gestrigen Sonntag war für die SA.-Wehr- mannschoft ein Geländedienst angesetzt, der im Bergwerksgelände durchgeführt wurde. Es war er­freulich, festzustellen, daß die Wehrmänner bereits auf einem guten Ausbildungsstand angelangt sind

Entlastung erteilt.

Die Kameradschaft beschloß auf Antrag des Ka­meraden Reitz, am Gründungstage der Kamerad­schaft, am 11. Mai, in diesem Jahre einen Judi- läums-Appell zu veranstalten,_ dessen festliche Aus­gestaltung den Kameraden Röder und G e i l f u s übertragen wurde.

Anläßlich des nächsten Appells am 15. Februar soll ein Kameradschafts-Preisschießen durchgesuhrt weiden, zu dem aus dem Kameradschaftskreise be­reits mehrere Preise gestiftet wurden.

Nach dem dienstlichen Teil des Appells verbrach­ten die alten 116er den Rest des Abends m echter soldatischer Kameradschaft. Kameradschaftssuhrer Bill berichtete über sein Zusammentreffen mit Generalmajor H e r r l e i n.

Die Aufgaben, die den Wehrmännern im Rahmen diieses Geländedienstes gestellt wurden, waren nicht ganz leidjt, Denn fie letzten gute «enntmlle >n Plan- zeiger- und Kompaßarbelt voraus. Mit erstaunlicher Schnelligkeit und Sicherheit wurden alle Aufgaben gelöst.

Sanitätsrat Or. Koch in Nidda 80 Jahre alt.

Am morgigen Dienstag, 14. Januar, kann der weithin bekannte praktische Arzt, Sanitatsrat Dr. Koch in Nidda, in ausgezeichneter körperlicher Gesundheit und geistiger Frische seinen 80. Geburts- ^^aEtsrat Dr. med. Koch ist geborener Ober- Hesse; er wurde am 14 Januar 1861 m ^Gotten geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Bu-

Ein gutes Wort.

Es ist später Nachmittag, die Straßenbahn hat -Hochbetrieb. Alles drängt nach Hause: die Arbeiter inb Angestellten, für die der Feierabend begonnen hat, die Hausfrauen, die in der Stadt schnell noch ttwas besorgen muhten, die jungen Mädchen, die ms der Haushaltungsschule kommen. Jeder bemüht sich, einen Platz zu erwischen, aber da die Anzahl ler Plätze beschränkt ist, müssen zahlreiche Fahr­gäste stehen. Niemand tut das gern, aber bei sol­chem Andrang muß man froh sein, überhaupt mit- zukommen. Die Schaffnerin hat alle Hände voll zu tun. Sie windet sich mühsam durch das Ge­dränge, um das Fahrgeld zu kassieren.

Da fühlt sich ein Fahrgast irgendwie gekränkt. Vielleicht hat ihn die Schaffnerin zur Seite ge­schoben, vielleicht ist ihm ihre Auskunft nicht aus-

Sanitätsrat Dr. K o ch , Nidda. (Aufn.: Lang.) hingen studierte er in Gießen, Erlangen, Marburg und Würzburg Medizin und promovierte in Gießen am 18. August 1887. Nach kurzer Tätigkeit als prak­tischer Arzt in Trebur und Dietzenbach übernahm er am 10. März 1890 als Nach'olger von Dr. med. Groos die ärztliche Praxis in Nidda, die er seitdem ununterbrochen dort ausübt. Arn 29. September 1937 überreichte ihm anläßlich seines goldenen Dok­torjubiläums der damalige Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Gießen, Professor Dr. Seifer, das erneuerte Doktor-Diplom, mit dem die Universität Gießen einen alten Schüler ehrte, der ihr allezeit in Dankbarkeit ergeben war.

Im Vogelsberg geboren und dort aufgewachsen, fühlte sich der jetzige Jubilar von Jugend auf mit der Bevölkerung des Vogelsbergs und darüber hinaus mit den Oberhessen "im allgemeinen stets be­sonders verbunden. Die Sitten und Bräuche un­seres oberhc'ssischen Landvolkes, dessen Ausdrucks­weise und Dialekt er nicht nur versteht, sondern auch selber beherrscht, sind ihm zu einem großen ideellen Reichtum geworden. Aus diesem Empfin­den hat er manches launige Gedicht erstehen lassen und mancherlei volkstümliche Schnurren und Er­lebnisse für die Nachfahren festgehalten. Seine starke Verbundenheit mit unserem Landvolk, jein präch­tiger Humor und vor allem seine volkstümliche Art des Umgangs mit den Angehörigen aller Schichten und Berufe, aber auch seine hohen Charakterwerte haben ihm in weiten Kreisen in Stadt und Land Liebe und Verehrung gebracht. Die von ihm im Verlaufe von fünf Jahrzehnten behandelten Patien­ten haben in seiner Person nicht nur den Arzt und Helftr, sondern auch den allezeit vertrauenswürdi­gen Freund erblickt, auf den jederzeit unbedingter Verlaß war. So ist Sanstätsrat Dr. Koch im besten Sinne des Wortes zu einem volkstümlichen Arzt geworden.

Als großer Naturfreund und rüstiger Wanderer trat er schon vor fünfzig Jahren dem Vogelsberger Höhen-Club bei, in dessen Reihen er sich als eifriger i Wanderer immer wieder die hohen ibeeüm W^rte der heimatlichen Landschaft erwanderte. Trotz fei- nes hohen Alters b-tteij'^t er sich auch 'etzt nor den Wanderungen des DHC. In Anerkennung sei*

zu erfassen gilt.

Bis vor dem Kriege war man es gewohnt, oas Rohmaterial für die beliebten Möbel aus Kirsch-, Ruy- und Birnbaum aus dem Ausland einzufuh­ren. Die Schweiz, Italien und Frankreich haben in diesen Hölzern sehr viel geliefert. Auch aus anderen Quellen, die heute verstopft sind, haben die ver- schiedensten Obsthölzer ihren Weg nach Deutsch­land gefunden. Bei sachgemäßer Ausnutzung des m Deutschland anfallenden Obstholzes können wir aber auch sehr gut einen bedeutenden Teil des Auslands­holzes entbehren.

Durch die harte Winterkälte des vergangenen Jahres sind viele Obstbäume erfroren, so daß sich nun eine gute Gelegenheit bietet, diese Bestände zu erfassen. Aus den Erfahrungen, die mit erfrorenem Obstbaumholz in früheren frostreichen Jahren, etwa 1917 und 1929, gemacht worden sind, kann sestge- stellt werden, daß kaum eine Wertminderung des erfrorenen Holzes eintritt. Auf alle Fälle wird es der Fachmann verstehen, die Frage der Brauchbar­keit des anfallenden Holzes im Einzelfall zu tjhren. Die erfrorenen Obsthölzer sind also in gleicher Weise wie die wintergefällten verwendbar und des- halb planmäßig der Holzwirtschaft zuzuletten. Da­mit erwächst dem Obstbauern und Kleingärtner auch eine gewisse Entschädigung für den Frostscha­den. In diesem Zusammenhang sei noch darauf hln-

Durch eine Anordnung des Beauftragten für den Dierjahresplan ist die Bewirtschaftung des Obst- baumholzes dem Reichsforstmeister übertragen wor­den. Aus dieser Maßnahme geht deutlich hervor, daß die Obstbaumhölzer für die Rohstoffversorgung im holzwirtfchaftlichen Sektor sehr wichtig sind. Da- durch wird, jeder Gartenbesitzer verpflichtet, den hier anfallenden Hölzern größere Aufmerksamkeit zu schenken, als es vielleicht bisher üblich gewesen ist. Die Reichsarbeitsgemeinschaft Holz, die sich des­wegen an eine breitere Öffentlichkeit wendet, spricht bei der Bewertung des Obstholzes von einer un­genutzten Reserve, die es für unsere Holzversorgung

Am Samstagabend fand im Kameradschaftsheim! Pfälzer Hof" die 30. Jahresversammlung der Ka­meradschaft ehemaliger 116 er Gießen statt. Kameradschaftsführer Bill widmete nach der Begrüßung der Mitglieder das erste Gedenken den 11 im vergangenen Jahre verstorbenen Kameraden, sowie all den Kameraden, die im Kriege 1914/18, im jetzigen Ringen und für die Bewegung ihr Leben fürs Vaterland gaben. Sodann verlas er viele Dan fesbriefe der Kameraden im Felde und übermit­telte die besonderen Grüße der Kameraden General­major H e r r l e i n sowie Leutnant und Ritter­kreuzträger Becker.

Der Jahresbericht zeigte trotz der hohen Sterbe­ziffer einen Zugang von 18 Kameraden. Nachdem der Kameradschaftsführer die Aufgaben für das kommende Jahr bekanntgegeben hatte, berief er wieder seinen seitherigen Führerrat, zu dem neu Kamerad G e i l f u s berufen wurde. Er dankte sei­nen seitherigen Mitarbeitern und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Kameraden des Führerrates auch im kommenden Geschäftsjahr wieder in treuer Pflichterfüllung zum vollen Einsatz bereit seien.

Tanzgastspielpalucca im Glona-Palast

Die Tänzerin P a l u c c a , die in früheren Iah- ten wiederholt in Gießen zu Besuch war, gab am ! Sonntagoorrnittag ein Gastspiel im Gloria-Palast, i Das Programm war in mehreren Hauptstucken i ,Herbstgesänge" nach Etüden von Chopin, Unga- I riische Rhapsodie Nr. 2 von Liszt, Tänze aus dem Su- den nach de Falla und Tschaikowsky neu zusam- I mengeftettt; neu sind in dieser Folge auch die Baga­tellen von Beethoven (op. 119), die aber hier nicht getanzt wurden. Das Programm, in der Auswahl ungefähr die Mitte haltend zwischen klassischer, ro­mantischer und moderner Musik, erwies, wie an früheren Abenden, vor allem zweierlei: die Her­kunft aus der Schule der Wigman; darüber hinaus den persönlichen Stil der Palucca, der unter Ver­zicht auf die bühnentanzmäßigen Nebenwirkungen von Pantomime und Kostüm auf den reinen Tanz als selbständige künstlerische Ausdrucksform gerichtet ist. In dem gestern gezeigten Programm entwickel- ten sich die tanzerisch-musikalisch reinsten, ursprüng- lichsten und unkompliziertesten Formen aus dem - Ständchen von Haydn (op. 3, Nr. 5), dem Lied von >! Dvorak (Slawischer Tanz, op72, Nr. 2), aus de . - Fallas Feuertanz (aus dem BallettLiebeszauber ) 1 und gus der melodisch fließenden, aller Dretojexteft

gewiesen, daß in Deutschland seit der Jahrhun­dertwende auf wissenschaftlicher Grundlage die Züch­tung srostwiderstandsiähiger Obstsorten aufgenom­men worden ist. Durch den vorjährigen harten Winter hat man Gelegenheit bekommen, wettere Beobachtungen anzustellen, die nach ihrer Ausweg tung dem planvollen Ausbau der deutschen Obst­zucht zugute kommen werden.

Von fachlicher Seite wird darauf hingewiesen, daß man es möglichst vermeiden soll, Näael oder Haken in den Stamm von Obstbäumen zu schlagen, um vielleicht eine Wäscheleine zu befestigen oder um Dekorationen für festliche Veranstaltungen im Garten anzubringen. Dies kann man auch machen, indem man die Gegenstände mit Schlingen um den Stamm oder Ast legt, die das Wachstum nicht be- hindern. Dor allen Dingen aber muß dafür ge­sorgt werden, daß noch sichtbare Nägel und Haken vor dem Frühjahr aus dem Stamm entfernt wer­den, denn sonst entstehen an Sägen und Holzbear­beitungsmaschinen bei einer eventuellen späteren Verwendung des Stammes oder Astes 'beträchtliche, aber durchaus vermeidbare Schäden. Auch die Ernte, die ein so mißhandelter Baum liefern soll, wird in vielen Fällen dadurch sehr ungünstig be- einttußt.

Obsthölzer gebrauchen viele Handwerkszweige für die Herstellung von Hausgeräten, für kunstgewerb­liche Gegenstände und für Jnnenausbauten. Aus Pllaumenholz werden schön gedrechselte Zigaretten- und Tabakdosen hergestellt. Birnbaum-, Kirsch- und Nußholz eignen sich 'für die Anfertigung von Scha­len und Pellern. Aepfel- und Birnbaumholz werden auch für die Jnnenraumausstattung in erheblichem Umfang herangezogen. Das deutsche Handw-rk will deutschen Werkstatt verwenden. In der Werkstatt des Tischlers, Drechslers, Holzschnitzers, in der Stock- unb Schirmgrifsindustrie, beim Parkettleger, bei der Herstellung von Türen- und Fenstergriffen kann und soll das Obstbaumholz stoffliche Grundlage für - Planung und Ausführung sein.

Der Kassenbericht, den Kassenwart K o r e 11 be­kanntgab, zeigte einen guten Stand. Für seine mühevolle Arbeit wurde dem Kameraden Korell von der Kameradschaft Dank ausgesprochen und zugleich

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Was geschieht in einer Stande?

Eine eigenartige statistische Untersuchung hat man im Jentraldüro für Statistik von Stockholm in zweijähriger mühevoller Arbeit unter großem Kostenaufwand und unter Benutzung von Daten aus der ganzen Welt durchgeführt. Man hat die Frage zu beantworten versucht, was in einer Stunde in der Welt geschieht, und man ist dabei zu folgenden Ergebnissen gelangt. Alle 60 Minuten sterben in der Welt 4600 Personen, und es wer­den 5400 Personen geboren. Es werden in diesem Zeitraum 198 000 Verbrechen verschiedenster Arr begangen, von denen 177 000 oder 8 von 9 bestraft werden. In einer Stunde werden 30 Millionen Kilo Kartoffeln verzehrt, 25 Millionen Brot, 3,6 Millionen Fleisch, 3,5 Millionen Kilo Fisch und 100 000 Tonnen Zucker, während 180 Tonnen Tabak geraucht, 125 000 Tonnen Kohle und 160 000 Tonnen Mineralöl verbrannt werden. In einer Stunde werden- in der Welt 7500 Kraftwagen und saft 2000 Tonnen Papier hergestellt, von den letz­teren geht der größte Teil auf Rotationspressen, die in 60 Minuten 1,700 000 Zeitungen und Zeitschrift ten Herstellen. Man verarbeitet in derselben Zeit 57 Kilometer Kinofilme, man gibt 1,2 Milliarde« Briefe auf und sendet 115 000 Telegramme. In den­selben 60 Minuten durchläuft die Sonne inzwischen 107 000 Kilometer ihrer Bahn im Weltall, am Himmel spielen sich 1800 Gewitter ab, und 400 000 Bruchstücke großer Sterne und Meteoriten fallen auf unfern Planeten herab G K,

gründe, ein starkes, sorgfältig durchgeformtes Blatt, das 1938 vom Führer im Hause der Deutschen Kunst in München angekauft wurde. Der ausgezeichnete Münchener Porträtist und Graphiker Karl B a u e r, von dem eine lange Reihe Mttge.r ilt !i* -THr, -uresoen, unoorunng naj unv nm

berühmter deutscher Persönlichkeiten verbreitet ist, ^ortheit und Präzision der noöelfemen Lmienf ih- tzj^in Eingehen auf die tänzerische Intuition Eine hat ein vortreffliches Schabblatt mit dem -öuönis r Der bekannte Maler Arthur Kampf mit ,ghliche Tanzgemcinde spendete reichen Beifall. Richard Wagners beitzcsteuert Herbert Molwitz .....nd d-ni 9-'. ver­

bringt eine RadierungSilberdisteln" in liebevoller

I und überaus genauer Detailbehandlung. Eme Land- * schaftslithographie von P r o k op , "Achten im Jsergebirge", erzielt durch geschickt behandelte Aus- sparungen interessante Bildwirkungen. Don Klin- tert, Berlin, sieht man ein römisches Städtebild, ein« Radierung mit fast malerisch weicher Linien­führung. Alfred "K i tz i g zeigt auf zwei Blattern, demSpökenkieker" und der illustrativen Deutung einiger Verse aus RilkesStundenbuch" die viel- |eiligen Ausdrucksmöglichkeiten graphischer Kunst.

noch genannt Ein Porträt Max Regers von i takt-Konvention abgewandten Linienführung des Schniewind gleich nebenan, dürfte die Gie-!Rosenkaoalier"-Walzers von Strauß. Tänzerische ßener Musikfreund« intere-ffieren. Ein Blatt von Phantasie von großem figürlich-rhythmischem Reich- Paul WeberDer Ignorant", ist eine graphische tum und vollkommene Körperbeherrschung hielten Satire die den visionären Bereichen Kudins ent- j sich die Waage in den innerlich durchgeformten, in stammen könnte. Plastischer Steigerung aufgebauten Herbstgesangen

, _ , . I nach Chopin und in der temperamentvoll rhythmi-

Neben den ländlichen Szenen von R o s sing seien , nertcn Unaarifchen Wüfobie, hpn>n kän^ri che Finsterers Vorarlberger Bäuerin und Willrichs y^efaung sch^ rein physisch ungewöhnliche Ansor« Holsteinische Bauerntochter genannt. Herbert Kampfs ^rungen stellt. Am Flügel wirkte Adolf Hao- Orchidee" ist ein Kupferstich von bewunderswerter Dresden, unvordringlich und mit geschmei-

---------------; sches Gesamtwert charakteristischen Ji^mstrieland-

Oberhrssischer Kunstverem. tw. Ä s f e t Sat frütKt toon bei Un9'

ausgestellt: diesmal sieht man von ihm eme Land- schäft mit Bagger und Blick auf Passau im Hmter- Der Oberhessifche Kunstverein veranstaltet gemein- -----urnfnfHn tuirchaeformtes Blatt,

m mit den Freunden der bildenden Kunst, Berlin,

im Foyer des Stadttheaters eine Ausstellung Deutsche Grapbik der Gegenwart", die am Sonn- tagvormittag eröffnet wurde. Die Ausstellung wurde im Sudetengau zusammengestellt und befindet sich auf einer Reise durch das Reich. Aus dem von Kon- rad H e n l e i n verfaßten kurzen Vorwort zum Ka­talog seien die folgenden bemerkenswerten Satze ausgezogen:Zeichnung und Graphik sind die ur­sprünglichste Handschrift des Künstlers. Ebenso be- kannt ist daß jede Weiter- und Höherentwicklung m der Kunst zuerst im zeichnerischen Sttl sich ankun' digte" .. Im übrigen sei erwähnt, daß hier aus räumlichen Gründen nur ein Ausschnitt aus der gesamten Ausstellung gezeigt werden kann. Immer- hin ist auch dieser Ausschnitt noch so ansehnlich, daß die Betrachtung sich ihrerseits auf eine Auv- wähl aus dem gezeigten Material beschranken muh, sie oll so getroffen werden, daß ein ungefährer Eindruck von der Dielseittgkeit sowohl d«r graphi­schen Techniken als auch der mottoischen Möglich­keiten und persönlichen Ausdruckswelsen entsteht.

Dombrowski, auch als Buchillustrator gut bekannt, zeigt in kraftvollem Holzschnitt drei ernste, vergeistigte Charakterköpfe aus drei Jahrhunderte großer deutscher Vergangenheit: Watther von der, Vogelweide, Götz von Berlichingen und Kant- Otto- bans Baier g bt auf den beiden figuren- unö er-! findungsreichen BlätternDie Bammelstecher und Das Iungbad" zwei aus altem Brauchtum und Volksglauben gespeiste heitere Szenen von Drueg im

helfcher Anschaulichkeit und Phantasiefulle A freo y

Finsterer^ auch als Illustrator und Kalender f.J. * . schöpfer hochbegabt, bringt eine monumental mir - ____________

tenbe. kraftvoll versammelte b'gurengrupp s fjgurenreiche, ' tief "durchkomponierte Landschaft. Bauernkriege mit einer vermutlich vwmsra IG $lt)0 Zimmermann, den man als Buchillu-

Landschaft im ^intergrunb. ß ® Äirten- ftrator tennt, bringt ein Motiv aus dem Polenseld-

mnn ein recht unkonventionelles, dei b heitere _ , 1 iRnlbrürfe über die Weichsel. Ferdinand Stae -

idyll, von Klaus Richter zwei %on qe^r bewahrt den zarten, neuromantischen Stil fei-

fpielerporträts (Wieman und Wryterste ),, v » Gemälde auch in einer RadierungDer junge

L°Y eine farbige Zeichnung.m einem ostpreu ausgezeichnete Porträts

ßischen Fischerdorf, von dem kur^ ch vers ^ Selbstbildnis" und der sehr fern belichtete Cha-

vurch frühere Ausstellungen in Gießen ratteifopf Gerhart Hauptmanns^feien von Staeger