Montag, 11. AuguftMl
Nr. 189 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
wurde.
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o.ttDen'bung aber, die von dem reichen Ertrag der
und Stelle C. K.
der -Wehrwirtschaft ist die Sicherung der Ernährung '-ie wichtigste Aufgabe des deutschen ~ ' ' * * ' "" die
Wenn heute in den Kämpfen um die Freiheit inb Größe unseres Vaterlandes die Luftwaffe eine kttscheidende Rolle spielt, so haben wir Anlaß uns
Aber seinen Siegeszug durch die Länder hat die- Wildpflaume
Verdunkelungszelt
11. August von 20.57 bis 5.53 Uhr.
hat; das beliebte Zwetschenwasser oder wurde trotz starken Verbrauchs an Ort auch viel ausgeführt.
Vornotiren.
Tageskalender für Montag.
Abenteuer mit Krokodilen.
Nach Stockholm ist kürzlich nach mancherlei Widerwärtigkeiten während einer sehr langen Rück- reise eine wissenschaftliche Expedition zurückgekehrt, die 1939 ausgefahren war, um ein großes und fast völlig unbekanntes Gebiet von Portugiesisch-Guinea zu erforschen. Zu der Gesellschaft gehörte der junge Naturforscher Dr. Hanson, der jetzt der Presse von einem ganz ungewöhnlichen Abenteuer erzählte, das ihm begegnete, während sich die Expedition auf der Insel Volama befand. Eines Morgens machte sich der junge Forscher, nachdem er vielleicht eine zu große Menge von dem köstlichen Saft einiger Kokosnüsse genossen hatte, auf die Verfolgung eines prächtigen Paradiesvogels. Dabei kam er an das Ufer eines Flusses, und als er sah, daß der Vogel sich auf einen Tamarindenbaum niedergelassen hatte, der seine dichtbelaubten Zweige über eine Art Insel- chen inmitten des Wasserlaufes ausbreitete, sprang er ohne zu zögern in das Wasser und schwamm hinüber. Er kam zu dem Baum und kletterte hinauf, und nach vielen Mühen gelang es ihm auch endlich, den Prachtvogel zu fangen. Höchst befriedigt schickte er sich an, mit seiner Beute wieder von dem Baum herabzuklettern, als er im letzten Augenblick mit Entsetzen bemerkte, daß sich inzwischen vier riesige Krokodile eingefunden hatten, die ihn mit weit aufgerissenen Rachen erwarteten.
Der arme Naturforscher hatte sein Gewehr am Fuße des Baumes stehenlassen und besaß nun außer einem Taschenmesser nichts mehr, was einer Waffe ähnlich war. Da er sah, daß an Flucht nicht zu denken war, so richtete er sich mit seiner Beute, so gut es ging, auf dem Baume ein und blieb dort oben, bis Männer von der Expedition, die auf die Suche nach ihm ausgesanüt waren, ihn volle vier Tage später auffanden. Die Zahl der Krokodile, die sich unter dem Baum versammelt hatten und sich den guten Bissen nicht entgehen lassen wollten, war inzwischen auf etwa 20 angestiegen, aber wenige Gewehrschüsse genügten, sie in die Flucht zu treiben. Jetzt endlich konnte Dr. Hanson mit seinem kostbaren Vogel, dessen Fang ihm so viel Aufregung gebracht hatte, von dem Baum herabsteigen. Ec hatte sich in der langen Zeit nur von einigen Vogelnestern nähren können, aber er war völlig am Rande seiner Kräfte. C. K*
Opfer müssen gebracht werden!
Erinnerung an Otto Lilienthal.
nen Auges treffsicher angebracht wurden, hütete sich Lintmann mit großem Bedacht davor, seine Rolle zu überspielen, so sehr sie dazu verleiten mochte, und erreichte vielleicht gerade durch diese bewußte Zucht in Mimik und Sprache seine beste Wirkung. Das kam auch dem Ensemblespiel im ganzen zugute, das unter Linkmanns Regie durchaus auf den gleichen Akzent abgestimmt war. Hans C a n i n e n - berg machte straff und forsch mit sympathischer Wärme den jungen Leutnant. Herbert K ö ch l i n g war ein hochgradig verliebter Schwerenöter, Karl Volck eine biedere Seele von Landsturmmann, Hans Bernd, noch etwas befangen, der zum rechten Frontgeist bekehrte „Etappenhengst", Anneliese Garbe sehr adrett und frisch ein flämisches Mädchen. Karl Löffler hatte mit ein paar charakteristischen Ingredienzien die zünftige „Ortsunterkunft" geschaffen, in der sich das wechselvolle Schicksal des Etappenhasen vollendete. — Ein sehr aufgeschlossenes und dankbares Publikum feierte das Wiedersehen mit Linkmann durch zahllose Hervorrufe und viele schöne Blumen. Fr. W. Lange.
Einsatz der Lugend in der Landwirtschaft
Entschädigung oder Taschengeld. - Ausreichende Verpflegung.
Gastspiel Ludwig Linkmann im Gießener Giadttheater.
Frucht gemacht wird, ist der durch Vergärung und Destillation hergestellte Pflaumenbranntwein oder Zwetschenschnaps, ein farbloses Getränk mit starkem Bitterm^ndelaroma, das bis 50 v. H. Alkohol ^Slibovitz"
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?3 Obst erst angetreten, als aus der Will lie großfrüchtige Kulturpflaume gezüchtet )as Tal Algota in Syrien scheint nach den ältesten
einen 15 Meter hohen Berg aufschütten. „Opfer müssen gebracht werden", pflegte er der Hausfrau m erwidern, wenn sie besorgt Einwände erhob. Den Anblick des „fliegenden Mannes", wenn er sich anschickte, mit ausgebreiteten Schwingen ins Gelände hineinzufliegen, ließen sich die Berliner nicht entgehen, in Scharen zogen sie des Sonntags hinaus und lagerten am Fuß des Berges, begleiteten die Flüge mit Lob und Tadel und waren dabei höchst vergnügt.
Später waren es die einsamen Rhinower Berge bei Rathenow, die Lilienthal für seine Flugversuche auswählte. Sie schienen ihm ganz besonders geeignet, weil sie ohne Bäume und Sträucher, nur mit Heidekraut bewachsen waren und nach allen Seiten gleichmäßig sanft abfielen. Hier erklärte er einem Besucher seine Gleitflüge. „Sehen Sie, das ist das Entscheidende: nach allen Seiten kann ich hier fliegen Ich bin mit meinem Apparat, der ja keine eigene Kraft zur Vorwärtsbewegung hat, ein Sklave des Windes. Woher der Wind kommt, dahin muß ich fliegen. Ich kann nie mit dem Winde, sondern nur gegen ihn vorwärtskommen." Auf die erstaunte Frage des Besuchers, der damals noch nichts vom Gleitflug gehört hatte: „Warum gegen den Wind?" erklärte Lilienthal: „Ja, ich halte mich, von einer Höhe abwärts schwebend, eine Weile in der Luft, weil zwar mein Gewicht nach abwärts drückt, der mir entgegenkommende Wind aber kräftig unter die Flügel faßt. Auf ihm, dem Winde, gleite ich wie auf einer schräg gestellten Fläche abwärts. So machen es alle großen Flieger, und wenn Sie zum Beispiel einen Storch landen sehen, so werden Sie stets bemerken, daß er seine Flügel vorher gegen den Wind gestellt hat und auf dem Winde zur Erde rutscht."
In den Rhinower Bergen, die Hohen bis zu 50 Meter aufwiesen, gelang es Lilienthal schließlich, Flüge bis zu 350 Meter Weite auszuführen, während er bei feinen ersten Flügen kaum 20 Meter in der Luft zurückgelegt hatte. Er hatte zunächst mit Schwingenfliegern angefangen und sogar eine kleine Dampfmaschine einzubauen versucht, aber der Apparat ging zu Bruch, und nun wandte er sich den Drachenfliegern zu. Da die Tragflächen sich nicht ohne Gefahr unbegrenzt vergrößern ließen, baute er zwei Tragflächen übereinander, um eine größere Ausdehnung der tragenden Flächen zu er-
i s hr geschätzte Pflaumensorten. „Man kennt eine Ungeheure Schar von Pflaumen", sagt Plinius in liiner Naturgeschichte, „bunte, schwarze und weiße Inb solche, die man Gerstenpflaumen nennt, weil
i je mit der Gerste reifen. Eine andere Sorte, die ! päter reift und größer ist, heißt Eselspflaume, weil e sehr wohlfeil ist. Es gibt Pflaumen von Onyx- irbe, aber beliebter sind die wachsgelben und pururroten, und von den ausländischen ist wegen ihres Hohlgeruchs die armenische am meisten geschätzt." Wahrscheinlich war aber diese „armenische Pflaume" ne Aprikose. Virgil und Ovid wetteifern im Lob ’ er Pflaume. Damals mar das Pfropfen der edlen : Haume auf den wilden Schlehdorn allgemein, iie Horas von feiner Villa berichtet. Auch auf Wal- ußbäume wurden Pflaumen gepfropft, wodurch e „Nußpflaume" entstand, auf dieselbe Art er- elt man „Apfelpflaumen" und „Mandetpflaumen". Diese Künste der Pflaumenzucht wurden dann on den Räumern zum Teil über die Alpen gerächt, und so lernten die Deutschen den vorher un- ?fannten Fruchtbaum kennen, wie der Fund von Hflaumenkernen in den Schachtbrunnen der Saal- irg und in einem Pfahlbau bei Fulda beweist.
der berühmten Verordnung Ludwigs des From- ren über die Anpflanzung wichtiger Kulturpflan- n werden auch „Pflaumenbäume von verfchiede- mi Sorten" erwähnt. Besonders ließen sich die Läster die Kultur der Pflaume angelegen fein.
Von der außerordentlichen Mannigfaltigkeit der farmen, die die Pflaumen aufweisen und die mefft cs Kreuzungen orientalischer Arten gelten, hat die ^wetsche oder Zwetschge eine besondere Bedeutung j:r die Balkanländer gewonnen. Namentlich in karbien und Bosnien begegnet man ganzen Wäl- birn von Zwetschenbäumen, und ihre Früchte bil- I d n wochenlang, frisch gepflückt, ein Hauptnahrungs- Mittel der Bevölkerung, während sie in gedorrtem • Zustand massenhaft ausgeführt werden. Die Haupt-
Ern,ahrung ’pie wichtigste Ausgabe Oes Oeutfck Pslktzs. Mederum ftM £ud) im Jahre. 1941 deutsche Jugend ihre" Kräfte hier zuv Verfllgu Der Einsatz der Jugend erfolgt im Einvernehmen mit dem Hoheitsträger durch die HI. und die Schule unter Mitwirkung des Arbeitsamtes. Die städtische Jugend ist vor allem in den in der Nähe befindlichen Betrieben. Jugendliche, die nachweislich im Betrieb ihrer Eltern gebraucht werden, sind nur dort einzusetzen. Die Kosten für die Hin- und Rückfahrt bzw. für den täglichen An- und Abtransport trägt der Betriebsführer. Ist er dazu nicht in der Lage, so kann das Arbeitsamt die Kosten für die einfache Hin- und Rückfahrt (nicht aber für den
den landwirtschaftlichen Tarifordnungen oder in den Anordnungen des Reichstreuhänders der Arbeit vorgesehenen Sätzen. Jugendliche unter 14 Jahren bekommen ein tägliches Taschengeld, das den in den Tarifordnungen festgesetzten Lohnsätzen entspricht, mindestens aber 50 Rpf. betragen muß. Die Verpflegung durch den Betriebsführer muß ausreichend und angemessen sein.
Da sich die Jugendlichen, namentlich bei langfristigem Einsatz, mit entsprechender weiter- f e ft e r Kleidung ausrüsten sollen, können die Arbeitsämter den Jugendlichen ohne Prüfung der wirtschaftlichen Lage der Eltern Arbeitsaus- r ü ft u n g bis zum Höchstbetrag von 60 RM. gewähren, die Eigentum der Arbeitseinsatzverwaltung bleibt.
Auf Grund der Verordnung zur Sicherstellung der sozialen Versicherung der Erntehelfer sind die Jugendlichen gegen Krankheit und Unfall versichert. Der Einsatz durch die HI. gilt als Teil der Jugenddienstpflicht.
Das war ein fröhlicher und von Herzen kommender Willkomm, den ein ausverkauftes Haus am Samstagabend einem unserer arriviertesten Schauspieler früherer Jahre bot. Mit Karl Sünjes Lustspiel „Der Etappenhase" hatte Ludwig L i n f m a n n unzweifelhaft die richtige Wahl getroffen, um die Besonderheiten seiner Kunst in einer Rolle zu zeigen, die ihm sozusagen auf den Leib geschrieben ist. Dieser Schiffer Hein, der nun im Kriege mit rührender Liebe seinen Leutnant betreut und die Kameraden umhegt, ist eine breite Natur aus dem Volke, wie sie an der Wasserkante daheim sind, mit gutem Mutterwitz begabt, schlagfertig und voller Anschläge und Aushilfen, die das Leben eines Frontsoldaten versüßen können. Aber in dem um nichts verlegenen Pfiffikus steckt ein durch und durch anständiger Kerl, der die Frontkameradschaft über alles stellt und aus feiner entschiedenen Abneigung gegen alles, was Etappe heißt, fein Hehl macht. Ludwig Linkmann spielte diesen Hein Lammers ganz aus der Fülle seines behäbigen Humors. Trotz der oft sich jagenden Pointen, die ohne Scheu vor der Eindeutigkeit der Frontsprache trocke-
Disziplin und Treue und größten Leistung für feint Kameraden an der Front in Feindesland.
Wo der Soldat der Arbeit steht, ist auch Front. Wo er steht und arbeitet ist auch Kamps, und durch seine Leistung und seinen Einsatz und Opferbereitschaft kommt ihm dieselbe Ehre zuteil, wie dem Kameraden mit der Waffe in der Hand. Der Schweiß der Arbeit ist mit ein Garant für den Endsieg.
Eeeoffiziersanwärter für 1942 jetzt schon melden!
Deutsche Jungen, die gewillt sind, im Jahre 1942 als Seeoffiziersanwärter in die Kriegs« marine einzutreten, sollen schon jetzt ihre Bewerbungen einreichen. Noch im Herbst dieses Jahres werden diejenigen Jungen, die zur Einstellung vorgesehen sind, zu Segellehrgängen von drei Wochen Dauer einberufen werden, die die Kriegsmarine im Einverständnis mit dem Reichserzie« hungsminister auf den Jachtschulen an der Flensburger Förde und am Chiemsee als vormilitärische Ausbildung durchführt.
Bewerbungsgesuche für den Eintritt als Seeoffiziersanwärter und gleichzeitig für die Teil« nähme an den Segellehrgängen find sofort an dis Inspektion des Bildungswesens der Marine, Kiel, Düsternbrooker Allee, zu richten.
Das Merkblatt für die Seeoffizierslausbahn kann bei der für den Bewerber zuständigen Wehrersatzdienststelle und der Inspektion des BildungswesenÄ der Marine (Einstellungsabteilung), Kiel, angefordert werden. Für die Seeoffizierslaufbahn können sich nur Schüler der höheren und diesen gleichzuachtenden Lehranstalten bewerben, die in die siebente Klasse versetzt worden sind. Schüler, die die* sen geforderten Schulbedingungen nicht entsprechen, werden nicht berücksichtigt. Nur solche Jungen sind für den Seeoffiziersberus geeignet, die bereit sind, sich bedingungslos für Deutschlands Seegeltung einzusetzen und die an Können und Charakterstärke die Anforderungen erfüllen, die man an einen deutschen Seeoffizier stellen muß.
Fundgrube„Lumpensack".
NSG. „Meine Flicken soll ich hergeben? Aber wo denken Sie denn hin! Heute dreht man doch alles fünfmal in der Hand herum, ob man es nicht doch noch verwenden kann. Nein, ich glaube, ich habe nichts."
Das mag bei manchen der erste Gedanke fein, wenn sie den Aufruf für die Altmaterialerfassung lesen. Aber der erste Gedanke muß meist noch einer kleinen Prüfung unterzogen werden, und der zweite und dritte Gedanke, — die sehen dann gewöhnlich schon ein wenig anders aus. Irgendwo, wohlverwahrt, steht der L u m p e n s a ck. An einem Nachmittag geht man daran, ihn aufs allergründlichste zu untersuchen, und dabei stellt sich dann heraus, daß man tatsächlich vieles hat, mit dem man beim besten Willen nichts mehr anfangen kann. Nicht einmal einen Putzlappen gibt es mehr. Was soll zum Beispiel die alte Baskenmütze von Peter, in der sich ein paar Motten eingenistet haben? Was soll Suses brauner Strumpf, zu dem der Partner fehlt, und der außerdem ein riesengroßes Loch am Knie und in der Ferse hat? Was sollen die fünf Zentimeter großen Flicken von Vaters Hose, die er längst verschenkt hat, was sollen die verfärbten Seidenärmel von Mutters „gutem Kleid"? So fügt sich Stückchen an Stückchen, und plötzlich ist der Lumpensack leer, der Berg aber, der abgegeben werden kann, ist beträchtlich hoch geworden. Kein noch so kleiner Fleck ist unnütz für unsere Industrie. Könnte man all diese scheinbar wertlosen Lumpen auf ihrem Verwandlungsgang begleiten, — man - würde sich wundern! Nach der Sortierung werden sie den verschiedenen Industrien, der Wollindustrie, der Baumwollindustrie, der Seiden- und Kunstseidenindustrie, der Papierindustrie zugeleitet, und dort entstehen dann neue brauchbare Dinge. Ange« fangen bei allen Textilwaren, aufgehört beim Briefpapier, beim Zigarettenpapier oder bei den Dachpappen.
Keiner sieht es dem Lumpensack an, daß hier tatsächlich eine Quelle für jenen breiten Strom der Erzeugnisse beginnt. Wer möchte darum seine kleine Quelle nicht in diesen Strom münden lassen?__
Pendelverkehr) übernehmen.
Der Einsatz der Jugend auf dem Lande ist ein Ehrendienst. Zur Förderung der Arbeitsfreudigkeit und als Ausgleich für den Verschleiß an Kleidung, Arbeitsausrüstung usw. erhalten Jugendliche über 14 Jahre eine Entschädigung nach den in
Gloria-Palast (Seltersweg): „Friedemann Bach". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Musketier Meier III".
Du bist Soldat der Arbeit!
Von der Kreiswaltung Wetterau der Deutschen Arbeitsfront werden zur Zeit Betriebsappelle in einer Anzahl Betrieben des Kreises Wetterau durchgeführt. Die ersten Appelle fanden am vergangenen Freitag in verschiedenen Gießener und Butzbacher Betrieben statt und wurden durchgeführt von Kreisrednern der Partei, an der Spitze der Kreisleiter. _£
Der schaffende Deutsche der Stirn und der Faust steht zusammen mit dem Soldaten und Bauern in harmonischem Dreiklang im größten Abwehrkampf der deutschen Geschichte. Plutokraten, Juden und Freimaurer können es nicht ertragen, daß sich Deutschland aus eigener Kraft den Platz an der Sonne erringen will und haben uns daher als letztes Mittel, uns zu vernichten, den totalen Krieg
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erklärt. Deutschland soll vernichtet werden, es soll von der Landkarte verschwinden, deutsche Menschen sollen zu geschlechtslosen Arbeitstieren erniedrigt werden, aus deren Schweiß dann, wie zu Zeiten des Versailler Vertrages, die Plutokraten und Juden ihren Profit ziehen können.
Der Führer hat das ganze deutsche Volk zum Abwehrkampf aufgerufen. Dieser Kampf geht um Sein dder Nichtsein jedes einzelnen deutschen Menschen, und so muß sich auch jeder einzelne mit seiner ganzen Kraft an der Stelle, die ihm zugewiesen ist, einsetzen, um mitzuhelfen die Feinde unseres Volkes und die Feinde jeder Kultur und Zivilisation nieder- zuwerfen, damit Deutschland und mit ihm Europa in Ruhe und Frieden der täglichen Arbeit nachgehen können.
Der deutsche schaffende Mensch an der Maschine, am Schraubstock, auf dem Bauwerk, im Büro und wo er sonst noch steht, ist Soldat der Arbeit. Er schmiedet dem kämpfenden Frontsoldaten die Waffe, die er braucht, er produziert die Munition, die Ausrüstung, die Fahrzeuge, Motoren und Schisse, die zur Niederringung des Feindes eingesetzt werden müssen. Die Erfolge des deutschen Soldaten an allen Fronten haben bisher bewiesen, daß der deutsche Soldat neben der besten Führung auch die besten Waffen hat. Diese Waffen verdankt er dem Soldaten der Arbeit. Das Wort „Du bist Soldat der Arbeit" ist für jeden Schaffenden, ob Mann ober Frau, verpflichtend. Es verpflichtet ihn zum höchsten soldatischen Einsatz, zur höchsten soldatischen
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Aus der Stadt Gießen.
Von der pflaume.
Die rötlich-blau schimmernden, aromatisch-saftigen pflaumen, deren Zeit jetzt kommt, gehören seit : I langem zu den Erfrischungen der Menschheit. Doch -edurste es auch hier mühevoller Kunst des Züch- lers, um aus den harten und sauren Früchten des vilden Pflaumenbaums jene köstlichen Arten dieses Steinobstes zu ziehen, die wir heute besitzen. Der llflaumenbaum wächst in Südeuropa und in ganz tleinasien wild. Aus Funden der jüngeren Stein- eit und der Bronzezeit in der Schweiz, in Oder- talien und Oesterreich läßt sich erkennen, daß der Pflaumenbaum schon in vorgeschichtlichen Tagen , lurch die regen Handelsbeziehungen mit dem Süden in mitteleuropäischen Ländern eingeführt wurde. so wurde die wilde Pflaume auch hier heimisch, wahrscheinlich war schon in diesen Urtagen die ilflaume ein beliebtes Genußmittel, das den unversöhnten Gaumen der damaligen Menschen zusagte.
halten; so führte er in feinem letzten Jahr feine Flüge mit dem Zweidecker aus. Er wollte im August 1896 nur noch einen letzten Versuch machen, um vorläufig abzuschließen, und bei diesem stürzte er ab. Sein Apparat überschlug sich bei dem Fluge im böigen Wetter. Im Sturz erlitt er sehr schwere Verletzungen, denen er am folgenden Tag erlag. „Opfer müssen gebracht werden", waren feine letzten Worte. C. K.
Zeitschriften.
— Das neue Heft (August/September) der Monatsschrift „Freude am Leben" (Herausgeber: Dr. Walter Grelle; Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde) wird eingeleitet durch einen Aufsatz des Heidelberger Hygienikers Prdfessor Dr. Ernst Rodenwaldt, der aus jahrelanger Erfahrung medizinisch-naturwissenschaftlich begründete Aufschlüsse über die Ernährung des Europäers in den Tropen gibt. Regierungsrat Dr. Morton berichtet von seinen Forschungen im abessinischen Hochlande und schildert seine Eindrücke im Reiche der Kandelaber-Euphorbien. Außerordentlich interessante Röntgenaufnahmen kleiner Wirbelttere begleiten einen Aufsatz von Professor Dr. Knoll, der hier nachweist, wie wertvolle Einblicke in Anatomie und Biologie der Lebewesen das bisher selten angewandte Verfahren ermöglicht. Mit der noch immer nicht ganz geklärten Frage nach der Anpassung gewisser Tiere an ihre Umgebung beschäftigt sich Professor Dr. v. Buddenbrock in einem Aufsatz „(Einiges vom Farbwechsel". Die Frage „Ist die Stubenfliege harmlos?" beantwortet Dr. Zumpt durchaus negativ: ihre Rolle als Krankheitsträgerin wird, wie man hier erfährt, vielfach gefährlich unterschätzt. Seltene Aufnahmen demonstrieren die Entwicklung des Menschen in der vorgeburtlichen Zeit, worüber Professor Dr. Großer sich" äußert. Ein interessantes Kapitel ist die Kunst des Eiszeitmenschen: hiervon handelt ein bebilderter Beitrag von Professor Dr. Obermaer, der auf erstaunliche Leistungen unserer eiszeitlichen Vorfahren hinweist. Forschungsergebnisse, aktuelle kleine Beiträge („Wir bereiten Deutschen Tee"; „Die Uniform des Afrikakorps"), Buchbesprechungen, eine Uebersicht über die Neuerscheinungen und die beliebte Preisfrage vervollständigen anregend den vielseitigen Inhalt des sorgfältig redigierten und sauber gedruckten Heftes.
vill Stolz zu erinnern, daß es auch ein Deutscher, Cto Lilienthal, war, dessen bahnbrechende Ersuche den Anfang zur Entwicklung der Flug- I Imft bedeuten und dessen Anregungen alle spateren paniere gefolgt sind. Angesichts der gewaltigen Stiftungen der jetzigen Flugtechnik erscheint es uns vunderbar, daß es erst 45 Jahre her fein soll, seitdem die Arbeit des „Vaters der Flugtechnik , man ihn genannt hat, durch seinen Absturz am
S. August 1896, dessen Folgen er am nächsten Tage ti'ag, jäh beendet wurde. Lilienthal hat den Glell- Mg. mit dem heute auch so Erstaunliches vollbracht mrb, erfunden und begründet und die Gesetze für bin Bau von Ein- und Zweideckern durchgebildet, ui d er hat als erster die Luft aus größeren Strecken budifeqett.
Schon der Blick des Knaben hastete immer wie- mit heißer Sehnsucht an dem Schauspiel des Ligelfluges, und in dem 3üng mg und Mann vichs diese Sehnsucht zu dem rastlosen Bestreben, bcs Geheimnis zu erforschen und durch die Erkenn- ni5 selbst das Fliegen zu lernen. Er war- aberkein Schwärmer und Träumer, sondern em tatkräftiger ur3) stets opferbereiter Mann. (Er hat stcy auf vielen Mieten betätigt und manche wertvolle Erfindung 4k-nacht, auch der Ankersteinbaukasten, mit dem wir als Kinder spielten, war seine Eriindung.
3n Anklam, roo Lilienthal am 23 Mm 1848 g- . Men war. machten er und sein Bruder K 1 , n|f den Wiesen. w° Storche und andere Vogel mncher Art heimisch waren, d-- ersten Versuche, in Flug der Vögel nachzuahmen. Jede freie Mmute mir ausgefüllt mit Beobachtungen, nnt Messungen " selbstgefertiqten Apparaten. Bogelmodellen, jm- Kformen und Winkelrechnungen. Unermüdlich mur- Win diese Versuche auch tn spateren Jahren IN Lich
!- selbe bei Berlin fortgesetzt, als die Bruder ihren «»hnsitz dorthin verlegt hatten., Diele^ Apparate uld Modelle gingen dabei zu Bruch, aber sie sch ps >e. aus dem Mißgeschick immer nur neue E ennd is. In der Nähe des Wohnorts ließ sich Lilienth l
lachrichten die erste Kulturstätte des Pflaumen- aumes gewesen zu sein, und besonders wurde die Stadt Damaskus der Mittelpunkt der berühmtesten mtiken Pflaumenart, die dann in Griechenland.?in- leführt wurde. Die Damaszener-Pflaume iff im dritten vorchristlichen Jahrhundert,' tvacbbem )der Orient durch Alexander den Großen eMhl»sfen*war, ach Griechenland und später auch nach den süd- iialienischen Kolonien gekommen.
Zu Anfang des 2. vorchristlichen Jahrhunderts var die Pflaume den Römern noch kaum bekannt, enn der ältere Cato nennt in feiner Schrift über en Landbau dieses Obst nur ein einziges Mal, und Mlinius behauptete, daß sich alle Pflaumenarten rft nach Cato in Mittelitalien eingebürgert hätten. |ur Zell des Plinius, in der zweiten Hälfte des 1 christlichen Jahrhunderts, gab es aber bereits in l?n Gärten der vornehmen Römer zahlreiche und


