Ausgabe 
11.7.1941
 
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greftafl, V. Juli 1941

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Hr.165 Zweiter Blatt

andervorschläge für den Sonntag

bis

R. B.

un-

unb

die

Reich!"

Der Kastellan faltete die fiänbc unb schaute verwanbt auf seinen jungen Herrn.

Auf bas Letzte!" Schepeler hob blc Schale

WeidenhausenOberweidbachZollbuche Eiserne HandFranken bachBieber.

Asiatische Horben standen zmn C Insatt nach Deutschland bereit, um auch Dir das Schicksal von Millionen Gemordeter zu bereiten. Vie deutsche Wehrmacht zerschlagt diesen lenslischen Plan. Danke es ihr am kommenden Sonntag bei der 4. Hauvsammlung für das ttriegs- hilfsmerkk

kicher Hilfe im Vorbeigehen.

Dornotizen.

lageskalender für Freitag.

Gloria-Palast (Seltersweg):Kopf hoch, Johan, ues". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Verräter nm Nil".

Vollkornbrot verhindert Zahnfäule.

NSG. Durch die erhöhte Kautätigkeit, die das Vollkornbrot verlangt, werben die Rillen ber Zähne abgeschliffen, in benen Bakterien unb Nahrungs- reffe ihr Zerstörungswerk treiben. Vollkornbrot er­holt durch den Zwang der Kautätigkeit unb durch feinen Gehalt an Vitamin B, das eine normale Speichelproduktion gewährleistet, die Zähne gesund. Deshalb müssen in erster Linie Kinder Vollkornbrot essen. Vollkornbrot schmeckt würzig unb kräftig, sät­tigt daher besser als weißes Brot und kann ohne Aufstrich mit Genuß gegessen werden. Vollkornbrot hilft das Mittagessen zu vervollständigen. Die gute

setzte sie langsam an.

Er wandte sich dabei um, damit Thiesing Träne nicht sah, die in den Wein lief. Dann bot er

Der siegreiche Feldzug im Osten in der neuen Wochenschau.

den können. Die randvoll eingefüllte unb mit einem durchlässigen Tuch bedeckte Einstampsmasse wird nm besten mit einem Brett unb einem Granitstein be­schwert, ber Saft muß immerüber die Einfüll- mässe stehen. Rael) etwa einmonatlichem Gären in einem Raum mit Zimmertemperatur ist die weitere Aufbewahrung in möglichst kühlen Räumen ersor- derlich. Bei offenen Gefäßen ist die sogenannte Kahmhaut öfter abzuschöpsen Bei solcher Behand­lung ist ein gutes Gelingen des Einmachgutes ge­währleistet.

* (Ein Siebzigjähriger. Am kommen­den Sonntag, 13. Juli, kann ber Kaufmann Karl GeiIfuß, Horst-Wessel'Wall 32 wohnhaft, seinen 70. Geburtstag begehen. Der Jubilar ist Inhaber der Finna Dan. Wirths Rachf., die im vorigen Jahre ihr I26jähriges Bestehen feiern konnte. Auch wir bringen dem Jubilar herzliche Glückwünsche 311 (einem Geburtstage bar.

Ein seltsames Erlebnis: Hundert von Kilometern fern von ber eigentlichen Front sieht man, wie von einem Felbherrnhügel, perspektivisch zusammen­gedrängt, vor sich einen schweren Angriff deutscher aus sowjetische Panzer. Die Kampfwagen scheinen sich unmittelbar gegenüber- < ustehen und einander zu beschießen. Man hat das Gefühl, dem seltenen Augenblick des entscheidenden Höhepunktes einer Schlacht unmittelbar beobachtend beizuwohnen, und man spürt etwas von ber Atmo- phäre jenes historischen Feldherrnhügels, von dem aus früher Schlachten entschieden wurden.

Die Filmtechnik hat der neuen W ochen - chau (Nr. 566) noch zu einem zweiten besonders indrucksvollen Bildbericht verhalfen: Zeit­lupenaufnahmen zeigen den MG>Beschuß am Boden stehender feindlicher Maschinen vom Flugzeug ans: man lernt begreifen, was es heißt, wenn der Wehrmachtbericht Taufende feindlicher Flugzeuge als am Boden vernichtet meldet.

Die Fülle des Geschehens ist kaum faßbar, aber die Wock)enschau hat sie doch zu fassen nenn acht:

vergessen!" Thiesing öffnete eine Flasche Wein und ließ das edle Getränk langsam in die goldene Schale des Kaiserbechers rinnen, in dessen Mitte ber Herrscher mit seinem Schwert stand. Er bot ihm den Pokal dar:Jhi? seid doch nicht böse?"

Gewiß nicht", antwortete der Bürgermeister leise. Aber worauf soll ich trinken?"

Auf euer eigenes Wohl! Ihr habt es redlich um uns alle verdient."

Das wäre zu wenig, Alter, und stünde mir auch nicht an!"

Trinkt denn auf die Stabt und auf unser altes

Deutsche Luftangriffe vor allem auf die rückwärtigen Verbindungen des Feindes, auf ihre Rückzugs-, oder richtiger: Fluchtftraßen (wie einzelne Aufnahmen

tung beliebig großer Gemüsemengen, es i|l billig, ehr zeitersparend, beansprucht keine besonderen Konservierungsmittel und sorgt für Erhaltung ber Nährwerte. Diese für Kraut, Gurken und grüne Bohnen schon immer angewandte, aber ans biefo Gemüsearten beschränkte Einmachart kann, dies be­weisen neuzeitliche Erfahrungen, auch ans viele andere Geiiilisearten Anwendung finde«' Dabei sind die grundlegenden Voraussetzungen für bas Ge­lingen, daß nur frisches, geputztes, mit fließendem Wasser gereinigtes lind abgetropftes, meist verklei­nertes Gemüse zur Verwendung kommt. Geinüse- arten, die selbst Soft ziehen, werden mit Salz durch- mischt, andere mit einer Salzausgußlösung in die Gefäße, am besten Steingut oder Hvlz, einge- tampft, wobei Gewürzkräuter zwischen gemischt wer-

(BiefoenWettenbergftrofborfer Forst SchmelzFronhaufen.

Eine hübsche Waldwanderung bildet die Begehung ber schwarzen Punktmarkierung, die am Neustädter Tor in Gießen ihren Anfang nimmt. Wir gehen die Krofdorfer Straße entlang bis zum Wegweiser, wenden uns hier rechts und kommen bald banad) an einen Feldweg, der uns über eine Eisenbahn­brücke auf die Höhe des Wettenbergs, im Volks- mund Sieben Hügel genannt, bringt. Hier genießen wir eine prächtige Aussicht auf das Lahntal mit Gießen und auf die umliegenden Höhen. Nament­lich umfassend ift der Blick von der höchsten Er­hebung des Berges, der sog. Napoleonsnase, über die das Zeichen führt. Nachdem wir die Krofdorf- Wißmarer Straße überschritten haben, gelangen wir alsbald in den großen wildreichen Krofdorfer Forst, der uns stundenlang begleitet. Nach gerau­mer Zeit durchqueren wir das liebliche Wißmar­bachtal (schwarze Striche), kurz darauf den Hess. Rennweg (rotes H unb roter Keil) und gelangen 'schließlich in ein idyllisches Tälchen und in diesem abwärtsgehend ins Salzbödetal mit ber anmutig gelegenen Schmelz (Sommerwirtschaft). Nach lieber- schreiten eines Höhenrückens erreichen wir nach ins- gesamt 4,/eftünbiger Wanderung unser Endziel Fronhausen.

hart geworden, so läßt sich der Schaden durch ein einfaches Mittel wieder gutmadyen. Man legt sie in Salmiakwasser und hält sie hinterher etwas über Wasserbampf. Bei dieser Behandlungsweile wird man beobachten, daß Gummi wieder weich und elastisch wird. Sorgfältige Pflege der Gummiringe und -tappen ift sehr wichtig- beim sobald ein Gummi Sprünge bekommt, hält er nicht mehr dicht.

Marttumschau für die Hausfrau.

Die kürzlid) bekanntgegebene Umtauschmöglichkeit nicht verbrauchter Brotmarken gegen Zuckermarken nach dem Verhältnis 1:4 lenkte die Aufmerksamkeit auf das Einmachen. Schon in den letzten Monaten wird an das Zuckersparen für das Einmachen er­innert. Selbstverständlich gilt der Grundsasi, daß Einmachen irgenbroeld)er Früchte ober Gemüse im­mer erst bann in Betracht kommt, wenn über bie laufende Versorgung aller Volksgenossen hinaus überschüssige Mengen des betreffenden Erzeugniffes vorhanden sind.

Heute soll einmal auf bas noch vielfach wenig bekannte Einsäuern von Gemüse hingewiesen wer­ben. Dieses Verfahren erlaubt schnellste Verarbei-

($ine nichard-Wagner Sriunerung.

Die im Zusammenhang mit bem großen militäri­schen Geschehen im Osten jetzt mehrfach erwähnte Stobt Mitau fpielte einst im Leben Richarb W a g - ners eine bedeutungsvolle Rolle. Von Mitau aus unternahm Wagner mit (einer ersten Gattin Minna Planer unb dem ihm dort zugelaufenen Neu­fundländer Robber jene abenteuerliche Flucht nach Paris, von ber er hoffte, baß sie ihm bie Tore zu Ruhm und Anerkennung öffnen werbe.

Die Rigaer Theatergesellschaft, bei ber Magner bis bahin als Kapellmeister, feit kurzem jeboch in ge- fünbigter Stellung tätig mar, gab im Hochsommer 1839 in Mitau ein Gastspiel. Diese Gelegenheit he- nutzte bas Ehepaar zur lange geplanten Flucht. Mit bem kleinen Wagen einer Extrapost, in bem schließlich auch Robber trotz seiner Größe nod) einen Platz fand, weil es Wagner nicht mitansehen konnte, wie bas anhängliche Tier in seinem birfen Fell bei brütenber Sommerhitze ftunbenlang neben bem Wagen herlief, ging es zur russischen Grenze. Auf schmalen Pfaden gelangte man zu Fuß in eine Schmugglerkneipe nahe ber Grenze: bork würbe bie Dunkelheit abgewartet. Dann kam ber schwierigste Teil bes kühnen Unterfangens: bio Postenkette mußte passiert werben, die gegenüber auf der Höhe eines langgestreckten Hügels patrouil­lierte. Ein günstiger Augenblick war abzuwarten, wenn die Ablösung erfolgte ober bie Posten sich entfernt hatten. Bange Minuten verstrichen in ber Deckung eines Gebüschs. Enblich verhallten wieder einmal die Schritte der Kosaken. Im Lauf ging es zur Hohe und drüben hinunter in den Graben, bann aber auch gleich eilends weiter, um außer Schußweite zu gelangen.

Der heimliche Grenzübertritt war gegluckt. Minna, von Richard Wagner halb gestutzt und halb getragen, stand atemlos neben ihrem Gatten, ihnen, zur Seite schweiswedelnd der treue Robber, ber txhne Laut zu geben gefolgt war, als wüßte er um die Gefahr, die sein Herr auf sich genommen hatte, um mutig den Weg in die Welt und zunr Ruhm anzutreten. L. B.

Am Tage nachher.

Eine Geschichte von Ludwig Bäte.

Der Erste Bürgermeister der alten ehrenreichen Stadt Osnabrück, Dr. Gerhard Schepeler, stieß eins ber hohen Bleirutenfenster ber Großen Stube bes Rates auf und ließ die kräftige frische Lust vom Marktplatz her ih den Saal einströmen. Gestern war nach fünfjährigem Handeln hier unb im be­nachbarten Münster ber Friebe nach drei Jahr- zehnten Kampf und Streit, Not unb Elend verkün­digt worden, und die Herren Abgesandten fast aller Staaten Europas schickten sich langsam an, zu ihren mehr ober minber beglückten Souveränen zuruck- zukehren, güldene Ehrenketten, Titel und Besitz oder bitteren Tadel davonzutragen. Geld genug hatten sie die Stadt gekostet, die immer noch unter den Folgen des bösen Brandes von 1613 und der zehn Jahre I bauernden schwedischen Besatzung litt. Was da alles ian Grätislieferungen von Wein, Hafer, Fisch, Holz und Ehrenpokalen braufgegangen war, stand puna für Punkt in den Akten verzeichnet; ihm graute, sie cmzusehen. Dabei war so gut wie nichts verdient worden, da die Ambassadeurs fast alle ihre Hond- werter mitgebracht hatten unb Kleidung und schuhe, Waffen und Essen von den eigenen Leuten an­fertigen unb zubereiten ließen. Oft hatte es noch Handel zwischen ihnen, die sich auf die (5$terrttoria- lität ihrer großmächtigen Herren beriefen, unb Der ; einheimischen Bevölkerung gegeben, unb es hatte i einiger Geduld und Kunst bedurft, die Widerstreben- j den nicht noch mehr zu verärgern.

Aber es war doch Friede geworben.

Gerharb Schepeler lächelte schmerzlich. Die Fluß' Mündungen besaß jetzt Schweben, bas Elsaß mit Metz Toul und Derbun hatten bie Franzosen ge­nommen, bas spanische Habsburg war von Dem : österreichischen Stammhaus getrennt worben, Doa) hatten die deutschen Reichsfürften ihre Libertat, freilich auf Kosten des Kaisers, der nun wie ein blasses Gespenst in dem alten großen Reiche Caroli Magni Irrlichtern mochte, wenn er es Nicht vorzog, den Kopf in den seidenen Kissen seiner klein unb : bedeutungslos gewordenen Hofburg zu vergraben.

Außerdem waren bie Schweiz und die Nieber- lanbc endgültig von Deutschland abgelost worDcn,

Aus der Stadt Gießen.

3m Vorbeigehen.

Heber ber Stabt liegt ein heißer Sommertag, ber mit Überzeugeiiber Gewalt jung unb alt, Männlein unb Weiblein hinaus zum kühlen Flußbab treibt. Durch bas doppelt geöffnete Tor schiebt sich in wallendem Haar aud) eine junge Maid mit herein. Diesmal trippelt sie nicht auf buntverschnürten San­dalen aus der drängenden Menge, sondern schreitet im schweren, wiegenden Gang langer Reitstiefel .gemächlich bahin. Langsam stapft sie bie Treppe hoch hu einem Liegesteg unb verschwinbet irgendwo in der langen Flucht der Kabinen.

Nicht lange, und bie stille Klause wirb hörbar. Dumpf, untermischt mit helleren Schlägen gegen die engen Holzwänbe rollt es bie höhle Reihe Der Zellen entlang. Nein, mit einem solchen Aufwand an Klangmasse zieht man sich nicht um für Sonne unb Wasser!

Wieber knarrt ber Schlüssel, unb heraustritt bie junge Nachbarin, zwar nicht mehr im vollen Sport­dreß, aber noch in Reithose unb langen Stiefeln, die sieghaft in ber Sonne glänzen unb spiegeln. Schweigenb sucht sie umher, unb schweigend hakt sie eine Ferse auf bie Kante ber Querlatte unter dem Kopsende einer freien Pritsche. Nun war es klar, sie ftanb im Kampf mit ihren langen Stiefeln, unb nachdem hinter verschlossener Tür ber erste Gefechtslärm verklungen war, leitete sie jetzt mit stärkeren Waffen einen neuen Kampfabschnitt ein. Unter einer ausgiebigen Rumpfbeuge brückt sie mit beiben Händen auf bie Spitze bes Fußes, aber ber Stiefel fitzt allzu gut.

Ein älterer Herr winbet sich von seinem geruh­samen Pritschenlager herab, um mit vereinten Kräf­ten ben zwecklosen Wiberstanb ber Stiesel brechen zu helfen. Umftänblid) übernimmt er mit seinem Fuß ben Druck gegen bie Spitze bes Stiesels, bie Sportlerin steigert ihre 'Reserven zu höchster Zug- kraft, aber siegreich überstehen bie Stiefel auch biefe Phase bes Kampfes.

Da kommt gemessenen, aber elastischen Ganges ein junger Unteroffizier die Treppe herauf, biegt ein und kreuzt bas Fußenbe ber Pritsche, bie unter ihrem Kopfende gerabe eben zum Stiefelknecht ge­worben war. Er stutzt ob ihn ber 8O8°Blick ber gequälten Mäbchenseele bannte, ober ob er sich von der solidarischen Hinterhältigkeit aller Langschästigen ganz persönlich angesprochen fühlte nur einen Herzschlag lang, unb steht nach zwei, brei Schritten schon in Angriffsstellung, so unmißverstänblich, daß (eine Partnerin mit gewinnender Selbstverständlich­keit ihren Stiesel kurzerhand in seine Hände legt. Unter fachmännisch geführtem Druck und Zug gerät nun der lange Schaft ins Gleiten und gibt, gleichsam als Entschuldigung für sein widerborstiges Ver­halten. am Ende eine füllige Packung weißer, mol­liger Fußlappen frei, wirb aber nichtsdestoweniger von feinem Herrn unb Meister mit hörbarem Knall zur Seite gestellt. Nicht besser ergeht es bem anberen Stiefel. Freunblich mit militärischem Gruß breht der Unteroffizier nach vollbrachter Hilfe ab und sucht nach der Nummer seiner Zelle.Bielen Dank!" kann ihm bie erlöste (Sportlerin gerabe noch nachrufen. Unb bas waren die einzigen Worte des spannungs­reichen Augenblicks, um so heller aber leuchtete bie soldatisch-schlichte Tat, ein Vorbild kameradschaft-

Wilna, R i g a, Johava (wo die jüdischen GPU.- Agenten bei den Zer-ftörungen ber Sowjets vor ihrem Rückzug nur Die Synagoge stellen ließen) alle Bilder zeigen immer wieder eindringlich bie sonst nicht vorstellbaren Fähigkeiten und Lei­stungen des deutschen Soldaten, die dem unterschied zwischen der beut|d)en imb ber bolschewistischen Welt den stärksten Ausdruck geben.

Die furchtbaren Bilder von den grausam ver­stümmelten Lemberger (Blutopfern stehen in frappantem Gegensatz zum jubelnden Empfang der deutschen Soldaten biird) die vom Sowjetterror befreite Bevölkerung in der Ukraine, in Litauen unb Lettland, und die ausdruckslosen Gesichter und Gestalten der unzähligen Gefangenen, die in endlosen Reihen zurückiluten, während in den befreiten Gebieten bereits Ordnung, Sicherheit unb Sauberkeit endlich wieder hergeftellt werben,

zeigen diesen Unterschied auf.

Der deutsche Soldat ist aud) auf diesem Vor­marsch jedem Gegner und jeWr Situation ge­wachsen, da ihn weder Sonnenglut noch Staub, unwegsame Sowjet-Straßen" nod) verzweifelte sowjetische Gegenangriffe mit einer Unzahl von x___ _...u..... Panzerwagen aufhalten können: die beutfd)c Wehr-

eindrucksvoll zeigen), der Vormarsch und Kampf im I macht marschiert im Osten vorwärts, und die Raum von Bi all) stak unb Minsk unb im dal- Wochenschau gibt dem Triumph des ©elftes über tischen Raum, die Besetzung von Ä o w n o, Iben Ungeist vollkommenen Ausdruck. ll. U.

Aus der engeren Heimat.

Kreis Wetzlar.

(D Gleiberg, 11. Juli. Am heutigen Freitag, 11. Juli, begeht unsere ältere Einwohnerin Fran Margarete D r e f d) e r Wm , geb. Krombach, in geistiger und körperlicher Rüstigkeit ihren 9 2. Geburtstag. Die Jubilarin versieht heute noch uncrmiibl'id) nicht nur alle häuslichen Arbeiten, sondern betätigt sid> aud) nod; im Feld und Garten. Ihr Lieblingsplatz ist auf der Ruiibbank unter der alten Linde, wo sie dank ihres sehr guten Gedacht- niis(es oft und gern der sie umgebenden Jugend aus den alten, längst versunkenen Zeiten erzählt. Wir brinaen der Jubilarin unseren herzlichen Glück- wunsch zum heutigen Geburtstag und für einen weiteren schönen Lebensabend dar.

Lebensmittelkarten doppelt bezogen.

LPD. Mainz, 10. Juli. Einen schweren Ver­trauensbruch an der Allgemeinheit beging der Mar­tin Heinrid) Klein aus Hed)tsheim bei Mainz, der hier polizeilld) gemeldet ist und bei seinem ver­heirateten Sohne wohnt. In den Jahren 1939 und 1940 hielt er sich auch häufig bei seiner in Boden- heim a. R. ansässigen Tochter auf. Bei Einführung der Bezugsck)einpflicht im August 1939 wurde Jtleln

Wir benutzen die Bahn über Rieder-Malgern zur Station Weiden Hausen. Vom Bahnhof aus verfolgt man die Herborner Straße, die zunächst an der Bahn entlang geht, bann links ab bi egt unb allmählich ansteigend durch prächtigen Bud)enhod)- roalb, ben Gladenbacher Folft, führt, um an der Zollbuche ihre l)öd)ftc Erhebung (398 Meter) zu erreichen. Die große Straßenkehre vorher kürzt ein Fußpfad ab. An der Zollbuche zweigt nach links die Straße nod; Gießen ab, während die Herbor­ner Straße geradeaus fid) nach Oberweidbach hinab senkt. Von Oberweidbach (gute Einkehr) neh­men wir von der Mitte des Ortes aus links die

Verbindungsstraße, die uns auf die Hohe der Gie­ßener Straße bringt. Diele führt über bie Alten Berge durch Wald und Feld zur WirtschaftEiserne Hand". Mir gehen nun die Straße, auf ber sich prächtige Ausblicke, namentfid) auf Hohensolms, bieten, über Frankenbach weiter bis zum JsseIscheid. Am Waldrand zweigt nad) rechts der Fahrweg Frankenbad>Bieber ab, den wir einschlagen und durch das anmutige Dünsbachtal zwischen Duns- berg und Helfholz an der Obermühle vorüber bem Biebertal entlang nach unserem Endziel Bieber ge­langen. Dauer der Wanderung 4Vi Stunden.

Qualität des mit der Gütemarke des Amtes für Volksgesundheit versehenen Vollkornbrotes wirb überwacht vom Amt für Volksgesundheit. Vollkorn­brot mit der Gütemarke ist frei von allen chemk- schen Zusätzen (Bleichmittel, Backhilfsmittel). Daher ist Vollkornbrot ein reines, natur nahes, gesundes und bekömmliches Brot. Wer bisher nur gewohnt ift, weißes Brot zu essen, beginne langsam und all- mählich mit Vollkornbrot, da sich ber träge gewor- bene fßerbauungsapparat erst umstellen muß.

Gummiringe richtig behandeln.

Die Pflege ber Gummiringe ist in der heutigen Zeit mehr denn je unerläßlich. Man muh bnrd) sorgsame und pflegliche Behandlung die Lebens­dauer der Gummiringe zu verlängern suchen. Nach dem Oeffnen der Gläser müssen die Ringe sofort gründlich gereinigt und gut getrocknet werden. Nach dem Trocknen reibt man sie mit Talkum ein. Tal- kum ist ein weißes Pulver, das in jeder Drogerie ober Apotheke erhältlich ist und Gummi vor dem Sprödewerden bewahrt. Ein trockener Platz ist als Aufbewahrungsort bis zur Wiederverwendung nötig. Sind aber Gummiringe oder ^kappen dod>

wucherte überall ber Hunger, ber Abevalapbe unb bie viehische Roheit der von den Söldnern unb Marodeuren verdorbenen, geschmähten und geschän- beten Bauern unb Bürger. Für seine Stabt hatte er nicht einmal bie Reichsunmittelbarkeit durchzu­sehen vermocht, obwohl sie schon seit langem als reidjsfrei behandelt wurde. Die Besatzungsgelder waren nicht mehr aufzutreiben gewesen, und er hatte sich selbst schließlich auch des unehrenhaften Handels geschämt.

Der Kastellan riß ihn aus seinem Sinnen.

Herr", sagte er, die schwere, eisenbeschlagene Tür schließend,das haben sie bod) nicht gekriegt!"

Schepeler wanbte sich um. Der alte Thiesing hatte olle bie funkelnben Ehrenbecher, Zeugen reicher Tage, auf ben großen Magistratstisch gestellt, mitten barunter ben golbenen, über unb über mit Zierat beberften Kaiserpokal, um ben bie Stadt seit langem weit und breit beneidet wurde.Ich habe alles ver­steckt gehalten. Der Rat war manchmal nahe daran, den Gelüsten der Herren zu folgen, aber das ist nun doch nicht geschehen!"

Der Bürgermeister klopfte' ihm auf die Schulter-, Will's nicht vergessen, so andre Zeiten kommen!"

Es ist nicht deswegen", meinte der Alte einfach, aber man hängt doch daran wenn mans von Jugend auf behütet hat. Einem ber Herren habe ich bie Herrlichkeiten freilich heimlich gezeigt, ba ich wußte, baß er nichts verraten würbe. Er ist abenbs gekommen, als bie anbern Ambassabeure beim Grafen Ochsenstirn ein Fest begingen, und hat nach- her sogar geholfen, alles wieder unten im Keller zu verstecken."

Wer war es denn?" fragte Schepeler freundlich.

, Der Magdeburger Bürgermeister, bem Tilly ba- mals bie Stabt abgebrannt hat. Er hat mich nach- her sogar eingelaben, ihn in seinem Losament zu besuchen unb hat mir auch alle bie Maschinen ge­zeigt, womit er sich in seinen freien Stunben be- schaftigt." ,

Otto von Guericke", sagte Schepeler.

So hieß er", ermiberte ber Alte.Aber er ist schön länger fort unb mag nicht allzuviel Gutes von hier mitgenommen haben."

Gewiß nicht", fügte ber Bürgermeister an.Aber was machst bu?"

Das haben sie auch noch bet ber letzten Sitzung

ihm ben Pokal.

Nicht, Herr", antwortete er bemütig.Ihr tut mir zuviel Ehre an. Ick) habe euch vielmehr noch um Permission zu bitten, baß ich ben Wein anbrach, ber mir nicht gehört!"

Trinkt!" sagte ber Bürgermeister noch einmal. Die Treuen müssen zusammengehalten werben, wenn anbers wir wieber hochkommen (ollen. Da ist Stanb unb Alter, Geschlecht unb Glaube einerlei! Alle müssen helfen, alle anpacken, baß bas geliebte Vaterland nach soviel Drangsalen und Pressuren wieder wachse und wie seine müden Adler steige!"

Er gab ihm die Hand. Von der Galerie ber gegen- überlicgenben Marienkirche wehte ber Ehoral ber Stabtpfeifer, bie gestern morgen ben Frieben einge­blasen hatten:

Verzage nicht, bu Häuflein klein, obwohl bie Feinbe willens (ein, bich gänzlich zu zerstören.

Es war Gustav Abolss Sck)lachtlieb, mit bem er in seinen tapferen Tob gegangen war.

Sie horchten beibe. Die Sonne kam durch unb schüttete ihren Schein auf bie liegengebliebenen Akten ber Gesanbten, auf ben Leuchter unb bie kostbare Wanbtäfelung. Unb auf ben golbenen Pokal ber einmal bod) wieberfommenben Herrlichkeit beut- chen Reiches unb deutscher Ehre. Das Golb funkelte unb gleißte. Unb auf bem Marktplatz jubelten die

Bei Schnupfen

tritt meist eine Verstopfung der fltafcnüffmmncrt ein, die auf Anschwellung der Schleimhäute zurück- Attfübren ist. Die lästigen Erscheinungen werden oft bnrd) .Klosterfrall-Sdmnpfpnlver behoben, ebenso wie die anderen ^^escbiverbell, die nid Begleit- erscheinnngen ded Scbnnpsend anstreten. Ed> wirb nitd wirksamen Heil krön lern von der gleichen VWrnia bergestellt, die den bekannt giikit Klosterfrau-Me­lissengeist erzeugt. , ~, . .

Verlangen Sie Klostersrnu-Schnupspnlver in der nächsten Apotheke oder Drogerie. Originaldosen au 50 Vs. (Inhalt 4 Gramm) reicht monatelang aud, da kleinste Mengen gettiigen.

Kinder, auf deren Sd>ultern die 3i'if lag wie ein schwerer Sack. Doch aud) der Morgen und bie Zu­kunft.