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Umwege öes Herzens

Roman von h.G. Hansen

Copyright by Prometheus »Verlag Dr. Eichacker - Gröbenzell

22 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Richard d'Oleron, der bis dahin schweigend zuge- hört hatte, hielt es für angebracht, jetzt einzugreifen. Bitte, beruhige dich, Mutter. Ich will dir nicht mit der billigen Ausrede für den Augenblick kom­men, daß alle von dir befürchteten Folgen vielleicht gar nicht eintreten werden. Aber selbst wenn ich als sicher ooraussetze, daß Korn verurteilt wird, kann ich Hannes nur in vollem Umfange beipflich­ten. Würde er anders handeln, dann müßte er die Achtung vor sich selbst verlieren, hätte keine ruhige Minute mehr im Leben, da er sich als Mörder eines Menschen suhlen müßte, und obendrein würde er nur bedingt damit rechnen können, daß er selbst für immer unbehelligt bleibt."

Aber außer uns weiß doch niemand etwas von der Geschichte, und wir haben alle Ursache zum Schweigen."

Gewiß. Verrat könnte keiner von uns üben. Aber wer mag voraussehen, welche Aufklärung spä­tere Monate und Jahre bringen können. So wie Korn durch das Zusammenwirken vieler unglück­seliger Umstände in seine Lage gekommen ist, so kann eines Tages auch etwas aufkommen, das auf Hannes weift."

,Hch glaube nicht daran."

Aber es ist möglich. Und noch eins. Stände ich an Stelle von Hannes, dann müßte ich ebenso han­deln wie er. Es gibt einfach keine Möglichkeit zu einer anderen Einstellung. Ehrbegriff hängt nicht von Aeußerlichkeiten ab, nicht von juristischen Erwä. gungen. Er ist unabhängig von allem, was Gesetz und Sitte uns verbieten oder vorschreiben. Verzeih, Mutter, wir Männer haben davon oft eine andere Auffassung als ihr Frauen." ,

Das ist das letzte und schlechteste Argument, mit dem ihr uns immer dann kommt, wenn alle anderen Gründe nicht verfangen."

Nein, es ist eben nur der Ausdruck der ewigen Verschiedenheit zwischen den Geschlechtern. Für mich und alle anständig denkenden Menschen wird Han­nes Kotzmann auch dann untadelig und ehrenhaft, wenn er durch eine öffenlliche Gerichtsverhandlung

Aus der engeren Heimat

nerinnen entsenden.

Als

H.

(Fortsetzung folgt.)

zu er

Jahreshauptversammlung des Turnvereins Krofdorf.

für

am

Bezirksschule für Turnerinnen

im Bezirk 8 Gießen des JlSltC.

Korn zu erhalten, fiel schwer, weil ich niemand mitt zuviel Fragen überfallen konnte. Immerhin, habe ich wohl alles erreicht, was Sie wünschen. Hier ist! ein schriftlicher Ueberblick."

Koßmann nahm den Bogen Papier zur Hand und las.Gustav Korn, landwirtschaftlicher Arbei­ter, dreiundfünfzig Jahre alt, geboren in Treuen- brietzen, seit neünzehnhunderzwanzig an feinen jetzigen Wohnort gemeldet. Sohn des 1931 verstor­benen Bauarbeiters Fritz Korn in Treuenbrietzen und seiner 1928 verstorbenen Ehefrau Anna. Fünf­tes Kind von elf Geschwistern. Lebte bis 1914 in Treuenbrietzen, ging dann neunundzwanzigjähri^ ins Feld, wurde zweimas leicht verwundet. 1918 als Gefreiter entlassen. Kämpfe unter den Sparta­kisten in Berlin, später in Hamburg. Wurde von Regierungstruppen gefangengenommen und soll!« wegen Ermordung von Geiseln erschossen werdeir. wurde aber amnestiert. Heiratete 1921. Der Ehe entstammten acht Kinder, von denen zwei gestorben sind. Der älteste Sohn ist jetzt achtzehn Jahre alt und als Bauarbeiter in Magdeburg tätig, das zweite Kind, eine siebzehnjährige Tochter, als Hausgehilfin in Berlin. Drittes Kind, ein fünfzehn - jähriger Sohn, ist Helfer auf einem Gut in dell Altmark. Zu Hause' sind noch drei Kinder, em Knabe von dreizehn und zwei Mädchen von tv und neun Jahren, alle noch schulpflichtig. Kom wurde 1922 wegen Wilderns, 1926 wegen Wider­standes gegen einen Polizeibeamten, 1928 wegew Wilderns, 1931 wegen schwerer Körperverletzung zai Gefängnisstrafen verurteilt. Gesamtstrafen Jahre und elf Monate. 1934 saß er wegen Verdat des Wilderns und Einbruchs in ein Jagdhaus vier Monate in Untersuchungshaft. Wurde wegen Man.- gels an Beweisen freigesprochen.

Korn besitzt zweieinhalb Morgen Acker unb eir Wohnhaus. Wert zusammen rund sechstausend Mark. Belastet mit tausend Mark Hypotheken. W als tüchtig in seinem Beruf. Arbeitgeber ist nw* ihm zufrieden, abgesehen von seiner Neigung Roheitsdelikten gegenüber Vieh und Mitarbeiters Trinkt im allgemeinen mäßig, ab und zu ab« au® stark und hat dann das Bedürfnis zum Ronda' lieren. Ruf schlecht. Bevölkerung im Dorf traut ihm alles zu. Soll an zahlreichen kleineren Felddieb-' stählen beteiligt sein. Nachweis bisher aber m« möglich.

ballbetrieb stand im ersten Teil der Runde auf be­achtlicher Höhe; naturgemäß ließ dann infolge Ein­ziehungen zum Heeresdienst die Spielstärke etwas nach. Doch werden mit Eintritt der besseren Jah­reszeit die jugendlichen Nachwuchsspieler aktiver in Tätigkeit treten.

Mitglied Hch. Schmidt, Hsnr. 93, erhielt die Ehrennadel für 50jährige Turnertreue. Auf 25 Turnjahre konnte der Vorsitzende E. Sch le en - b e ck e r zurückblicken. Mitglied E. Praß ehrte in anerkennenden Worten namens der Versammlung

Vezilks-Meisterschaften der Radfahrer im Radball und Kunstfahren.

Die Ausbildung der Uebungsleitevinnen Frauen-, Mädchen- und Kinderturneb wurde vorigen Sonntag durch Bezirks-Frauenturnwart Schneider- in Wetzlar fortgesetzt Die Zahl der Teilnehmerinnen hat sich auf 45 erhöht, 15 Vereine (3 mehr) waren vertreten. Es stehen immer noch einige Gemeinschaften abseits, die dann nicht in der Lage sein werden, den an sie gestellten An­forderungen zu genügen. Zum nächsten Lehrgang der Bezirksschule, der am 16. April ebenfalls tn Wetzlar stattfindet, müssen auch diese Vereine Tm-

mit all den Folgen gegangen ist, die du vorhin so drastisch schildertest. Wir Männer erkennen nur einen Urteilsspruch an, den der Männer, die ebenso denken und empfinden wie wir selbst, wenn es um Fragen der Ehre geht."

Jetzt verlor Frau d'Oleron' ihre Fassung. Zum erstenmal seit dem Tode ihres Mannes kamen Trä­nen in die Augen. Sie weinte still vor sich hin. Hannes Koßmann stand auf und nahm sie zart um die Schultern. Ihr Sohn ergriff ihre beiden Hände und streichelte sie. Sie sahen lange schweigend bei­sammen und hingen ihren Gedanken nach. Wenn auch die nächste Zukunft grau und unfroh, bebrüt« kend und voller Schwere vor ihnen lag, so gewan­nen sie in diesen Minuten etwas Neues dafür, das Gefühl der Zusammengehörigkeit und der unlös­baren Verbundenheit. Daran richtete sich die alte Frau wieder auf. Sie trocknete chre Tränen und nahm von jedem ihrer Söhne eine Hand.

Wenn es denn nicht anders geht, will ich wenig- stens zu euch halten. Wir müssen alles gemeinsam tragen. Vielleicht ist es für den einzelnen dann leichter. Du kommst später, wenn alles, was Gott verhüten möge, so kommen sollte, zuerst einmal zu uns nach Werder, Hannes. Wir suchen dann zu­sammen einen neuen Wohnsitz irgendwo in Deutsch­land."

Die beiden Männer sahen sie gerührt an. Han­nes Koßmann sagte nur:Ich danke dir und Ri­chard. Jetzt ist mir vieles leichter."

Die nächsten Tage vergingen Koßmann besser als die Woche vorher. Er hatte das Grauen vor dem Kommenden überstanden und widmete sich tnit ver­stärktem Eifer seiner Tätigkeit in der Fabrik. Die Gedanken an das Schicksal Korns ließen sich zwar nicht verscheuchen, aber sie hatten nicht mehr so viel Beunruhigendes.

Es ging ihm wie tausend Menschen in ähnlicher Lage. Nachdem einmal der Entschluß gefaßt war, nachdem man sich mit dem Unabänderlichen ver­traut gemacht hatte und nachdem das Ziel klar vor Augen stynd, ließ sich alles leichter tragen. Dazu kam Koßmann mit seinen Ueberlegungen, die um Korn, dessen Familie unb sein eigenes Geschick gingen, stänbig die Erinnerung an bie Stunden der Aussprache mit Schwiegermutter und Schwager. Sie bildeten eine starke Stütze für feinen Willen unb schufen bas Bewußtsein um eine letzte, sichere Zuflucht, wenn alles zusammenbrach.

treter der heimischen und deutschen Turnsache vor Augen, denen nachzueifern höchste Pflicht bedeute.

Nach Erledigung von PunktVerschiedenes . um ter dem u. a. hauptsächlich technische Regelungen des Turnbetriebes verhandelt wurden, schloß der Vor­sitzende mit dem Gruß an den Führer bie Ver­sammlung.

Turnverein Watzenborn-Steinberg.

die Jubilare, würdigte ihre Verdienste unb gab in­sonderheit der Hoffnung Ausdruck, daß der seit 1921 dem Führerrat angehörende jetzige Vorsitzende noch lange der bewährte Vereinsführer bleiben, - ...---

möge. Den zahlreich anwesenden jungen Turnern wiesene Einsatzbereitschaft und dem Sieg' stellte der Redner die Jubilare als vorbildliche Ver- den Führer schloß der Lehrgangsleiter.

am Samstagabend der Vorsitzende Ernst Schleenbecker die Jahreshauptversammlung des Turnvereins Krofdorf eröffnete, war derxSaal der Gastwivtschaft Abel bis zum letzten Platz besetzt, ein schöner Beweis für den auch in der Kriegszeit hochgehclltenen Turnge-ift. Nach einem Augenblick stillen Gedenkens der Toten erstattete der Vorsitzende den Jahresbericht. Das Turn­jahr .verlief zufriedenstellend. Mit verdoppeltem Eifer hatten die' Zurückgebliebenen turnerische Ar­beit zu leisten, um das Programm des NSRL. in die Tat umzusetzen. Anerkennend hob der Vorsitzende die Bereitwilligkeit aller Gruppen hervor, wenn es aalt, sich in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen, fei es bei Sammlungen für das WHW., beim Ver­sand von Liebesgaben oder anderen Angelegenhei­ten. Er schloß mit dem Dank an alle Mitarbeiter unb bet Aufmunterung zu weiterem Einsatz. Der vom Rechner Rich. Drescher erstattete Kassenbe­richt bekunbete bie volle Ordnung der Vereinsfinan­zen, was die beiden Kassenprüser E. Leib unb K. Daubershäufer bestätigten; somit konnte

Am Sonntag fanden in Aßlar die Bezirks­meisterschaften im Saalfahren statt. Es beteiligten sich daran 7 Mannschaften im 2-er Radballspiel, sowie 2 Fahrer im 1-er Kunstfahren. Die Aus­tragung hatte der Radfahr-VereinSchwalbe- lar" übernommen und sie zur vollen Zufriedenheit ausgerichket. Die Wettbewerbe standen unter Lei­tung des Kreisfachwartes für Saalfähren, Gott­lieb Häßler, Krofdorf.

Um den Bezirksmeist'er festzustellen, mußten 21 Spiele ausgetragen werden, und so spielte jede Mannschaft gegen die andere. Den Mannschaften merkte man an, daß sie in den Lehrgängen, bie an drei verschiebenen Sonntagen vorher aus- getragen wurden, gut jn Form gekommen waren. Als die stärksten Mannschaften schälten sich bie beiden Mannschaften der G. R. V. von 1885 sowie die Mannschaft von Wetzlar-Niedergirmes und Aßlar heraus. Nach einer Mittagspause wur­den bei sehr gutem Besuch die restlichen Spiele ausgetragen, bei denen das Publikum mit großer Begeisterung bei der Sache war und so die Mann­schaften zu guten Leistungen-und fairer Spielweise anspornte.

Sieger und Bezirksmeister wurde die Mann? schäft der G. R. V. von 1885, August Deibel Willy Von-Eifs mit 12 Punkten, zweiter die Mannschaft des Radfahr-Vereins Wetzlar-Nieder­girmes, RollSchäfer mit 10 Punkten, dritter bie Mannschaft W. StommelOtto Von-Eifs der G. R. V. von 18 85 mit 8 Punkten, vierter wurde die Mannschaft vom Radsahr-Verein Krofdorf, Bor! Häßler mit 6 Punkten.

Im Einer-Kunstfahren errang der Fahrer Engel vom Radfahr-Verein Wetzlar-Niedergirmes ben 1. Sieg mit 191,5 Punkten. Bei den Kämpfen der HI. wurde H. Engel vom Radfahr-Verein Wetz­lar-Niedergirmes mit 183 Punkten Sieger. Beide Fahrer zeigen gute Veranlagung zum Kunstfahren« sie müssen aber noch, um in größeren Konkurrenzen erfolgreich bestehen zu können, die Wettfahrbe­stimmungen und ihr Programm nicht nur fahren können, sondern auch im Kopfe haben, was bei einen Kunstfahren bei der Wertung sehr ins Gewich! fällt.

Sollten die Mannschaften und Kunstfahrer wei­terhin im Training bleiben, so dürften sie bei den Bereichsmeisterschasten ein ernstes Wort mitsprechen-

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gleichzeitig überreichten ihm seine Arbeitskameraden ein Geschenk. Die eigentliche Ehrung durch die Firma findet am 1. Mai statt.

3 Lollar, 10. Fedr. Am Sonntaa fand in der Wirtschaftzur Germania" die diesjährige Jah- reshauptverfammlung des Gesangvereins S ä n g e r d e r e i n i g u n g" statt. Für den zur Wehrmacht einberufenen Vereinsführet Erich Espich leitete dessen Stellvertreter Rudolf K r e h b re l die Versammlung. Nach einem Liedvortrag und den Begrüßungsworten des Versammlungsleiters er­folgte die Totenehrung. Der Verein hat durch Tod drei Sangesfreunde verloren; es sind dies Karl Dort, Heinrich Kraft und Jost Lemmer. Der Stand der Gesamtmitglieder ist wie im Vorjahre. Die Zahl der Singstunden im verflossenen Dereinsjahr war gering, doch waren bie Begründungen für bie ausgefallenen Stunden berechtigt. Das öffent­liche Auftreten des Männekchors war der Zeit ent­sprechend auch nicht so oft als in früheren Jahren. An dieser Stelle sei des Lazarettsingens am 1. Sep­tember vergangenen Jahres gedacht, wo es der Sängerschar vergönnt war, den Kriegsverlehten eine Freude zu bereiten. Freudig wurde die Mit­teilung begrüßt, daß am 9. März wiederum ein Singen vor Kriegsverletzten in Gießen stattfindet. Aus dem Bericht des Rechnungsführers war zu entnehmen, daß die Kaffe sich in sehr gutem Zu­stand befindet. Die silberne Ehrennadel für 25jährige Sängertätigkeit wurde an drei aktive Mitglieder überreicht. Zu Ehrenmitgliedern wurden ernannt Philipp Hasselbach \unb Heinrich Erbe. Er­gänzungswahlen zum Vorstand waren nicht er­forderlich, so daß der Vorstand in seiner settherigen Zusammensetzung bestehen bleibt. SJtit dem Appell

Er wunderte sich manchmal ein wenig darüber, daß er sein Herz an Menschen hing, die ihm früher nicht allzuviel bedeutet hatten. Und doch konnte er nicht umhin anzuerkennen, welchen Wert auch für einen Sicherheit und Selbstbewußtsein gewohnten Mann Freundschaft und verwandtschaftliche Zunei­gung bildeten. Sie gaben Rückendeckung, auch wenn sie keine materielle Stütze bieten konnten, nicht ein­mal Hilfe in bescheidenster Form. Allein das Be­wußtsein ihres Daseins schuf vermehrte Kraft.

Die Tage vergingen in dem gewohnten Gleich­maß verflossener Jahre. Nur eines war endgültig aus dem Leben Koßmanns gestrichen, seine Frau. Er sah sie nur bei den wenigen Mahlzeiten, die er zu Hause einnahm. Die Angestellten des Haushalts merkten keine Veränderung im Benehmen und in der Haltung der Ehegatten. Den Kindern kam erst recht nicht zum Bewußtsein, daß sich der Spalt zwi­schen den Eltern zu einer nicht mehr überbrückbaren Kluft gedehnt hatte.

Gitta verspürt das Bedürfnis, ihren Mann zu verwöhnen, seine geheimsten Bedürfnisse zu erraten und für ihre Befriedigung zu sorgen. Sie hing ver­stohlen mit den Blicken an seinen Zügen, wenn er nicht zu ihr herübersah, und hätte sich zu den demütigsten Diensten herbeigelassen, wenn er es gewünscht hätte. Aber vor seinem harten Blick zer­brach alles in ihr und sie hatte nie den Mut, mehr zu tun, als er offensichtlich zu dulden bereit war. Sobald sie ohne Zeugen beisammen waren, ver­mied er überhaupt, sie anzusprechen. Manchmal wollte sich Erbitterung in ihr regen, dann gewann aber sofort Schuldbewußtsein und Mitleid mll ihrem Mann die Oberhand in Ihr unb erstickte jede Auf­lehnung.

Erst neun Tage nach dem Besuch in der Aus­kunftei erhielt Koßmann auf feine immer drängen­der werdenden telephonischen Anfragen den Be­scheid, daß er den verlangten Bericht abholen könne. Sofort fuhr er in die Friedrichstraße und ließ sich anmelden.

Es war doch nicht so einfach, Herr Brauer, wie ich zuerst angenommen hatte. Das Dorf ist so klein, daß ich sehr behutsam zu Werke gehen mußte, um nicht Aufsehen zu erregen. Ich habe sechs Tage als Sommerfrischler in dem kleinen Gasthaus gewohnt. Das Gespräch auf den Mord zu bringen, war ein­fach, da jedermann dort kaum von etwas anderem spricht. Aber nähere Einzelheiten über die Familie

Oie 60-Zahrfeier des Dogeisverger Höhen-Clubs.

LPD. S ch o t t e n, 10. Febr. Die Vorbereitungen für die 60-Jahrfeier des Gefamt-VHE., die als 60. Jahreshauptversammlung am 7. und 8. Juni m Schotten begangen wird, sind in vollem Gange. Die Tagung wird den Charakter einerKriegstaguna" erhalten, also verständlicherweise nicht das festliche Gepräge des 50. Geburtstags des Vogelsberger Höhen-Clubs im Jahre 1931 erreichen. Dennoch wird die Veranstaltung einen würdigen, fesmchen Charakter haben, wobei Heimatliebe und Wander­pflege im Vordergründe stehen werden. Der Vo­gelsberger Höhen-Club, dessen Führung der Gieße­ner Oberbürgermeister Ritter hat, umfaßt in 37 Zweigvereinen rund 3000 Mitglieder. Der eigentliche Gründungstag des DHC. war der 22. Juni 1881.

Gemeinderatssitzung in Schotten.

Schotten, 10. Febr. Jn feiner Sitzung be­faßte sich der G e m e i n d e r a t mit einer Reihe ge- meindlicher Fragen, u. a. des Kindergartens, der Schafhaltung u. a. m. Die diesjährigen Märkte werden wie im früheren Rahmen abgehalten. Mit dem Pfingftmarkt wird wieder eine Prämiierung verbunden jein. Die Hundesteuer wurde für Rj. 1941 in der alten Höhe von 22 RM. festgesetzt. Die Bewilligung des auf die Stadt entfallenden Bei­trages für die Beschaffung einer fahrbaren Motor­spritze des Brandhilfeverbandes Schotten wurde gutgeheihen.

Große Siedlungsbauten in einer Vogelsbergstadt.

Lpd. Ortenberg) 9. Febr.' Jn einer Sitzung des hiesigen Gemeinderats wurde ein großes Siedlungsprojekt beraten, das vön einer Baufirma nach dem Kriege hier durchgeführt wer­den soll. Es handelt sich um die Schaffung von 40Siedlungshäusernmit einem Gemein« schaftshaus der Partei und mit Kinder­spielplätzen. Für später ist eine Erweiterung der Siedlung schon jetzt ins Auge gefaßt. Im kom­menden Frühjahr soll mit dem Bau von drei gro­ßen Straßen durch das Siedlungsgelände, dessen Erwerb von den Grundbesitzern bereits abgeschlos­sen ist, begonnen werden.

Schweinemarkt in Alsfeld.

* Alsfeld, 10. Februar. Auf dem heutigen Schweinemarkt kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 32 bis 35 RM., Läuserschweme 45 bis 50 RM. pro Stück. Bei flottem Geschäft wurde der Markt geräumt.

Landkreis Gießen.

> Großen-Buseck, 10. Febr. Dieser Tage hielt der hiesige Viehversicherungsverein <m der WirtschaftZum Busecker IaT seine Jahres­hauptversammlung ab. Auf der Tagesordnuna stan­den Geschäftsbericht, Rechnungsablage, Vorstand s- wahl, Aufnahme neuer Mitglieder. Der Vorsitzende Heinrich S t e p h a n VI. verlas den Geschäftsbericht, dem zu entnehmen war, daß sich die Versicherung im abaelaufenen Jahre äußerst günstig entwickell hat. Aus der Rechnungsablage ging hervor, daß die Kaffe außer dem Reservefonds einen guten Ueberschuß verbuchen konnte, so daß die Beiträge für das letzte Vierteljahr nicht zur Erhebung gelang­ten. Nach Verlesung und Prüfung wurde dem Vor­stand Entlastung erteilt. Bei der Vorstandswahl wurde durch Zuruf der Dorfitzende Heinrich Ste­phan VI. zum sechsten Male, der Rechner Ludwig Scheid zum werten Male wiedergewählt. Als Taxatoren schieden satzungsmäßig aus Wilhelm Hahn I., Balthasar Buchtaleck III. An deren Stelle wurden neu gewählt Wilhelm Wagner I. und Reinhard Wagner II. Der Mitgliederstand beläuft sich auf 178. Dem Vorstand wurde für seine Tätigkeit vollste Anerkennung und Dank ausge­sprochen. Nach Erledigung des geschäftlichen Teils hielt eine Aussprache die Mitglieder noch längere Zeit beisammen.

# Staufenberg, 10. Febr. Der Schlosser Ludwig Schwalb von hier konnte am Samstag auf eine 25jährige Tätigkeit in den Didier-Werken in Mainzlar zurückblicken. Der Jubilar wurde im Rahmen eines Betriebsappells von dem Betriebs­führer und dem stellv. Betriebsobmann geehrt,

an die Sänget, sich wieder mehr dem Chorgesang zu widmen, und dem Treuegelöbnis an den Füh­rer wurde die Versammlung geschlossen

* Lumda, 10. Febr. Am Samstagabend hielt die hiesige Kriegerkameradschaft ihren Jahreshauptappell ab Kameradschaftsführer Hch- Fabel gedachte zunächst der im Weltkriege und im jetzigen Kriege, sowie im Ringen der Bewegung für Deutschland gestorbenen Kameraden, ferner der aus den Reihen der Kameradschaft abberufenen alten Soldaten. Hierauf erstattete er den Jahresbe­richt, der von reger Tätigkeit der Kameradschaft im verflossenen Jahre Zeugnis ablegte. Aus dem Be­richt des Kassenwarts war ersichtlich, daß die Kasse einen ansehnlichen Ueberschuß aufweist. Einige junge Kameraden aus der Wehrmacht konnten in den Kreis der Kameradschaft ausgenommen und ver­pflichtet werden. Sodann wurden mehrere besonders verdiente Kameraden in üblicher Weise ausgezeich­net. Bei den verschiedenen Sammlungen haben sich die Kameraden besonders bewährt. Im weiteren Verlaufe des Appells hielt Kam. Lehrer Keller von hier einen interessanten Vortrag über die gro­ßen polittschen Ereignisie vom Weltkrieg bis in un­sere Gegenwart. Der etwa zweistündige Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Nach Dankesworten des Kameradschaftsführers an alle feine Mitarbeiter und besonders an den Vortragen­den des Abends, Lehrer Keller, sowie nach dem Auftuf an die Kamjeraden, auch weiterhin in Treue alle Kraft für Führer, Volk und Vaterland einzu­setzen, wurde der Appell in der üblichen Weise ge­schlossen.

Kreis Bübingen.

Bleichenbach, 9. Febr. Am 10. Februar feiert die Lehrerwitwe Frau Berta Diehl ihren 91. G e b u r t s t a g. Sie ist die älteste Einwohnerin des Dorfes und Sem hohen Lebensalter entsprechend noch ziemlich rüftig. Unseren herzlichen Glückwunsch.

Bezirkssrauenwarttn Jdel Hauck (Gießen) er­öffnete den Lehrgang mit Spruch und Lied. 21hf schließend wurde wieder ein sehr ^reichhaltiger Uebungsbetrieb abgewickelt. Bewegungsschule, Gym­nastik, Keulenübungen, Turnen am Barren, Rech Pferd, Schwebebalken und den Ringen wechselten mit Ballgymnastik und Hallenspielen. Der Uebungs- ftoff baute auf den des ersten Lehrgangs auf und wurde planmäßig weiter entwickelt. Das Turnen mit 610jährigen Kindern und 1014jährigen Mäd­chen zeigte der Bezirksobmann für Kinderturnen m zwei Stundenbildern.

Mit dem Dank an die Turnerinnen für die be­wiesene Einsatzbereitschaft ^md dem Sieg-Hell.,auf ben Führer schloß der L

Entlastung erteilt werden.

Einen hocherfreulichen Eindruck vermtttette der Turnbericht des Turnwarts Wilh. Röhrs­hei m. Danach rollte in einzelnen Disziplinen der Uebungsbetrieb fast friedensmähig ab. Immer bes­ser gestaltet sich im Einvernehmen mit der HI. und dem BDM. die Erfassung aller Jugendlichen in den Uebungsplan. Ein im Sommer durchgeführtes Kinderturnen bot nach einem Propagandamarsch durch den Ort in und außer der Turnhalle den zahlreichen Zuschauern Körperschule, Freiübunaen und Spiele dar. Ein Beweis für pulsierendes Leven auf dem Turnplatz war die Beteiligung von 53 männlichen und weiblichen Mitgliedern am Be- zirks-Turn- und Spieltag in Gießen, auf dem in allen Klassen eine Reihe Siege erlangt wurden. Ais gut bewährte Neuheit führte sich der Orts- Turn- und Sporttag ein, zu welchem über 200 Teilnehmer antraten. Die beste und rührigste Ab­teilung im Verein ist die der Jungmädel unter der bewährten Leitung der Turnerin Hilde Leib. 76 Jungmädel können mit 2000 Besuchern in den Uebungsstunden^ aufwarten. Der Hand- und Fuß-

Der Turnverein Watzenb orn-Stein- berg hielt am vergangenen Samstag abend in der WirtschaftZum Goldenen Löwen" seine diesjährige Jahreshauptversammlung ab. Vereinsführer O. Jung gedachte zunächst der Heldentaten der deut­schen Wehrmacht und ehrte die in dem Freiheits- kampf für Großdeutschland Gefallenen, dabei auch die beiden Mitglieder Walter Andermann und Otto Klee. Dann erstattete er den Geschäftsbericht. Ver- einsrechner Heß erläuterte die Kassengeschäfte im abgelaufenen Jahr. Nach Prüfung durch die Kassen, prüfer wurde dem gesamten Vorstand Entlastung erteilt. Sodann wurde der langjährige Deremsfüh. rer O. I u n g wieder mit der Führung des Vereins betraut. Zum > Nachfolger des ausgefchjedenen Jugendleiters bestellte er O. Maid. Zum Schlüsse gab Vereinsführer Jung bekannt, daß ab sofort die Turnstunden wieder in der Volkshalle stattfin. den, die von Turnkamerad O. Sommer geleitet werden. Er forderte alle Akttven, insbesondere aber die Jugend auf, die Uebungsstunden regelmäßig - besuchen. Mit dem Gruß auf den Führer schloß dann die Versammlung.