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GietzenerAnzeiger
Dienstag.« Februar I9U
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Jahrgang Nr. 35 fcudiemt täglich, allster Sonntags und »>elenags Beilagen: Die Illustrierte yicuener^tiinilienblntter heimak imBild DieDcholle itlonats-Bezngsvreis: Wit 4 Beilagen NM. 1.95 Cbne^’tUuitnerie .. 1.80 -unellgebühr „ -.25 „ich bei Nichterscheinen icn einzelnen Nummern cholge höherer Gewalt lernsvrechanschlust 2251 ^ahlanschriü:„Anz,elger" Itoiifdierf 1168ß#Vrantf. M
vrühlsche Unloerfttäudruckerei H. lange General-Anzeiger für Oberhessen Sietzen.^5chulftratze 7-9
Heute im britischen Parlament
geändert hat, und im übrigen waren die neuen Angriffe auf Malta beispielsweise längst
Mit änderen Worten, der Durchschnittsdeutsche wie sie sich selbst überzeugen eist über — nun, sagen wir beispielsweise Tibet Herr Roosevelt gleich vier
seiner Vertrauten in den
Man lese beispielsweise einen solchen haarsträubenden Blödsinn: Die Deutschen hätten 150 Stukas nach Sizilien geschickt; davon hätten die Engländer 50 abgeschossen und 40 am Boden zerstört. Und daher hätten die Deutschen ihre Fliegerangriffe dort nicht wiederholt! Jeder Schuljunge bei uns weiß, daß der tägliche Wehrmachtbericht jedes einzige Flugzeug, das verloren ging, hüt peinlichster Genauigkeit meldet, also natürlich auch die geringen Verluste, die dort im Mittelmeer
bürger in dieser unverantwortlichen Weise anlog.
Innerhalb eines solchen Lügen^eldzuges, wie wir chn jetzt erleben, ist Churchills Bemerkung über die deutschen Stukaverluste nur ein Moscnksteinchen.
Abwehrfeuer einen Angriff britischer Tor- p e d o f l u g z e u g e vor der südwestnorwegischen Küste ab. Sämtliche abgeschosienen Torpedos verfehlten ihr Ziel. Ein Flugzeug wurde vor Abwurf seines Torpedos so schwer getroffen, daß es nicht mehr zum Einsatz kam und aller Voraussicht nach auf dem Rückflug ab gestürzt ist.
*
Die durch Reuter verbreitete amtliche britische Meldung, daß am 9. 2. ein deutscher Zerstö - rer in Höhe der norwegischen Küste torpediert worden sei, ist frei erfunden.
Die Wiederaufbauarbeit
im besetzten franrSsischen Gebiet.
Paris, 10. Febr. (DNB) In St. Germain fand eine Zusammenkunft der Präfekten des
englischen Bereich. Hopkins und Mllkie nach England, ten Obersten Donovan in den Nahen Orient und Herrn Currie nach China. Oder erinnert man sich heute vielleicht in England nicht mehr der falschen Hoffnungen, die Churchill persönlich mit dem Angriff auf Norwegen verhand? Gar nicht zu reden von der „Beherrschung der See und der Luft oder von dem Heer der Ironside und Gort in
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Unser Bild zeigt einen Teil des britischen Parlamentsgebäudes in London, das bei einem deutschen Luftangriff beschädigt worden ist. — (Associated-Preß-M.)
Der Wehrmachibericht.
Berlin, 10. Febr. (DJIB.) Das Oberkommando fcr Wehrmacht gibt bekannt:
Fernkampfflugzeuge unter Führung des haupt- vonns Flieget griffen gestern etwa 500 km roest- lch der portugiesischen Küste einen durch Kriegs- ftiste gesicherten G e 1 e i k z u g an, versenkten nach lüher vorliegenden Meldungen Handelsschiffe mit c jammen 24 500 VRT. und beschädigten vier rod- Ire Schiffe schwer. Der Geleitzug wurde damit pllig zersprengt. Bewaffnete Aufklärungsflugzeuge sehen bis Island vor und nahmen einen vom Feinde befehlen Flugplatz auf der Insel nter MG-Feuer. Lin Kampfflugzeug griff vor ter schottischen Ostküste ein Borposlenbooi ßfolgreich mit Bomben an. 3n der letzten Nacht röteten sich Angriffe von Kampfflugzeugen gegen tiicgswichtige Ziele In London und Südost- Ugland.
In der Nacht warfen einzelne feindliche Flugzeuge lomben an zwei Orten in Nordwcstdeutschland. Sachschaden entstand lediglich an einem vauern- s.us. Der Feind verlor gestern zwei Kampfflug- zivge im Kampf vor der norwegischen Lüste. Vier fiilische Sperrballone wurden zerstört. Zwei dgene sugzeuge werden vermißt.
Nach dem erfolgreichen Angriff gegen den feind- Jfjen Geleilzug westlich der portugiesischen Küste Hal ne Lampffliegergruppe sdt dem 1.8.1940 allein «nd 350 00 0 VRT. feindlichen han- ?lsschiffsraumes versenkt und darüber ; naus eine Großzahl feindlicher Handelsschiffe f.roer beschädigt.
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3m Aktionsbereich der deutschen Lustwaffe.
500 Kilometer westlich Portugal Geleitzug zersprengt. — Auftlärungsvorstoß fts nach Island. — Kampfflieqergruppe versenkte seit 1. August 350000 ART
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besetzten Frankreich statt, um in Anwesenheit von Vertretern der deutschen Besatzungsbehörden die für den wirtschaftlichen Wiederaufbau des besetzten Gebietes notwendigen Bedingungen zu prüfen. Die deutsche Militärverwaltung ließ erklären, sie sei bemüht, mit allen Mitteln dafür zu sorgen, daß das französische Volk auch diese Kriegsphase überstehe. Sie unterstrich die ungeheure Leistung, die vollbracht worden sei, um das Eisenbahnnetz, die Flußschiffahrt wieder in Gang zu bringen und die Brücken wiederherzustellen, die von den zurückflutenden französischen Truppen zerstört worden seien. Die Stromversorgung sei heute trotz des Ausfalles mancher Werke höher als im vergangenen Jahr. Von den 142 Gaswerken eines Militärverwaltungsbezirks feien 123 wieder in Betrieb. Schließlich wurden die Präfekten noch auf die Notwendigkeit hingewiesen, eine Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse durchzusetzen. Ueberall da, wo die Ernte noch nicht gedroschen fei, würden die Feldkommandanten helfend eingreifen Es dürfe im Interesse des französischen Volkes in diesem Jahr kein Brachland geben.
Churchills Lügenfeldzug
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Wir haben schon häufig Gelegenheit gehabt, die tt.ßerordentliche Reichweite und Wirksamkeit der h u t f d) e n Fernkampfflugzeuge zu be- i untern. Waren es im vorigen Winter vor allem b? Flüge nach den Orkneys und Shetland-Inseln, i si sind es in diesem Winter neben den Fernunter- phmungen im Se ege biet westlich Irland I nd) die weiträumigen Aktionen unserer Bomber h Mittelmeer gewesen, welche den Respekt sur den Leistungen der deutschen Fernkampsslug- |t ige vermehrten. Nun liefert der Wehrmachtbericht Ilm 10. Februar weitere Beyoeise in dieser Rich- ■ ino. 5 00 Kilometer westlich der portu- ss e s i s ch e n K ü st e wurde ein britischer Geleitzug £t,n deutschen Flugzeugen angegriffen und unter .dweren Verlusten für den Feind völlig zersprengt. Leichzeitig stießen deutsche Aufklärungsflugzeuge 1 5 Island vor und beschossen dort einen von lligläntern besetzten Flugplatz. Wir haben keinen .Erlaß, zu verraten, welches die Startplätze für diese F rnunternehmungen gewesen sind. Aber ein Blick oif die Karte zeigt schon, daß die kürzeste Entfer- ing’ zwischen dem von deutschen Truppen besetzten 6 biet und dem für Flugplatzanlagen geeigneten i |il Islands ungefähr 1500 Kilometer beträgt. Auf jiten Fall muß also die fliegerische Leistung an- o annt werden, die in dem Flug nach Island liegt
Darüber hinaus ist aber auch die militärische und -Mische Bedeutung dieses Unternehmens nicht zu -tterfchätzen. Am 10. Mai 1940 wurde das wehr- ible Island von britischen Truppen unter trJig haltlosen Vorwänden besetzt und hat seitdem lüer der Anwesenheit ter fremden Truppenmacht Wwer zu leiden Durch das arrogante Auftreten und lii laxen Umgangsformen ter Briten ist das Empnn, ki tes isländischen Volkes tief verletzt worden. Da- |u kommt eine schwere wirtschaftliche Krise, welche ■ Anwesenheit der zahlenmäßig sehr starken ori- Üshen Besatzungstruppe verursacht hat Das Cr- Minen deutscher Flugzeuge mag den Isländern freigt haben, daß ihre Hoffnung auf baldme Ve- frtiung von den unerwünschten englischen „(Saften
I liht vergeblich ist. tv-
Auch der Miiielailaniik unter deutschen Bomben.
85 Schisse mit über 500000 BRT.
Berlin, 10. Febr. (DNB.) Nach dem großen b öig deutscher gerntampfbomber gegen einen eng. !!uen Geieitzug westlich der P°rdug>-M-N IN . si eine einzige b e u t d) e K a m p ss l l e uigrüppe oomei. 8. 1940 an dem Gegner 61samtverluste in Höhe von 85 Sch s ki mit insgesamt 555 675 BPT. 3U9efug • 5 ' M wurden 3 63 30 0 B VT. verse 19: 163 VRT. teils in Brand geworfen, teils an
teilweise Vernichtung L-s großen britischen GeleilFUges 500 Kilometer telllid) von Portugal hat m der ganzen Seit b e sichtlich es Aussehen erregt. Die Bedells tag dieses ersolgreichen Vorstoßes liegt vor allem d der Tatsache, daß nicht nur m N ord- U ontuk diS lebenswichtigen eng ischen -ö“ I»drstraßen west11ch von. El/land pr Kontrolle der deutschen bu'twa se stehe ,1 kn auch des öfteren britische Geleitzuge sch-> »eit außerhalb der um England -"Ahnten lc^rrzone in den mittelatlantischen C> lö.ssern von deutschen gernfampfllutoeugen im Kampfe gestellt und angegriffen wurden. Jn lllabonner Schifsahrtskreisen wud betont daß da^ til britische Geleitzuge schon 2000 km ii en fi e i m a t f) ä f e n entfernt nicht nur le Gefahrenzone deutscher U-Boot., londern a ch tu-scher Bombenflieger zu durchlaufen »altem luffongriff an der üdlvestnorwegnchen
Süfte abgewielen.
Flandern ...
Jeter Verbrecher macht bei ter Tat mindestens einen Fehler, auf Grund dessen er dann von den Kriminalisten schließlich gefaßt wird. Churchills Reden wimmeln von solchen Derbrechersehlern. „Entscheidend ist, was auf dem Ozean, in ter Lust und vor altem aus dieser Insel passiert", ruft er in seiner letzten Rundfunkrede aus und gibt damit im Gegensatz zu seinen bisherigen Behauptungen zu, daß beispielsweise die Vorgänge in Libyen mit der Entscheidung m diesem Kriege über»
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Es ergibt sich wieder einmal die Notwendiakeit, nur zu einer einzigen Schlußfolgerung kommen: daran zu erinnern, unter welchen absonderlichen dieser Mann, den einmal die Flüche von Hunderten Voraussetzungen sich die gegenwärtigen Lenker der von Millionen Menschen um dieses von ihm Her- Schicksale Englands an die Oessemlichkeit ihres Lan- aufbeschworenen Krieges willen treffen werden, hat des menten, sei es von ter Rednertribüne des Un- das Schicksal Englands und feiner 45 Millionen lerhaufes aus, sei es durch Rundfunkübertragung, Einwohner mtt einer unvorstellbaren Leichtfertig- fei es durch mehr ober weniger beeinflußte Presse- kett auf eine Karte gesetzt.
berichte usw. Diese Voraussetzungen ungewöhnlicher Art sind gerade durch die neueste Churchill-Rede!
wieder einmal aktuell geworden. Es hat nicht nur bei uns zu Lande, sondern auch draußen in der Welt oft genug in diesem Kriege die Frage kopfschüttelnde Verwunderung hervorgerusen, wie es nur möglich ist daß England ausgerechnet in der ernstesten Krise seiner ganzen Staatsgeschichte die Lenkung des Staatswesens regelrechten $ata> strophenpolitikern der Sorte Churchill, Eden und__D.....o_. _—...----
Konsorten anvertraut hat. Wir haben d'ese Frage eingetreten sind. Jedermann kann sich also an Hand hier wiederholt angeschnitten und gedeutet. I ter Wehrmachtberichte die Gesamtzahl dieser Der- Noch sonderbarer aber erscheint vielen Zettge-1 lüfte selbst ausrechnen. — ^)err Churchill aber noffen die Frage, wie es möglich ist, daß eben diese bringt mit einem einzigen Satz persönlich gleich Katastrophenpolitiker sich an ihr Volk mit Reden ! 90 Stukas um! Wir können versichern, daß sich an wenden können, deren haarsträubender Unsinn und den geringen Verlusten dort nicht das Geringste deren bedenkenlose Schwindeleien bei uns und an- geändert hat, und im übrigen waren die neuen derswo jedem Setzerlehrling auffallen drüben in Angriffe auf Malta beispielsweise langst England aber nach wie vor zum großen Teil noch wieder im Gonge, als Herr Thurchlll seine Mu- als Gottes unverfälschtes Wort angesehen werden. ..«nomnhnnrifi^n M-ite nnloa.
Das erklärt sich in erster Linie aus der Tatsache, daß die britische Oeffentlichkeit nicht erst seit Jahren. | sondern seit Jahrzehnten in einer plan---------n..-
mäßigen, von der jeweiligen Regierung streng kon- Es gehören zu diesem angelsächsischen Lugensturm trollierten Weise über alles, was Deutschland ist,1 auch die Meldungen über angebliche Unruhen in irreaefübrt und belogen wird Abipger dieser Italien, die erlogenen Berichte über englische Luft- planmäßigen Brunnenvergiftung und Fälschungs- siege an der festländischen Kanalküste die von der arbeit haben wir ja in den früher mit England ver- Sowjetagentur Tah dementierten und als Erftn- bünteten Ländern erlebt: sie, die ihre Meinung über düngen zurückgewiesenen Meldungen über em ruf- Deutschland ausschließlid) aus englischen Ouellen sisch-türkisches Abkommen. Oder Churchill behauptet bezogen hatten mußten erleben, daß englische Sol- etwa, er habe niemals ^s Minister falsche baten Raub, Plünderungen und sonstige Ausschrei- Hoffnungen erweckt — datei bedeutet heute in tungen aller Art, deutsche Soldaten dagegen Ord- der gan^n Welt ter Name Churchill so mel wie. runa Recht und geregelte, gesicherte Arbeit Bluft, Illusion, Betrug, Luge Entstellung Selbst hrnrhten ’ U 1 die Roofevett-Amerikaner glauben ihm nur so weit,
Wit unteren Worten, ter Durchschnittsdeutsche wie sie sich selbst Überzeugen — deshalb nämlich schickt
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TrupM d mit V ) Meiti k Note ü N ««■ Dieter),
weiß über —, _ ... .
oder bas Feuerlanb mehr als ber Durchschnitts- englänter von Deutschland, bas ihm geographisch ja nahe genug liegt. Unb biese halb gewollte unb halb künstlich gezüchtete Unwisienhett ber breiten Masse des englischen Volkes über Deutschland über Natto- nalsozialismus, über biefen Krieg unb seine Grunbe usw ermöalichen es ben amtlichen unb nichtamtlichen Marktschreiern des Systems Churchill nach wie vor, ber englischen Oeffentlichkeit mit einer unoeränberten Ueberheblichkeit ben f r e ch st en S ch w i n b e l, bie bümmften Naivitäten unb bie albernsten Derbrehungen als amtliche Mitteilun. qen ja sogar als offizielle „Erklärungen des Pre- mie'rminifters" oorzufetzen
Don dieser Möglichkeit hat Churchill, wohl der bedenkenloseste aller bisherigen britischen Ministerpräsidenten. auch jetzt wieder weitestgehenden --------- _ , ! Gebrauch gemacht. Wenn mnn diese neue Unter- Berlin 10 Febr lDNVi Sicherungsstreitkraft im Wortlaut gelesen hat. bann kann man
le en am Nachmittag des 9.2. durch gutnegenu^ i)
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Anznd! I d)tet WA
Der moderne Don Qmjoie.
Die Regierung von Washington, in einer unheili« gen Allianz mit England verbunden, hat die Rolle eines Don Quijote übernommen, um ben amerikanischen Kontinent vor einem erträumten Angriff ber totalitären Staaten Europas zu schützen. Leiber ist biefer Spleen nicht zu ungefährlich wie bie Phan. taftereien bes eblen Ritters ooh der traurigen Gestalt, ber sich bamit begnügte, auf feiner Rosinante Sturm gegen Winbmühlenflügel zu reiten unb Weinschläuche mit seinem Schwert zu zerschlagen. Nein, hinter ben Don Quijote-Streichen ber norb- amerikanischen Politik steckt mehr! Hinter ber Parole, bie westliche Hemisphäre vor ben Angriffen ber Nationalsozialisten unb Faschisten vertei- biegen zu wollen, verbirgt sich eine Aggressivität, die vor keinem moralischen unb völkerrechtlichen Ueberlegungen Halt macht. So würbe z. B. im Senat ber Vereinigten Staaten ber Antrag gestellt, Kuba als den 49. Stern ber Union einfach einzu- fügen. Es ist bas ein alter Traum ber Vereinigten Staaten, von biefer reichen unb großen Antilleninsel Besitz zu ergreifen. Schon Präsibent Jefferson hatte oot runb 100 Jahren erklärt, baß er Kuba als bie wünschenswerteste Zugabe zum norbameri- kanischen Staatensystem betrachte, benn „bie Beherrschung bes Golfes unb ber anüegenben Länder würbe bas Maß unseres politischen Wohlbefinbens voll machen". Aber Kuba gehörte bamals Spanien, und so mußte denn bie Erfüllung bes Wunsches bis zu einer günstigeren Gelegenheit hinausgescho- ben werben.
Ein Vorwanb bot sich im Jahre 1898. Damals würbe bas norbamerikanische Kriegsschiff „Maine" im Hafen von Havanna aus einer gänzlich ungeklärten Ursache burch eine Explosion vernichtet. Washington beschulbigte Spanien, bas Schiff absichtlich in die Luft gesprengt zu haben, ohne irgendwelche stichhaltigen Beweise Vorbringen zu können. Man ließ keine Erklärungen Madrids gelten, schlug jede Dermittlungsaktion aus und erklärte Spanien den Krieg. Die Rough-Riders Theodor Roosevelts landeten in Kuba und machten mit den örtlichen Aufständischen gemeinsame Sache. Die schwache spanische Flotte wurde vor Santiago de Cuba vernichtet, im Frieden von Paris mußte Spanien auf den Besitz von Kuba und Porto Rico sowie auf die Philippinen verzichten.
Obgleich die Vereinigten Staaten, wie sie erklärt hatten, für bie Befreiung ber Inseln von ber spanischen Tyrannei gekämpft hatten, wurde Porto Rico doch einfach zu einer nordamerikanischen Kolonie erklärt, und Kuba wurde bie Convecktion Platt auferlegt, die Vereinigten Staaten behielten sich das Recht vor, ohne vorhergehenbe Formalitäten mit bewaffneter Macht in Kuba zu intervenieren, sollten Unruhen auf ber Insel ausbrechen ober sollten bort norbamerikanische Interessen verletzt werben. Havanna hat lange gegen biese erniebrigenbe Klausel gekämpft. Sie wurde enblich auf einem ber letzten «panamerikanischen Kongresse aufgehoben, da dem jüngeren Roosevelt baran lag, bas Mißtrauen ber Iberoamerikaner zu beseitigen, um bie von ihm geplante panamerikanische Einheit verwirklichen zu
Haupt nichts zu tun haben. Und was „diese Insel", nämlich England betrifft, so wird Herr Churchill Gelegenhett haben, sich an dieses unfreiwillig wahre Wort noch zu erinnern. Churchill schließt — und damit kommt er zu dem eigentlichen Zweck seiner Rede — mit Versicherungen über die enorme Stärke des heutigen England. Ja warum bann um Himmelswillen gleich im nächsten Satz der schrille Hilfeschrei nach Washington? Und dies ausgerechnet unter Berufung auf feine und Englands Vertrauenswürdigkeit! Bei solchen Widersprächen muß es um die plutokratische Sache in der Welt schon schlecht stehen. B. R.
Selbsthilfe Fberoamerikas.
Bahnbau und Erdölleitung zwischen Argentinien und Bolivien. — Boliviens und Paraguays Anschluß an das Weltmeer
Buenos Aires, 11. Febr. (DNB. Funkspr.) Anläßlich ber Anwesenheit ber Außenminister B o - l i d i e n s unb Paraguays auf der Rückreise von der La-Plata-Konferenz hat Argentinien mit den beiden Nachbarlänbern mehrere Verträge unterzeichnet, so über den schon vor zehn Monaten beschlossenen B a h n b a u von Pacuiba in Argentinien nach dem bolivianischem Erdölgebiet von Santa Cruz sowie bie Herstellung einer Gr b Ölleitung vom bolivianischen Hochlanb nach ber nördlichen argentinischen Provinz Salta. Argentinien wird beibe Unternehmungen finanzieren unb sich die Ausgaben von Bolivien burch Petroleumlieferungen zurückzahlen lassen. Durch einen weiteren Vertrag zwischen den brei ßänbern wurden bie Internationalisierung unb Schiffahrtsregelung bes Flusses Pilcomayo beschlossen, ber bie Wasserstraße Boliviens zur La- Plata-Münbung unb ber Grenzfluß zwischen Argentinien unb Paraguay ist. Hierbei übernimmt Argentinien bie Schiffbarmachung bes Pilcomayo sowie bie Baggerarbeiten bes bem gleichen Flußnetz angehörenten Paraguayflusses, wobei bie Nachbar- länber später ben entsprechenden Kostenanteil rückvergüten. Der Warenverkehr Boliviens und Paraguays, ber burch bie geographisch ungünstige Lage ohne Meereszugang stark gehemmt ist soll daburch neu belebt werten.
Der Export Paraguays nach Europa ist um runb 90 v. H. gegenüber bem Vorjahr zurückgegan- gen. Trotz aller Bemühungen ist es bisher auch nicht entfernt möglich, ben Riesenausfall burch gesteigerten Warenaustausch innerhalb Amerikas auszugleichen. Nur mit Argentinien konnte der Han bei intensiver werben. Große Hoffnungen werben auf ben verstärkten Export nach Japan gefetzt, nachbem schon unlängst 258 000 kg Baumwolle bort- hin verschisst mürben. Die Regierung will bie gesamte letzte Baumwollernte auftaufen, um sie in Japan abzusetzen.


