Ausgabe 
10.11.1941
 
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habe daher auch Molotow damals in Berlin kurz verabschiede t. Ich war mir im klaren, daß nunmehr die Würfel gefallen waren, und daß uns der schwerste Gang nicht mehr erspart bleiben würde. Dies wurde durch die Tätigkeit Sowjetrußlands vor allem auf dem Balkan bestätigt, durch jene untere irdische Wühlarbeit, die wir ja von Deutschland her" zur Genüge kennen. Ueberall bolschewistische Agen­ten, überall Verhetzung und Zersetzung, die man nach kurzer Zeit schon gar nicht mehr verheimlichen wollte und auch gar nicht verheimlichen konnte. Auch bei uns begann man aufs neue mit der bol­schewistischen Propaganda. Sie war allerdings nicht erfolgreich, denn die Wirksamkeit der nationalso­zialistischen Arbeit hatte sich unterdes gezeigt.

Endlich kam der Moment, da man den Abschluß des russischen Aufmarsches daran erkennen konnte, daß es ausgenommen ein paar Divisionen in Moskau, die man ersichtlich zurückhielt als Hand­habe gegen das eigene Volk, und einige Divisionen im Osten nichts mehr gab, was nicht an der Westfront war. Und zu all dem brach in Ser­bien, von Rußland geschürt, der Ihnen bekannte A u f st a n d los, der Putsch der bolschewistischen Agenten, von englischen Emissären angezettelt, und gleich darauf der Unter st ützungspakt Ruß­lands mit Serbien. Damals war Herr Sta­lin der Ueberzeugung, daß schon dieser Feldzug uns vielleicht das ganze Jahr festhalten würde, und daß dann bald der Moment kommen konnte, wo er nicht mit Waffen und Material, sondern mit sei­nem ganzen Menschenreservoir würde in Erschei­nung treten können. Heute aber kann ich es zum ersten Male aussprechen: Es war noch etwas wei­teres, was uns darüber belehrt hat:

3m Jahre 1940 fanden in London eine An­zahl von sogenannten Geheimsihungen des britischen Unterhauses statt. Und in diesen Geheimsihungen hat der whisky-selige Herr Churchill seine Gedanken geäußert.

seine Hoffnungen und endlich seine Ueberzeu­gung, nämlich daß Rußland zu England hin auf dem Marsch sei, daß er von Mister Cripps die absoluten Unterlagen besitze, daß es höchstens 1 bis 1% Jahre dauere, bis Rußland in die Erscheinung treten würde und man daher höchstens noch 1 bis 1% Jahre aus­halten mühte. Das war auch der Grund für diesen damals nicht begreiflichen Mut dieses Herrn. Wir haben davon Kenntnis erhalten, laufend Kenntnis erhalten. (Beifall.)

Ich habe nun daraus die Konsequenzen ge­zogen. Die erste war die der Freimachung unserer Züdo st flanke. Ich kann nur sagen, wir müssen heute, nach Kenntnis von all dem, was vorgefallen war, Mussolini wirk­lich danken, daß er noch im Jahre 1940 in diese Eiterbeule hineingesloßen und gestochen hat. Es war uns in wenigen Wochen mit Hilfe der zu uns stehenden europäischen Staaten ge­lungen, dieses Problem endgültig zu lösen und mit der Einnahme von Kreta und damit der Vorlegung eines Riegels vor die Dar­danellen siegreich abzuschliehen.

Ich habe schon oft über die Leistungen unserer Wehrmacht gesprochen. Sie hat sich auch in diesem Feldzug ruhmvoll bewährt, sowohl das Heer als auch die Luftwaffe.

Und nun achtete ich auf jede Bewegung unseres großen Gegners im Osten. Ich war seit April und Mai, ich möchte sagen, fortgesetzt auf der Beob­achtungsstation und sah mir ununterbrochen jeden Vorgang an, entschlossen, in jedem Moment, in dem mir bewußt wurde, daß der Gegner Anstalten machte, seinerseits anzugreifen, wenn notwendig 24 Stunden vorher loszuschlagen. (Brau­sender Beifall.)

Unser Kamps für ganz Europa.

Mitte Juni wurden die Anzeichen drohend, und in der zweiten Hälfte des Juni konnte es keinen Zweifel mehr g^ben, daß es/sich hier um eine Frage von Wochen, ja vielleicht Tagen handeln würde. So gab ich den Befehl für den 2 2. Juni, nun unsererseits sofort anzutreten. Glauben Sie mir, meine alten Parteigenossen, es war das der schwerste Entschluß meines ganzen bisherigen Lebens. Ein Entschluß, von dem ich wußte, daß er uns in einen sehr schweren Kampf verwickeln würde, von dem ich aber hoffte, daß die Chancen, ihn zu gewinnen um so größer waren, so schneller wir dem anderen zuvorkommen würden.

Wie war nun damals die Lage? Der W e st e n war an sich gesichert. Dabei möchte ich gleich eines vorwegnehmen: Es gibt sogenannte geniale Politiker im Lager unserer Gegner, die jetzt sagen, ich hätte gewußt, daß man uns im Westen nicht an­greife, daher hätte ich den Mut gehabt, im Osten anzupacken. (Große Heiterkeit.) Diesen Genies kann ist nur sagen: sie verkennen meine Vorsicht. Ich habe mich im Westen so. vorbereitet, daß sie jederzeit antreten können. Wenn es den Herren Engländern beliebt, sei es in Norwegen, sei es an unserer deutschen Küste, oder sei es in Holland, in Belgien oder in Frankreich, eine Offensive zu unternehmen, so können wir nur sagen: Tretet an, ihr werdet schneller wieder ab treten, als ihr gekommen seid! (Tönender Beifall.) Wir haben diese Küsten heute in einen anderen Zustand versetzt, als sie es noch vor einem Jahr gewesen waren. Es ist dort gearbeitet worden, und zwar mit nationalsozialisti­scher Gründlichkeit. Der Chef eines großen Teiles dieser Arbeif um nur einen einzigen Namen zu sagen war unser Todt. (Stürmischer Beifall.)

Und es wird dort natürlich dauernd noch weiter gearbeitet. Sie kennen mich ja aus unserer Partei­zeit her. Ich habe niemals den Stillstand gekaniÄ, sondern wenn irgendwo zehn Batterien stehen, dann kommen noch fünf dazu, und wenn fünfzehn stehen, dann noch einmal fünf weitere und noch weitere dazu, unsere Gegner liefern uns ja die Kanonen selber. (Erneuter jubelnder Beifall.)

Wir haben auch überall genug Kräfte gelassen, um jederzeit bereit zu fein. S i e sind nicht ge­kommen. Auch gut! Ich will gar kein Blut ver­gießen. Aber wenn sie gekommen wären, dann wie gesagt würden sie längst- wieder gegangen sein. Hier waren wir also sicher.

Den B a l f*a n hatten wir auch gesäubert. In Nordafrika war es unseren gemeinsamen Be­strebungen gelungen, ebenfalls eine stabile Ordnung herzustellen. Finnland erklärte sich bereit, an un­sere Seite zu treten. Rumänien desgleichen. Bulgarien begriff ebenfalls die Gefahr. Un­garn erkannte, die große historische Stunde und faßte eineü heroischen Entschluß, so daß ich es, als der 22. Juni kam, vor meinem Gewissen verantwor­ten zu können glaubt^, dieser Gefahr und wenn auch nur mit wenigen Tagen Vorsprung entge­genzutreten.

Dieser Kampf ist nun, meine allen Partei­genossen, ein Kampf wirklich nicht pur für

Deutschland, sondern für ganz Eu­ropa, ein Kampf um Sein oder um Nichtsein!

Sie kennen unsere Verbündeten, angefangen vom Norden das tapfere kleine Heldenoolk der Finnen, das sich wieder so über alle Maßen bewährt hat. Aber dazu sind dann gekommen Slowaken, Ungarn, Rumänen und endlich Verbündete aus ganz Eu­ropa: Italiener, Spanier, Kroaten, Holländer, dä­nische Freiwillige, selbst französische und belgische Freiwillige. Ich kann wirklich sagen, daß i m Osten vielleicht zum ersten Male in einer gemein­samen Erkenntnis ganz Europa kämpft: So wie einst gegen die Hunnen, so diesmal gegen diesen Mongolen st aat eines zweiten Dschingis Khan. (Tosender Beifall.)

Das Ziel dieses Kamvfes war erstens die Ver­nichtung der feindlichen Macht, d. h. der feindlichen Streitkraft, und zweitens die Be­setzung der feindlichen Rüstungs - und Ernährungsgrundlagen. Prestigemomente spielen bei uns überhaupt keine Rolle. Wenn daher heute einer sagt:Sie sind bei Leningrad ja in der Defensive!", dann komme ich und antworte:Wir waren vor Leningrad genau so lange offensiv, als dies notwendig war, um Leningrad ein- z u s ch l i e ß e n. Jetzt sind wir defensiv, und der andere muß jetzt auszubrechen versuchen, aber er wird.in Leningrad verhungern!" (To­sender Beifall.)

Ich werde sicher nicht einen Mann mehr opfern, als unbedingt notwendig ist. Wenn heute jemand da wäre, um Leningrad zu entsetzen, dann würde ich den Befehl geben, es zu stürmen, und wir würden es stürmen. (Wieder bricht tosen­der Beifall los.) Denn wer von der ostpreußischen Grenze bis 10 Kilometer vqr Leninarad gestürmt ist, der kann auch noch die. zehn Kilometer vor Leningrad bis in die Stadt hineinmarschieren. (Abermals umtost ein Sturm der Begeisterung den Führer.)

Aber das ist nicht notwendig. Die Stadt ist umklammert, und niemand wird sie mehr be­freien, und sie fällt in unsere Hand. Und wenn man sagt:Nur als Trümmerhaufen" ich habe gar kein Interesse an irgendeiner Stadt Leningrad, sondern nur an der Vernichtung des Industriezentrums Leningrad. (Stürmische Zustimmung.) Wenn es den Russen ge­fällt, ihre Städte in die Luft zu fprengen, ersparen sie uns selbst vielleicht manche Arbeit. (Erneuter tosender Beifall!) Prestigemomente ich wieder­hole es spielen bei uns überhaupt keine Rolle. Wenn man z. B. sagt:Warum marschieren wir denn jetzt nicht?" weil es momentan regnet oder schneit, oder vielleicht, weil wir die Bahnen noch nicht ganz fertig haben! Das Tempo dieses Vormarsches bestimmen nicht jene wunderbaren bri­tischen Strategen, die das Tempo ihrer Rückzüge bestimmten, sondern das bestimmen ausschließlich wir. (Stürmische Bravorufe.) Und zweitens: B e - setzung der feindlichen Rüstungs- und Ernährungsgrundlage. Auch hier werden wir planmäßig vorgehen? Es genügt manch­mal die Zerstörung eines einzigen Werkes, um sehr viele Werke lahmzulegen.

Die bisherigen Erfolge des Ostfeldzuges

Denn ich nun zusammenfassend den bisherigen Erfolg dieses Feldzuges umreißen will, dann hat die Zahl der befangenen nunmehr rund 3,6 Millionen erreicht, d.h. 3 600 000 Ge­fangene,

und ich verbitte mir, daß hier ein englischer Stroh­kopf kommt und sagt, das sei nicht bestätigt. Wenn eine deutsche militärische Stelle etwas gezählt hat, dann stimmt das! (Stürmischer, minutenlanger Bei­fall.) Zwischen einem deutschen Offizier und einem britischen Börsenjobber ist jedenfalls immerhin noch ein wesentlicher Unterschied. (Erneuter tosender Bei­fall.)

Das stimmt also genau f ö, wie ja auch unsere Angaben über die französischen und die eng­lischen Gefangenen gestimmt haben! Die Engländer wissen es ja selbst sehr gut, weil sie sich ja dauernd um ihre Gefangenen kümmern wollen. Wenn ich nun 3,6 Millionen Gefangene auf der einen Seite sehe, und ich nehme nur die Weltkriegsoerhältnisse, dann entspricht dies mindestens der gleichen Zahl an Gefallenen. Es würde für Herrn Stalin ein schlechtes Zeugnis sein, wenn seine Leute jetzt weniger tapfer kämpfen würden, als sie das im Weltkriege getan haben, im Gegenteil, sie kämpfen ja teils aus Furcht und teils mit tierischem fana­tischem Wahnwitz. Wenn ich nun annehme, daß in Rußland ähnlich wie bei uns auf einen Gefallenen drei bis vier Verwundete kommen, dann ergibt das eine Zahl, die

acht bis zehn TUiHionen bedeutet, und zwar ohne die leichter verwundeten, die viel­leicht noch einmal geheilt und eingesetzt werden könnten. Weine Parteigenossen, davon er­holt sich feine Armee der Welt mehr, « uch die ruffifche nicht! (Stür­mischer Beifall.)

Wenn nun Stalin plötzlich sagt, wir hätten 4'/r Millionen Menschen verloren, dagegen Rußland nur 378 000 Vermißte und das können dann nur Gefangene sein 350 000 Tote und eine Mil­lion Verwundete, dann kann man nur fragen: Warum sind die Russen dann 15 0 0 Kilometer zurückgelaufen, wenn sie bei ihren riesigen Truppenmassen nur die Hälfte der Opfer hatten als wir? Es ist wirklich schon stark jüdisch, was dieser Kremlgewaltige hier von sich gibt. Im übrigen werden sich ja die Gefangenen lang­sam den europäischen Gefilden nähern. Hier werden wir sie nützlich in die Produktion einbauen und man wird sehen, daß es nicht 378 000, sondern wirklich 3,6 Millionen sind.

Das Waterial. das wir in dlffer Zeit er­beuteten, ist unermeßlich. Zur Zeit find es über 1 5 000Flugzeuge,über22 000 Panzer, über 27 000 Geschütze. Es ist ein wirklich gewaltiges Waterial. Die ganze Industrie der Welt, einschließlich selbst unserer

deutschen, könnte dieses Waterial nur langsam ersehen. Die Industrie unserer Demo­kraten erseht es jedenfalls in den nächsten Jahren nicht! (Brausender Bei- fall) /

Und nun komme ich zum Territorialen. Wir haben bisher 1 6 7 0 0 0 0 Quadrat­kilometer befehl. Das ist also immerhin ein Gebiet, das rund drei- bis viermal Frankreich und etwa fünfmal Eng­land umfaßt. In diesem Gebiet liegen 6 0 b i s 75 Prozent aller Industrien und aller Rohstoffe, die Rußland besitzt. Ich hoffe, daß wir in kurzer Zeit noch ein paar weitere Waßnahmen treffen können, durch die wir ihnen Strang um Strang langsam aber sicher abschneiden werden.

Wenn nun jemand sagt:3a, aber Sie haben sich in der Zeit geirrt" diese Leute also wissen genau, was ich für Zeitmaße habe! Wir haben Frankreich in rund sechs Wochen besiegt; das be­setzte Gebiet ist nur ein Bruchteil dessen, was wir im Osten eroberten. Jetzt kommt jemand und sagt, wir hätten erwartet, daß wir im Osten das in eineinhalb Monaten machen.

Blitzkriege in allen Ehren! Aber marschieren muh man dabei trotzdem! Und was nun unsere Infanterie hierbei geleistet hat im Marschieren, ist weltgeschichtlich überhaupt ein­malig. (Tosender Beifall begleitet diese Worte des Führers.) Natürlich, wenn man von Dünkir­chen nach Ostende geht und sich dann von Ostende wieder nach Dünkirchen Hurückzieht, dann geht das leichter, das gebe ich zu. Aber wenn man immerhin von der deutschen Grenze bis nach Rostow oder bis zur Krim oder bis nach Leningrad marschiert, dann sind das Entfernungen, besonders wenn

man die Straßen desParadieses der Arbeiter und Bauern" berücksichtigt. Ich habe noch nie das Wort Blitzkrieg verwendet, weil es ein ganz blöd­sinniges Wort ist. Wenn es sich überhaupt aus einen Feldzug anwenden läßt, dann aber auf diesen!

Roch niemals iff ein Riesenreich in kürzerer Zeit zertrümmert und niedergeschlagen worden, als die­ses Wal Sowjetrußland!

(Wieder bricht ein ungeheurer Beifallssturm los, der minutenlang anhält.) Geschehen und gelingen konnte dies nur durch die unerhörte einma­lige Tapferkeit und O p f e r w i l l i g k e i t unserer deutschen Wehrmacht, die unvor­stellbare Strapazen auf sich nimmt (Erneüt erhebt sich brausende Zustimmung.)

Was hier alles die deutschen Waffen geleistet haben, das ist in Worten nicht auszudrücken. Wir köpnen uns nur vor unseren Helden auf das tiefste verneigen.

Ich habe schon in Berlin gesagt, ob wir unsere Panzerschützen nehmen oder unfere Pioniere, un­sere Artillerie, unsere Nachrichtentruppen, unsere Flieger, unsere Sturzkampfbomber, unsere Jäzzer oder Aufklärer oder unsere Marine wen wir im­mer nehmen, am Ende kommt man doch stets zu dem Resultat:

Die Krone gebührt dem- deutschen Infanteristen, dem deutschen Mu s k e t ier. (Ein Beifallssturm sondergleichen durchbrgust, sich immer erneuernd, den weiten Saal.)

Er marschierte in endlosen Weiten auf grund­losen Wegen, durch Morast^durch Sümpfe, er mar- schierte im Sonnenbrand über die endlosen Felder der Ukraine oder im Regen;Schnee und Frost und er kämpfte Bunker um Bunker nieder. Mit seinen Stupmpionieren reißt er Front um Front auf. Es ist wirklich ein Heldenlied, das er sich hier selber singt.

Die zweite Md die dritte Front.

hinter dieser Front aber steht nun die zweite Front, und 1)05 ist die deutsche Heimat. Und hinter dieser deutschen Heimat steht eine dritte Front, und die heißt Europa.

Wenn mir in der letzten Zeit so oft gesagt wird, daß nunmehr die Demokraten rüsten so habe ich es schon so oft erwähnt, daß wir doch nicht nichts tun. Ich habe ja die deutsche Rüstung in den Jahren 1939/40 und 41 nicht eingestellt. Was wir bisher auf diesem Gebiete leisteten, war doch allerhand. Und wir r ü st e n weiter. Ich habe nur die Rü­stung jetzt auf einige besondere Gebiete verlagert. Wenn die Herren dauernd mit ihren Zahlen kom­men tchrede nicht von Zahlep, aber ich spreche nur das eine aus:

sie werden staunen, mil was wir eines Tages anlrelen! (Wiederum umbraust ein Sfurm der Begeisterung minutenlang den Führer.)

Wir haben das, meine alten Parteigenossen, ja auch im Innern erlebt. Jedes Jahr hörten wir, was die Demokraten machen, was die Sozialdemokraten machen, was das Zentrum oder die Bayerische Dolkspartei macht, was meinetwegen die Bürger­lichen oder sonstige Gruppen machen, oder was gar die Kommunisten tun. Wir haben auch etwas ge­macht, und zwar am Ende mehr als diese ganze Koalition zusammen: denn wir haben sie nieder- geschmettert. (Tosender Beifall.)

Man sagt mir:Ja, aber da ist Amerika mit 125 Millionen Menschen." Das Reichsgebiet mit Protektorat und Gouvernement umfaßt aber auch 125 Millionen Menschen! Das Gebiet, das heute di­rekt für uns arbeitet, umfaßt weit mehr als 2 5 0 Millionen Menschen. Das Gebiet, das in Europa indirekt aber für diesen Kampf arbeitet, umfaßt schon jetzt über 350 Milionen!

Soweit es sich nun um das deutsche Gebiet han­delt, das Gebiet, was wir besetzt haben, das Gebiet, das wir jetzt in unsere Verwaltung genommen ha­ben so soll man nicht daran zweifeln, daß wir es fertig bringen, es in die Arbeit restlos einzuspan- nen. Das kann man uns glauben! (Brausende Bei­fallsstürme umjubeln den Führer.)

Es ist nicht das deutsche Volk des Weltkrieges,

das heute im Kampf steht. Es ist ein ganz an­deres deutsches Volk! Es ist das Unglück unserer Gegner, daß sie das nicht begriffen haben und daß sie diesen jüdischen Strohköpfen nachlaufen, die immer wieder erklären:Man braucht es nur genau so zu machen, wie man es schon ein Mal ge­macht hat." Das nehme nicht einmal ich von unte­ren Gegnern an, obwohl ich sie nicht für gescheit halte. Selbst ich tue niemals das gleiche, sondern immer etwas anderes. (Wieder bricht brausende Zustimmung los.) Sie sollten es erst recht aber end­lich aufgeben, immer auf das Alte zu hoffen? So sagen sie jetzt z. B.:In der Etappe wird ein Auf- rühr ausbrechen." Es kann vielleicht irgendeinen Dummkopf geben, der auf englische Rundfunkmel­dungen sich plötzlich rührt. Aller nicht lange? Wir werden mit solchen Dingen fertig! Man soll sich dar­über keiner Täuschung hingeben, solche Versuche brechen sehr schnell zusammen, denn heute tritt ihnen nicht mehr ein bürgerliches Deutschland mit Glacehandschuhen entgegen, sondern das national­sozialistische, und das hat harte Fäuste! (Stürmische Zustimmung.)

Wir sind überall dort, wo wir Gebiete besetzen, sehr höflich und sehr anständig zur Zivilbevölkerung, vielleicht manches Mal zu anständig, zu entgegen­kommend. Bei uns wird niemand vergewaltigt da drüben, aus vielerlei Gründen nicht. Es finden auch keine Einbruchsdiebstähle der deutschen Soldaten statt, die dort auf Raub und Plünderung ausgehen. So etwas wird dort sogar härter bestraft als in der Heimat. Wi r schützen diese Bevölkerung. Wenn aber einer glaubt, sich gegen die Besatzung auflehnen oder durch Meuchelmord sie vielleicht er­schüttern zu können, dann werden wir zuschlagen, so wie wir es zu Hause getan haben in den Jah­ren, wo unsere Gegner glaubten, uns ßerrorisieren zu können. Am Ende sind wir mit ihrem Terror fer­tig geworden. Wir hatten uns die Organisation da­für geschaffen. Wir werden auch mit dem Terror unserer heutigen Gegner fertig!

Dann kommen nun die allerblödesten Hoffnun­gen, nämlich in Deutschland breche ein Aufstand, eine Revolution aus. (Schallende Heiterkeit.) Die Leute, die hier eine Revolution machen könnten, bit

Deutschlands Lebensrecht und Mchtanspruch.

Oie römische presse zur Führer-Hede.

Rom, 9. November. (DNB.) Die römische Sonn­tagspresse berichtet ausführlich über die Rede des Führers vom 9. Nooemoer sowie über die Feier in München. Alle Blätter unterstreichen die kategorische Feststellung des Führers, daß jede deutsche Schiffs­einheit das Recht habe, sich zu verteidigen, wo im­mer sie angegriffen werde.

Der Direktor desG i o r n a I e d ' Italia" erblickt in der Rede eine ernste und würdige Be­tätigung des deutschen Lebensrechtes inb Machtanspruches und führt anschlie- zend an die Worte des Führers den Be­weis, daß der von den Achsenmächten geführte Krieg ein Krieg der Verteidigung und nicht des Angriffes sei.Die Achsenmächte haben nichts anderes verlangt als den ihren Be­dürfnissen einerseits, ihrer Arbeitskraft anderseits entsprechenden Platz in derWelt. England habe unter dem Vorwand, feine Verpflichtungen gegen­über Polen zu erfüllen, diesen Krieg vom Zaune gebrochen, um Deutschland utid Jtlien in ihrer wachsenden Arbeitsleistung und ihrer wirtschaftlichen Entwicklung zu vernichten und damit seinen Welt­verkehr uno seine (veldvorherrschaft von den gefährlichsten Konkurrenten zu befreien.Auf diesem Wege mußte London zwangsläufig auf den nordamerikanischen Finanzimpe­rialismus und auf den Moskauer Kom­munismus als Verbündete stoßen. So-kam das Bündnis zwischen dem angelsächsischen und dem bolschewistischen Imperialismus mit seinem para­doxen und verhängnisvollen Programm und den □genannten gemeinsamen Idealen zustande." Nord­amerikas Rolle in diesem Bündnis werde gerade in dieser Stunde, da eine Senatsmehrheit für die kriegstreiberische Politik Roosevelts gewonnen wurde, klar vor Augen geführt, aber die Rede des Führers lasse keinen Zweifel über die Folgen, die die nordamerikanische Entscheidung, ihre Han­delsschiffe zu bewaffnen und ins Kriegsgebiet zu schicken, möglicherweise haben könne.Die Einheiten der Kriegsmarine und der Luftwaffe der Achsen­mächte werden nach wie vor die seinerzeit gemäß den Bestimmungen des Völkerrechts erklärte Blockade durchführen und werden sie um jeden Preis respektieren lassen." Nicht ohne Bedeutung sei es, so schließt Gayda seine Ausführungen, die sich ge­gen die Ränke und gegen die Angriffslust der Geg­ner richten, daß gerade in diesem Zeitpunkt Lit -

winow-F inkelstein als Botschafter Stalins nach Washington entsandt werde. Litwinow-Finkel» stein feider Mann des Völkerbundes, der Mit­arbeiter Edens in der Sanktionsfrage und der Er­finder der Formel des unteilbaren Friedens" und damit auch des unteilbaren, d. h. des allgemeinen Krieges.

Drei Feststellungen in der Rede des Führers sind, wie Stefani schreibt, dem italienischen Volk beson­ders zu Herzen gegangen. Es sind dies die Festste!» langen der Gemeinsamkeit der beiden Revolutionen, der Freundschaft zwischen dem Führer und dem Duce und der Schicksals­gemeinschaft der beiden Rationen.In der Tat", bemerkt die italienische Nachrichtenagentur, sind die beiden Revolutionen, obwohl verschieden, historisch parallel, politisch auf ein Ziel gerichtet und geistig verwandt. Neben dem Militärbündns, der diplomatischen und politischen Solidarität der beiden Regie/Ungen und der Verbundenheit der beiden Re­volutionen sichert die persönliche Freundschaft des Führers und des Duce den Beziehungen der beiden Nationen untereinander und gegenüber dritten Mächten eine hundertprozentige Klarheit. Dieser Fak­tor verleiht dem deutsch-italienischen Block unbedingte Festigkeit, an der auch die tollsten Manöver des Feindes nichts auszurich­ten vermögen."

Neuyorker Zeitungen veröffentlichen die Führer-Rede.

Neuyork, 9. Nov. (DNB. Funkspruch.) Dis späten Neuyorker Abendblätter und die ersten Sonn­tagsausgaben bringen teilweise in großer Auf­machung Auszüge aus der Führer-Rede in Mün­chen.New Port Journal American",New Port Post", New Port Daily News" und New Jork Daily ÜJHrror" betonen in Überschriften, Hitler habe die Vereinigten Staaten geringschätzig abgetan und gleichzeitig hie USA.- Schiffe gewarnt. Wei­ter stellen die Blätter die Versicherung des Führers heraus, er werde Europa gegen jede feind­liche Kombination verteidigen und halten. Auch die Aeußerung, daß gewisse USA.- Versuche, Deutschland durch Drohungen und Rü­stungspläne einzuschüchtern, albern seien, wird von den Neuyorker Blättern stark beachtet. Bisher liegen noch keine Kommentare vor.