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10.9.1941
 
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MMwoch.lv. September Ml

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(9|. Jahrgang Nr. 215

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Lustangriffe auf Leningrad und Moskau

Tapferer Einsatz des ArtillerieschulbootesBremse" bei Geleitzugschutz.

sprachen hatten. ,

In der Nähe von Schlüsselburg liegt das auf Torf basierende Großkraftwek von Dubrowka. Es hat eine Kapazität von über 200 000 kw und ist mit Petersburg durch eine Hochspannungsleitung

Der Wehrmachiberichi.

DNV.Aus demFührerhauptquartler, g. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgege­ben. haben schnelle Divisionen des deutschen Heeres, von üampfverbänden der Luftwaffe hervorragend unterstützt, ostwärts Leningrad die Newa in breiter Front erreicht. Die Stadt Schlüssel­burg am Ladogasee wurde von einem Infanterie- Regiment im Sturm genommen. Damit ist der deutsch-finnische Ring um Leningrad geschlos­sen und die Stadt nunmehr von allen Landverbin­dungen abgeschnitten.

Kampfflugzeuge bombardierten am gestrigen Tage und in der letzten Nacht Rüstungs- und Der- sdrgungsbetriebe in Leningrad. Ein weiterer Nachtangriff der Luftwaffe richtete sich gegen Moskau.

Unterseeboote versenkten im Nordatlan- t i k vier Handelsschiffe mit zusammen 21 500 BRT.

Auf der britischen Insel bombardierte die Luftwaffe in der Nacht zum 9. September militä­rische Anlagen in der Grafschaft Vork und Hafen­einrichtungen von Great $ armouth.

Lin Angriff deutscher Kampfflugzeuge in der Nacht zum 8. September auf feindliche Schiffe im Golf und auf der Reede von Suez Halle starken Erfolg. Ein Tanker gon 7000 BRT. wurde versenkt, fünf weitere große Handelsschiffe schwer beschädigt.

Der Feind flog in der letzten Nacht nach West- und Süddeutschland ein. Durch Bombenwurf auf Wohnviertel, vor allem in Kassel, hatte die Zivil­bevölkerung Verluste an Toten und verletzten. Tfr'Fnrfiffprie l(boß einen der angreifenden briti-

Bcrlin, 10. September. (DNB.-Funkspruch.) Churchill gab am Dienstagnachmittag dem Unter­haus einen Ueberblick über die Kriegslage. Er tat es mit dem Bekenntnis:So weit sind wir

Bei der Durchführung von Geleitaufgaben zur Versorgung der im äußersten Norden kämpfenden Truppen stieß das ArtillerieschulbootBremse" (1400 Tonnen) in nordnorwegischen Gewässern bei schlechter Sicht überraschend auf britische Seestreit­kräfte. die aus einem Kreuzer und zwei Zerstörern bestanden. Zum Schuh des Geleits nahm die ..Bremse" den Kampf gegen die überlegenen feind­lichen Kräfte auf und ging nach einem kurzen har­ten Gefecht durch mehrere Torpedotreffer verloren. Sämtliche Schiffe des Geleitzuges erreichten in­folge des tapferen Einsatzes derBremse" unbe­schädigt ihren Bestimmungsort. Lin Teil der Be­satzung ist gerettet.

Nie Eroberung von Schlüsselburg.

Deutsche Pioniere überwanden die Minenspei-ren.

Berlin, 9. September. (DNB.) Während Kämpfe um Schlüsselburg beseitigten deutsche Pio- niereinheiten die von den Bolschewisten angelegten Minensperren und Hindernisse, so daß die Infanterie nach kurzer Zeit zum Sturm antreten konnte. Einem Pionierzug unter Führung eines Oberfeldwebels gelang es, ohne Jnfanterieschutz in wenigen Stunden 600 Minen fortzuräumen. Un­gehindert stieß wenige Stunden später ein Infan­terieregiment vor und drang in die Stadt ein. Ge­fangene Sowjetsoldaten berichteten, daß die bolsche­wistischen Führer sich von der Verminung der Straßen und des Geländes besonderen Erfolg ver-

EnglandsStraße der Schrecken"

Churchill sprach vor dem Unterhaus.

en kann. Es hat eine Galgenfrist benutzt, um unter dem Borwand schäbigster und durchsichtigster Be­hauptungen ein kleines und wehrloses Land zu überfallen. In ihren Auswirkungen bedeutet dieser brutale Raubzug aber nicht eine Politik auf lange Sicht, von einer Macht betrieben, die heute noch einen Einfluß auf den entscheidenden Gang der Dinge besitzt, sondern der Einfall in Iran ist ein verzweifelter Schritt, um durch einen Schachzug auf einem Nebenschauplatz die Aufmerk- amkeit von dem katastrophalen Stand der Dinge

Unterhaus erklären.Ein beträchtlicher Teil der sowjetischen Rüstungsindustrie und der Eisen- und Stahlerzeugung ist in die Hände des Fein­des gefallen." Das hat für England peinliche Folgeerscheinungen:Wir müssen uns auf dem Ge­biet der Munitionsversorgung auf ernsthafte Opfer gefaßt machen, um den sowjetischen Bedarf zufrie- denstellen zu können. Wir müssen bereit sein, be­trächtlich geringere Sofortlieferungen (aus, USA.) zu erhalten als wir angenommen hatten." Chur­chill ging dann ein auf die Schwierigkeiten, die der ausreichenden und rechtzeitigen Belieferung der Bolschewiken entgegenstehen, und legte cm uneingeschränktes Eingeständnis ab, daß nicht deutsche Machenschaften" den Grund zu dem bri­tisch-sowjetischen lieber fall auf Iran bilde­ten, sonderndie unangefochtene Kontrolle der Verbindungswege von Basra zum Kaspischen Meer." Von dort aus nämlich könnten die a m e r i k a n i s ch e n Z u f u h r e n in die Sow­jetunion gebracht werden. Es bleibt abzuwar­ten, wie weit das möglich ist: denn schon jetzt macht Churchill Bedenken geltend und spricht vonge­wissen Grenzen".

Churchill ging diesmal auch auf sein Zusam­mentreffen mit Roosevelt ein. Er stellte fest, daß die Atlantik-Erklärung mit dem Freiheits- und Selbständigkeitsstreben der Glieder des Empire gar nichts zu tun habe! Sie seiein Ereignis von vollständig anderer Art".Es würde in diesem Augenblick für uns unklug sein", meint er,Diskussionen darüber anzustellen, wie wir mit den mannigfachen Problemen, die uns nach dem Kriege gestellt werden, fertig werden." Das gilt für Indien, Burma und andere Gebiete des britischen Empire. Bei der Atlantik-Begegnung hatte man nur dasNazi-Joch" im Auge, unddies ift_ ein Problem, welches nichts zu tun hat mit der fort­schrittlichen Politik der Gewährung von Einrich­tungen der Selbstverwaltung an die der britischen Krone untertänigen Völker". Was das bedeutet, darüber werden sich die Inder und Burmenen, die Buren und Araber und andere kleinere Untertanen der britischen Krone keiner Illusion hingeben. Sie haben ihre Erfahrungen mit derfortschritt­lichen Politik" Englands und wissen britische Ver­sprechungen und Verlautbarungen nach der Art des Atlantik-Bluffs gebührend einzuschätzen genau wie das deutsche Volk genug hat an den 14 Punk­ten Wilsons.

Südküste alsneutral" galt.

Mit derEinigung" war es, wie sich in der Folgezeit zeigte, allerdings nicht weit her. Ruß- . lands3agb nach der Grenze" mar zwar vorläufig , zufriedengestellt, der Druck auf Indien fiel weg, aber die Abgrenzung der Einfl^hzonen brachte für die Engländer noch sehr viel Kopfschmerzen, da England schon seit langem auf die wirtschaftlichen Schätze des Landes ein Auge geworfen hatte, wäh­rend es der russischen Politik entsprach, das Gebiet : möglichst unerschlossen zu halten; sie wollte auf keinen Fall eine Modernisierung der dortigen pri- mitiven Methoden des Handels und Verkehrs. Es sei nur ebenbei erwähnt, daß die Zartsten in Täbris und Teheran Massakers veranstalteten und die za- ristischen Gouverneure ein Schreckensregiment in dem wehrlosen Land aufrichteten.

Durch den Weltkrieg erhielten diese Pro- blenie und die Rivalität der beiden interessierten Mächte ein anderes Gesicht. Der britischen Orient­politik gelang es, aus dem in Todeszuckungen lie­genden Osmanenreich die wertvollsten Stücke herauszureißen und ihren Einfluß auf Kosten der betrogenen Araber ungeheuer zu erweitern. Wenn schon der britische Gouverneur der Golfhäfen im Jahre 1913 dem Bevollmächtigten des anglo-indi- schen Zivildienstes auf Bahrein, Sir Percy Cox, anläßlich eines Besuches erklärte:Ich muß Eure Exzellenz beglückwünschen, den Persischen Golf seit meinem letzten Besuch vor fünf Jahren m einen britischen See verwandelt zu haben!", so galt das erst recht für die Ausdehnung der englischen Oelinteressen nach dem Welt- kriege. Der ganze Gürtel von Kuweit längs der Hasa-Küste über die Insel Bahrein und den be­nachbarten Küstensaum nach Oman hinunter schwimmt sozusagen auf Del.

In dem ganzen riesigen Einflußgebiet, das von Kairo über den englisch-ägyptischen Sudan und vom Irak über Koweit nach hadramaut reicht, welch letzteres die Engländer unter Anwendung besonders brutaler Methoden unterwarfen, bildete zweifellos Persien seit dem Zeitpunkt einen Schönheits­fehler als 1927 Resa Chan mit den Kapitula­tionen aufräumte, ein Jahr später die Tanfhohett herstellte, 1930 die englische Gründung derBanque imperiale de Perse auflöste und 1931 eine strenge Revision der Konzessionen der Persian Oil Company durchführte. Dieses selbständige und unter der klugen und tatkräftigen Führung des Schahs Pahlevi immer mehr erstarkende Land Iran war den Eng­ländern feit langem ein Dorn im Auge, was letzt wieder von afghanischer Seite bestätigt wurde.

Wenn die Briten jetzt die Gelegenheit für geforn« men halten, um zusammen mit den Bolschewisten dieses streng neutrale Land zu überfallen und durch die gewaltige Uebermacht zur Kapitulation zu zwin­gen, so glauben die Engländer wahrscheinlich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Sie speku- Heren auf die Oel quellen und die sonstigen Bodenschätze für sich und wollen gleichzeitig jene Landbr'ücke Herstellen, die heute den emfhqen schärfsten und hartnäckigsten Rivalen in diesem Ge­biet Hilfe bringen soll.

Der von langer Hand gefaßte Plan, an dem Roosevelt maßaebend beteiligt ist, bekommt aber ein anderes Gesicht, wenn man die jetzige Lage der Sowjets berücksichtigt. Die englischen und amerikanischen Militärexperten dürften über den Stand der Dinge an der Ostfront eine etwas andere Meinung haben als die offizielle Propaganda, die der englischen und amerikanischen Oeff^ttHchkctt vormachen will, als sei Überhaupt noch nichts Wesentliches passiert und die militärische Kraft der Sowjets noch völlig intakt. Für die Imperia­listen diesseits und jenseits des Ozeans ist der ver­zweifelte Widerstand der Bolschewisten nichts an- deres als ein Glied in der Kette, mit der die Welt dem amerikanischen Gold und dem jüdisch nerstpp- ten Plutokratentum dienstbar gemacht werden soll. Da man die Schwäche dieses Gliedes bereits rich­tig eintaxiert, bemüht man sich, im mittleren Orten ein neues zu schmieden, das sich in seinem End­effekt aber ebenso gegen die Sowietunion wendet, wie die gesamte Washingtoner Politik einmal folge­richtig zur Beseitigung der englischen Weltmacht

uf der Hauptbühne abzulenken.

Während vor 34 Jahren sich zwei Großmächte in ebenbürtigem Ringen und mit gleicher 23er« chlagenheit! gegenüberstanden, während Eng­land die Nachkriegszeit und die Ohnmacht der

Bolschewisten ausnutzte, um den Persischen Golf wirklich zu einemenglischen See" zu machen, haben heute in Wahrheit zwei Länder einen Raub­zug inszeniert, deren historische Stunde unweiger­lich abgelaufen ist. Nicht England oder die Sow­jetunion bestimmen den entscheidenden Gang der Ereignisse, und auch nicht die im Hintergrund die Fäden ziehende Politik Roosevelts, sondern d i e Siege der deutschen Wehrmacht und die Gröhe und Genialität der deutschen Politik sind die Faktoren, die die Zukunft bestimmen. Eng­land mag am Persischen Golf heute einige Schein­siege erringen, es mag im Herzen triumphieren, daß cs ihm gelungen ist, den alten Rivalen dort unten nunmehr gänzlich auszuschalten in der innersten Kammer des Bewußtseins lauert doch die Erkenntnis, daß es sich hier nicht mehr um im­periale Strategie, sondern um eine Flucht vor öer Entscheidung handelt, die unweigerlich kommen wird.

Englands Politik im persischen Golf

Von unserem B.A.-Berichterstatter.

auf der Straße der Schrecken gekom­men, die wir gewählt haben." Daß Eng­land seine Lage in Palästina und Irak befestigt, die Kontrolle über Syrien übernommen, für die Si­cherheit Cyperns gesorgt unddurch einen schnellen und tatkräftigen Feldzug in Persien" dem bolsche­wistischen Alliierten die Hand gereicht habe, das alles sind keine Erfolge gemessen an denen, die die deutsche Wehrmacht in diesen zwei Jahren errungen hat. So hat denn Churchill allen Grund zu der Feststellung:Der Krieg ist unerschöpflich in einen Ueberraschungen, und sehr wenige von diesen Ueberraschungen sind von angenehmer Natur." Das sprach er mit Be­zug auf dieSchlacht im A11anti k".Wir wollen kein leeres Gerede darüber hören, daß die

Schlacht im Atlantik bereits gewonnen sei", meinte er angesichts der mehr als 13 Millionen Brutto- regiftertonnen Handelsschiffsraum, die dieser Krieg das Jnselreich schon gekostet hat.Es wäre sehr verrückt, anzunehmen, daß die ernsten Gefahren, die uns bedrohen, bereits zu Ende sind. Der Feind hat eine größere Zahl von U-Booten und eine größere Menge von Fernkampf­flugzeugen eingesetzt als je zuvor, und wir müssen uns auf weitere Verstärkungen vorbereiten.

Als sehr ernst bezeichnete Churchill die Minen- Frage. Jede Nacht würden die englischen Schiff­fahrtswege von feindlichen Flugzeugen mit den neuesten Minentypen verseucht. 20 000 Menschen und Tausende von Schiffen seien allein mit der Auf­gabe beschäftigt, jeden Morgen die tödlichen Gefah­ren zu beseitigen, die diese Minen darstellen. Eine große Hilfe für England sei die Atlantik-Patrouille nordamerikanischer Kriegsschiffe gewesen.Ich könnte wünschen", so sagte Churchill,daß diese Hilfe noch größer fein möge." Für Hitler entstehe die Not­wendigkeit, die Sicherungen der Vereinigten Staaten an England zu verhindern. Wenn er das tue, würde die Gefahrenzone wieder ganze Ozeane um­fassen.

Auch die Freude über denbewundernswerten Widerstand der s o w j c t i sch e n Ar m e e n" ist mit einem bitteren Wehrmutstropfen gemischt: der neue Alliierte braucht Hilfe!Der Bedarf ist drin­gend und die Zeit drängt", muß Churchill dem

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Island ul, Ende August 1941.

Am 31. August 1907, also vor genau 34 Jah­ren , wurde in Petersburg zwischen England und dem damaligen zaristischen Rußland ein Abkom­men unterzeichnet, in dem zwar nirgends von diplo­matischem oder militärischem Beistand die Rede war, das aber diefriedliche Einigung" alter Dif­ferenzen im mittleren Orient einleitcte. Abgesehen baotfti, daß dieser Vertrag den Schluß­stein in den Ring der Tripelcntcntc um Deutschland schloß, daß er der Ausgang zu freundschaftlicheren Beziehungen war, die durch die Entente Cordiale Paris-London und den französisch-russischen Mili­tärpakt bereits zu einem eindeutig festgclegten Sy­stem der Großmächte ausgebaut waren, legte er auch eine Jntercssengrcnzc in gerade den Gebieten fest, in denen England und Rußland feit langem als harte Rivalen auftraten. Derrussische Vor­marsch auf Indien" war die stete Sorge Londons, da Persien, Afghanistan und Tibet als Anlieger­staaten immer mehr dem Einfluß des Zarenreiches zu verfallen drohten. Für Afghanistan und Tibet wurde das beiderseitigeDesinteressement" aus­drücklich festgelcgt, während Nordpersien mit den fruchtbaren Küstenstrichen von Gilan und Masen- heran einschließlich der Hauptstadt Teheran russische Einslußzone wurde. England mußte sich mit dem mageren Rest im Südosten, mit der Provinz Ker­man als schmales Glacis für Indien begnügen, während eine mittlere Zone vorn Persischen Golf über die Provinz Fars mit dem größten Teil der

führen muß. .

Und hier ist auch der Punkt, an dem man i Bomber ab. land einen groben Rechenjehler nachwe,-U<y-n äomDet

Provokateure am Werk.

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Die Machenschaften Roosevelts haben in Amerika und in der übrigen Welt eine starke Bewegung hervorgerufen. Es ist auch dem größten Zweifler überraschend klar geworden, daß der Präsident der USA. Schießbefehle an seine Kriegsflotte gegeben hat, die davon Gebrauch macht, die aber gleich­zeitig die Dinge so hinstellen möchte, als ob die nordamerikanische Flagge angegriffen worden fei. Im Fall desGrcer" ist klar erwiesen, daß der Angriff von dem amerikanischen Zerstörer gegen das deutsche Unterseeboot eröffnet und über zwölf Stunden lang durch das Werfen von Wasserbomben ortgesetzt wurde. Die deutschen Feststellungen über )ie Schuldfrage haben den Rooseveltschcn Anhang aber keineswegs zur Besinnung gebracht, sondern nur die zynische Bemerkung hervorgerufen, es sei gleichgültig, wer den ersten Schuß getan gäbe, wichtig sei nur, wer den l t e n Schuß tun werde. Die von Roosevelt bezahlten Kriegshetzer stellen es o hin, als habe ihr Präsident eine Lammesgeduld entwickelt und schon viel Zeit nutzlos. verstreichen lassen. Mit diesen bestellten Redensarten soll die Kriegsstimmung vorwärts getrieben werden. Die plutokratischen und jüdischen Hetzer können cs gar­niert abwarten, bis der Krieg seinen Anfang nimmt, den sic suchen und den ihr Herr und Meister Roose­velt angeblich vermeiden wollte. Trotzdem hat Roo- eoelts Gegenkandidat bei der vorletzten Wahl, Sena­tor Landon, sich scharf gegen die Teilnahme der USA. am Krieg ausgesprochen, durch die der Wahn­sinn eines neuen Weltkrieges fortgesetzt werde. Die jüdischen Zeitungen in USA. besitzen die Dreistig­keit, zu erklären, daß kein deutsches Unterseeboot in den Gewässern von Island erscheinen dürfe, weil diese Insel ein amerikanischer Stützpunkt sei, dessen Verbindungswege ungestört, bleiben müssen. Mit diesen jedem internationalen Recht ins Ge­sicht schlagenden Argumenten will man neue Er­klärungen Roosevelts einleiten, durch die er sich von seinen eigenen Neutralitätsgesetzcn entfernt. Das wird ihm nicht schwerfallen, denn sein eigener Kriegsminister Knox hat schon früher über Roose­velt gesagt, daß er politijch jedes Versprechen ge­brochen habe, das er selbst dem eigenen V f? ge­geben.

verbunden. Dieses Kraftwerk liefert einen wesentli­chen Anteil des Stromes für die Energieversorgung der Stadt Petersburg. Nach dem Ausfall der Was­serkraftwerke am Wolchow und Swir ist damit ein weiterer bedeutender Stromlieferant für die Peters­burger Industrie ausgefallen.

Erfolgreicher Einsatz der Lustwaffe.

Berlin, 9. Sept. (DNB.) Zahlreiche Kampf­flugzeuge griffen im nördfichcn Abschnitt der Ostfront erfolgreich in die Kampfhandlungen des Heeres ein. Im Raume um Petersburg wurden d i c c i n g e s ch l o f f c n c n S o w j c t v c r b ä n d e fortgesetzt mit Bomben belegt. Von anderen Ver­bänden wurden Kolonnen, Artilleriestellungen und viele Lastkraftwagen vernichtet. Die im mitt­leren und südlichen Kampfabschnitt eingesetzten Teile der Luftwaffe richteten ihre Angriffe wieder in großem Ausmaße gegen d i e rückwärti­gen Verbindungen der Bolschewisten. Ins­besondere wurden die von Osten zur Front führen­den Eisenbahnlinien an zahlreichen Stellen unterbrochen. Bahnhöfe, Bahnanlagen, Eisenbahn­züge wurden zerstört und beschädigt, zwei Panzer- zöge durch Volltreffer vernichtet. Im gleichen Raum unterstützten Kampf- und Sturzkampfflugzeuge die Operationen des Heeres. Zwölf Batterien mit etwa 50 Geschützen wurden zum Schweigen gebracht.

*

Die Leistungen der deutschen Transport­flugzeuge sind ein wesentlicher Beitrag zu den Erfolgen an der Ostfront. Eine Transportstaffel hat seit dem 22. Juni insgesamt 2550 Flüge durchge­führt. Die dabei zurückgelegte Strecke beträgt 473 228 Kilometer. An Kriegsgerät und Versorgungsmate­rial wurden 9051 Kilogramm zur Front befördert und auf den Rückflügen 1155 verwundete deutsche Soldaten zurückgebracht.

Reiche Beute

an Panzerwagen und Geschützen.

Berlin, 9. Sept. (DNB.) Bei einem Vorstoß schneller Truppen im mittleren Abschnitt der Ostfront wurden zahlreiche Gesungene gemacht und 38 Geschütze und sechs Panzerkampfwagen erbeutet. Nordostwärts Roslawel wurden 2650 Ge­fangene eingebracht und 178 sowjetische Panzer­kampfwagen vernichtet. Bei der Abwehr eines sow­jetischen Angriffes brachen Panzerkampswagen in schneidig geführtem Gegenstoß in die sowjetischen Linien ein. Eine deutsche Panzerdivision machte allein 1400 Gefangene und vernichtete 60 Sowjet- Panzer und 102 Geschütze. An einzelnen Abschnitten der Südfront machten die deutschen Truppen am 8.9. 2000 Gefangene und erbeuteten 40 Geschütze, darunter eine vollständige Batterie, und mehrere sowjetische Waffenlager. In überaus schwierigem Gelände haben Pioniere und Nachrichtensoldaten durch ihr schnelles Arbeiten im sowjetischen Feuer der Infanterie ein schnelles Vorrücken ermöglicht.

Mißglückter Landungsversuch an der Dnjepr-Mündung.

Berlin, 9. September. (DNB.) An der Dnjepr« Mündung südlich Cherson unternahm ein sowje­tisches Kanonenboot den Versuch, am Ufer des Dnjepr zu landen. Das bolschewistische Unter- nehmen scheiterte jedoch an der Aufmerksamkeit der deutschen Posten, die das Kanonenboot zur Um­kehr zwangen. Don einer kleinen Insel in der Odessa-Bucht aus beschossen sowjetische Batterien die von den deutschen Truppen besetzte Küstenstadt Adshiaska. Durch gutliegcnbes Feuer der beut-