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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Deutsche Panzer in Minsk

Diese jetzt durch den deutsch-sowjetischen Krieg in

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iang kommendeKooperation", wie das neue ünonis genannt wird, hat ihre Vorgeschichte. Auf

ist

Der

ausi raui

Heber das Stadtinnere ziehen schwere Rauchwolken die Zeugen HEen Kampfe^ zi verjagt und die Stadt in unserem Besitz. (PK.-Ebers-Scherl-M.)

London begrüßt die Sowjet Militärmission.

band deutscher Kampfflugzeuge ein Tanklager, Lagerhallen, Tankanlagen und Ölraffinerien in der britischen Flottenbasis Haifa in Brand.

Bei Versuchen des Feindes, am gestrigen Nach­mittag die Kanalküste und die Deutsche Bucht anzu­greifen, schossen Jäger bei nur einem eigenen Ver­lust e l f b r i t i s ch e Jagdflugzeuge ab.

Britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht Spreng- und Brandbomben an verschiedenen Orten Westdeutschlands. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten. Nachtjäger und Flakartillerie schossen acht der angreifenden bri« tischen Flugzeuge ab.

Bei den siegreichen Luftkämpfen des gestrigen Tages" am Kanal erreichte das Jagdgeschwader Richthofen seinen 644. Luftsieg und damit jene Zahl von Abschüssen, die das Traditionsgeschwader bis zum Ende des Weltkrieges erzielt hat. hierbei er­rang Leutnant Schnell seinen 38., 39. und 40. Luftsieg.

DNB. AusdemFührerhauptquartier, 9. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

An der gesamten Ostfront verlaufen die Kämpfe erfolgreich.

Im Kampf gegen Grohbritannien bom­bardierte die Luftwaffe in der letzten Nacht Rüstungswerke in Birmingham, die Staats­werft und Versorgungsbetriebe des Hafens Ply­mouth fowie kriegswichtige Ziele der Häfen Great Parmouth und Aberdeen, viele Grohbrände ließen den Erfolg dieser Angriffe er­kennen. Bei Luftangriffen gegen Flugplätze in Süd­ostengland wurden Bombentreffer zwischen starten­den Flugzeugen beobachtet.

Im Seegebiet um England versenkten Kampfflugzeuge ein Handelsschiff von 3000 BRT. und beschädigten zwei Frachter durch Bombentreffer schwer.

In der Nacht zum 8. Juli warf ein stärkerer Ver-

Kämpfe an der gesamten Ostfront Erfolgreich.

Luftwaffe bombardierte kriegswichtige Ziele in Birmingham, Plymouth, Great Yarmouth und Aberdeen. - Jagdgeschwader Vichthofen errang 644. Lustsieg.

Litwinow-Finkelstein redivivus

Von unserer Berliner Schriftleitung.

nach längerem Schweigen in einer Rundfunk­sendung aus Moskau in englischer Sprache dieser Tage vernehmen lassen. Er führte Klage dar­über, daß viele. Staaten ihre Unabhängigkeit ver­loren haben und ihr Gebiet verwüstet sähen, als ob Schwärme von Heuschrecken sich darauf nieder­gelassen hätten. Dieser Satz soll sich gegen Deutsch­land richten, er trifft aber allein gegen die Sow­jetunion zu. Estland, Lettland, Litauen wurden

»getilgt, Finnland wurde wertvoller Gebiete de- ibt, Ostpolen hatten sich die Sowjets einoerleibt, die nördliche Bukowina und Bessarabien sind unter das bolschewistische Joch gezwungen worden. Die Schilderungen, etwa der Bewohner im Baltikum, stimmen vollständig darin überein, daß die Sow­jets und ihre Truppen diese einst blühenden Ge­biete wie die Heuschrecken verwüstet haben. Weiter

Oie Vorgeschichte der englisch-sowjetischenKooperation"

Von unserem Str.-Korrespondenten.

Oer Yankee-Handstreich auf Island.

Etwas schlechthin Phantastisches ist geschehen: Roosevelt hat die starken englischen Besatzungs­truppen durch amerikanische Marinefüsiliere auf Island ablösen lassen und diese Insel alsVor­posten" derwestlichen Hemisphäre" besetzt. Was das bedeutet, wird am anschaulichsten klar durch die Erinnerung, daß etwa um das Jahr 983 von Is­land aus Grönland entdeckt und dann zum ersten- mal noch vor Kolumbus! die nordamerika­nischen Küsten bis zumVinland" (Weinland), also bis zu dem jetzigen Staat Virginia noch südlich von der Potomac-Mündung, an der Washington liegt, befahren worden sind. Diese Erinnerung macht d i e Umkehrung aller übernommenen geschichtlichen Voraussetzungen und Verhältnisse offenbar. Wir stehen vor dem Versuch des Yankee-Imperialismus, sich in den europäischen Gewässern Stützpunkte gegen das alte Europa zu sichern. Das ist das Ergebnis der britischen Katastrophenpolitik, die um der Erhaltung einer überalterten gesellschaft­lichen Reichtumsordnung willen Europa an die USA. verkauft!

Zu dem Tatbestand als solchem brauchen wir nicht allzu viel zu sagen. Diese Ausgabe nimmt uns ... das Nachrichtenbüro Reuter ab. Nach den schweren

... frühere sowjetische Außenminister, der Jude Litwinow- Finkel st ein, fühlt sich jetzt in seinem Element. Er ist ein alter Kumpan Stalins, der mit ihm vieles gemeinsam auf dem Kerbholz hatte. Litwinow gehörte zu der Räuberbande, die unter der Führung Stalins im Jahre 1911 in Tiflis einen Geldtransport der zaristischen Bank überfiel und eine ungeheure Beute an Banknoten und Gold machen konnte. Stalin schickte seinen Freund Litwinow-Finkelstein ins Ausland, um die geraubten Banknoten zuverschärfen". Damals er­ließ die zaristische Regierung einen Steckbrief gegen die Bankräuber, in dem auch Litwinow aufgeführt ist und der in allen amtlichen englischen und fran­zösischen Zeitungen erschienen ist. Es war daher nicht weiter verwunderlich, daß Stalin nach seinem Aufstieg den Juden Litwinow-Finkelstein in her­vorragende Stellungen berief. Er war es, der zu­sammen mit der englischen Diplomatie den Eintritt der Sowjetunion in die Genfer Liga bewerkstelligte. Damit schien das Sowjetsystemsalonfähig" und für die englische Plutokraüe bündnisfähig geworden zu sein. Aus takttschen Gründen mußte Litwinow aller­dings für einige Zeit zurücktreten, genau so, wie vor einem Jahre in England der jüdische Kriegs­minister höre Belisha seinen Platz räumen mußte, hinter den Kulissen aber haben die beiden Juden ihren Einfluß verstärkt eingesetzt.

Das Bündnis zwischen dem Bolschewismus und der Plutokratie gegen Deutschland trägt ihr eigen­stes Gepräge. So konnte sich Litwinow-Finkelstein

sonderer Sorgfalt studierten.

In diesen Monaten, die dem deutsch-sowjetischen Krieg vorangingen, hat Moskau die englische Zer- törungspolitik auf dem Balkan unmittelbar unter« tützt. Eine mehr indirekte Hilfe glaubte Rußland der englischen Kriegführung durch Die Tätigkeit der Komintern geben zu können, die in Mittel- und Westeuropa eine gesteigerte Tätigkeit begann, nach­dem durch den großen Krieg im Westen im vorigen Jahr viel in Fluß gekommen war. Besonders deut­lich trat diese Wühlarbeit im unbesetzten Frankreich zutage, zur gleichen Zeit, in der England zum Konflikt mit Frankreich trieb. Als die bedeutsamste der indirekten Hilfsstellungen, die die Sowjetunion in diesem Krieg England gegeben hat, wird man aber, vielleicht später die Unterstützung für das China Tschiankaischeks bezeichnen, die in den eng­lischen Plänen, den Gesamtkrieg bis zu einem gün­stigeren Augenblick in die Länge zu ziehen, eine hervorragende Rolle spielte. *

Wenn in diesen Tagen die englischen und sowjeti­schen Komissionen in Moskau zusammensitzen, um derKooperation" feste Form zu geben, dann kön­nen sie also auf eine Vorgeschichte verweisen, die ihnen mancherlei Erfahrungen zur Hand gibt. Wenn es noch eines Beweises dafür bedürfte, daß Eng­land sich auf diesen Fall vorbereitet hat, dann würde Churchills sogenannte Warnung an Stal'n genügen. Als Churchill schon früher gelegentlich den Inhalt seiner Mitteilungen an die Moskauer Re­gierung öffentlich andeutete, verhielt man sich im Kreml verdächtig schweigsam. Ob das Zusammen- spiel und die vorbereitenden Pläne jedoch aus- reichen, um derKooperation" auch einen Erfolg zu sichern, ist angesichts der sich rasch vollziehenden großen Entwicklung, deren Meisterung weder in englischen noch in bolschewistischen Händen liegt, mehr als zweifelhaft.

spricht Litwinow-Finkelstein heuchlerisch davon, daß Deutschland einen verräterischen Angriff auf die friedliche Sowjetunion" unternommen hätte. Dies Kind, kein Engel ist so rein! Zum Schluß plaudert der Jude davon, daß sich Moskau im klaren dar­über war, welche Bedrohung ein Sieg Hitlers im Westen für die Sowjets bedeutet hätte. Deshalb waren sich auch die jüdischen Bolschewisten und die britischen Plutokraten so schnell einig, daher haben sie den Krieg gegen Deutschland von langer Hand vorbereitet. Weil aber ihre Absicht mißlungen ist, deshalb fangen sie an, Klagelieder zu fingen, aus denen die Angst und das schlechte Gewissen spricht.

wird.

England und das Miitelmeer.

R o m, 9. Juli. (Europapreß.) Die Mitteilung, von der USA.-Regierung fei der Vorschlag gemacht wor­den, das Mittelmeer aufzugeben, ent­nimmtGiornale d'Jtalia" einer Darstellung der Washington Times Herold". General Wavell habe diesen Vorschlag in London unterbreitet. Eng­land habe im Kampf um das Mittelmeer 40 v. h. feiner Mi11elmeerflo11e verloren, die Verluste beim Kampf um Kreta seien weit grö­ßere gewesen als zugegeben werde. Auch Syrien koste die britische Flotte beträchtliche Verluste. Die USA.-Regierung habe sich diesem Vorschlag ange­schlossen und die Bildung einer neuen Verte i° bigungsStellung in Afrika von Freetown und Tokradi im Westen Afrikas bis Port Sudan am Roten Meer empfohlen. Churchill dagegen habe eine solche Aufgabe destraditionellen Weges des Empires" kategorisch abgelehnt.

einem Essen in einem Restaurant von Wardour- street abgespielt. Die Smokings der Herren und die Abendtoiletten der Damen hätten sich mit den Straßenanzügen der Proletarier und den Uni­formen der Soldaten bunt gemischt. Die Londoner Zeitungen brächten auch ein Bild, auf dem der sowjetische Botschafter Maisky in der St. Pauls- Kathedrale im Gespräch mit dem Dompropst gezeigt

Stockholm, 9. Juli. (DNB.)Erhobene Fäuste und Frauenküsse empfingen die Russen in London", so schildertStockholm Tidningen" die Ankunft der Sowjet-Militärdelegation in London. Aus dem Bahnsteig sei der Sowjetbotschafter M a i f k y im grauen Hut und Straßenanzug zu­sammen mit einer Anzahl höherer britischer Offiziere in marineblauem Khaki gewesen. Das Empfangskomitee führte Generalmajor Sir Henry V o w n e 11, der stellverttetende Chef im General­stab des Imperiums. Kurz nach der Ankunft des Zuges hätten englische Kommunisten, die sich zum Empfang auf dem Bahnhof eingefunden hatten, die dünne Polizeikette durchbrochen und der Militärdelegation einen enthusiastischen Empfang bereitet. Lana lebe die Rote Armee! Lang lebe die Allianz zwischen der Sowjetunion und Groß­britannien! sei gerufen worden. Frauen hätten sich den Sowjetoffizieren um den hals geworfen und

Als England sich auf den Weg nach Moskau machte, war es sich durchaus im klaren Darüber, , daß man dem Partner etwas bieten müsse. So kam es im Sommer 1939 zu den Zugeständnissen wegen des Baltikums, die Dann freilich durch die ; tatsächliche Entwicklung ihren Wert verloren, und aus den gleichen Erwägungen wurden im weiteren Verlauf des Krieges zwei englische Pläne geboren: Erstens der kürzttch von Eden enthüllte Vorschlag an die Sowjetregierung, ein englisch-sowjetiscbes Balkanabkommen zu schließen, und zweitens der unvollendet gebliebene englische Plan, die Türkei zur Gewährung von Stützpunkten in der Darda­nellenzone an die Sowjetunion gegen eine Ent­schädigung in Syrien zu bewegen. Beide Pläne hingen mit der Tatsache zusammen, daß im Westen inzwischen die Entscheidung gefallen war. Der erste Plan stellt einen Versuch dar, eine neue Front gegen Deutschland im Sud osten zu errichten. Der zweite beruhte daraus, daß England die letzten Rück- ichten auf Frankreich, also auch auf die ftanzö- ische Stellung in Syrien, fallen lassen konnte. Der erste Plan feg eiterte aus Gründen, die uns unbe­kannt sind, und über die Eden eine Aufklärung schuldig geblieben ist. Wahrscheinlich hingen sie mit dem Wunsch Moskaus zusammen, den durch den Paktabschlutz mit Deutschland vom August 1939 er­langten Zeitgewinn bis zur Neige auszukvsten, ehe es sich auf gefährliche Bahnen begab. Den zweiten Plan kann man höchstens als durch die neuen Er­eignisse überholt bezeichnen. Er geifterte jedenfalls auch durch die Papiere, mit denen sich Sir Staf- fort) Cripps zu Beginn des Juni d. I. über Stock­holm nach London zur Berichterstattung begab.

Don Cripps wird gesagt, daß er auch am Zu­standekommen der sowjetischen Freundschaftserklä- rung für die Türkei wesentlichen Anteil hatte, mit der sich die Sowjetunion im Frühjahr d. I. end­gültig in die sich verschärfenden Verhältnisse auf dem Balkan einschaltete. Jedenfalls reifte Cripps damals nach Ankara. Es ist wenig beachtet worden, bleibt aber bezeichnend, daß sich die darin ausge- fprochene sowjetische Rückversicherung für die Tür­kei nur auf die türkische Ostgrenze bezog. Vorange­gangen war ihr die schulmeisterliche Abkanzlung Bulgariens und ihr folgte die Freundschaftserklä­rung für die serbische Putschregierung tun vor dem Ausbruch der deutsch-jugoslawischen Feindseligkeiten. Nachdem Jugoslawien wenige Wochen danach auf» gehört hatte zu bestehen, konnte man im neutralen Ausland sowjetische Urteile hören, in denen sich nicht nur Erstaunen, sondern auch unverhohlene Enttäuschung über die Schnelligkeit dieses Zusam­menbruches feststellen ließ. Es ist heute kein Rätsel mehr, warum die sowjetischen Militärs die Gründe ; des raschen deutschen Balkanvormarsches mit be«

Stockholm, im Juli 1941.

Der englischen Oesfentlichkeit ist das Verständnis 6r Rußland immer schwerer gefallen als das für «gendein anderes Land. Seit jeher steyt sie dem russischen Rätsel mit offenen Augen gegenüber. Sie drücken aber weniger Erkenntnis als grenzen- fc|es Erstaunen aus. Wenn trotzdem die amtliche Englische Politik, die beim Aufbau des britischen Weltreiches im 19. Jahrhundert erst immer wieder if das russische Hindernis gestoßen ist, im 20. Jahr- mDert das Riesenreich des Ostens nun schon zum oeiten Mal zur tatkräftigen Unterstützung ihrer genen Machtinteressen gewinnt, so beweist das iir, daß England heute wie je seiner Methode des smprovisierens treugeblieben ist und ohne Rück- fi)t auf höhere Menschheitsinteressen, für die es meblid) das Schwert gezogen hat, wahllos Helfer Acht, wo es sie findet. Auch im Jahre 1907 war e- nur zu einer Abgrenzung von Interessensphären r Persien gekommen, nicht aber zu einer 93 er ft än» gung im eigentlichen Sinn, wenn auch die Äus- :irfung des damaligen Vertrages (mit französischer Life) ausreichte, um Rußland seinen Platz in der ünkreisung Deutschlands zuzuweisen. Der Vertrag, n England im Jahre 1935 Rußland vorschlug, ch etwas Aehnliches vor, nämlich wie Außen­minister Eden neulich im Unterhaus in Erinnerung ?f eine Erklärung, daß zwischen Rußland und ngland keine widerstreitenden Interessen bestünden, bwohl die geistige und psychologische Fremdheit, e zwischen England und Rußland bestand, die jütischen Beziehungen zwischen b^en Ländern ,'einflußt, ist sie doch nicht so stark gewesen, eine nglisch-sowjetischeKooperation" zu verhindern, e vor einem Menschenalter zum Weltkrieg und jtzt zu dem ungeheuerlichsten Anschlag auf die Jultur und die Wohlfahrt Europas geführt hat.

cwjetischer Seite sind ihre Anfänge in tieferes Unkel gehüllt, weil ein äußerlich einwandfrei er« Meinendes Einvernehmen mit Deutschland zu dem cißenpolitischen Programm des Kreml gehörte, der in bolschewistisches Eingreifen in die Wirrnisse Des irteges erst zu einem späteren Zeitpunkt vorsah. Sie englische Seite trat mit der zunehmenden außen- ilitifchen Bedrängnis ungenierter aus der Kulisse.

I ie Anfänge der englischen Bemühungen, an die > b e n im Unterhaus soeben selbst erinnert hat, -ichen bis ins Jahr 1935 zurück. Der englische lußenminifter reifte damals nicht ohne Grund und icher nicht ohne entsprechende Winke von sowjeti- ejer Seite nach Moskau. Der Zeitpunkt ist schon deswegen bemerkenswert, weil damals das natio­nalsozialistische Deutschland, in friedlichem Aufbau L*griffen, die größte außenpolitische Zurückhaltung beobachtete. Schon zu jener Zeit hielt Großbritan- . en es also für notwendig, sich auf dem Festland uch weiteren Bundesgenossen umzusehen, die in ner Auseinandersetzung mit dem Reich die briti- hen Kastanien aus dem Feuer zu holen hatten. ;s wird der Zukunft vorbehalten bleiben müssen, i:e bis jetzt noch unbekannten Einzelheiten des irglisch-sowjetischen Zusammenspiels in den Jahren or dem Krieg zu enthüllen. Einige Tatsachen seien -doch hier festgehalten:

Lange bevor England in der deutsch-polnischen Auseinandersetzung den willkommenen Kriegsgrund xsfunden hatte, stattete Chamberlain im Winter 1938/39 dem sowjetischen Botschafter Maiski einen damals allenthalben als Sensation empfundenen iemonftratiDen Besuch ab. Kurz darauf begannen iie Bündnisverhandlungen, in denen beide Partner sehr weit vorgingen. Im letzten Stadium befanden sch mehrere englische Abordnungen, darunter vor tllem Militärmissionen, in Moskau, deren Mitglie- ter vor einigen Tagen wieder in der sowjetischen Hauptstadt emgetroffen sind. Die Ansicht ist, bis ptzt wenigstens, weit verbreitet gewesen, daß die englisch-sowjetische Verständigung 1939 gescheitert sei, weil es England nicht habe über sich bringen ' Linnen, seine Zustimmung zur Einverleibung der StanDftaaten in die Sowjetunion zu geben. Dem- cegenüber muß gesagt werden, daß es schon da­mals in London möglich war, Kenntnis von dem cnglischen Vorschlag zu erhalten, der die baltischen Staaten preisgab. Ohne Zweifel ist es damals nicht jur Einigung nach außen gekommen, weil Cham- lerlain glaubte, Deutschland den Krieg erklären zu lönnen, auch ohne der sowjetischen Mitwirkung scher zu sein, während sich Moskau für den Pakt- cbschluß mit Deutschland aus Erwägungen ent- jchied, mie sie schon Chamberlain 1938 nach Mun« tjen geführt hatten: der Bolschewismus fühlte sich roch nicht kampfbereit und suchte Zeit zu gewin- r en. Bezüglich des Endziels bestand aber weder aut niglischer noch auf sowjetischer Seite eine Mei- r-ungsverschiedenheit. In maßgebenden brsttschen : Kreisen wurde übrigens die Politik der Verbindung ; nit Moskau als durchaus richtig anerkannt

Nach dem Kriegsausbruch im September 1939 onifeerte England zunächst eine gut gespielte Verstim­mung über den äußerlichen Kurswechsel der sow­jetischen Außenpolitik. Trotzdem konnte man schon früh das Wechselspiel erkennen, in dem sich Eng­land und der Bolschewismus die Bälle zuwarfen icnd gleichzeitig indirekt Hilfe leisteten. Der erste Vorgang dieser Art von Bedeutung war das Em« rücken der Sowjettruppen in das von den Deutschen eroberte Polen. In London erblickte man darin eine 1 nilitärifdje Entlastung an der Westfront. Wahrend der militärischen Jnaktivität des Winters 1939/40 I im Westen wurde in Großbritannien der sow,etüch- ünnische Krieg als neues Element der Kriegsaus- »eitung begrüßt. Auch versuchte die englische Di- plomatie hier in Stockholm die nach mühsellger