llr.34 Zweites Blatt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger fflr Vberhesten)
Montag.lv. Februar Ml
Mütterehrung in Gießen Mitte und -Ost
.nb:
Mit dem Gruß an den Führer und dem Aus-
an:
Lahresappell des Iieichstreubundes
Zorm:
inb:
er-
E. L. St.
reitete die Wieseck mundeten gen. Auch Spendern
in W. an
hier dankte herzlicher Beifall den jungen dieser schönen Stunde.
„Wandle stets auf Rosen, auf immergrüner Au, bis einer kommt in Hosen
Das Vieh war versorgt worden. „Feierabend. Run gehst du in den Krug. Krischan." ermunterte sich der Graukopf. Aber dann setzte er sich doch auf bic Haustreppe und rauchte dort seine Pfeife.
Da stahl sich eine kleine Hand in die seine.
Du bist die kleine Hanning, nicht wahr?" Das Mädchen nickte, schob ihm ein Buch hin und bat treuherzig: »Lies mir vor, Krischan.
der dritten Stufe 31.
Die Jugendgruppe der RS.-Frauenschaft brachte im Rahmen dieser Feierstunde zwei Lieder „Alle stehen wir verbunden" und „Setzt ihr euren Helden Steine, dann vergeßt der Mutter keine" in schöner Weise zu Gehör. Auch das Musiktrio Frau Fischer, Fräulein Treppinger und Herr M ü r l e trugen durch ihre feinen instrumentalen Darbietungen zur Verschönerung der Feierstunde bei.
oerbandes in Friedberg stattgefunden. Auf der Bun« destagung in Berlin, die am 11. und 12. 3anuar stattfand, konnte der Bundesführer, Gauleiter und Oberpräsident von Pommern, Staatsrat Schwede- Coburg, feftstellen., daß die Bundesarbeit in allen Dienststellen weitergeht. Der Bundesführer stellte ferner fest, daß die Dienststellen und die Kameraden sich in den Kriegszeiten bewährt haben, so daß es eine Freude und Genugtuung war, als der Ches des All-gemeinen Wehrmachtsamtes im Oberkommando der Wehrmacht feststellte, „daß d'e Arbeit des Reichstreubundes aus der Wehrmacht nicht
mehr wegzudenken ist". Der stellvertretende Bundesführer, SA.-Gruppenführer Friedrich, s, über die Aufgaben des Bundes in Kriegszeiten, die sich in erster Linie auf die verschiedenartige Betreuung erstrecken. Wichtig war ein Borttag über die Militäranwärterfürsorge während des Krieges.
Wie geht die Geschichte mit Krischan weiter?
Fragt ihn selbst, denn er ist noch auf dem Heide-
Der Inspekteur für das Erziehungs- und Bildungs- wesen im Heer machte wichtige Ausführungen über die Unteroffiziervorschulen, die Unteroffizierschulen und die Mitarbeit des Bundes an der Gewinnung des Unteroffiziernachwuchses.
Bei der Tagung des Landesverbandes in Friedberg, der die Kameraden Bill, Friedrich und Volz beiwohnten,' wurde eine Reihe auch für den einzelnen wichtiger Fragen besprochen. Kamerad Bill führte dazu u. a. aus, daß die nach dem Osten berufenen Kameraden wichtige Aufbauarbeit leisten müssen. Kamerad Friedrich gab dazu ausführliche Erläuterungen. Er schilderte dann die gute Zusammenarbeit mit dem Reichsbund deutscher Beamten und unterstrich vor allem, daß der Soldatenberuf für das ganze Leben Ehrendienst am Volke ist.
Verdunkelungszeit
10. Februar von 18.25 bis 8.50 Uhr.
Der Graukopf bekam einen Schreck. Das konnte man doch nicht von ihm verlangen. Aber als er das Kind ansah, brachte er es nicht fertig, nein zu sagen. Verlogen blätterte er in dem Märchenbuch, brummte etwas von einer vergessenen Brille und von Zwielicht. Dann aber begann er gehorsam zu lesen, was er aufgeschlagen hatte: „Die Sterntaler".
Fremd klang ihm seine Stimme ins Ohr, und doch war er es, der da laut vorlas. Das kleine Mädchen hatte die Wangen aufgestützt, lauschte und wandte den bewundernden Blick nicht von Krischans Antlitz.
Da empfand er ein nie zuvor gekanntes Glück. Roch nie hatte man ihm so vertraut und so an ihn geglaubt wie in dieser Abendstunde. Als das Märchen zu Ende war, strich er Hanning sanft übers Haar und sagte: „Gute Nacht!" Und meinte es wörtlich so — gute Nacht.
„Zwei Täubchen auf dem Dache, die liebe ich so sehr, Und Dich, liebe Else, Dich liebe ich noch mehr!"
„Ich saß im Garten und schlief, da kam ein Täubchen und rief: Liebe Ilse, Du sollst Dich beeilen und in der Renate ihr Album schreiben."
niedergelegt:
„Wer den Kern essen will, muß die Nuß knacken!"
Dornotizen.
Tageskalender für Hlonfag.
Gießener Vortragsring: 19.15 Uhr in der Großen Aula der Universität lieft die norwegische Dich-
(Straffammer Gietzen.
H. W. in Angersbach, Fr. K. B. und H. G
terin Marie Hamsun. — Gloria-Palast (Selters- weg): „Am Abend auf der Heide". — Lichtspielhaus (Bahnhofftrahe): „Alarm".
Stadttheater.
Dienstag, 11. Februar: „Der Vogelhändler", Operette von Karl Zeller. 20. Dienstag-Miete.
Mittwoch, 12. Februar: „Das Ferienkind", Lustspiel von Nuß. 19. Mittwoch-Miete.
Donnerstag, 13. Februar: Geschlossene Veranstaltung für KdF. „Des Meeres und der Liebe Wellen", Trauerspiel von Grillparzer. 8er-Ring 5. Vorstellung.
Freitag, 14. Februar: „Die ungarische Hochzeit", Operette von Dostal. 20. Freitag-Miete.
Sonntag, 16. Februar: Zur Eröffnung der Gießener Woche für Kunst und Literatur", 5. Morgenveranstaltung Vorspiel zu „Donna Diana" von Emil Nikolaus von Reznicek. Uraufführung! „Terzinen an die Nacht", Marionettenspiel von Max Komme-
und holt Dich heim zur Frau."
Die Taube, das Zeichen der Sanftheit, wird auch ?on unserer nicht gerade sanften Jugend gern gekannt:
„Lebe glücklich, geh auf Rosenwegen, Reitzend sey Dir jedes Morgenlicht, Dich begleite stets der schönste Segen, Und dabey: Vergißmeinnicht!"
Köstlich in seiner treffenden Kürze heißt es bann: Genieße stetz des Lebens Freuden mit heiterem Gesicht, Und trifft mitunter Dich ein Leiden, So sey es kurz wie dies Gedicht."
Gleichfalls am gestrigen Sonntag vormittag be- Sing- und Spielschar des BDM. durch Gesang und Aufführung' den Vereines Lazaretts ein besonderes Vergnü-
„Willst Du mich jemals vergessen, soll Dich gleich der Wauwau fressen!"
Ein musikalischer Jüngling meinte: „Wer Allegro im Entschließen, wer Adagio im Genießen, wer Piano das Vergnügen liebt und Forte seine Pflichten übt, der spielt in sich zur Harmonie des Lebens schönste Symphonie!"
Ein anderer, der den Ernst des Lebens schon könnt, chatte mit äußerst schwungvoller Schrift
Mutter den Platz innerhalb unserer Volksgemein- chaft erhalten, der ihr gebühre. Auch in dem uns jetzt aufgezwungenen Kriege erweise sich wieder so recht das stille Heldentum der deutschen Mutter, der wir alle zu unendlichem Dank verpflichtet seien. Ein sicherer Garant für das Bestehen unseres Volkes sei und bleibe stets die deutsche Mutter. Und deshalb gelte alle Fürsorge des Reiches und insbe-, — ----- —» v
sondere auch die des Führers den kinderreichen marsch der Fahnengruppe fand die Veranstaltung Familien. Als Beweis hierfür fei u. a. nur an die ihren Abschluß.
Kinderbeihilfen seitens des Reiches erinnert. Eine I -----------
Er war ein anderer Krischan, der am Morgen ausstand und wie ein Berserker an die Arbeit ging. Im Stall, auf dem Feld, im Garten, im Hof, überall war er vornweg. Auch beim Essen, veiffteht sich! So willig und anstellig war er, daß der Bauer, der sonst mit Lob kargte, mehr als zufrieden mit dem „Tunichtgut" war.
Krischan war aber auch ein richtiger Praktikus. Er konnte den Traktor reparieren und eine Truhe zimmern, ja, er bemalte sie mit schönen Blumen. Den Jungen schnitt er die Haare, kunstgerecht wie ein Friseur, und als das Kleinste ankam, übernahm Krischan eine Woche lang das Küchenregiment und kochte fremde, aber kräftige Speisen. „Tja, gelernt ist gelernt."
Im Geschichtenerzählen vom Klabautermann, von Indios und Papuas konnte es ihm keiner gleichtun. Man merkte, daß er weit in der Welt herumgekommen war und viel gesehen und erlebt hatte. War es nicht so, daß er über alles Bescheid wußte?
Lobte man ihn, winkte er bescheiden ab. Insgeheim aber freute es ihn, daß feine Ruhelosigkeit und fein Umhergetriebensein nun zu guter Letzt noch zu etwas nütze war.
wesenlliche Unterstützung werde den kinderreichen Familien noch in der Wohnungsfrage zuteil werden, wie überhaupt alle Maßnahmen des Reiches das Ziel verfolgten, die kinderreichen Familien zu fördern.
Alsdann erfreute wieder Pg. Geiger mit dem Gedicht „Soldat am Muttertag". Hierauf nahmen Pg. Weber für die Ortsgruppe Mitte und Pg. T r e f e r für die Ortsgruppe Oft die Ueberreichung der Mütter-Ehrenkreuze vor. In der Ortsgruppe Mitte wurden in der ersten Stufe 6, in der zweiten Stufe 14 und in der dritten Stufe 36 Mütter- Ehrenkreuze verliehen, in der Ortsgruppe Ost in der ersten Stufe 6, in der zweiten Stufe 4 und in
Mit geschulterter Hacke trabte Krischan gemächlich hinter dem anderen drein, die auf den Acker gingen. Nur nicht überhasten! Er atmete tief die würzige Luft ein und blinzelte vergnügt in die Sonne. Wer trillerte da so keck? War das etwa eine Lerche? Er beschattete die Augen mit der Hand und spähte nach dem Vogel aus. . .
. Ein Kinderlied über die Lerche kam ihm in den Sinn .Mein Vater ist im Himmel, da möchf ich auch gern fein!" Ja, so sang sie am Aufsteigen. Jetzt hatte er sie als einen winzigen Punkt in großer Höhe erspäht. Scharfe Auaen hatte er alfo wohl noch. „Bin noch kein altes Eisen."
Krischan schritt rüstiger aus, um die anderen em- wholen. Auch bei der Arbeit versuchte er mit ihnen Schritt zu halten. Dabei grübelte er: Was singt die Lerche beim Niedersteigen? „Doch ist s so weit, so weit."
Der Reichstreubund ehemaliger Berufssoldaten, Standort Gießen, hielt am gestrigen Sonntag nachmittag im „Burghof" unter ßeituncj des derzeitigen Standortleiters, Kamerad Hans Bill, seinen Iah- resappell ab. Nach der Einleitung durch den Stand- ortführer, der daraus hinwies, daß die Arbeit fortgeführt wurde, auch wenn keine Zusammenkünfte abgehalten werden konnten, wurde der in letzter Zeit verstorbenen 8 Kameraden, darunter des Generalmajors a. D. Fritz, gedacht. ®ie der Standortführer ausführte, ist ein großer Teil der Kameraden, soweit er aktiv war, einberufen, während von den älteren viele verschiedene Dienste wieder ausgenommen haben.
Der Standortrechner, Kamerad Friedrich, widmete dem verstorbenen 2. Rechner, dem Kameraden Schleifer, einen herzlichen Nachruf. Kamerad Schleifer hat nach seiner Ausweisung aus dem Elsaß für den Standort in unermüdlicher Weise gearbeitet, er war Fachschaftsleiter der Fachschaft Reichsbahn, gehörte dem Führerrat an und hat in den letzten Jahren auch die Kassengeschäfte noch übernommen, die er sorgfältig und mustergültig führte, so daß er sich allein damit ein ehrendes Andenken im Standort geschaffen hat. Als sein Nachfolger wurde Kamerad Karl Volz bestimmt. Der Standort verfügt über einen guten Kassenbestand. Die Kassenführung wurde in bester Ordnung befunden, so daß den Kameraden Friedrich und Volz Entlastung erteilt und ihnen der Dank für ihre Mühewaltuna ausgesprochen wurde.
Wie Standortführer Bill mitteitte, haben m den letzten Wochen eine Führertagung des Bundes in Berlin und eine des südlichen Teiles des Landes-
Aus Oer Stadt Gießen.
Albumverse.
Wieder möchte ich — für Liebhaber — eine An- M von Versen mitteilen, die ich in hessischen Alden cefunben habe. Zuerst einige aus der empfindjamen Jeit! Dor ungefähr hundert Jahren wurden sie, in rerlicher Schrift und mit reizenden Blumensträußen daneben niedergemalt:
„Dein Leben sey der Rose im Thale gleich, und jeder Deiner Tage an Freuden reich/'
Hof und hat alle Hände voll Arbeit. So bleibt ihm keine Zeit, mit euch in feine Vergangenheit ober gar in Zukunftsträume zu schweifen. Mit beiben Füßen steht er in der Gegenwart. Er sagt zur kleinen Hanning an seiner Seite: „Nirgend fingen die Lerchen so schön, und nirgend gibt es so viel blaue Seen —" „Wie bei uns." vollendet Hanning beseligt. Und Krischan bekräftigt es: „Bei uns.
So sagt er, denn er gehört ja zu uns und tut an seinem Platz ein rechtes Tagwerk, bei dem jede Mühe ihren Dank findet und jede Arbeit ihre Frucht.
Aus dem Trubel der Welt ist Krischan in die Stille eingekehrt, wo die Kraft wächst. Krischan ist bis ans Ende der Welt gefahren, und wo endete seine Reise? Daheim!
Zu einer würdigen Feierstunde aus Anlaß der Verleihung der Mütter-Ehrenkreuze an kinderreiche Mütter hatten die Ortsgruppen Gießen-Mitte und Ost am gestrigen Sonntag vormittag in die Große Aula der Universität eingeladen. Die Aula war mit den Fahnen des Reiches, den Wimpeln der NS.-Frauenschaft schön geschmückt.
Nach dem Fahneneinmarsch eröffnete Ortsgruppenleiter Pg. Treser von der Ortsgruppe Ost die Feierstunde. Pg. Geiger, Mitglied des Stadttheaters Gießen, trug sodann das Gedicht „Mutter" vor. *
Kreisgeschäftsführer und Ortsgruppenleiter von Gießen-Mitte Pg. Weber umriß sodann in einer kurzen Ansprache die Stellung der deutschen Mutter im Dritten Reich. Erst nach der Machtergreifung durch den Nattonalsozialismus habe die deutsche
und sagte, um sich zur Geltung zu bringen: „Nun kann's an die Arbeit gehen, meinetwegen!"
»Krischan heißen Sie?" Der Bauer blätterte in ten Papieren, die ihm ausgehändigt worden waren, uni) mußerte den Ankömmling mit kritischem B ick S-egeiftert war er offensichtlich nicht, ja, er seuszte ' ft- gar, was besagte: „Ausgerechnet o nen Tunichtgut hab' ich erwischt!" Aber er verpflichtete doch den .Krischan" mit einem kräftigen Hand^lag uno schickte ihn in seine Kammer unterm Dach.
Eine schöne Aussicht bot sich dort in den Nuh- bium, und ein stattliches Bett stand in her ft - tter. Aber gewiß mußte man hier mit dem H^n - syrei schon aufstehen. Versöhnung hingegen war- biß man als erste Beschäftigung den Knschan D-fpem hieß. Er vertilgte drei Teller Gerstens pp und schnitt sich vom großen Brotlaib dicke Sch - b»n ab die er mit Butter bestrich. „Ich bin nun mal nnf)t kleinlich!" .
Auch die kleinen Zuschauer, die sich emfanden, $»ei rotbärtige Jungen und em blondes Madche ^ lürten Krischan nicht Als er gesättigt mat ftretfte e- sich, gähnte und schnitt dabei eine lotete ® nasse, daß die Kinder Hellaus lochten. „Na. ich Lmme euch wohl komisch oor?" brummelte Kr - shan. Und als die Kinder treuherzig nicklen, zuckte er die Achseln, schob sich hinter dem Tisch hervor
Recht langatmig mutet bas folgende Gedicht „Ach, liebe Freundin, sey so gut und lese mit Bedacht.
< Ich wünsche Dir vergnügten Muth Beim Tag und bei der Nacht, Und daß dem wirklich also sey, So wünsch ich Dir noch nebenbei) Gesundheit, Reichthum, Geld und Guth Und was in jener Urne ruht!"
Eine Urne, nach dem Geschmack der Zeit, gez^chnet inb mit zarten Farben angetuscht, enthält bann wch ben Wunsch:
„Ein Freunb, geprüft in Noch,
Ein langes Leden, später Tob."
Lustig ist bieser Vers:
„Unter frohem Schertz unb unter Freube, Fließe, Freunbin! Dir Dein Leben hin, Unb ber große Freubenschöpfer gebe Dir ein Männchen halb nach Deinem Sinn!"
Unsere Zeit tleibet benselben Wunsch in biefe
Peim Abenbbrot betrachtete Krischan nachbenklich alle bie mit ihm am Tisch saßen. Der alte Bauer hatte ein kantiges Gesicht, bichte Brauen unb stahl- graue Augen — ein Alter, ber auch in Knegs- -eiten seinen Mann stellte. Die rotbäckige Großmutter verstaub sich gut mit ber jungen Bäuerin, deren Mann im Feld ftanb, unb bie em Kind er martete Dann waren da noch ein wortkarger Knecht, eine Magb, ein kecker Lanbjahrjunge unb wieberum bie brei Kinber, bie ben Vielfraß schon am Morgen angestaunt hatten Dem Knschan gegenüber aber saß bas kleine blonbzöpfige Möbel, bas Augen hatte wie zwei blaue Sterne. Wann immer Krischan von seinem Teller aufsah, sttahlte sie ihn an. Da bachte Krischan für sich: Mir scheint, ich hab's nicht schlecht getroffen.
Das deutsche Goldatenpferd.
Das beutsche Solbatcnpferb hat auch in biefem Kriege außerordentliche Leistungen vollbracht, bie denen bes Weltkrieges ebenbürtig finb. Dr. Anton Mayer plaubert im Februarheft von V e l h a g e n & Klasings Monatsheften aus seinen Kriegs- unb Pferbeerinnerungen. Die langen Märsche unter sengender Sonne ober in ber Kälte bes russischen Winters waren für bie Tiere schlim- mer als bie Kämpfe, vor allem ba nicht selten bie Verpflegunasverhältnisse äußerst schwierig waren unb bie Pferbe, was bie Nahrung betrifft, unge- Heuer empfinblid) finb unb lieber gar nichts als irgenb etwas fressen, besten Geschmack ober Geruch ihnen nicht zusagt Ist ber Haser bumpfig, rühren sie ihn nicht an, ist bas Wasser nicht einmanbfrei, lehnen sie es ab; es kann für ben Reiter zu verzweiflungsvollen Lagen führen, wenn nach riefen- haften Anstrengungen ber treue Gefährte sich selbst die notwendige Kräftigung versagt. Das edel gezogene deutsche Svldatenpferd trotzte zwar bei allen Entbehrungen dem Schicksal bis zum letzten, aber die abgezehrten Gestalten, deren Rippen zu zählen waren, deren Hüftknochen weit hinausstanden, deren fein gemeißelte Gesichter hart und dürr wurden, mußten das tiefste Mitgefühl aller derer erregen, denen sie in Frieden unb Krieg, im fröhlichen Spiel bes Manövers unb im furchtbaren Ernst bes Feldzuges verbunden waren.
r ! Lanbenhausen hatten Strafbefehle erhalten: • ■ über vier Wochen Gefängnis, B. unb G. je
Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Wochen über eine Gelbstrafe von 100,— RM. B. unb G. waren beschulbigt, als Holzsuhr-
Krischan daheim.
Bon Paul Schwarz.
Die Kleinbahn schaukelte burch bie Heibe, bie in eilen Farben leuchtete. Der Graukopf, ber m ber kcke des Abteils saß, aber warf nicht einmal einen Äick aus dem Fenster. Er war mit sich selbst beschäftigt und rodete sich gut zu: „Nicht griesgrämig V in, Christian. Bist weit in der Welt herumgekom- nen und hattest mal Glück und mal Pech — meist cllerbings Pech. Warum solltest bu es ba nicht cuch einmal mit einem kleinen Heidoborf versuchen
wirst bich schon nicht überanstrengen. Drum gekost sein unb immer guter Dinge bleiben.'
So weit war er mit sich gekommen, als bie Kleinbahn mit einem energischen Ruck hielt. Nun guckte ter Graukopf aus bem Fenster. Eilig rappelte er sich hoch unb nahm seine Siebensachen zusammen. „2lusfteigen, Christian, bu bist ba."
rell. Außer Miete. — Abenbs: Festvorstellung zur „Gießener Woche für Kunst unb Literatur" „Der Bogelhänbker", Operette von Karl Zeller. Außer Miete.
Marie Hamsun liest im Gießener Vortragsring.
Die norwegische Dichterin Marie Hamsun, bie Gattin von ' Knut Hamsum, wirb am heutigen Abenb im Rahmen bes Gießener Vortragsringes auf Einlabung des Goethe Bundes, der Kulturellen Vereinigung unb ber Volksbilbungsstätte Gießen in Verbinbung mit ber Norbifchen Gesellschaft aus Werken von Knut Hamsun unb aus eigenen Büchern lesen.
Ortszeit für ben 11. Februar.
Sonnenaufgang 8.52 Uhr, Sonnenuntergang 18.29 Uhr. — Monbuntergang 8.09 Uhr, Monbaufgang 18.04 Uhr
Zrohe Stunden für unsere Verwundeten.
Das Dberfommanbo ber Wehrmacht bereitete burch bie NSG. „Kraft burch Freube" ben Verwunbeten in ben Gießener Lazaretten auch in ben letzten Tagen roieber einige frohe Stunden. Am Freitag waren es „Klänge der Heimat", die im Rahmen eines Liederabends den aufmerkam lauschenden Soldaten einen schönen Genuß boten. Als Mitwirkende machten sich Waldtraut Frey (Sopran), Ilse Bernatz (Cello), Erich Meyer-Stephan (Bariton) unb Hebe Schmitt (Klavier) um ben vollen Erfolg bes Abends. oerbient. Ihre schönen Darbietungen würben mit dankbarem Beifall ausgenommen. Am gestrigen Sonntagvormittag erfreute ber Gesangverein „Germania" Grvßen-Buseck bie Insassen eines Lazaretts mit einem abwechslungsreichen Gesangskonzert, bas verbientermaßen ebenfalls starken Beifall auslöste.
leute bes Mitangeklagten W. für biefen Holz, bas einem Holzwerk in Lauterbach gehörte, abgefahren unb auf ben Lagerplatz bes W. gebracht zu habem Das Holz würbe auf diesem Lagerplatz gefunden. Die von ber Forstverwaltung an ben Holzstämmen eingeschlagenen Nummern waren zum Teil unkenntlich gemacht. Der Angeklagte W. hatte vor ber Beschlagnahme bes entroenbeten Holzes schon einen Erst Erkältung, dann Grippe
Das ist häufig bie Reihenfolge! Erkältungen unb ben ersten Grippeanzeichen sofort wirksam begegnen, heißt beshalb schwerere Erkrankungen in ber Regel vermeiben. Bei Witterungsumschlag unb vor allem bei sogenanntem Grippewetter trinke man breimal täglich eine Tasse Tee mit einem Guß Klosterfrau-Melissengeist. 719V
Ist eine Erkältung bereits ba, bann wenbe man folgenbe bewährte Kur an: 1—2 Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist unb 1—2 gestrichene Eßlöffel Zucker mit etwa ber hoppelten Menge kochenben Wassers gut verrühren. Diese Mischung sofort nach bem Zubettgehen möglichst heiß trinken unb bann schwitzen. Wenn notroenbig, wirb biefe Anwenbung 1—2mal wieberholt. Zur Nachkur, unb um Rück- fällen entgegenzuwirken, nehme man noch einige Tage, unb zwar 2—3mal täglich, befonbers abenbs, einen Teelöffel Klosterfrau-Melissengeist in einer Tasse Pfefferminz- ober anberem Tee.
Halten auch Sie in Ihrer Hausapotheke ben bekannten Klosterfrau-Melissengeist in ber blauen Packung mit ben brei Nonnen stets vorrätig. Er ist in Apotheken, Drogerien unb Reformhäusern erhält- lieh in Flaschen zu RM. 2,80, 1,65 unb 0,90 (Inhalt: 100, 50 unb 25 ccm). Vergessen Sie ihn nicht bet Ihrem nächsten Einkauf! Die Wirkung von Klosterfrau-Melissengeist wirb Sie gewiß beliebigen.
Eigentlich ist bas ja nur eine Einleitung: nun mißten bie guten Wünsche boch noch kommen, aber tafür langt anscheinenb bie „Dichtkunst" nicht mehr!
„Sei treu und hold, wie Sonnengott)!"
„Wenn Du glaubst, ich lieb Dich nicht und treib mit Dir nur Scherz, so zünde ein Laternchen an und schaue in mein Herz."
„Das Veilchen am Bache, das Röschen am Strauch sind alle zwei herzig, und Du bist es auch."
Diese drei Sprüche sind etwas überschwenglich, llndere lagen es, wie es gemeint ist:
„Mach es wie die Sonnenuhr, zähl' die heitern Stunden nur."
„Sei immer mopsfidel und froh, und kannste nicht, dann tufte so!"
Auch der nächste Spruch läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: vor allem, wenn man be- knft daß eine „liebende" Tochter ihn der Mutter ins Album schrieb: ________


