Donnerstag, 9. Januar 1941
Giehener Anzeiger tGeneral-Anzeiger für Gberhesien)
r. 7 Zweites Blatt
Stab
ein geschlafen. Elisabeth war
Sinnbild seiner Gewalt, am Hofe seines Dynasten für Ordnung zu sorgen. Der imposante, knopfver- zierte Stock, den heute noch mancher Schloßkastel- lan führt, ist Abbild der sinnbildlichen Bedeutung, die der Stab früher hatte. Ja, in manchen Gegenden unseres weiten Vaterlandes war es vor noch nicht gar zu langer Zeit nur „Honoratioren" erlaubt/ einen SvaZierstock zu tragen, so wie es in altgermanischer' Zeit Knechten verwehrt war, die „Frame", den Kurzspeer des Freien, zu tragen.
Als ein ausgesprochenes Hoheitssymbol hat sich der Stab aber vielerorts bis in die Zeit der letzten Jahrhundertwende erhalten, als ein Sinnbild der die Dorfgemeinschaft leitenden Amtmannschaft!
Die Kartoffel enthält viele Stoffe, die für die menschliche Ernährung wichtig sind. In diesem Jahre steht uns eine große Kartoffelernte zur Verfügung, die verwertet werden muß. Die Wissenschaft ist sich darüber einig, daß der Genuß vott Kartoffeln in jeder Weise nur vorteilhafte Folgen haben kann. Man darf deshalb annehmen, daß die Verwertungsmöglichkeit der Kartoffel bei der Zusammenstellung von Speisen und bei der Herstellung von Gerichten für die Zukunft noch viele Möglichkeiten bietet.
Die Kartoffel hat ein hochwertiges pflanzliches Eiweiß, mehrere wichtige Vitamine, Stärke und Nährsalze. Der Stärkegehalt ist prozentual ebenso hoch wie beim Getreide, und der geringere Eiweißgehalt entspricht in seiner Wertigkeit ungefähr dem Fleischerweiß. Von den Mineralstoffen, die bis zu IV2 v. H. in der Kartoffel enthalten sind, entfällt der größere Prozentsatz auf Kali, das für die Ernährung wichtig ist. Die Kartoffelknolle enthält dis beiden Vitamine B und C. Besonders der Bedarf des Menschen an Vitamin B kann bei regelmäßigem Genuß von Kartoffeln gedeckt werden.
Auf die richtige Pflege der Kartoffeln kommt sehr viel an. Die Kartoffel soll möglichst erst an dem Tage geschält werden, an dem sie gegessen werden
Die Kartoffel als Volksnahrungsmitiel und Rohstoff.
Lothar. _ „,
Und bald hatte sich die Runde um den Tisch wieder geschlossen. Diesmal aber saß das hübsche Mädchen mit dabei, dem sich später auch noch der Wirt, der Onkel Elisabeths, hinzugesellte. '
Verdunkelungszeit
n der Woche vom 5. bis 11. Januar: 17.25 Uhr bis - 25 Uhr.
Die Spötter und Lächler find längst verstummt. Aus den Toten des Weltkrieges und der Feld- herrnhalle erstand das Großdeutsche Reich, das geeinte deutsche Volk, der Aufstieg zu Macht und Größe. Und nun sind wir in das Jahr 1941 em- getreten, das „die Vollendung des größten Sieges unserer Geschichte bringen wird".
„Gerüstet wie nie zuvor" in unseren Waffen und in unseren Herzen sind wir in dieses Jahr hinein- gcgangen. lieber die Gewißheit der Vollendung, die uns dieses Jahr bringen wird, vergessen wir aber nicht, daß vor ihr immer wieder unser Einsatz, unser Opfer stehen muß. In mannigfacher Form wird es an uns herantreten. Es wird uns stark sehen und nie zittern lassen. Es wird ein Volk finden, das den Sinn des Opfers längst begriffen hat.
So wird auch der Opfersonntag für das Kriegs-Winterhilfswerk, der erste Opfersonntag des Schicksalsjahres 1941, ein Volk finden, das in dem Groschen der armen Witwe, in dem Markstück des Arbeiters und Angestellten, ini dem Scheck des Unternehmers mehr als nur den finanziellen Beitrag zu einem großen Sozialwerk sieht, ein Volk, das in der Höhe des finanziellen Opfers vi-elmehr einen Maßstab an sich selbst anlegt, wieweit es der Erfüllung würdig ist. Es wird darum wissen, daß die Millionen, die dieser Opfersonntag erbringen wird, nicht nach ihrer wirtschaftlichen, sondern nach ihrer moralischen Höhe und Bedeutung zu messen sind, als der so oft wiederholte und doch -immer wieder neue Kraftquellen erschließende Appell des deutschen Volkes an seine eigene Haltung und Stärke. K-
Opfer und Erfüllung.
Gedanken zum ersten Opferfonntag 1941.
Geschichte aus Bremen.
„Das hättest du mir gar nicht zu sagen brauchen, das weih ich ja", bemerkte der alte Konsul Wellerbrok, als sein Hausarzt ihm mit schonenden Wor- ten andeutete, daß eine etwaige Wiederholung des Herzkrampfes unter Umständen wohl als nicht ganz unbedenklich angesehen werden müsse.
Am anderen Morgen fuhr Konsul Wellerbroks schwarzer Zweispänner auf lautlosen Gummirädern, mit blitzenden Radspeichen und leise klingendem Silbergeschirr, über die Schwachhauser Chaussee (damals hieß sie noch so) und bog in die Anfahrt zum Riensberger Friedhof ein. Der Kutscher Diedrich Busekist ließ die Pferde feierlich in Schritt gehen und hielt vor dem Friedhossportal an. Kon- sul Wellenbrok, im schwarzen Rock, den spiegeln- den Seidenhut auf dem Kopfe, lehnte sich leicht in die Polster zurück und sah sich mit gelassen wandernden Blicken alles an. ,
In diesem Augenblick trat einer seiner G^aMs- freunde aus dem Tor und sagte aufmunternd:
„No, Wellerbrok? Kleine Spazierfahrt?"
„Nein", versetzte der Konsul und gab' dem Kutscher das Zeichen zur Wetterfahrt. 'Generalprobe^'
Kari Urb»
i Oer Ritterkreuzträger Leutnant Becker in Gießen.
Im Laufe der verflofienen Nacht ist der Ritterkreuzträger Leutnant Hans Becker, Kompanie- führer in einem Infanterie-Regiment, als Begleiter des Generalmajors Herrlein zu emem Ur- laubsaufenthalt in Gießen eingetroffen. Das Bild des Leutnants Becker haben wir im „Gießener An- ,eiger" Nr. 308 vom 31. Dezember 1940/1. Januar 1941 veröffentlicht und dabei erneut über seine besondere Tat berichtet, für die er vom Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet wurde.
Finger langsam wie liebkosend über die glatte Gla- ! sur, als streichelten sie Stirn oder Wange des Ge- , li^Na, Lothar!" chörte sich schließlich der Maler an- aerufen, „wir warten auf dein Urteil!" Es war der Jüngste, sein Nachbar, der ihm lachend die Hand auf den Ärm legte und leiser hinzufügte: Das Mädchen sei ihm wohl ein Bildnis wertt
Der aus seinen Gedanken Aufgescheuchte entschuldigte sich, trank den andern zerstreut zu und meinte, es sei müßig, nach Worten zu suchen, wo sie doch alle das gleiche empfänden, das gleiche wie em holdes Geschenk dieser Dämmerstände erlebten. Worte würden nur den Zauber zerreden, man mußte ern Meister aus dem Klavier sein, um in Tonen sort- schwingen und ausklingen zu lassen, was das Herz bewege.
„Chopin und Schumann haben solche Traum- stü'cke geschrieben", antwortete der Jüngste, „aber ich bin ein Stümper im Spiel, zumal wenn mir die Noten fehlen."
„Eine Romanze von Schumann kenne ich , sagte der Maler ernst, unterbrach sich aber jäh, denn heller Lichtschimmer und gedämpfte Klaviertone fluteten aus der Richtung her, wo das Mädchen gesessen.
Er hatte die bis dahin geschlossene Xür des Nebenzimmers gar nicht bemerkt. Nun stand sie offen, und niemand anders konnte drinnen am Ria- vier sitzen, als das Mädchen, das wohl die letzten Worte vernommen haben mußte.
„Aber das ist ja -I" rief der Maler aus.
ist ja die Romanze, von der ich soeben sprach! Er sah die andern groß an, und auf seinem erstaunten Gesicht stand die unausgesprochene Frage: Könnt ihr das begreifen? — Hastig erhob er sich. „Ihr müßt mich einen Augenblick entschuldigen .stammelte er und eilte mit großen geräuschlosen Schritten dem Nebenzimmer zu.
Auf der Schwelle zögerte er eine Weile: lieber ter Spielerin gegenüber der Tür hing em großer ovaler Spiegel an der Wand, sie mußte ihn also kommen sehen. „ Bitte, lassen Sie sich nicht stören! bat er darum mit merklicher Ergriffenheit m der Stimme und trat rasch auf Zehenspitzen hinter sie.
Da begegneten sich ihre Blicke im Spiegel!
Elisabeth!" jauchzte er mit gedämpfter Stimme. , nntz das Gesicht des Mädchens, dessen Lippen aua) . jsinen Namen lautlos flüsterten, glühte auf, indes
lus der Stadt Gießen.
Stecken und Stab.
Bon Werner Lenz.
Seit der Urmensch seiner eigensüchtigen Einsam- eit — sie sicherte ihn vor dem neidischen Zugriff ntererl — entwuchs, seit er im Nebenmenschen licht mehr vorwiegend den Nebenbuhler, vielmehr ien Nachbarn zu erkennen gelernt hatte, kurzum — eit der primitive Egoismus dem aufdämmernden Sozialgefühl Platz gemacht hatte, lebte im Einzel- nennen das Bedürfnis auf, sich der Mehrheit mit» mteilen. Aus dem gereizten Zornschrei wurde die ermittelnde Rede, aus der drohend abwehrenden ßefte des Wildmenschen wurde der Vertrauen hei- chende und Vertrauen verheißende Gruß des Kul- Urmenschen. Je weiter sich nun das Verkehrsbe- türfnis, dieses Urelement volklicher Zusammenfin- tung und nationaler Bindung, ausbreitete, vom Einödshof übers Nachbartal in den weiteren Stam- nesgau tastend, desto notwendiger wurde neben der iprachlichen Mitteilung die Fernmeldung. Bevor
ein geschlafen. Elisabeth war zuerst beim Frühstück erschienen und hatte sich nach Herrn Stark erkundigt, worauf ihr die verhängnisvolle Auskunft geworden, die ihre überstürzte Abreise verursacht hatte. Lothar war mit seinem unverhofft eingetroffenen Bruder und dessen Braut nur noch einen Tag geblieben, dann war auch er völlig niedergeschlagen ab gereift
In der Wirtsstube wurden die Stimmen der Freunde laut: Es sei höchste Zeit zum Zug!, riefen sie und erschienen auch schon in Hut und Mantel auf der Schwelle des Nebenzimmers. Dor den glücklichen Gesichtern der beiden verstummten sie aber und ließen sich leicht überreden, in dem Gasthof zu übernachten. ,<Jch muß euch doch noch die Geschichte erzählen, wie ich zu meiner Braut kam!" lachte
ter schreibbare „Buchstabe" erfunden wurde, be- jalf sich der erfinderische Menschensinn mit anderen .Sinnbildern"; daß aber der bis heute beschrittene Weg beibehalten wurde, besagen einige kurze Rückblicke auf den schicksalhaften Kulturweg, den unsere
etwas um die Bewegung eines, A dolf Hitler, dessen „Putschversuch" an der Feldherrnhalle von den Kugeln zusammengeschossen wurde, unter denen 16 deutsche Männer das größte Opfer, das eigene Leben, brachten? Wer in der Welt fragte noch nach dem ausgebluteter^ verarmten, waffenlosen und in ich uneinigen Deutschland von 1919, das zwei Millionen seiner Besten in der Champagne, an den Räkitno-Sümpfen, in Palästina ober in der Nordsee als Opfer Angegeben hatte? Wer in der Welt hatte nicht Hohn und Spott für den deutschen Frontsoldaten, der abgerissen und verhungert fast nur noch mit den blanken Fäusten als letzte Wehr einer unerhörten Menschen- und Materialübermacht standhielt? Stand hielt mit einem starken Herzen, obwohl sein Verstand selbst an der Größe des von ihm geforderten Opfers irre werden mußte.
Spricht Jean Paul vor rund 125 Jahren noch vom „Schulzenszepter", so ist weit über dieses fränkischen Poeten Wirken hinaus der „Schulzenstab" als Ausdruck für den Amtsstab des Schultheiß bekannt geblieben. Als „Schulzenbock" oder „Schulzenkeule" bezeichnete man im alten Preußen den Krummstab, den der Schulze dort als Zeichen seiner Amtsgewalt führte, und dieser Stock biente — seit unvorbenklicher Zeit — auch als obrigkeitliches Verkehrszeichen, selbst wenn der Ortsgewaltige es nicht persönlich trug. Hatte dieser eine Tagung angesetzt, so schickte er den Stab, den „Dingstock", wie er noch kürzlich hieß, rundum durch die Gemeinde, und es war selbstverständlich, daß jeder Geladene
Ob in ter Geschichte ter Völker, ob im Geschick des einzelnen Menschen: Noch nie wurde eine zu erkämpfende Erfüllung ohne den Einsatz errungen, noch /nie fiel Der Erfolg kampflos in den Schoß, noch nie gab es eine Erfüllung ohne das Opfer. Zwar mag es manchmal scheinen, als ob ein schicksalswendenter Erfolg vom Glück diktiert worden sei, wie es auch Zeiten gab, in denen Opfer scheinbar nutzlos gebracht wurden.
Das Auge aber, das die Jahrzehnte und Jahrhunderte überblickt, findet auf den bunten Blättern der Weltgeschichte jene Seiten, auf denen mit kleinen Lettern vielleicht nur jenes ft i 11 e Opfer verzeichnet steht, das den Grund zu dem großen Erfolg legte, den das „Glück" brachte. Es findet sich immer wieder, daß jene „nutzlosen" Opfer irgendwann doch einmal als eine grüne Saat mit einer herrlichen Ernte aufgingen. Wer in der Welt außer einer kleinen Schar fanatischer Gläubiger gab noch
die Hände ihr schwärmerisches Spiel fortsetzten. „Elisabeth!" wiederholte er noch einmal und sich über sie beugend bog er ihren Kopf ein wenig zurück, so daß sein Mund den ihren fand.
Im nächsten Augenblick vergriffen sich die Finger des Mädchens in den L-ften, und fein Spiel brach mit einem Mißton ab. „Nein, Lothar, nein!" wehrte das Mädchen mit bebender Stimme und entzog sich ihm. „Warum hast du mir nicht wenigstens diesen Traum gelassen!" klagte sie, „warum zerstörst du auch ihn?!"
„Ich verstehe dich nicht", stöhnte er hilflos. ,Hast du nicht damals unferm kurzen Glück ein jähes Ende bereitet? Bist du nicht grundlos und ohne Ab- schied ab gereift?" _ . /
„Grundlos?!" entgegnete sie bitter. „Hätte ich warten sollen, bis du mich deiner Braut oder Frau vorgestelll hattest?!"
Lothar schüttelte den Kopf: „Ich habe weder eine Braut noch eine Frau", sagte er ernst, „nur dich habe ich lieb."
Elisabeth sah ihn mit großen Augen ratlos an: Man habe ihr doch an jenem Morgen auf ihre Frage nach Herrn Stark erklärt, er sei bereits mit einer Dame zu einer kleinen Bergtour aufgebrochen.
Jetzt fing Lothar an zu begreifen, und ein frohes Lächeln huschte über sein Gesicht. „Es war mein Bruder, der mich mit seiner B?aut überraschen wollte, wie ich ihn gerne mit dir überrascht hätte!"
„Lothar!" stammelte sie tonlos, „so habe ich alles verschuldet!" Ihre Augen standen voll Tranen, sie fühlte sich so töricht und klein, daß sie in die Knie hätte sinken mögen. Aber seine Arme boten ihr Halt, und dankbar schlang sie die ihren um seinen Nacken. .
Es war den beiden wieder wie vor drei Jahren in den bayerischen Bergen, als Lothar sich aus einem wilden Schneesturm in die stille Unterkunftshütte nahe seinem Berghotel gerettet und Elisabeth allein in der dämmerigen Stube angetroffen hatte. Der kleine Raum war erfüllt gewesen von gedämpfter Radiomusik, und nachdem ihre Herzen füreinander warm geworden und sie still nebeneinander gesessen, hatten sie jener schwermütig- süßen Romanze gelauscht, die Elisabeth vorhin gespielt. Spät am Abend waren sie, von einem auf» । gehellten Sternenhimmel bestrahlt, ins Hotel zurück- . gekehrt und hatten bis m den nächsten Mittag hw-
sich der an dem „Gemeindestock" befeftiaten Aufsor- berung zum Erscheinen fügte! Mehrfach haben sich Stöcke dieser Art erhalten, die eine schwörende Hand als Schnitzsymbol am oberen Ende aufwe sen- an den Eid erinnert, nannte man solche Schulzenstäbe mit Fug und Recht „Gerichtsstabe . So wurde aus der Urwaffe ein Amtszeichen, aus dem Repräsentationsgerät ein Wahrzeichen der geleiteten Gemeinschaft, aus der Keule und Lanze Der des Feldmarschalls.
Geschenk einer Dämmerstunde
Erzählung von Peter Bauer.
Sie hatten eine schöne Wanderung durch den wittLerlichen Odenwald hinter sich und fuhren nun, ein wenig ermüdet zwar, aber herrllch durchgeweht und durchgefroren, das letzte Wegstück lm Autobus, ter sie rüsch in ein Statteten an der Bergstraße brachte, wo sie vorrn Gasthof „Zum Ab end st ern ausstiegen. Eine niedrige Stube mit dalzbetaselten Wänden strömte ihnen Wärme und .Behaglichkeit entgegen, so daß sie sich sofort angeheimelt fiihlten.
Als das junge Mädchen, bas bei ihrem Eintritt an einem Tisch in Fensternähe Zeitung gelesen, sich eilig erhob, Licht zu knipsen, baten sie, Men Die Dämmerstunde nod) 'ein bißchen zu lassen, der We fär&te auch so den Mund.
Hierzu lächelte das Mädchen zusNmmend und ging, nachdem es die Wünsche der Gaste,ersulll hatte, wieder an seinen Platz in der g-genuberlie- genben Zimmerecke zurück, begeltet von den gebannten Blick-en der vier Männer, die sich an Der schlanken Gestatt und der natürlichen Anmut ihrer Ve- wegungen mit sichtlichem Wohlgefallen weideten, Ihre Gläser klangen hell aneinander, aber sie tränten gedankenverloren und schweigend, als nW jeder für sich dem hübschen Mädchen fein heimliches " Der Jüngste der kleinen Tischrunde verriet zuerst, was er dachte: Ihre großen dunklen Augen hätten etwas Verträumtes, bemerkte er mit gedämpfter Stimme.
Etwas Schwermüttges! äußerte der zweite.
Der kleine Mund mit den brennendroten Lippen scheine ihm von unerfüllter Sehnsucht zu glühen, meinte der Dritte.
So bestätigte im Grunde einer des andern an sicht, und darum blickten alle gespannt auf Den Vierten, einen Maler von Beruf, der immer noch stumm und dem Profil des Mädchens ZugewanDt verharrte, als wollte er sich feine Limen unvertter bar einprägen, um es später frei nach dem GevaoW- nis nachzeichnen zu können. Das Mädchen saß vor' gelehnt, die Blicke geradeaus isis Weite 9en^et; während die Hände ein zärtliches Spiel mit einer Vase trieben, die voll grüner Tannenzweige vor ihm auf dem Tische stand. Immer wieder strichen Die
soll. Wenn man die Kartoffel schon am Tage vorher schält, entzieht man ihr in weitestem Umfange die Nährwerte. Wegen Des hohen Wassergehalts ter Kartoffel, der etwa 75 v. H. ausmacht, ist ntr türlich mit einem gewissen Verlust durch Fäulnis während der Wintermonate zu rechnen. Aber dieser kann durchaus niedrig gehalten werten, wenn man eine richtige Lagerung vomimmt. In ungeeigneten Räumen Dürfen unter keinen Umständen zu viel Kartoffeln übereinander gelagert werden, man soll deshalb in solchen Fällen lieber geringere Mengen im Vorrat, hatten. Die Kartoffel braucht trockene und kühle Lagerräume, das Uebereinanterschichten soll nur bis zur Höhe von etwa 60 Zentimeter geschehen.
Die Kartoffelmengen, die nicht für die menschliche Ernährung gebraucht werten, spielen eine große Rolle für die Viehhaltung, insbesondere für die Schweinemästerei. Das gilt auch für die geringeren
Qualitäten. Ein wertvoller Rohstoff ist die Kartoffel für zahlreiche Industrien, so z. B. für die Stärke- Herstellung und für viele andere lebenswichtige Produkttonen. Die Trocknungstechnik befaßt sich seit langem mit ter Kartoffel und hat Hervorragendes für die Erhaltung ihres Nährwertes geleistet.
Ahnen uns bahnten.
Kurz mir fei Daran erinnert, daß das Wort Buchstabe" sich im germanischen Kulturkreise als als ein mit Runen beschriftetes Buchenstäbchen aus- areist. Selter aber als die Rune ist der Stab selbst, und er blieb Ursymbol bis in unsere Tage.
Der Stbb, der Stock, der Stecken ist das Urwerkzeug des Naturnahen, des Primitiven. Der abgefallene, der abgebrochene, erst sehr viel spater der abgeschlagene und noch viel später der abgesagte Baumast ist älteste Waffe, älteste Handhabe überhaupt des Urmenschen gewesen. Die Keule — der dicke Astzweig — und die Lanze — Der dünne, gerade Baumstecken — wurden die Urwaffen Der Nordländer, Pfeil, Bogen unD Derlei entwickelten sich aus Dem gefunDenen oDer erarbeiteten Natur- holz. Die schönste, längste, größte, stärkste Lanze zeichnete Den Volksfürsten aus, oDer besser gesagt durch eine gute Waffe wurde er Der vom Vertrauen Des Volkes erwählte Fürst. Aus der ragenden Lanze Des Mannes, Der vor Dem Heere Herzog, Des Herzogs, rourDe Die Fahne, Die Flagge, die StanDarte? Der mit Knochenspitze oDer — spater — mit einem Metallblatt bewehrte Langstecken mürbe FelDhermsymbol, würbe Feldzeichen! Aber die Zeiten, bie „Moten", wandelten sich bereits vor Jahrtausenden, bie noch im Dämmer ber Vorge- -schichte liegen; bereits bie ältere Steinzeit kannte Jtommanboftäbe", Die praktisch sich gar nicht mehr zur VerwenDung als Keule, Lanze, Speer ober Artstiel eigneten, fontem — noch Dazu betont durch Die zierlich-künstlerische Ausführung! — M nfs jene Führersymbole Darstellen, Deren heute noch bie bekannte Gestalt Der Marschallstah ist. Aus Der Urwaffe hatte sich schon in ter Urzeit ein ©erat ber Repräsentation entwickelt! Der Stab, Der Stecken, der Baumast hat Damit eine Wandlung burchgemacbt, Die nicht etwa eingleisig bheb; vielmehr zeigt bie Kulturgeschichte Parallelen dazu Die in ihrer Fülle bartun, wie überlieferungsgetreu Durch Die Zeiten Der Volkssinn ist und bleibt.
Schon in homerischer Zeit war Das Zepter — „skeptron - Stab" — Wahrzeichen Des Redners^ Des Wortführers, Des Fürsten, Des Richters Noch das deutsche Mittelalter kannte Den Stab als Rechtssymbol; wurde „über jemanden Der Stab gebrochen" — es war im allgemeinen em Dluturteil. — so galt Der Richterspruch al4 unwiDerruflich, Das Gericht war aufgelöst; letzte'Arbeit hatte nur noch Der Nachrichter zu leisten, Der Henker. Der Stab als Gerichtszeichen — manchmal umgewandett m Fahne oDer Schwert — kehrt in zahlreichen Ro- lanDsfiguren Des Deutschen Mittelalters wieDen Der Krummstab Des Bischofs ist Zeichen seiner Regie- nmgsmacht; Der Stab Des Zeremonienmeisters war
)ür alle Kinder von1-6IaKren
gibt eS Mondamin auf die Kreuzabschnitte Der Relchsbrotkarte für Kleinkinder, und zivae pro Monat 2 x 250 g = 500 g Mondamin.
MONDAMIN
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Dornotizen.
Tageskalender für Donnerstag.
Gloria-Palast, Settersweg: „Bismarck". — Acht- spielhaus, Bahnhofstraße: „Der liebe Augustin .
Gießener Vorlragsring.
Im Rahmen des Gießener Vortragsringes wird am Montag, 13. Januar, auf EinlaDuna der Volks, bildungsstätte Gießen, des Gotthe-Bundes und der Kulturellen Vereinigung Der Muflkschnftsteller Al' fred Pellegrini über Das Thema „Richard Wagner, seine Deutsch-kulturelle Sendung und sein berühmtes Bayreuther Festspielwerk sprechen. Pellegrini hat mit Diesem Lichtbildervortrag, den er Durch Erläuterungen am Flügel und zur Violine besonders ergänzt und illustriert, überall te- geisterten Beifall gefunden.
Gießener konzertring.
Für das am Donnerstag, 16. Januar, stattfin- tende 6. Konzert Gruppe B Nr. 3 des Gießener Konzertrings ist die nachstehende Vortragefolge vor° gesehen: 1. Vitali, Chaconne; 2. Beethoven, Sonate op. 47 in A-dur (Kreutzer-Sonate); 3. Bach, Adagio und Fuge aus Der Sonate C-dur; 4. Tschaikowsky, Serenade melancolique; 5. R. Strauh-Prihoda, Rosenkavalier-Walzer; 6. Paganini. II palpitt.
Ortszeit für Den 10. Januar.
Sonnenaufgang 9.34 Uhr, Sonnenuntergang 17.32 Uhr — Monduntergang 6.24 Uhr, Mondaufgang 15.15 Uhr.
Vom Gießener Standesamt.
Im verflossenen Jahre 1940 sind auf Dem Stan- besamt Der Stabt Gießen, einschl. Wieseck und Klein-Linben, insgesamt 4 61 Eheschließungen vorgenommen worben. In Den einzelnen Monaten Des Jahres wurden Ehen geschlossen: Januar 32, Februar 48, März 69, April 47, Mai 25,


