Pflichterfüllung dankte. Anschließend sprach für die Gesamtgefolgschaft der Betriebsobmann Gabel, der dem Betriebsinhaber die Glückwünsche der Gefolgschaft darbrachte.
Weiterhin sprachen für die Deutsche Arbeitsfront und die Fachschaft Steine und Erden Pg. Schmidt, für die Rüstungsdienststellen Major D o l l m a ch e r, für die Industrie- und Handelskammer Gießen Vizepräsident Niederhausen und für.die "Firma Gg. Philipp Gail AG. Direktor Keßler.
Direktor Breither überreichte anschließend dem Firmeninhaber im Namen aller Mitarbeiter eine sinnvolle Erinnerungsgabe, für die Dr. Gail seinen herzlichen Dank aussprach. Der Betriebs- apvell wurde dann in der üblichen feierlichen Weise geschlossen.
Die würdige Feier, die von musikalischen Darbietungen der Kapelle K r e n y e l umrahmt war, wird allen Teilnehmern in eindrucksvoller Erinnerung bleiben.
Betriebssport
der Standort-Sportgemeinschaft.
Am kommenden Sonntag vormittag findet ein Betriebssportfest der Standort - Sportgemeinschaft der Wehrmachtbetriebe (Heer) Gießen statt, in dessen Mittelpunkt ein Fußballwettkampf stehen wird. Gästemannschaften aus Marburg, Butzbach
und Wetzlar, sowie die Betriebssportgemeinschaft der Bezirkssparkasse Gießen werden sich an der Veranstaltung beteiligen.
Gießener Wochenmarktpreise.
Nachstehende Preise sind Händlerpreise und verstehen |id) für A=öare. Für 6-Ware oder abfallende Ware sowie für Selbsterzeuger liegen die Preise niedriger.
* Gießen, 8. Juli. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, alte, 5 kg 47, Wirsing, % kg 13 bis 15, Weißkraut 15 bis 20, rote Rüben, das Bund 15 bis 18, Römischkohl 10 bis 12, Erbsen 32 bis 40, Mischgemüse 10 bis 12, Tomaten 75 bis 80, Kirschen 38, Stachelbeeren 31, Blumenkohl, dos Stück 15 bis 50, Salat 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 12, Rettich, dos Bund 15, Rpf.
** 8 4. Geburtstag. Am morgigen Mittwoch, 9. Juli, kann Frau Mathilde Grönrnger Ww., geb Ferber, Steinstraße F9 wohnhaft, in geistiger und körperlicher Frische chren 84. Geburtstag begehen. Die Jubilarin, Trägerin des Mutterehrenkreuzes in Gold, kann sich ihres Geburtstages im Kreise zahlreicher Kinder, Enkel und Urenkel erfreuen. Auch wir wünschen ihr zu ihrem Geburtstage alles Gute und einen weiteren schönen Lebensabend.
Aus der engeren Heimat.
Oorfgemeinschaststag in Leihgestern.
Leihgestern, 7. Juli. Im Hofe der neuen Schule, im Schatten mächtiger alter Eichen, fand auf Veranlassung des Ortsgruppenleiters der Partei am gestrigen Sonntagnachmittag der erste Dorf- aemeinschaststag als Kundgebung der Zusammengehörigkeit und Verbundenheit der Heimat mit unseren an der Front stehenden Soldaten statt. Hierbei wirkte die Musikabteilung der Volksschule zu Gombach mit. Ortsgruppenleiter Groß begrüßte die Anwesenden, besonders die Spielschar mit ihren Lehrern, die vormittags bereits mit einem Konzert die verwundeten Soldaten in einem Gießener Lazarett erfreut hatten.
Nach einem Begrüßungsoorspruch einer Gam- bacher Schülerin, die auch die verbindenden Worte zu den einzelnen Konzertstücken sprach, brachte die Schülerschar unter Leitung ihrers Lehrers Lahm mit ihren Instrumenten (Harmonika, Flöten, Mandoline und Xylophon) in schöner Weise Volkslieder, Tänze und Solostücke zu Gehör. Zwischendurch wurden vom Pg. Heß Auszüge aus Briefen von Leih- gesterner Soldaten an die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, für die Uebersendung der monatlichen Heimatbriefe verlesen. Herzlichen Dank an die Musizierenden und ihre Lehrer für ihre uneigennützigen Darbietungen sprach der Ortsgruppenleiter aus. Der Schulleiter der Gambocher Schule, Rektor Liller, dankte den Leihgesterner Einwohnern für die der Spielschar gespendete Gastfreundschaft sowie den reichen Beifall für ihre Darbietungen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es sich ermöglichen lasse, daß die Spielschar später noch einmal ihre Weisen hier zu Gehör bringen werde.
BereichSalterstreffen in Lich.
= Lich, 7. Juli. Wie schon bekannt, führt der NSRL.-Bereich Hessen am 27. Juli in unserer alten Turnerstadt sein A l t e r s t r e f f e n durch. Mit der Vorbereitung der Veranstaltung ist der NSRL.-Bezirk Gießen vom Bereich beauftragt worden. Stellvertretender Bezirksführer Handelsstudienrat (Stein (Gießen) weilte dieser Tage zu einer Besprechung mit dem Turnverein Lich in unserer Stadt. Von der Bezirksführung nahmen noch der Bezirksreferent für Turnen D a u p e r t (Wie- seck) und Bezirksmännerturnwart Karl Reuter teil, von der Bereichsführung waren Bereichsobmann für Sommerspiele Dr. Pfeffer (Gießen) .und Bereichspressewart O ß w a l d (Bad-Nauheim) anwesend. Beim Bereichsalterstreffen kommen turnerische Mehrkämpfe und volkstümliche Dreikämpfe in allen Altersklassen (32 bis über 60 Jahre) zum Austrag. Man rechnet mit einer besonders starken Beteiligung aus dem Sportbezirk Gießen und hier wieder aus den Gießener, Wetzlarer und Herborner Turnvereinen, die über sehr rege Altersabteilungen verfügen, lieber den Kreis der Turner hinaus erwartet man auch Teilnahme aus den Reihen der älteren Sportler. Die volkstümlichen
Dreikämpfe bieten ihnen die Möglichkeit zu wett- kämpferischem Einsatz.
Schweinemarkl in Butzbach.
* Butzbach, 8. Juli. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 457 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten: bis 6 Wochen alte Ferkel 18 bis 22 RM., 6 bis 8 Wochen alte 22 bis 28 RM., 8 bis 10 Wochen alte 28 bis 32 RM., 10 bis 12 Wochen alte 32 bis 38 RM. das Stück. Bei flottem Geschäft wurde der Markt geräumt.
Landkreis Gießen.
«A L e i h g e st e rn, 7. Juli. Der hiesige Gesangverein „Eintrach t", gegründet am 1. Juli 1861, hielt am Sonntagnachmittag seine 8 0. o r d e n t - l Ld) e Hauptversammlung in seinem Vereinslokal „Zur Krone" ab. Nach Begrüßung der Mitglieder gedachte der Dereinsführer Habermehl der im letzten Jahre verstorbenen Ehrenmitglieder Karl Ott, Kaspar Häuser, Johannes Eiff, des Sängers W. Nebeling sowie aller im Kriege Gefallenen, deren Illndenken in üblicher Weife geehrt wurde. Anläßlich ihrer 40jährigen Mitgliedschaft wurden die Sangesfreunde Johs. Krämer, Hch. Ehr. Pfeffer, Wilh. Schäfer, Wilh. Diehl und Karl Jung II. zu Ehrenmitgliedern ernannt. Allen im Felde stehenden Kameraden wurden wiederholt Liebesgaben zugesandt. Die Jahresrechnung, vorgetragen vom Rechner Haas, wies einen größeren Ueberschuß auf. Nach Erledigung einiger kleinerer Vereinsangelegenheiten wurde die Versammlung in der üblichen Weise geschlossen.
Ein falscher Polizeibeamter.
LPD. Darmstadt, 7. Juli. Wie der Leiter der Kriminalpolizeistelle mitteilt, wurde der in der Schulzengasse wohnhafte Peter Zalmann fest- genommen, weil er sich widerrechtlich als Beamter der Geheimen Staatspolizei ausgegeben und mit falschen Ausweisen legitimiert hat. Durch betrügerische Handlungen hat er einen Volksgenossen, dem er angeblich eine Stellung verschaffen wollte, um eine erhebliche Geldsumme geschädigt. Wegen seines volksschädigenden Verhaltens wurde er dem Richter zugeführt und in Untersuchungshaft genommen.
„Nachgebühren" in die eigene Tasche.
Lpd. Frankfurt a .M., 7. Juli. Vor dem Sondergericht Frankfurt hatte sich der 43jährige Postfacharbeiter A. U. zu verantworten, der in elf Fällen bei der Ablieferung von Feldpostpäckchen je zwanzig Pfennig Nachgebühren unrechtmäßig er- hoben und die Beträge zur Deckung von Fehlbeträgen und zum Kauf von Zigaretten benutzt hatte. Um den Eindruck zu erwecken, daß es sich um eine rechtmäßige Gebührenerhebung drehe, schrieb er mit Blaustift auf die Päckchen die Zahl 20. Die von dem Angeklagten verübten Amtsverbrechen wurden mit 1 Jahr Zuchthaus und 50 RM Geldstrafe gesühnt.
Die Dominiks.
Roman von Hellmuth M.Vöttcher.
24. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Er nickt vor sich hin. Heißer Ansturm bedrängt seine Seele. Er spürt einm Hauch von dem Geheimnis seines eigenen Werdens und fühlt sich einem mystischen Blutzauber, der seinem Leben Anstoß und Ziel gegeben hat, verbunden. Mit einem Male sieht er den Vater näher und zugleich ferner vor sich, erkennt ihn in allen feinen Schwächen und Be- deutenheiten aus der Tragik eines unerfüllten, einsamen Lebens. Eine Glutwelle kindlichen Miterle- bens und innigen Erfühlens beginnt sich hinüberzudehnen zu dem Manne, dem sein Herz sonst noch nie nahe gekommen ist, und der doch fein Vater heißt.
Und dann springt sein Geist plötzlich wieder hinüber in die Schauer dieses eigenen, seligen Früh- lingstages, der ihm die Nähe Brigitte Linds schenkt.
„Darum hab' icb dich also so lieb", sagt er, voll von der heißen Offenbarung," die sich ihm erschlossen hat
„Du mich — und ich dich", antwortet das Mädchen leise. „Es kann ja gar nicht anders sein. Wir sind Kinder einer Sehnsucht, die sich nie erfüllen konnte. Nun tastet das Erbgut aus deinem Vater und meiner Muttter weiter in uns beiden und baut eine lichte Brücke für uns."
Er sieht über das Meer hiü.
Das Wasser ist hier grau und undurchsichtig von den Fluten, die der Fluß bis tief hinein in die See trägt. Breit vor ihnen öffnet sich dieser Fluß. Links am Ufer ragen die Schornsteine und Hellinge der Norddeutschen Werft, und schräg gegenüber, kaum zwei Kilometer weiter landeinwärts, starren die Anlagen der Dominik-Werke aus der grünen Landschaftsebene.
Brigitte liest in seinen Gedanken.
„Vielleicht werden die beiden Werke da drüben einmal einziges Wollen tragen —"
„Wenn du meine Frau bist Brigitte."
Nissen dreht bei. Das Boot fährt langsam aus
und hält dann fest an. Schlaff hängen die Segel. Der Wind hat keine Gewalt mehr über sie.
Brigitte rückt näher zum Steuer, dessen Pinne noch immer in Nissens flammender Kniekehle sitzt.
„So habe ich mehr von dir."
Fern liegt das User, wie ein dunkler Streifen. Der Himmel wölbt sich endlos und blau.
„Nun bist du meine Braut."
Brigitte nickt nachchdenklich vor sich hin.
„Ja, lieber Nissen."
„Ich habe dich sehr lieb, Brigitte."
Er wartet aus eine Antwort.
„Sprich weiter, lieber Nissen."
„Ich weiß nichts weiter, Brigitte. Ich hatte dich lieb in der ersten Stunde, wo wir als kleine Kinder zusammen spielten. Du wirst es nicht mehr wissen, wie ich als Knirps für dich Aepfel vom Baum holte und deinen Puppen Blumen brachte, die ich dir zu geben mich nicht getraut hätte. Wenn es nicht so unmöglich erschiene, Brigitte, dann würde ich sagen: Meine Liebe zu dir ist älter als ich, ich habe sie mitgebracht aus einem Elterneerbe, wie ich Blut und Fleisch und geistige Anlagen mitgebracht habe von Vater und Mutter. — Wenn es nicht unmöglich märe, dann würde ich meinen, sie stände in mir als ein Schicksal, als eine Aufgabe, die mir das Leben zu lösen bestimmt hat, dann würde ich glauben, daß mir beide, du, Brigitte, und ich, nicht unsere eigenen Wege gehen, sondern ein altes Sein, eine alte heiße Sehnsucht, die irgendwie und irgendwo jäh zerbrach, zu Ende leben ... Wenn, wenn das nicht so unmöglich erschiene."
„Erscheint dir das so unmöglich?" fragte sie ernst. Nissen blickte sie erstaunt an.
„Wo du so fragst, weiß ich es selbst nicht mehr." Er sieht über das weite Wasser
„Sprich weiter. Ich höre dir so gerne zu."
„Wir sprachen neulich von der alten Dionysos- Legende. Erinnerst du dich? Des Gottes Herz wurde gerettet unb zu einem neuer! Gott geformt. Seinen Körper aber hatten die Titanen bereits verschlungen. Zeus schlug sie nieder unb verbrannte sie. Aus ihrer Asche schuf er die Menschen, in die so ein Teil des Gottes kam."
„Du meinst, daß auch in dich ein fremder Wesensteil gekommen sein kann —?"
„Ein fremder, der, wie ich glaube, mein bester und schönster ist ... Der Wesensteil, der meiner
SJl.-'fport
Spielvereinigung 1926 Leihgestern.
Nieder-Weisel 1. 3gd. — Leihgestern 1. 3gb. 1:3. Nieder-Weisel 2. 3gb. — Leihgestern 2. 3gd. 2:3.
Mit zwei Iugendmannschaften war Leihgestern am Sonntag Gast in Nieder-Weisel.
Die 1. Jugend erkämpfte sich in einem schönen Spiel einen Sieg von 3:1 Toren. Spielverlauf: Leihgestern setzte sich gleich nach Anstoß in der Hälfte des Gegners fest, aber es wird zu Anfang nichts Zählbares erreicht. Ein überraschender Durchbruch Nieder-Weisels in der 16. Minute wird von dem Mittelstürmer aus drei Meter Entfernung unhaltbar zum Führungstreffer eingeschossen. Nieder- Weisel drückt nun stark, aber es dauert nicht lange, und Leihgestern macht sich aus der Umklammerung frei. In der 32. Minute wird durch einen Schuß von halblinks das Halbzeitresultat erzielt. Nach Wiederbeginn bestimmt Leihgestern weiterhin das Spielgeschehen, die Mannschaft läuft zur Meisterform auf. Nieder-Weisel wehrt sich kräftig, kann aber nicht verhindern, daß in der 51. Minute das Führungstor für Leihgestern fällt. Nun versucht Nieder-Weisel mit allen Mitteln, das Resultat zu verbessern, aber die Verteidigung läßt den gegnerischer! Sturm nicht zum Zug kommen. In der 67. Minute wird der "Ball von Leihgestern nach vorn gespielt, aus 5 Meter Entfernung schießt der Halbrechte Luh unhaltbar ein und stellt damit das Endresultat von 3:1 für Leihgestern her. Das Spiel war temperamentvoll und wurde von beiden Mannschaften in anständiger Spielweise ausgetragen.
In dem Spiel der 2. Jugend konnte man feststellen, daß sie schon viel von der 1. Jugend gelernt hat, denn es wurde gespielt und nicht planlos geschossen, was dann auch zu Torerfolgen führte. So war die 2. Jugend bei Halbzeit mit 3:0 im Vor
sprung. Daß Nieder-Weisel in der 2. Halbzeit noch zu zwei Torerfolgen kam, lag daran, daß Leih» gestern sich zu sicher fühlte und bas Spiel auf die leichte Schulter nahm. Ein Elfmeter wurde oben« drein noch von Leihgestern verschossen. Das Spiel wurde verdient oop Leihgestern gewonnen.
Kurze Sportnotizen.
Barcelonas Fußballelf gewann in Stuttgart vor 15 000 Besuchern den zweiten Städtekampf gegen Stuttgart mit 2:1 (1:0) Toren. Das erste Spiel in Barcelona war 3:3 ausgegangen.
Die S ü öj» est-Tennismeister wurden in Frankfurt am Main ermittelt. Im Männereinzel siegte Fritz Kuhlmann (IG. Ludwigshafen), im Fraueneinzel Annemarie Debusmann (Wiesbadener THE.), im Männerdoppel Dr. Henke/Feßner (TC. 1914 Frankfurt) und im Gemischten Doppel Frau Stöpel/Kuhlmann (Wiesbaben/Ludwigshafen).
Der deutsche S?raßenmeister Ä itt« steiner (Nürnberg) war bei der Radfernfahrt „Rund um die Solitude" (110 km) in Stuttgart' der stärkste Fahrer. Er gewann in 3:07:35 Stunden vor Hittl (Nürnberg) und Seusert (Schweinfurt).
Toni Merkens (Köln) gewann bei den Kölner Radrennen das 100-km-Steherrennen vor Krewer (Köln) und dem neuen Meister Lohmann (Bochum).
Auf der Wiener Ruderregatta gewann die Frankfurter RG. Oberrad den Iungmann-Vierer und den Junior-Vierer. Der Frankfurter Skuller Gert Schmorl wurde zweimal geschlagen.
Der „Kiliani-Kanuslalom" in Würz« bürg wurde von Niedam (Furth) vor Jahn (Hof) und Holzer (München) gewonnen.
Wirtschaft.
Von der Börse.
Uneinheitliche Akllenmärkle.
Frankfurt a. M., 4.IM. In der vergangenen Berichtswoche war die Stimmung an den Aktienmärkten uneinheitlich, da bei an sich recht kleinem Gsschäftsumfang nur einzelne Werte bevorzugt wurden, die allerdings teilweise recht kräftige Kurs- fteigerungen erfuhren, von Rückschlägen jedoch nicht verschont blieben. Man beachtete diesmal meist Werte, die bei stabiler Dividende etwa um den Normals atz von 6 v. H. doch noch für Kapitalberichtigungen in Betracht kommen könnten, so z. B. AEG., Vereinigte Stahlwerke, Mannesmann, Hoesch, Buderus, weiterhin GeMrel, Licht und Kraft, Westd. Kaufhof (die bis 161 anziehen konnten). Auch die Farbenaktie hielt sich mit 220 bis 222 bis 221 auf der erhöhten Basis recht mit. Scheidean-stalt erreichten 365, VDM. nach mehrtägiger Pause 295 nach 284, Conti Gummi 392 nach 381. Auch einige Werte des Kassamarktes wurden stark beachtet, Voigt & Häffner etwa 205 nach 192, Schramm Lack 280 nach 271, Frankfurter Hof 95 nach 86. Am Bankenmarkt verzeichneten Reichsbankanteile mehr- prozentige Steigerungen bis 137 bis 136.
Am Rentenmarkt blieb die Haltung freundlich bei geringfügigen Kursschwankungen, Altbesitz 161 bis 161,25, Äeuergutscheine 1 102,65 bis 102,75. Industrie obligatione n wenig verändert, Stadt- anleiyen wurden meist nicht notiert, auch bei Kom- mu na (Obligationen wurden die 4'/2prozentigen un- notiert gelassen. Man verhält sich auf die vielfachen Kündigungen reservierter bei den hohen Kursen und bevorzugt Werte, bei denen die Kündigungen erst später möglich sind.
Rhein-Moinischer Sarantieverband GmbH. Frankfurt a. M.
Dieses gemeinnützige Unternehküen führt über das Geschäftsjahr 1940 u. a. aus, daß die gesamte Wirtschaft sich in Produktion und Konsum weiter auf die vordringlichen Erfordernisse der Wehrmacht ausrichtete, in ihrer Kraft unerschüttert und den gestellten besonderen Aufgaben in vollem Umfang gewachsen sich zeigte. Die finanzielle Kräftigung der Unternehmungen fei gewachsen, so daß die Kreditnachfrage nachließ. Wirtschaftlich vertretbare Kreditwünsche kreditwürdiger Antragsteller konnten
vollbefriedigt werden. Der Pflege des reinen Per« sonalkredits wurde wiederum besondere Aufmerk« samkeit gewidmet und in geeigneten Fällen die Gewährung von Blankokrediten ermöglicht. Es wurden 219 (577) Kreditgesuche über 0,926 (2,53) Mill. RM. eingereicht, seit Bestehen des Verbandes damit 4332 Anträge über 14,70 Mill. RM., wovon 3674 (bis Ende 1939 3463) Anträge über 11,55 (10,73) Mill. RM. genehmigt wurden. Die Zahl der Ablehnungen betrug im Berichtsjahr nur rund 2 v. H. (i. V. 5 v. H.) der gestellten Anträge, wobei zu beachten ist, daß Garantieübernahme für Um« schuldungs- und reine Verbrauchskredite sowie bereits gewährte Kredite abgelehnt werden mußte. Die Kredithöchstgrenze betrug weiterhin 5000 RM., von der Ausnahmemöglichkeit bis 20 000 RM. wurde weiter in verstärktem Maße Gebrauch gemacht, wobei die Laufzeit auf 4 Jahre begrenzt blieb. Nach Kriegsende werden der Wohnungsbau, die Erfordernisse des Verkehrswesens, Nachholung zurückgestellten Investionsbedarfs in Industrie, Handel und Handwerk, die Wiederherstellung der Konsumgüterwirtschaft und die Wiederauffüllung der Lager bedeutende Anforderungen an den Kapitalmarkt stellen. Der Garantieverband wird für die von ihm betreuten Wirtschaftskreise hier nach wie vor zur Verfügung stehen.
Die Einnahmen aus Bankguthaben- und Wert« papier-Zinsen betrugen 1940 rund 13 000 (12 000) RM., dazu kamen 0,50 v. H. Zins aus garantierten Krediten mit 8180 (10 900) RM. Nach Abzug der Unkosten gehen 15 670 (16 660) RM. an Rückstellungen, womit die Erfolgsrechnung ausgeglichen ist.
Gesunde Zähne sind kein Zufall.. Man mutz sie richtig pflegen, um sie gesund und schön zu erhalten.
Ch I orodont
weist den Weg zur richtigen Zahnpflege
Sehnsucht nach dir und meiner Verbundenheit mit dir seinen Namen gibt."
Brigitte blickte vor sich hin. In ihrem Haar spielt der Wind und drückt es ihr in die Stirn.
„Du bist so seltsam still, liebe Brigitte?"
„Ich grüble über etwas nach, Nissen."
Sie lauscht auf das Schwappen des Wassers am Kiel.
„Du mußt das, was ich dir jetzt sage, für dich behalten. Vielleicht ist es ein Unrecht, wenn ich das, was mir anvertraut wurde, dir weitergebe. Aber — aber, was mein ist, muß ja sowieso dein fein."
„Ja, antwortet Nissen inbrünstig und hält Brigittes Hand fest.
„Meine Mutter hat mir neulich gesagt, daß sie unb dein Vater sich in ihrer Jugend sehr lieb gehabt haben.» So lieb wie ich dich."
Leise erzählt sie ihm von jenem Abend, an dem Martha Lind Nissens Fliederdolden streichelte.
Schweigend und bis ins tiefste aufgewühlt hört er zu.
Fragen — viele Fragen brennen auf feinen Lippen. Für keine findet er ein Wort.
Sein Vater und Brigittes Mutter haben sich als junge Leute geliebt! Als junge Leute? Sein Vater muh schon damals auf bgr Höhe des Lebens geftan- den haben. Und er, be^ jetzt so Sprübe, Herbe, hat einmal Brigittes Mutter Blumen geschenkt unb es bann mit ansehen müssen, baß ein anderer sie freite. Und dieser andere ist Mattheus Lind gewesen. Das war der Grund für den Haß der beiden Männer, der sich nur hinter dem Deckmantel von geschäftlicher Gegnerschaft versteckt, um der Welt nicht sein wahres Gesicht zu zeigen!
„Du bist so schweigsam, Nissen."
Sie hält seine Hand fest unb streichelt sie leise.
Er sinnt und fprütit dabei.
..So sind wir noch enger, noch inniger mitein- ander verflochten. Ich habe meine eigene Mutter nie gekannt. Sie soll bald nach meiner Geburt gestorben fein. Vielleicht tue ich ihrem Andenken unrecht, aber ich glaube, ich werde deine Mutter nun so liebhaben können, wie meine eigene zu lieben ich mir meine ganze Kindheit lang vergebens wünschen mußte."
„Lieber Nissen---" liebkost ihn die Stimme
des Mädchens. Er küßt ihr die Worte vom Munde
Otto Frinzka ist Gast auf dem Rambower Jagd
häuschen, das sich Lind mit allem Luxus eingerichtet hat: Weinkeller, Spieltische, Billard, Bäder, Zentral«. Heizung. Vielleicht riecht es da und dort nach Snobismus, nach einer Ueberfeinerung, die nicht vom kulturell geschulten Geschmack, sondern vom Geldbeutel kommt. Ein Jagdhäuschen ist ja auch schließlich schon seiner Bestimmung nach etwas anderes als ein Klubhaus in Swinemünde oder Wyt Frinzka, der kleine, reichgewordene Buchhalter von ehemals, genießt das alles mit vollen Zügen unb läßt sich wohl sein wie eine Trichine im Bären- schirrten. So angenehm, so üppig und dabei so billig hat er noch nie in seinem Leden geschwelgt. Aber je tiefer er in die Annehmlichkeit einsinkt, die Linds Geldbeutel ihm schafft, desto argwöhnischer und vor- ichtiger wird er. Er ist wie ein Kater, der sich chnurrend den Rücken streicheln läßt und dabei ichernd durch die halbgeschlossenen Augen blinzelt weil ihm die ungewohnte Liebkosung verdächtig er« scheint.
Frinzka läßt sich wegen der Dominik-Aktien eine gute Weile auf den Zahn fühlen. Zuerst merkt er wirklich nichts. Nachher tut er so, als ob er nicht wisse, wo hinaus der andere wolle.
Mit irgendeinem Angebot rückt er nicht heraus. Seine Anstellung der Aktien beim Bankhaus Schild war mehr ein Horcher, ein Versuchsballon. Ein ernstlicher Verkaufswille besteht bei ihm eigentlich im Augenblick nicht.
Gewiß, wenn der Erlös gut ist — kann man das Paket losschlagen. Der Kurt, fein Aettester, ein Bengel, der bisher nicht zu ordentlicher, brauchbarer Arbeit zu bringen war, muß eine feste Position de- kommen. Das Mädel kommt nun auch ins heiratsfähige Atter, und Frinzka selbst hätte nichts da- gegen, wenn er noch einmal wieder ein lohnendes Geschäft machen könnte. Mit sünfhundsrttausend Mark laßt sich heute schon allerhand anfangen. Viel« leicht entschließt er sich auch für Birk & Co., seine aUe Firma. Mitten im westdeutschen Industriebezirk und plötzlich pleite. Das gäbe vielleicht für ihn ein lohnendes Arbeitsfeld: und für die Kinder eine Zu« funft. Er kennt das Werk feit einem Menschenalter. Echo" aus feiner Befchäftigungszeit bei Dominik.
21ber das liegt noch im weiten Felde.
Jedenfalls ist es wohl das beste, nichts zu übet* stürzen.
(Fortsetzung folgt)


