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ins Gigantische gesteigert, aber nicht mit der Gegen­wirkung des Nationalsozialismus gerechnet. Adolf Eitler hat einmal gesagt:Soweit es sich beim Bolschewismus um eine russische Angelegenheit handelt, sind wir an ihm gänzlich uninteressiert. Jedes Volk soll nach seiner Fasson selig werden. Soweit aber dieser Bolschewismus auch Deutsch­land in seinen Bann zieht, sind wir seine ingrhrfr migen und fanatischen Feinde." Nun hat der Bol­schewismus seinen Kampf, der vom deutschen Sol­daten mit ungeheurem Heroismus ausgefochten und von der Führung mit strategischer Ueberlegenheit durchgeführt wird. Die Niederbrüche sind so furcht­bar, daß mit der Bezwingung der Sowjetarmee zugleich der Urfeind aller europäischen Kultur, der' Bolschewist, seinen Bankrott anmelden wird.

Der Nationalsozialismus konnte die Provokati­onen nicht länger hinnehmen. Er glaubt an die Zukunft des Abendlandes, an die große europäische Kulturgemeinschaft, an der Sowjetrußland ebenso­wenig wie das britische Weltreich Anteil haben wird. Adolf Hitler hat mit seinem Kampf gegen den Bol­schewismus und Kommunismus das deutsche Volk und damit ganz Europa vor der größten Kata­strophe bewahrt und den kommunistischen Aufstän­den in Deutschland, die nur mit Hilfe der gei­

stigen und materiellen Unterstützung des Bolsche­wismus möglich waren, ein Ende bereitet. Wäh­rend im Sowjetparadies Millionen von Bettlern, Vertriebene, zur Zwangsarbeit verbannte und ver­urteilte Existenzen einem dunklen Schicksal anheim­fielen, Massenmorde als Säuberungsmittel gegen Oppositionelle an der Tagesordnung waren, schenkte Adolf Hitler seinem Volk die Freiheit: Das Wechsel­spiel seelischer Kräfte, Straffheit, Disziplin und Ent­schlossenheit geben dem Volk die Kraft, die in der sozialen Freiheit, im Ehrgeiz der Arbeit und in der inneren Erneuerung und Ertüchtigung begrün­det liegt. Der Glaube an unseren Sieg ist der Glaube an den Sieg des Guten, an das Gemein­schaftswerk des nationalsozialistischen Staates, an den Wert der Persönlichkeit, die im Rahmen der Gemeinschaft zur freien Entfaltung kommen soll.

Während der einstige Bandenführer Stalin die Grundlagen einer nationalen und kulturellen Er­neuerung niemals schaffen konnte, hat der National­sozialismus den Sozialismus der Leistung begrün­det und eine hohe Kultur zum Fundament seiner Arbeit gemacht. Durch die schöpferischen Taten Adolf Hitlers mürben alle Kräfte freigemacht, die zu den gewaltigsten Leistungen in der Geschichte führten.

Unter bolschewistischem Terror.

Warum schlägt sich der Russe. - Sine Rundfunkrede Ansaldos.

Rom, 7. Juli. (Europapreß.) Im Heeresrund- funk rechnete A n s a l ü o mit den Leuten ab» die sich so leicht von scheinbaren technischen Fortschrit­ten in der Sowjetunion hätten blenden lassen. Diese Leute wären zu dem Urteil gelangt, die ganze Vor­geschichte der letzten zwanzig Jahre hätte zwar viel Blut gekostet, aber es sei auch etwas geschafft worden. Im Ganzen, so meinten diese Leute, herrschten jetzt erträgliche Verhältnisse. Diese An­nahmen hätten aber keineswegs gestimmt. Die deut­schen Truppen hätten ein ausgepowertes Land vorgefunden, ein entsetzliches Elend und nicht ein­mal eine Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Ge­wiß sei ein großes Heer geschaffen worden, Städte und Häfen seien entstanden, Industrien habe man aufgebaut, aber der Terror sei geblieben. Die Gefängnisse seien voller gewesen denn je, und Todesurteile seien gesprochen worden wie vielleicht nie> zuvor. Diese Sinnesart tobe sich noch einmal au», ehe eine Stadt nach der anderen aufgegeben werde. Dinge hätten sich abgespielt, die noch in Jahrhunderten, wenn man sie erzähle, einen Ent­setzensschrei erwecken würden.

Warum, so fragt Ansaldo, schlagen sich die Sow­jetrussen heute so gut? Keine Rasse, so antwortet er darauf, halte so wie die Sowjetrussen Leiden und Strapazen aus. Im russisch-japanischen Kriege wie auch im Weltkriege hätte der russische Soldat sich gut geschlagen. Er tue also heute nur das Gleiche wie er es auch schon früher getan habe. Ein zweiter Faktor komme hinzu, nämlich der zwanzigjährige Terror. Ein ungeheures lieber» wachungssyftem durchdringe die ganze sowjetische Armee von unten herauf bis in die höchsten Stäbe. Wenn die Soldaten rebellieren oder sich ergeben wollten, so wüßten sie ganz genau, daß ihre Fa­milien dafür bezahlen müßten. Auf die Frage, wie lange die russischen Soldaten dies alles noch aushalten würden, antwortete Ansaldo mit her Fest­stellung, das lasse sich auch nur annähernd nicht sagen. In Sowjetrußland gingen die Dinge nun einmal langsam. Immerhin habe sich in Minsk der erste Ausbruch gegen die Träger des Terrors ge­zeigt, und Stalin könne sich bereits ein Bild da­von machen, wie es ihm selbst eines Tages er­gehen werde.

Der deutsch-rumänische Angriff in Veffarabien.

Oer Wehrmachiberichi.

DNB. Musbern Führerhauptquartler, 7. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

In Bessarabien sind die deutschen und rumä­nischen Truppen nach Abweisung von Gegen­angriffen in fortschreitendem Angriff. In der Bukowina erreichten rumänische, nordwest­lich davon ungarische Kräfte den Oberlauf des Dnjeslr. Czernowitz wurde genommen. Die Verfolgung des Feindes in Galizien wurde in breiter Front über den § ereth fortgesetzt. Nördlich der Pripjetsumpfe dringen Verbände des deutschen Heeres kämpfend auf breiter Front gegen den Dnjepr und die obere Düna vor. Die Operationen der deutschen und finnischen Trup­pen verlaufen weiterhin planmäßig.

Geschwader der deutschen Luftwaffe ver­nichteten auch am gestrigen Tage eine große Zahl feindlicher Panzer und Lastkraftwagen, setzten Batterien der Sowjets außer Gefecht, zer­störten Eisenbahnzüge, Transportwege und Munitionslager. Wirksame Luftangriffe richteten sich ferner gegen Rückzugsbewegungen des Feindes in der Ukraine sowie gegen Befestigungs­anlagen. Andere Verbände bombardierte« feindliche Truppen im Raum um Smolensk und ostwärts des peipusfees.

Kampf- und Sturzkampfflugzeuge unterstützten das Vorgehen der Erdtruppen auf der Fischer- halbinfel und belegten Stützpunkte des Feindes mit Bomben aller Kaliber. Die Sowjets verloren im Laufe des 6. Juli 204 Flugzeuge, davon 160 in Luftkämpfen, 41 Flugzeuge wurden am Boden zerstört, drei durch Minensuchboote abgeschossen. Zehn eigene Flugzeuge werden vermißt.

In der östlichen Ostsee stießen deutsche M i - nensuchboote auf vier Sowjetzerstörer. In einem einstündigen Gefecht wurde ein Zerstörer durch Artillerietreffer beschädigt, worauf der Feind sich zurückzog. Dieselben Minensuchboote wehrten sieben feindliche^Bombenangriffe ab und schossen da­bei drei Sowjetflugzeuge ab.

Im Kampf gegen Großbritannien ver­

senkte die Luftwaffe im S k. G eorgs-Kanal zwei Frachtschiffe mit zusammen 10 000 BRT. Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht erfolgreich Flugplätze in Mittelengland und Hafenanlagen an der Süd- und Südostküste der Insel. Das verminen britischer Häfen wurde fortgesetzt.

In Nordafrika erzielten deutsche und Halle» nische Kampf- und Sturzkampfflugzeuge Bomben- Volltreffer in Flak- und Artilleriestellungen um Tobruk.

Bel Angriffsversuchen am Tage verlor der Feind gestern an der Kanalküste durch Jagd- und Flak- abwehr IS Flugzeuge, ein weiteres durch Ma­rineartillerie.

Britische Kampfstugzeuge warfen in der letzten Nacht Spreng- und Brandbomben an verschiede- nen Orten Westdeutschlands. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste. Brände in Wohnvierteln, u.<L in Dortmund, konnten schnell gelöscht werden. Bei diesen Angriffen und bei einem nächtlichen Vorstoß zur Küste des besetzten französischen Ge­bietes schossen Nachtjäger und Flakartillerie acht Kampfflugzeuge ab.

In der Zeit vom 3. bis 6. Juli wurden 8 3 bri­tische Flugzeuge abgeschossen, davon 58 in Luftkämpfen und durch Nachtjäger, 21 durch Flak­artillerie, vier durch Einheiten der Kriegsmarine. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien neun eigene Flugzeuge verloren.

In den Kämpfen im Osten zeichneten sich Ober­leutnant Knaak. der Oberfeldwebel Werner, die Feldwebel haut und Prohaska in einem Lehr-Regiment sowie der Leutnant p o pulo in einem Schützen-Regiment besonders aus.

Oberleutnant Philipp errang am 4. Juli seinen 3L, 32. und 33. Luftsieg. Oberfeldwebel Beier in der letzten Nacht feinen 9. und 10. Nachtjagdsieg.

In der Panzerschlacht bei Bubno zeich­nete sich eine Batterie des FlakregimentsGeneral ©Öring unter Führung des Hauptmanns Schulz sowie Leutnant W i l m s k ö 11 e r besonders aus.

Der Matrosengefreite Emst Kellner schoß mit einem leichten Flakgeschütz sein drittes britisches Flugzeug ab.

Ortsangaben des Wehrmachtberichts vom decken sich zum Teil mit dem ungefähren

Die 7. Juli

Kampf um die Stalin-Linie

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Verlauf der Stalin-Linie. So heißt es, daß nörb - .lich der Pripjet-Linie Verbände des deut­schen Heeres kämpfend auf breiter Front gegen den Dnjepr und die obere Düna Vor­dringen. Hier überschreitet die Stalin-Linie, die sich im allgemeinen Flüsse zum Vorgelände wählt, den Landrücken zwischen der Düna und dem Dnjepr. Man wird vermuten dürfen, daß die Stadtnamen Witebsk an der oberen Düna und Orscha an dem oberen Dnjepr den Verlauf der Stalin-Linie über diesen Landrücken markieren. Es ist wohl unnötig zu sagen, daß diese Stadtnamen auch nur unge­fähre Anhaltspunkte sind. In diese Lokalisierung der Kämpfe gehört auch der Hinweis, daß die Luftwaffe feindliche Truppen im Raum von smo- lenfk bombardierte. Smolensk ist ein Eisenbahn­knotenpunkt im Rücken von Witebsk und Orscha und von beiden Städten etwa 150 bzw. 120 Kilo­meter entfernt.

Weiter nach Norden hin finden wir ebenfalls in dem Sonderabsatz über die Tätigkeit der Luftwaffe eine wichtige Andeutung. Es wird von dem Raum ostwärts des Peipus-Sees" gesprochen. Das ist Ingermanland zwischen Peipus-See und Älmen-See. Die Städte Pskow (deutsch Pleskau)

und Nowgorod sind hier die Stichworte. Man darf vermuten, daß auch hier die lettisch-sowjetische Grenze erreicht ist. Sie liegt über 500 Kilometer von Tilsit entfernt. Auch das Gebiet zwischen der oberen Düna und dem Dnjepr liegt 550 Kilometer von der ostpreußischen Grenze entfernt. Es sind also im Laufe von 14 Tagen Entfernungen gemei­stert worden, diees in sich haben". Die Luftlinien von Ostpreußen bis etwa zum Peipus-See oder bis zu dem Landrücken von Witebsk nach Orscha ent­sprechen der Entfernung von Trier nach Nantes an her Mündung der Loire! Einzelne deutsche Jnfan- terieverbände haben auch in der zweiten Woche des Ostfeldzuges in 4'/- Tagen 300 Kilometer hinter sich gebracht Marschleistungen, die auch für tüch­tig«Touristen" unvorstellbar sind. Dabei müssen die schlechten und staubigen Wege sowie der jähe Wechsel von Hitze und Regen berücksichtigt werden.

Dem gewaltigen und erbitterten Kampf im Mit- telstück der Gesamtfront entsprechen kräftige ope­rative Bewegungen an ben beiden Flügeln. Sn Bessarabien sind die deutsch-rumänischen Truppenin fortschreitendem Angriff" auf d e n D n j e ft r zu. Am Oberlauf dieses'Flusses sind un­garische Kräfte angekommen. Nördlich vom oberen Dnjestr haben deutsche Truppen m breiter Front den Feind über den Sereth, einen Nebenfluß des

starken feindlichen Flankenangriff zu- rückgeschlagen. Unsere Flieger haben im Kampfe der Landtruppen überaus wirkungsvoll und erfolgreich mitgewirkt. In diesen Kämpfen haben sich besonders unsere motorisierten Truppen ausgezeich­net. Mit einzelnen Teilen stoßen wir bereits a m D ft ufer des Dnjestrs vor. Der hartnäckige und zähe Widerstand, der sich gegenüber dem Vor­dringen der Honved in den ersten Tagen zeigte, ist, wie aus vielen Anzeichen hervorgeht, vollständig gebrochen. Die Honved verfolgt den Feind syste­matisch auf der ganzen Front."

3m Wehrmachisbericht genannt.

Für hervorragende Tat im Ostfeldzug.

Berlin, 7. Juli. (DNB.) Im Wehrmachtbericht wurde am 6. Juli wegen besonderer Tapferkeit der Ritterkreuzträger Rittmeister Niemack genannt. Er hat als Führer einer Aufklärungsabteilung gleich am ersten Tage des Feldzuges gegen die Sowjet- Union in rücksichtslosem Zupacken einen starken Gegenangriff der Bolschewisten bei Seirijai zurück- geworfen, stieß mit seiner Vorausabteilung über b en Njem en von unb öffnete feiner Division ben Weg.

Eine Rabfahrkompanie unter Führung bes Ober­leutnants Heine hat, weit abgesetzt von ben an­deren Kräften ber Division, bie beherrschenben Höhen am Norbufer bes Bug bei Nur gegen ben erbitterten Widerstanb ber Sowjets genommen. In Felbbefestigungen unb Kampfanlagen hatten sich bie Sowjets zur Verteidigung des Ueberganges über ben Bug eingerichtet. Oberleutnant Heine hat mit feinen Männern in kühnem Angriff bie Sowjets aus ihren Felbstellungen geworfen unb feiner Divi­sion den Weg frei gemacht.

Auf der Autobahn MinskMoskau.

Von Kriegsberichter Helmut Jacobsen.

DNB. ..., 7. Juli. (PK.) Auf dem Flugplatz Minsk liegen bie Trümmer ber Sowjetluftwaffe bunt ver­streut. Jagbflugzeuge barunter bie bekannte ,Rata", Aufklärungs- unb Bombenflugzeuge finb durch Bombentreffer ber Stukas zerfetzt ober burch bas Feuer ber Zerstörer unbrauchbar gemacht. Aus­gebrannt, umgestürzt, durchlöchert so liegen sie am Rande bes großen Platzes, unb über ben Sow­jetsternen erheben sich triumphierenb bie beutschen Aufklärer, Stukas und Kampfflugzeuge. Das Boden­personal hat sich in den fensterlosen Hallen ein­gerichtet und verrichtet unter dem Schutz ber Jäger seine Arbeit wie im deutschen Fliegerhorst.

In ben trostlosen Straßen von Minsk mit seinem elenben Kopfsteinpflaster, ben ausgebrannten Häuserfasfaben unb den rauchenden Trümmern be­gegnen wir endlosen Zügen von Gefangenen der Sowjetarmee. Kahl geschoren, mit gelben Ge­sichtern, zerlumpt unb mübe schleppen sie sich vorbei an bem ausgebrannten Riesenbau ber Bolschewisten, vor bem ein übergroßer steinerner Lenin Haß und Weltrevolution prebigt. Haß unb kulturelles Un­vermögen fünben Plakate unb Bauten ber Sowjets, so sieht ber beutsche Solbat bas Sowjetparabies.

Aus ber Autostraße, bie von Minsk nach Moskau führt, schleppen sich armselige Flücht­linge mit geringem Hab unb Gut zu ihren Wohn­stätten zurück. Schuhe scheinen zu ben unbekannten Kleibungsstücken zu gehören. Streckenweise häufen sich auf ber Straße bie zerschlagenen ausgebrann­ten Sowjetpanzer, Flakgeschütze, Scheinwerfer unb Lastwagen. Schwere Artilleriegeschütze finb samt ben Traktoren im Stich gelassen unb wenn wir bie großen Bombenkrater ber beutschen Flugzeuge sehen, wissen wir auch warum.

Es ist für bie vorrückenden deutschen Kolonnen eine Freude, die glatte breite Straße nach ben-staubigen, zerwühlten Wegen zu fahren. Hier kann uns der Motor in ungewohnter Geschwindig­keit nach vom bringen. Am Horizont steigen Rauch­wolken auf: Der Feind leistet Widerstand. Der rast­lose, schnelle Vormarsch der Deutschen soll aufge-

halten werden. Kradschützen hatten bie Auf­klärung übernommen, fanden eine Straßensperre unb bekamen schweres MG.-Feuer. Panzer eilen zu Hilfe. Das ist das Zeichen für bie feind- lichen Panzerwagen, die jetzt von beiden. Seittn unb von vorn aus bem Dickicht hervorbrechen. Sie kommen nicht recht zum Feuern, denn kaum haben unsere schwarzen Husaren sie erblickt, da überfällt sie deren gesammelte Feuerkraft, unb in unvor­stellbar kurzer Zeit liegen die braun-grünen Ko­losse ber Sowjetarmee regungslos, zerschossen. Die Mehrzahl von ihnen hat Feuer gefangen! dunkel rot leckt die Flamme und, blau-schwarz steigt der Rauch zwischen den Bäumen zum blauen Himmel. Im Umkreis von etwa 200 Meter sehen wir ein gutes Dutzend sowjetischer Panzer brennen und qualmen. Glühende Munition verpufft. Explosionen reißen Staylwände wie Pappe auseinander.

Aber noch wehrt sich der Feind. Als wir mit ber Infanterie, die Granatwerfer und Pak mit sich führt unb den Panzern weiter in ben Wald Vor­dringen, pfeifen bie Geschosse uns um die Ohren, splittern an den Bäumen. Sanitäter tragen in selbstloser Aufopferung verwundete Kameraden aus der Feuerlinie. Unsere Artillerie setzt ein. Wie hören die Granaten über unseren Köpfen zwitschern, dumpf folgt die Explosion. Stukas eilen herbei, werfen ihre Bomben und greifen mit MG.-Feuer den Feind an. Heftiges Feuer feindlicher Flat ant­wortet ihnen. Jäger preschen über uns dahin, be­reit, jedes feindliche ^lu^eug sofort zu fassen. Aber die Sowjetluftwaffe scheint nur noch aus kärglichen Resten zu bestehen. Seit den ersten beiden Tagen haben mir nur selten eine feindliche Maschine ge­sehen. .

Es dauert nur wenige Stunden, dann ist ber Feind auch von hinten gefaßt unb kann sich der Umklammerung nicht mehr entziehen. Vernich­tung ober Ergebung in bas Schicksal ist das Los der Sowjetarmee. Die wartenden Kolonnen wer­fen die Motore wieder an, weiter rollt der Vor­marsch.

Oer Tag der Kanoniere.

Mit Haubitzen gegen sowjetruffssche Panzer.

Von Kriegsberichter Dr. Friedrich Wagner.

DNB. ... 7.Juli. (PK.) Es mar am Mittag biefes heißen Kampftages über ben Feldern von Rad zi echom ostwärts Lemberg ein Klir­ren unb Bersten in der Luft, wie in den sagen­haften Schmieden der Unterwelt vielleicht. Eisen prallte auf Eisen, verderbenbringenbe Geschosse auf stählerne Platten, lieber ben A eck em hallte es wider, als kämpften eisengepanzerte Ritter unb schlügen mit ihren Schwertern auf wehrhafte Rüstungen ein. Das war, als fowjetrussische Pan­zer von Süden her zum Flankenstoß an­rannten gegen ben Schutzwall, ben Infan­terie unb Artillerie für bie Panzer st raße nach Oft en bildeten, bas war der stolzeste Tag der Kanoniere, als ihre Rohre zwei Stunden Tob unb Vernichtung ausstreuten unb der Gefreite Reiser als Richtkanonier mehr als zehn Panzer zur Sttecke brachte.

Feindliche Panzer im Anmarsch!" In ben Mor­genstunden ist bie Meldung gekommen. Werden es bie leichten Feldhaubitzen schaffen? Die Männer kommen nicht viel zur lleberlegung, schon jagen fie aus der verdeckten Feuerstellung die erste Salve dorthin, wo sich bie feindlichen Panzer bereitstellen. Schon sind die graubraunen Kampfwagen in ber Ferne zu sehen. Jetzt Ruhe behalten, nicht schießen! Noch sind sie zu weit entfernt. Die Richtkanoniere pressen das Auge fest an das Rundblickfernrohr. Munition liegt bereit, die Rohre zeigen gegen ben heranrollenden Feind. Noch 200 Meter, warten! Noch 100! Die Panzer, die sich am Hang gefam- mett haben, stoßen hervor. Wieviele finb es? 40 ober 50 wohl, so schätzen die Kanoniere, aber nun ist es soweit, die Haubitzen jagen ihre Panzer­granaten gegen die stahlbewehrten Wagen, Geschoß um Geschoß fliegt heraus, alles schleppt Munitton herbei, hilft die Geschütze schwenken.

Vorne ber schwere dick deponierte Kampfwagen muß er nicht schon einen Treffer haben? Doch er fährt weiter, birekt auf ben Gefechtsstanb ber Ab­teilung zu. Alles springt in bie Panzerdeckungs­löcher, der Koloß rollt über sie hinweg, feine Rau­pen schippen Dreck auf die Stahlhelme. Gerade über Dem Loch des Adjutanten erhält er wieder einen

Treffer. Der spürt den Luftdruck. Kaum ist der Panzer über die Löcher hinweg, springen die Kano­niere blitzschnell heraus, schießen wieder. 50 Meter weiter reißt ein Volltreffer den Panzer in einer riesigen Flamme auseinander, seine Teile fliegen in gewaltiger Bahn in bie Luft.

Don allen Seiten finb sie jetzt ba. Die Geschütze müssen immer mieber Stellungswechsel machen, ba greift alles zu, vom Major bis zum letzten Muni­tionsschützen. ' Besonbers eine Haubitze nimmt sich Kampfwagen um Kampfwagen vor. Da steht der Gefreite Reiser am Runbblickfernrohr. Mit uner­schütterlicher Kaltblütigkeit richtet er ein, nach einer kurzen Feuerpause hat er sogar eine Zigarette im Munb. Einen Panzer nach bem anberen schießt sein Geschütz ab, viele Männer springen herbei, um bie Munition rechtzeitig nachzuschaffen. Aber halb wirb bie Munition knapp. Wie soll sie jetzt mitten im berftenben Eisenhagel nach vorn? Da springt ein Unteroffizier im Feuer ber Panzer zurück, holt Pferde unb prescht mit ber Munition zwischen bie Geschütze. Zwei anbere hasten zu einem Last­kraftwagen unb fahren mit ihm ebenfalls bie Ge­schosse heran. Heil bringen sie das Fahrzeug heran.

Ein fowjetrussifcher Panzer rollt auf ein Geschütz zu, prallt auf, fährt zurück, kaum ist er einige Meter entfernt, ba springen bie Kanoniere an ihre Plätze, jagen ihm eine Granate auf kürzeste Ent­fernung in ben gepanzerten Leib. Eine Stichflamme stößt heraus unb in der Explosion fallen die Män­ner ber Gefchützbebienung.

Zwei Stunben unb mehr tobt ber Kampf. Zwei Stunden brennt bie Sonne über den Feldern, bie ßuftjft grau vom Rauch unb klirrt von Einschlä­gen. Die Männer laben, schießen, schleppen Muni- tion. Sie kämpfen verbissen unb in ihrer Abwehr bricht der Angriff ber sowjetischen Panzer zusam- men. Was burchgekommen ist, wird hinten von Panzerjägern kampfunfähig gemacht. Als bie Nacht kommt, reißen in einem schweren Gewitter zuckende Blitze bie schwarzen Wolken runb am Horizont auf. Die Kanoniere kriechen neben ihren Haubitzen in bie Löcher, unb bie gewaltigen Einbrücke des Kamp­fes gehen in bie Traumbilder über.

Dnjestr, hinaus verfolgt. Am Nordflügel werben die planmäßigen deutsch-finnischen Operationen durch massive Angriffe ber Luftwaffe auf die Be­festigungen der Fischer-Halbinsel und an ber Murmansk-Bahn unterstützt.

Der Gereih.

Der Wehrmachtbericht vom 7. Juli melbet, baß die Bolschewisten in Galizieß in breiter Front über den Sereth verfolgt werben. Hier kann ber Normalgeograph in Gewissenskonflikte kommen, wenn er nicht eine gute Karte hat. Es gibt auch in' Rumänien einen Fluß Sereth, ber zur Donau abfließt unb der in bem gegenwärtigen Feldzug nicht weiter interessiert, weil er hinter ber beutsch-rumänischen Front liegt. Der Sereth, ben der Wehrmachtbericht vom 7. Juli meint, ist der galizische Sereth. Er ist ein linker Neben­fluß bes Dnjestr unb führt an der ob ihres Juben-^ reichtums bekannten Stabt Tarnopol vorbei. Auf bem welligen Höhenzug östlich von Lemberg ent­springen eine Reihe von Flüssen, bie vielfach in gekrümmtem Lauf und mit hohen Talrändern nach Süben zum Dnjestr hin abfließen. Zu ihnen gehören bie Zlota Lipa, die Strypa, ber Sereth unb ber Zbrucz. Ein ähnlichesHinbernis" bilben für ben Sucher auf der Landkarte bie beiden Bugs. Der eine Bug, ber sogenannte westliche Bug, ist bekannt geworden, weil er auf eine lange Strecke seit 1939 die deutsch-sowjetische Grenzlinie bildete. Er ist ein Nebenfluß der Weichsel unb fließt an Brest-Litomsk vorbei. Der zweite ober südliche Bug entspringt unweit bes westlichen Bugs, fließt aber in ebenfalls gekrümmtem Lauf nach Süben ab; er liegt zwischen ben namensähnlichen Flüssen Dnjestr unb Dnjepr.

Weiteres Vordringen der Ungarn.

Budapest, 8. Juli. (Europapreß.) Dft Chef bes ungarischen Honveb-Generalstabes melbet am Mon­tag:Unsere Truppen haben am 5. und 6. Juli einen