Einzelbild herunterladen

VMM

'M

General-Anzeiger für Obecheffen

6it6en,Sd>elftta6e 7-9

Opfer der bolschewistischen Mordbanden

erklären.

ZU

on-

Abrede stellte und in einer systematisch betriebenen Enteignungsaktion jeden Menschen um seinen Be­sitz betrog. Jede eigene geistige Regung, jede Phan­tasie, jede schöpferische Note mußten einem stump­fen und öden Kadavergehorsam weichen, einem materialistischen Prinzip, das bis zur Blindheit und bis zu einem unkontrollierbaren Fanatismus geht. Die Darstellungen unserer Kriegsberichter zeigen mit aller Deutlichkeit, daß der Sowjetsäldat in einer materiellen Apparatur aufgewachsen ist und, wenn es um Leben oder Tod geht, mit fana­tischem Unverstand in sein Unglück stürzt.

Persönlichkeit, Rasse und Idealismus, Daseins- formen, die erst eine Kultur zu tragen vermögen, sind dem Bolschewisten fremd. Sein Klassenkamps, sein Bestreben, die internationale Weltrevolution mit den Waffen des Terrors und der Gewalt auf­zurufen, richteten sich zwangsläufig gegen die euro­päische Kulturgemeinschaft und setzten zugleich im eigenen Land die Lebenshaltung herunter. Die Ein- zwängung der privaten Initiative und die Aus­schaltung der Verantwortungsfreudigkeit brachten den Sowjetbürger praktisch ins Elend. Das bolsche­wistische Rußland hat den von Juden geführten Kampf des internationalen Untermenschentums ge­gen die Kultur deshalb begonnen, weil es im Mas­senterror, Raub, Brand, Streik, im Bandenkrieg, im Aufstand und der Spionage seinen Lebensin­halt sieht.

Mit der Peitsche fanatischer Leidenschaft hatte der Bolschewismus in Rußland diesen Wahnsinn

zu zeigen.

Alle Gefangenen", so betonte der schwedische Korrespondent,scheinen der Lage ziemlich hilflos gegenüberzustehen. Sie wußten nicht richtig, wofür sie gekämpft haben, denn sie waren keine Kommu­nisten. Ob Stalin oder Hitler im Kreml herrsche, schien ihnen ziemlich gleichgültig zu sein, da sie es kaum viel schlechter bekommen könnten. Sie hatten keine richtige militärische Ausbildung erhalten. Sie hatten keine Ahnung, was ein moderner Krieg eigentlich ist. Auf die Frage, ob sie Mitglieder der Kommunistischen Jugendorganisation seien, antwor­tete der redegewandte junge Mann:Nein, wir wollen in Frieden leben und unsere Ruhe haben".

Die übrigen Gefangenen stimmten dieser Aussage zu. Keiner von ihnen hielt es für richtig, sich öffent­lich mit dem bolschewistischen Regime solidarisch

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Washington, Anfang Juli 1941.

Druck und Verlag: vrühlscheUniversttatrdruckereiN. Lange

gewesen sei aber so schwer belastet worden, daß es sich nicht mehr gelohnt habe, privater Geschäfts­mann zu sein. Deshalb hätten die meisten Geschäfte schließen müssen.

, Vor der Flucht", so heißt es in dem Bericht wei­ter' haben die Bolschewisten mit unmenschlicher Grausamkeit unter den Gefangenen der vielen Ge­fängnisse gehaust. Hunderte von Menschen wurden durch einen Schuß in den Nacken umgebracht, eine Hinrichtungsmethode, die die Gesichter unkenntlich macht und die von den Bolschewisten bevorzugt

denkt- die Folgerungen, die er aus dieser Erkennt­nis zieht, sind der Publizistik noch nicht zugäng­lich, weil er selbst sich noch nicht im klaren ist, weil er deutlich spürt, wie er zwischen verschiedenen Strömungen hin- und hergezerrt wird. Das macht ihn nicht froher, aber, wenn dieser Prozeß organisch verläuft, sicherlich reifer.

Immer neue Sowjet-Morde.

1500 Ukrainer allein in der Kleinstadt Dubno hingemetzelt.

Berlin, 7. Juli. (DNB.) Noch steht die Welt­öffentlichkeit unter dem Eindruck der grauenhaften Geschehnisse von Lemberg, wo in den Kellern des Brigitten-Gefängnisses buchstäblich Leichenberge von mehreren Tausenden ukrainischen Männern und Frauen aufgetürmt waren. Jetzt werden wieder neue Massenmorde bekannt. In der Kleinstadt Dubno haben die Sowjets beim Einrücken deut­scher Truppen nicht weniger als 15 0 0 ukrai­nische Männer und Frauen in bestialischer Weise ermordet. Die an Ort und Stelle vor­genommenen ärztlichen Feststellungen haben er­geben, daß die entmenschten Barbaren viele Frauen und Kinder geschändet und dann erst niedergemetzelt haben. Nach den fürchterlichen Schreckenstagen, die die Westukraine unter dem grauenhaften Terror der sowjetischen Soldaten zu erdulden hatte, wird der Einzug der deutschen Truppen dankbaren Herzens begrüßt.

Dienstag,8. Juli W41

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer biS8'/,Uhr des Vormittags

Anzeig en-Vreise:

Anzeigenteil 7 Rvf. Je mm bei 22 mm Zeilenbrette, Wertteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Zeilenbrerte

Nachlässe:

Wiederholung Malstaffell Abschlüsse MengemtaffelS Plabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr

Zwei Welten.

Von Dr. Kurt Barges.

Das bolschewistische Rußland hatte, da es von Beginn an seine internationale Mission betonte ofort seine Gifte über die europäische Kulturge- rneinschpft gegossen: 1918 Revolution in Deutsch­land und Oesterreich, 1919 Proletarische Revolution in Ungarn, April Rätereoolution in Bayern, 1920 Besetzung der Betriebe in Italien durch Arbeiter, 1921 Aufstand der proletarischen Vorhut in Deutsch­land, 1923 revolutionäre Krise in Deutschland, 1924 Aufstand in Estland, 1925 in Marokko, 1927 m Wien, 1925 Explosion der Kathedrale in Sofia, eit 1925 revolutionäre Bewegung in China, 1928 Aushebung kommunistischer Organisationen in Spa­nien, Portugal, Ungarn, Italien, Japan und m anderen Staaten. 1929 Barrikaden in Berlin, der kommunistische WelttagGegen den Jmperiajis- ^Jm einzelnen: am 14. Januar 1930 wurde Horst Wessel von dem Kommunisten Höhler unter Be- teiliqung der Juden Salli Eppstein und Else Cohn erschossen. Am 9. August 1931 wurden auf dem Bülowplatz in Berlin die Polizeihauptleute Anlauf und Lenck auf Anstiftung des Kommunisten Heinz Neumann, der in Sowjetrußland eine maßgebende Rolle spielte und mit Klara Zetkin und Max Hmz in Moskau als Kampfgehilfe des Bolschewismus auftrat, zur Strecke gebracht, und mit ihnen im Laufe vieler Jahre Hunderte von nationalsozialisti­schen Kämpfern. 1919 wurden in München 10 Gei­seln auf Befehl des Terroristen Eghofer, unter Mit- Wirkung der jüdischen Sowjetisten Levin, LevinS- Nissen und Axelrod erschossen, im gleichen Jahre wurden in Budapest unter der Kommunistenherr­schaft von Bela Kun, der in Wirklichkeit Aron Cohn hieß, mehrere Geiseln ermordet. Die in der Krim auf seinen Befehl durchgeführten Erschießungen von fast 70 000 Menschen zeigen drastisch das wahre Gesicht des Bolschewismus.

In Sowjetrußland selbst fielen ihm Millionen von Menschen zum Opfer: Professoren und Lehrer, Aerzte und Offiziere, Polizisten und Beamte, Ar­beiter und Bauern, vor allem geistige Arbeiter, In­tellektuelle, Künstler und Geistliche. So stellte sich das völkerbedrohende Phänomen des Bolschewis­mus dar, der in seinem Lande einen offenen, in den anderen europäischen Staaten einen versteckten Zerstörungskampf führte, seine Angriffe gegen die schönen Künste, die Presse und die Religion richtete, alle nationalen und rassischen Gegebenheiten in

rung aufzulösen.

Die Sowjets sind nämlich auch in der öffent­lichen Meinung Amerikas die blutrünstigsten Tyrannen der Weltgeschichte, die Unterdrücker jeder religiösen Freiheit, die erbarmungslosesten Sklaven­halter, und das «bolschewistische System Dasjenige, das unterhalb jeder Zivilisationsstufe steht, das jeden Fortschritt in Strömen von Blut unschuldiger Menschen erstickte. Und dafür sollen die Burger der Vereinigten Staaten Opfer bringen, sollen ihren

wird. , .

Der schwedische Korrespondent war auch m einem Gefangenenlager in der Nähe von 3aro&-- law. Hier waren auch Sowjetoffiziere untergebracht. Wunderliche Typen", so schreibt der Berichterstatter. In Westeuropa sei der Begriff Offizier immer un­trennbar verbunden mit Eleganz, guter Haltung und einem zivilisierten Aussehen Diese Manner dagegen sähen jämmerlich aus. Ihre Rangbezeich- nunaen hätten sie entfernt, sie besäßen nichts als das was sie auf dem Leib trügen. Viele seien nicht einmal im Besitz von Schuhen, sondern gingen barfuß. Sie seien an den Gebrauch von Schuh-

Verwirrung in LlGA

Von unserem B.K.-Berichterstatter.

über alles geschätzten Lebenstandard geradezu der Gradmesser ihrer Kultur, so wie sie die Kul­tur verstehen! aufgeben, und sich in ein gefähr­liches Abenteuer einlassen, das angesichts der ein­zigartigen deutschen Erfolge auf dem östlichen Kriegsschauplatz Europas immer vager wird?

Man braucht sein Ohr nicht durch langjährigen Aufenthalt in den Staaten für die vielerlei Zwi­schentöne geschärft zu haben, die in ihrer Gesamt­heit das Stimmungsbild der öffentlchen Meinung ergeben. Es ist hier eine deutliche Unlust feftzustellen, ein unbequemes Gefühl, das man hier und da auch ein Erwachen nennen könnte. Oder ein Erschrecken! Ein Erschrecken vor der Mög­lichkeit, durch ein diabolisches Spiel unkontrollier­barer Mächte bis an den Rand eines turbulenten Geschehens geführt zu fein, das von ganz ande­ren Kräften bewegt wird, als die Einpeitscher der amerikanischen Propaganda für die amerikanische Einmischung es wahryaben möchten. Der Yankee sieht vor seinem geistigen Auge die Möglichkeit, daß das bolschewistische Chaos Europa geradezu lebensgefährlich bedrohte und damit der These Roosevelts für den analogen Fall Deutschland fol­gend auch die Vereinigten Staaten.

Alles weitere, was der Amerikaner sonst noch

Oie Bolschewisten verschleppen die estnische Zivilbevölkerung.

he 1 sinki, 8. Juli. (Europapreß.) 3n Rundfunk­sendungen aus Estland wird milgeteilt, daß die Lowjetbehörden offenbar große Teile der estnischen Bevölkerung zwangsweise ablranspor- tieren. Die Sendungen klingen aus in einem Hilferuf an die ganze Dell, dem bedrängten estnischen Volk zu helfen und alles zu tun, um diesen Gewallmaßnahmen der Sowjets zu begegnen.

Aufmarschpläne für den Einfall in Ostvreuhen.

Berlin, 7. Juli. (DNB.) Deutsche Soldaten sanden in der ehemaligen litauischen Staatsdruckerei in den Kellerräumen einer hier iip Herbst 1939 von den Sowjets eingerichteten bolschewistischen Redak- tton in einem großen Panzerschrank venvahrt ge­naue Aufmarschpläne für die in Litauen kon­zentrierten Sowjet-Regimenter. Durch einen Vorttoß von Allenstein nach Heiligenbeil sollten sie Kö­nigsberg abschneiden. Neben Karten und Skizzen sowie Reiseführern von den deutschen Ost­provinzen wurden auch die Telephonbücher von Pommern und Ostpreußen aufbewahrt. Ferner hat­ten die bolschewisttfchen Agenten bereits eine große Schwarze L i st e" angelegt, auf der die Namen und Personalangaben der führenden Persönlichkeiten der deutschen Ostgebiete verzeichnet standen. Diese sollten als erste dem Terror der GPU. ausgeliefert werden. Die Aushebung dieser Geheimzentrale be­weist aufs neue, welche Gefahren dem deutschen Osten von feiten der bolschewistischen Machthaber drohten.

19(. Jahrgang Nr. 160 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags

Beilagen:

Gießener Familienblätter Heimat nnBild-DieScholle

Bezugsvreis: Monatlich-------.RM 1.80

Zustellgebühr... ,, -.25 auch bei 'Richterschemen von einzelnen Wummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanfchluß 2251 Dmhtanscyrist:Anzeiger" Postscheck 11686 Front s M.

Stockholm, 7. Juli. (DNB.) Der Sonder­korrespondent von Stockholms Tidningen in Lem­berg, Bertil Svahnstroem, gibt eine Schilderung der Verhältnisse nach der Besetzung der früheren pol­nischen Ukraine. Es herrsche kein Zweifel darüber so heißt es in dem Bericht u. a., daß die ukrainische Bevölkerung die Deutschen als Befreier be­trachte. In den Städten habe man Inschriften mit HeitHitler" oderWir grüßen unseren Hitler" aufgestellt. UeberaU sehe man H a k e n k r e u z f a h- neu. Beinahe zwei Jahre sei Lemberg sowje­tisch gewesen. Es herrsche kein Zweifel darüber, daß die bolschewistische Phase als d ie d ü st e r st e in der Geschichte der Stadt Lemberg betrachtet werde. Die Sowjets hätten sich in 20 Monaten von Herzen verhaßt und gefürchtet gemacht, sowohl bei der polnischen wie bei der ukrainischen Bevölke­rung. Sie konfiszierten, verstaatlichten und kollek­tivierten. Keiner arbeitete mit Ernst. Die Preise stiegen in eine schwindelnde Höhe. Ein Arbeiter, der 150 Rubel im Monat verdient, konnte sich kein Paar Schuhe kaufen, die 300 Rubel kosten, oder einen Anzug für 1000 Rubel ober noch mehr. Das private Geschäftsleben sei zwar nicht prinzipiell verboten

Wie in den großen Städten, so wurden auch auf den Dörfern Menschen in tierischer Weise von den Bolschewisten ermordet. Die Einwohner von M i k o l a j o w (ösllich von Lemberg) holten die ermor­deten Ukrainer in einem feierlichen Zuge ab. Unabsehbar war die Zahl der Begleiter dieses erschüttern­den Trauerzuges. Unter lautem Wehklagen gingen sie mit den Wagen auf denen die Toten zum Friedhof gebracht wurden. (PK.-Brenner. (Scherl-M.)

In der Ukraine als Befreier begrüßt."

Eindrücke eines schwedischen Korrespondenten.

zeug nicht gewöhnt und gingen daher gerne ohne Schuhe (!). Auf eine Frage, warum er ohne Scyuhe gehe, habe einer der Sowjetoffiziere geant­wortet, daß er feine Schuhe verkauft habe, um Zi­garetten zu bekommen. Er habe kein Geld besessen. Ein General erzählte dem Korrespondenten, daß er seine Karriere als zaristischer Offizier begonnen und als' Seconde-Leutnant am vorigen Weltkrieg teilgenommen habe. Nach der Revolution sei er in die bolschewistische Armee eingetreten und zum Stabschef eines Armeekorps avanciert. Weiter habe er jedoch nicht kommen können, da er nicht Kom­munist fei.

Sehr genau habe man, so berichtet der schwedische Korrespondent weiter, die Gefangenen volkstums­mäßig eingeteilt: Russen, Ukrainer, Juden und Asiaten. Die Ukrainer seien in der Mehrzahl ge­wesen. Von den 3600 bisher in dem Lager unter­gebrachten Gefangenen seien 1800 Ukrainer ge­wesen, die keine besondere Vorliebe für die Russen zeigten. Die 300 im Lager vorhandenen Asiaten hätten den verschiedensten Völkerschaften angehört, Mongolen aller Schattierungen, Kalmücken, Kirgisen und Usbeken, Nomaden vom Eismeer im Norden bis zur Küste des Kaspischen Meeres im Süden. Die 800 in Lager untergebrachten Russen seien sehr neugierig und gesprächig gewesen. Im allgemeinen hätten sie alle etwas gegen Stalin einzuwenden gehabt. Eine Gruppe Gefangener habe stark ap­plaudiert, als jemand erklärte, der Kommunismus werde ausgerottet werden. Auf die Frage, ob sie jemals Stalin gesehen hätten, antwortete ein russi­scher Gefangener, daß er nur Bilder Stalins ge­sehen habe, da Stalin nicht wage, sich dem Volke

Kein Zweifel: die Vereinigten Staaten sind in , Hner verzwickten Situation. Das trifft ücht nur für den Washingtoner Kreis um Roose- aclt und seine zahlreichen Mitläufer und Nutznießer ;u, sondern für die gesamte amerikanische Oeffent- üchkeit. Sie verstehen sich nämlich selbst nicht mehr, die Yankees, ihr überliefertes und in der Idee fo starr festgehaltenes Denkprinzip hat einen heftigen Stoß erlitten. Wodurch? Durch nichts anderes, als daß sich plötzlich die Sowjetunion rote eine riesenhafte dunkle Wand vor den tollen Feuerzauber >iner Propaganda schob, die sich in ihren maßlosen LLebertreibungen, in ihrer eitlen Selbstgefälligkeit auf ein Ziel richtete, über bas in den Kopsen der meisten Amerikaner höchst nebehalfte oder überhaupt keine Vorstellungen herrschten es fei denn, daß man einen Wust von Phrasen bafur nimmt

Bis zum 22. Juni 1941 machte bie Sache den Amerikanern weniger Kopfschmerzen. Da war auf Der einen Seite England, das angeblich immer noch für die alten demokratischen Ideale der Frei­heit, der menschlichen Würde und Gott weiß, wofür sonst noch kämpfte, nur nicht für das, was die Wall­street und die jüdischen Drahtzieher der großen Poli­tik des Weißen Hauses für ihre Vorrechte hielten, während auf der anderen Seite dasböse Nazi- beutf djlanb, der ewige Unruhestifter, der Ver­nichter jeden menschlichen Glücks, das Land der Diktatoren", dieser Albtraum eines Staates dafür sorgte, daß jedem wahren Yankee ein Schauder über den Rücken lief. Daß eine geschickte Regie streng darauf hielt, daß die richtig dosierten Stromstöße dieses Nervenkitzels in Form einer vielseitigen Pro­paganda nicht aussetzten, merkte er zumeist nicht.

Rätselhaft bleibt es für den Kontinentaleuropaer, wie es zugehen konnte, daß aus diesem Schauder so etwas wie eine Nervenkrisis und echte Haßpsychose entstehen konnte. Man kann es nur so erklären, daß bie USA. überhaupt ein neuer Fall in ber Weltgeschichte sind, baß sie nicht aus dem Dunkel des Mythos und aus den Wirbel­stürmen immer neuer geistiger und materieller An­passungskrisen über Jahrtausende hinweg zu einem Volk zusammengeschmolzen wurden, sondern als Vernunft st aat, als Kind der Aufklärung, das Licht ber Wett erblickten. Während andere Volker im Laufe einer sehr alten Erfahrung lernten, aus den Gesetzen des Lebens selbst, ihrer eigenen An­passungsfähigkeit und Gestaltungskraft has-Bafem anderer Völker zu beurteilen, wurde die amenta» nische Staatsidee aus einer zufälligen Konstellation : geboren, so wie sie 1776 bestand. Für Europa ist sie längst verblaßt und abgetan, die Fortschrittseligkett eines Montesquieu hat auf staatlich-politischem Ge­biet jegliche Anziehungskraft verloren. Nur die Vereinigten Staaten halten diese längst erloschene Fackel hoch, behangen sie mit dem gigantischen Flitter ihrer Maschinenkultur und träumen diesem Ideal nach wie zu den Zeiten der Brüder Adams, Benjamin Franklins, Thomas Jeffersons und Han- cocks. Es herrschten, so seltsam das klingt, immer noch die alten Vorstellungen von der Gleichheit und

Glückseligkeit ber Menschen und ber Verderbtheit der Tyrannen und Despoten. Diese Ueberlieferung ist unantastbar, obgleich sie für Europa heute, sobald sie im Munde führender Politiker und Staats­männer der USA. auftauchen, Öen verdächtigen Bei-

; geschmack ber unstatthaften Vermischung von Pott- ; tik und schwärmerisch verstiegenen Gefühlen hat, der durch den offenkundigen Widerspruch zu allen ge­gebenen Tatsachen ber Alltagswelt Amerikas sogar zu krassester Heuchelei gesteigert wirb.

Nur biete seltsame Jbeologie befähigt den Ameri­kaner überhaupt, die Sache Englands für perfekt und die Deutschlands fürnichtswürdig" zu halten, wobei eingeschaltet werden muh, daß an der Börse, in der Hochfinanz, in der Wirtschaft und vor allem in politischen Kreisen Washingtons dieses durch die Verfassung bestimmte Bilderbuch von Vorstellungen und Ueberlieferungen sehr geschickt benutzt wird, um andere, weitaus realere Ziele zu tarnen. Auf dieser Basis hoffte der Präsident langsam seine Absicht ver­wirklichen zu können, die USA. für den Knegsem- tritt reif zu machen. Zwar zögert er sichtlich die Ent­scheidung hinaus, benutzt eine ganze Reihe von Ven­tilen, die in England sehr wohl als solche erkannt werden und nicht immer mit einem zustimmenden Lächeln, er beschränkt den Benzinverbrauch, sieht der Automobilfabrikation auf die Finger, verhängt neue Steuern, hält Reden mit der durchsichtigen Ab­sicht, zu provozieren, aber lenkt die Dinge doch fpur= bar so, daß sie in einem Schwebezustand ' . bleiben, offensichtlich, weil er zu gern mochte, das

Deutschland ihm den Ball zuspielt.

Und das ist nun wieder auf eine Weise geschehen, | mit der Roosevelt zu diesem Zeitpunkt am wenig- ften gerechnet hatte. Dieser Krieg gegen die Sowjet­union hat ihn der Schlagkraft seiner sämtlichen Propagandathesen beraubt, vor allem, weil er zuvor auch recht kräftig gegen den Bolschewisten ins Horn stieß und sich dabei von keinerlei Hemmungen leiten ließ. Jetzt muß er sich mehr oder minder versteckt sagen lassen, daß die Bolschewisten alles andere als jenes Ideal verwirklicht hätten, für das Roosevelt vergeblich bereit ist, England mit allen Mitteln zu unterstützen, eben jenes sagenhafte Ideal von 1776, das Europa für einige Weltensekunden das Morgem rot einer neuen Zeit vorgaukelte, um dann sich ebenso rasch wieder in Dunst und krasseste Ernuchte-

Gießener Anzeiger

Zchriftleitung und Geschäftsstelle: