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Aus der Stadl Gießen.

Die eigene Scholle.

Es ist ein wenig übertrieben, von der eigenen Scholle zu reden, wenn es sich nur um ein Stück­chen Gartenland handelt, das einem außerdem nur flachtweise gehört. Aber für Schulzes bedeutet es D»iel wie bie eigene Scholle, seit sie nun nicht mehr allein besuchsweise bei einem Bekannten in Be­rührung mit der Gartenerde kämmen. Jetzt ist es ihr eigenes Fleckchen Erde, das sie täglich bearbeiten und dessen Erträgnissen sie voll Hoffnung entgegen* blicken. Es vergeht kein Tag, an dem nicht mit Ernst und Siebe davon gesprochen wird, ja, es läßt sich ohne Uebertreibung sagen, daß mit diesem Stückchen Gartenland das Famllienleben einen neuen Inhalt bekommen hat.

Zuerst war es ein wüster Fleck am Stadtrand, auf dem im Sommer bas Unkraut prächtig gedieh. Als Bauland harrte es seiner Bestimmung, und da es keine großen Ausmaße hatte, blieb es zunächst liegen. Brachland ist aber in dieser Zeit regelrecht Vergeudung, weshalb eines Tages der wüste Fleck zum Gegenstand ernsthafter Besprechungen wurde. So kam es, daß Dater Schulze plötzlich mit der Mitteilung nach Hause kam, er habe einen Garten

verdunkelungszeit

8. Mai von 21.00 bis 5.38 Uhr.

gepachtet. Einen Garten, einen richtigen Garten, wollten die Kinder wissen. Und die Frau fragte voll verhaltener Freude:Ist es wirklich ein Garten, Vater?" Schulze nickte vergnügt dazu, meinte dann allerdings, es sei noch kein richtiger Garten, er stehe aber dafür ein, daß es bald einer werde.Und ein Schmuckstück wird er, darauf könnt ihr euch verlassen", setzte er nachdrücklich hinzu.

Man muh sagen, daß Vater Schulze nicht nur seinen Worten Nachdruck verlieh. Er ging mit Feuereifer daran, den Boden umzugraben, wobei ihm der Aelteste eine gute Hilfe war. Nach kurzer Zeit hatte der wüste Fleck bereits ein ganz anderes Aussehen. Dann wurden Unterteilungen vorgenom­men, Wege angelegt und Umzäunungen geschallen. Tag für Tag begab sich Vater Schulze nach Fabrik- fchluß au seinem Garten, und abends stellte er zu Hause Überlegungen an, in welcher Weise das neu gewonnene Erdreich zu bestellen sei. Kartoffeln kamen natürlich in Frage und außerdem Bohnen. Mutter Schulze wollte auch einige Erdbeeren. Dann sollte es noch Salat geben, Kohl und selbstverständ­lich auch Küchenkräuter. Es war der reine Genuß, diele Beratungen zu führen.

Seit kurzem hat die Bestellung begonnen. Man kann Vater Schulze abends mit Bedächtigkeit auf dem Gartenland wirken sehen. Am letzten Sonntag war sogar die ganze Familie dort, um Hand anzu­legen. Froher Eifer strahlle von allen Gesichtern, als habe ihnen die Berührung mit der Erde einen Schuß neue Lebenskraft zugeführt. Ist es da ein Wunder, daß sie bas Stückchen Erde mit Stolz als ihre eigene Scholle ansehen? H. W. Sch.

Die Heil- und Teekräuterbeschaffung 1941 im Gau Hessen-Nassau.

Die Reichsarbeitsgemeinschaft für Hellpflanzen­kunde und Heilpflanzenbeschaffung RfH., Gauabtei­lung Hessen-Naifau und Kurhessen, als beauftragte Außenstelle des Reichsamtes für Wirtschaftsausbau, gibt nachfolgend eine Liste derjenigen Pflanzen und Pflanzentelle bekannt, deren Sammlung aus wild­wachsenden Beständen im Interesse der planmäßigen Bedarfsdeckung in erster Linie von Wichtigkeit ist. Es soll damit eine Zersplitterung des Einsames und zugleich Enttäuschungen der Sammler vermieden werden.

Don den maßgeblichen Regierungs- unb Partei­stellen, wie der Gaue Hessen-Nassau unb Kurhessen, finb für bie Sammelaktion im Einvernehmen mit oer Reichsleitung unb ber Gauabteilung RfH. alle notwendigen Voraussetzungen geschaffen, wie auch der Einsatz der ber RfH. zur Verfügung stehenden Sammler aus Schule und HI. eindeutig geregelt ist. Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger hat, wie im Vorjahr, der Aktion seine besondere Unter­stützung geliehen.

Die H3. ist maßgeblich eingeschaltet.

Ein Erlaß des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom 13. Februar 1941 im Einvernehmen mit der Reichsjugendführung regelt den Einsatz so, daß Schule und HI. festum- riffene Ausgaben gestellt sind. Danach ist die Hitler- Jugend allein verantwortlich und zuständig für die Sammlung der deutschen Ernte an: 1. Lindenblüten, 2. Roßkastanien, 3. an drei verschiedenen Tee- und Heilkräutern. Dies sind für den Gau Hessen-Nassau: a) Spitzwegerich, b) Zinnkraut, c) Weitzkleeblüten. Den Einsatz der HI. im Gau regelt in Verbindung mit dem Gausachbearbeiter RfH. die Gesundheits­abteilung des Gebietes unter Leitung des Gebiets­arztes. In den Kreisen erfolgt dke Durchführung in der gleichen Form in enger Zusammenarbeit zwischen HJ.-Bannen bzw. IM.-Untergauen unb den Kreis­sachbearbeitern der RfH., die durch Erlaß des Gau­leiters vom 8. Mai 1940 Ru. 67/40 zu Beauftragten der Kreisleiter NSDAP, ernannt wurden und diesem für die Durchführung und zentrale plan­mäßige Steuerung der Arbeit verantwortlich sind.

Lin Erlaß des (Bauleiters führt zu planvoller Intensivierung.

Der Gauleiter hat in einem neuen Erlaß bie Bil­dung von Kreisarbeitsausschüssen veranlaßt, in denen alle irgendwie an ber Heilpflanzenfrage inter­essierten Stellen zusammengefaßt finb. Einer weite­ren planvollen Intensivierung ber Arbeit in den Kreisen ist damit die beste Grundlage gegeben.

Das Aufgabengebiet ber bisher ausschlaggebend an der Sammlung beteiligten Schulen ist arten- unb mengenmäßig, entsprechend ber besseren Voraus­setzungen unb bisherigen außergewöhnlich guten Lei­stungen wesentlich größer. Es beteiligen sich nicht nur, wie bisher, bie Volksschulen, sondern auch bie Höheren Schulen. Sie sammeln im ganzen Gau­gebiet bie nachstehend genannten Pflanzen unb Pflanzenteile unb finb bafür verantwortlich unb zu-

ftänbig: Brombeerblätter, Himbeerblätter, Erbbeer- blätter, Hirtentäschelkraut, Holunberblüten, Johan­niskraut, Vogelknöterichkraut, Schafgarbenkraut, Schafgarbenblüten, Schafgarbenblötter, Rainfarn- blüten, Rainfarnblätter, Holunderblätter, Taubnessel- kraut, Taubnesselblüten.

Der erteilt einschlägige Auskunft?

Die Reihenfolge gibt ungefähr die Größe des Be­darfs an, d. h. je weiter unten eine Droge steht, desto geringere Mengen werben benötigt Die drei erst­genannten Hausteekräuter werden in besonders gro­ßen Mengen getrocknet, aber auch teilweise frisch be­nötigt. Auskünfte darüber erteilen die Kreissach­bearbeiter RfH., deren Anschriften bei den Kreis­leitungen erfragt werden können.

Außer den obengenannten Arten, die mit seltenen Ausnahmen als allgemein in unserem Gau vor­kommend angesprochen werden können, sammeln die Schulen je nach Verbreitung nur in den jeweils in Frage kommenden Kreisen noch bie nachstehenden Arten. Die Sammlung der zuerst genannten Früh- jahrsblüher ist schon im Gange bzw. zum Teil ab­geschlossen: Huflattich b l ü t e n , Schlüsselblumen­blüten mit Kelch, Schlehenblüten, Weißdornblüten, Besenginsterblüten, Waldmeisterkraut, Dostenkraut, Erdrauchkraut, Fingerhut blätter, Tollkirsch blät­ter, Heidekrautblüten, Huflattich b I ä t t e r, Klatsch­mohnblütenblätter, Quendelkraut, Lindenblätter, Siefmütterchenkraut, Spierstaudenblüten, Schöllkraut.

In welchen Kreisen und in welchen Mengen diese Arten gesammelt werden sollen, bestimmt auf Grund ber Kartierung über bie jeweiligen Pflanzenvorkom­men und der Kontingentierung die Gauabteilung RfH. Hessen-Nassau im Einvernehmen mit den zu­ständigen Kreissachbearbeitern RfH. In den Kreisen können letztere allein zuverlässig und verantwortlich über die Sammelmöglichkeiten und -Notwendigkeiten Auskunft geben. Sie geben Sammelvorschriften und Merkblätter in bie Hanb unb bestimmen bie Som- melstelle, wo das getrocknete Erntegut abgeliefert werden muß.

planvoll sammeln, aber nicht Raubbau treiben!

Die Gauabteilung empfiehlt, andere Pflanzenarten und Mengen, als sie von ihr und den Kreissach­bearbeitern bekanntgegeben werden, nicht zu sam­meln, da sie nur so eine Verantwortung für eine planvolle Bedarfsdeckung und den ordnungsgemäßen Absatz ber Ernte unb weitestgehenbe Gewähr für eine sinnvolle Nutzung unserer Wilbbestänbe an Heilkräutern übernehmen kann, die ohne zu weit­gehende Eingriffe ober gar Raubbau zu betreiben, eine alljährliche Ernte erlaubt. Die Kreissachbearbei­ter geben vielfach bie in ihren Kreisen sammelwich- tiqen Art^n unb allenfalls erforberlidie weitere Richtlinien im Einvernehmen mit den Kreispresse­ämtern öffentlich bekannt. In Zweifelsfällen erteilt Auskunft der Gausachbearbeiter Hessen-Nassau und Kurhessen, Apotheker W. Ripperger, zugleich Beauf­tragter der zuständigen Gauämter für Volksgesund­heit. Anschrift: Ffm.-Höchst, Postfach 4.

Dornotizen.

Tageskaleuber für Donnerstag.

NSGKraft durch Freude": Zugunsten der NSV. um 19 Uhr auf Oswaldsgarten Camillio-Mayer- H2chfeiltruppe mit Riefen-Todesfahrt von dem Turm der Stadtkirche nach dem Horst-Wesfel-Wall. Gloria-Palast, Seltersweg:Die schwedische Nachti­gall". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: hinter Haremsgittern.

H5-6eineWft M Kraft öntOeiiöe

Achtung! Sportamt Äb$. Achtung!

Fröhliche Gymnastik unb Spiele 20 bis 21 Uhr, Schillerschule,

fällt heute aus! 2114V

Sendet keine ver verbuchen Lebens­mittel ins Reib.

Immer wieder werden Feldpostsenbungen mit leickt verderblichen Lebensrnitteln ins Feld ver­sandt, die selbst bei guter Verpackung infolge län­gerer Beförderungsdauer ober klimatischer Ein­flüsse verdorben zu den Empfängern gelangen. Die Deutsche Reichspost bittet daher wiederholl alle Absender, besonders in der jetzt beginnenden wär­meren Jahreszeit und auch mit Rücksicht auf bie hohen Temperaturen, bie auf den südlichen Kriegs­schauplätzen wie Griechenland und Afrika herrschen, von der Versenduvg leicht verderblicher Lebensmittel gemäß der Parole .Kampf dem Ver­derb" abzusehen, zumal bei der guten und aus­reichenden Verpflegung unserer im Felde stehenden Soldaten die Versendung von Lebensmitteln auch durchaus entbehrlich ist.

Neuregelung der FifchkonserveN'Verteilung.

Wie bas Lanbesemährungsamt mitteilt, wurden bei der in Gang befindlichen Fischkonservenvertei­lung verschiedene Dersorgungsberechtigte bisher nicht beliefert, weil sie nicht mehr im Besitze des Stamm- ubschnittes ber Nährmittelkarte für bie 19. Zutei- lungsperiobe sinb, worauf die Anmeldung zum Fischkonservenbezug seinerzell erfolgte. In einzelnen Fallen mußte die Belieferung auch deshalb unter­bleiben, well verschiedene Einzelhändler bet Ent- gegennnahrne ber Anmeldungen die Abschnitte ber I-K.-Karten fälschlicherweise zurückgewiesen haben. Die aus diesen Gründen bisher nicht belieferten Dersorgunqsberechtigten können nunmehr gegen Ab­trennung des Abschnittes N 26 der Nährmittelkarte für die 22. Zuteilungsperiode die Fischkonserven bei den einschlägigen Geschäften in Empfang nehmen. Da die Fischkonservenoerteilung bis zum 15. 5. 41 als abgeschlossen betrachtet werden muß, ist bie Vertei­lung zu beschleunigen.

Meister-Hausfrauen.

gfs. Ieber Beruf verlangt eine Lehrzeit, lieber- all ba, wo ber Mensch etwas Vollwertiges leisten soll gibt man ihm erst Gelegenheit, von Grund aus zu lernen. Und wir Frauen? Es wird ein­fach als selbstverständlich vorausgesetzt, daß wir die Haushaltsführung beherrschen. Wie oft das aber ein Fehlschluß ist, zeigen bie vielen Ehen, wo weder

Geld, noch bie Zeit, noch bie Arbeit richtig eingeteilt wird unb darum nie Ordnung und Har­monie herrscht.

Die Abteilung Volkswirtschaft Hauswirtschaft des Deutschen Frauenwerkes läßt deshalb Meister. Hausfrauen ausbilben. Frauen, die Luft und Liebe dazu haben, werden während 2 Jahren wöchentlich von der technischen Lehrerin Frll Otto in der

Handels- und Gewerbebank Gießen.

Arn gestrigen Mittwochabend hiell bie Handels­und Gewerbebank e. G. m. b. H. Gießen unter Lei­tung ihres Aufsichtsratsoorsitzenden, Amtsgericht,rat Gros, ihre 82. ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende mies auf die großen Ereignisse des abgelaufenen Jahres hin und stellte bie gün­stige Entwicklung der Genossenschaft fest. Er hob die Leistungen der Gefolgschaft hervor unb dankte derselben für ihre Arbeit.

Direktor Arnold erstattete den Geschäftsbericht. Die Bank hat ausweislich ber oorliegenben Zahlen auch in dem abgelaufen-en Jahr erfolgreich gearbei­tet. Die Bilanzsumme stieg um 26,6 v. H. von 4 976 568 RM. auf 6 297 918 RM. Die Umsätze haben eine leichte Abschwächung erfahren. Der Jah­resumsatz betrug auf einer Seite bes Hauptbuches 110 452 778,35 RM. Die fremden Gelder erhöhten sich von 4118 987.49 RM. auf 5 402 741,56 RM., darunter Spareinlagen und Festgelber 2 959 013 RM. und Einlagen in laufender Rechnung 2 443 727 RM. Das Kreditgeschäft und besonders das Wechsel­geschäft waren rückläufig. An neuen Krediten wur­den 540 000 RM. der Kundschaft zur Verfügung ge­stellt. Die Gesamtsumme der Ausleihungen ein­schließlich Ge^chästswechsel ging von 2 833 673 RM. auf 2 278 944 RM. zurück. Die Diskontwechsel er­fuhren eine Abnahme um 176 485 RM. Es wurden 2160 Stück (5179) im Gesamtbeträge von 1060 877 (2153 898) RM. angekaust. An fremden Schecks wurden in 1940 31 103 Stück im Gesamtbeträge von

10 064841 RM. zum Einzug Here in genommen. Das Wertpapiergeschäft war lebhaft. Die Wertpapier­anlage hat fick von 557 083 auf 1 509 847 RM. er­höht. Die Zaylungsbereitschaft war außerordentlich groß. Die flüssigen Mittel beliefen sich auf 32 420053 RM. (Kasse, Reichsbank, Postscheckguthaben 172 110 RM., kurzfristige Bankguthaben 1377 278 RM., Wertpapiere 1 509 847 RM., Handelswechsel 182 816 RM.) Sie deckten die täglich fälligen Verbindlich­keiten mit 132 v. H. Der Mitgliederbestand ist fast unverändert 1099 (1106). Die Geschäftsguthaben der Mitglieder betrugen am Iahresschluß 460 451 RM. (454 672 RM.).

Der Reingewinn beläuft sich auf 36 891,26 RM. (36 510,73) nach ausreichenden Rückstellungen und Abschreibungen. Es wurde beschlossen, wiederum 5% v. H. Dividende an die Genossen zu verteilen, die gesetzliche Reserve durch Zuweisung von 9946 auf 220 000 RM. zu erhöhen und die restlichen 3678,36 RM. auf neue Rechnung vorzutragen. Jahresrech­nung und Bilanz wurden genehmigt.

Anschließend berichtete Amtsgerichtsrat Gros über die Revision ber Bank burch ben Depot- und Derbandsprüfer, welche zu Beanfwndungen keine Veranlassung gab. Die aus dem Aufsichtsrat statu­tengemäß ausscheidenden Herren Blum, Gros, Jung und ßoeber wurden wiedergewähll. Neu in den Aufsichtsrat gewähll wurde Archllekt Ernst Schmidt.

Alicenschule einen Nachmittag unterrichtet. Diese Frauen sollen künftig bei ber Preisüberwachung und Preisgestaltung zugezogen werden. Außerdem sollen sie später Kurzkurse und Beratungsstellen übernehmen, und vor allem freut sich die NS.- Frauenschaft, wenn sie solch tüchtige Abteilungs­leiterinnen für ihre Abteilung Volkswirtschaft Hauswirtschaft bekommt. Wer Luft hat, Meister" Hausfrau zu werden, melde sich umgehend bei der Kreisgeschästsstelle der NS-Frauenschaft, Gießen, Frankfurter Straße L

Heute Hochseil-Gensationen in Gießen

Die Camilio-Mayer-Hochseillruppe wird am heuti­gen Donnerstag abend ihr angekündigtes Gastspiel mit einer Reihe von artistischen Leistungen auf dem Hochseil, die man in unserer Stadt bisher noch nicht gesehen hat, auf Oswaldsgarten geben. Mitglieder dieser Artistengemeinschaft werden auf dem 20 Meter hohen Turmseil, dem 25 Meter hohen Einmann-Reck und auf dem 42 Meier hohen schwankenden Stahlmast bet ihrer künstlerischen Arbeit zu sehen fein. Die Gipfelleistung wird in der Abfahrt einer siebzehnjährigen Artistin imGenick­hang" an einem Drahtseil vorn Turm der Stadt­kirche bis zum Horst-Wessel-Wall über die Dächer und Straßen hinweg bestehen. Ein Teil des (Ein» trittserlöfes wird der NSV. für ihr Wirken zur Verfügung gestellt werden.

Gießener wochenmarklpreife.---

Nachstehende Preise sind Händlerpreise unb verstehen sich für A5öare Für 6>Ware ober abfallende War« luroie für Selbsterzeuger liegen die Preise niedriger

Gießen, 8. Mai. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 46, gelbe Rüben, % kg 15, rote Rüben 10, Spinat 9 bis 15, Zwiebeln 18, Meerrettich 40 bis 60, Rhabarber 15, Lauch 24. Sellerie 21. Salat, bas Stück 28 Rpf.

Leistungssingen

des Sängerkreises Gießen.

Am 2 5. M a i wird der Sängerkreis 3 (Gießen) ein Leistungssingen unter Leitung des Sängerkreis- führers Müller und des Kreischormeisters Blaß veranstalten, an dem sich eine große Anzahl Gr- sanavereine des Sängerkreises Gießen beteiligen werden. Die Veranstaltung wird vorausfichttich in Watzenborn-Steinberg ftattsinden. Die Dereme werden selbst ausgewählte Chöre und Cie. der zum Vortrag bringen unb in ihren Leistungen von zwei Gesangsrichtern bewertet werden.

Es ist erfreulich, daß unsere Gesangvereine auch in der Kriegszeit mit allen Kräften bemüht sind, den Uebungsbetrieb in ben Singstunden soweit wie nur irgend möglich fortzusetzen und dadurch zur Pflege Des deutschen Liedes auch in der gegenwär­tigen Zeit ihren Anteil beizutragen. Ferner ist es begrüßenswert, daß die Gesangvereine in ihrem tatfrohen Dienst für hohe Ideale auch an jedem Sonntag durch einen oder mehrere Vereine des Sängerkreises den Verwundeten in den Lazaretten Gesangskonzerte barbieten, die für die Hörer stets ein besonderes Erleben finb. Daß bei diesen Ge­legenheiten bie Sänger ben verwundeten ober kranken Kameraben von der Wehrmacht durch die Uederreichung von Liebesgaben noch eine weitere Freude bereiten, stellt ihren Kameradschafts- und Gemeinschaftssinn unter Beweis und verdient alle Anerkennung.

* * Vom Deutschen Frauenwerk. In der Beratungsstelle des Deutschen Frauenwerks, Linden­platz 11, finden jetzt laufend Kurz-Koch- und Dack- kurse statt. Anmeldungen werden in der Beratungs­stelle entgegengenommen.

* * I m Dienst tödlich verunglückt. Am gestrigen Mittwoch nachmittag verunglückte der 30 Jahre alte Hilfslokomotivheizer Emst Schwarz gus Kappel bei Marburg in Ausübung feines

Dienstes in Gießen fo schwer, baß der Tod bes bt* dauernswerten Mannes auf ber Stelle eintrat

Abschied von Carl Linck.

8 Schotten, 7. Mai. Unter großer Anteil­nahme wurde gestern der hier verstorbene Lehrer i. R. Carl Linck zu Grabe getragen. Dekan Widmann würdigte in seiner tief empfundenen Grabrede bie großen, unvergänglichen Verdienste bes Heimgegangenen um ben Vogelsberg. Die Ge­meinde Rudingshain, in ber Linck über 44 Jahre als Lehrer tätig war, ber borkige Kirchenvorstand, ber Gesangverein und Kriegeroerein widmeten dem Verstorbenen ehrenvolle Worte des Dankes. Ebenso gedachten die hiesige Molkereigenossenschaft Hohe- rodskopf unb bie Vogelsberger Volksbank, deren Gründer er war, der Gesamtvorstand des DHT. sowie zahlreiche Zweigvereine, wie Schotten, Frank­furt, Friedberg, Gießen, Alsfeld, Lauterbach u. a. m. mit einem warmen Nachruf ber bleibenben Ver­dienste, die Carl Linck sich erworben hat. Das An­denken an diesen kernhaften Vogelsberger wird allezeit hier wachgehalten werden.

Schwerer Sturz vom Pferd.

* Alsfeld, 7. Mai. Heute nachmittag stürzte der noch im jugendlichen Alter stehende Sohn des hiesigen Einwohners Wilhelm S t e i h so unglücklich von einem Pferd, daß er mit einem schwe­ren Schädelbruch nach Gießen in die Chir­urgische Klinik eingeliefert werden mußte. Dort liegt der bedauernswerte Jung» bewußtlos in sehr ern­stem Zustand darnieder.

kreis Bübingen.

Schotten, 7. Mai. Zur Zeit findet wieder ein Ausbilbungslehrgang für Waldarbeiterlehrlinge an ber hiesigm Försterschule statt, an dem sich über 30 Lehrlinge beteiligen. Forstmeister Ritter, ber seither das Forstamt und die Schule leitete, wurde nach dem Osten versetzt, Forstmeister- n a n z versieht die Stellen vertretungsweise.

(5cftwert>er6recf)er ausae^ rochen.

Lpd. Mainz, 7. Mai. Wie die Kriminalpolizei mitteilt, ist in der letzten Nacht der UnterfuMngs- gefangene, Schwerverbrecher Johann Specht, aus dem Städtischen Krankenhaus, wo er vorübergehend untergebracht mar, ausgebrochen. Speckst ist am 1. April 1900 in Worms geboren, 1,65 Meter groß und untersetzt, hat ein blasses, volles Gesicht, blonde Haare (Glatze), große, abstehende Ohren, lückenhafte Zähne und ist bartlos. Der kleine F nger der linken Hand ist kürzer als der andere. Specht trägt eine Brille unb gestreifte Anstaltskleidung. Wer den Verbrecher antrifft, hat ihn fest ruhalten und die nächste Polizeidienststelle zu benachrichtigM.

G A -Sport.

vfB.-Relchsbahn In Hanau.

Einer Einladung der Reichsbahn-Sportgemeinde Hanau folgend, trug ber VfB -Reichsbahn Gießen in Hanau ein Freundschaftssp'.el aus, das 2:5 für Hanau endete. Hanau stellte eine gut eingespielte Mannschaft, in der kein Versager war. Der Tor­mann leistete ganze Arbeit, er mußte sich in der ersten Halbzeit einmal geschlagen bekennen. Die Verteidiger waren ballsicher und wehrten mit schnel­len Abschlägen die oorgetragenen Angriffe ab. Die Läuferreihe sorgte für schnelles und genaues Zu­spiel. Die Stärke der Mannschaft war der Siu'm, der immer wieder mit gut vorgetragenen Angriffen die Hintermannschast des VfB. zu vollstem Einsatz zwang. Die Gießener tratest die Reise nur mit 10 Mann an unb mußten noch mit Ersatz spielen. Die ersatzgeschwächte Mannschaft führte trotzdem ein schönes Spiel vor unb konnte zeitweise sehr gefährlich werden. Hanau stellte Gießen einens Spie­ler zur Verfügung, ber wenigstens das Mannschatts» gefüge vervollständigte. Durch Umstellung der Mannschaft hatten die Grün-Weißen vorerst bart zu verteidigen, bis sich die Mannschaft ein:germafcen gefunden hatte, und so konnte sie das Spiel offen gestalten, ja zeitweise sehr gefährliche Momente für die Hanauer Hintermannschast herausarbeiten. Die ersten zwanzig Minuten hatte es den Anschein, daß die Hanauer die Gießener überfahren mürben. Die Hintermannschaft unb die Läuferreihe hielten aber dem Ansturm staub.

Gießeu-Kleiu-Liuben 3gb. Heuchelheim 3gb. 5L.

Beide Mannschaften zeigten ein schönes unb schnelles Spiel. Heuchelheim mußte bis zur Halb- zeit dreimal ben Ball aus bem Netz holen, wäh­rend es selbst nur einmal einen Erfolg hatte. Nach ber Pause konnte Klein-Linden ein viertes Tor für sich verbuchen, muhte aber dann hinnehmen, daß die körperlich ausgeglichenere und ausdauern­dere Mannschaft der Gäste bis 4:4 aufholen konnte. Noch einmal gina Klein-Linden in Führung, aber kurz vor Schlußpfiff erzielten die Gäste durch einen Elfmeter den Ausgleich.

Klein-Lindens Schülermannschaft trat zum ersten Mal mit einem Freundschaftsspiel gegen die Heu­chelheimer Schüler an die Öffentlichkeit und konnte infolge stärkeren Kampfeinsatzes das Spiel mit 2:0 (0:0) für sich entscheiden.

Allenborf (Lohn) 1.3gb. Annerod 1. 3gb. 6:0.

Am vergangenen Sonntag war bie Jugend- Mannschaft von Annerod in Aliendorf zu Gast. Beide Mannschaften zeigten einen spannenden Kampf. Obwohl der Sieg der Gastgeber schon in ber ersten Hälfte feststanb, drängten bie Gäste zu Beginn der zweiten Halbzeit stark, konnten aber durch einiges Pech zu feinem Erfolg kommen unb mußten den B^ll noch dreimal aus bem N"tz holen. Das Spiel verlief in einem burchaus fairen Rahmen.

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