Ausgabe 
8.5.1941
 
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dieser Manner um Roosevelt bewegt sich bereits so stark in englischen Bahnen, daß ihnen die klare Ueberlegung abhanden gekommen ist. Spießgesellen, die bisher gemeinsam die Ausbeutung der Welt betrieben, haben sich brüderlich gefunden.Das ganze USA.ßeben basiert auf der Voraussetzung, daß die Kontrolle der Ozeane in befreundeten Hän­den bleibt", formulierte Stimson diesen Tatbestand. Und da waat es Stimson zu behaupten, die USA.. Regierung habe sich bemüht, das Walten des Ge­setzes unter den Stationen einzufuhren, nach dem diese ihre Angelegenheiten friedlich und ohne Ge­walt regeln sollten. Gerade die von Roosevelt er­nannten Diplomaten für Europa, die Biddle in Warschau, die Bullitt in Paris, von den sogenann­ten Sondergesandten Roosevelts auf dem Balkan nicht zu reden, haben schon lange vor diesem Krieg die Regierungen gegen Deutschland gehetzt. Ohne Roosevelt-Versprechungen wäre wahrscheinlich die­ser Krieg nicht ausgeorochen. Noch bevor die Eng­länder aus Griechenland hinausgeworfen wurden, versicherte Roosevelt, die Griechen und Jugoslawen wurden alles bekommen, Flugzeuge, Schiffe und Kanonen, um für Englands Interessen zu fechten. Und da schreit Stimson, w i r wollten die ganze Welt erobern. W i r hätten die westliche Zivilisation vernichtet, die sich langsam in Europa seit den ersten Jahrhunderten des Mittelalters aufgebaut hätte. Da aber der Widerstand gegen die aber­witzige Roosevelt-Politik auch in den USA. sehr stark ist, nennt Stimson die Gegner Roosevelts ein­fach nationalsozialistische Propagandisten und malt in Panik, denn auch in Südamerika seien diese Gegner der kriegszeugenden Politik außerordentlich rührig und wir Deutschen hätten bereits finstere Absichten auf nun, aus die USA., nein, diesen Schwindel konnte Stimson wohl selbst in einer Kriegspropagandrede nicht wagen, also sagte er: auf die brasilianische Küste, worüber die Brasilia­ner wohl ebenso erstaunt sein werden wie wir Deutschen es sind.

Wie weit Haß und Unvernunft bei Leuten vom Schlage Stimsons bereits vorherrscl>en, zeigte sein Vergleich der jetzigen Lage mit dem Jahre 1917. Er sprach dabei vongenau der gleichen Verletzung von Gesetz und Menschlichkeit". Sich genau gleich» geblieben ist nur jene bornierte Feindseligkeit, der es gar nichts ausmacht, wenn England Mil­lionen von europäischen Frauen und Kindern dem Hungertods preisgibt; genau so wie sich jenes Amerika Wilsons mitschuldig machte am Elend deutscher Frauen und Kinder während des Welt­krieges. In einem anderen Punkt hinkt Stimsons Vergleich aber gewaltig. Die Voraussetzungen der heutigen deutschen Gegenblockade sind wesentlich andere als die des deutschen U-Boot-Krieges im Jahre 1917. Auch der Kriegsminister der USA. mußte sich darüber im klaren sein, was di« Be­setzung aller der englischen Insel gegenüberliegenden europäischen Küsten vom Nordkap bis zur Bis­kaya strategisch bedeutet. An dieser harten Tatsache wird auch alleverstärkte Englandhilfe" nichts än­dern. Es bleibt dabei:Die deutsche Blockade ist so wirksam geworden, daß damit nicht nur die Liefe­rung des Rüstungsmaterials aus Amerika gefährdet ist, sondern auch die Lebensmittellieferungen für das englische Volk." Dieser Satz des Herrn Stimson wird weiter seine Gültigkeit behalten.

Ein brodelnder Vulkan.

Boir Syrien bis zum Suez-Kanal.

Budapest, 7. Mai. (Europapreß.) In dem der Regierung nahestehenden BlattEsti Ujsag" schildert ein Mitarbeiter eine Fahrt von Beirut zum Suez-Kanal. Der Bericht wirst interessante Streiflichter auf die Lage in diesem Gebiet. In Beirut sei die Stimmung verhältnismäßig normal gewesen. Wer aber vor einigen Jahren Haifa tze- sehen habe, werde die Stadt jetzt nicht mehr wie­dererkennen, so sei sie angewachsen. Aber zahlreicher Grundbesitz, Häuser und Geschäfte, alles sei zu verkaufen. Die Juden wagten keiye Käufe und die Araber hätten kein Geld. Besonders katastrophal sei der Preissturz für die Orangenplantagen. In P a l ä st i n a herrsche heute eine Militärdik­tatur. Mit wem aber die Araber in diesem Kriege fühlten, sei durchaus nicht zweifelhaft. Das Laich sei ein brodelnder Vulkan und könne nur mit der größten militärischen Strenge in Zucht gehalten werden.

Je südlicher man komme und je mehr man sich dem Kanal nähere, desto deutlicher fühle man, wie unruhig oie Engländer geworden seien. Es sei be­reits ein Jahr her, daß der allgemeine Schiffs­verkehr eingestellt worden sei. Dieser Ausfall werde durch die Anwesenheit von tausenden Soldaten nicht wettgemacht. Port Said sei ausgestorben. Die Schisse könnten nur bis Suez verkehren,

Oie künstlerische Persönlichkeit im deutschen Film.

Von Emil Jaryrmgs.

Der neue Jannings-FilmOhm K r ü - g e r", ausgezeichnet mit dem Präi ikat{film der Nation", läuft in der nächsten Woche in Gießen an.

Wenn ich heute einmal als Filmproduzent die Feder ergreife, möchte ich ein Problem berühren, das mir besonders am Herzen liegt: den Nachwuchs. Lernen im Sinne eines Handwerks kann man im Film sehr wenig. Selbst bei allergrößtem Fleiß nur das Aeußerliche. Wo die Kunst anfängt hört die Theorie auf. Man muß eigentlich schon alles mitbringen was man im Film lernen kann wenn auch nur keirnhaft, als Begadung.

Die drängendste Frage ist, woher nehmen wir das Material für den Nachwuchs? Eine ausge­zeichnete Lösung hat der hochbegabte energische Produktionschef der Tobis, Ewald von D e m a n - d o w s k y, der seinen sicheren Kunstinstinkt mit so erfolgreichen Filmen wieRobert Koch", Kampfgeschwader Lützow",Der große König" und jDqm Krüaer" unter Beweis aefteUl hat. Er wird einen Gedanken ausführen, der auch eine meiner Lieblingsideen ist, nämlich durch Groß- deutschlanü zu reisen, in die Theater zu gehen, sich jebe schauspielerische Leistung anzusehen, um alles, was begabt ist, an die Kamera heranzuholen.

Nun noch ein weiteres Problem, von dem man innerhalb des verhältnismäßig engen Kreises der Filmschaffenden wenig weih. Es gehört ein unge­mein feines Taktaefühl dazu, innerhalb der Dar- stellergemeinschaft die notwendige Ordnung zu schaf. fcn, ohne die Persönlichkeiten in chrem Kunstwert ^rabzusetzen. Denn das Schlimmste, was uns Filmleuten passieren könnte, wäre eine fortschrei­tende Verbürgerlichung unserer Mitarbeiter. Wir können nicht mit den Maßstäben eines bürger- sschen Berufes gemeßen werden, weder in unserer

wo sie entladen würden und von wo der Trans­port über eine Autostraße und die Eisenbahn nach Kairo erfolge. Auf der Bahnlinie Port Said Kairo verkehrten die Züge Tag und Nacht, aus Südafrika bringe die Bahn Maschinenbestand­teile und Kraftwagen.

Italiens Kamps in Albanien.

Rom, 7. Mai. (DNB.) Der Generalstabschef des italienischen Heeres, General C a v a l l e r o , gab in einer Ansprache an die von einer Reise zur griechischen Front nach Tirana zurückgekehrten Ver­treter der Auslandspresse seiner Freude darüber Ausdruck, daßder Führer in einer prächtigen und kraftvollen Rede die großen Anstrengungen der italienischen Wehrmacht in Albanien aner­kannte". Der Schrecklichste war an der griechischen Front, so unterstrich General Cavallero, nicht der Grieche, obwohl er tapfer kämpfte, sondern der Schlamm, gegen den es keine Rettung gab. Selbst eines seiner Maultiere versank bei der In­spizierung eines Abschnittes in der flüssigen, leh­migen Masse und konnte nur mit Mühe gerettet werden. Die Schwierigkeiten in dem wild zer­klüfteten Gebirge übertrafen noch die des Welt­krieges, wobei die eigenen wie die dem Gegner zugefügten schweren Verluste einen Maß­stab für die Schwere und Härte der Kämpfe geben. Der Führer", so sagte General Cavallero,er­klärte offen und freimütig, daß die raschen und glor­

reichen Siege des deutschen Heeres zum Teil ich betone zum Teil, der Zermürbungsaktion der italienischen Truppen zuzuschreiben sind. Generalfeldmarschall L i st hatte die große Freundlichkeit, mir am Tage des Einzuges der Truppen in Athen ein Telegramm zu senden, das mein Herz als Soldat tief bewegt hat; denn unser ganzes Wollen uni) unsere Gewißheit lauten: Sieg!"

Oie Verluste der griechischen Flotte

Rom, 7. Mai. (DNB.) Die flüchtige, auf Kreta befindliche ehemalige griechische Regierung hat die Derlustziffern der griechischen Flotte veröffentlicht. Es seien 30 Hilfsschiffe (Minenleger, Begleitschiffe und Patrouillenschiffe) von deutschen See- und Luftstreitkräften versenkt worden. Die Be­satzungen seien umgekommen. Es seien weiter drei der zehn griechischen Zerstörer vernichtet. Don den 13 Torpedobooten der griechischen Kriegsflotte seien nur zwei in Alexandrien einge­laufen. lieber den Verbleib der restlichen elf ver­laute nichts.

Aenderung der griechischen Staatsform

A t h e n, 7. Mai. (DNB.) An Stelle des K ö n i g- reiches Griechenland ist der g r i e ch i s ch e Staat getreten. Aus dem Bafilium Hellas ist die Hellinrke Politia geworden. Dies ist die von der griechischen Regierung gewählte neue Bezeich­nung Griechenlands.

Rette sich, wer kann!"

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Am 6. Mai hatte sich Eden vor dem Unterhaus für sein« Balkanpolitik zu rechtfertigen. Er arbeitete nach der bekannten Schülerweisheit ,Zch war's nicht, Herr Lehrer, der Fritz ist schuld daran." Schuld mar: 1. daß die britischen Panzerwaaen erst in Benghasi einmal zu Reparaturzwecken hätten Rast machen müssen; 2. daß auch derso kluge Staats­mann und erprobte Kriegergeneral Smuts" die glorreiche Expedition auf dem Balkan anempfohlen habe; 3. daßman" gemeint ist General Wa- oell in Kairo die Auffassung vertrat, die in der Cyrenaika zu belassenen Streitkräfte würden ge­nügen, um jeder Drohung entgegenuitreten, so daß wir alle nach kurzem Aufenthalt beschlossen, nach Athen zu a^ert"; 4. daß die serbischen Generale schon vor (!) der Unterzeichnung des Dreimächte­paktes den Engländern die Mobilisierung der jugo­slawischen Armee versprochen, abernicht schnell genug durchgeführt" hätten. Mit einem Wort: Alle waren schuld, nur Mister Eden nickt, das außen­politische Orakel Englands aus der schönen Völker» bundszeit.

C h u r ch i l l hat eine genaue Regie der anschlie­ßenden Unterhausdebatte geführt. Was die einzelnen Abgeordneten sagten, ist also unter dem Gesichts» punkt zu werten, daß sie sich zwischen den Churchill- schen Rcgieanwei jungen und dem Drang, vor der lieben Wählerschaft eine mannhafte Sprache zu führen, schlecht und recht hindurchwinden mußten. Ein Liberaler übte in ber Form Kritik, daß er für England einePanzer"-Reaierung verlangte, wo­mit zugleich gesagt ist, daß Die bisherige Churchill- Regierung nichts Panzerhaft-Ueberwältigendes an sich hat. Der frühere englisch-jüdische Kriegsminister Höre Belisha präsentierte einen peinlichen Fragebogen, warum nicht doppell soviel Soldaten in Griechenland eingesetzt worden seien, warum nicht Italien viel früher und radikaler bombardiert wurde, nfie sich die Regierung die Schaffung einer neuert Chance denke, nachdem die alte verpfuscht sei. Wissen wir jetzt, was im Iran, in Spanien, in Nordafrika und in Tanger geschieht?" fragte Höre Belisha und meinte, England Dürfe sich Deutsch­land nicht dort gegenüberstellen, wo dies nicht unter gleichen Bedingungen möglich sei. Man Dürfe an« nehmen, Daß Hitler das, was er in Libyen möglich gemacht habe, nämlich schwere Artillerie zu landen, auch in England selbst vollbringen könne. Während die Engländer diskutiert hätten, hätten die Deutschen Den Winter mit Taten ausgefüllt.

In Dem Bericht eines schwedischen Blattes heißt es, Churchill habe während der ganzen Aus­sprache angespannt zugehört, manchmal hätte er Zeichen der Uederraschung, manchmal der Unruhe von sich gegeben, besonders als Die Langsamkeit des geheimen Nachrichtenwesens und der Diplo» matte verurteilt worden sei. Die Parlamentsmisi glieder hätten deutlich zum Ausdruck gebracht, daß all« Rückschläge, von Libyen angefangen, bis zum Irak, auf den Mangel an Nachrichten über Die Pläne Des Gegners zurückzu­führen feien. Dem Außenministerium sei vorge- warfen worden, daß egnoch immer im 17. Jahrhundert zu leben" scheine. Es sei gesagt worden, England sei zu oft überrascht worden, ver­lasse sich zu sehr auf die amerikanische Hilfe und tue längst nicht alles, um die Kriegsproduktion auf den höchsten Stand zu bringen. Auch die Maß­nahmen zur Verbesserung des Säsiffahrtswestns seien als ungenügend bezeichnet worden. Ein Ar- bciterparteiler hoffte aufeine vollständige Zu­sammenarbeit der britischen und der USA.-Flotte im Mittelmeer", womit der Gipfel der Ratlosigkeit und Der eigenen Schwäche glorreich erklommen ist. Die ganze Debatte hatte ein einziges Leitmotiv: dasRette sich wer kann!" im moralischen- Sinn. Jeder suchte sich zu rechtfertigen, indem er seinen Nebenmann belastete. Das ist von unserem Standpunkt aus für eine geschlagene Macht wie England das Richtige.

Stalin Vorsitzender des Rates der Volkskommissare.

Moskau, 7.2Ual. <DNS.» wie die TASS mil- teilt, Hal der Rat der Volkskommissare den bis­herigen Vorsitzenden, Außenkommlssar Molotow, von seinem Amt entbunden und Statin zum Vorsihenden des Rates der Volkskommissare ernannt Anßenkommijsar Molotow wurde zum Stellvertreter des Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare ernannt

Eingedorenensokderilngen in Vritisch-Mlaya.

Tokio, 7. Mat (Europapreß.) Nachdem Bri- tisch-Malaya, dessen Hauptstadt Singapur im­mer mehr an Wichtigkeit gewinnt, in den letzten Monaten heftig« Lohnkämpfe und Streiks Der chinesischen Arbeiterbevölkeruna erleben mußte, hört man jetzt, daß auch unter Dem malayischen Bevölkerungsteil größte Mißstimmung über die Politik der britischen Regierung herrscht Im Staatsrat des Suttanats Selangor, eines der Malayischen Staaten, äußerte sich der Vertreter der Malayen, Che Hamzah, sehr scharf über die Politik des britischen Residenten, der vorgeschlagen hat, die malayischen Reservatbezirke des Landes für Den Zinnbergbau freizugeben. Che Ham­zah jagte:Man kann schließlich nicht an Der Tat­sacke vorbei, daß Malaya ein malayisches Land ist, uno daß Die Malayen gewisse Rechte haben müssen. Wenn diese Rechte nicht gewahrt werden, wird man künftig Den bäuerlichen Malayen nur noch im Museum sehen. Es gibt' genügend Gebiete in

soll.

Oie Kämpfe im Irak.

Beirut, 7. Mai. (DNB.) Der irakische Heeres­bericht vom Mittwoch meldet von Der irakischen Westarmee, daß nach Aussagen von (Befangenen die Beschießung des englischen Flughafens Sennelseban große Beschädigungen zur Folge gehabt habe. Die Eisenbahngeleise und Bahnmate­rial seien zerstört. Die Bombenwürfe irakischer Flie­ger hätten erfolgreich die Gebäude dieses Flug­hafens getroffen. Die englische Luftwaffe habe aus Den Flugplatz A l Raschid wenige Bomben ohne große Wirkung abgeroorfen. Die irakische Flak habe britische Bomber abgeschossen. Ein englisches Flugzeug, das in der Nacht zum 5. Mai den Flug­platz Schuaibi bei Basra nordwärts verlassen habe, sei <n Brand geschossen worden. Irakische Stamintruppen hätten Den Flugplatz Schuaibi unter Feuer genommen und Gefangene gemacht. Feind­liche Flieger hätten das Fort Rutbah und eine Flugstation überflogen. Dabei sei ein englisches Flugzeug ab geschossen worden. Irakische Jagdflieger hätten bei einem Angriff ein englisches Flugzeug in Brand geschossen. Di« englischen Flugzeugoerluste beliefen sich am 6. Mai auf 11 zerstörte und 5 be­schädigte Maschinen.

Nach einem früheren Bericht des irakischen Ge- neralftabes haben irakische Truppen die englische Armee in Basra angegriffen. Es kam zu einem sehr heftigen Kampf, über besten Ausgang noch nichts bekannt ist. Das englische Fort an der Pipe- Linie K 2 Gamarra ist von irakischen Trup- ven besetzt worden. Die englische Besatzung ist ge­fangen genommen worden. Ferner wurden Waffen und Die Rundfunkstation erbeiftet. Die irakische Artillerie fährt mit der Beschießung des Flughafens Habbaniyah fort und verursachte Dort Sachschäden.

»Alle Mittel

zu einer Verständigung erschöpft.-

Beirut, 7. Mai. (DNB.) Die irakische Regie­rung hat die Note der ägypttschen Regierung, in

Malaya, in denen reiche Zinnlagerstätten vorhanden sind. Wenn wir mehr Zinn produzieren müssen, sollen erst diese Lagerstätten ausgebeutet werden, ehe man in malayischen Reserpatgebieten nach Zinn mutet"

Der ertragreiche Zinnbergbau von Britisch-Ma- laya, Der ungefähr 40 v. H. der Weltzinnerzeugung liefert, befindet sich zur Hälfte in Händen von eng­lischen und australischen Großkonzernen, zur an­deren Hälfte in Händen chinesischer Geldleute. Der Ertrag dieser Industrie fließt ausschließlich nach England und China. JDie malayische Bevölkerung hat also keinerlei 2htteil daran. In diesem Jahre wurden 130 v. H. Dividende gezahlt. Dagegen wer­den Die Malayen in steigender Zahl dazu ange­halten,die Verteidigung" Malayos zu übernehmen, wobei es Dem einfachen Malayen unklar ist, gegen wen er sein Land verteidigen

Der diese um Mäßigung und Ueberprüfung Des irakischen Standpunktes ersuchte, beantwortet. Die irakische Regierung betont, daß Der Irak alle Mit­tel zu einer Verständigung erschöpft habe. Prak­tisch habe England durch seinen Angriff auf irakische Truppen dem Irak Den Krieg e r - klärt. Daher komme ein Kompromiß nicht mehr in Frage. Irak wurde Den Kampf fortsetzen. Ad- schließeich dankt die irakische Regierung für die Sympathien, die ihr von der ägypttschen Regierung erwiesen wurden.

Irakische Emigrantenregierung geht nach Koweit.

Beirut, 7. Mai. (Europapreß.) Der einmalige irakische Regent Abdulillah will mit seiner Emigrantenregierung die ttansjordanische Haupt­stadt Amman verlassen und sich im Flugzeug nach dem unter englischem Protektorat stehenden Emirat Koweit am Persischen Golf begeben, um von hier aus mit englischem Geld den Kampf gegen die irakisch« Regierung fortzusetzen.

Englische Staatsangehörige zum Ver­lassen des Nahen Ostens aufgefordert.

Beirut, 7. Mctt. (DNB.) Die englischen Kon­sulate in Beirut und Damaskus haben den englischen Staatsangehörigen die Weisung erteilt, die Länder des Nahen Ostens zu verlassen und sich in Sicher­heit zu bringen. Es wurde ihnen angeraten, die Familien nach Indien zu schaffen,fo lange noch Gelegenheit dazu ifr Die Verbindungen zwischen Indien, Australien, Neuseeland nach Eng­land und Nordafrika sind unterbrochen. Der Flugdienst auf diesen Strecken, die über Den Irak fuhren, ist eingestellt und die Ueberlandtele- graphenleitungen sind außer Betrieb gesetzt worden.

Leistung, noch in unserer Arbeitsintensität. Auch der wiyerstandsfähiaste Darsteller ist nach drei Stunden Probe, in Der »er immer wieder Dieselben Worte gesagt unD dieselben Bewegungen gemacht hat, ausgepumpt. Und trotzdem muß er noch so frisch und lebendig sein, um bei der Aufnahme das Letzte, das Beste herzugeben!

Dieser Schwung kann aus Dem Kraftreserooir, das für das bürgerliche Leben zur Verfügung steht, nicht Herkommen: Er kann nur aus anderen art­eigenen Quellen herfließen. Wir müssen uns unter allen Umständen davor hüten, daß Der Film zu einem bürgerlichen Gewerbe wird vergessen mir Doch nie, daß alle Schauspielkunst vom Komödianten­tum herkommt.

Aber ebenso schlimm ist das Gegenteil: die be­rüchtigten Star-Allüren. Ich habe nicht Das ge­ringste gegen Stars; es hat immer welche gegeben Jahrtausende früher, ehe der Film erfunden war. Aristoteles hatte sicherlich eine Stargage, als er zum Prinzenerzieher berufen wurde Tizian war kein billiger Maler, und ich glaube auch nicht, daß Paracelsus kleine Ar^ttechmingen ausgestellt hat. Aber das ist alles fein Grund, sich größenwahn­sinnig zu benehmen. Wie oft habe ich hören muffen. Daß mir ein Halbwegs bekannter Darsteller sagte: Ich kann Ihr Angebot nicht annehmen, die Rolle ist mir zu klein und zu schlecht. Eigentlich hätte ich Darauf anworten müssen:Verehrter Herr, es gibt überhaupt keine schlechten Rollen. Es gibt nur schlechte Schauspieler! In der Kunst kommt es überhaupt nicht auf den Umfang an, sondern auf den Inhalt!"

Ich finde es genau so dumm, wenn ma über­triebenen Werk auf die Ausstattung eines Filmes legt. Groß ist ein Film nicht durch Das, was seinen Rahmen bildet, sondern dadurch, was in diesem Rahmen sich ereignet! Wo Prunk zur Charakteristik des Stosses gehört, muß er natürlich hin: Sie wer­den das in den Duckingham-Palast-Szenen meines Ohm Krüger" sehen. Aber wenn Prunk nicht durch die Handlumg bedingt ist. lenkt er nur die Augen vom Wesentlichen ab.

Man muß natürlich wissen, was km Film wirkt. Dor ollem muß sich der Filmmann darüber klar

sein, daß der Film ein optisches Kunstwerk ist. Wir, die wir uns im stummen Film unsere ersten Erfolge geholt haben, wissen das ganz genau, und wir wis­sen auch, daß Der Tonfilm Daran nichts geändert hat.

Ich kann nur alle Filmproduzenten warnen, sich auf die Sprache oder auf die Musik zu verlassen; der Zuschauer sieht erst, ehe er hört und wenn ihn das, was er sieht, nicht packt, Dann hört er auch nicht hin! Wenn das Publikum auf Der Leinwand nichts erlebt, Dann geht auch Der schönste Ton an seinem Ohr vorbei.

. Und über eins muß man sich ebenfalls klar fein: Das deutsche Publikum ist viel anspruchsvoller als manche glauben möchten. Besonders unter Den Fach­leuten gibt es immer noch solche, Die in Serien denken, in Serien von Militärlustspielen oder Heu­rigenfilmen je nachdem, was gerade einmal Er­folg hatte. Dieser zehnte Teeausguß von Erfolgs­komödien ist fo abgestanden, daß ihn niemand mehr sehen will der echte große Erfolg ist über­haupt keine Sache, die man durch Schablonen pin­seln kann.

Die Schablone ist das Erbübel jeder Kunst. Sie hemmt jede freie Regung und macht jeden Aufstieg unmöglich. Seit meinen frühesten Anfängen habe ich darum gekämpft, aus diesem sturen Klischee herauszukommen und mein eigenes künstlerisches Gesicht zu zeigen. Wir haben es nicht nötig, andern Völkern nachzulaufen wir sind reich genug, um von unserem eigenen geistigen Besitz leben zu kön­nen.

Nur Charaktere müssen wir schaffen, keine Kli­schees. Das ist das Ziel, dem alle deutschen Film­leute zustreben. Der Film der Persönlich­keiten ist auch das Ideal, das mir immer vor- gefchwebt hat. Wir wollen eigenartige Menschen gestalten, die kraft ihrer Persönlichkeit wieder auf Das Volk zurückwirken. Das habe ich fn meinem Ohm Krüger" angestrebt: Menschen mit eigenem Gesicht zu schaffen, deren Schicksal den Zuschauer so in tiefster Seele packt, daß er die Erinnerung Daran mit in das Leben hinausnimmt!

Spiel des Zufalls.

Eine Zeitung in St. Gallen berichtet über ein Vorkommnis, Das sie als denmerkwürdigsten Zu­fall" des gegenwärtigen Krieges bezeichnet. Mit den französischen Truppen, die sich im Juli 1940 vor dem Ansturm der deutschen Armeen auf Schwei­zer Gebiet zurückzogen, trat auch der Sergeant Francois Heidegger über Die Grenze. Seine Eltern sinD im Elsaß ansässig. Er wurde in einem Ge- fangenenlager interniert. Bei einem Gang durch ben Wald in Der Näh« seines Lagers stieß er auf eine alte Eiche, in Deren Rinde er Die Inschrift emaegraben fand:Franxois HeiDegger, 1871". Es stellte sich heraus, daß vor fast 70 Jahren der Großvater des jetzigen Sergeanten, der den gleichen Namen Francois Heidegger führte, auf die gleiche Weise in Die Schweiz geflüchtet war, und zwar vor den nachdrängenden deutschen Truppen im Deutsch- Französischen Krieg von 1870/71. Großvater Heck- egger war damals in demselben Lager interniert gewesen wie jetzt sein Enkel.

Schreck in der Morgenstunde.

Aus Tornea (FinnLand) wird berichtet: Einen rechten Schreck in Der Morgenstunde erlebte eine finnische Lehrerin, die sich, wie jeden Tag, mit ihrem Fahrrad auf Den Weg machte, um in einem Holz­fällerdorf Unterricht zu erteilen. Froh radelte sie Den Waldweg entlang, erfreute sich an den ersten schüch­ternen Sonnenstrahlen und an dem Gezwitscher der Vögel. Sie war so in Gedanken versunken, Daß? ein großes braunes Etwas, das plötzlich chren Weg kreuzte, nicht einmal bemerkte. Der Zusammenstoß war unvermeidlich. Als sich Di« jung« Frau wieder mrf richtete. sah sie sich einem riesigen Bären gegen­über! Meister Petz brummte aber nur verärgert über den unsanften Stoß, fletschte Die Zähne und trollte sich seitwärts in die Büsche. Die Lehrerin fiel in Ohnmacht und wurde von jufällig Vorüber- gehenden bewußtlos aufgefunden. Seit diesem Aben­teuer läßt sie sich bei chren morgendlichen Fahrten immer von chrem Bruder begleiten. Der Bär wurde nicht mehr gesehen.