Donnerstag, 8. Mai Ml
Gießener Anzeiger
|9L Jahrgang Nr. 108
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vrühlsche UntDtrfltätsbniderei 8. Lange General-Anzeiger für Gberheffen 6tehen.9Sd)uIttrafte 7-9
Panzervormarsch im Wüstensand bei Tobruk
mit
Der Feind unternahm in der letzten Nacht
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bis die
wirksameren Unterstützung und nach Hilfe um.
Dieses doppelte Dilemma in der liens, des kleinsten Kontinents mit menschenleeren Räumen, ist niemals
da es sonst bald zu spät sei. Die Wallfahrt Menzies nach Nordamerika zu Roosevelt deutet darauf hin, daß er auch für Australien seine letzten Hoffnungen auf USA. setzt, indem er sich ebenso wie Mackenzie King sagt, daß bei der englischen Macht- ' lofigkeit Amerika Australien näher ist als England.
Der Wehrmachtbericht
Berlin, 7.Mai. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Die Luftwaffe führte auch in der letzten Bach! mit sehr starken Kampffliegerverbänden heftige Angriffe gegen Werften, Rüstungswerke und Versorgungsbetriebe in den Llyde-Häfen durch. Eine große Zahl von Spreng- und Brandbomben bewirkte vor allem in den Schiffsbauzentren um Glasgow erneut schwere Zerstörungen. Weitere erfolgreiche Luftangriffe richteten sich gegen die Hasen- und Werstanlagen von Liverpool, B e w c a st l e und Plymouth sowie gegen weitere Häfen an der britischen Süd- und Südostküste. Bei der Bekämpfung von Flugplätzen in Südostengland warfen Kampfflugzeuge hallen und Unterkünfte in Brand, zerstörten und beschädigten eine Anzahl am Boden abgestellter Flugzeuge.
3m Seegebiet um England erhielt ein Handelsschiff von 10 000 BRT. drei Bombenvolltreffer. Mit seinem Verlust kann gerechnet werden. Ein zweites großes Schiff wurde durch Bombentreffer schwer beschädigt. Bei Vorstößen deutscher Zager gegen England und bei Linflugversuchen des Feindes in die besetzten Gebiete und in die Deutsche Bucht verlor der Feind sieben Jagd- und zwei Kampfflugzeuge sowie sechs Sperrballone.
3n Bordc frika brach wiederum ein Gegenangriff starker britischer Kräfte gegen die in der Befestigung von Tobruk eingebrochenen deutschitalienischen Truppen unter starkem Verlust für den Feind zusammen.
Auf der Insel Malta griffen deutsche Kampfflugzeuge am gestrigen Tage mehrmals den Flugplatz Luca an. Volltreffer trafen das Rollfeld. Abstellplätze sowie hallen und Unterkünfte. Mehrere heftige Brände entstanden. Bei einem Bacht- angriff von deutschen Kampf- und Sturzkampfflugzeugen auf den Hafen von La Valetta wurde vor allem die Staatswerft schwer getroffen. Deutsche Jagdflugzeuge schossen über der Insel drei britische Flugzeuge ab.
Antwort auf das nicht ausgesprochene „Wozu?" haben die Verbrüderungsszenen gegeben, die von den Offizieren und Mannschaften der amerikanischen Schiffe mit den australischen Offizieren und Mannschaften veranstaltet wurden. Und wenn Australien Besprechungen mit Washington über gemeinsame militärische Maßnahmen ankündigt, so wird Tokio darin zwar keine grundsätzliche neue Wendung in der Entwicklung sehen, wohl aber die Tatsache, daß Australien damit offen seine Stellung bezogen hat, die Tokio künftig in Rechnung stellen wird.
Erneute heftige Luftangriffe gegen Werften und Mstungsbetriebe in den LlydeHäsen.
Die von den eingeschlossenen englischen Truppen wiederholt unternommenen Ausfalloersuche sind jetzt stets mit starken Verlusten für den Feind abgeschlagen worden. An diesen Kämpfen waren hier gezeigten Panzerformationen des deutschen Afrikakorps erfolgreich beteiligt.
(PK.-Moosmüller-Scherl-M.)
Rom, 7. Mai. (Europapreß.) Die weitere setzung von griechischen Inseln durch die deutschen und italienischen Streitkräfte wird von der italienischen Presse behandelt. Die Engländer seien nun, so wird betont, vom Aegäischen Meer und von dem Meer von Kreta ausgeschlossen. Im östlichen Mittel- meer besitze England nur noch den Küstenbogen von Sollum bis Haifa und die Insel Zypern. Die Stimmung in Syrien und die Erhebung im Irak Hobe dieses äußerste britische Bollwerk im östlichen Mit-
fchwachen Kräften wirkungslose Störungsangriffe auf einige Orte des nordwestdeutschen Küstengebietes. Es entstand weder wehrwirtschaftlicher noch militärischer Schaden.
3n der Zeit vom 30. April bis 6. Mal verlor der Feind zusammen 5 5 Flugzeuge, von diesen wurden 30 Flugzeuge In Luftkämpfen, zehn durch Einheiten der Kriegsmarine und vier durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zer. stört. Während der gleichen Zeil gingen 38 eigene Flugzeuge verloren.
Tagesangriffe auf Plymouth und Newcastle.
Berlin, 7. Mai. (DBB.) Außer den bereits gemeldeten Unternehmungen gegen englische Flugplätze am Dienstag, 6. Mai, griffen deutsche Luftstreitkräfte bei Hellem Tageslicht den englischen Kriegshafen Plymouth und den Großhasen B e w c a st l e an der schottischen Ostküste an. Bach dem Durchbruch durch das heftige Sperrfeuer der englischen Flak gelangten alle Flugzeuge bei guter Erdsicht z u m Bombenabwurf auf die befohlenen Ziele. Die Wirkung dieser Tagesangriffe war hervorragend. Line Anzahl schwerer Bomben tagen als Volltreffer mitten in den Anlagen der Staatswerft von Plymouth und richteten umfangreiche Zerstörungen an. Im Hafengebiet von Berocaftte entstanden im Dorf- und Speicherviertet starke und anhaltende Brände.
Englands Lage im östlichen Mittelmeer.
der Unzulänglichkeit der eigenen Mittel nach einer einer fremden
Tokio, im April 1941. । (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) ■ Die aroße Gärung, in der sich die Anlieger-
Jtaaten des Pazifik und alle an der Entwicklung in I liefern gewaltigen Raum interessierten Länder be- 1 finden, hat durch den Besuch des amerika- । Nischen Geschwaders t n Neuseeland ' und Australien in den letzten Märztagen eine neue Note erhalten. Die Propagandafahrt dieser I amerikanischen Schiffe, die offen als Repräsentan- - ten der militärischen Macht Amerikas auftraten und deren Entsendung klar und deutlich den Inter- ; essenanspruch der Vereinigten Staaten zum Aus- ) druck brachte, hat weit über die Grenzen der betroffenen Länder hinaus in der ganzen Welt Beach- : tung gefunden und wurde insbesondere im japa« 1 Nischen Inselreich mit gespannter Aufmerksamkeit betrachtet. Korrespondenten der großen japanischen Blatter berichteten über jede einzelne Phase des Besuches, und wenn Japan sich auch einer vorzeitigen und in die Augen springenden Stellungnahme offensichtlich zu enthalten trachtete, so deuteten die wiedergegebenen Einzelheiten, die Art der Aufmachung in der Presie und besonders die Hervorhebung der bet diesem Anlaß gehaltenen Reden darauf hin, daß man in Japan d i e Absicht, die Washington mit diesem ostentativen Besuch und zumal in der gegenwärtigen Spannungslage am Pazifik verband, verstanden und zur Kenntnis genommen hat.
Präsident Roosevelt hat, während der A.usver- kauf des britischen Weltreiches in vollem Gange ist, ein neues wertvolles Stück im britischen Erbe entdeckt und sein Interesse auch hieran angemeldet. Und während man in Canberra und Sydney offenbar in seinen Aengsten vor dem möglichen nahenden Verhängnis zwischen Tokio und Washington hin und her pendelt und bald den Weg der wirtschaftlichen Vernunft, bald aber auch den weitgehender strategischer und militärischer Träume geht, wird in Tokio nüchtern die Tatsache einer neuen Bedrohung registriert, die in Zukunft in die Pläne Tokios einkalkuliert werden muß. Denn was bedeutet dieser Besuch für die Stellung Australiens und die Lage der rivalisierenden Mächte am Pazifik?
Der australische Ministerpräsident Menzies, der sich wochenlang in London immer von neuem feiern ließ und angesichts der wachsenden Unruhe in Australien über das blutige Griechenland-'Aben- teuer sich nunmehr schleunigst auf die Heimreise begab, hatte erklärt, daß M a t s u o k a mit seinen Erklärungen in Berlin der Sache der Verständigung der am Pazifik grenzenden und an diesem Raum intreffierten Mächte einen schlechten Dienst erwiesen habe. Daß Menzies damit sagen wollte, Australien sei nach wie vor zu einer Verständigung mit Japan bereit, ist nur ein Beweis für seine doppelzüngige und im Schlepptau Churchills segelnde Politik, zumal er im gleichen Atemzug feine Absicht bekundete, auch nach Washington zu fahren, um dort mit Roosevelt die Fragen ,cher gemeinsamen Verteidigung" zu besprechen. Nun, in Japan hat man auch diese Absicht Menzies' zur Kenntnis genommen. Tokio ist.über die Entwicklungstendenzen der australischen Politik genau orientiert und es macht sich keinerlei Illusionen darüber, was der Besuch der amerikanischen Kriegsschiffe und die Überschwänglichen Feiern der amerikanisch-australischen Freundschaft, die aus diesem Anlaß veran- staltet wurden, in Wirklichkeit bedeuten.
Daß Australien, welches trotz aller forcierten Industrialisierungsversuche in erster Linie Agrarland geblieben ist, mit seiner Ausfuhr von Wolle und tierischen Produkten, für die England ungeachtet' aller immer von neuem gegebenen Versicherungen und Versprechungen eben doch infolge des Krieges kein genügender Abnehmer mehr ist, den Weg nach Japan suchen muß, weiß man in Tokio ebenso gut wie in Canberra. Wenn Australien leben will, muß es seine Erzeugnisse verkaufen können. War England schon vor dem Kriege im wesentlichen gesättigt und konnte es vor allem die gleichen Produkte billiger und bequemer in naher gelegenen Ländern kaufen — wozu es auch noch durch feine politisierte Handelspolitik gegenüber anderen Ländern gezwungen wurde —, so hat sich die Lage heute erst recht geändert, da die Schiffsraumnot so groß ist, daß es nicht im entferntesten daran denken kann, die aufgestapelten australischen Vorräte abholen zu lassen. Die Folge hiervon ist, daß die australischen Vorräte verderben und verkommen, daß die Häfen veröden, die Ge- ftierfleischinduftrie lahmgelegt ist, Zehntausende brotlos werden und das Land wirtschaftlich in immer größere Bedrängnis gerät. Man hat in London und Canberra versucht, dieser Notlage dadurch zu steuern, daß man dem Land eine Industri - alisierung aufzwang, und zwar den sagenhaften australischen „Beitrag zum englischen Kriege" zu erhöhen. Die Versorgung mit Rohstoffen, der Aufbau einer leistungsfähigen Industrie, die Anlernling einer qualifizierten Arbeiterschaft — das alles sind aber Dinge, die sich nicht im Handumdrehen bewältigen lassen.
Inzwischen hat die einseitige Bindung Australiens an die Londoner Politik strategisch eine Lage geschaffen, der Australien immer weniger gewachsen ist In dem großen Ringen der Mächte um den Pazifik nimmt Australien geographisch und politisch eine Stellung ein, die diesen menschenarmen Kontinent immer mehr in den Mittelpunkt der Ereignisse rückt. Wie versuchten seine führenden Männer, den Gefahren zu begegnen9 Da Australien militärisch zu schwach ist, um als entscheidender Machtsaktar eine irgendwie geartete führende Rolle zu spielen, sucht es Anlehnung bald an London, bald an Washington ja legt sogar- wie wir aus den Worten von Menzies ersehen, ein Lippenbekenntnis zu einer Verständigung mit Japan ab, ohne aber seiner von altersher eingeschworenen Politik der Britenhörigkeit und Japanfeindschaft
as tut sich in Australien?
Von unterem -er-Berichterstatter
Menzies Bittgang nach LIGA.
Berlin, 7. Mai. (DNB.) Der australische Ministerpräsident Menzies hat sich auf seinem Rückweg nach Australien, wo er eine heftige Kritik wegen seiner Politik in London zu erwarten hat, zunächst einmal nach USA. begeben, wo er R o o s e- velt aufsuchen will. Die Antwort, die sein Kollege Mackenzie King über die Einberufung einer Empirekonferenz in London gab, nämlich, daß es ihm wichtiger erscheine, in diesen Zeiten i n Washington zu verhandeln, anstatt in die Zentrale des Empire zu fahren, hat Menzies offensichtlich zu denken gegeben. Er hat die hoffnungslose Lage Englands als Augenzeuge erlebt und bei seiner Ankunft in Amerika die Amerikaner beschworen, zu helfen,
entsagen zu können. Einerseits ist die Sprache des Blutes dieser Abkömmlinae der ehemaligen englischen Strafgefangenen, die heute in Australien sitzen und das Land regieren, noch so stark, daß man den Londoner Befehlen in Canberra blindlings gehorcht, — auf der anderen Seite jedoch ist die Empiretreue nicht groß und vor allem auch die Einsicht in die Gefahr der eigenen Lage nicht gering genug, um sich ohne Bedenken für das Mutterland zu opfern und mit ihm unterzagehen. Auf der einen Seite sieht man die ganze Größe der Gefahr und ist im Innersten von der Ueberzeugung durchdrungen, daß nur eine ehrliche Verständigung mit Tokio ein Weg wäre, der Entlastung verspräche, — andererseits aber sieht man sich im Bewußtsein
Lage Austra- feinen großen deutlicher zum Ausdruck gekommen als zur Zeit des amerikanischen Besuches in Sidney und Brisbane. In feiner Begrüßungsbotschaft erklärte der interimistische australische Ministerpräsident I^dden dem amerikanischen Geschwaderführer, er sei „von der respekt- vollen Bereitwilligkeit" des Geschwaders überzeugt. In Tokio ist auch dieser Satz, der wohl richtiger heißen sollte: „von der Bereitwilligkeit Amerikas", wie alles andere eifrig vermerkt worden, und nie- mand kann es Japan verdenken, wenn es fragt:, Von der Bereitwilligkeit — wozu? Die Antwort hieraus gibt man sich in Japan selbst, und die I
Oie LlGA.-Kriegstrompete.
Von unserer Berliner Schristleitung.
Jetzt hat Roosevelt seine Karten aufgedeckt. Mit seiner ausdrücklichen Bewilligung hielt sein Kriegs- minifter (Stirn Jon, der sich seit je her durch eine besondere Anmaßlichkeit des Tones gegenüber anderen Nationen und durch grobe Drohungen auszeichnete, eine Rundfunkrede, die das amerikanische Volk in den Krieg Hetzen soll. Seit langem ist es das wahnwitzige Bemühen des Rooseveltschen Judentrusts, die amerikanischen Massen auf die Schlachtbank zu brinaen. Sie wollen nicht. Die Abstimmungen des Gallup-Instituts ergaben immer wieder, obgleich die Fragen an das amerikanische Volk vom Rooseveltstandpunkt aus gerichtet waren, eine unbedingte Mehrheit gegen den Kriegseintritt. Nun hatte die Roosevelt-Regierung alles mögliche versucht, um die Kriegsstimmung künstlich zu entfachen, sie hatte durch allerlei Provokationen der Mächte des Berliner Dreierpaktes diese Herostratenpolitik zu unterstützen versucht. Wir haben nicht darauf reagiert. Die Antwort an Roosevelt hat der Führer bereits in seiner vorletzten Rede erteilt und diese Abfuhr hat gesessen, denn sie zeigte, daß der Dreierbund fest entschlossen ist, sein Recht bis zum Letzten zu verfechten und vor keiner Drohung zurückzu- weichen.
Der Kriegssekretär Stimson befand sich angesichts der Tatsache, daß vielleicht die Marsmenschen, aber nicht die Achsenmächte die USA. angreifen könnten, in einer sehr verzwickten Situation. Also wiederholte er die alten verlogenen Phrasen seines Herrn und Meisters in noch vergröberter Auslage. So wiederholte er, die Sicherheit Amerikas hänge von einem englischen Siege ab, sprach von „Verteidigung der Freiheit", „Weltkrise", deutschen Welt- eroberungsplänen, und was dergleichen Absurditäten mehr sind, die nur bei politisch Mißgeleiteten und durch eine bedenkenlose Agitation verdummten Menschen keinen Widerspruch mehr finden. Schärfste Zurückweisung verdienen vor allem einige Stellen, die ein allzu kurzes Gedächtnis der Mitwelt voraussetzen. So sagte Stimson: „Unsere Hoffnungen auf Frieden sind von einer internationalen Angriffsgewalt umgestoßen worden". Er meint damit Deutschland, während aller Welt noch in guter Erinnerung ist, daß England es war, das auch diesen Krieg ebenso wie den Weltkrieg von langer Hand vorbereitete, um seine Vorherrschaft auf dem europäischen Kontinent sicherzustellen, und in dem ihm günstig erscheinenden Augenblick los- schlug. Und, darf man fragen, was taten d i e USA. bisher f ü r den Frieden? Nichts — aber alles für Englands Krieg! Das Denken
telmeer in eine prekäre Lage gebracht. Man müsse aber doch mit einer hartnäckigen Verteidigung der Engländer rechnen. Unverkennbar sei aber oer Wert des Aegäischen Meeres, des Peloponnes und der Ionischen Inseln für die Achsenstreitkräfte.
Oer irische Paradiesapfel.
England sucht die ULA. zur Neutral itats- Verletzung anzu stifte«.
Berlin, 8. Mai. (DNB. Funkspruch.) In einer Rede vor der „Royal Empire Society" gab sich Duff Cooper kürzlich große Mühe, darauf hinzuweisen, daß es als ein besonderer Beweis von Englands Edelmut anzufehen sei, daß es d i e N e u - !tralität Irlands bisher noch nicht angetaftet habe. Er stellte Irland dann gewissermaßen als den Paradiesapfel dar, in den England trotz seines großen Appetits bisher noch nicht gebissen habe, obgleich es „tief und schmerzlich darunter leide". England möchte es sehr gern vermeiden, diese Sünde zu begehen, denn es weiß, daß hierdurch sein Ansehen unter den Dominions ernstlich leiden würde. Man hat daher in London immer noch die Hoffnung, daß die Bereinigten Staaten sich an Englands Stelle an Irland versündigen, indem sie den Biß in den irischen Paradiesäpfel tun, und dann den angepiffenen Apfel England zur Verfügung stellen. Denselben Wunsch äußerte jetzt der englische ßabourabgeorbnete Lee Smith im Unterhaus; er sagte, die Bedrohung Englands durch die deutschen U-Boote könne gewandelt werden, wenn England die sudirischen Häfen benutzen könnte. Daß England sie jetzt nicht benutzen könne, sei ein Hindernis f ü r die Englandhilfe d e r U S A. Er schlug deshalb vor, die Vereinigten Staaten sollten in diesem Zusammenhang ihren Einfluß bei Irland geltend machen.
Keine Verpachtung südchilenischer Inseln an Japan.
Buenos Aires, 7. Mai. (Europapreß.) Die chilenische Regierung dementierte Meldungen über angebliche chilenisch-japanische Verhandlungen über Verpachtung von südchilenischen Inseln an Japan. Man nimmt an, daß biefe Meldungen von der nordamerikaniichen Propaganda wegen der ablehnenden Haltung Chiles zur Verpachtung von Flottenstützpunkten an die Vereinigten Staaten von Nordamerika verbreitet werden.
Oie Uebertragung der Kührer-Rede nach Iberoamerika.
Buenos Aires, 7. Mai. (Europapreß.) Die argentinischen Zeitungen heben das neuartige lieber« tragungssystem hervor, das bei der Führerrede an« aewandt wurde. Es bestand darin, daß die lieber« setzer aus dem Reichstag, während der Führer sprach, die wörtliche Uebersetzung ins Spanische Wiedergaben. Diese Uebertragung fand um so mehr Anklang, als sie so geschickt trorgenommen wurde, daß der Hörer gleichzeitig auch die Führerrede vernahm sowie den Beifall der Abgeordneten. Dadurch wurde den Jbero- Amerikanern, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, zum erstenmal das unmittelbare Erlebnis einer Führerede vermittelt.


