Ausgabe 
8.4.1941
 
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Griechische Bunker im Feuerhagel deutscher Stukas und schwerer Artillerie. Infanterie und Panzer zum Sturm auf die griechischen Grenzbefestigungen bereit. Von Kriegsberichter Wolfgang Küchler.

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Bruchteile später aufblitzendes MündUngsfeuer, em Knall der sich in den Bergkesseln tausendfältig bricht. Sekunden darauf blitzt es drüben auf. Aufmerksam prüft der Oberleutnant am Kommandogerät das Ergebnis, dann verbessert er die Einstellungen, neue Befehle gehen zu den Geschützen. Wieder das Auf­heulen der Granaten, wieder das Aufblitzen der Einschläge drüben. Noch etwas zu weit liegen die Geschosse. Nochmals wird die Einstellung korrigiert, dann stimmt es. Mitten in die feindlichen Bunker- linien bohren sich die Granaten unserer schweren Artillerie. Auch die anderen Batterien haben sich inzwischen eingeschossen. Unzählige Rohre richten ihre Münder gegen die griechischen Bunker. Schon stehen drüben die ersten schwarzen Rauchpilze über den Bergen. r ,, v

Inzwischen ist der Morgen in strahlender Schön­heit heraufgezogen. Ein leuchtend roter Schimmer Regt über den teilweise noch schneebedeckten Bergen. Da wird oben in der Luft ein leichtes Brummen hörbar, das schnell anschwillt. Stuka st afsel um S t u k a st a f s e l zieht heran. Silbern glänzen die Tragflächen der stählernen Vögel in der Morgen- sonne. Dicht v-or der Grenze teilen sich die Staffeln. Noch ein Stück Geradeausflug, dann stürmen sie

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ab, rasen in steilem Sturzflug der Erde zu, Habich­ten gleich, denen ihre Beute nicht mehr entgehen kann. Sie treffen genau! Kurz über den Buntem sangen sie ihre Vögel ab, lassen den eisernen Segen heruntersausen. Ueberall steigen in dichten Wellen Rauchwolken hoch, die sich wie ein schwarzer Schleier über die Berge legen. Immer neue Ver­bände kommen heran. Wuchtig und genau fliegen sie ihre Angriffe, immer die dicken Rauchpilze als sichtbares Zeichen des Erfolges hinter sich lassend. Kein feindliches Flugzeug läßt sich blicken.

Dann zieht wieder die Artillerie auf den Plan. Granate auf Granate jagt jetzt in pausenlosem Feuer auf die feindlichen Stellungen. Das Tal hallt wider von den Einschlägen schwerer Geschosse. Denen drüben wird keine Atempause mehr gelassen. In systematischem Beschuß wird Bunker auf Bun­ker erledigt. Ein riesiger Eisen- und Feuer­hagel stürmt auf die griechischen Befestigungslinien los. Auffallend schwach ist die feindliche Gegenwehr. Ob es den Griechen schon den Atem verschlagen hat? Dorn liegen bereite Bataillone der Infanterie 3 um Sturm bereit, und drüben auf der ande­ren Talseite warten die Panzer auf ihren Ein- s-atz.

So wurde die griechische Junkerzone geflürmt

Von Kriegsberichter Heinrich Rodemer.

... 8. April. PK. (Funkspruch.) An der griechisch- bulgarischen Grenze, 6. April im Morgengrauen. Der Führer des Pionier st oßtrupps, em junger Leutnant, klettert die letzten paar Meter hoch, die ihn und [eine Männer noch vom griechi­schen Posten trennen. Er ist dazu auserschen, d e n elften Schuß abzugeben und damit in unserem Abschnitt den Kampf um die griechische Befestigungs­zone zu eröffnen. Der Bunker über uns muß zu­erst genommen werden, weil er den einzigen Saumpfad bedroht, der über unsere Höhe hin­unterführt und den Abstieg hinunter ins Tal ver­sperrt.

Fetzt sind die Männer oben. Schüsse unterbrechen die Stille der Dämmerung. Mit ohrenbetäubendem Knall reißen Stangenladungen den Drahtverhau auf. Hindurch und mit Handgranaten dem MG- Bunker zu Leibe! Die griechische Wache wehrt sich noch. Eine geballte Ladung macht ihrem Wider­stand rasch ein Ende. Wenige Minuten später ist der tiefer liegende Schützengraben von G e b i r g s - Pionieren gestürmt. Gleichzeitig hat ein an­der Stoßtrupp den zweiten Bunker auf dieser Höhe genommen.

Inzwischen haben Flak und Pak von unserer Höhe aus die Bunker des über 1300 Meter hohen Kegels zur Rechten unter Feuer genommen. Das ist derF e st u n g s b e r g", ein Eckpfeiler der ge­samten Verteidigungszone, mindestens 25 kleine und größere Bunker. Gleich der zweite Schuß war ein Volltreffer. Und dann beginnt das zusammengefaßte Feuer der Haubitzen und Mörser. Einschlag neben Einschlag. Manche Bunker sind vollkommen zerrissen. Andere halten noch, die Stukas müssen in meh­reren Wellen ihre todbringende Last abwerfen. Auch

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das Bombardement unserer Artillerie wird stärker. Stundenlang pfeift es über unsere Köpfe hinweg., Da künden Leuchtkugeln am rechten Hang des Berges, daß sich Pioniere und Jäger her- angearbeitet haben. Die Gebirgsartillerie be­hackt nunmehr den schneebedeckten Kamm des über 1500 Meter hohen Nachbarberges. In langen Sätzen springen die Stoßtrupps denFestungsberg" hinauf. Und da zeigt sich, daß trotz des langen Bombarde­ments zahlreiche Bunker noch am Leben sind. Der Grieche verteidigt sich zäh, sein MG.- Feuer wird stärker. Seine schwere Artillerie hat er anscheinend mehr zurückgezogen, denn später kom­men noch allerhand schwere Brocken herübergeslat- tert. Mühsam müssen die Pioniere Bunker um Bunker erkämpfen. Kurze rot-gelbe Feuer­strahlen vor den Schießscharten lassen erkennen, daß hier die gefürchteten Flammenwerfer am Merke sind.

Aber die Pioniere können es allein nicht schaffen. Wieder müssen Pak, Infanteriegeschütze und Haubitze donnern. Endlich sieht man, als das Feuer eingestellt wird, deutsche Soldaten auf dem Gip­fel desFestungsberges" laufen. Und trotzdem knallt es noch aus einigen Ecken. Aber immer wie­der mit geballten und gestreckten Ladungen ran! Das war eine verdammt harte Angelegenheit. Doch selbst die Glut der Sonne hat den Schwung des Angriffes nicht eindämmen können. Trotz gewaltiger körperlicher Anstrengungen, wie sie der Gebirgs- kampf verlangt, haben sich unsere Truppen fast keine Ruhe gegönnt und stürmen nun weiter, der strategisch so bedeutungsvollen Struma-Ni e be- rung zu.

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(DNB.) ...., 7. April. (PK.) Das wird ein böses Erwachen für die Griechen an diesem Sonntag­morgen. Noch liegt die Nacht über dem weiten Land. Im Funkeln der Sterne und im schwachen Schimmer des Mondes ragen drüben schwarz und gespenstisch die Bergriesen in den nächtlichen Himmel. Dort ist Griechenland. Eine starke, schwer ausgebaute Befestigungslinie steht uns drü­ben entgegen. Wie oft haben wir in den Tagen, da sich Der Aufmarsch des deutschen Balkanheeres. gegen die letzten Bollwerke Englands auf dem Kon­tinent vollendete, auf der Kuppe unseres Berges gestanden, 200 Meter von der griechischen Grenze entfernt, und im Fernrohr die Bunker beobachtet, die wie dicke Wülste drüben an den Bergen kleben. Wie oft haben wir in die Forts gespäht, in die Hocker und Straßensperren, die den Vormarsch un­serer Armee aufhalten sollen.

Nun ist es so weit. Unser Heer ist längs der bul­garischen Grenze aufmarsckiert, im Hinterland stehen Die Geschwader und Staffeln der deutschen Flieger­verbände startbereit. Es ist noch früh am Morgen, als halbrechts d i e er st en Gewehrschüsse, das erste kurze Tacken der Maschinengewehre hör­bar wird. Wenig später ist auch weiter vorn kur­zes, scharfes Knallen zu hören.Die ersten Grenz­bereinigungen", meint Der Chef Der schweren Bat­terie, in Deren Nähe wir sind, um Den Verlauf der KampfhanDlungen zu beobachten. Ja, da irgend­wo in Dieser Richtung des Knalles muß das grie­chische Grenzhaus liegen. 30 Mann stark ist die Wache, die Die Griechen in diesem am weitesten gegen die deutschen Linien vorgeschobenen Posten gestellt haben. Die Aufgabe lautet, dieses Grenzhaus zu nehmen und seine Besatzung auszuheben.

Im Schutz Der Dunkelheit und Des bufchbestan- denen Geländes, das eine gute Tarnung ermög- lidyt, arbeiten sich Die Deutschen SolDaten vor. Im­mer wieder lassen sie ihre Gewehre und MGs spre­chen. Aber die Drüben wehren s i ch hart­näckig. Mit MGs und Maschinenpistolen erroiDern sie das Feuer. Doch als ihnen eine geballte Ladung in das Grenzhaus fliegt, ist es mit ihrer Kunst aus. Ein kurzer harter Aufschlag, eine Flamme, dichte Rauchwolken, Krachen, das Dach fällt ein, die Wände bersten ... Sprungweise, immer wieder hinter Büschen und Bäumen Deckung suchend, ar­beiten sich die Soldaten vor. Dann sind sie am Grenzhaus. Im Nu ist die Wache überwäl­tigt. Einige griechische Soldaten sind gefallen, die ßnberen werden gefangen. Auch das nächste, etwa anderthalb .Kilometer entfernt liegende griechische Zoll- und Grenzhaus ist bereite von einem Stoß­trupp genommen worden.

Da spritzen an dem Weg, Der mehrere Kilo­meter von uns liegt, in rasendem Tempo kurze gelbe Fäden entlang. Dort geht jetzt eine deutsche Batterie zum Angriff gegen Die ersten griechischen Bunker vor. Wir können nichts hören, nur Die gespensterhast aufblitzenDen Bahnen der Leuchtspurmunition verrät uns etwas von Dem Verlauf Des Kampfes. Ein riesiger Geschoßhagel legt sich auf die Bunker, von Denen dte Batterie nur wenige hundert Meter entfernt steht. Die Wirkung Muß furchtbar sein. Dann wird es auch bei uns lebendig. Der Batteriechef schaut auf Die Uhr. Die »rften KommanDos gehen hinaus zu Den Geschützen,

Vor schweren Kämpfen in schwierigem Gelände.

Wir haben hier bereite gestern Darauf hingewiesen, welche außergewöhnlichen GelänDeschwierigkeiten Die Truppen Der Deutschen SüDostfront seit Der lieber» schreitung Der jugoslawischen und griechischen Grenze durch das unwegsame Gebirgsgelände mit feinen vorwiegend von Norden nach Süden ver­

laufenden Zügen zu überwinden haben. Wer Das GelänDe noch aus Der Zeit Des Weltkrieges kennt, weiß, Daß Der Verkehr auf Den überaus Dürftigen, selten befestigten Straßen selbst in FrieDenszeiten vor allem für motorisierte Fahrzeuge alles andere als einfach sein muß. Die Bahnstrecken sind vielfach nur eingleisig, und da das Land vor allem in den Karstgebirgen sehr holzarm ist, steht bei Bahnspren­gungen durch Den Feind Das notroenDige Ergän- zungsmatericll an Schwellen gar nicht oder nur

nach weitem Antransport zur Verfügung. Dazu kommt auch, daß Die Trinkwasserverhältnisse im Karstgebirge besonbers schwierig sind. Dies alles zu­sammen mit Der an Schlupfwinkeln reichen, stark verkarsteten Natur Des Landes erleichtert die Gegen­wehr selbst einem weniger zähen und mit fanatischer Verbissenheit kämpfenden Gegner, wie es Der ser­bische Soldat seit jeher gewesen ist.

Aber auchinder Ebene stellen sich den deut­schen Truppen sehr erhebliche Schwierigkeiten ent­

gegen. Die syrmische Niederung im Donau- und Save-Tal wird in jedem Frühjahr und Herbst zu einer Schlammflut. Im Flußtal Der Save breiten sich Sumpf- und Schilfdickichte über große Flächen aus, Die stellenweise in Sumpfwaldungen übergehen. Es ist so gut wie unmöglich, in diese Sumpfwälder abseits der Wege einzuDringen. Auch außerhalb Die- ser WalDungen macht jeder Regen Den tiesschwarzen breiigen BoDen völlig grundlos. Dazu kommt, daß Save und Donau mit ihren beträchtlichen Wasser« mengen eine vorzügliche strategische Verteidigungs­linie bilden, besonders im Frübjahr bei Hochwasser. Ein anderes Flußsystem Jugoslawiens, die Mo­ra w a, zwängt sich an ihrem Durchbruch durch das Gebirge zwischen 400 bis 70.) Meter hohen Fels« wänden durch. Auch der Nachschub an Lebensrnitteln ist für Die kämpfenden Truppen in diesem wenig er­schlossenen Lande insofern schwierig, als das ohne« hin schon rauhe Hochland sehr arm ist. Eisenbahnen sind nur in völlig unzureichender Zahl vorhanden. Beispielsweise beträgt die Eisenbahndichte in Jugo« slawien nur ein Drittel, in Griechenland sogar nur ein Sechstel der Eisenbahndichte auf 1 Ouadratkilo« meter wie die Eisenbahndichte in Deutschland. Der größte westliche Teil Jugoslawiens, Das heißt also Die asiatische Küste mit ihrem gesamten Hinterland bis in Den Bereich von Belgrad hinein, ist fast ohne Eisenbahn. Ein volles Drittel der jugoslawischen Bahnstrecken ist überdies nur Schmalspurbahn. Griechenland verfügt ebenfalls nur über wenige Eisenbahnlinien, da sich der größte Teil seines Ver­kehrs zwischen den Häfen abwickelt. Noch ärmer sind beide Länder an Ueberlandstraßen. Während beispielsweise in Deutschland auf 100 Quadratkilo­meter 45 Kilometer Landstraßen entfallen, hat Ju« goslawien auf derselben, Fläche nur 17 Kilometer und Griechenland sogar nur 9,6 Kilometer aufzu« werfen.

In einem so schwierigen Gelände ist ein schneller Siegeszug wie in Polen oder im Westen naturge­mäß von vornherein unmöglich. Die wenigen für das Vorgehen verfügbaren Paßstraßen sind leicht zu verteidigen. Aber was unsere Truppen selbst im schwierigsten Gelände zu leisten vermögen, das haben sie ja schon in Norwegen gezeigt. Ihre Taten auf dem Balkan werden zeigen, daß sie auch mtf dem dortigen Gelände und mit feinen Verteidigern fertig zu werben wissen.

Jugoslawische Luftangriffe aus rumänische Gebiete.

Bukarest, 7. April. (Europapreß.) Das rumä­nische Minister Präsidium teilte am Sonntagabend mit: Obwohl Rumänien in keiner Weise an den mit Jugoslawien begonnenen Feindseliakeiten beteiligt ist, hat die jugoslawische Armee und Luftwaffe rumä­nisches Gebiet bombardiert. Am 6.April um 7 Uhr morgens schossen die Jugoslawen mit Kanonen und Maschinengewehren vom jugoslawischen Ufer der Donau aus auf Orsova und töteten dabei einen Menschen. Um 14 Uhr warf ein zweimotoriaes jugoslawisches Bombenflug­zeug Bomben auf Arad. Eine Bombe fiel auf eine Farm und verletzte fünf Personen, von denen zwei im Krankenhaus verstarben. Um 14.30 Uhr warfen zwei dreimotorige jugoslawische Flugzeuge Bomben auf die Stadt Temesvar. Das eine Flugzeug warf sieben Bomben ab, von denen nur zwei explodierten, ohne Schaden anzurichtcn, während das andere fünf abwarf, durch die Fen­sterscheiben einiger Waggons zertrümmert und eine Wasserzisterne beschädigt wurde, ohne das Menschen­opfer zu verzeichnen waren. Außerdem warf ein Flugzeug sechs Bomben über Oravitza ab, ohne Schaden zu verursachen. Die rumänische Regierung hat an die jugoslawische einen formellen Protest gerichtet.

Das BlattPorunca Vremi" schreibt. Das sinn­lose Bombardement des rumänischen Gebietes durch die jugoslawische Luftwaffe habe Rumänien mit Bitternis erfüllt und zwinge Die Rumänen, realistisch zu denken.Actionea" schreibt, Die Intervention der deutschen Armeen müsse auf Die Storung des Gleich gewichts der Kräfte auf dem Balkan infolge der jugoslawischen Haltung zurückgeführt werden. Der Militärputsch des Generals Simowitsch, Der mit Hilfe Englands und Amerikas Durchgeführt worden fei, habe alle Anstrengungen zur Erhaltung des Friedens und der Ordnung auf Dem Balkan zu­nichte gemacht.

Bomben

auf Sofia und Küftendil.

Sofia, 7. April. (Europapreß.) Amtlich wirt mitgeteilt. Daß am Sonntag jugoslawische Bomben- blugzeuge einen Luftangriff a u f die offenen Städte Sofia und Küftendil Durchgeführt haben. Die Angriffe wurden aus großer Höhe über nichtmilitärische Objekte, in KüstenDil auf Das Zentrum Der StaDt und in Sofia in den westlichen Vororten, durchgeführt. Es gab als Opfer einige Frauen und Kinder; Die Schäoen find unbedeutend, mit ihrer Beseitigung wurde so­fort begonnen. Der Ministerrat hat am Sonntag eine außerordentliche Sitzung abgehalten. Der bul­garische Rundfunk erklärte am Sonntag, wenn es notwendig sei, werde der bulgarische Soldat seine hohen militärischen Qualitäten beweisen. Die Ereig­nisse würden Bulgarien nicht unvorbereitet fin« Den. Die tapfere bulgarische Armee sei völlig mit modernen Waffen ausgerüstet. Bulgarien habe so vieles unternommen, um den Frieden auf dem Bal­kan zu erhalten. Es hätte sich während Der ganzen Zeit in den Konflikt nicht eingemischt und habe sich wertvolle Verdienste zur Aufrechterhaltung des Friedens auf Der Balkan-Halbinsel erworben, vor allem durch Den Beitritt zum Dreimächtepakt. Auch jetzt, wo Der Konflikt auf dem Balkan ausgebrochen sei, werde Bulgarien alles tun, was von ihm ab­hänge, um das Vaterland Dort den Prüfungen des. Krieges fernzuhalten.

In Bulgarien herrscht große Empörung über Die Angriffe jugoslawischer Bombenflugzeuge auf un­geschützte bulgarische Stäbte. Das Regierungsblatt Dnes" schreibt, ohne im Krieg zu sein, sei Bulaa- rien von jugoslawischen Flugzeugen angegriffen worden. Die Handlungsweise Der Serben brauche nicht näher qualifiziert zu werben. Unter dem Titel Angriffe auf Frauen und Kinder" schreibtWest- nik ne Westnizite", der Angriff jugoslawischer Mili­tärflugzeuge auf bulaarische Städte sei eine Her­ausforderung und rufe in Bulgarien große Empörung hervor. Bulgarien habe alles unternom­men, um Die Freundschaft mit Jugoslawien zu er­halten.

£uedngriff auf Budapest aSgewehri.

B ud a p est, 7. April. (Europapreß.) Am Sonn- tagnachmittag um 6 Uhr hatte BuDapest seinen ersten Luftalarm. Darüber wird folgende amtliche Mitteilung ausgegeben: »Am SonntagnachmittaA