Einzelbild herunterladen

dem Gedenken des für breitere Volks kreise unbe­kannten Wesens und Schaffens Mozarts gewidmet. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Rede des Musikhistorikers der Universität Gießen, Prof. Dr. Rudolf Gerber, der in seinem Vortrag den Menschen und das Schaffen Mozarts in neuer Sicht beschließen will. Der früheren Ueberbetonung des göttlich-heiteren Mozart soll das Walten der dämo­nischen Kräfte in Leben und Werk Mozarts gegen- übergestellt werden. Den Rahmen geben diesem Vortrag Prof. Gerbers das weiteren Kreisen nahe­zu unbekannte c-moll-Streichquintett und das Adagio aus dem g-moll-Quintett, beides Meister­werke Mozarts, die die Nachtseiten seiner Persön­lichkeit in besonderem Maße hervortreten lassen.

Freiwillige für die Waffn-^.

Von der ^-Erg.-Stelle Fulda-Werra (IX) er­halten wir die Mittelung, daß wiederum Frei­willigen die Möglichkeit gegeben ist, in die Waffen-^ einzutreten.

Die Divisionen der Waffen-^ kämpften auf allen Kriegsschauplätzen und stehen jetzt in vorderster Front im Kampf gegen den Bolschewismus. Ihre stolzen Taten sind ein Ruf an die deutsche Jugend und an die wehrhaften Männer. Dollmotorisiert umfassen die Divisionen alle Truppen, wie In­fanterie, Artillerie, Pioniere, Panzer, Nachrichten­truppen, Kavallerie, Panzerjäger, Flak, Krad­schützen und Sanitätstruppen. Die Waffen-stellt ein:

a) Kriegsfreiwillige (Arbeitsdienstpflich­tige nach Ableistung der verkürzten Arbeits­dienstpflicht),

b) Freiwillige mit Dienstzeitver- p f l i lb t u n g vom vollendeten 17. bis zum 45. Lebensjahr.

Der Dienst in der Waffen-^ ist Wehrdienst. Bei Eignung stehen den Freiwilligen die Unterführer­und Führerlaufbahn, sowie Sonderlaufbahnen offen. Einberufung zur Truppe erfolgt beschleunigt!

Ferner werden eingestellt Freiwillige für die - Polizei-Division und Anwärter für den Dienst in der Deutschen Polizei.

Annahmeuntersuchungen finden am 13. Dezember in Gießen imBurghof" statt. Meldungen von Frei­willigen werden dort angenommen. Arbeitsbuch und Wehrpaß sind mitzubringen.

Außerdem nimmt die ^-Erg.-Stelle Fulda-Werra (IX), Kassel-Wilh., Löwenburgstraße 10, Tel. 36 683 und 34 441 ständig schriftliche Meldungen an und übersendet auf Anforderung das ausführliche Merk­blatt.

Tarifordnung im hessischen Eisenerzbergbau.

NSG. Wie die Deutsche Arbeitsfront mitteilt, ist mit dem 1. November eine neue Tarifordnung für die Angestellten im hessischen Eisenerzbergbau in Kraft getreten. Die Tarifordnung gilt für alle an» gestelltenversicherungspflichtigen und als Angestellte knappschaftsversickerungspflichtigen kaufmännischen und technischen Angestellten in den Betrieben des Eisenerzbergbaues einschließlich der dazugehörigen, unter Aufsicht der Bergbehörde stehenden Aufberei­tungen, Werkstätten und Nebenbetriebe, den Phos­phorit- und Bauxitgruben im Wirtschaftsgebiet Ref­fen einschließlich der Kreise Biedenkopf und Dillen­burg sowie in den Kalksteinbrüchen Nieder-Girmes und Fernie und dem Ton- und Schamottebetrieb Niederstein. In der Tarifordnung sind Arbeitszeit, Urlaub und Gehaltsansprüche geregelt.

Oie Versorgungslage im Rhein-Main-Gebiet.

Die Dersorgungslage bei Brotgetreide und Futter- Mitteln erfuhr gegenüber der Vorwoche keine Ver­änderung. Roggen- und Weizenmehl waren in aus­reichender Menge vorhanden.

Die Gemüfeversorbung war ebenfalls ausreichend. Weißkohl und Wirsing wurde in größerer Menge an geboten. Drr Bedarf an Feldsalat, Endivien und Spinat wurde befriedigt. Knapper waren die an Wurzelgemüse und Rosenkohl bereitgestellten Mengen.

An sämtlichen Diehmärkten waren die notwen­digen Fleischmenge-n vorhanden. Der Auftrieb war so reichlich, daß Umleitungen von Tieren und bei Schweinen Herausnahmen für die Vorratshaltung möglich waren. Di.e Qualitäten waren bei Rindern mittel, bei Schweinen und Kälbern mittel bis gut.

Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen!

Oie Krankenversicherung -er Rentner.

Wichtige neue Durchführungsbestimmungen.

In einer SBerorbnung vom 4. November 1941 (Deutscher Reichsanzeiger Nr. 262) sind nähere Durchsuhrungsbestimmungen über die Krankenver­sicherung der Rentner erlassen worden, die mit Ge« setz vom 24. Juli 1941 errichtet wurden.

Für die Leistungsgewährung ist grundsätzlich die Allgemeine Ortskrankenkasse oder, wo eine solche nicht besteht, die Landkrankenkasse zuständig. Son- derbe stimmungen sind für Rentner der Reichsbahn- Versicherungsanstalt erlassen. Hier ist die Reichs« bahn-Betriebskrankenkasse zuständig. Die Rentner können die Leistungen in Anspruch nehmen, indem sie ihren Rentenbescheid und die Ausweiskarte der Postanstalt, welche die Invalidenrente auszahlt, oder bei Angestellten-Rentnern den Zahlkarten­abschnitt über die letzte Rentenzahlung durch die-. Post vorlegen.

Von besonderer Wichtigkeit sind die Bestimmun­gen, die für die Rentner erlassen wurden, die wieder eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufneh­men. Für diese Rentner wird die Kr an kenv ersiehe» rung bei dem Träger der reichsgesetzlichen Kranken­versicherung durchgeführt, dem der Rentner auf Grund der versicherungspflichtigen Beschäftigung an» gehört. Der Rentner ist verpflichtet, dieser Kasse seinen Rentenbescheid bei Beginn und bei Beendi­gung des oersicherungspflichtigen Deschäftigungsver- hältnisses vorzulegen. Die Kasse vermerkt ihm dann auf dem Rentenbescheid die Durchführung der Ver­sicherung. In diesen Fällen erhält der Rentner die­selben Leistungen wie die übrigen versicherten Ar­tz eitskameraden, außer ärztlicher Betreuung und Arzneien also auch Krankengeld und Hausgeld. Er hat aber auch dieselben Beiträge wie die übrigen Arbeitskameraden zur Krankenversicherung zu ent­

richten. Dagegen hat der Rentner keine Beiträge zum Reichsstock für Arbeitseinsatz (d. h. zur Arbeits» losenversicherung) zu zahlen. Nur der Unternehmer hat die auf ihn entfallenden Arbeitgeberanteile zu entrichten. In diesem Falle, wo der Rentner seine Krankenkassenbeiträge bezahlt, erhätt er die für ihn von seiner Rentenoersicherungsanstalt aufgebrachten Beiträge auf Anfordern in Höhe von RM. 2, monatlich ausgezahlt, die er dann für die von ihm auszubringenden Krankenversicherungsbeiträge mit- verwenden kann. Die Auszahlung erfolgt gegen Vor­lage des Rentenbescheides und der Ausweiskarte der Postanstalt oder bei angestellten Rentnern des Zahlkartenabschnittes über die letzte Renten­zahlung durch die Post.

Der versicherungspflichtige beschäftigte Rentner hat aber auch die andere Möglichkeit, sich von der durch das Beschäftigungsverhältnis begründeten Krankenversicherungspflicht durch sein Dersicherungs- amt befreien zu lassen. In diesem Falle erhält er bei Krankheit Sachleistungen, ärztliche Betreuung und Arzneien, aber keine Barleistungen. Im Sterbe­falle erhält er Sterbegeld.

Schließlich ist für die Rentner, die nach der neuen Verordnung schon einen Sterbegeldanspruch haben (75 RM. für sich selbst, für den Ehegatten 40 RM., für ein Kind 25 RM.) die Möglichkeit geschaffen worden, sich durch eine Zusatzversicher-ung ein Ster­begeld von insgesamt RM. 500, und ein Fami­liensterbegeld bis zu RM. 300, zusätzlich zu sichern. Die Prämie darf höchstens für 10 RM. monatlich 4 Rpf. betragen. Die Satzung der Versicherungen kann auch eine Zusatzversicherung auf anbere Lei­stungen zulassen.

Auch in der kommenden Woche wird eine genügende Zahl von Tieren, insbesondere auch von Schweinen, bereitgestellt werden.

Bei Milch, Milcherzeugnissen, Deien und Fetten war eine ausreichende Versorgung sichergestellt.

Für den 31. Versorgun gs abschnitt wurden, obwohl er erst am 15.12. beginnt, bereits 5 Eier auf ge­rufen. Der zeitige Aufruf erfolgte, damit die für die Zeit vor den Feiertagen gerechneten vier Eier lausend zur Ausgabe gelangen können. Die recht­zeitige Abgabe dieser vier Eier ist gewährleistet. Das fünfte Ei wird nach augenblicklicher Voraus­sicht erst nach den Feiertagen zur Ausgabe gelangen.

Licht lockt Bomben.

dem Lande die Bereitstellung von Löschsand, Feuer- patschen, Handfeuerspritzen und ausreichendem Löfchwasier.

Gießener Vochenmarkkpreise.

* Gießen, 6. Dez. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 41, Wirsing, % kg 6 bis 12, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüden 8 bis 10, rote Rüben 10, Spinat 12 bis 15, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grün­kohl 6 bis 10, Rosenkohl 30, Meerrettich 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Lauch 17, Sellerie 15, Feldsalat,'/«. 10, Endivien, das Stück 10 bis 17 Rpf.

f Appell vor allem an das Landvolk.

Bei allen bisherigen Einflügen des Feindes in bas Reichsgebiet konnte man immer wieder feft« stellen, daß Bombenwürfe meist dort stattfanden, wo der Feind einen Lichtschein bemerkte. Es ist durchaus nicht etwa der Fall, daß die Bomben­würfe nur über Städten erfolgen. Dank der her- vorraaenden deutschen Abwehr kommt der Feind oft über den Städten gar nicht zum Bombenab­wurf und entledigt sich bann feiner Bombenlast wahllos dort, wo er einen Lichtschein bemerkt und

Anm Basteln gehören Werkzeuge. Denke an die Sammlung für die Wehrmacht am 6. und 7.12.1941.

menschliche Behausungen vermutet. Diese Tatsache legt auch der Landbevölkerung die Perpflichtung auf, für sorgfältige Verdunkelung der Wohn- und Stallgebäude zu sorgen und sich selbst sowie den Besitz vor Verlusten durch Spreng- und Brand­bomben zu schützen. Vom Reichsnährstand wird in diesem Zusammenhang an bas Landvolk appelliert, insbesondere auch eine gewissenhafte Verdunkelung der Viehställe durchzuführen, da jetzt die Stallar­beiten lange vor Anbruch des Tages beginnen und am Abend erst nach dem Dunkelwerden enden. Als besonders zweckmäßig haben sich für die Stalloer- dunklung Fensterläden erwiesen, die an der Au­ßenseite der Stallfenster angebracht werden. Fer­ner lassen sich einzelne kleine Fenster auch mit Pappe verdunkeln. Für Ställe mit mehreren Fen­stern sind Sttohmatten zu empfehlen, die bei gro­ßer Kälte gleichzeitig vor zu starker Auskühlung schützen. Die Verwendung von Verdunklungspa­pier ist im Diehstall nicht immer zu empfehlen, da bas Papier durch die feuchte Stalluft durchnäßt und aufweicht. Außer einer sorgfältigen Verdunk­lung gehört zu den Luftschutzmaßnahmen auch auf

** MU dem Eisernen Kreuz ausge­zeichnet. Oberleutnant Paul König in Gießen- Klein-Linden wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet und zum Hauptmann be­fördert; er ist auw Träger des Infanterie-Sturm- crbzeickens. Ebenfalls mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet wurde der Oberleutnant und Kompaniechef Erich He gl er, Schwarzlachweg 20 wohnhaft, der gleichfalls das Jnfanterie-Sturm- abzeichen trägt.

* * 88 Jahre alt. Am kommenden Montag, 8. Dezember, wird Frau Witwe Elisabeth Wagner, geb. Mohr, Ludwigstr. 14 wohnhaft, in geistiger und körperlicher Frische 88 Jahre alt. Der Jubilarin bringen auch wir unsere herzlichen.Glückwünsche zu ihrem Geburtstage und für einen schönen Lebens­abend dar.

**AltersturnerDapper82Jahrealt. Am nächsten Montag, 8. Dezember, begeht der Al­tersturner Wilhelm D a p p e r vom Turnverein 1846 Gießen, Bleichstraße 44 wohnhaft, der wohl der älteste aktive Turner im Kreis Wetterau des NS.- Reichsbundes für Leibesübungen ist, in voller kör­perlicher und geistiger Frische einen 82. Geburtstag. Regelmäßiges Turnen feit frühester Jugendzeit, neben feinem früheren Beruf als Postbeamter, hat den hochbetagten Turner frisch und gesund erhalten, so daß er auch heute noch regelmäßig an den Altersturnstunden seiner Vereinsriege teilnimmt. Auch in der frohgestimmten Geselligkeit ist Wilhelm Dapper immer einer der frischesten und heitersten Turnkameraden. Die Geräteübungen werden von ihm noch in bester Haltung ausgeführt; u. a. konnte er auch von dem diesjährigen Altersturnen in Lich mit dem Eichenkranz der Turnsieger geschmückt beim» kehren. Arn Morgen und in den Abendstunden unter­nimmt er noch in straffer, aufrechter Haltung seine Spaziergänge durch die Stadt und erbringt damit immer aufs neue den Beweis dafür, daß das Tur­nen frisch und kräftig erhält. Mit seinen Ium tarne» raben beglückwünschen auch wir den allsetts beliebten

und hochgeschätzten Jubilar herzlich zu seinem burtstage.

* * Ein Achtzigjähriger. Der Eisenbahn« Zugführer i. R. Matthäus A l t h a u s, Steinstraße Nr. 55 wohnhaft, wird am kommenden Montag. 8. Dezember, in aller Rüstigkeit und Frische 80 Jahre alt. Dem Jubilar gelten auch unsere herzlichen Glück« wünsche.

Strafkammer Gießen.

Heinrich U l r i ch in Bleichenbach hatte am 5. Sep« tember d. I. in einem am Arntsgebricht Büdinaen anhängigen Rechtsstreit wegen Unterhalts wissentlich einen Meineid geleistet. Der Angeklagte wurde zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr verurteilt. Die Untersuchungshaft wurde auf di, Strafe angerechnet. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden dem Angeklagten auf die Dauer von drei Jahren aberkannt.

Amtsgericht Gießen.

Zwei Frauen in Gießen hatten Strafbefehle über 100 RM. erhalten, gegen bie sie Einspruch einlegten. Sie hatten als Miteigentümer eines Wohnhauses in der Frankfurter Straße es trotz mehrmaliger Aufforderung unterlassen, in ihrem Hause für die dort wohnenden Mieter die erforder­lichen Luftschutzmahnahmen zu treffen. Die Ange-

Belm Austauen von Dasierlelkungen kein offenes Feuer ober bie gefährliche Lötlampe verwenbeut _____l1 ----- s>

klagten würben überführt und zu einer G e lb< strafe von 100 R M. verurteilt. Die Strafe wird ihnen nun erst die Erkenntnis gebracht haben, daß bie Erfüllung der Luftschutznotwendigkeiten für jedermann selbstverständliche Pflicht ist.

Der D. Sch. in Fronhausen hatte am 12. Juli in einer Wirtschaft in Gießen eine Aktentasche, die eine Landkarte und Papiere enthielt, und ein klei­nes Paket, in dem Zigarren waren, entwendet. Die gestohlenen Sachen hatte er verkauft. Die Käufer mußten aber bie Sachen wieder zurückgeben und waren so um die Kaufsumme betrogen. Der Ange­klagte war geständig und wurde wegen Diebstahls und Betrugs zu einer Gesamtgefängnis« strafe von einem Jahr verurteilt. Die er­heblichen und einschlägigen Dorstrafen wirkten straf« erschwerend.

Aus der engere« Heimat.

Landkreis Gießen.

D Großen-Linden, 6. Dez. Am Samstag und Sonntag veranstaltet der Geflügelzüchterverem Großen-Linden eine örtliche Geflügel aus st el- lung. Es wird wertvolles Tiennaterial ausgestellt sein.

kreis Wetzlar.

A Dutenhofen, 30. Nov. Die hiesige Krie aerkameradschaft hielt imAdler" ihren gut besuchten Monatsappell ab, den Kamerad schasts- sichrer Weber mit herzlichen Begrüßungsworten und dem Gedenken an bie für Deutschlands Freiheit Gefallenen des Krieges 1914/18, des Kampfes der Bewegung und des jetzigen Krieges eröffnete. Er ge­dachte sodann mit herzlichen Worten der Dankbar­keit der großen Ruhmestaten unserer Wehrmacht an allen Fronten unter der Führung des Obersten Befehlshabers Adolf Hitler. Anschließend hielt Kamerad Krebs einen fesselnden Vortrag über das ThemaDer unsichtbare Krieg', in dem er die Wühlarbeit der feindlichen Mächte gegen uns auf­zeigte und die Kameraden zur Abwehr dieser feind­lichen Machenschaften aufforderte. Nach der Bekannt­gabe einer Reihe von Anordnungen der Reichs- und der Kreiskriegerführung wurden zahlreiche Ka­meraden für langjährige treue Mitgliedschaft in ver­dienter Weise geehrt und ausgezeichnet. Sodann wurden von dem Schießwart Kamerad K. L o tz die Ergebnisse des diesjährigen Wettkampfschießens be- fanntgegeben und dabei u. a. mitgeteilt, daß die Kameradschaft aus dem Entscheidungskampf beim Schießen des Kreisverbandes Wetzlar mit dem dritten Preis hervorgehen konnte. Zahlreiche gute Schützen erhielten für ihre Schiehleistungen Ehren-

Reese-Gesellsdiifr Hameln

Explosion in Raum5

Roman von H.C. Hansen

Copyright by Prometheus-Verlag Dr.Eldiadcer, Gröbenzell b-MOnchen

6 Fortsetzung (Nachdruck verboten.)

Eine Stunde später waren Bärbels Aussagen schriftlich f eftgelegt und von ihr unterzeichnet.1 Kammin verabschiedete bas Mädchen freundlich und begab sich bann sofort in bas Zimmer feines Vor­gesetzten zurück.

Doktor Ball sah von ben Akten auf, in denen er gelesen bäte.Was haben Sie für einen Ein­druck?"

Beinahe vernünftig, das Mädel", knurrte der Kommissar unb setzte sich gegenüber bem Schreib­tisch in einen Sessel.Was sollen wir jetzt tun?"

Die Frage möchte ich an Sie richten."

Caspar vorladen, halte ich für falsch. Man muh sich erst auf anderem Wege Informationen be­schaffen."

Ganz richttg. Wir hängen noch völlig in der Luft. Vorausgesetzt, daß alle Angaben von Fräu­lein Eberhard stimmen, gibt das noch kaum eine Handhabe au einem schroffen Vorgehen. Welche Punkte werden Sie als erste ermitteln?"

Bestehen Beziehungen zwischen Kaspar und der Barkow? Ist Kaspar in finanzieller Bedrängnis, unb weshalb? Sind noch mehr Zeugen dafür vor­handen, daß er das Werk nicht um halb sechs, son­dern erst um halb sieben verlassen hat? War Kaspar an dem Unglückstage noch bei Wand im Laboratorium? Dann natürlich Nachprüfung der anderen Bekundungen, zum Beispiel ob Fräulein Eberhard bas Temperament Kaspars richttg ge­schildert hat und ob er wirklich nach der Vernich­tung der kostbaren Pläne völlig ruhig geblieben ist. Außerdem denke ich, Kaspar überwachen zu lasten "

'Einverstanden." Ball machte sich Notizen.

Ich habe Crusius auf feinen Wunsch Ihrer Ab­teilung zugesellt. Er tritt morgen früh den Dienst an. Vorläufig gilt die Versetzung nur für den Fall Wand Kaspar,"

Scheint ein ganz brauchbarer Kopf zu sein", be­stätigte Karmin.

Bei Dienstbeginn des nächsten Tages trat Michel Crusius in das Zimmer von Kriminalkommissar Theo Kammin und stellte sich vor.

Kommen Sie her", knurrte der Kommissar unb beugte sich über feinen Schreibtisch.Sie gehen in die Fabrik von Kaspar, Kobelt und Wand und suchen zu ermitteln, ob noch jemand Auskunft darüber geben kann, wann Herr Kaspar an dem Unglückstage bas Werk verlassen hat. Es handett sich um eine sehr wichtige Aufgabe. Das wissen Sie ja. Machen Sie Ihre Sache gut und", er rich­tete ben Blick auf seinen jungen Untergebenen, möglichst unauffällig. Verstanden?"

Jawohl, Herr Kommissar." Michel verneigte sich untuging sofort wieder hinaus.

Hm, und ich werde mich um bie Privatverhält­nisse des Kaspar kümmern , murmelte Theo Kam­min vor sich hin. Einige Minuten nach dem Ver­schwinden Michels verlieh auch er das Präsidium.

Zuerst ging alles überraschend glatt. Michel suchte den Portier auf, zeigte seine Marke vor tznd i verlangte Einsicht in das Buch, in dem der Portier notierte, wer das Fabrikgebäude betrat und wer es verließ. Einen besonderen Grund für sein Ver­langen nannte er nicht.

In dem dickleibigen und nicht ganz sauberen Buch suchte er die Eintragungen.vom 11. Mai her­vor. Es war eine genaue Aufstellung, bie der Werkspionagegefahr wegen eingerichtet worden war. Jeder Arbeiter unb Angestellte hatte einen Ausweis und mußte ein Drehkreuz passieren, wobei > er eine Metallmarke, bie seine Nummer trug, einem aufsichtsführenden Manne aushändigte. Don dem Ausweiszwang waren nur die leitenden Herren des Werkes befreit, deren Aussehen den Portiers genau bekannt war. Jeder Eintretende ttnb das Fabrikgebäude Verlassende, der keinen Ausweis führte, wurde in ein besonderes Kontrollbuch ein­getragen, so daß sich genau ermitteln ließ, um welche Zeit jemand gekommen und wieder gegan­gen war.

Die Vormittagsaufzeichnungen des 11. Mai ent- jieltefi öw Damen b& drei Inhaber der beide a

Chefingenieure, der Prokuristen, eines halben Dutzends Vertreter von Lieferanten, eines Arztes, der einen Verunglückten zu behandeln hatte, sowie schließlich eines Steuerbeamten. Sämtliche Per­sonen hatten bas Werk bis ein Uhr mittags wieder verlassen.

Michels Finger glitt die Reihen herab und haf­tete sekundenlang auf dem Namen Kaspar, neben dem als zweite Ankunftszeit 15.20 Uhr vermerkt war. Wenige Zeilen darunter war Herr Kaspar wiederum notiert. Er hatte bie Pförtnerloge um 17.35 Uhr erneut passiert, diesmal aber in Rich­tung Stadt. Diese Zeitangabe stimmte genau mit der Aussage vor Gericht überein, und Michel ver­spürte Zweifel an den Bekundungen seiner Bärbel.

Um nichts zu versäumen, sah er sich aber auch noch die restlichen Aufzeichnungen des 11. Mai an. Da war zunächst notiert, daß zwei Prokuristen zu­sammen zehn Minuten vor sechs Uhr nach Hause gegangen waren. Einer der Chefingenieure folgte ihnen wenige Minuten später. Und unmittelbar da­runter blieb Michels Finger an dem Papier haften. Der Name Kaspar tauchte erneut auf, diesmal als Ankommender. 17.55 Uhr hatte er zum brittten Male an biefem Tage bas Werk betreten. Der Kriminalbeamte fühlte ein leichtes Zittern in allen Gliedern. Seine Augen suchten hastig weiter, über»! sprangen einige Zeilen unb fanden verzeichnet, daß Herr Kaspar um 18.45 Uhr bas Werk wieder Der- lassen hatte. Der Rest der Gintragungen des 11. Mai bezog sich auf Aerste, Polizeibeamte, In­genieure, Prokuristen und Inhaber, die nach der Explosion benachrichtigt unb zu der Unglücksstelle geeilt waren.

Michel zog fein Merkbuch und begann mit pedan­tischer Genauigkeit bie Eintragungen der Seite ab» zuschreiben. Anfangs waren seine Schriftzüge fah­rig und eckig, weil bas Iagbfieber ihn gepackt hatte. Dann faßte er sich unb beendete die Arbeit ruhig und gelassen, als schreibe er belanglose Notizen, roie^fie zu ben täglichen Aufgaben seines Berufes gehörten. Nur um die Form zu wahren und ben Mann nicht vor den Kopf zu stoßen, sprach er noch ein paar Worte mit bem Portier, ließ sich bestäti­gen, daß dieser zwar nicht mehr in der Lage sei. Lach ja langer Zett aus dem Gedächtnis heraus bist

Besucher eines bestimmten Tages zu nennen, daß er sich aber für die Richtigkeit der Aufzeichnungen verbürge, um so mehr, als er sie selbst gemacht habe.

Schon um einhalb elf Uhr war Michel Crusius wieder im Präsidium. Kammin war noch nicht zu­rück, und es war mehr als fraglich, ob er vor bent Spätnachmittag kommen würbe. So lange wollte Michel aber nicht warten. Er ließ sich Kriminal- direktor Doktor Ball melden und überraschte ihn sofort beim Betreten des Zimmers mit feiner Neuigkeit.

Meine Braut hat recht gehabt, Herr Kriminal­direktor. Kaspar ist erst um 18.45 Uhr aus dem Werk gegangen, nicht, wie er im Prozeß aussagte, um 17.30 Uhr."

"Also doch", murmelte Ball und verlangte nähere Einzelheiten.

Michel legte fein Merkbuch auf ben Tisch.Das ist bie genaue Abschrift bes Buches, das der Por­tier über jede ein« unb ausgehende Person führt." Er erläuterte kurz das Kontrollsystem der Fabrik.

Wo Herr Kammin ist, miffen Sie nicht?" fragte Ball seinen jungen Beamten, nachdem fer sorgfältig die Abschrift durchgelesen hatte.

Nein, Herr Kriminaldirektor."

Wir können nicht warten, bis er zurückkommt. Ich schicke zwei Beamte in die Fabrik, um Herrn Kaspar verhaften zu lassen. Den Befehl dafür werde ich sofort ausfertigen. Holen Sie ihn in zehn Minuten ab. Er bezeichnete die Beamten, die diese Ausgabe durchführen sollten unb zog das rote Formular heraus, während Michel aus bem Zim­mer eilte.

Um halb zwölf Uhr nahmen die beiden Kriminal­beamten in dem Vorzimmer von Martin Kaspar Platz. Fräulein Barkow hatte sie angemeldet unb den Bescheid gebracht, es sei noch ein Besuch drin­nen. Bald bar auf öffnete sich bie Tür, und Kaspar erschien selbst, um seine Besucher zu empfangen.

Sobald sie die Tür hinter sich geschlossen hatten, zogen beide wie auf Kommando ihre Marken.

^Fortjetzung folgt)