Ausgabe 
5.5.1941
 
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Oie Brandstifter aus dem Balkan

Deutschland wollte den Frieden

Vorteile bot. Denn ich mutz dies heute der ge­schichtlichen Wahrheit wegen feftfteKen, daß in diesem Pakt und bnrd) die mit ihm verbundenen Zusatz­abkommen Jugoslawien zu keinerlei Hilfe­leistung verpflichtet war. Ja, im Gegenteil! Es erhielt von den Dreierpaktmächten die feierliche

vernünftigen Lösuna der Situation umzusehen.

Deutschland hat in der leisen Hoffnung, vielleicht doch noch irgendwie zu einer Klärung der Frage beitragen zu können, seinerseits die Be­ziehungen zu Griechenland nicht abgebrochen. Ich mußte aber auch schon damals pflichtgemäß vor der ganzen Welt darauf Hinweisen, daß wir einer Wiederaufnahme der alten Saloniki-Idee des Welt- krieges nicht tatenlos zusehen würden. Leider wurde meine Warnung, daß, wenn sich ir- gendwo in Europa der Engländer festsetzen würde, wir ihn augenblicklich in das Meer zurückzutreiben entschlossen seien, nicht ernst aenug genommen. So konnten wir denn im Laufe dieses Winters sehen, wie England in steigendem Maße begann, sich die Basen für die Bildung einer solchen neuen Saloniki-Armee auszubauen. Man begann mit der Anlegung von Flugplätzen, schaffte sich erst die notwendigen Bodenorganisationen in der lieber» zeugung, daß die Belegung der Plätze selbst dann sehr schnell stattfinden konnte. Endlich kamen in laufenden Material-Transporten die Ausrüstungen für eine Armee, die nach der Auffassung und der Einsicht des Herrn Churchill selbst dann im Laufe weniger Wochen nach Griechenland zu brin­gen war. Wie schon bemerkt, meine Abgeordneten, blieb uns dies nicht verborgen. Wir haben dem ganzen eiaenartigen Treiben monatelang, wenn auch mit Zurückhaltung, so doch aufmerksam zuge­sehen.

Der Rückschlag, den die italienische Armee in Rordafrika Infolge einer technischen Unterlegenheit der Panzerabwehr nnd der Panzerwaffe selbst erlitt, führte endlich Herrn Churchill zur lleberzeugung, daß nunmehr der Moment gekommen sei, um den Kriegsschauplatz von Libyen weg nach Grie­chenland zu verlegen. Er veranlaßte den Ab­transport der noch vorhandenen Panzer sowie den der hauptsächlich ans Australiern und Neu­seeländern bestehenden Infanterie - Divisionen und war überzeugt, nunmehr jenen Coup star­ten lassen zu können, der mit einem Schlag den Balkan in Feuer sehen würde. Herr Churchill hat damit strategisch mit einen der größten Fehler dieses Krieges gemacht. (Mnutenlanger Beifall.) Sowie ein Zweifel über die Absicht Lnglands, sich auf dem Bal­kan festzusehen, nicht mehr möglich war, habe ich die notwendigen Schritte eingeleiket, um auch deutscherseits Zug um Zug auf diesem für uns lebenswichtigen Platz jene Kräfte be- reltzustellen, die notwendig waren, um jedem eventuellen Unfug dieses Herrn sofort cn f gegen- treten zu können.

3. In Anbetracht dessen hak das Deutsche Reich wenn man überhaupt vou politischeu Inter­essen sprechen will nur e i n Interesse gehabt, nämlich die Handelspartner innerlich ge­sund und kräftig zu sehen. Das Deutsche Reich hat daher alles getan, um durch seinen Einfluß und durch seine Hilfe, durch Rat und Tat diesen Ländern beizustehen in der Festigung ihrer eigenen Existenz, ihrer inneren Ordnung, ohne Rücksicht auf ihre besonderen Staatsfor­men. Die Befolgung dieser Gesichtspunkte führte auch tatsächlich nicht nur zu einer steigenden Prosperität in diesen Ländern, sondern auch zu einem sich allmählich anbahnenden gegenseitigen Vertrauen.

Um so größer war das Bestreben des Weltbrand­stifters Churchill, diese friedliche Entwicklung zu unterbrechen und durch das unverschämte Auf- oktroyieren von an sich gänzlich wertlosen britischen Hilfsversprechen, britischen Garantien usw. in dieses befriedete europäische Gebiet die Elemente der Un­ruhe, der Unsicherheit, des Mißtrauens und endlich des Streites zu tragen. Er fand dabei eine Unter­stützung bei all jenen obskuren Erscheinungen, die, sei es wirtschaftlich, sei es ideell unter britischem Einfluß stehend, bereit waren, die Interessen ihrer eigenen Bölter gegenüber den Wünschen ihrer ma­teriellen und geistigen Auftragggeber zurückzustellen.

Deutschland hat aber nach den Balkanstaaten nicht nur verkauft, sondern es war dort vor allem auch der größte Einkäufer. Und zwar ein dauer­hafter und solider Einkäufer, der die Produkte des Balkanbauern mit der Arbeit des deutschen Jndu- striearbeiters bezahlte und nicht mit schwindelhaften Valuten und Devisen, die schon seit Jahren ohnehin an einer chronisch gewordenen Entwertung litten. So war es nicht verwunderlich, wenn wie schon erwähnt Deutschland zum größten Han­delspartner der Balkan st aaten wurde. Dies lag deshalb auch nicht nur in deutschem In­teresse, sondern genau so im Interesse der Balkan­völker selbst, und nur die rein kapitalistisch orien­tierten Gehirne unserer jüdischen Demokraten kön­nen behaupten, daß, wenn ein Staat einem anderen Staat Maschinen liefert, er den anderen Staat da­durch beherrscht. In Wahrheit könnte eine solche Beherrschung dann immer höchstens eine gegen­seitige sein. Ja, man kann auf Maschinen immer noch eher verzichten als auf Lebensrnittel und Roh­stoffe, mithin der Partner, der für seine Maschinen Getreide oder Rohstoffe bekommt, vielleicht noch mehr gebunden ist als der Empfänger der Industriepro- dukte. Nein! Es gab in diesem Geschäft weder Sieger noch Besiegte, sondern es gab nur Teilhaber, und das Deutsche Reich der nationalsozialistischen Revolution hat seinen ganzen Ehrgeiz dareingesetzt, ein anständiger Teilhaber zu fein, d. h. mit anständigen, soliden Waren zu bezahlen und nicht mit demokratischen Schwindelpapieren.

Ich muß hier ausdrücklich feststellen, daß sich dies nicht gegen Griechenland richtete. 2)er Duce selbst hat mich nie darum gebeten, ihm für diesen Fall auch nur eine deutsche Division zur Verfügung zu stellen. Er war der lleberzeugung, daß mit Dem Einbruch der Jahreszeit der Kampf gegen Griechenland so oder so schnell zu einem Erfolg führen wende. Ich selbst war derselben Mei­nung. Es handelte sich also beim Aufmarsch der deutschen Kräfte nicht um eine Hilfe für Italien gegen Griechenland, sondern um eine vorbeu­gende Maßnahme gegen den briti­schen Versuch, gedeckt im Getöse des italie­nisch-griechischen Krieges sich auf dem Balkan im geheimen einzunisten, um von dort nach dem Vor­bild der Saloniki-Armee des Weltkrieges eine Ent­scheidung herbeizuführen, vor allem aber, um da­mit auch noch weitere Kräfte in den Strudel des Krieges mit hineinzureißen. Diese Hoffnung stützte sich dabei unter anderem auf zwei Staaten: auf die Türkei und auf Jugoslawien. Gerade mit diesen beiden Staaten aber habe ich mich seit den Jahren der Machtübernahme bemüht, eine enge, auf wirtschaftlichen Zweckmäßigkeiten basie­rende Zusammenarbeit herbeizuführen. Jugostuwien war, soweit es sich um den serbischen Kem handelte, im Weltkrieg unser Gegner gewesen. Ja, von Bel­grad aus hat der Weltkrieg seinen Anfang genom­men. Trotzdem war im deutschen Volk, bas von Natur aus nicht nachtragend ist, keinerlei Haß da­gegen vorhanden.

Die Türkei war im Weltkrieg unser Verbündeter. Sein unglücklicher Ausgang dieses Kampfes lastete auf diesem Land genau so schwer, wie auf uns selbst. Der große geniale Neuschöpfer der jungen Türkei gab als Erster ein wunderbares Vorbild für die Erhebung der damals vom Glück verlassenen und vom Schicksal so entsetzlich geschlagenen Ver­bündeten. Während sich nun die Türkei dank der realistischen Haltung feiner Staatsführung die Un­abhängigkeit des eigenen Entschlusses wahrte, fiel Jugoslawien den britischen Intrigen zum Opfer.

Meine Abaeordneten! Männer des Deutschen Reichstages! Die meisten von Ihnen, vor allem Sie, meine alten Parteigenossen, wißen, wie sehr ich mich bemüht habe, zwischen Deutschland und Jugosla­wien aufrichtige Beziehungen des Ver.

Mit diesenGarantien" wurde erst der ru­mänische Staat eingefangen und später bann vor allem der griechische. Daß hinter diesen Garantien überhaupt keinerlei Macht stand, wirk­liche Hilfe zu geben, sondern daß es sich nur darum handelte, Staaten auf die abschüssige Bahn der bri­tischen Jnteressenpolitik zu verlocken, dürfte wahr­scheinlich doch genügend bewiesen sein. Rumänien hat seine Garantie, die es mit Absicht den Achsen­mächten entfremden sollte, bitter bezahlen müssen. Griechenland, das gerade diese Garantie am allerwenigsten vonnöten hatte, war ebenfalls bereit, dem englischen Lockruf folgend, sein Schicksal mit dem des Geld- und Auftraggebers seines königlichen Herrn zu verbinden. Denn ich muß auch heute noch ich glaube dies der historischen Wahrheit schuldig zu sein einen Unterschied machen zwischen dem griechischen Volk und jener dünnen Schicht einer verderbten Führun g, die von einem england- hörigen Könige inspiriert, weniger die wahren Auf­gaben der griechischen Staatsführung im Auge hatte, als sie sich vielmehr die Ziele der britischen Kriegs­politik zu eigen machte.

Ich habe dies aufrichtig beteuert Es war für mich als Deutschen, der schon durch die Erziehung in seiner Jugend sowohl als durch seinen späteren Lebenslauf eine tiefste Verehrung für die Kultur und Kunst eines Landes besaß, von dem einst das erste Licht menschlicher Schönheit und Würde aus­ging, sehr schwer und bitter, diese Entwicklung zu sehen und nichts dagegen unternehmen zu können. Wir hatten durch die Akten von La Charite einen Einblick bekommen in das Treiben der Kräfte, die früher oder später den griechischen Staat nur in ein maßloses Unglück führen mußten.

Im Spätsommer des vergangenen Jahres gelang es Herrn Churchill, die platonischen Garanttever- sprechen an Griechenland in den Köpfen gewisser Kreise so zu substantiieren, daß sich daraus eine ganze Reihe fortgesetzter Neutrali­tätsverletzungen ableiten ließ. In erster Linie war davon 31aII en betroffen. Es fühlte sich deshalb auch veranlaßt, im Oktober 1940 der griechischen fRegieping Vorschläge zu unterbreiten und Garantien zu fordern, die geeignet schienen, dielen für Italien unerträglichen Zuständen ein Ende zu bereiten. Unter dem Einfluß der briti­schen Kriegshetzer stehend, erfuhr dieses Ersuchen eine brüske Ablehnung und damit der Friede des Balkans fein Ende. Die einbrechende Ungunst des Wetters, Schnee, Sturm und Regen gaben in Verbindung mit einem ich muß es der- geschichtlichen Gerechtigkeit wegen feststellen überaus tapferen Widerstand der griechischen Sol­daten der Athener Regierung genügend Zeit, um sich die Folgen ihres unglücklichen Entschlusses zu überlegen und sich nach den Möglichketten einer

ftänbniffes, ja der Freundschaft herzustellen. Ich habe daran jahrelang gearbeitet Ich glaubte, mich dabei unterstützt zu sehen von einzelnen Vertretern dieses Landes, die, so wie ich, sich von einer engen Zusammenarbeit unserer beiden Staa­ten nur Nützliches zu versprechen schienen. Als sich dem Balkan infolge der britischen Intrigen die Gefahr näherte, früher oder später ebenfalls in den Krieg hineingerissen zu werden, war es erst recht mein Bemühen, alles zu tun, um Jugoslawien vor einer so gefährlichen Verstrickung zu bewahren. Unser Außenminister, Parteigenosse Ribben­trop, hat in diesem Sinn mit der ihm eigenen Geduld und genialen Beharrlichkeit in zahlreichen Zusammenkünften und Besprechungen immer wieder auf die Zweckmäßigkeit, ja Notwendigkeit hinge- wiesen, wenigstens diesen Teil Europas aus dem unseligen Krieg h e r a u s z u ha l t e n. Er hat. in diesem Sinne der jugoslawischen Regierung Vor­schläge unterbreitet, die so hervorragend und loyal waren, daß sich endlich auch im damaligen jugoslawischen Staat die Stimmen zu mehren schie­nen, die einer solchen engen Zusammenarbeit das Wort redeten. Es ist daher vollkommen richtig, wenn Mister Halifax heute erklärt, daß es nicht die deutsche Absicht gewesen war, auf dem Balkan einen Krieg herbeizuführen. Ja, es ist richtig, daß es demgegenüber unser auf­richtiges Bestreben war, über den Weg der An­bahnung einer engeren Zusammenarbeit mit Jugo­slawien vielleicht soaar noch die Möglichkeit einer für die berechtigten italienischen Wünsche tragbaren Beilegung des Konfliktes mit Grie­chenland zu erreichen. Der Duce hat dem Ver­such, Jugoslawien in eine enge Jnteressengemein- schäft mit unseren Friedenszielen zu bringen, nicht nur zugestimmt, sondern ihn mit allen Mitteln unterstützt. So wurde es endlich möglich, die jugo­slawische Regierung zum DeitrittzumDreier- pakt zu bewegen, der an Jugoslawien überhaupt keine Forderungen stellte, sondern diesem Lande nur

angegangen zu werden, sondern wir waren bereif, sogar auf jeden Durchtransport von Kriegsmaterial von Anfang an zu verzichten. Darüber hinaus aber hatte Jugoslawien auf die substanzierte Forderung seiner Regierung hin die Zusicherung erhalten, im Falle von territorialen Veränderungen auf dem Balkan einen der jugoslawischen Souveränität unter­stehenden Zugang zum Aegäischen Meer zu bekommen, der unter anderem auch die Stadt Saloniki umfassen sollte. So wurde am 25. März dieses Jahres in Wien ein Pakt unterzeichnet, der dem jugoslawischen Staat die größte Zukunft bot und dem Balkan den Frieden sichern konnte. Sie werden verstehen, meine Abgeordneten, daß ich an diesem Tage mit einem wahrhaft glücklichen Gefühl die schöne Donaustadt verließ, nicht nur, daß sich damit eine fast achtjährige außenpolitische Arbeit ihren Lohn zu holen schien, nein, ich glaubte auch, daß damit vielleicht noch in letzter Minute das deut­sche Eingreifen auf dem Balkan überhaupt über­flüssig werden könnte.

Zwei Tage daraus erschütterte uns alle die Nachricht von dem Streich jener Handvoll ge­dungener Putschisten, die jene Tal vollbrachten, die den britischen Premierminister zu dem Iubelruf hinrih, er habe ntin endlich etwas Gutes zu berichten. Sie werden weiter ver­stehen. meine Abgeordneten, daß ich nunmehr jiber sofort den Befehl zum Angriff gab.

Denn es ist unmöglich, daß man in dieser Weise mit dem Deutschen Reich verfährt. Man kann nicht jahrelang um eine Freundschaft bitten, man kann auch nicht einen Vertrag ab schließen, der nur dem anderen zugute fommt, und es dann erleben, daß dieser Vertrag nicht nur über eine Nacht gebrochen wird, sondern daß nun als Antwort der Vertreter des. Deutschen Reiches insultiert, der Militärattache bedroht, der Gehilfe dieses Militärattaches verletzt, zahlreiche andere Deutsche mißhandelt werden, daß man Büros, Schulen, Ausstellungsräume usw. de­moliert, die Wohnungen von Reichsdeutschen zer­stört und Volksdeutsche überhaupt wieder einmal als rechtloses Wild hetzt und tötet.

Ich habe weiß Gott den Frieden gewollt. Menn aber ein Mister Halifax mit hohn er­klärt, daß man das sehr wohl wußte und ge­rade deshalb uns zwang, zu kämpfen, so, als ob dies also ein besonderer Triumph der britischen Slaatskunst sei, dann kann ich einer solchen Bosheit gegenüber nichts anderes tun, als die Interessen des Reiches mit den Mitteln in Schuß zu nehmen, die uns Gott fei Dank zur Verfügung stehen.

Ich konnte diesen Entschluß in diesem Augenblick um so ruhiger treffen, als ich mich dabei ht Heber- ehrftimmung wußte 1. mit der dem Deutschen Reich unwandelbar gleich treu gebliebenen Gesinnung und Haltung Bulgariens sowie 2. mit der nunmehr ebenfalls mit Recht empörten Auffassung Un­garns. Beide unsere alten Weltkriegsverbündeten mußten diesen Akt als eine Provokation emp­finden, ausgehend von einem Staat, der schon ein­mal ganz Europa in Brand gesetzt und in der Folge für Deutschland, Ungarn und Bulgarien so unsag­bar großes Leid auf dem Gewissen hatte.

Die noch am 27. März von mir dllrch das Ober­kommando der Wehrmacht ausgegebenen allge­meinen Op'erationsanweisungen stellten das Heer und die Luftwaffe vor eine sehr schwere Aufgabe. Es mußte förmlich aus dem Handgelenk heraus ein neuer zusätzlicher großer Aufmarsch eingeleitet werden, Verschiebungen be­reits eingetroffener Verbände ftattfinben, der Ma- terialnachschub sichergestellt fein, die Luftwaffe außerdem zahlreiche improvisierte Einsatzhäfen be­ziehen, die zum Teil zunächst noch unter Wasser standen. Ohne die verständnisvolle Mithilfe Un­garns sowie die überaus loyale Haltung Ru­mäniens wäre es uns nur sehr schwer gelungen, in der vorgesehenen kurzen Zeit die befohlenen An­ordnungen durchzufuhren. Als Termin des Angriffs wurde von mir der 6. April bestimmt. An diesem Tag war die in Bulgarien stehende Sudgruppe an­griffsbereit. Der Einsatz der weiteren Armeen sollte sofort nach der Herstellung ihrer Bereitschaft statt­finden. Als Termine waren vorgesehen der 8. b-zw. 10. und 11. Aprtt. Der Gedanke der Operationen war:

1. Mtt einer Armee aus dem bulgarischen Raum gegen das griechischn Thrazien in Rich­tung auf das Aegäifch« Meer vorzugehen. Der Stinverpunkt lag auf dem rechten Flügel, wo unter Ansatz von Gebirgsdivisionen und einer Panzer­division der Durchbruch auf Salon i ki er- z w u n g e n werden sollte.

2. Mit einer zweiten Armee in Richtung auf Skovlje durchzustoßen mit dem Ziel, auf schnell­stem Wege eine Verbindung mit den aus Albanien hervorbrechenden italienischen Kräften herbei zu­führen. Diele beiden Operationen sollten am 6. April beginnen.

3. die am 8. anlaufende weitere Operation sah den Durchbruch einer Armee aus Bulgarien in der allgemeinen Richtung auf N i s ch vor mit dem Ziele, den Raum um Belgrad zu erreichen. Im Zusammenwirken damit sollte ein deutsches Korps am 10. den Banat besetzen und damit von Norden her vor Belgrad eintreffen;

4. am 11. sollte eine in Kamten-Stetermark bzw. West-Ungarn aufmarschierende Armee zum Anarlsf in der allgemeinen Richtung auf AgramSe- rajewo undBelgrad antreten.

Im Zusammenhang damit waren freie Abma­chungen getroffen worden mit unseren Verbündeten Italien und Unaarn. Die italienische Wehr- macht hatte die Absicht, von ihrer jütischen Front aus den Küsten entlang in allgemeiner Richtung auf Albanien vorzugehen, von Albanien aus über Skutari diesen Verbänden entgegen die Hände ZU reichen, ebenso die jugoslawischen Grenzstellungen an der jugoslawisch-albanischen Grenze gegenüber Skoplje zu durchbrechen, um die Verbindung mit der dort vergehenden deutschen Armee zu gewinnen und endlich die griechische Front in Albanien selbst zu durchbrechen und wenn möglich umfassend gegen bas Meer zu drücken. Im Zusammenhang damit sollten die dalmatinischen und jonischen Inseln besetzt, alle sonstigen Stützpunkte genom­men werben. Auch zwischen den beiden Luftwaffen waren Vereinbarungen über die Zusammenarbeit getroffen worden.

Die Führung der gegen Mazedonien und Griechenland angesetzten deutschen Ar­meen lag in den Händen des schon in den bisheri­gen Feldzügen sich überaus hochbewShrt habenden Generalfeldmarschalls v o n L i st. Er hat auch dieses Mal und unter den schwersten Bedingungen die ihm gestellten Aufgaben in wahrhaft Über­legener Weise gelöst. Die aus dem Süd- »eften des Reiches und aus Ungarn gegen Ju­goslawien vorgehenden Kräfte stanßen unter m ~ r -----dem Befehl des Generalobersten von Weiche

Versicherung, nicht nux um keine tzüschlstupg ^luch ex hat in kürzester Zett mft dm ihm urttep,

die monatelange Zurückhaltung der deutschen Luft­waffe nur als einenBeweis für ihre Unfähigkeit, in der Nacht fliegen zu können, ansehen zu dürfen. So ließ der Mann durch seine bezahlten Schreiber monatelang dem englischen Volk oorlügen, daß die britische Luftwaffe allein und als einzige in der Lage sei, auf solche Weise Krieg zu führen, und daß man damit das Mittel gefunden hätte, um durch den rücksichtslosen Kampf der englischen Luftwaffe geaen die deutsche Zivilbevölkerung in Verbindung mit der Hungerblockade das Reich nieberzuzwingen.

Ich habe gerade davor immer wie­der gewarnt, und zwar über 3% Monate lang. Daß diese Warnungen auf Herrn Chur- chill ohne Eindruck blieben, wundert mich nicht. Was gilt diesem Mann das Leben anderer? Was gilt ihm die Kultur, was gelten ihm Bau­werke? Lr hat es ja bei Beginn des Krieges bereits ausgesprochen, daß er feinen Krieg haben will, auch wenn selbst die Städte Englands dabei in Schutt und Trümmer sinken füllten. Er hat nun diesen Krieg bekommen. Meine Versicherung, daß wir von einem gewis­sen Augenblick an jede Bombe wenn nötig hundertfach vergelten würden, hat diesen zuann nicht bewegen können, auch nur einmal über das Verbrecherische feines handelns nach­zudenken. Er erklärt, daß ihn dies nicht be­drücke, ja, er versichert uns sogar, daß auch das britische Volk ihn nach solchen Bomben­angriffen erst recht nur mit strahlender hetter- kc angesehen hätte, so daß er immer wieder neu gestärkt nach London zurückgekehrt seit Es mag sein, daß also Herr Churchill in seinem an sich festliegenden Entschluß, den Krieg auch auf diesem Wege weiterzuführen, neu gestärkt wurde. Dir sind aber nicht minder entschlossen, für jede Bombe auch in der Zukunft, wenn notwendig, hundert zurückzuschlag^n, und zwar solange, bis das britische Volk sich dieses Verbrechers und seiner Methoden ent­ledigt.

Und wenn Herr Churchill von Zett zu Zeit glaubt, die Kraft und Eindringlichkeit seines Krieges durch Propaganda verstärken zu müsien, dann sind wir bereit, endlich auch aus diesem Wege den Krieg zu beginnen. Der Appell dieses Narren und seiner Trabanten an bas deutsche Volk anläß­lich gerade des 1. Mai, mich zu verlassen, kann mir erklärt werden entweder durch eine paralytische (Erfrantuna ober mit dem Wahn eines Sausers.

Aus dieser anormalen geistigen Verfassung her­aus stammt auch der Entschluß, den Balkan in einen Kriegsschauplatz zu verwandeln. Wie ein Wahnsinniger läuft dieser Mann seit bald fünf Jahren durch Europa und sucht irgend etwas, was brennen könnte. Leider finden sich immer wieder bezahlte Elemente, die diesem internationalen Brandstifter die Tore ihrer Länder öffnen. Nach­dem er es im Laufe des Winters fertigbrachte, dem britischen Volke durch eine Wolke von Behauptun­gen und Schwindeleien die Meinung auszuoktroy- ieren, als wäre das Deutsche Reich, erschöpft durch den Feldzug des vergangenen Jahres, vollkommen am Ende seiner Kraft, sah er sich nun ver­pflichtet, um dem Erwachen vorzubeugen, wieder einen neuen Brandherd in Europa zu schas­sen. Er kehrte dabei zu jenem Projekt zurück, das ihm schon im Herbst 1939 und Fnchjahr 1940 dot- schwebte. Sie erinnern sich, meine Abgeordneten, Männer des Reichstages, an die veröffentlichten Dokumente von La Charite, in denen der Versuch enthüllt wurde, schon im Winter 1939/40 aus dem Balkan einen europäischen Kriegsschauplatz zu machen. Die hauptsächlichsten Arrangeure dieses Un­ternehmens waren damals Herr Churchill, Hatisar, Daladier, Paul Reynaud, General Weygand und General Gamelln.

Wie aus diesen Akten hervorgeht, rechnete man mit der Möglichkeit, im Falle des Gelingens dieses Attentats gegen den Frieden im Südosten Europas, etwa 100 Divisionen für die Interessen Englands mobitifieren zu können. Der jähe Zusammenbruch im Mai und Juni des vergangenen Jahres brachte auch diese Pläne zunächst wieder zum Einschlafen. Allein, schon im Herbst des vergangenen Jahres begann Herr Churchill erneut, dieses Problem in den Bereich seiner Erwägungen zu ziehen. Wenn dieser Versuch nun schwieriger geworden war, so deshalb, weil unterdes auf dem Balkan selbst in­sofern eine Wandlung eingetreten war, als durch die Veränderung in Rumänien dieser Staat für England endgültig ans fiel. Das neue Rumänien unter Führung des Generals Antonescu be­gann eine ausschließlich rumänische Politik zu treiben, ohne Rücksicht auf die Hoffnungen britischer Knegsinteressenten. Dazu kam die Haftung Deutsch- Innos selbst.

Wenn ich, meine Abgeordneten, heute über diese Frage spreche, bann will ich zuerst eine kurze Dar­stellung der Ziele b e r brutschen Balkan- Politik geben, so wie sie mir vorschwebten unb wie wir sie uns zu erreichen bemühten.

1. Das Deutsche Reich vertrat auf dem Balkan wie fett jeher keine territorialen und auch keine eigensüchtigen politischen Interessen. Das heißt, das Deutsche Reich war an den Fragen der terri­torialen Probleme und der inneren Ver­hältnisse in diesen Staaten aus irgendwelchen ego­istischen Gründen überhaupt nicht interes­siert.

2. Das Deutsche Reich hat sich aber bemüht, ge­rade mit diesen Staaten enge wirtschaftliche Beziehungen anzuknüpfen unb dies zu ver­tiefen. Dies lag aber nicht nur im Interesse des Reiches, fnnbern auch im Interesse d'üer Länder selbst, denn, wenn sich irgendwo die Ra­tionswirtschaften zweier Handelspartner vernünftig ergänzen, bann mar es zwischen den Balkanstaaten und Deutschland der Fall. Deutschland ist ein In­dustriestaat unb benötigt Lebensmittel unb Roh­stoffe. Die Balkanstaaten sind Landwirtschafts, und Rohstoff-Gebiete unb benötigen Industrie'Produkte. Daraus ergab sich zwangsläufig die Möglichkeit eines außerordentlich fruchtbaren 21 u s b a u e s der gegenseitigen Wirtschaftbeziehungen. Wenn englische oder gar amerikanische Kreise darin ein unberech­tigtes Durchbringen bes Balkans durch Deutschland feststellen wollten, bann war dies eine ebenso dumme wie unverschämte Anmaßung, denn jeder Staat wird sich feine Wirtschaftspolitik nach seinen volklichen Interessen aufbauen unb nicht nach den Interessen frember, wurzelloser jüdisch-bemokrati- scher Kapitalisten. Außerdem: sowohl England als auch Amerika konnten in diesen Gebieten höchstens als Verkäufer, aber selbst niemals als Käufer auf­treten. Es gehört aber die ganze Volkswirtschaft' liche Beschränktheit kapitalistischer. Demokratien da- zu, um sich einzubilden, daß auf die Dauer Staaten existieren können, wenn sie wohl verpflichtet sind, bei jemand einzukaufen, der von ihnen selber aber Meder etwas kaufen will noch kaufen kann.