5/6. April 1941
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Itr. 81 Drittes Blaff
Gloria-Palast, Sel-
12 Fortsetzung
(Nachdruck verboten.)
Sie machen mir
mailichen Fleischtöpfen zurückstrebte, sie würde sich
diese Kameraü-
Stadt, was einigen Zeitverlust bedeutete; gegen drei
aber fuhr er auf der Heerstraße auf Gatow zu. Er
I schäft zu dritt.
iii‘ Opfer ist, desto mehr schließt er s ins Herz.
weil ich mich so ein bißchen links ich das tue? Aus
fürchten Sie von
Wer Gutes kauft, kauft billiger. Nicht immer ist das Gute am hohen Preis erkenntlich WEEN Herd putzpulver ist deshalb so billig, weil es so außer* ordentlich sparsam ist.
WEEN HerdputZpufver
an?' pr jemand umhegen und um- sie an ihn binden könnte. Alle Kraft ihres Herzens von Südosten her kam, mußte er quer durch die st'aen kann ist er todunglücklich, und je hilfloser verschwendete sie an Iockele und an di-s- @rtmornh= I (Stobt mn« einiasn Zeitverlust bedeutete: aeaen drei . " — . aE»#. ev’c. tnc Aon I trhott 21t dritt
Stadttheater: 15.15 bis 17.30 Uhr „Der Frosch- ...... ; 19 bis 22 Uhr
Verdunkelungszeil
5. April von 20.02 bis 6.49 Uhr.
6. April von 20.04 bis 6.46 Uhr.
Rührend, aber gefährlich! Ich habe ihn gefragt, was er sich dabei denkt. Sie erheben Anspruch auf Iockele, und er auch. Es ist kaum anzunehmen, daß Sie ihr Leben hier in Gatow beschließen werden, und wenn Sie nun eines Tages weg wollen, werden Sie auch Iockele mitnehmen. Was dann?"
An diese Möglichkeit hatte sie noch nie gedacht. Sie wußte keine Antwort.
„Sehen Sie! Dann jammert Hanne und dann jammern Sie!"
„Ja, aber was sollen wir denn nach Ihrer Meinung tun, Peter? Sollen wir Iockele behandeln, als sei er uns eine Last?"
„Gewiß nicht! Aber ihr sollt euch immer vor Augen halten, daß ihr ihn morgen schon wieder weg- geben müßt. Ihr sollt nicht euer ganzes Herz daran hängen."
Dazu schwieg sie eine Weile und sagte dann beinahe trotzig: „Wenn ich jemandem mein Herz schenke, tue ich das nicht mit solchen Vorbehalten, ich schenke es ganz..."
„Dann schenken Sie es mir, Sofort!"
Sie sah ihn betroffen an und wurde langsam rot. „Was reden Sie da?"
„Etwas sehr Vernünftiges! Ich roäre_ nicht solch
Wenn man ihr wirklich Iockele nähme?
In den nächsten Tagen ward sie immer wieder von dieser Furcht befallen. Dann lief sie zu dem Jungen, nahm ihn auf die Arme und liebkoste chn mit einer Leidenschaft, daß er sie befremdet und beinahe ängstlich ansah, bis er sie mit ungeschickter Zärtlichkeit streichelte.
„Du bleibst bei mir, Iockele, nicht wahr? Du bleibst bei mir? Niemand darf dich mir nehmen?" ,Klar!" sagte Iockele, eine Redensart, die er sich von dem Lehrjungen Mar angewöhnt hatte.
„Ich habe niemand als dich, Iockele! Nur dich! Keinen sonst!"
Iockele nickte und legte seine kleinen Arme um ihren Hals.
Aus der langen Autofahrt nach Berlin harte (Bert Muße, über die Verhaltungsmaßregeln nachzudenken, die ihm offiziell von seinem Vater und heimlich von seiner Mutter und von Lis mitge- geben worden waren. Dem Buchstaben nach klangen sie sehr verschieden, aber er glaubte, daß sie allesamt dasselbe meinten: Charlotte mußte wieder nach Hause! Und er war fest entschlossen, nicht ohne sie nach Oschnitz zurückzukehren. Er fürchtete nicht einmal, daß er es sehr schwer haben weiche, diesen Entschluß bei ihr durchzusetzen.
Sie würde sich anstandshalber ein bißchen sträuben, sie würde nicht freimütig zugeben, daß sie eine Dummheit gemacht und reuig wieder zu den hei-
rend im Sinne einer planvollen Gesamtarbeitsteilung andere deutsche Institute sich vorwiegend etwa mit physiologischen Arbeiten (München) oder tier- psychologischen Problemen (Marburg) oder anderen Teilgebieten der Zoologie beschäftigen.
Ein Rundgang durch die Räume des Institutes gab einen Einblick in seine Sammlungen, die technischen und wissenschaftlichen Hilfsmittel, Möglichkeiten und Arbeitsmethoden. (Es darf nebenbei bemerkt werden, daß die Räumlichkeiten, zumal die Zoologie sich mit der Anatomie in das Gebäude teilen muß, für die vielfältigen Bedürfnisse eines ineinandergreifenden, sich wechselseitig ergänzenden Forschung-, und Lehrbetriebes nicht ausreichen. Außer dem Raummangel ist die durch die Nachbarschaft der Bahn begünstigte Staubentwicklung eine fiele Sorge der Institutsleitung, da die hier benutzten optischen Einrichtungen naturgemäß außerordentlich staubempfindlich sind.) Die Sammlung des Institutes soll kein Museum fein, sondern dem Unterricht als Anschauungsmaterial dienen; sie umfaßt neben der einheimischen Tierwelt (in erster Linie Mollusken, Schmetterlinge, Käfer, Vögel, Kriechtiere, Lurche und Fische) Beispiele für die Organisation aller Gruppen des Tierreichs. Wertolles Ma, terial beherbergt ferner die etwa hundert Tafeln umfassende, vom Präparator des Instituts gezeichnete, an Hand von Präparaten und eigenen Studien zusammengestellte Tafelsammlung. Dank den großzügigen Stiftungen der Firma L e i tz in Wetzlar ist kaum ein anderes deutsches Zoologisches Institut mit Instrumenten, vor allem Mikroskopen, Projektionsapparaten und verwandten optischen Hilfsmitteln so günstig ausgestattet wie das Gießener.
Bei einem immerhin flüchtigen Rundgang können wir nur einige besonders interessante Stücke aus den reichhaltigen Sammlungen herausgreifen, w:s das Kopfskelett eines Rochens, das Gehirn eines Säugers oder Prävarate, die den Verdaunngsapparat der Taube oder die Entwicklung der Extremitäten am Hühnerembryo veranschaulichen. Die B e ft i m * nungssammlung (Kriechtiere, Lurche, Fische, Insekten) dient zu Bestimmungsübungen für die Studierenden. Die Typensammlung exotischer. Vögel
bis 19 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. — Artilleristenkameradschaft 1895 Gießen: 20.30 Uhr im „Hessischen Hof" Monatsappell.
Tageskalender für Sonntag.
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Purer Furcht!"
Das verstand sie nicht. „Was
Sladlthealer Gießen.
Am morgigen Sonntagnachmittag kommt zum erstenmal das Ostermärchen „Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich" von Robert Bürkner mit einem österlichen Nachspiel von Karl Volck zur Aufführung. Dieses reizende nach den Brüdern Grimm verfaßte Märchenspiel wird vor allem den jüngeren, noch Nicht dem HJ.-Theaterring angehörenden Schulkindern vom 6. bis 14. Lebensjahr Freude bereiten.
Aus der Stadl Gießen.
Junges Leben.
Zwei Tage und zwei Nächte hatten der Dauer nb die Bäuerin abwechselnd wachen müssen; denn ( war ein wertvolles junges Mutterschwein, das r.ller Unruhe im Stall rumorte und nun bald Mut- tr werden wollte. Dann war es so weit. Zwölf k»ine rosige Ferkel kamen zur Welt, und das junge Muttertier war so vernünftig und ruhig, daß auch Icht eins der Tierchen verletzt oder gar totgedrückt rurbe. Und dann suchten die kleinen Mäuler die Milchquelle und lagen, sich tief hineinwühlend, un- tr der Mutier und schmatzten und schmatzten.
So sahen mir die kleinen Ferkel, als wir den Sauer besuchten. Er und seine Frau standen dabei nb lachten. Ja, mit dem Mutterschwein hätten sie tesmal viel Glück gehabt; denn beim ersten Wurf
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war nun doch etwas erregt. Sein Herz wappnete sich mit Widerstand gegen diesen Kerl, bei dem Lolott wohnte.
Westphal hieß er, Hans Westphal, und es sollte, nach Felschers Beschreibung, ein rothaariger, ungeschlachter Bursche sein. Vermutlich war er der Vater des Kindes, das Charlotte betreute.
Nun, man würde sehen!
Er bog nach links ab, mäßigte die Geschwindigkeit und sah nach einigen Minuten die Tankstelle auftauchen. Er hatte nur noch einige Liter im Tank und beschloß zunächst, seinen Vorrat an Ort und Stelle zu ergänzen, um sich umzusehen.
Das Haus sah dürftig aus, eine Baracke, — Felscher hatte recht. Unter anderen Umständen hätte Gert etwas Romantisches an diesem alten Bauern- oder Fischerhaus gefunden, aber er war durchaus voreingenommen.
Er stieg aus dem Wagen und läutete. Nach einer Weile erschien Hanne.
Gert musterte chn. Ein Kerl wie ein Baum. Mit dem Faustrecht kam man hier nicht weit. Das sah er ein. Er machte ein gleichgültiges Gesicht, grüßte und bat um zwanzig Liter.
„(Bern," sagte Hanne, „weite Fahrt gehabt?*
„Es ging."
Hanne warf einen Blick auf das Nummernschild. „Sie kommen aus Schlesien?"
„Richtig. Es sind ja gute Straßen hier herauf, und das Wetter war ausgezeichnet."
Hanne nickte und klappte die Kühlerhaube hoch.
Eigentlich ein ganz sympathischer Mensch! stellte , (Bert gegen seinen Willen fest. Er sieht zwar wie । ein Ungetüm aus, redet aber menschlich. Uebrigens mar Hanne nicht rothaarig, sondern rötlichblond. In i ihm einen Gegner, einen bekämpfenswerten Feind ; zu. sehen, war schwierig. Er hatte ein gutmütiges, I treuherziges Gesicht. Alles, was er tat, tat er mit । Umsicht und Bedacht.
| Eine furchtbare Besorgnis tauchte in Gerts Ge* müt auf: Sollte Lolott diesen Burschen etwa lieben?
Im gleichen Augenblick, da er diesen Gedanken hatte, sah er sie. Die Tür zum Hof stand offen, und sie kam von hinten her, wo sich ein Garten befand, und ging zum Hause. Sie hatte eine große Haushaltschürze über ihr Kleid gebunden. Auf dem Kopf trug sie ein gemustertes Tuch. Neben ihr ging em großer Hund.
(Fortsetzung folgt)
Was macht eigentlich der Zoologe?
Ein Besuch im Gießener Zoologischen Institut.
M Und folglich wurde Iockele nach den allerneuesten Mnsichten der Erziehungslehre geformt und ge- wiöet, und es bekam ihm ausgezeichnet.
* Peter sagte einmal unter vier Augen zu Char- lote, als gerade eine Beamtin der öffentlichen tfür= hige zu Besuch gewesen war, um jicf) nach Jockeles Sjfinben zu erkundigen: „Did Sache wird noch ef gehen! Ich weiß, Lolott, M nchrnal insgeheim Vorwürfe, txnig um Iockele kümmere, ihn hegen lasse. Wissen Sie, weshalb
,Das ist Unsinn?" verbesserte Hanne und brachte oiä dem Gedächtnis statistische Angaben hervor, it einwandfrei bewiesen, um wieviel besser die tinber sich heute entwickelten und wie gering die Kerblichkeit geworden war. „Wenn du nicht für bei Fortschritt bist," sagte er, „dann laß doch in lener Oschnitzer Siedlung die Badeeinrichtungen tzvg, bau die Straßen so eng, daß man sich von liir em Fenster zum anderen die Hand reichen kann. Mnau so ist es mit den anderen Erkenntnissen!"
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Schließlich sagte er: „Für Liebeserklärungen ist roärtig lebte, mußten ja einfach toll fein, wenn nur noch nicht die rechte Zeit. Nehmen Sie das, was die Hälfte von dem stimmte, was Felscher erzählt ich gesagt habe, als Auftakt dazu... Ach, Lolott, hatte. Lolott als Mädchen für alles in einer dörf- wenn wir nur vier Wochen weiter, und wenn Sie lichen Tankstelle! Unvorstellbar!
keine Mathesius wären!" I Er holte aus seinem Wagen heraus, was er
Sie begriff ihn nicht, aber zum erstenmal dachte konnte, gönnte sich nicht einmal Zeit zum Mittag- sie in den nächsten Tagen über ihre Gefühle nach, essen, sondern kaufte in irgendeinem Nest ein paar die sie für ihn hatte. Liebe? Lasard war eine bittere belegte Brötchen und aß sie während des Fahrens. Lehre gewesen. Die Erfahrung mit ihm hatte ihr In der nächsten Stadt kaufte er seinen Nachtisch, Herz mit Argwohn und Scheu erfüllt. Peter war | einiges Obst und getrocfnete Aprikosen ein. die er kein Lasard, gewiß nicht, aber unbewußt hatte sie gleichfalls im Fahren aß. Als die Tüte neben ihm auch ihm gegenüber jedes Gefühl unterdrückt, das । leer war, hatte er Berlin schon fast erreicht. Da er
Der Laie macht sich, wie bei verschiedenen Ge» legenheiten festzustellen ist, von der Arbeit des Zoologen vielfach eine unzulängliche oder schlechthin falsche Vorstellung; während er von der Tätigkeit etwa des Mediziners einen ungefähren Begriff hat oder wenigstens zu haben glaubt, während er auch beispielsweise davon überzeugt ist, daß die Arbeit des modernen Chemikers eine wichtige, schwierige, für viele Lebensgebiete höchst bedeutsame wissenschaftliche Leistung darstellt, erschöpft sich seine Auffassung von der Tätigkeit eines Biologen, im besonderen des Zoologen, oft in der naiven Vorstellung von ausgestopften Tierbälgen oder ausgespieß- ten Käfern und Schmetterlingen, die dann ein mit unheimlichen lateinischen Namen beschriftetes Schildchen erhalten und ins Museum gestellt werden.
Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus. Man kann sich davon überzeugen, wenn man dem Zoologischen Institut der Ludwigs-Universität (in den Räumen der Anatomie in der Bahnhofstraße) einen Besuch abstattet. Der Außenstehende hat, wie der Leiter des Instituts, Professor Dr. W. I. Schmidt, bemerkte, zunächst einmal meist keine Ahnung davon, wie ungeheuer umfangreich das Arbeitsgebiet des modernen Zoologen ist. Es umfaßt alle Seiten des tierischen Lebens: Bau, Entwicklung, Leistungen des Tierkörpers, Lebensgesellschaften und Verbreitung der Tiere, ihre Beziehungen zur Umwelt und ihre verwandtschaftlichen Zusammenhänge. Ein paar Zahlen mögen das verdeutlichen. Es ist heute rund eine Million Tierformen bekannt, davon kommen in Deutschland ungefähr 40 000 vor. (Zum Vergleich: die Botanik rechnet mit etwa 4000 Blüten- pflanzen.) Mit diesem riesigen Stoff beschäftigen sich in Deutschland nur etwa dreihundert Wissenschaftler. Im Laufe eines Jahres erscheinen durchschnittlich 6000 bis 10 000 gelehrte Veröffentlichungen aus den verschiedenen Forschungsgebieten der zoologischen Weltliteratur. Ein Zentralinstitut in Zürich gibt dem Zoologen die Möglichkeit, an Hand einer systematisch durchgearbeiteten und gesichteten Bibliographie den gewaltigen Stoff zu überschauen, sich auf dem Laufenden zu halten und einen Zeit und Arbeit verschlingenden Leerlauf zu vermeiden. Der Nachdruck der Arbeit des Gießener Instituts liegt auf der Klärung des molekularen Aufbaues der tierischen Gewebe, und zwar mit Hilfe von polarisationsmikroskopischen Untersuchungsmethoden, die am" hiesigen Institut vorbildlich entwickelt wurden.
Was es mit dieser Methode und mit der wissenschaftlichen Arbeit des modernen Zoologen überhaupt auf sich hat, darüber gaben die Darlegungen des Assistenten Dr. E. Kessel höchst interessante Aufschlüsse. Wenn der Laie zufällig vernimmt, daß sich die Arbeit eines Zoologen etwa mit der Untersuchung des Zahnschmelzes der Krokodile befaßt, eine andere das Hörvermögen der Fische, eine dritte dem Geschmackssinn von Biene oder Schnecke er-
sorscht, dann roirt) feine erste Frage lauten: warum macht der Mann das, was hat das für einen Zweck, was kommt dabei heraus? Das ist eine vielleicht naheliegende, aber ganz unwissenschaftliche Fragestellung. Der Wissenschaftler fragt zunächst nicht nach den Bedürfnissen der Praxis. „Im Grunde sind wir neugierig", sagt Dr. Kessel, „wir fragen nach dem Wie und Warum". Ein grundlegender Unterschied. Es hat sich indessen herausgestellt, daß die theoretische, meist stark spezialisierte Forschung immer wieder, oft überraschend, auch für die Praxis bedeutsam wird. Die Arbeit über die Zähne der Krokodile ist nur scheinbar „ausgefallen", sie gehört in eine größere Ordnung und in einen sinnvollen Zusammenhang so gut wie etwa die Untersuchungen über die Befruchtung des Seeigel-Eies, die am hiesigen Institut betrieben wurden und dazu führten, daß man — was bis dahin noch keinem dinnen- ländischen Institut gelungen war — die Umwandlung der Larve bis zu Anlage des Seeigels unter dem Mikroskop beobachten konnte.
Dr. Kessel erinnert an eine bildhafte Formulierung, welche die hier geleistete Arbeit treffend charakterisiert: wir erschließen die Quellen, lassen Bäche und Ströme laufen; wer die Mühlen daran baut das hat uns nicht zu kümmern. — Daß tatsächlich, um im Bilde zu bleiben, über kurz ober lang Mühlen daran gebaut werben, beweisen z. B. die ursprünglich rein theoretischen Arbeiten bes Gießener Zoologen Leuckart an tierischen Parasiten, bie mit bie Voraussetzungen für bie gesetzliche Fleischbeschau geliefert haben. Ober die bereits erwähnte, von Professor Schmidt vorbildlich entwickelte polarisationsmikroskopische Methode der Untersuchung des nicht sichtbaren Feinbaues der tierischen Gewebe, bie z. B. ben Vorgang ber Muskelkontraktion erforscht unb sich auch mit Hart- gebUben, wie Knochen unb Zähnen, beschäftigt: bie hier betriebene Methobe hat ber Arbeitsgemeinschaft für Kariesforschung (Bekämpfung ber Zahnfäule) wertvolle Ergebnisse geliefert; ihre Anwendung hat sich weiterhin für die Untersuchung von Zellulose- unb Eiweißfasern als sehr fruchtbar erwiesen. Für bie Herstellung synthetischer Spinnstoffe (über bereu praktische Bebeutung wohl nichts gesagt zu werben braucht) ist es von Wichtigkeit, bie Eigenschaften synthetisch hergestellter Fasern zu prüfen; eine solche Beurteilung aber kann in vielen Fällen mit ber in Gießen ausgebilbeten Methobe befonbers aut erfolgen. Ein anberes, in ben Arbeitskreis des Institutes hineinspielenbes, höchst aktuelles Gebiet ist bie Vererbungslehre; hier lernt ber Stubent bie Vererbungsprinzipien (Menbelsche Gesetze) an ber Taufliege, bem „Haustier ber Vererbungslehre".
Dies sind einige Beispiele für ben Aufgabenkreis unb die Arbeitsweisen bes Gießener Institutes, bas ben Nachbruck feiner wissenschaftlichen Forschung auf Struktur-Untersuchunge n legt, wäh-
füllen. Sie machen sonst alles naß. Morgen sollen sie auch in den Garten."
„Es muß doch schön sein", sagte ich zu der Bäuerin, „wenn in einem solchen Betrieb an allen Ecken unb Enben bas junge Leben nur so hervorquillt. Ferkel, Kälbchen, Kücken und junge Gänschen, das Fohlen draußen im Garten nicht zu vergessen!"
„Ja, das macht viel Freude, besonders dann, wenn alles so zeitig kommt, wie gerade dieses Jahr; den lange wirb's nicht mehr dauern, und die Feldarbeit beginnt. Da sind wir froh, wenn bie kleinen Tierchen hier aus bem Gröbsten heraus sind. Aber Arbeit machen sie alle, bie kleinen Dinger, das können Sie glauben."
Wir schiebe« mit bem Versprechen, in einigen Wochen roieber einmal zu kommen und nachzusehen, welche Fortschritte die kleinen Lebewesen dis dahin gemacht hätten. H.
Äornotizen.
Tageskalender für Samstag.
Gloria-Palast, Selterswea: „So gefällst du mir". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Premiere". — Oberhessischer Kunstverein und Winterhilfswerk: 17
Iss das doch immer so eine heikle Sache. Da klappte mistens nicht alles. Daß es auch gleich ein Dutzend rar, stimmte die Züchter besonders froh. An guter 5"(ege sollte es den Tierchen wahrhaftig nicht fehlen. 5d lagen die kleinen Schweinchen, eins immer schö- rr als das andere, und die Mutter grunzte zu- f eben.
In einem Bauernhof gibt es aber noch mehr jinges Leben in diesen Frühlingsmonaten. Bei un- |rem Rundgang besuchten wir auch bas kleine jkildchen, bas vor etlichen Tagen bas Licht der Welt «blickt hatte. Ein reizendes Tierchen, dunkelbraun n.t weißen Flecken, stand in der Ecke bei ber Mut- jr und ließ sich von ihr lecken. Diese Mutter war (ton aufgeregter als bas Schwein. Sie brummte i willig, als wir bas Kälbchen streichelten. Ob sie ächtete, baß ihr Kind weggenommen werben :lte? Nein, wir waren keine Metzger. Auch sollte Ks Tierchen, da es ein Mutterkälbchen war, den l ehstand vermehren helfen.
Im Garten, unter bem vorspringenben Dach der cheuer, sahen wir eine Glucke mit einer Herde jtfen. Sie waren auch erst zwei Tage alt. Das. :'te (Brün sproßte gerade, bie Schneeglöckchen llhten, unb überall spürte man bas vorbrängende ‘ben. Da trafen wir bie Glucke mit ihren Kücken. Waldig sahen bie Kücken in ihrem gelben Flaume ; <r.s. Munter trippelten sie hinter ber Glucke her, ; ^suchten hier etwas zu picken, dort etwas abzu- !(ßen, schauten mit ihren dunklen, glänzenden i t uglein umher, als ob sie schon wochenlang auf hr Erde wandelten. Da fand die Glucke irgend iien Leckerbissen. „Gluck! Gluck! kam der Ruf, und «ttlschnell sauste die kleine Schar dorthin, wo die yutter eben ein Grashälmchen, ein Würmchen ober rt Körnchen fein säuberlich zerteilte, damit viele ioas bavon erhalten konnten.
Die Sonne überstrahlte ben Frühlingsgarten, das rige Grün unb barin bie goldgelben Kücken, treu gütet unb bewacht von ber Glucke. Aufmerksam hauten bie Kleinen nach ber Amsel, bie nicht weit m ihnen auf bem Baume saß unb ihr Liebchen [liiete. Dann klang wohl auch ein leises Piep! auf, 'v im sie sich verlausen hatten, aber immer wieder lüfte bie Glucke und überschaute bie kleine Schar.
Als bie Sonne für einige Augenblicke hinter ben : kolken verschrbanb, suchten bie Kücken bie Wärme Ir Mutter auf. Sie verkrochen sich unter bie schüt- znben Flügel. Aber auch hierbei zeigten sie noch : ihe Lebhaftigkeit, ihre Neugier. Sie streckten ihre k. pschen aus dem Gefieder heraus, verschwanden pid kamen wieder, um Ausschau zu halten. Die 6>nne schien wieder, und alle Kücken verließen die kucke und trippelten ins junge Gras.
..Wir haben noch was Junges in unferm Haus, Immen Sie mal mit!" sagte ba bie Bäuerin, als I?t nicht mübe würben, ber Glucke unb ben Kücken
^uschauen. Sie führte uns in die Waschküche und (b ben Deckel einer geräumigen Kiste auf. Laut inatterni) melbeten sich da acht kleine Gänschen.
hätten immer Hunger, meinte bie Hausfrau, art> warf ihnen einige klein geschnittene Rüben und 0 ntüfeabfäUe hin. „3m Wasser plantschen sie schon ve bie alten, immer muß man neues Stroh nach-
toele?"
.Nichts von ihm, sonbern von mir. Ich will den l< nen Kerl nicht in mein Herz schließen, und des- alb vergesse ich keinen Augenblick, daß er eben tu- ein Findling ist, der mir jeden Tag wieder ge- -remmen werden kann."
könig ober ber eiferne Heinrich" „Das Lanb bes Lächelns". — (Bl tersroeg: „So gefällst bu mir"; Kulturfilmveranstal- lung 11 Uhr vormittags „Kolonie Eismeer" unb „Die Großglocknerstraße". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Premiere". — Oberhessischer Kunst- oerein unb Winterhilfswerk: 11 bis 13 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Dranb. — Schützenverein Gießen: 9 Uhr Fernwettkämpfe.
! ist gut und ausgiebig.
Die Spielleitung hat der bewährte Märchenspiel- regisseur Karl Volck. Bühnenbild': Karl Löftler. Musikalische Leitung: Fritz Dietzmann. Tanzlettung: Irmgard Trömel. Mitwirkende: Hannelore Hmkel, Valeska Lange, Nina Manzoni, Martha Neuhau- sen, Hans Bernd, Kurt Bosny, Ernst Heck, Karl Volck und das Kinderballett. — Abend Wieder- holung der erfolgreichen Operertenaufführung „2>as Land des Lächelns" von Franz Lehar. Musikalische Leitung: Arthur Apelt. Spielleitung: Havry Gru< neke. Bühnenbild: Karl Löffler. Tanzleitung: Jrm- gard Trömel. In den Hauptrollen: Gabriele Pos- sinke, (Berti Vogt; Harry Grüneke, Christoph Reu- lanb. — Serbe Vorstellungen außer Miete.
Orlszett für den S. April.
Sonnenaufgang 6.50 Uhr, Sonnenuntergang 20.06 Uhr. — Monbuntergang 3.44 Uhr, Mondaufgang 13.29 Uhr.
Ortszeit für den 7. April.
Sonnenaufgang 6.48 Uhr, Sonnenuntergang 20.08 Uhr. — Monbuntergang 4.21 Uhr, Monbaufgang 14.40 Uhr.
veiftch d be getro® rmel" w gehören. f e. W i > jene B» Aufruf b: b, in hü rkehrsM ntinnen k r HE ,hre M
3W inblorfs k I Miß efe Shih'
Schon-' um nodi • Tage ib hen kW" Itunfl |pri- wie rfln lM •mausarr’ tun, ge retnW- ner „M anderen '<■ dienen, c-' । der
der -etlichen
Sie mochte nicht baran erinnert werden. „Wenn Tie Mutter sich schon so fange nicht mehr um ihn rkümmert hat, wirb sie's auch fünftig nicht tun.
. । Das ist Selbstbetrug, Lolott! Warten Sie ab! | )cs letzte Wort über Iockele ist noch nicht gespro- I Unb bann bluten die Herzen — bas Ihre unb H icnnps. Er betrachtet ben Jungen schon ganz als I in Eigentum. Sogar Zukunftsplane
|l hm für ihn, als sei er ber Vater. Es sieht ihm
NmM irte W nb unih
unsicherer Kantonist wie Iockele. Mich nähme keiner weg! Auf mir könnten Sie Häuser bauen."
„Reben Sie bas im Scherz?"
,Kommt es Ihnen etwa so vor?"
„Oder ist es eine Liebeserklärung. , niumaren tyiei|ajiupit?n juiuajutuie, nt lduivk |iu>
Er betrachtete sie lange, unb sie konnte aus fei- bitten lassen, aber auf gar keinen Fall würde sie nem Gesicht nicht klug werben, konnte bie Ge- fnein‘ sagen. Ihre Flucht war eine Kateridee ge« danken nicht erraten, bie hinter feiner Stirn waren. ro»fen, un& bie Verhältnisse, in benen sie gegen-
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