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3.11.1941
 
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Montag, 3. November 1941

Gießener Anzeiger

191. Jahrgang Ur. 261 Erjchemi täglich außer Sonntag* und #yeiertag§

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Die Reichsregierung prangert Roosevelt an.

Eine Rote an die Reutralen über die Fälschungen des LlGA.-präsidenten.

Führerhauptquartier, 1. Nov. (DNB.) Die Reichsregierung gibt folgende amtliche Verlautbarung bekannt:

Der Präsident der Vereinigten Staaten von Ame­rika hat in einer Rede vom 28. Oktober folgende Behauptungen aufgestellt:

1. Die Regierung der Vereinigten Staaten sei im Besitz einer geheimen Landkarte, welche in Deutschland von der Reichsregierung hergestellt wor­den sei. Es handele sich um eine Landkarte von Mittel- und Südamerika, so wie der Führer es neu organisieren wolle, indem er aus den in diesem Raum befindlichen 14 Ländern fünf unterworfene Staaten machen und damit den gan­zen südamerikanischen Kontinent unter seine Herr­schaft bringen wolle. Einen dieser fünf Staaten solle angeblich auch die Republik Panama einschlie­ßen sowie den Panama-Kanal.

2. Die amerikanische Regierung sei im Besitz eines zweiten Dokuments, welches von der Reichsregie­rung verfaßt worden fei. Dieses Dokument enthalte den Plan, nach dem durch Deutschland gewonnenen Kriege alle bestehenden Religionen in der Welt zu beseitigen. Die katholische, pro­testantische, mohammedanische, hindustanische, bud­dhistische und jüdische Religion sollen in gleicher Weise beseitigt, der Kirchenbesitz eingezogen, das Kreuz und alle anderen Symbole der Religionen verboten, der geistliche Stand unter Strafe des Konzentrationslagers zum Schweigen gebracht wer­den. An Stelle der Kirchen solle eine internationale nationalsozialistische Kirche treten, in der von der nationalsozialistischen Reichsregierung entsandte Redner amtieren werden. An Stelle der Bibel sollen Worte aus dem Buch des FührersMein Kampf" aufgezwungen und als Heilige Schrift in Kraft ge­setzt werden, das Kreuz Christi solle durch das Hakenkreuz und das nackte Schwert ersetzt werden und schließlich solle an Stelle Gottes der Führer treten.

Die Reichsregierung stellt demgegen­über fest:

v 1. Es existiert weder eine in Deutschland von der Reichsregierung hergeftellle Landkarte über eine Aufteilung Mittel- und Südamerikas noch ein non der Reichsregierung hergestelltes Doku­ment über eine Auflösung der Religionen in der Welt. In beiden Fällen muh es sich daher um Fälschungen gröbster und plumpester Art handeln.

2. Die Behauptungen einer Eroberung Süd­amerikas durch Deutschland und einer Beseiti­gung der Religionen und Kirchen in der Welt und ihre Ersetzung durch eine nationalsozialisti­sche Kirche sind so unsinnig und absurd, dah es sich für die Reichsregierung erübrigt, darauf einzugehen.

Die R e i ch s r e g i e r u n g hat Vorstehendes allen neutralen Regierungen, dar­unter auch den mittel - und südamerikani­schen Regierung en auf diplomatischem Wege notifiziert.

II.

Der Präsident der Vereinigten Staaten von Ame­rika hat in seiner Rede vom 28. Oktober erklärt, daß ein amerikanischer Zerstörer am 4. September und ein anderer amerikanischer Zerstörer am 17. Oktober von deutschen Seestreitkräften angegriffen worden feien. Die amerikanische Regierung sei gewillt ge­wesen, das Schießen zu vermeiden. Aber das Schie­ßen habe begonnen und die Geschichte habe festge- legt, wer den ersten Schuß abgegeben habe. Ame­rika f e i angegriffen worden.

In Wahrheit ergibt sich aus den Meldungen der deutschen U-Voot-Kommandanten und den' veröf­fentlichten amtlichen Erklärungen der amerikanischen Marinebehörden folgender Sachverhalt:

Bei dem Vorfall vom 4. September handelt es sich um den amerikanischen ZerstörerG r c c r", bei dem Vorfall vom 17. Oktober um den amerikanischen ZerstörerK e a r n y".

Der ZerstörerGreer" hat in enger militärischer Zusammenarbeit mit englischen Seestreitkräften ein deutsches U-Boot stundenlang verfolgt. Bei dieser Verfolgung ist das deutsche Ü-Boot, das sich unter Wasser befand, mit Wasserbomben angegriffen wor­den. Erst nachdem dieser Angriff erfolgt war, hat das deutsche U-Boot von seinen Kampfmitteln Ge­brauch gemacht. Der Zerstörer setzte die Verfolgung mit Wasserbomben noch mehrere Stunden erfolglos fort.

Der ZerstörerKearny" fuhr als Geleitschutz eines Konvois, als er die Hilferufe eines zweiten Konvois an einer anderen Stelle des Atlantischen Ozeans auffing, der im Kampf mit deutschen Ses- ftreitfräften stand.Kearny" änderte daraufhin seinen Kurs, begab sich an die Stelle des im Gange befindlichen Kampfes und griff ein deutsches U-Boot mit Wasserbomben an.

Der amerikanische Staatssekretär K n o x hat selbst bestätigt, daßKearny" Wasserbomben^ geworfen habe und daßerst einige Zeit später" drei Tor­pedos auf ihn abgeschossen worden seien, von denen einer den Zerstörer getroffen habe.

Die Reichsreqierung stellt somit fest, dah

1. die vom Präsidenten Roosevelt in seiner Rede gegebene Darstellung, dah amerika­nische Zerstörer von deutschen Seestreit­kräften angegriffen worden seien und dah somit Deutschland Amerika angegriffen habe, nicht den Tatsachen entspricht und durch die amtlichen Erklärungen der amerikanischen RI a r i u e b e h ö r - den selbst widerlegt wird, und

2. daß int Gegenteil die beiden ame­

rikanischen Zetstörer deutsche U-Boote angegriffen haben und dah somit die vereinigten Saaten Deutschland angegriffen haben, was in gleicher Weife durch die ameri­kanischen 2Na rineb ehürde n be­stätigt wird.

Das Echo im Ausland.

Italien.

Eine klare und energische Antwort auf die Al­bernheiten und Fälschungen und Lügen der Rede Roosevelts vorn 28. Oktober nenntP o p o 1 o d i Roma" die Erklärung der Reichsregierung, die von der römischen Sonntagspresse im Wortlaut ver­öffentlicht wird. Mit beißendem Sarkasmus demen­tiere die Note, mit der die Reichsregierung aus ihrer bisherigen Zurückhaltung heraustritt, die Deutschland von Roosevelt unterschobenen Absichten und stelle ein für allemal fest, daß d i e USA. und nicht Deutschland der Angreifer sind. Dem Präsidenten bleibt jetzt nur übrig, erklärt Gayda imV o c e d'Jt a l i a", entweder diese sogenannten Dokumente herauszurücken oder seinen neuesten und schwersten Akt vorsätzlicher Fälschung einzugestehen. Da er die angeblichen Beweise für seine Behaup­tungen nicht oorzeigen könne, stehe er vor dem amerikanischen Volk und vor der internationalen Moral als unverantwortlicher Agent des politischen und geistigen Umsturzes.

Dänemark.

Die Kopenhagener Sonntagsmorgenblätter stehen im Zeichen der deutschen Anklage gegen Roosevelt. Von allen Zeitungen werden in großer Aufmachung und an erster Stelle die Erklärungen der Reichs­regierung wiedergegeben. Die Schlagzeilen der Zei­tungen heben die deutsche Feststellung hervor, daß die ersten Angriffshandlungen von Amerika ausge­gangen sind. Sie verweisen auch auf das deutsche

Dementi der angeblich von Deutschland gegenüber Südamerika gehegten Pläne. Der Stand der deutsch­amerikanischen Beziehungen nach den deutschen offi? zielten Anklagen gegen Roosevelt wird ferner in Berliner Berichten der Blätter erläutert. Der Ber­liner Korrespondent vonNational Tidende" betont, daß Deutschland vor der ganzen Welt die Schuld des O8A.-Präsidenten festgestellt habe. Der Berliner Vertreter vonPolitiken" unterstreicht, daß Deutsch­land das Objekt amerikanischer Angriffshandlungen fei. Der Berliner Korrespondent vonFaedrelandet" meint, die klaren Auslassungen von deutscher Seite werden von stärkster Wirkung in den Vereinigten Staaten und in Südamerika sein. Man erwarte jetzt mit Spannung, was Roosevelt zu sagen habe.

Finnland.

Die Erklärungen der Reichsregierung werden in der finnischen Presse mit großen Überschriften be­sonders herausgestellt. Der Berichterstatter von Uusi Suomi" hebt hervor, die deutsche Regierung habe festgestellt, daß die Vereinigten Staaten Deutschland angegriffen hätten, da Roosevelt einen militärischen Zwischenfall mit den Achsenmächten wollte. Die Beweise Deutschlands hätten nichts ge­holfen, denn Roosevelt habe nach immer neuen Be­schuldigungen gesucht, bis USA>Sd)iffe endlich die deutschen Schiffe angegriffen hätten, wie es jetzt in der Erklärung festgestellt werde.

Türkei.

Die aus dem Führerhauptquartier herausgsge- bene amtliche Erklärung über Roosevelts Umtriebe findet in der Türkei stärkste Beachtung. Der volle Text wurde durch die Agence Anatolie am Sonn­tagmorgen den türkischen Zeitungen zur Veröffent­lichung zur Verfügung gestellt. Auch der' Sender Ankara verbreitete in seiner Sendung am Sonn­tagmorgen den vollen Wortlaut. In türkischen Krei­sen vertritt man die Meinung, daß der Präsident der Vereinigten Staaten eindrucksvoll widerlegt worden sei.

Schwungvolle Verfolgung auf -er Krim.

Oie Oktober-Bilanz -er Schlacht im Atlantik.

Oer Wehrmachtbericht vom Sonntag. Oer Wehrmachtbericht vom Samstag.

DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 2. Jloo. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

In entschlossener Ausnützung unseres Sieges auf der Krim wird die Verfolgung des geschlagenen Gegners schwungvoll fortgesetzt. Der Rordrand des Jaila-Gebirges ist, wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, i n breiter Front erreicht. Deutsche und rumä­nische Truppen haben gestern Simferopol, die Hauptstadt der Krim, genommen und befinden sich in weiterem Vorgehen auf Sewastopol.

Im Donezbecken brachen deutsche und italie­nische Truppen trotz schlechtester Wegeverhältnisse feindlichen Widerstand und besetzten weitere Industriegebiete.

Vor Leningrad wurde ein erneuter Uebersetz- versuch über die Rewa unter Verlusten für den Feind abgewiesen. Die Beschießung kriegswichtiger Ziele in Leningrad und in K r o n st a d l wurde mit guter Wirkung fortgesetzt.

Die Luftwaffe bombardierte bei Tag und Rächt die Seefestung Sewastopol. Sie erzielte Volltreffer in den Hafenanlagen, beschädigte ein sowjetisches Kriegsschiff und warf einen größeren Transporter in Brand.

Kampfflugzeuge griffen in der letzten Rächt wich­tige Versorgungshäfen an der Westküste Eng­lands an.

Der Feind warf in der Rächt zum 2. Rovember an einigen Orten Rordweftdeutfchlands Spreng- und Brandbomben. Drei britische Bomber wurden ab- geschossen.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiff­fahrt versenkten Kriegsmarine und Luftwaffe im RIonat Oktober 4 41 3 0 0 B RT. feindlichen Handelsschiffsraumes. An diesen Erfolgen sind Unter­seeboote mit 255 000 BRT., Ueberwasserstreitkräfte der Kriegsmarine mit 18 000 BRT. und Verbände der Luftwaffe mit 168 100 BRT. beteiligt.

DRB. Aus dem Führerhauptquartier, 1. Rov. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Auf der Halbinsel Krim befinden sich die deut­schen und rumänischen Truppen weiterhin in r a st- loser Verfolgung des geschlagenen Feindes.

Im Donezbecken wurde der Oberlauf des Donez an mehreren Stellen überfchrit- t e n.

Im Rordabschnitt der Ost front durch­brach ein Infanterieregiment westlich des Wol­chow eine stark befestigte feindliche Verteidigungs­zone in erbittertem Rahkampf und nahm 533 Bunker.

An der Einschliehungsfront von Leningrad wurden mehrere Uebersehversuche des Feindes über die Rewa abgewiesen.

Die Luftwaffe unterstützte die erfolgreichen Operationen des Heeres in der Krim durch wuchtige Schläge auf rückwärtige Verbindun­gen des Feindes und fügte der Sowjetflotte schwere Verluste zu. Sie versenkte ein Handelsschiff von 3000 BRT. und beschädigte drei Kriegsschiffe sowie einen großen Truppentransporter. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Moskau.

Im Kampf gegen die britische Ver­sorgungsschiffahrt vernichteten Kampfflug­zeuge bei den Färöer einen Frachter von 2000 BRT. und versenkten vor der britischen Ostküste aus einem Geleitzug vier feindliche Handelsschiffe, darunter einen großen Tanker, mit zusammen 29 000 BRT. Vier weitere Handelsschiffe des Geleitzuges wurden durch Bombentreffer so schwer beschädigt, daß mit dem Verlust noch weiteren Schiffsraumes gerechnet werden kann.

Britische Flugzeuge warfen in der letzten Rächt Bomben ' uf verschiedene Orte Rord- und Rord- westdeutschlands, u. a. auf Hamburg. Reun feind­liche Bomber wurden abgeschossen.

Oer Siegesmarsch -urch -ie Krim.

Oie Umfassung des Oonez Gebietes.

Arn 29. Oktober wurde die Brechung des Wider­standes an der Landenge von Perekop und die Ue- berwindung des Tatarengrabens bekannt. In den Wehrmachtberichten der nächsten drei Tage wurde der weitere deutsche Vorstoß unaufhaltsam genannt und festgestellt, daß sich der Feind auf der Krim in voller Flucht befinde und daß sich die deutschen und rumänischen Truppen weiterhin in rastloser Verfolgung des geschlagenen Feindes befinden.

Am gestrigen Sonntag wurde bekanntgegeben, daß die oorstürmenden deutschen Truppen cm vierten Tage nach Perekop die Hauptstadt der Krim, Simferopol, erobert haben. Damit ist der größte Teil der Krim in der Novdsüdrichtung bereits durchschnitten. Die Halbinsel Krim ist etwa fo groß wie Sachsen und Thüringen zusammen. In

der Luftlinie liegt Simferopol 150 Kilometer von Perekop entfernt! Der Wehrmachtbericht kann mit berechtigtem Stolz sagen, daß in entschlosse­ner Ausnutzung des Sieges die Verfolgung trotz des schlechten Wetters schwungvoll fortge­setzt worden ist. Der Norden und die Mitte der Krim sind ebene Steppe. Aber Simferopol liegt be­reits am Abhang des Jaila-Gebirges, 250 Meter hoch. Der Wehrmachtbericht deutet an zwei Stellen an, daß Simferopol bereits im Rücken der deut­schen Truppen ist. Er hebt hervor, daß der Nord- rand des Jaila-Gebirges, das auf seiner Südseite in steilen Terrassen zum Schwarzen Meer abbricht und dort eine Riviera (windgeschützte warme Uferlandschaft) bildet, in breiter Front erreicht sei. Er bemerkt weiterhin, daß sich die deutschen und

Fraktur.

Seit den Sowjets die Katastrophe droht, seit er­wiesen ist, daß England nicht fähig zum Schlagen ist, war es an den fünf Fingern einer Hand abzu­zählen, wann Roosevelt alles auf eine Karte setzt. Er ist ein Spieler, und Spieler suchen das höchste Risiko auf die Gefahr hin, alles zu ver­lieren.

Am 11. September hat Roosevelt den offiziellen Schießbefehl gegeben. Tatsächlich war dieser Schieß­befehl zu diesem Zeitpunkt schon monatelang in Kraft. Ein Spieler darf nie sagen, daß er ein Spieler ist. Das wäre eine schlechte Visitenkarte. Roosevelt hat darum eine Tarnstellung bezogen. Er macht aus schwarz weiß und aus weiß schwarz.

Die Reichsregierung hat am 1. November zwei Verlautbarungen veröffentlicht. Die erste beschäftigt sich mit der geheimen Landkarte Roosevelts, die zum Beweise dienen soll, daß der Führer aus 14 süd­amerikanischen Staaten fünf unterworfene Tribut­staaten machen wolle; ferner mit der Behauptung, daß Deutschland die Religionen der ganzen Welt abschaffen wolle: von der christlichen und jüdischen Religion über die mohammedanische bis zur hindu- stanischen und buddhistischen. Die Reichsregierung braucht etwa 40 Zeilen, um beide groteske Vor­wände kurz zusammenzufassen, sie braucht 20 Zeilen, um durch sie den dicken Strich zu ziehen.

Der alte Oldenburg-Ianuschau hat einmal das Wort geprägt:Eine gute Rede muß kurz und verletzend sein." Die Reichsregierung ist sehr kurz gewesen; und sie ist verletzend gewesen, weil sie dem unwahren Tatbestand den wahren Tatbestand gegenüberstellt. Die sachliche Ueberführung ist immer die verletzendste Ueberführung.

Die Reichsregierung stellt in der zweiten amtlichen Verlautbarung fest, daß der amerikanische Zer­störerGreer" am 4. September ein deutsches U- Boot stundenlang mit Wasserbomben verfolgt hat und daß der USA.=3erftörerKearny", der einen Geleitzug begleitete, einem zweiten Geleitzug an an­derer Stelle zu Hilfe eilte, in den Kampf eingriff und wiederum ein deutsches U-Boot mit Wasser­bomben angriff. Die Reichsregierung stellt fest, daß die Meldungen der deutschen -U-Bo'ot-Kommandan- ten sich mit der Sachdarstellung decken, die einige amerikanische Senatoren dem Marineministerium abgerungen haben und die in der nordamerikani­schen Presse veröffentlicht worden sind. Die Reichs­regierung stellt weiter fest,daß die beiden ameri­kanischen Zerstörer deutsche U-Boote angegriffen und daß somit die Vereinigten Staaten Deutschland angegriffen haben, was in gleicher Weise durch die amerikanischen Marinebe- yörden bestätigt wird".

Wir sind ein soldatisches Volk. Aber niemals wür­den wir in eine Sprechweise verfallen, wie sie sich die Yankees zugelegt haben. Die Yankees reden von einemSchießkrieg". Sie haben nicht einmal un­recht. Ihr Präsident führte diplomatisch gegen Deutschland Krieg, noch bevor England und Frank­reich am 3. September 1939 uns den Krieg erklärt hatten. E r war es, der beide Mächte, auch Polen und Südslawien, in den K«.'ieg hineingestoßen hat. Er führte Krieg, indem er entgegen dem noch immer geltenden amerikanischen Neutralitätsgesetz Handelsschiffe bewaffnete und in die Kriegszone schickte, indem er auf alle denkbare Weise die eine der kriegführenden Parteien materiell unterstützte. Roosevelt sagte dabei, daß er Demokrat sei, und er trieb trotz seiner Demokratie feine KriegspoUtik haarscharf an den Gesetzen und an der Verfassung seines eigenen Landes vorbei.

Dieser Mann und seine Gefolgschaft reden davon, daß sie die U-Bootejagen", weil sie mit derPira­terie" der U-Boote Schluß machen müßten. Diese Kerle sind unappetitlich: ein Pirat handelt aus Eigennutz; ein U-Boot-Kommandant, der verhütet, daß amerikanische Bomben auf deutsche Frauen und Kinder fallen, verteidigt sein Land. Das sind zwei klar geschiedene Begriffe. Roosevelt wirft sie durch­einander; denn er ist Spieler, und ein Spieler darf sich nicht auf die Visitenkarte drucken lassen, daß er Spieler ist. Dr. Ho.

rumänischen Truppen nach der Einnahme von Sim- feropol am 1. November in weiterem Vorgehen auf die große und berühmte Seefestung Sebastopol mit ihrem geräumigen und tiefen Hafen befinden.

Den Engländern ist bei dieser Entwicklung über­aus flau zumute. 18531856 haben sie selbst einen Krieg (gemeinsam mit Franzosen, Sardiniern und Türken) gegen den damaligen Zaren Nikolaus I. auf der Krim geführt. Im Weltkrieg haben sie'noch den Durchbruch durch die Dardanellen versucht. Heute müssen sie von Alexandrien her z u s ch a u e n. Das Abgleiten ihrer Seemacht wird in dieser Ent­wicklung augenscheinlich. Sie mobilisieren daher ihre bewährtesten Federn, um mit vielen Worten den klaren Tatbestand zu verschleiern. Ihr Nachrichten­dienst und ihre Zeitungen quasseln unendlichen Un­sinn zusammen, auf den einzugehen reizvoll wäre, wenn wir ... dazu Zeit hätten. DieTimes", die immerhin für Leute geschrieben ist, von denen we­nigstens ein Teil die elementaren geschichtlichen und erdkundlichen Kenntnisse zur Bildung eines eigenen Urteils fyat, ist offenherziger. Sie leistete sich am Samstag folgende Sätze:Was die Lage auf der Krim anbelangt, fo ist sie schwer zu übersehen. Die Deutschen melden an drei aufeinanderfolgenden la­gen Erfolge. Angesichts des üblichen Vor­marschtempos ist anzunehmen, daß ein gro­ßer Teil der Krim bereits in den Händen des Rei­ches ist. Don russischer Seite sind jedoch wenig In­formationen zu erhalten." Dasübliche Vormarsch­tempo" der Deutschen ist gut.

Der deutsche Wehrmachtbericht vom Sonntag sagt noch, daß im Donezgebiet deutsche und italienische Truppen feindlichen Widerstand brachen und weitere Städte besetzten. Die Sowjets kämpfen noch an einzelnen Stellen des innersten Donez- Don-Bogens. Aber inzwischen haben wir im Wehr­machtbericht vom 30. Oktober gelesen, daß der Oberlauf des Donez von den deutschen und verbündeten Truppen in breiter Front erreicht