Ausgabe 
3.4.1941
 
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besser sind, haben die beiden letzten Jahre bewiesen, aber inan muh auch wissen, wieviel Arbeit dazu gehört, um sie diesem Grad der Bollendung entgegenzuführen. Probleme, die mit der Heeres- inotorisierung zusammenhänaen, sind aber noch n*id)t endgiittia gelöst, denn sie werden jeden Tag neu gestellt. Im Heereswaftenamt ruht man nicht auf den Lorbeeren der Jahre 1939 und 1940 aus, sondern auch jetzt, mitten im Krieae, werden schon a/us den Erfahrungen der beiden letzten Jahre die notwendigen Folgerungen gezogen. Was verbessert werden muß, wird verbessert. Da sehen wir ganz neue Werkstatteinrichtungen, da sehen wir, wie alle die Fragen der Räderfahrzeuge und der Kettenfahrzeuge und der Verwendung beider gestellt und gelöst werden. Da ist ein gepanzer­ter Munitionsschlepper, der dazu dient, Munition und Gerät unter Panzerschutz aus dem Gesichtsfeld zu befördern. Damit seine Besatzung im Feindfeier nicht aussteigen muh, ist dafür ge- sorat, daß die Bel ade behüt ter vom Innern des Fahrzeuges einfach abgeworfen werden können. Da sind auch gepanzerte Mannschaftskraft­wagen, die als Führungsfahrzeuge und zur Be­förderung von Mannschaften unter Panzerschutz auf Dem Gefechtsfeld dienen. Ihr besonderer Vorteil ist, daß fie dem Kampfwagen auf dem Gefechtsfeld folgen können. Damit ist es möglich, die zur Zu- sammenorbeit mit dem Kampfwagen eingesetzter. Infanteristen und Pioniere auch im Gelände, das noch unter feindlichem Feuer liegt folgen zu lassen. Da sind die Panzerspähwagen, die ihre besonderen Aufgaben erfüllen müssen und die sich im Notfälle von ihren Gegnern, den feindlichen Pak, auf schnellste Weise abfetzen und in Nebel hüllen können. Da ist auch das neue Infante­rie-Sturmgeschütz, ein schwer gepanzertes Infanterie -Deal eitgeschütz, das aus dem Panzer- kampfwagen heraus entwickelt wurde.

Die Arbeiten, die mit der Heeresmotorifierung zu- fammenhänaen, greifen aber noch weiter. Sie um­fassen die Bereifung mit synthetischem Kaut- lcl)uk, damit wir von fremden Rohstoffen frei wer- oen. Diese Arbeiten haben auch Die Aufgabe, da­für zu sorgen, daß die K r a f t st o f f a u a l i t ä t e n vereinheitlicht und die/M o t o r e n auf diese Verein­heitlichung abgestimmt werden. Die Fratze der Kraftstoffbehälter mag nebensächlich er­scheinen, sie ist militärisch von größter Bedeutung: denn der Erfolg der Heeresmotortsierung hängt da­von ab, ob Kraftstoffe und Oele zur rechten Zeit am rechten Ort in den notwendigen Mengen bereit- stehen.

Wenn so einige Aufgabenzweige aus dem unge­heuren Gebiet der Heeresmotorisierung gezeigt wur­den, so hat man auch im Heereswaftenamt nie ver­gessen, daß immer, jetzt und in Zukunft, den Kem der Kampftruppen die Infanterie darstellt, und so war cs selbstverständlich, daß gerade der In­fanterie die besten Waffen zur Verfügung gestellt wurden, die es überhaupt gab. Da ist die Mo­sch i n e n p i st o l e, die sich im Stellungskampf, bei Sto ßtru p punlern e h m u ng e n und im Bewegungs­krieg vorzüglich bewährt hat, da ist unser ausge­zeichnetes Maschinengewehr, das nach Ge- fangenenausiagen ein Schrecken her Feinde gewor- t)*n ist. Auf Zwillingssockel gebracht, dient dieses Maschinengewehr im Infanteriefahrzeug der wirk- Sncn Flutzabwehr. Die hervorstechendsten Eigen­asten diefer Verwendung lind höchste Feuerbereit- ast, größte Richtgeschrmndigkeit nach Höhe und Seite und stärkste Veroichtung der Geschoßgarben durch gleichzeitiges Feuern zweier Maschinenge­wehre. Das in Versailles für das deutsche Heer ver­botene Mauser-Tankgewehr hat in der an Leistung weit überlegenen Panzerabwehrbüchse zur Freude der kämpfenden Infanterse «ine Nachfolgerin gefun­den. >

Mt der Infanterie kämpfen aber auch die Pio­niere in vorderster Linie. Auch die Pioniere haben die Waffen erhalten, die sie brauchten: da find die Flammenwerfer, die als Nahkampf­waffen zum Angriff und zur Verteidigung verwen­det werden. Die Bezwingung der feiiÄlichen Bun­ker ist diesen vorzüglichen Flammenwerfern mit zu verdanken. Damit unsere Soldaten gegen feindliche Kampfwagen gesichert sind, gilt es, Abwehr- m in e n zu schaffen, die den Angriff der Gegner wirkungslos machen. Eine Vorführung diefer Minen gegen feindliche Beutekampfwagen bewies zur Ge­nüge die ausgezeichnete Wirkung dieser Minen.

Das alles find nur Ausschnitte aus Der Arbeit des Heereswaffenamtes. Aber es kam nicht nur darauf an, die Waffen selbst zu entwickeln und zu schaffen, sondern es mußten auch die Vorschriften und Be­

stimmungen für Einsatz und Gebrauch fest­gelegt werden. Das war keine Arbeit, die am grünen Tisch geleistet werden konnte, sondern in vielen Versuchen muhten diese Leitsätze bestimmt und auf die einfachste Formel gebracht werden. Schließlich aber hat ne Tag- und Nachtarbeit vieler Jahre zum Erfolg geführt, und wer einmal bei eine Besuch des Heereswaffenamtes und seiner Der- suchsanlagen diese Arbeit kennengelernt hat, der weiß, daß in dieser Arbeit die Siegeszuversicht be- gründ-et ist, die den Endsieg gewährleistet. Die deut­schen Waffen sind die besten der Welt, das danken wir dem deutschen Arbeiter, den deutschen Nüstungs- fabriken, aber nicht zuletzt auch der gewaltigen Ar­beit des Heereswaffenamtes.

Beendigung

des Kriegswinterhilfswei^ks 1940/41

Der Reichsbeauftragte für das WHW. des deut­schen Volkes gibt bekannt, daß das Kriegswinter­hilfswerk am 31. 3. fein Ende gefunden hat. In­folgedessen entfällt von Ende April an der Abzug der freiwilligen Spende von Lohn und Gehalt durch den Betriebs.führer.

Generalfeldmarschall Milch im Gau Hessen-Nassau.

Lpd. F r a n k f u r t a. M., 3. April. Der Staats­sekretär im Reichsluftfahrtministerium und Inspek­teur der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Milch, be­sichtigte am Donnerstagvormittag die in Frank - f u r t a. M. und Umgebung gebauten Lustschutz- einrichtungen. Er wurde in der Gauhauptstadt von Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger, der ihn dann auch auf der Fahrt begleitete, begrüßt. Der Generalfeldmarschall nahm den Vortrag der für die Durchführung der Luftschutzbauten verantwortlichen Offiziere und Beamten, u. a. des Inspekteurs des Selbstschutzes und Gruppenführers des Reichsluft­schutzbundes, Generalleutnant Müller-Michels, Des Kommandeurs der Ordnungspolizei Frankfurt am Main Oberst A s m u ß und des Stadtbaurats A r n tz entgegen und inspizierte darauf die Zweck- Mäßigkeit der erstellten Anlagen. In Begleitung des Generalfeldmarschalls befanden sich u. a. der Präsident des Reichsluftschutzbundes, General der Flakartillerie v. Schröder und der Chef der Ord­nungspolizei General Daluege.

Die Einnahme von Agedabia.

Der Erfolg der deutschen und italienischen Panzertruppen in Nordafrika.

Berlin, 3. April. Vas Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Verfolgung der in Nordafrika bei Bla r ja el Brega durch deutsche und italienische Verbände geworfenen Eng­länder wurde am 2. April fortgesetzt. 21 ge­habt a Ifl genommen und Zuetina er­reicht. Der Gegner befindet sich i m eiligen Rückzug nach Norden. Die Zahl der Gefange­nen sowie die Beute an gepanzerten und ungepan­zerten Kraftfahrzeugen find beträchtlich, die eigenen Verluste außerordentlich gering.

Oer Wehrmachtbericht

Berlin, 3.April. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3n Nordafrika ist der am 31.März von deutschen und italienischen Panzertruppen und Luftstreitkräften errungene Erfolg erweitert wor­den. Dabei wurden 30 feindliche Kraftfahr­zeuge erbeutet

Die Luftwaffe führte bewaffnete Aufklärung über den Seegebieten um Großbritannien durch und bekämpfte habet auch gestern die feindliche Han­delsschiffahrt mit Erfolg. Zwei Schiffe von 4000 BRT. wurden versenkt, sechs weitere Handelsschiffe zum Teil so schrper beschädigt, daß mit ihrem vertu st zu rechnen ist.

3m Tiefangriff zerstörte ein Kampfflugzeug auf einem südenglischen Flughafen drei feindliche Flug­zeuge und beschädigte mehrere andere. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Hafen- und 3n- duskrieanlagen in Südengland und Schottland.

3m Mittelmeer vernichteten west11ch Kreta deutsche Kampfflugzeuge in kühn geführtem Angriff auf einen stark gesicherten Geleitzug zwei feind­liche Handelsschiffe mit zusammen 16 000 BRT.

Der Feind flog weder bei läge noch bei Nacht nach Deutschland ein.

GchwereBerluste für britischen Geleitzng im Mittelmeer.

Rom, 3. April. (DNB. Funkspruch.) Der italie­nische Wehrmachtbericht vom Donnerstag hat fol­genden Wortlaut:

An her griechischen Front Artillerietätig­keit. Unsere Luftwaffenverbänbe haben ben Flotten­stützpunkt von Volo unb bas wichtige Nachschubzen­trum von Florina bombarbiert. 3n Luftkämpfen würben zwei feinbliche Flugzeuge abgeschossen. Drei eigene Flugzeuge sinh nicht zurückgekehrt.

3m ö ft Ud) en Blittefmeer haben unsere Bomber unb Torpedoflugzeuge einen stark gesicher­ten Geleitzug angegriffen. Trotz der heftigen Abwehr wurden fünf große Dampfer ge­troffen unb versenkt. Alle unsere Flugzeuge sinh zu ihrem Stützpunkt zurückgekehrt. Flugzeuge des deutschen Fliegerkorps haben westlich von Kreta einen anderen feindliche« Geleilzug angegrif­fen. Lin 8000-BRT.-Dampfer wurde in Brand ge- sehMmd versenkt, ein zweiter Dampfer von ebe^fls 8000 BRT. wurde von zwei Bomben schweren Kalibers getroffen und wahrscheinlich versenkt.

3n Oftafrika ist A s m a r a, um weitere feindliche Bombardierungen zu vermeiden, die bereits Hun­derte von Opfern unter der italaienifchen unb Ein­geborenenbevölkerung geforbert hatte, von unseren Truppen geräumt worben. 3n ben neuen Stel­lungen ist her Kampf von neuem entbrannt.

3n Nordafrlka ist her Erfolg her ilalienisch-

beutschen motorisierten Truppen über Blarfa el Brega hinaus ausgebehnt worben. Die italienische unb hie deutsche Luftwaffe haben mit vorzüglichen Ergebnissen feinbliche im Rückzug auf Agebabia be­findliche Kolonnen mit Bomben belegt

*

Agenzia Stefan»! meldet ergänzend, daß italienische Flieger verbände und Verbände des deutschen Flie- tzerkorps ihre Aktionen mit dem Ziel ausgedehnt Hoden, den Feind an der Durchführung von Transporten zwischen Aeaypcen und Griechenland zu verhindern. Vorangegangene Lustaufklärung hotte die Anwesenheit eines von englischen Kriegsschiffen gesicherten G e l e i t z u g e s im östlichen Mitteimeer festgestellt. Ein Verband deutscher Bombenslugzeuge Hat diesen Geleitzug westlich von Kreta angeorifsen. Nach der ersten sehr heftigen Abwehr ließen die Kriegs- schiffe den Geleitzug im Stich, so daß die deutschen Bomber die feindlichen Schisse aus nur fünfzig Meter Höhe angreifen konnten mit dem Ergebnis, daß ein 8000 Tonner mit vier 500- Kilo-Bomben getroffen wurde, die in den Maschi­nenraum einschLugen, so daß das Schift starke Schlagseite ate. Ein anderes Schift gleicher Ton- nage wurde ebenfalls durch vier Bomben gleichen Kalibers getroffen. Außerdem wurde . ein 5000- Tonnen-Dampfer von einer weiteren Bombenserie zum Sinken gebracht. Ferner wurde ein 5000= ton- ner schwer beschädigt.

Angela Koldewey.

Der Schicksalsweg einer Aerztin.

Was ist Schicksal? Sind es die Fallstricke, die uns ein blinder Zufall in den Weg legt? Ist es die zlelbewußte Fügung einer höheren Macht, der wir wieder blind zu gehorchen haben, oder wird es gestaltet aus den Kräften unserer Seele, wenn fie von den für uns vorausbeftimmten Begegnungen mit dem Leben entfesselt werden? Woher auch der Rui kommt, wir können ihn nicht überhören, wir müssen ihm folgen. 'Das Schicksal ist unerbittlich. Das hat auch die junge Aerztin Angela Kolde­wey erfahren. Mit 17 Jahren war sie nach In­dien gekommen und hatte dort erlebt, welch hartes Los in diesem kulturell hochstehenden Volk die wer­dende Mutter auf sich nehmen muß. Sie gilt als unrein, von Dämonen hcimgesucht. Selbst die Für­stin wird zur Geburt in die schlechteste Ecke des Hauses gestoßen. So vollzieht sich doch das größte Wunder des Lebens unter Umständen, gegen die sich Angela Koldewey mit allen Fasern ihres jungen Frauenherzens auflehnt. Dieses Erlebnis bestimmte die Berufswahl der jungen Deutschen, sie studierte Medizin, um Frauenärztm zu werden. Ihr Ziel ist Indien.

Das Schicksal wählt nicht immer den geraden Weg. Das indische Erlebnis gab nur die allgemeine Richtung für die Lebensbahn Angelas an. Der erste große Konflikt taucht auf mit dem Widerstreit zwi­schen innerer Berufung und persönlichem Glück. Der geliebte Mann wird sie, das fühlt Angela, ganz beanspruchen, und sie wählt im Schwanken des Ge- fühls erst in schmerzlicher Unsicherheit, dann später in klarer Erkenntnis ihrer Berufung den dornigen Weg eines Lebens für andere. Aber, sie begreift, gelenkt von dem klareren Blick des Mannes, daß ihre Aufgaben nicht in einem fremden, sondern im eigenen Volke liegen.

Dann bestimmte eine zweite, entscheidende Be- gegnung ihren weiteren Lebensweg. Als junge Me­dizinalpraktikantin muß sie am Krankenbett einer Frau wachen, die an einer seltenen, aber gefähr­lichen krebsähnlichen Drüsenkrankheit leidet, dem malignem Granulom. Die hilflose Qual her Kranken und die Unfähigkeit, helfen zu können, lassen in

Angela Koldewey den glühenden Wunsch erwachen, durch eigene Forschung die Lücke im ärztlichen Wis­sen auszufüllen und die rätselvolle Krankheit be­kämpfen zu helfen. Ein Auftrag ihrers Lehrers, der die Begabung und die eigenwillige Persönlichkeit Angelas erkannt hat, kommt ihrem Wunsch ent­gegen.

Nun beginnt eine Kette von Arbeitstagen und -nächten im Laboratorium, am Mikroskop und am Krankenbett. Bis fie eines Taaes erkennen muß, daß die Krankheit, der sie zum Nutzen der leidenden Menschheit ihr Leben weihen wollte, fie selbst er­griffen hat. Mit dovpelter Gewalt überfällt fie die Sehnsucht nach persönlichem Glück.

Aus der wissenschaftlichen Arbeit weiß Angela, daß die Krankheit nicht erblich ist, sie tarfn also ein gesundes Kind haben. Da sie weiß, daß ihr höchstens noch drei Jahre bleiben, die zur Vollendung ihrer wissenschaftlichen Lebensarbeit nicht ausreichen, sieht sie für diese kurze Spanne nur noch den Ausweg, sich einem Lebens- und Arbeitskameraden anzu­vertrauen, dem sie ihr Werk übergeben und dem sie ein Kind hinterlassen will, nun endlich auch ihre Ausgabe als Frau voll erkennend. So beginnt ijjre Ehe mit Dr. Hans v. Dühren mit einer letzten, ent­scheidenden Hingabe an das Schicksal.

In furchtbarer Wachheit erlebt die junge Aerzttn, was sie bisher forschend und helfend an anderen sah. Ihr aus echter Neigung erwachsenes Arzttum findet seine Erfüllung in ständiger Selbstbeobachtung, bis zu dem Augenblick, da auch ihr Mann ihren Zu­stand ahnt und schließlich erkennt. Er führt ihre Ar- beit fort, und im Wettlauf mit der erbarmungslos fortschreitenden Krankheit entdeckt Dr. v. Dühren Deren Entwicklungsgesetz. Er kann nachweisen, daß die für das maligne Granulom kennzeichnenden Drüsen­oeränderungen mit der Bildung von Riesenzellen einhergehen, in denen die Zellkerne sich immer aufs neue teilen. Dr. v. Dühren finbet.ferner, daß durch bestimmte Reize das Cytochrom zerstört wird, ein in der normalen Zelle vorhandener chemischer Stoff, und daß damit die Entartung der Zellen beginnt. Während Dr. v. Dühren auf dem Internisten ton- greß diese entscheidenden Ergebnisse feiner Forschung vorträgt, vollendet auf ihrem Krankenlager Angela ihren Schicksalsweg.

Der RomanAngela Koldewey", dessen Hand­lung hier kurz wiedergegeben wurde, ist das Erst*

lingswerk der jungen Aerztin und Schriftstellerin Bettina E w e r b e ck. Er hat in wenig mehr als einem Jahr eine Auslage von 150 000 Exemplaren erlebt, unb damit einen einzigartigen Erfolg ge­funden. Wenn man ein Buch noch einmal liest, nach­dem es so leidenschaftlich bejaht worden ist, dann bedeutet das eine doppelte Auseinandersetzung. Man sucht neben den Problemen, die der Autor vor uns ausbreitet, nach dem Geheimnis des Erfolges. Das Rätsel ist leicht zu lösen! Es sind hier an einem Einzelschicksal die Wurzeln ärztlichen Wirkens auf­gezeigt und in den Problemen Der Heilkunde werden Die Probleme des Lebens selbst lebendig. Ob die Verfasserin die schwerste und glücklichste Stunde einer Frau, die Geburt, mit der wohl nur einer Frau gegebenen Zartheit nachzeichnet, ob sie die Dramatik einer Operation schildert, immer findet sie mit be­wundernswerter Sicherheit den richtigen Weg zwischen Realismus und behutsamer Verhüllung. Selbst das medizinische Staatsexamen wird zu einem spannenden Tatsachenbericht. Eine starke Kraft der Darstellung zeichnet auch die Schilderung der seelischen Konftikte aus. Alles in allem ein Buch, dos trotz der Unerbittlichkeit der Schicksalsläufe keine Resignation aufkommen läßt. Es klingt viel- leicht aeroaqt, wenn man nach dem großen Erfolg noch eine Prophezeiung anfügt, aber dieser Roman einer jungen Aerztin, von Bettina Ewerbeck (Verlag Neues Volk, Berlin SW 68, Preis 5,80 RM.) wird auch der große Bucherfolg des neuen Jahres fein, er verdient es! Dr. Ludwig Kühle.

©er Mann,

der Bismarcks Reden stenographierte

Am Schwarzen Brett der Berliner Universität hing vor Weihnachten 1883 ein Stellenangebot des neugegründeten Gemeinsamen Parlamentarischen Vüros der ZeitungenDie Post" undNeue Preu- ßlsche (Kreuz-) Zeitung". Zwei intelligente Studen­ten, die imstande sind, Reden wörtlich zu steno- araphleren, sollten sich melden für den journalisti­schen Dienst auf den Tribünen des Reichstags und des Preußischen Landtags. Zwei gute Stenographen meldeten sich und wurden am 8. Januar 1884 ein- gestellt, ein Philologe und ein Jurist. Der Philologe gab die Sache bald wieder auf. Der Jurist aber

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der britischen Admiralität I e l l i c o e besuchte, v« ihm dieser ein Dokument in die Hand, in dem bi» Verluste der durch deutsche Unterseeboote verfenklei britischen Handelsschiffe verzeichnet waren. Sin« sagte:Diese Verluste waren drei - oder vier, mal so hoch, als man nach den abfichtliq ungenauen Presseberichten vermute, konnte. Es wäre zu milde zu sagen, daß ich du^ diese Enthüllungen überrascht wurde, ich war ge-. radezu bestürzt. Ich habe mir nie so etmy Schreckliches vorgestellt ..." Es leuchtet ohne weit«, res ein, daß die britische Regierung, deren Premiei- Minister Churchill erklärt hat, daß er nur diejenige, Verluste zu veröffentlichen gedenke, die unter feines Umständen mehr geheimgehalten werden tonnen, heute d i e gleiche Methode verwendet, Mt den amerikanischen Admiral im Jahre 1917 a> schlitterte.

Nie LIGA, unb Lrlanb.

Berlin, 3. April. (DNB.) War man in bei Vereinigten Staaten bisher der Meinung, daß eine

ten sich mehr und mehr entschließen, ihr ganzen Gewicht für England In die Waagschale zu roerfen und daß sich dadurch die Möglichkeit ergebe, M Irland in absehbarer Zeit K r i e g s sch a u pla j werde. Die geographische Lage Irlands, das büi Seewege nach Amerika kontrolliere und den nöib l ich en Atlantik weitgehend strategisch beheerrsck«. lasse den Besitz dieser Insel als Stü«, punkt sehr wünschenswert erscheinen. Roosevelü Volitik, die Vereinigten Staaten schrittweise in bem Krieg für England einzuspannen, habe seit der 21» nähme des Leih- und Pachtgesetzes schon so viel:, ungewöhnliche Maßnahmen gezeitigt, daß er p heute zu der Annahme berechtigt glaube, eine jo land-Aktion werde von dem amerikanischen DM nicht mehr als etwas Ungeheuerliches empfunbm werden.

Westlich der irischen Küste iorpedieck

Neuyork, 4. April. (DNB. Funkspruch.) Neut- i)örter Reederkreisen zufolge ist der ehemalige amerii' konische FrachterWestern Chief" (5759 BRT.) a u1 der Fahrt von England nach Neuyocil westlich der irischen Küste torpediert worden. & handelt sich um ein Weltkriegsschiff, das die USA*, Schiffahrtsbehörde im letzten Oktober an Eng" land verkaufte.

Englands Tonnagenoi zwingt zur Annullierung ausländischer Aufträge

Smyrna, 3. April. (DNB.) Die Kaufleute m der Levante sind von den britischen Handelskontroll« stellen aufgesordert worden, Bestellungen in dn> land rückgängig zu machen und bereits bezahll« Ware dort sofort wieder zu verkaufen, wenn sie bei

367800 BNT. vom 16. bis 23. März.

Korrekte" englische Verlnstveröffent, lichungen wie 1917.

Berlin, 3. April. ( DNB.) Im Handelskri« gegen England bildet die Woche vom 16. big März einen der erfolgreichsten Kamps, ab schnitte des Seekrieges. Die großen Erfolg;, Meldungen des im Atlantik operierenden beit, sehen Schlachtschiffverbandes mit 116 00) BRT. versenkten feindlichen Handelsschiffsraumei

und bedeutende Unterseebooterfolzr ließen die Versenkungsziffern der englischen unb tz Jat englischen Diensten fahrenden Handelsschiffahrt asf insgesamt 367 800 BRT. hochschnellen.

Die Methoden der englischen Derlustveröffen!. lichungen haben in letzter Zeit in den USA. schori Kritik hervorgerufen. Aus diesem Grunde sah der Sprecher des britischen Schiffahrtsministeriuin) i veranlaßt, zu der letzten veröffentlichten Verlustlisij | Ml eine Erläuterung zu geben, in der er beteuert«) | Die britischen Zahlen sind, soweit dies unter | gegebenen Verhältnissen möglich ist, vollständig ton i 5tia rett." Es aibt au diesenkorrekten" Verlustangabe-; Ml der englischen Admiralität einen geschichtlichen Din, W1 gang, den der amerikanische Admiral Sims n ,ßge seinen Weltkriegserinnerungen festgehalten hat. 21b jjnfl J Sims im Jahre 1917 in London den Ersten Lor) ; m öt

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Einbeziehung Irlands in den Kries in irisch-amerikanischen Kreisen, Entrüstung > Hervorrufen würde, scheint nunmehr diese RW ! sichtnahme für die amerikanische öffentliche Meinm.; zusehends verschwinden zu wollen. Die spanische Zeß tung Pueblo stellt in einem ArtikelIrland an Rande des Krieges" fest, daß die Vereinigten Sikw

blieb unb gewann die journalistische Tätigkeit I« Heb, daß er das Rechtsstdium an den Nagel hinA unb Schriftleiter wurde. Es war der damals 23jäb* rige Hans Frederich, der am 4. April d. Ä als rüftiaer Schriftleiter im Ruhestande in körpeo'' licher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag! feiert.

Hans Frederich genoß schon als junger AnfäWN die Auszeichnung, Bismarck-Reden für die Prefiu Zu stenographieren, darunter auch im Februar 18$ die große Rede mit dem berühmt gewordenen Saslk Wir Deutsche fürchten Gott, aber sonst nichts i« der Welt!" Der alte Reichstag, dessen Sitzungsi' saal jetzt im Bismarck-Film gezeigt wurde, hatte bar mals noch jein Domizil am Donhoffplatz. Die Sour? naüftentribüne befand sich gerade über den Sitz-'« der Reichsregierung. Aus biefer Sage hat sich einr mal, wie her alte Presseveteran erzählt, ein reift peinlicher Zwischenfall ergeben. Eine GesetzesoM läge, die dem Reichstag noch gar nicht zugeganak» war und von der aus politischen Gründen Oesfentlichkeit vorerst nichts erfahren sollte, bildeki eines Tages die große Schlagzeile der Morgenblo^ ter. Bismarck tobte, als er beim Frühstück las, dH er diese Vorlage bereits unterschrieben habe. DC!i schlimmste war, daß die Meldung stimmte: es muW also in der Kanzlei ein grober Vertrauensbruch vM gekommen fein. Einer der Beamten, die ja alle uiw ter dem Verdacht litten, löste das Rätsel. Er fak 1 wie ein Journalist es war nicht Hans Freden^ von der Pressetribüne aus mit einem dickcv Krimstecher nach unten starrte, gerade auf den PlO auf bem der Reichskanzler die mit großen, faubjj kalligraphierten Titeln versehenen Vorlagen nW renb der langweiligen Debatten unterzeichnete. mals wurde der Gebrauch von Ferngläsern im lament verboten, unb das Verbot besteht heute noH

Hans Frederich wurde spater in die Oldenburgsift i Parlamentskorrespondenz berufen, die kurz vor Weltkriege in das WTB überging, bis Das N<M richtenbüro Deutscher Zeitungsverleger ben Pan«' ments-dienst übernahm. Hier konnte Frederich no® in voller Schaffenskraft feinen 70. Geburtsto!! feiern, um sich bann am 1. Juli 1931 nach 47M riger Berufstätigkeit in den wohlverdienten Ruhe' stand zurückzuziehen.

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