besser sind, haben die beiden letzten Jahre bewiesen, aber inan muh auch wissen, wieviel Arbeit dazu gehört, um sie diesem Grad der Bollendung entgegenzuführen. Probleme, die mit der Heeres- inotorisierung zusammenhänaen, sind aber noch n*id)t endgiittia gelöst, denn sie werden jeden Tag neu gestellt. Im Heereswaftenamt ruht man nicht auf den Lorbeeren der Jahre 1939 und 1940 aus, sondern auch jetzt, mitten im Krieae, werden schon a/us den Erfahrungen der beiden letzten Jahre die notwendigen Folgerungen gezogen. Was verbessert werden muß, wird verbessert. Da sehen wir ganz neue Werkstatteinrichtungen, da sehen wir, wie alle die Fragen der Räderfahrzeuge und der Kettenfahrzeuge und der Verwendung beider gestellt und gelöst werden. Da ist ein gepanzerter Munitionsschlepper, der dazu dient, Munition und Gerät unter Panzerschutz aus dem Gesichtsfeld zu befördern. Damit seine Besatzung im Feindfeier nicht aussteigen muh, ist dafür ge- sorat, daß die Bel ade behüt ter vom Innern des Fahrzeuges einfach abgeworfen werden können. Da sind auch gepanzerte Mannschaftskraftwagen, die als Führungsfahrzeuge und zur Beförderung von Mannschaften unter Panzerschutz auf Dem Gefechtsfeld dienen. Ihr besonderer Vorteil ist, daß fie dem Kampfwagen auf dem Gefechtsfeld folgen können. Damit ist es möglich, die zur Zu- sammenorbeit mit dem Kampfwagen eingesetzter. Infanteristen und Pioniere — auch im Gelände, das noch unter feindlichem Feuer liegt — folgen zu lassen. Da sind die Panzerspähwagen, die ihre besonderen Aufgaben erfüllen müssen und die sich im Notfälle von ihren Gegnern, den feindlichen Pak, auf schnellste Weise abfetzen und in Nebel hüllen können. Da ist auch das neue Infanterie-Sturmgeschütz, ein schwer gepanzertes Infanterie -Deal eitgeschütz, das aus dem Panzer- kampfwagen heraus entwickelt wurde.
Die Arbeiten, die mit der Heeresmotorifierung zu- fammenhänaen, greifen aber noch weiter. Sie umfassen die Bereifung mit synthetischem Kaut- lcl)uk, damit wir von fremden Rohstoffen frei wer- oen. Diese Arbeiten haben auch Die Aufgabe, dafür zu sorgen, daß die K r a f t st o f f a u a l i t ä t e n vereinheitlicht und die/M o t o r e n auf diese Vereinheitlichung abgestimmt werden. Die Fratze der Kraftstoffbehälter mag nebensächlich erscheinen, sie ist militärisch von größter Bedeutung: denn der Erfolg der Heeresmotortsierung hängt davon ab, ob Kraftstoffe und Oele zur rechten Zeit am rechten Ort in den notwendigen Mengen bereit- stehen.
Wenn so einige Aufgabenzweige aus dem ungeheuren Gebiet der Heeresmotorisierung gezeigt wurden, so hat man auch im Heereswaftenamt nie vergessen, daß immer, jetzt und in Zukunft, den Kem der Kampftruppen die Infanterie darstellt, und so war cs selbstverständlich, daß gerade der Infanterie die besten Waffen zur Verfügung gestellt wurden, die es überhaupt gab. Da ist die Mosch i n e n p i st o l e, die sich im Stellungskampf, bei Sto ßtru p punlern e h m u ng e n und im Bewegungskrieg vorzüglich bewährt hat, da ist unser ausgezeichnetes Maschinengewehr, das nach Ge- fangenenausiagen ein Schrecken her Feinde gewor- t)*n ist. Auf Zwillingssockel gebracht, dient dieses Maschinengewehr im Infanteriefahrzeug der wirk- Sncn Flutzabwehr. Die hervorstechendsten Eigenasten diefer Verwendung lind höchste Feuerbereit- ast, größte Richtgeschrmndigkeit nach Höhe und Seite und stärkste Veroichtung der Geschoßgarben durch gleichzeitiges Feuern zweier Maschinengewehre. Das in Versailles für das deutsche Heer verbotene Mauser-Tankgewehr hat in der an Leistung weit überlegenen Panzerabwehrbüchse zur Freude der kämpfenden Infanterse «ine Nachfolgerin gefunden. >
Mt der Infanterie kämpfen aber auch die Pioniere in vorderster Linie. Auch die Pioniere haben die Waffen erhalten, die sie brauchten: da find die Flammenwerfer, die als Nahkampfwaffen zum Angriff und zur Verteidigung verwendet werden. Die Bezwingung der feiiÄlichen Bunker ist diesen vorzüglichen Flammenwerfern mit zu verdanken. Damit unsere Soldaten gegen feindliche Kampfwagen gesichert sind, gilt es, Abwehr- m in e n zu schaffen, die den Angriff der Gegner wirkungslos machen. Eine Vorführung diefer Minen gegen feindliche Beutekampfwagen bewies zur Genüge die ausgezeichnete Wirkung dieser Minen.
Das alles find nur Ausschnitte aus Der Arbeit des Heereswaffenamtes. Aber es kam nicht nur darauf an, die Waffen selbst zu entwickeln und zu schaffen, sondern es mußten auch die Vorschriften und Be
stimmungen für Einsatz und Gebrauch festgelegt werden. Das war keine Arbeit, die am grünen Tisch geleistet werden konnte, sondern in vielen Versuchen muhten diese Leitsätze bestimmt und auf die einfachste Formel gebracht werden. Schließlich aber hat ne Tag- und Nachtarbeit vieler Jahre zum Erfolg geführt, und wer einmal bei eine Besuch des Heereswaffenamtes und seiner Der- suchsanlagen diese Arbeit kennengelernt hat, der weiß, daß in dieser Arbeit die Siegeszuversicht be- gründ-et ist, die den Endsieg gewährleistet. Die deutschen Waffen sind die besten der Welt, das danken wir dem deutschen Arbeiter, den deutschen Nüstungs- fabriken, aber nicht zuletzt auch der gewaltigen Arbeit des Heereswaffenamtes.
Beendigung
des Kriegswinterhilfswei^ks 1940/41
Der Reichsbeauftragte für das WHW. des deutschen Volkes gibt bekannt, daß das Kriegswinterhilfswerk am 31. 3. fein Ende gefunden hat. Infolgedessen entfällt von Ende April an der Abzug der freiwilligen Spende von Lohn und Gehalt durch den Betriebs.führer.
Generalfeldmarschall Milch im Gau Hessen-Nassau.
Lpd. F r a n k f u r t a. M., 3. April. Der Staatssekretär im Reichsluftfahrtministerium und Inspekteur der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Milch, besichtigte am Donnerstagvormittag die in Frank - f u r t a. M. und Umgebung gebauten Lustschutz- einrichtungen. Er wurde in der Gauhauptstadt von Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger, der ihn dann auch auf der Fahrt begleitete, begrüßt. Der Generalfeldmarschall nahm den Vortrag der für die Durchführung der Luftschutzbauten verantwortlichen Offiziere und Beamten, u. a. des Inspekteurs des Selbstschutzes und Gruppenführers des Reichsluftschutzbundes, Generalleutnant Müller-Michels, Des Kommandeurs der Ordnungspolizei Frankfurt am Main Oberst A s m u ß und des Stadtbaurats A r n tz entgegen und inspizierte darauf die Zweck- Mäßigkeit der erstellten Anlagen. In Begleitung des Generalfeldmarschalls befanden sich u. a. der Präsident des Reichsluftschutzbundes, General der Flakartillerie v. Schröder und der Chef der Ordnungspolizei General Daluege.
Die Einnahme von Agedabia.
Der Erfolg der deutschen und italienischen Panzertruppen in Nordafrika.
Berlin, 3. April. Vas Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Verfolgung der in Nordafrika bei Bla r ja el Brega durch deutsche und italienische Verbände geworfenen Engländer wurde am 2. April fortgesetzt. 21 gehabt a Ifl genommen und Zuetina erreicht. Der Gegner befindet sich i m eiligen Rückzug nach Norden. Die Zahl der Gefangenen sowie die Beute an gepanzerten und ungepanzerten Kraftfahrzeugen find beträchtlich, die eigenen Verluste außerordentlich gering.
Oer Wehrmachtbericht
Berlin, 3.April. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3n Nordafrika ist der am 31.März von deutschen und italienischen Panzertruppen und Luftstreitkräften errungene Erfolg erweitert worden. Dabei wurden 30 feindliche Kraftfahrzeuge erbeutet
Die Luftwaffe führte bewaffnete Aufklärung über den Seegebieten um Großbritannien durch und bekämpfte habet auch gestern die feindliche Handelsschiffahrt mit Erfolg. Zwei Schiffe von 4000 BRT. wurden versenkt, sechs weitere Handelsschiffe zum Teil so schrper beschädigt, daß mit ihrem vertu st zu rechnen ist.
3m Tiefangriff zerstörte ein Kampfflugzeug auf einem südenglischen Flughafen drei feindliche Flugzeuge und beschädigte mehrere andere. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Hafen- und 3n- duskrieanlagen in Südengland und Schottland.
3m Mittelmeer vernichteten west11ch Kreta deutsche Kampfflugzeuge in kühn geführtem Angriff auf einen stark gesicherten Geleitzug zwei feindliche Handelsschiffe mit zusammen 16 000 BRT.
Der Feind flog weder bei läge noch bei Nacht nach Deutschland ein.
GchwereBerluste für britischen Geleitzng im Mittelmeer.
Rom, 3. April. (DNB. Funkspruch.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Donnerstag hat folgenden Wortlaut:
An her griechischen Front Artillerietätigkeit. Unsere Luftwaffenverbänbe haben ben Flottenstützpunkt von Volo unb bas wichtige Nachschubzentrum von Florina bombarbiert. 3n Luftkämpfen würben zwei feinbliche Flugzeuge abgeschossen. Drei eigene Flugzeuge sinh nicht zurückgekehrt.
3m ö ft Ud) en Blittefmeer haben unsere Bomber unb Torpedoflugzeuge einen stark gesicherten Geleitzug angegriffen. Trotz der heftigen Abwehr wurden fünf große Dampfer getroffen unb versenkt. Alle unsere Flugzeuge sinh zu ihrem Stützpunkt zurückgekehrt. Flugzeuge des deutschen Fliegerkorps haben westlich von Kreta einen anderen feindliche« Geleilzug angegriffen. Lin 8000-BRT.-Dampfer wurde in Brand ge- sehMmd versenkt, ein zweiter Dampfer von ebe^fls 8000 BRT. wurde von zwei Bomben schweren Kalibers getroffen und wahrscheinlich versenkt.
3n Oftafrika ist A s m a r a, um weitere feindliche Bombardierungen zu vermeiden, die bereits Hunderte von Opfern unter der italaienifchen unb Eingeborenenbevölkerung geforbert hatte, von unseren Truppen geräumt worben. 3n ben neuen Stellungen ist her Kampf von neuem entbrannt.
3n Nordafrlka ist her Erfolg her ilalienisch-
beutschen motorisierten Truppen über Blarfa el Brega hinaus ausgebehnt worben. Die italienische unb hie deutsche Luftwaffe haben mit vorzüglichen Ergebnissen feinbliche im Rückzug auf Agebabia befindliche Kolonnen mit Bomben belegt
*
Agenzia Stefan»! meldet ergänzend, daß italienische Flieger verbände und Verbände des deutschen Flie- tzerkorps ihre Aktionen mit dem Ziel ausgedehnt Hoden, den Feind an der Durchführung von Transporten zwischen Aeaypcen und Griechenland zu verhindern. Vorangegangene Lustaufklärung hotte die Anwesenheit eines von englischen Kriegsschiffen gesicherten G e l e i t z u g e s im östlichen Mitteimeer festgestellt. Ein Verband deutscher Bombenslugzeuge Hat diesen Geleitzug westlich von Kreta angeorifsen. Nach der ersten sehr heftigen Abwehr ließen die Kriegs- schiffe den Geleitzug im Stich, so daß die deutschen Bomber die feindlichen Schisse aus nur fünfzig Meter Höhe angreifen konnten mit dem Ergebnis, daß ein 8000 Tonner mit vier 500- Kilo-Bomben getroffen wurde, die in den Maschinenraum einschLugen, so daß das Schift starke Schlagseite ate. Ein anderes Schift gleicher Ton- nage wurde ebenfalls durch vier Bomben gleichen Kalibers getroffen. Außerdem wurde . ein 5000- Tonnen-Dampfer von einer weiteren Bombenserie zum Sinken gebracht. Ferner wurde ein 5000= ton- ner schwer beschädigt.
Angela Koldewey.
Der Schicksalsweg einer Aerztin.
Was ist Schicksal? Sind es die Fallstricke, die uns ein blinder Zufall in den Weg legt? Ist es die zlelbewußte Fügung einer höheren Macht, der wir wieder blind zu gehorchen haben, — oder wird es gestaltet aus den Kräften unserer Seele, wenn fie von den für uns vorausbeftimmten Begegnungen mit dem Leben entfesselt werden? — Woher auch der Rui kommt, wir können ihn nicht überhören, wir müssen ihm folgen. 'Das Schicksal ist unerbittlich. — Das hat auch die junge Aerztin Angela Koldewey erfahren. Mit 17 Jahren war sie nach Indien gekommen und hatte dort erlebt, welch hartes Los in diesem kulturell hochstehenden Volk die werdende Mutter auf sich nehmen muß. Sie gilt als unrein, von Dämonen hcimgesucht. Selbst die Fürstin wird zur Geburt in die schlechteste Ecke des Hauses gestoßen. So vollzieht sich doch das größte Wunder des Lebens unter Umständen, gegen die sich Angela Koldewey mit allen Fasern ihres jungen Frauenherzens auflehnt. Dieses Erlebnis bestimmte die Berufswahl der jungen Deutschen, sie studierte Medizin, um Frauenärztm zu werden. Ihr Ziel ist Indien.
Das Schicksal wählt nicht immer den geraden Weg. Das indische Erlebnis gab nur die allgemeine Richtung für die Lebensbahn Angelas an. Der erste große Konflikt taucht auf mit dem Widerstreit zwischen innerer Berufung und persönlichem Glück. Der geliebte Mann wird sie, das fühlt Angela, ganz beanspruchen, und sie wählt im Schwanken des Ge- fühls erst in schmerzlicher Unsicherheit, dann später in klarer Erkenntnis ihrer Berufung den dornigen Weg eines Lebens für andere. Aber, sie begreift, gelenkt von dem klareren Blick des Mannes, daß ihre Aufgaben nicht in einem fremden, sondern im eigenen Volke liegen.
Dann bestimmte eine zweite, entscheidende Be- gegnung ihren weiteren Lebensweg. Als junge Medizinalpraktikantin muß sie am Krankenbett einer Frau wachen, die an einer seltenen, aber gefährlichen krebsähnlichen Drüsenkrankheit leidet, dem malignem Granulom. Die hilflose Qual her Kranken und die Unfähigkeit, helfen zu können, lassen in
Angela Koldewey den glühenden Wunsch erwachen, durch eigene Forschung die Lücke im ärztlichen Wissen auszufüllen und die rätselvolle Krankheit bekämpfen zu helfen. Ein Auftrag ihrers Lehrers, der die Begabung und die eigenwillige Persönlichkeit Angelas erkannt hat, kommt ihrem Wunsch entgegen.
Nun beginnt eine Kette von Arbeitstagen und -nächten im Laboratorium, am Mikroskop und am Krankenbett. Bis fie eines Taaes erkennen muß, daß die Krankheit, der sie zum Nutzen der leidenden Menschheit ihr Leben weihen wollte, fie selbst ergriffen hat. Mit dovpelter Gewalt überfällt fie die Sehnsucht nach persönlichem Glück.
Aus der wissenschaftlichen Arbeit weiß Angela, daß die Krankheit nicht erblich ist, sie tarfn also ein gesundes Kind haben. Da sie weiß, daß ihr höchstens noch drei Jahre bleiben, die zur Vollendung ihrer wissenschaftlichen Lebensarbeit nicht ausreichen, sieht sie für diese kurze Spanne nur noch den Ausweg, sich einem Lebens- und Arbeitskameraden anzuvertrauen, dem sie ihr Werk übergeben und dem sie ein Kind hinterlassen will, nun endlich auch ihre Ausgabe als Frau voll erkennend. So beginnt ijjre Ehe mit Dr. Hans v. Dühren mit einer letzten, entscheidenden Hingabe an das Schicksal.
In furchtbarer Wachheit erlebt die junge Aerzttn, was sie bisher forschend und helfend an anderen sah. Ihr aus echter Neigung erwachsenes Arzttum findet seine Erfüllung in ständiger Selbstbeobachtung, bis zu dem Augenblick, da auch ihr Mann ihren Zustand ahnt und schließlich erkennt. Er führt ihre Ar- beit fort, und im Wettlauf mit der erbarmungslos fortschreitenden Krankheit entdeckt Dr. v. Dühren Deren Entwicklungsgesetz. Er kann nachweisen, daß die für das maligne Granulom kennzeichnenden Drüsenoeränderungen mit der Bildung von Riesenzellen einhergehen, in denen die Zellkerne sich immer aufs neue teilen. Dr. v. Dühren finbet.ferner, daß durch bestimmte Reize das Cytochrom zerstört wird, ein in der normalen Zelle vorhandener chemischer Stoff, und daß damit die Entartung der Zellen beginnt. Während Dr. v. Dühren auf dem Internisten ton- greß diese entscheidenden Ergebnisse feiner Forschung vorträgt, vollendet auf ihrem Krankenlager Angela ihren Schicksalsweg.
Der Roman „Angela Koldewey", dessen Handlung hier kurz wiedergegeben wurde, ist das Erst*
lingswerk der jungen Aerztin und Schriftstellerin Bettina E w e r b e ck. Er hat in wenig mehr als einem Jahr eine Auslage von 150 000 Exemplaren erlebt, unb damit einen einzigartigen Erfolg gefunden. Wenn man ein Buch noch einmal liest, nachdem es so leidenschaftlich bejaht worden ist, dann bedeutet das eine doppelte Auseinandersetzung. Man sucht neben den Problemen, die der Autor vor uns ausbreitet, nach dem Geheimnis des Erfolges. Das Rätsel ist leicht zu lösen! Es sind hier an einem Einzelschicksal die Wurzeln ärztlichen Wirkens aufgezeigt und in den Problemen Der Heilkunde werden Die Probleme des Lebens selbst lebendig. Ob die Verfasserin die schwerste und glücklichste Stunde einer Frau, die Geburt, mit der wohl nur einer Frau gegebenen Zartheit nachzeichnet, ob sie die Dramatik einer Operation schildert, immer findet sie mit bewundernswerter Sicherheit den richtigen Weg zwischen Realismus und behutsamer Verhüllung. Selbst das medizinische Staatsexamen wird zu einem spannenden Tatsachenbericht. Eine starke Kraft der Darstellung zeichnet auch die Schilderung der seelischen Konftikte aus. Alles in allem ein Buch, dos trotz der Unerbittlichkeit der Schicksalsläufe keine Resignation aufkommen läßt. Es klingt viel- leicht aeroaqt, wenn man nach dem großen Erfolg noch eine Prophezeiung anfügt, aber dieser Roman einer jungen Aerztin, von Bettina Ewerbeck (Verlag Neues Volk, Berlin SW 68, Preis 5,80 RM.) wird auch der große Bucherfolg des neuen Jahres fein, er verdient es! Dr. Ludwig Kühle.
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der Bismarcks Reden stenographierte
Am Schwarzen Brett der Berliner Universität hing vor Weihnachten 1883 ein Stellenangebot des neugegründeten Gemeinsamen Parlamentarischen Vüros der Zeitungen „Die Post" und „Neue Preu- ßlsche (Kreuz-) Zeitung". Zwei intelligente Studenten, die imstande sind, Reden wörtlich zu steno- araphleren, sollten sich melden für den journalistischen Dienst auf den Tribünen des Reichstags und des Preußischen Landtags. Zwei gute Stenographen meldeten sich und wurden am 8. Januar 1884 ein- gestellt, ein Philologe und ein Jurist. Der Philologe gab die Sache bald wieder auf. Der Jurist aber
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der britischen Admiralität I e l l i c o e besuchte, v« ihm dieser ein Dokument in die Hand, in dem bi» Verluste der durch deutsche Unterseeboote verfenklei britischen Handelsschiffe verzeichnet waren. Sin« sagte: „Diese Verluste waren drei - oder vier, mal so hoch, als man nach den abfichtliq ungenauen Presseberichten vermute, konnte. Es wäre zu milde zu sagen, daß ich du^ diese Enthüllungen überrascht wurde, ich war ge-. radezu bestürzt. Ich habe mir nie so etmy Schreckliches vorgestellt ..." Es leuchtet ohne weit«, res ein, daß die britische Regierung, deren Premiei- Minister Churchill erklärt hat, daß er nur diejenige, Verluste zu veröffentlichen gedenke, die unter feines Umständen mehr geheimgehalten werden tonnen, heute d i e gleiche Methode verwendet, Mt den amerikanischen Admiral im Jahre 1917 a> schlitterte.
Nie LIGA, unb Lrlanb.
Berlin, 3. April. (DNB.) War man in bei Vereinigten Staaten bisher der Meinung, daß eine
ten sich mehr und mehr entschließen, ihr ganzen Gewicht für England In die Waagschale zu roerfen und daß sich dadurch die Möglichkeit ergebe, M Irland in absehbarer Zeit K r i e g s sch a u pla j werde. Die geographische Lage Irlands, das büi Seewege nach Amerika kontrolliere und den nöib l ich en Atlantik weitgehend strategisch beheerrsck«. lasse den Besitz dieser Insel als Stü«, punkt sehr wünschenswert erscheinen. Roosevelü Volitik, die Vereinigten Staaten schrittweise in bem Krieg für England einzuspannen, habe seit der 21» nähme des Leih- und Pachtgesetzes schon so viel:, ungewöhnliche Maßnahmen gezeitigt, daß er p heute zu der Annahme berechtigt glaube, eine jo land-Aktion werde von dem amerikanischen DM nicht mehr als etwas Ungeheuerliches empfunbm werden.
Westlich der irischen Küste iorpedieck
Neuyork, 4. April. (DNB. Funkspruch.) Neut- i)örter Reederkreisen zufolge ist der ehemalige amerii' konische Frachter „Western Chief" (5759 BRT.) a u1 der Fahrt von England nach Neuyocil westlich der irischen Küste torpediert worden. & handelt sich um ein Weltkriegsschiff, das die USA*, Schiffahrtsbehörde im letzten Oktober an Eng" land verkaufte.
Englands Tonnagenoi zwingt zur Annullierung ausländischer Aufträge
Smyrna, 3. April. (DNB.) Die Kaufleute m der Levante sind von den britischen Handelskontroll« stellen aufgesordert worden, Bestellungen in dn> land rückgängig zu machen und bereits bezahll« Ware dort sofort wieder zu verkaufen, wenn sie bei
367800 BNT. vom 16. bis 23. März.
„Korrekte" englische Verlnstveröffent, lichungen wie 1917.
Berlin, 3. April. ( DNB.) Im Handelskri« gegen England bildet die Woche vom 16. big März einen der erfolgreichsten Kamps, ab schnitte des Seekrieges. Die großen Erfolg;, Meldungen des im Atlantik operierenden beit, sehen Schlachtschiffverbandes mit 116 00) BRT. versenkten feindlichen Handelsschiffsraumei
und bedeutende Unterseebooterfolzr ließen die Versenkungsziffern der englischen unb tz Jat englischen Diensten fahrenden Handelsschiffahrt asf insgesamt 367 800 BRT. hochschnellen.
Die Methoden der englischen Derlustveröffen!. lichungen haben in letzter Zeit in den USA. schori Kritik hervorgerufen. Aus diesem Grunde sah der Sprecher des britischen Schiffahrtsministeriuin) i veranlaßt, zu der letzten veröffentlichten Verlustlisij | Ml eine Erläuterung zu geben, in der er beteuert«) | „Die britischen Zahlen sind, soweit dies unter | gegebenen Verhältnissen möglich ist, vollständig ton i 5tia rett." Es aibt au diesen „korrekten" Verlustangabe-; Ml der englischen Admiralität einen geschichtlichen Din, W1 gang, den der amerikanische Admiral Sims n ,ßge seinen Weltkriegserinnerungen festgehalten hat. 21b • jjnfl J Sims im Jahre 1917 in London den Ersten Lor) ; m öt
114 (ä Acht ( Ach der Intif ti bt hat M Io
(Timen || M lis fat
Einbeziehung Irlands in den Kries in irisch-amerikanischen Kreisen, Entrüstung > Hervorrufen würde, scheint nunmehr diese RW ! sichtnahme für die amerikanische öffentliche Meinm.; zusehends verschwinden zu wollen. Die spanische Zeß tung Pueblo stellt in einem Artikel „Irland an Rande des Krieges" fest, daß die Vereinigten Sikw
blieb unb gewann die journalistische Tätigkeit I« Heb, daß er das Rechtsstdium an den Nagel hinA unb Schriftleiter wurde. Es war der damals 23jäb* rige Hans Frederich, der am 4. April d. Ä als rüftiaer Schriftleiter im Ruhestande in körpeo'' licher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag! feiert.
Hans Frederich genoß schon als junger AnfäWN die Auszeichnung, Bismarck-Reden für die Prefiu Zu stenographieren, darunter auch im Februar 18$ die große Rede mit dem berühmt gewordenen Saslk „Wir Deutsche fürchten Gott, aber sonst nichts i« der Welt!" — Der alte Reichstag, dessen Sitzungsi' saal jetzt im Bismarck-Film gezeigt wurde, hatte bar mals noch jein Domizil am Donhoffplatz. Die Sour? naüftentribüne befand sich gerade über den Sitz-'« der Reichsregierung. Aus biefer Sage hat sich einr mal, wie her alte Presseveteran erzählt, ein reift peinlicher Zwischenfall ergeben. Eine GesetzesoM läge, die dem Reichstag noch gar nicht zugeganak» war und von der aus politischen Gründen Oesfentlichkeit vorerst nichts erfahren sollte, bildeki eines Tages die große Schlagzeile der Morgenblo^ ter. Bismarck tobte, als er beim Frühstück las, dH er diese Vorlage bereits unterschrieben habe. DC!i schlimmste war, daß die Meldung stimmte: es muW also in der Kanzlei ein grober Vertrauensbruch vM gekommen fein. Einer der Beamten, die ja alle uiw ter dem Verdacht litten, löste das Rätsel. Er fak 1 wie ein Journalist — es war nicht Hans Freden^ — von der Pressetribüne aus mit einem dickcv Krimstecher nach unten starrte, gerade auf den PlO auf bem der Reichskanzler die mit großen, faubjj kalligraphierten Titeln versehenen Vorlagen nW renb der langweiligen Debatten unterzeichnete. mals wurde der Gebrauch von Ferngläsern im lament verboten, unb das Verbot besteht heute noH
Hans Frederich wurde spater in die Oldenburgsift i Parlamentskorrespondenz berufen, die kurz vor Weltkriege in das WTB überging, bis Das N<M richtenbüro Deutscher Zeitungsverleger ben Pan«' ments-dienst übernahm. Hier konnte Frederich no® in voller Schaffenskraft feinen 70. Geburtsto!! feiern, um sich bann am 1. Juli 1931 nach 47M riger Berufstätigkeit in den wohlverdienten Ruhe' stand zurückzuziehen.
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