Ausgabe 
3.4.1941
 
Einzelbild herunterladen

GletzenerAnzeiger

Ss'SSsk General-Anzeiger für Oberhessen * 6ie8te.9Sd>ul#ra6e7-9

$rtitag,4. April Ml

Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8'/»Ubr des Vormittags

Lnzeigen-Preiser

AnzetgemeU 7 Rvf. ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 50 Rvf. le mm bei 70 mm Zeilenüreite

Nachlässe r

Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25° io mehr

Oberst Donovans Rolle in Belgrad.

Roosevelts Beobachter hatte engste Kühlung mit Simowitsch und der serbischen Offiziersclique.

LtGA -Gender

Hetzen gegen Deutschland.

In serbischer und kroatischer Sprache.

Reuyork, 4.April. (DRV.) Washington posl veldet. der amerikanische Oberst D o n o v a n , joosevelts Sondergesandter, habe bei seiner kürz­ten Reise derLagein Jugoslawien grö- sere Aufmerksamkeit zugewendet, als den oberen Ländern, die er auf seiner Balkanreise be- kihrie und habe lange Besprechungen mik fern jetzigen Premierminister Simowltsch sowie pit vielen serbischen Offizieren geführt, te gegenwärtig maßgeblichen Einfluß auf die Re- jlerung haben. Seine Voraussage, daß Jugosla­wien abspringen werde und England sich da hr in Griechenland engagieren könne, habe sich als tchtig erwiesen.

DieBoston Sunday poft meldet: Der kurz- Brllensender WRUL sendet täglich viermal in firbischer und kroatischer Sprache po Asche Programme, die die Jugoslawen auffordern, p ben Waffen gegen Deutf land zu grei­ft«. Der Empfang in Jugoslawien soll außerordent- llh gut sein. Die Programme hätten bereits den et wünschten Erfolg in Jugoslawien gebracht, ßodurch der putsch gegen prinz pauls legi me gelungen sei. DerLhristian Science Monitor berichtet ebenfalls von diesen Radio- Inbungen und erklärt, daß das jugoslawische Volk dcrch den Bostoner Sender WRUL ermuntert erbe, den Achsenmächten wider st and zu leist en. Die amerikanische Gesandt- shaft in Belgrad habe die Radiovorträge be- tzügt und geäußert, der Erfolg der Uebertragung ms Amerika, die den haß gegen Deutschland auf- Bachelt habe, sei enorm gewesen.

Butler gratuliert dem Belgrader Gesandten.

Stockholm, 3. April. (DNB.) Bei der Huldi- Ang für die neue Belgrader Regierung im eng­lischen Unterhaus entschlüpfte dem Unter- Watssekretär Butler folgender bemerkenswerter

Satz:Ich würde ihm" dem britischen Gesandten in Belgradder zu der Art und Weise gratulieren, in der er am 26. März i n I u - goslawien gearbeitet hat." DieTimes" erklärt, daß Jugoslawienaufdie ganzehilfe des Imperiums rechnen könne."

Englische Truppen­bewegungen in Griechenland.

Berlin, 3.April. (DRV.) Rach Meldungen des amerikanischen Senders Boston sind motori­sierte Streitkräfte und mehrere In­fanterie-Divisionen der englischen Ril-Armee in Griechenland gelandet und von Saloniki bis zur griechisch-jugoslawi­schen Grenze vorgerückt. Die Stärke der englischen Truppen in Mazedonien wird nach der gleichen Quelle auf 75 000 Mann beziffert. Diese Angaben werden durch die amerikanische Rachrich­tenagentur United preß dahin ergänzt, daß die an der griechisch-jugoslawischen Grenze aufmarfchierte englische Armee im Laufe der letzten Wochen die Stärke von 150 000 bis 200 000 Mann erreicht habe. Der USA.-Senber Wayne melbet aus biplomatifchen Kreisen Athens, baß starke Kontinente auftralifcher unb neu- seeländischer Truppen in Kairo als Er­sah für britische Divisionen eingetroffen sind. Die britischen Truppen, darunter eine Panzer­division, sind nach Saloniki unb anberen Schlüsselstellungen Griechenlanbs abtransportiert worben. Rach einer Mitteilung berRew Bork Sunbay Times sinb Formationen schwerer eng­lischer panzer an ber jugoslawischen Grenze aufgetaucht. Wie der Belgrader Korrespondent ber Rew Hork Times feststellt, seien verschiedene Griechen als V e r b i n b u n g s o f f z i e re in Südjugoslawien, während britische Be­obachter zwischen Belgrad und Athen hin- und herreisten. Südlich der griechisch-jugoslawischen Grenze hat ber Korresponbent selbst einen eng­lischen General getroffen, ber bie Gegend in­spizierte.

Deutsche Flüchtlinge aus Jugoslawien.

luf -Zwei Dampfern trafen jetzt wieder über 1200 Flüchtlinge ein die in den letzten Tagen brutalen Molgunqen durch aufgehetzte Serben ausgesetzt waren, hier fe^en mir Frauen, Kinder und Mutter Ehrend ihrer Fahrt von Jugoslawien nach Deutschland. Die NSV., die ^b.-Arauenschaft und das Rutsche Rote Kreuz haben bereits die Betreuung der Geflüchteten übernommen. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Wachsender Terror

Widerte von ihnen seien verhaftet worden, lid) die Mitglieder der italienischen Äolo» . > «y r. . ____c. fC.Lt nor n Ion

i i-poiuet oa ur .----- -- .

Bqanqenen Nacht aus Be grab etngeltroffen J[int), »ridjern, baß bie jug°Il°w.Ich° Mobil-

I 111 d di una weiter fortgeschritten fei. Auf Gruno »rauer Anweisungen der Zentralbehörden seien ie !in berufungen nach völkischen G e - intspunk.e'n.aufgete. N wäre- D.e

rcjispuniien u u j » - «,.,,.,.1..,.,,

^Uschstämmigen seien in ein Konzentra

Huberte von deutschen Bauern verhaftet, ihre Gehöfte niebergebrannt.

Bukarest, 4. April. (DNB. Funkspruch.) Das MmittagsblotiBucuresti" schreibt daß m Äugo- 'fmien äußerste Nervosität herrsche. Die ätschen Bauern würden gezwungen, zuzuseyen, Bit an ihre Gehöfte Feuer angelegt weroe.

«i» halten 3ugoflaroien in großer Elie Derla||en Ulfen Aus dem Durcheinander gehe hervor, sag if Belqrab auf der ganzen Linie ei n ej w e I (et- hefte Politik geführt werde. Im Auffanglager 2enefd)burq sind bis Mittwochabend über luyu 101t sbeutfdje Flüchtlinge aus Jugo a- bim eingetroffen. Trotz der verschorften lugosm- bi|i)en Grenzsperre, durch die der Uebertntt der Achtlinge sich immer schmieriger gestaltet, halt der Achtlingsstrom ununterbrochen an. Die freitml- tgm serbischen T s ch e t n , k. V e r b anbe mur. »r mit Wo seit und ffllunition Ausgerüstet Allem i' der Gemeinde Bottschar wurden 400 Gewehre ini mehrere tausend Schuß Munition an bie Itaetnit ausgegeben, bie deutschen Mitglieder der Irlspoligei dafür entroaffnet. Reisende die in,der

tionslager gesperrt worden, die Ungarn Habe man den Arbeits- und Pionierkompanien zu- geteilt, die in aller Eile längs der bulgarisch-rumä­nischen Grenze Schützengräben und Lustschutzräume ausheben, lieber die Verwendung der jugoslawischen Staatsangehörigen bulgarischer und rumänischer Abstammung sei nichts bekannt.

Volksdeutsche Siedlungen im Save-Tal brennen.

Berlin, 4. April. (DNB. Funkspruch.) In den Grenzbergen südlich vom Loibl-Paß wurden wie betVölkische Beobachter" aus Klagenfurt meldet aus jugoslawischer Seite in der Nacht zum 2. April im Save-Tal mehrere volks - deutsche Siedlungen von serbischen Freischärlern niedergebrannt. Der Feuerschein der Brände ist weithin sichtbar und konnte von der deutschen Grenze aus wahrgenom­men werden.

Reichsleiter von Schirach besuchte die reichsdeutschen Flüchtlinge.

Wien, 3. April. (DNB.) Reichsleiter von Schirach besuchte am Donnerstagvormittag das Ver­sorgungshaus Baumgarten, wo rund 1000 reichtsdeutsche Flüchtlinge aus Belgrad und Umgebung untergebracht find. Der Reichsleiter überzeugte sich von der guten Unterbringung der Flüchtlinge und unterhielt sich mit ihnen über ihr erlittenes Schicksal. Sämtliche Flüchtlinge befinden sich wohlauf und werden in den nächsten Tagen zu chren Verwandten im Reichsgebiet abreifen.

Wie unsere"

affen wurden.

Ein Blick in die Arbeit des Heereswaffenamtes.

Bon unserem K. B.-Berichterstatter.

Berlin, im April 1941.

Wenn die Engländer und Franzosen uns auf Grund des Versailler Diktates für alle Zeiten hätten waffenlos machen wollen, fo hätten sie uns das Denken verbieten müssen. Sie haben uns unsere Waffen am Weltkriegsende genommen, sie haben uns gezwungen, unsere Waffenfabriken zu zerstören, sie haben uns tausenderlei Beschränkungen in der Herstellung neuer Waffen auferlegt und sie haben trotz aller Anstrengungen der Kontrollkommissionen die deutsche Wiederau fr üstung doch nicht verhindern können. Die Engländer und Franzosen haben es in den Entwaffnungsbestimmungen bös mit uns gemeint, sie haben aber nicht gewußt, daß gerade diese entwürdigenden Paragraphen eines Tages dazu führen würden, daß Deutschland ü b ex bie b e ft e n Waffen ber Welt verfügt. Die Englänber und Franzosen haben selbst Anstrengun­gen genug gemacht, um aus den Erfahrungen des Weltkrieges zu lernen. Sie waren aber an ihre alten Waffen gebunden, und ihre parlamentarischen Zustände erlaubten es ihnen nicht, diese Waffen nun zum alten Eisen zu werfen. Wir besaßen in Deutsch­land im Jahre 1920 eigentlich nichts mehr, dessen ein Volk bedarf, um seine Menschen zu schützen. Aber wir hatten Männer, Soldaten, bie denken konnten, und die damals schon über nichts anderes nachdachten als darüber, diesem deutschen Volk wieder Waffen in die Hand zu geben, um mit ihnen die Schmach von Versailles auszu­löschen. In den traurigen Jahren nach 1920 war es freilich nicht möglich, diese Waffen zu schmieden, aber es gab kein Verbot, das uns hindern konnte, die neuen Waffen, die aus den Erfahrungen des Weltkrieges zu einer Notwendigkeit geworden waren, am Zeichentisch zu entwerfen, sie ge­danklich fortzuentwickeln und bann, als bie Stunbe geschlagen hatte, biefe Gebankenarbeit auch in bie Wirklichkeit umzusetzen. Wenn einmal bie Geschichte ber deutschen Wiederaufrüstung geschrieben wird, bann muß der Männer gedacht werden, die unter schwersten Anstrengungen und widrigsten Umständen ständig am Werk waren, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Es ist nicht zuletzt die Arbeit des Heereswaffenamtes gewesen, der wir die Erfolge im Polenfeldzug und im Westfeldzug ver­danken. Wir haben aufmerksam verfolgt, was unsere Gegner an neuen Geschützen, an Panzerwagen kon­struierten und schufen. Wir sind gerade durch die Entwaffnungsbestimmungen vor mancherlei Fehl­

konstruktionen bewahrt geblieben, und wir haben viel gutes deutsches Geld gespart, um dann, als unsere Stunde gekommen war, die besten Waffen zu schaffen, die geschaffen werden konnten. Wir wollen die Waffen unserer Gegner nicht unter- schätzen, aber wir sind stets bemüht gewesen, mehr zu leisten und Besseres zu schaffen. Das danken wir den Männern des Heereswaffenamtes, vor allem feinem leider viel zu früh verstorbenen früheren Chef, dem General der Artillerie Becker. Die Offiziere und Ingenieure, die hier schaffen, ver- zichten bewußt auf äußeren Ruhm und laute An­erkennung. Sie müssen im stillen arbeiten, obgleich sie als echte Soldaten auch gern einmal die Waffen, die sie schufen, im Kampf gegen den Feind anroen- den möchten. Diese Männer aber sind Spezialisten, sie können nicht von heute auf morgen ersetzt wer­den, sie haben die Waffen, mit denen deutsche Sol­daten den Sieg'erfochten, in schwerer geistiger Arbeit entwickelt und müssen sie bis zur menschenmöglichen Vollendung weiterentwickeln. Es ist aber nötig, daß das deutsche Volk einmal auf den ungeheuren Wert dieser Arbeit hingelenkt wird. «

Das Heeresw affenamt hat uns einmal einen Blick in seine Arbeit tun lassen. Wir sahen nur die Arbeit einer einzigen Amtsgruppe, oie der Amtsgruppe für Entwicklung und Prü­fung. Aber dieser Einblick ließ die ungeheure Arbeit ahnen. Zu der Arbeit der Entwicklung und Prüfung kommt noch die Arbeit der a f f e n fer­tig u n-g, kommt die Abnahme der Waffen, kommt eine F o r s ch u n g s a b t e i l u n g, um nur einiges zu nennen. Da werden auch noch die Waf­fen für die Festungen bearbeitet. Es werden balli­stische Probleme gestellt und gelöst, und auch die Erfolge unserer Flakartillerie sind nicht zuletzt zu­rückzuführen auf das, was im Heereswaffenamt ge­plant und verwirklicht wurde.

Die Motorisierung des Heeres ist eine der Hauptarbeiten gewesen, mit denen sich das Heeres­waffenamt in den vergangenen Jahren hat beschäf­tigen müssen. Nun stehen vor uns die schweren unb schwersten Zugmaschinen, die mühelos die größten Steigungen überwinden. Wir sehen _ die Panzerkraf twagen und Panzerspäh­wagen , die von Jahr zu Jahr gefechtsstärker, wurden und schließlich den Sieg über die Konstruk­tionen unserer Gegner erreichten. Daß sie wirklich

Zum Tode Graf Paul Telekis.

Budapest, 3. April. (Europapreß.) MiMer- präsident Graf Paul Teleki ist im AUMwon 62 Jahren heute Nacht plötzlich ver st o tVH Reichsoerweser Nikolaus von Horthy erschien kurz nach 11 Uhr vormittags in Begleitung feines Flügeladjutanten aus dem Ministerpräsidium und wurde vom Staatssekretär Barczy zum Totenbett des plötzlich verstorbenen Ministerpräsidenten gelei­tet, wo er einige Minuten verweilte. Die Gattin des Verstorbenen liegt schon seit zehn Tagen schwer erkrankt in einem Budapester Sanatorium. Ihr Zu­

*6

stand soll sehr ernst sein. Die Nachricht von dem plötzlichen Tode des Ministerpräsidenten verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der ungarischen Haupt­stadt und löste überall bei der Bevölkerung größte Anteilnahme aus. Im ungarischen Abgeordneten­haus, das sich gerade zu dem Zeitpunkt der amt­lichen Mitteilung des Todes zu feiner üblichen Sitzung versammelte, herrschte größte Bestürzung unb tiefe Trauer. Von der Regierung wurde allgemeine Landestrauer verfügt. Theater, Kinos und Nachtlokale bleiben bis auf weiteres geschlof­fen. Der Kultusminister hat die Lehrer aufgefordert, in einer Feierstunde der Verdienste des Verstor­benen zu gedenken.

Zum Ministerpräsidenten wurde Außenminister Ladislaus von Bardossy ernannt, der gleich­zeitig das Außenministerium beibehält. Diese Lö­sung entspricht dem Wunsch und der Notwendigkeit Ungarns, die Beibehaltung der bisherigen Außen­politik besonders zu betonen. Die übrigen Mini­sterposten behalten die bisherige Besetzung.

Gras Paul Teleki war in Budapest im Jahre 1879 geboren. Seine Studien widmete er der Geo­graphie und der Soziologie. Schon in kürzester Zeit machte er sich in seinen jüngeren Jahren, insbeson­

dere auf kartographischem Gebiet, einen Namen. Seine politische Laufbahn begann er im Jahre 1905 als Abgeordneter in Nordostungarn. Für die brei­tere Weltöffentlichkeit trat Graf Teleki erstmals in der gegenrevolutionären Regierung hervor, die Ad­miral Horthy im Jahre 1919 gegen die kommu­nistische Räteregierung bildete. Er verwaltete damals das Kultusministerium und später das Außenmini­sterium. Im Jahre 1920 war Graf Teleki neben Graf Apponyi und Graf Bethlen einer der drei Hauptbeauftragten der ungarischen Friedensdelega­tion für Paris. 1920 wurde er Abgeordneter des christlich-nationalen Programms und bald darauf Außenminister. In seine Amtszeit fällt die Unter­zeichnung des Friedensdiktats von Trianon. Im April 1921 übergab Graf Teleki in der Krise, die durch die Rückkehr des Exkönigs Karl zu Ostern 1921 ausgebrochen war, seinen Posten an Graf Bethlen. Im Jahre 1938 hatte Graf Teleki außerordentlichen Anteil an der Vorbereitung und Durchführung der ungarisch-tschecho-slowakischen Verhandlungen über die Rückgliederung des Oberlandes. Seit Mai 1938 war er im Kabinett Jrnredy Unterrichtsmini­ster. Im Februar 1939 wurde er dann mit der Re­gierungsbildung beauftragt. In die Zeit seiner Mi­nisterpräsidentschaft fällt der Einmarsch der unga­rischen Truppen in bas Karpathenland und im August 1940 die Rückkehr Nordsiebenbürgens.

Mit dem plötzlichen Heimgang des Grafen Paul Teleki verlieren die Achsenmächte einen aufrichtigen Freund und Ungarn einen bedeutenden Staats­mann. Der Heimgegangene hat als Gelehrter und als Staatsmann mannigfache Lorbeeren einge­heimst, aber sein stolzestes Werk war wohl ber unter seiner Ministerpräsibentschaft erfolgte Ent­schluß, baß Ungarn als erste Nation Europas dem Dreimächtepakt beitrat, ber eine neue Drbnung, einen neuen Geist unb ein neues soziales und wirt­schaftliches Programm über bie weltpolitische Be- beutung dieses Instrumentes hinaus feftlegte. Teleki hat ferner durch seine kluge und verständnisvolle Politik die Revision des Vertrages von Trianon erreicht unb bie Verstümmelungen, bie Ungarn ba- mals erlitt, wieder wettgemacht. Philosophisch ge­bildet, den Künsten unb Wissenschaften zugetan, war Graf Teleki der Vertreter des geistigen Un- garntums, dem er als Geograph Ehre machte. In ber Stille feines Gelehrtendaseins übte der Graf einen weitgehenden Einfluß auf bie nationale un­garische Bewegung aus unb nahm sich desonbers ber ungarischen Jugend an. Er war der Gründer und Führer der ungarischen Pfadftnder, wandte sich scharf gegen die nach dem Kriege auch -in Deutsch­land beobachtete künstliche Züchtung einesakademi­schen Proletariats", das studierte, ohne Aussicht zu haben, jemals Stellungen zu bekommen, unb hat schon damals die Tatsache betont, baß bie ungarische Kultur unter maßgeblicher Beeinflussung burch Deutschland entstanden sei unb sich in inniger Zu­sammenarbeit mit der deutschen weiter entwickeln müsse. Mit dem Beitritt Ungarns zum Dreimächte­pakt krönte der Graf sein staatsmännisches Werk.