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Sellweite Ausgaben der deutschen Wissenschaft
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©er Rektor der ttniversität Sießen an die jungen studierenden.
rotem
Seit ungefähr zwanzig Jahren der Werkmeister Korridor. Es liegt zwischen dem von Herrn Kaspar ick Möller." und dem, in dem ich rmt zwei Kameradinnen
(Nachdruck verboten.)
Fortsetzung.
„Was hast du nun am 11. Mai, dem Tage des
samm-n sind noch zwei Mädels da. Geaen Schlutz i der Arbeitszeit, wenn wir die fertigen Briefe zum |
liegen. Herr Kobelt, unser kaufmännischer Direktor
sich aber weniger mit technischen Dingen als mit
thek, nimmt die Stenogramme bei Sitzungen und
Verdunkelungszeis
1.12. von 17.11 bis 9.08 Uhr.
Erich Möller.
„Auch bei den letzten Versuchen?"
„Ja, nur er. Sie beide besaßen als einzige einen Schlüssel zu Raum 5, dem Laboratorium, und kannten das Kenwort, mit dem die Türe„ verschlossen wurde und geöffnet werden konnte."
„Sonst kam niemand hinein?"
„Niemand, das heißt rnanmal doch Sachverständige und einer der anderen Inhaber, aber nur dann, wenn Herr Wand si- ausdrücklich aufgefordert hatte', und nur in seiner Gegenwart."
knhres."
„Und wann geschah das Unglück?"
,Llm elften Mai dieses Jahr."
„Welcher Art war die Erfindung?"
„Ist denn diese Fragerei notwendig? Ich denke
M, daß ..." v . ..
„Ja, sie ist notwendig: wieviel du und damit dse Gefolgschaftsmitglieder im allgemeinen von der krfindung wußten."
„Genaues wußte niemand. Herr Wand war
fei um halb sieben Uhr nach Hause gegangen, und Fräulein Barkow muffe das genau wissen?"
„Ja, vielleicht zwei oder drei Minuten vor hakd sieden."
„Und heute Haden Herr Kaspar und Fräulein Barkow ausgesagt, daß Herr Kaspar wie gewöhnlich um halb sechs nach Hause gefahren sei."
„Ja, das ist falsch." Bärbel geriet in neue Er* regung und zupfte an ihrem Taschentuch.
„Das ist das eine. Nun das andere, das vielleicht wichtiger Ht, denn der Umstand, daß die beiden Zeugen einen um eine Stunde früheren Termin angaben, ist kein Beweis dafür, daß sie ein schlechtes Gewissen haben, noch viel weniger, daß sie den Unfall von Herrn Wand verschuldeten, also einen Mord begingen."
„Nein, das nicht allein. Aber es geht doch nicht, daß sie unter Eid falsch aussagen. Und die andere..."
„Stop!" Michel machte eine abweichende Hand- bewegung.
arbeite."
„Wenn ich dich recht verstehe, sitzt du mit zwei weiteren Damen im ersten Zimmer rechter Hand, wenn man den Korridor betritt, Fräulein Barkow allein im zweiten, Herr Kaspar im dritten und Herr Kobelt im vierten?"
„Nicht wieder alles überstürzen, Bärbel! Latz mich lieber fragen. Du hast eben gesagt, daß es zwischen Herrn Wand und Herrn Kaspar wegen der neuen Erfindung zu einer Auseinandersetzung gekommen sei. Wann ist das gewesen?"
„Das Datum weiß ich nicht mehr. Ich erinnere mich aber bestimmt, daß es an einem Samstag war, weil die Debatte zu Ende ging, bevor ich Dienstschluß hatte. Und nur samstags gehen wir um ein Uhr nach Haufe."
„Weißt du den Monat noch?"
„April."
„Bestimmt?"
„Ja, bestimmt. Halt, ich entsinne mich, es war entweder den ersten oder zweiten Samstag nach Ostern "
Michel zog einen Taschenkalender heraus und blätterte. „Dftern fiel auf den 5. April. Der nächste Samstag war am 11., der folgende am 18. April. Welcher Art ist die Debatte gewesen?"
(Fortsetzung folgt.)
wahrlich nicht gestohlen" haben.
„Du liebe Zeit!" Nun ist es aber wirklich „an der Zeit", den Schlußpunkt zu setzen! Denn, wer hat „in diesen Zeiten" schon Zeit, eine Plauderei zu lesen, die es nicht versteht, „zu rechter Zeit" Schluß zu machen. Denn, mögen wir auch manchmal „Zeit-
Reichsorganisationsleiter Dr. Ley führte im 6arbinieri-Saal der Salzburger Residenz den zmn Gauleiter und Reichsstatthalter des Reichsgaues Salzburg ernannten Reichsstudentenführer Dr. L ch e e l in sein Amt ein. Am Sonntag übergab 1z. Ley in Magensurt an den neuernannten Gau- ü ter Dr. Rainer den Reichsgau Kärnten. I?r bisherige Salzburger Gauleiter kehrt damit in ff ne Heimat zurück.
Den Staatsangehörigen der USA. in Thailand si von der nordamerikanischen Gesandtschaft in Bangkok der Rat erteilt worden, das Land -u ver- liffen. ,
Wie von der türkisch-iranischen Grenze verlautet, sil der Vertreter der Hearst-Presse in Kubyschew (samara), der wegen seiner Berichterstattung miß- (t big geworden war, vor etwa zehn Tagen einem ttentat der GPU. zum Opfer.
*
„Es dient nur zur Klarstellung. Also erste öjage: €eit wann arbeitete Herr Wand an der Erfindung?"
„Das hast du doch in der Verhandlung x-mal
JBitte, antworte so, als wenn die Verhandlung (nr nicht gewesen wäre!"
„Schön, seit Januar oder Februar vorigen
*
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linien der Obersten SA.-Führung führten zu einer fruchtbaren Ausrichtung auf die zukünftigen Ausgaben.
Die Tagung fand ihren Fortgang auch durch Vorführung der praktischen Ausbildung, die am Samstagnachmittag zuerst durch die Standarte 98 in Hanau durchgeführt wurde. Uebungen der Frankfurter Standarten folgten am Sonntag.
Kerzen für die ftront
Unsere Soldaten sind in den ungeheuren Weiten des östlichen Kampfgebietes in den langen Winter- nächten auf die Kerze als einziges Beleuchtungs- Mittel angewiesen, denn es gibt im Osten keine Stromversorgung und auch kaum Petroleumlampen. Der Bedarf der Wehrmacht an Kerzen ist deshalb in diesem Jahre besonders groß. Deswegen ist es notwendig, daß die Heimat in diesem Jahre den Verbrauch an Kerzen — auch von Weih- nachtskerzen — erheblich e i n s ch r ä n ft. Aus diesem Grunde sind die Weihnachtskerzen in diesem Jahre rationiert worden. Zunächst werden die Haushaltungen mit Kindern, danach die anderen mit Kerzen versorgt. Wenn also in diesem Jahre an den Weihnachsbäumen roeni- fer Lichter brennen, so kommt dies vor allem un- eren Soldaten im Osten zugute.
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Aus -er Stadt Gießen.
Don der Zeit.
Schon die alten Lateiner haben es gewußt: tempora mutantur, die Zeiten wandeln sich — und wir wandeln uns mit ihnen, — wenn auch ein alter Hausspruch diesen Wandel der Zeiten leugnet, indem er behauptet: „Die Leute sagen immer, die Zeiten werden schlimmer. Die Leute werden schlimmer, die Zeiten bleiben immer;" Sicher ist jeden- alls, daß die Zeit, die De Maistre „den Minister Gottes auf Erden" nennt, und von der Montlosier behauptet, daß sie „die oberste Gottheit der Politik" ei, ungemein flüchtig ist (schon Herder sagt: „Flächiger als Wind und Welle flieht die Zeit, was hält ie auf?" und Goethe spricht vom „sausenden Web- tuhl der Zeit"), und uns „auf ihrem Strom dahin treibt", daß das „Rad der Zeit" unaufhaltsam weiterrollt. Deshalb wird es auch höchste Zeit, daß sich einmal jemand die Zeit nimmt (und sei es auch zu
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Als ich von Herrn Kobelt in mein Zimmer zu- rückkam, sah ich, daß die Barkow nicht mehr an ihrem Schreibtisch saß. Ich überlegte noch, ob sie vergessen habe, die Maschine zuzudecken. Ehe ich aber dazu kam, das nachzuholen, kam sie aus dem Zimmer von Herrn-Kaspar, dem sie vielleicht noch Post hineingebracht hatte. Als ich meine Briese fertig machte, kam Herr Kaspar aus seinem Zim- • mer, sagte guten Abend und ging auf den Korridor hinaus. Ich blieb nur noch wenige Minuten, rief der Barkow einen Gruß zu, und machte, daß ich nach Hause kam."
t ,L>u behauptest also steif und fest, Herr Kaspar
Explosion inRaum5
Roman von H.G. Hansen
Copyright by Prometheus-Verlag Dr.Eldiadcer, Gröbenzell b.MGndien
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Im nordkarelischen Kampfgebiet griff die deutsche Luftwaffe sowjetische Truppenbewegungen und Strecken der M u r m a n - B a h n an. Zwei Eisen- bchnzüge wurden durch Volltreffer zerstört, zwei nettere schwer beschädigt, ebenso ein Bahnhof.
Bei der feierlichen Immatrikulation der jungen Studierenden der Ludwigs-Universität Gießen, die — wie am Samstag von uns schon kurz mitgeteilt wurde — am Samstagmittag in der Aula in Gegenwart des Kreisleiters Backhaus als Hoheitsträger der Partei im Kreise Wetterau, des Lehrkörpers und einer Anzahl Gäste stattfand, hielt Se. Magnifizenz der Rektor Professor Dr. med. H. W. Kranz, eine, Ansprache an die jungen Studenten und Studentinnen, in der er einleitend auf die gewaltigen Siege der deutschen Wehrmacht an allen Fronten hinwies und zugleich der politischen Gemeinschaft der europäischen Völker im Kampfe gegen die im jüdischen Solde stehenden Plutokraten und Bolschewisten gedachte. Dann sagte der Rektor u. a. weiter:
Mit feinen Waffenerfolgen und auf Grund feiner rassischen Leiftungsmöglichkeiten und Fähigkeiten hat das Großdeukschland Wolf Hitlers nunmehr nicht allein feinen Führungsanspruch in Europa unter Beweis gestellt, sondern auch Verpflichtungen von geroaltigen Ausmaßen und von verschiedenster Art übernommen.
So wird,auch die deutsche Wissenschaft einen Aufstieg nehmen, der erst recht nach dem Sieg der Was. fen eine selbstverständliche und notwendige Forderung darstellt.
Ebenso wie das Potential der zur Kriegführung notwendigen Waffen und sonstigen Rüstungen haben wir daher auch das Potenttal der deutschen Wissenschaften zu einer unübertrefflichen Höhe zu ftei-gem. Es soll und wird nicht wieder so werden wie nach dem vorigen Krieg im Jahre 1918. Damals waren selbst die bescheidensten Voraussetzungen für die wissenschaftliche Forschung in Deutschland nicht vorhanden, während den ausländischen Gelehrten alle Möglickkeiten zur Verfügung standen. Damals bedeutete z. B. die Beschaffung eines ein- zigen Dersuchstteres für den deutschen Forscher manchmal eine unüberwindliche Schwierigkeit, während man außerhalb unseres Lebenskreises mit hun« derten von Verfuchstteren arbeitete.
Es ist daher unsere Aufgabe, den gesamten Einsatz der Wissenschaften, der bekanntlich ttn Weltkrieg überhaupt nickt in Erscheinung trat, noch mehr als dies bisher geschehen ist, vorwärts zu treiben.
So werden wir nach dem Kriege einen enormen Bedarf an Akademikern aller Fächer und Berufe haben, und wir werden darüber hinaus die Aufgabe übernehmen müssen, als führ ende Macht des Konttnents die gesamte europäische Forschung zu lenken und zu steuern. Sie sehen, Ausgaben von weltweiter Bedeutung liegen vor uns, die wir schon jetzt vorzubereiten haben. ,
Wenn bereits im Trimester 1941 trotz des Krieges und der damit verbundenen Gefahren mehr als 4000 Ausländer bei uns in Deutschland studierten, so ist erst recht nach unserem Endsieg ein gewaltiger Zustrom von ausländischen Studenten zu erwarten. Diese Mmschen würden nicht zu uns kommen, wenn sie nichts bei uns lernen könnten.
Aus Ihren Kreilen, meine Kameraden, erwarten wir einen großen Prozentsatz der zukünftig führen« den Männer des nationalsozialistischen Deutschland, und zwar auf allen Gebieten des öffentlichen Le-
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lang" (d. i. Sehnsucht) haben nach ein wenig Ruhe, so wird sie uns doch in dieser .Zeitlichkeit" „in Zeit und Ewigkeit" nicht zu Teil, denn Wilhelm Busch, der Weife, hat eben doch Recht, menn er im „Jul- chen" unter eine köstliche Zeichnung die Worte setzt:
„Einszwerdrei, int Sauseschritt
Läuft die Zeit; wir laufen mit." L. B.
Zührertagung der SA.-SruppeHessen.
NSG. Der Einsatz der SA. auf dem Gebiete der Wehrmannschaftsausbildung duldet keine Unterbrechung. Je größer der zahlenmäßige Einsatz der SA. an der Front und je kleiner der Rest noch verfügbarer Kräfte in der Heimat ist, um so größer müssen die Anstrengungen der SA. sein, ihre Hei- mathauptausgabe, die vormilitärische Ausbildung der Wehrmänner, zu fördern.
Obergruppenführer Kob, im Auftrage der Obersten SA.-Führung, weilt zu einer solchen weiteren Ausrichtung im Gebiet der SA.-Gruppe Hessen. Am Samstagmorgen fand eine Führerbesprechung der Standartenführer im Stabsgebäude der Gruppe statt, zu der neben Obergruppenführer Kob auch der stellvertretende Führer der Gruppe, Brigadeführer Dörnemann, erschienen war. Ein all- seitiger Austausch der praktischen Erfahrungen in den einzelnen Standartengebieten sowie der Richt
en Paramaribo (Niederländisch-Guayana) trafen d<i U8A.-Truppentransporter mit Mannschaften Lib Material für Darackenbau ein.
Oer (Sauleiter
auf einer Kundgebung in München.
NSG. Im Rahmen einer dreitägigen Dersamm- Lngsroeüe, die unter dem Geleitwort Hakenkreuz ter Sowjetstern" in der Hauptstadt der Bewegung üianftaltet wurde, sprach Gauleiter und Reichs- sitthalter Sprenger am Freitagabend i m löwenbraukeller. Die Kundgebung gestaltete ff) zu einem Bekenntnis zum aufbauenden Werk nb zum sieghaften Geist des neuen Europa.
60. Geburtstag
les Beterinärinspekteurs des Heeres.
Berlin, 29. Nov. (DNB.) Der Veterinärin- tetteur des Heeres, Generaloberstabsveterinär Dr.
Schulze, beging seinen 60. Geburtstag. Er wurde r Wittenberg (Bez. Halle) als Sohn eines Tier- r jtes geboren. 1909 erwarb er an der Tierärztlichen Hochschule in Berlin die Würde eines Dr. med. vet. MO erfolgte feine Beförderung zum Veterinär. >14 rückte er mit der 3. Garde-Jnfanterie-Division i-s Feld. 1919 wurde er in das Reichswehrministe- mm als Referent zu der Veterinär-Inspektion ver- fgt. Als Generaloberveterinär und Chef des Sta- t s der Deterinärinfvektion wurde er 1928 orderst- Ilhes Mtglied des Wiffenschaftlichen Senats für das '-eresveterinärwefen. 1934 wurde Schulze Deteri- isrinfpekteur und trat damit an die Spitze des De- «rinärwefens des deuflchen Heeres, eine Stellung, te er heute noch einnimmt. Zum gleichen Zeitpunkt r folgte feine Beförderung zum Genexalstabsveteri- iSr, 1938 die Beförderung zum Generaloberftabs- t terinär, mit dem Rang eines Generals der Jnfan- hrie. In dieser Teilung setze er fein umfaffenbes Wis- jun, feine große Erfahrung auf dem Gebiet des p-akttschen Deterinärdienftes wie auf dem der Dr- omrtfofion und Verwaltung in hervorragender Weise ,i m Besten des Heeres und feines Veterinärwesens in.
Anpassung der Vorauszahlungen an iie voraussichtliche Kinkommenffeuer.
Der Reichsfinanzminister hat eine Anpassung der (ünkommensteuervorauszahlungen für 1941 an die iiraussichtliche Einkommensteuer — einschließlich des sriegszuschlags — für 1941 angeorbnet. Die Finanz- (Ttter haben zu prüfen, ob die Vorauszahlung vom II. Dezember 1941 zu erhöhen ist. Diese Prüfung ist I cuf die wirklich lohnenden Fälle zu beschränken. Der betrag, um den sich die Vorauszahlung erhöht, ift ,-st zum 10. Januar 1942 an.zufopdern. Bei der Er- riittlung der Unterschiedsbettäge zwilchen den Dor- mszahlungen und den tatsächlich geschuldeten Steuern werden sich die Finanzämter vor allem ! <uf die Umsatzsteuer-Voranmeldungen stützen. Sie >-auchen also die Steuerpflichttgen selbst nicht anzu- I j f rechen. Für die Steuerpflichttgen bedeutet die Nach- ! )"üfung insofern e ine Entlastung, als nun - schon iii mihzeittg klar wird, ob die Steuer sich erhöht.
(«llte bas der Fall fein, dann wird der Steuer- lllichttge durch die Zahlung des Unterschiedsbetra- r s schon zum 10. Januar 1942 von der oft lästigen '.fflicht ganz ober teilweise befreit, nach Erhalt des fuen Steuerbescheids eine große Summe kurzsri- f q als Abfchlußzahlung leisten zu müffen.
„nachtschlafender Zeit", weil ihm am Tag ,chie Zeit dazu fehlt", „zu beschränkt ist"), einmal ein wenig über die Zeit zu plaudern. Denn Mephisto hat nur <|u recht, wenn er sagt: „Gebraucht der Zeit, die geht o rasch von hinnen!" „Deshalb heißt es auch, die „Zeit nützen, sparen, sie zu Rat halten, ja, sie geradezu auskaufen", denn: „Zeit gewonnen, alles gewonnen!" „Man hüte sich darum wohl, die „kostbare Zeit totzufchlagen", sie zu „vergeuden", sonst werden wir immer „Zeitmangel" haben, und der ist ohnedies „zeitgemäß", eine „Zeiterscheinung".
Mögen einmal „magere Zeiten" kommen, so gedenken wir der Mahnung Freidanks: „löt iu die zit gevallen mal fft noch ein boeser körnen sol", oder wir trösten uns: „Kommt Zeit, kommt Rat"! Und wenn wir mit Dangen daran denken, was wohl noch alles „in der Zeiten Schoße" für uns ruhen mag, oder, wenn wir mit Shakespeare das Gefühl haben, daß „die Zeit aus den Fugen" fei, fo hat es keinen Zweck, deshalb auf „die Neuzeit" zu schimpfen und „die gute alte Zeit" über den grünen Klee zu loben, vom „goldenen Zeitalter" zu schwärmen und „das „eiserne" zu verdammen. Denn die „Zeitläufte" waren „vorzeiten" auch nicht gar so rosig, und es gab immer Leute, die „Zeit ihres Lebens" Herumschlichen „Wie die teure Zeit" und darüber jammerten, daß man ihnen „ih're Zeit stehle", da sie doch „keine zu verlieren" hätten, Sie hielten es mit dem Sprichwort: „Zeit frißt alles", und nur „alle heiligen Zeiten einmal" gaben sie zu, daß Schiller recht habe, wenn er in den „Drei Worten des Glaubens" sagt: „Hoch über der Zeit und dem Raume webt lebendig bet höchste Gedanke." Mehr lag ihnen die von Schiller geprägte „Mumie der Zeit".
Aber auch in der „Jetztzeit" gibt es „Zeitgenossen", die erst „mit der Zeit", „im Lauf der Zeit", dahinter kommen, daß „Zeit Rosen bringt", „arte Wunden heilt", daß es noch immer „eine blühende, goldene Zeit" gibt, auch wenn „der Zahn der Zeit" alles benagt. Möchten wir uns doch Goethes schönes Wort zu Kerzen nehmen:
„Mein Erbteil, wie herrlich, weit und breit!
Die Zeit ist mein Besitz, mein Acker ift die Zeit." Deshalb muß man noch nicht glauben, der „reiifte Sohn der Zeit" (Schiller) zu fein, soll aber „jeder Zeit" danach streben, „den Besten feiner Zeit genug zu tun". Daneben sollten wir aber doch auch bedenken: „Einer jeden Zeit zu tun ihr Recht, das macht manchen armen Knecht." Denn: „Was ihr den Geist der Zeiten heißt, das ist im Grund der Herren eigner Geist!" (Faust.)
Wird uns „von Zeit zu Zeit" einmal „die Zeit lang" (wozu ein alter Franksurter Kalender zu bemerken weiß: „vil Geld bringt kurze zyt, kein Geld bringt lange zyt"), so suchen wir uns eben „bei Zeiten" einen „Zeitvertreib", der uns ,chie Zeit kürzt". Volkstümlich rät man uns wohl auch scherzhaft: „Wenn di de tid to lank ward, denn nimm je bübbelb" (d. h., so lege sie zusammen).
Vergessen wir auch nicht: „ein jeglich Ding will sein Zyt Han"; deshalb „Zeit lassen" und nicht immer nach der Uhr sehen und fragen: „Was ist die Zeit?" Und wenn uns einer freundlich „die Zeit bietet", so wollen auch wir ihm „gute Zeit" wün- scheu und nicht, um „Zeit zu gewinnen", als „Zeit- knicker" vorbeihasten, weil wir doch „unsere Zeit
„Ja, genau so ist es. In den beiden letzten Zimmern auf dieser Seite sind die Korrespondenten, für die ich und die beiden anderen in meinem Zimmer schreiben. Am 11. Mai hatte ich noch wichtige Post zu erledigen. Einer der Korrespon- beuten hatte sie mir diktiert und gesagt, ich möchte ______ , . j sie Herrn Kobelt bringen, der die Unterschriften Unfalles, besonders gemerkt?" I leisten werde.
'.Eigentlich g°r nichts,Es wcrr ein la« rmeatle 5 Uhr nachmittags mar Ardeitsschluh. Fast anderen, denn als die Explosion erfolgte, war ich; ' nüuktlick noch fiaufe. Ich blieb in
!mDn nn Eri?als^ick^heute^d!e "Auaenous"- meinem Zimmer allein. Die Barkow saß nebenan Morgen davon. Erst a ich heute die Zeugenaus- c nod) ouf der Maschine
[aPrrn Arbeite W bann an ihrem Schreibtisch zu schaffen,
wissentlich doch Besonderesi erlebt Was das war, weiß ich nicht. Kurz vor einhalb
m dem 3tmmer n b^n ^ Barkow Mit imr ,u murbe id) endlich fertig. Ich ging mit
der «rteljritleir»??Mw? Briefe zurren Uesen durch U KvrrUr zu Her^ Kob.lt Unterschreiben megbringen für bie Dost sorgen uub gab sie mir zmn Kuvertieren zurück, ver-
so, lassen wir meist bie Türen offen ibarmt m\r ^^dete sich und ging nach Hause. Das muß Mt™:?.S«».hä,tom.!e* j-i-.. n-.».—«.» 88*
'M Ladungen Kapleln unb fo ®el er? . b . , J,e^r Organisation und der Kerbung. Beide Zimmer d'e^ Austras selbst aus. Spezialität, st^ oon^ ’Ä
dieser Grundlage beruhte in berW , melden. Sie schE d^en Briest wr tne 12° der ganze Betrieb. E? war non internahona.
t. x r den Verhandlungen auf, sie ist also wirklich das, was
^u-^^Modelle ge- man in einem Fabrikbetriebe als Sekretärin be- 8K" U -1 zeichnet. Ihr Zimmer ist das zweite rechts im
bens. Als führende Polittker, als Wirtschaftter, als Forscher und Lehrer, als Diplomaten, als Aerzte, als Rechtswahrer usw. werden Sie dereinst die Prototypen und Garanten höchster abendländischer Kuk- hir sein!
Daß Sie es nicht leicht haben, wissen mir alle. Daß Sie in Ihrem studentischen Leben um neue Formen ringen, die sich nicht in wenigen Jahren erreichen lassen, daß Sie in dem brodelnden Kessel einer gewaltigen Revolution sondergleichen, einer säkularen Welten- und Zeitenwende Ihre Entwicklung durchleben, ist für uns alle fein Geheimnis. Daß Sie in einer so heroischen und stolzen Zeit leben, in welcher der deutsch-germanische Mensch nach den Sternen greift, aber sei für Sie alle stolzes Selbstbewußtsein und heilige Verpflichtung.
So wollen wir danach streben, daß unfere Besten, unb zwar nur unsere Besten, als eine Auslese des deutschen Volkes auf unsere deutschen Hochschulen kommen, daß nur diejenigen sich bei uns die Voraussetzungen für bie zukünftigen verantwortungsvollen Aemter holen, die eine Berufung in sich suhlen unb mit der Leistung auch die politische Haltung verbinden.
Daß unsere Hoffnungen in dieser Richtung nicht unberechtigt sind, beweisen uns vor allem die hohen Blutopfer, bie bas deutsche Studententum in allen Zeiten — und auch in diesem Kriege wiederum — für Deutschland gebracht hat.
Alles das, was wir in den vergangenen Monaten unb Jahren erlebt haben, spricht dafür, daß die heilige Flamme des Idealismus und der Vaterlandsliebe in den Reihen unserer Studenten nicht erloschen ist. Ich persönlich habe dies auch nie für möglich gehalten, denn es sind ja schließlich Menschen von demselben Blut, von derselben Rasse wie diejenigen, die in die Freiheitskriege zogen und die bei Langemarck fielen.
So will ich Sie heute aufnehmen in die Gemeinschaft unserer Alma mater Ludoviciana. Mit Ernst und mit Pflichtbewußtsein wollen wir die Arbeit diejes Semesters aufnehmen. Durchfuhren aber wollen wir unsere Aufgaben immer im Gedenken an unsere Kameraden, die tapfer unb treu an den Fronten ihr Leben einsetzen für Deutschlands Sicherheit, Größe und Zukunft.
Allen denen, die im Laufe dieses Semesters noch von der Front — aus dem Schlamm und dem erbitterten Ringen in Rußland, ober aus den heißen Wüsten Afrikas, ober aus dem hohen Norden, oder von der Küjte des Ozeans — zu uns zurückkehren, wollen wir gute, verständnisvolle unb helfende Kameraden fein und ihnen den nicht leichten Uebergang vom Kriegshandwerk zur geistigen Arbeit, soweit dies nur irgend möglich ist, erleichtern helfen.
Alle aber mögen Sie für später eine gute und bleibende Erinnerung fürs Leben mitnehmen an
'hi, Qi’mmer! fertig, ließ sie durch die Frankiermaschine laufen, wusch mir bie Hände, machte das Haar zurecht unb ging erst nach halb sieben Uhr weg.


