5 - MZ
-- - <•
> Z-<
und auf das
nähren,' Dr, Meyer-Pantin, fiiesmann, Lohmann, 3 ettrs (Werner), Gebauer. Zum Kapt. z. S. Jng.: * ..... ~* '* 3u Kapitänen
Das Ritterkreuz für Einsatz auf dem Balkan.
Berlin, 30. Juni. (DRB.) Der Führer
Der polnische Klaviervirtuose Ignaz P a d e r e w - |l*i ist in Neuyork gestorben. Cr war 1919 Palecher Ministerpräsident und Außenminister.
Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Hauptmann Pfeiffer, Kompaniechef in einem Gebirgsjäger- Regiment, Hauptmann Gaum, Kompaniechef in einem Gebirgsjägerregiment, Oberleutnant Orin- >fchnig, Kompaniechef in einem Infanterieregiment, und Oberleutnant Jacob, Kompaniechef in
tet von Skurzkampfverbänden ausgezeichnet. Ihren Staffeln todesmutig voranfliegend, haben sie in Jugoslawien. Nordgriechenland und im Sampf um die Insel Kreta den Vormarsch des Heeres in Fluß gehalten und den Fallschirmjägern den Weg gebahnt. Ihre Sturzangriffe in der großen Luftfeeschlacht bei Kreta, die der englifchen Flotte schwerste Verluste zufügte, sind ein hohes Heldenlied der Sturzkampfwaffe.
|2en Fregattenkapitän (Jng.) Fiebig. Zi
o a. (W.): Die Fregattenkapitäne (W.) Schmidt fßairi), Jünemann.
. Wie Präsident Roosevelt auf einer Pressekonferenz ankündigte, müssen sich alle Amerikaner, die f<Et dem 16. Oktober 1940 21 Jahre alt wurden, am Dienstag zur Registrierung melden. Die Zahl der Dienstpflichtigen, die in den'kommen- den 12 Monaten in das 08^..-Heer eingereiht wer-
i bm sollen, setzte Roosevelt auf 900 000 an.
Die Behörden Riede rländisch-Jndiens sollen be- fltLossen haben, vom kommenden Jahresende ab alle Tummilieferungen an Japan einzu- itsllen und die gesamte Gummiproduktton Rie- d irländisch-In die ns bis zum Ende des europäischen ^neges an die USA. zu» liefern.
einem Gebirgsjägerregiment.
Hauptmann Pfeiffer stürmte am 6. 4.1941 an der Spitze des Pi.-Sturmtrupps die Höhe südlich Jstrbei. Bei dem Angriff auf die festungsartig aus- gebauten Anlagen, die Eckpfeiler der griechischen liupelpaßstellung, war er Führer der schweren Bunkerbekämpfungswaffen des Regiments. Es ge- ang ihln im Zusammenwirken mit oen Stoßtrupps, >ie Bunter schnell zum Schweigen zu bringen. — Hauptmann Gaum setzte, nachdem ein Angriff gegen die Befestigungsgruppe Kelkafa in dem rasen» den MG.- und Flakabwehrfeuer zusammengebrochen mar, einen halben Zug seiner Kompanie zur Er- jiffmmg eines Weges durch das Sperrsyftem bis ?um vordersten Bunker der Wertgruppe an. An ^»er Spitze seines zweiten Zuges riß er den Angriff m stärksten Abwehrfeuer gegen den ersten Bunker »or. Zwei Stunden später war das ganze Werk in »er Hand des Angreifers. Damit war die erste Sresche in die starke wefttiche Struma-Stellung geschlagen. — Oberleutnant Orinschnig hat vom 4. bis 9. 4. mit seiner verstärkten Kompanie, ohne iuf Unterstützung rechnen zu können, bei beständiger Bedrohung rm Rücken, die Ostflanke der Divi- ion durch seinen kühnen Vorstoß auf die Höhe ostwärts von Kato Rovrokopion geschützt und ist dann rotz starker feindlicher Gegenwehr bis an die Straße nach Drama vorgestoßen. — Oberleutnant 3 q c o b ' überschritt am 18. April mit seiner ver- tärften Gebirgsjägerkompanie den Piniosfluß mit >em Auftrag, im Rücken des Feindes die Straße mb Bahnlinie Ternbi—Larissa xu sperren. Rach durchschwimmen des Flusses errichtete er am Nord- mgang Larissas mit erbeuteten LKW.s eine Sperre. Am folgenden Morgen drang Oberleutnant Sacob mit den vordersten Teilen einer Panzerdivision gleichzeitig in die Stadt ein.
Beförderungen ;n der Wehrmacht.
Berlin, 30. Juni. (DRB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat befördert: im Heer: Zum General der Panzertruppe: den Generalleutnant Rommel. Zu Generalen der Ar- !' tlerie: Die Generalleutnante Kaempfe, Bader. Zu Generalleutnanten: Die Generalmajore Sponheimer, lon Oven, Dr. Hinghofer, Hvefel, Drvgand. Zu Generalstabsärzten: Die Generalärzte Dr. Osterland, Rantel. Zu Generalmajoren: Die Obersten Reu- :aann-Silkow, Rügamer, Lontschar, Fuoik, Wolfs- terger, Lechner, Schopper, Jacobi, Alfred, von Doehren, Poel, Winkler (Hermann), von der Lochau sAxel), Drees, Marseille, Drobnig. Zum General- leterinär: Den Oberstveterinär Dr. Ruehl (Hein- E'). 3u Obersten: Oberstleutnante Pemsel, von Hil- andt (Botyo), Hempel, von Hünersdorff (Wal- , Rasp, Ochsner, Hoppe (Artur), Freutel, Phi- ippi, Lamey, Knofch, ficrbedzki, Rübsam, Frölich, Aaurmeister, von Cölbe, Johns, Bischof, Eckart, (Renneding, Brinkmann (Ferd.), Gerth, Hofmann (Sophian), Oslander, Buellers, Künzel, Graf zu Rantzau, Buchholtz (Hans), Reichel, Brettschneider, israu (Josef), Arendt, So er, Diefener, von Han- *m, Lippert (Fritz), Merkel (Hans Gotthard), Mo- r, Keller (Georg), Goerner, 5-ühner, Mayer (Gut- 11 p), Schultz (Herb.), Freiherr von Gablenz, Eluever, rege, Baron von der Recke, Meyer (Georg), Proo- laska, Holiczky. Zum Oberstarzt: Den Oberfeldarzt ^rof..Dr. Wuth. Zu Oberstveterinären: Die Ober- jckdveterinäre Dr. Biallas, Dr. Hartmann. — In i c r Heeresverwaltung: Zum Ministerialrat: Den Oberregierungsrat Dr. Schiffler.
In der Kriegsmarine: Zu Kapitänen z.
Die Fregattenkapitäne Prueffen, Willich, Rüdi- g?r, Klotz, Meyer (Ernst), Heimchen (Eberh.),' Graf Geißel von Gymnich, von Fischer, Feddersen, Der-
In der Luftwaffe: Zum General der Flak- crttllerie: Den Generalleutnant Schmidt (Aug.). Au Generalen der Flieger: Die Generalleutnante Zogatsch, Bieneck, Andrae, Bodenschatz, Kastner- fiEroorf. Zu Generalmajpren: Die Obersten Baur b> Betaz, Ruber, Heling,x BerthoD, Muggenthaler. Zu Obersten: Die Oberstleutnante Bowehl, Pir- wann, von Kistowski, Wolz, Schmidt (Heinrich), fcrfmanns, Achilles. Zu Oberstärzten: Die Ober- fikdärzte Dr. Mader, Dr. Gratzer.
Kleine politische Nachrichten.
In Sofia traf der neue deutsche Gesandte 13 eckerle ein. Er wurde auf dem Bahnhof vom Ohef des Protokolls, dem deutschen Gesandtschafts« ri t Mohrmann, dem italienischen । Gesandten, dem Rutschen Konsul Walter, dem Personal der Ge- ündtschaft und Mitgliedern der deutschen Kolonie i empfangen.
PK.-Mann hinter Panzerturm
Äon Kriegsberichter Walter Munk.
Einer von 2233 Sowjeipanzern
oben, ob er noch dort mit der Pistole auf im Schützen.zu schießen, i MG s seines PanzeaV unsere Panzer eineM unfähig. Darauf miW
.Ja, er fängt sogar an, Mähe kauernde feindliche »i ihn bald die schweren Wkützen. Dann schießen Je der Sowjets kamps- t die feindliche Artillerie
der Gegner Pak und Panzer ins Feuer. Feuerstöße auf Feuerstöße werden aus dem MG. gehetzt. Nichts bringt den PK.-Mann auf dem Panzer aus der Ruhe. Ab und zu schielt man aus dem Panzer nach
wieder in den Kampf «r Zwei volle Stunden wurde vor dem Walde Mkämpft. Zwei weitere
>fämpft. Zwei weitere
Sowjetpanzer bleiben auf der Kampfstatt. Dann
wird der Wald genommen. Ein Höllenfeuer tobt um unseren PK.-Mann Hinterbein Turm. Er und seine Kamera sind noch heil, und es müssen prachtvolle Aufnahmen aus wirklichkeitsnahem Erleben geworden fein.
Mutig und entschlossen nimmt die Gruppe noch den Kampf um das nächste Dorf auf und bringt feindliche Panzer zum Schweigen. Im ganzen setzte die Gruppe 14 Sowjetpanzer außer Gefecht, deren Bemannungen kaum mit dem Leben davongekommen sein dürften. Mehrere Stunden hatte das heftige Feuer getobt, und oben hinter dem Panzerturm hatte der PK.-Berichter auf seinem Posten gesessen, um nur bann, wenn sein Panzerwagen schoß uni) dabei stehenblieb, einmal Deckung hinter dem Wagen zu nehmen. Als wir später in einer Kampfpause unseren PK.-Kameraden fragten, was er auf seinem Panzer verspürt habe, erklärte er: „Gewaltig war wohl das Erleben, aber ein paarmal fielen mir doch olle meine Sünden ein."
DRB. 29.Juni. (PK.) Es war ein heißer Junimorgen. Die Sonne brannte schon frühzeitig heftig herab, und nicht minder heiß sollte der Kamps an diesem Tage werden. Seit den frühen Morgenstunden befindet sich eine Panzerkompanie im Bormarsch. Die Aufklärung voraus. An Bord eines Panzertampfwagens fährt ein Kriegsberichter mit. Der Duft des frischen Heus, der blauen Kornblumen und des roten Mohns dazu bringt zu den Männern in den offenen Wagen hinein, die sich am Jubilieren der Lerchen erfreuen. Da meldet die Ausklärungsstaffel: „S o w j e t p a n « zervonvorn!" Automatisch schließen die Wagen die Tür und machen sich gefechtsbereit. Unser Berichter aber setzt sich außen auf den Wagen hinter den Turm, um so gute Sicht zum Photographieren zu haben, wozu es ihm im Wagen zu eng ist. „Auf Ihre Verantwortung machen Sie das!", ruft ihm noch der Kommandant des Wagens £U. Aber seelenruhig fährt der PK.-Mann in das inzwischen eröffnete Feuer der Panzer gegen feindliche Artillerie hinein und — photographiert.
Der Kampf tobt zunächst um ein Dorf, das zäh vom Gegner verteidigt wird. Heber die Felder gehen die Panzer heftig feuernd.vor, und schon brennt das Dorf an allen Ecken und Enden. Eine halbe Stunde dauert der Feuer^ampf. Dann schweigt der Gegner. Die Gruppe bringt in das Dorf ein. Es ist geräumt. Drei Sowjetpanzer und eine Pak ließ der Feind zurück. Hinter dem Turm aber hockt immer noch unser Berichter.
Die Gruppe stößt weiter vor, aus dem nahen Wald feuern die Bolschskvisten weiter. Jetzt bringt
Gowjeipropaganda.
Die Sowjetrussen haben in ihren Kriegsberichten zwei Tage lang nach der Methode Churchills unent» wogt gesiegt. Dann berichteten sie — noch am 27. Juni! — in etwas krampfhafter Form: „Rach Nahkämpfen an den Schaulen-, Wilna- und Bara- nowitschi-Abschnitten, in deren Verlauf dem Feind eine schwere Niederlage zugefügt wurde, haben.sich unsere Truppepn während der Nacht zum 26. Juni a u f neue Stellungen zurückgezogen und werden für weitere Kampfhandlungen umgru-p- piert" Wir kennen die Weise und die Melodie. Zu allem Heberdruß plakatiert die Moskauer „Prawda" folgende Drohung, die ein wirklich gemeinverständlicher Kommentar zu den russischen Siegesberichten ist: „Jeder, der sich gegen die Disziplin vergeht ober Panik durch Gerüchte verbreitet, wird als Feind der Sowjetunion betrachtet und schnell und schonunas- los unschädlich gemacht werden." Das ist Die übliche Beschwörungsformel, wenn die Dinge schon sehr weit gegangen sind. Aus ihrem lauten Ertönen in der „Prawda" läßt sich mit etlicher Sicherheit schließen, daß die russische Bevölkerung selbst den Siegesbulletins ihrer bolschewistischen Gewaltherrscher mit Mißtrauen und tiefer Skepsis gegenüber« gestanden hat.
Der englische Rundfunk sieht sich veranlaßt, die Abneigung weiter christlicher Kreise gegen den Bolschewismus dadurch zu befänfttgen, daß er meldet, am Sonntag habe in der Moskauer Kathedrale ein Gottesdienst ftattgefunben, in dem der Metropolit den Segen Gottes auf die russischen Waffen herabgefleht habe. Daran hätten 12000 Menschen teilgenommen, und in 20 anderen Moskauer Kirchen erwiesen sich ähnliche Bittgottesdienste als notwendig. Der englische Rundfunk hätte gleich hinzufügen können, daß Tausende von Kirchen in Moskau und im übrigen Rußland zerstört ober zu profanen Zwecken entweiht worben sind, daß Zehntausenbe von Priestern von den Bolschewisten ermorbet worben sinb. Das russische Volk, bas in die Kirchen strömt, ist ganz gewiß nicht der Feind der deutschen Wehrmacht, sondern bas barbarische System ber. Bolschewisten, das ber Todfeind jeder Ordnung und aller Kultur geworden ist.
Oer Raum um Lemberg
Letten Jahve, Baden
Wieder an der Düna
Zn den Schützengräben des Weltkrieges
den Dnjestr abgedacht, von zahlreichen parallelen Flüssen zerschnitten, die in flachen, von Teichen und Sumpfwiesen erfüllten Quellmulden entspringen. In den Tälern liegen, lang hingereiht längs ber Flüsse, bie Ortschaften, auf ben Höhen sind nur Ackerfluren und Weideflächen, weithin sich dehnend wie in der angrenzenden russischen Steppe. Im Sommer ist alles bedeckt vom Staub des Lößbodens, im Winter brausen eisige Schneestürme über die baumlosen Triften.
Im Anfang des Weltkrieges tobte in dem Raum um Lemberg zwischen dem 28. August und dem 10. September 1914 ein furchtbares Ringen, in' dem die österreichischen Heere, deren Blüte damals in ben Tod sank, vor dem gewaltigen Druck ber russischen Hebermacht gegen bie Karpathen zurückgedrängt würben unb fast ganz Galizien bem Feind überlassen mußten. Doch nicht für lange. Am 1. Mai 1915 setzte untdr Mackensen die Durchbruchsschlacht bei Gorlice-Tarnow ein, eine ber glänzenbsten unb gewaltigsten Waffentaten des Weltkrieges, in der innerhalb von 10 Tagen ganz Westgalizien vom Feinde gesäubert wurde. Am 2?. Juni konnten die deutschen unb österreichischen Truppen mit Hingen» bem Spiel in bas von ben Russen kampflos geräumte Lemberg einziehen.
Nach dem Zusammenbruch bes österreichisch-ungarischen Reiches erhoben die H k r a i n e r Anspruch auf Lemberg, bas sie am 1. November 1918 auch besetzten unb zur Hauptstadt einer westukrainischen Republik erklärten. Sie konnten es jedoch nicht gegen diePolen halten, die Ende November die Ufrainer mit Waffengewalt vertrieben und denen die Stadt von ben Entente-Mächten zugesprochen würbe. Innerlich aber haben die Ukrainer niemals auf Lemberg verzichtet, unb Polen mußte, während der zwei Jahrzehnte seiner Herrschaft über bie Stadt einen unausgesetzten inneren Kampf gegen bie ukrainische Jrredenta führen. Im September 1939 würbe bie Stabt im Verlauf unseres unvergleichlichen Siegeszuges von unseren Truppen erobert, bie also fetzt zum zwettenmal innerhalb von zwei Jahren als Sieger in bie Stabt einziehen konnten. Manchem deutschen Soldaten mag damals der freiwillige Rückzug schwer genug angekommen fein, als die Gegend aus freiem und schlecht gedanktem Entgegenkommen ben Russen überlassen würbe.
send zu burchstüvmen.
Unb nun werden die alten Bilder wieder wach. Dor zwei Jahren noch stand ich an den Ufern der Düna, um den Weltkrieg unb seine Spuren zu suchen.
Auf bem Bahnhof von Ielowka. Dieser Bahnhof war jahrelang das Ziel der Männer aus dem Graben, die von hier aus für knappe zwei Wochen auf Heimaturlaub nach Deutschland fuhren. Jelowka, bas war die Endstation, Jelowka—Berlin, diese Strecke stand auf den amtlichen Fahrplänen
Ein lettischer Bahnwärter führte uns in bie Wälder von Lepelund Ossinowka. Hier waren mit unendlicher Mühe die Unterstände für die Pferde ber Munittonskolonnen gebaut. Nicht weit davon die bombensicheren Munittonsunter- stände selbst. Meterdicke Betonmauern stehen noch. Die Letten haben versucht, mit deutschen Minen das Kriegswerk zu sprengen. Ganz ist es ihnen nicht gelungen, die Betonblöcke werden hier noch viele Jahrzehnte liegen bleiben, aber schon waren sie verkleidet von Himbeersttäuchern, die safttge Früchte tragen. Warin sich aber der Fuß verfing, das war nicht Himbeergesträuch, sondern das war echter unb unverfälschter Stacheldraht, zwar stark verrostet, aber noch kann er die Mission erfüllen, die er einst zu erfüllen hatte.
Drei Jahre sah die Division dies Land. Die Männer ,aus der HeÄe fanden sich leichter hier zurecht
kümmerten sich nicht unb noch ein paar bann sind die Kreuze verschwunden und ber ist eingeebnet. Dann ist alles vorbei.
wieder unwichtig geworden.
Der Abend dämmerte. Das war ein erinnerungsreicher Nachmittag, der all die alten Stätten aufzeigte, in denen jahrelang deutsche Soldaten kämpften, lebten unb starben. Mehr als drei Jahre lang donnerten hier die Geschütze, bellten die Ma-
Bon Jlluxt zum Schloßberg. Hier kam 1915 ber große Vormarsch zu Ende. Aber dieses Gut Schloßberg war eine Schlüsselstellung unb durfte nicht in russischer Hand bleiben. Am 23. Oktober 1915 wurde Schloß berg erstürmt. Wer dabei war, wird den Tag nicht vergessen. Blut genug hat es gekostet, unb besonders die Männer vom Rhein starben hier in der Wüte chrer Jugend. Deutsche Arttllerie legte das Gut in Trümmer, aber zwei Tore blieben stehen und stehen noch heute. Am Ab« hang aber, nach ber Düna hin, liegt die, Ruhestätte der deutschen Soldaten, bie dort begraben wurden, wo sie fielen. Nied-rige Steintreuze künden jedes Kameraden Namen und Regiment. Alles friedlich unb still, in Ordnung gehalten unb gepflegt. Man fühlt — dankbar — die soraende Hand der deutschen Heimat. Unb Letten erzählen, daß hier Briefe aus Deutschland angekommen find, adressiert an „Gut Schloßberg", Geld lag in ben Briesen, die bie Bitte enthielten, die Gräber zu pflegen. Zur Ehre des lettischen Bauern sei festgeftellt, daß sie diese Bitte erfüllt buben. Was wir bei Schloßberg sahen, konnte später überall an ber Düna festgestellt werden, ob es sich um bie wundervoll friedliche Ruhestätte der Ostpreußen im Walde von Rjabinowka handelte ober um die Grabstätten bei Jelowka, Abeli und an anderen Stellen.
Wer drei Jahre hier lebte, für den ist dieses Wiedersehen eine eigene Sache. Jahrelang war Dünaburg und bie Dünn das Ziel unserer militärischen Mimsche. Stadt und Fluß waren nicht zu nahmen, russische Zähigkeit hielt stand, freilich man mußte bie besten Truppen bes Zarenreiches, bie Sibirier, den Ostpreußen und Hannoveranern gegenüberstellen. Aus Dünalnrrg, jetzt Daugavpils genannt, dieser erschreckend häßlichen Stadt, führte uns ber Weg am Ufer des Flusses entlang. Dauern arbeiteten auf dem Felde. Wir fragten nad) den alten Stellungen der Russen und Deutschen: sie wußten nur noch zu sagen von den heißen Kämpfen um Jlluxt. Neue Menschen sind hier gekommen, neue Häuser sind gebaut. Nur für uns, die wir die Wettkriegsgeneration find, lebt yier noch manches, was für bie Bewohner des Landes schon bald vergessen ist.
Freilich sind noch einzelne Zeugen des großen , Krieges sichtbar. Am Horizont verschwimmen j/ Gorny unb Glaudon. Wer weiß hier noch von den blutigen Kämpfen um die Düna-Insel in ber Mondscheinnacht des (Septembers 1916! Da sind noch weithin sichtbar die Trümmer der katholischen Kirche von Jlluxt, deren Turm als Beobachtungsposten Einsicht in alle Stellungen gewährte. Ein Friedenszeichen stund neben ben Trümmern. Sie Letten hatten eine große Schule gebaut.
Ein anderes DiD ttefster Traurigkeit lag dank vor unseren Augen! Ein verfallener russischer Friedhof an der Sttaße Dünaburg—Jlluxt.
Die russische Weftgrenze verlief nach Besetzung Ostpolens durch die Bolschewiken in zwei weit nach Westen ausgreifenden Bogen rund um Dialystok und um Lemberg. In diesen Bogen haben, wie ber beutsche Heeresbericht meldet, unsere Truppen massierte feindliche Truppen gefunden, bie bort zum Angriff bereitftanben. Dieses ganze Gebiet ist uns vom Weltkrieg her in Erinnerung, viele unserer Soldaten haben es aus persönlicher Erfahrung damals kennengelernt. In dem Bierteljahr- hundert, bas feitbem verflossen ist, hat sich, trotz aller wechseloollen politischen Ereignisse, an ben Stäbten unb der Landschaft kaum etwas geändert, nur daß eine Bahn jetzt Wilna unb Lemberg verbinbet unb bamit bie von jeher wichtige Bebeutung Lembergs als Eisenbahnknotenpunkt noch zugenommen hat. Schon von altersher kreuzten sich an biesem Ort, der um 1250 gegrünbeteki v,ßömenburg", die Verkehrsstraßen von Norden nach Süden unb von Osten nach Westen, bas bebeutet heutzutage bie Bahnlinien von Petersburg unb Riga über Wilna— Lemberg nach Budapest unb Bukarest, in bie Linie Obessa—Lemberg—Prag bis weiter nach bem Westen.
Lemberg selbst liegt auf der Wasserscheide zwischen bem Bug unb bem Dnjestr unb lehnt sich an einen schmalen Hügelrücken, ber bie obere Bug- nieberung um etwa 170 Meter überragt, unb besten norböstlicher Abfall bei Rawa ruska gut ausgeprägt ist. Auf ber ganzen ßinie sübwestlich bis südöstlich von Lemberg, von Przemysl bis Czernowitz, schieden sich die Ausläufer der Karpathen gegen den Dnjestr vor, schaffen zwischen Gebirge und Fluß das etwa 40 bis 50 Kilometer breite pokutische Hügelland mit ben Städten Sambor, Stryj, Kalusz, Sta- nislau unb Kolomea, bie sich mit ähnlichem Charakter in bie Bukowina hineim, bis Czernowitz unb Sereth fortsetzen. Alle diese.jptäbte sind Brückenorte in ben breiten, oft versumpften Tälern der mit starkem Gefälle dahinströmenben Karpathenflüsse. Das Hügelland zwischen ben Flußtälern ist meist flachgewelltes, fruchtbares Ackerlanb, auch von größeren walbdebeckten Flächen unterbrochen. Einen anderen Charakter hat lediglich die Gegend zwischen Sambor unb Stryj, wo bie wichtigen Erbölquellen von Drohobycz und Boryslalv liegen.
Oestlich von Lemberg öffnet sich die p o d o l i s ch e Platte, vom nördlichen Hügelrücken sanft hegen
sind wir tagelang, nächtelang kreuz und quer di'-ch Litauen uns Kurland gezogen. Unb jetzt kai.^.i beutsche Panzer, um das fast in drei Tagen kämp-
schrneng^ewehre, aber jetzt ist es Gott sei Dank still geworden. Hier war Lärm genug, das Land hatte ie Stille redlich verdient. Hier gibt es keine Kriegs* Andenken-Jnduftrie. Selten verirrte sich ein Deutscher hierher und wenn einer kam, wie heute, wurde er von alten und jungen Letten ehrlich bestaunt. Ein Teil der hölzernen Andreaskreuze war sahon verwittert. Unb nur mit Mühe war zu lesen, daß hier die Angehörigen der russischen Regimenter 66 und 67 liegen, die 1916 fielen. Uns Deutschen sind aus jenen Tagen diese Regimenter wohlbekannt. Es waren tapfere Russen, 'bie sich hielten bis zum letzten. Wer kümmerte sich im wetten Rußland um die Söhne des Vaterlandes, die hier zum Opfer wurden? Sowjettußland kümmerte sich nicht, bie
Bis zum 27. 6. wurden als Beute insgesamt 2233 vernichtete und erbeutete sowjetrussische Panzer- kampfwagen gezählt. Bei dem Zusammenstoß, bei dem auch dieser Sowjetpanzer vernichtet wurde, konnten insgesamt 50 feindliche Panzer zerstört werden. — (PK.-Cusian-Scherl-M.)
Nun ist der Sturm der deutschen Wehrmacht | verzeichnet. Eglaine, so nannten die Letten jetzt schon über die Düna hinweggebraust. Drei Monate Dorf und Station, aber das war für den deutschen - " ' * " Soldaten fein Begriff. Jelowka, der Name ist mit
dem' deutschen Blut verbunden, und still und ruhig liegen bei der kleinen Kirche die Kameraden, die hier vor 26 Jahren auf dem großen Vormarsch durch Litauen und Polen ihr fieiben ließen.
Dann war wieder Friede eingekchrt in dem kleinen lettischen Nest. Jelowka — Eglaine lag abseits von aller Welt, unb was einst wichtig war, ist


