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191. Jahrgang Nr. (54
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Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen •*srsssr’
Lemberg wieder in deutscher Hand
Frankreich bnchi die diplomatischen Beziehungen zu den Sowjets ab.
Der japanische Botschafter in London, Shigern i t s a , der von seiner Regierung zur Berichterstattung nach Tokio berufen worden ist und seit über einer Woche in Lissabon weilte, ist an Bord des Clippers'nach Reuyork avgereist. Er wird von dort aus seine Re-ise nach Japan fortsetzen.
zeug von der spanischen Flak unter Feuerge« n o m men und anscheinend beschädigt zur Rückkehr gezwungen würde, eröffnete plötzlich die englische Flak in Gibraltar das Feuer und beschoß die spanischen Flakstellungen. Die spanischen Batterien erwiderten das Feuer. Die spanische Regierung hat wegen der Vorfälle schärfsten Protest erhoben. — Mit diesem unerhörten Zwischenfall bekennt sich England jetzt zu den rücksichtslosen Bombenüberfällen der sow- jötrussischen Armee auf friedliche finnische und ungarische Städte und Dörfer. Er zeigt, daß es offenbar gewillt ist, mit der gleichen Skrupellosigkeit gegen spanisches Territorium vorzugehen.
Oer Wehrmachtbericht.
Führerhauplquartler, 30. Juni. (DftB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Äie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben unsere in Galizien in Vormarsch befindlichen Truppen Lemberg genommen. Jn der Mitte der heeresfront wurde der Ring um die eingekesfelten sowjetrufsifchen Armeen enger geschlossen. Der Rordflügel ist in flüssiger Verfolgung. An der Küste wurde Libau genommen.
Jm Seekrieg gegen Großbritannien versenkten Unterseeboote bei erneuten Angriffen gegen die im Wehrmachtbericht vom 29. Juni erwähnten feindlichen Geleitzüge weitere fünf Schiffe mit zusammen 25 400 VRT.. darunter einen Hilfskreuzer. Damit hat sich der Erfolg dieser llnterfeebootsoperation auf 9 6 1 0 0 VRT. erhöht.
Kampfflugzeuge versenkten in der letzten Rächt vor Great Yarmouth aus gesicherten Geleitzügen heraus drei Handelsschiffe mit zusammen 23 000 VRT., darunter einen großen Transporter.
Weitere Luftangriffe richteten sich während der letzten Rächt gegen hafenantagenamhum- b er.
lieber die Haltung Frankreichs gegenüber dem deutsch-sowjetrussischen Konflikt erklärte der Bevollmächtigte der französischen Regierung im besetzten Gebiet, Botschafter de D r i n o n , Vertretern der amerikanischen Presse, daß die k o m m u n i st i s ch e Agitation versuche, die durch den Krieg in Frankreich verursachten Leiden der Bevölkerung für ihre Zwecke auszunutzen. Ein Bericht des Polizeipräfekten über die Haltung der Kommunisten zu den syrischen Ereignissen rechtfertige die von Deutschland abgegebenen Erklärungen über die Sowjetaktion im besetzten Gebiet, denn auch in der syrischen Frage hätten die Kommunisten die Befehle Moskaus obgewartet.
Churchill habe sich in seiner letzten Rede zum Verbündeten der Sowjets erklärt. Er wünsche Churchill und England viel Vergnü- g en dazu. Churchill werde sehen, wohin ihn dieser Entschluß führen werde Der gegenwärtige Krieg sei zugleich eine Revolution gegen den Kommunismus und den Kapitalismus, die sich für die Verteidigung einer verflossenen Gesellschaftsordnung verbündet hätten. Er erinnere sich an eine Unterhaltung Anfang 1933 mit dem damaligen 1)8^ -Botschafter Bullitt. Wenn Frankreich, so habe Bullitt ihm getagt, mit Deutschland in einen Krieg eintrete, würden die Vereinigten Staaten hundertprozentig auf feiten Frankreichs sein. Man dürfe sich jedoch köinen Illusionen hingeben, daß die Vereinigten Staaten zwhihundertprozentig gegen den Verbündeten Frankreichs, die Sowjetunion, seien. Welches Gesicht, so fragt de Brinon, müssen j e tz t, wo Churchill erklärt, er werde alles tun, um Moskau zu
(DRB.) G e n f, 30. Juni.
In einer amtlichen Verlautbarung teilt die französische Regierung den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Sowjetrußland mit. Die' Mitteilung lautet: „Die französische Regierung hat, nachdem sie die Gewißheit erlangt hat, daß die diplomatischen und konsularischen sowjetrussischen Agenten in Frankreich eine die öffentliche Ordnung und die Sicherheit des Staates gefährdende Tätigkeit ausübten, ^beschlossen, die diplomatischen Beziehungen mit Moskau abzubrechen." — Der französische Botschafter in Moskau ist beauftragt worden, diesen Beschluß der Sowjetregierung zur Kenntnis zu bringen, während der sowjetrussische Botschafter in Vichy Montag vormittag von dem stellvertretenden Ministerpräsidenten und Außenminister Admiral Darlan davon unterrichtet worden ist.
teuge herzustellen; es hatte schon im Weltkrieg frühzeitig Tanks gebaut und Theorien über ihre Anwendung aufgestellt, aber es wurde von den deutschen Divisionen vernichtend
Gestern 280 Sowjetflugzeuge vernichtet.
Große Erfolge der Jagdgeschwader Mölders und Trautloft.
DRV. Musbern Führerhauptquartier, 1. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Die Luftwaffe versetzte im Laufe des 30. Juni den sowjetrussischen Kampf- und Jagdfliegerformationen erneut vernichtende Schläge. Jnsgefamt verlor der Feind am 30. Juni 2 6 0 Flugzeuge, davon allein in Luftkämpfen 216.
Besonders zeichneten sich hierbei die Jagdgeschwader unter Führung des Oberstleutnants Rl ö l d e r s mit HO Abschüssen und des Majors Trautloft mit 65 Abschüssen aus.
Dem Jagdgeschwader T r a u t l o f t gelang es bei Dünaburg, von 40 angreifenden Sowjetflugzeugen alle 40 zu vernichten. Ebenso eindrucksvoll bewies das Jagdgeschwader Wälders im Raum ostwärts Winsk und Bobrujak die Aeberlegenheit der deutschen Luftwaffe, hier versuchten zahlreiche feindliche Verbände, die deutschen Vormarschbewegungen zu stören. Von etwa 100 angreifenden Kampf- und Jagdflugzeugen vernichtete das Jagdgeschwader Mölders 80 Flugzeuge.
Oberstleutnant Wölders errang hierbei seinen 82., Hauptmann J o p p i e n seinen 52. Luftsieg.
Der Feind warf in der Rächt zum 30. Juni Spreng- und Brandbomben im norddeutschen Küstengebiet, vorwiegend auf Wohnviertel der Städte Hamburg und Bremen. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste an Toten und Verletzten. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt.
Rachtjäger und Flakartillerie waren bei der Abwehr dieser britischen Luftangriffe wieder erfolgreich. Sie schossen 13 der angreifenden bri» tischen Kampfflugzeuge ab.
Bei den Kämpfen im Osten zeichneten sich Oberst Holm als Führer eines Schnellen Verbandes, Oberst Weber als Kommandeur eines Jnfanlerie- regimenls, der Leutnant in einer Aufklärungsabteilung Florent, der Feldwebel in einem Gebirgsjägerregiment Betauet und der Gefreite in einem Jnfanterieregiment Haffe durch besondere Tapferkeit aus.
Bei der Versenkung von zwei Zerstörern, einem Torpedoboot und einem Unterseeboot der Sowjets haben sich Oberleutnant z. S. Wuppermann, als Führer einer Schnellbootgruppe, sowie Oberleutnant z. S. Albert Müller, Leutnant z. S. Weber und Leutnant z. S. Haag als Schnellbootkommandanten besonders ausgezeichnet.
Bei den siegreichen Kämpfen im Osten zeichneten sich verschiedene Einheiten der Flakartillerie hervorragend aus.
rückständiger Entwicklung, uni kaum noch in der Lage, Flugzi t Weltkrieg früh.
GeistigeBestandsaufnahme »«Frankreich
Von unserem E. F.-?Korrespondenten.
was im Zeichen der politischen und sozialen Desorganisation auch für andere Lebensbezirke galt: Frankreich hatte vielleicht politische Doktrinäre von Rang, aber sie waren zur Führung der Staats- geschäste nicht zugelassen; es hatte gute Ingenieure und Erfinder, aber seine Industrie befand sich in ~ • - und Frankreich war
Zertrümmerter Aufmarsch.
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Was sich in der vergangenen Woche im Osten vollzog, ist der Beginn einer säkularen Entscheidung. Gerade zur rechten Zeit hat die deutsche Aktion den Aufmarsch der bolschewistischen Armee gegen das antibolsewistische Europa getroffen. Was vorher schon aus den politischen Dokumenten klar hervor* gegangen war, hat die deutsche Wehrmacht im Aufmarsch der bolschewistischen Armee bestätigt gefunden. Bereits am 27. Juni hatte das Oberkommando der Wehrmacht feststellen können, daß „die ersten fünf Operationstage bewiesen haben, daß die sowjetrussische Wehrmacht zum Angriff gegen Deutschland bereit war und daß „unsere Verbände auch in jenen, nach Westen vorspringenden G.renzbogen um Lemberg und um B i a l y st o k die von vornherein einer deutschen Umfassung ausgesetzt und - daher für die Zwecke einer reinen Verteidigung ungeeignet waren, eine Massierung russischer Angriffstruppen vorgefunden haben."
Zwischen diesen beiden Bögen dehnen sich die gewaltigen P r i p j e t s ü m p f e bis an -die Ufer des Bug nach Westen hinaus. Bresk-Litowsk, die bereits am 24. Juni von deutschen Truppen erstürmte Festung, ist die Spitze des Keils, der den gewaltigen Kampfraum zwischen Karvathen und Ostsee in zwei Abschnitte teilt. In dem südlichen dieser Frontabschnitte wurden bereits am ersten Tage die neuzeitlich ausgebauten Grenzbefestigungen nach hartem Kampf durchbrochen. Der fort* schreitende Angriff des deutschen Heeres führte zu einem starken Druck von Nordwesten und Norden her auf Lemberg, dessen Einnahme bereits gestern gemeldet wurde. Gleichzeitig stößt ein deutscher Angriffskeil aus dem Raume südostwärts Lublin über Luck nach Osten vor, der auch durch feindliche Gegenangriffe nicht aufzuhalten ist. Es er- scheint zweifelhaft, ob die Sowjetkräfte in diesem Abschnitt den deutschen Vormarsch noch lange wer- den aufhalten können, obwohl hier im galizischen Raum besonders ausgesuchte Verbänder der Souyet- armee eingesetzt sind.
Das nördlich der Pripjet-Sümpfe nach Weste,: vorspringende Grenzgebiet um Bialystok wurde unter gleichzeitigem frontalen Vorgehen von Süd- ostpreußeu her durch zwei besondere Stoßtruppen im Osten abgeklemmt. Die südliche Gruppe nahm die Festung Brest-Litowsk und stieß in der allgemeinen Richtung Nordosten weit ausholend vor, um sich später mit der aus Ostpreußen angreifenden Gruppe zu vereinen, die sich unterdessen in den Besitz der Festung G r o d n o gefetzt hatte. Das Ergebnis war die Einkesselung von zwei starken Sowjet-Armeen im Raume um Bialystok
Die gleichen Truppen, die schon im Herbst 1939 im Kampf um Lemberg Außerordentliches geleistet haben, eroberten am Montag nach schweren Kämpfen wiederum die Stadt. B a y e r i s ch e G e b l r gs- jäger haben am 30.6. um 4.20 Uhr morgens auf der hohen Burg in Lemberg die Reichskriegsflagge gehißt. — Unser Bild gibt einen Ueberblict über die Stadt. — (Scherl-Pildarchw.)
Der Ring bei Bialystok enger geschlossen
Deutscher Nordflügel in flüssiger Verfolgung, Libau genommen. - Lemberg erobert. - Neue Erfolge gegen Englands Versorgung.
geschlagen.
Es fragt sich, ob man bei dieser Bilanzaufstellung die Angehörigen der geistigen Berufe nicht allzu sehr in Schutz genommen hat. Mag ihnen auch der Vorwurf erspart sein, daß sie durch ihr Verhalten unmittelbar die Einrichtungen' des Landes zersetzt hätten, so bleibt doch noch die Anklage, durch die gerade in diesen Schichten besonders stark hervor- tretenben Eigenschaften des französischen Nationalcharakters Frankreich in seine große Niederlage hineingeführt zu haben: durch die Neigung zum Sichgehenlassen, durch den Hang zum Diskutieren, aus dem der Mangel an Respekt entspringt, durch die Ueberfteigerung einer falsch verstandenen Freiheit, welche die für den Bestand des Staates gefährlichen Verwirrungen gutmütig ober nachsichtig hinnahm, durch die vuft an der Indiskretion im parlamentarischen Getriebe, die jede Initiative lähmen mußte, durch die gegenseitige Beargwöhnung ehrgeiziger Politiker untereinander und vieles andere mehr.
Wird Frankreich mit den Erscheinungsformen geistigen Zerfalls fertig werden, die ihm feine eigenen Landsleute im Spiegel ihrer Kritik zeigen? In der Zurückgezogenheit von Vichy wird jetzt an der neuen Verfassung gearbeitet, die den schützenden Rahmen für den Wiederaufbau so vieler zerstörten Werte bieten soll. Marschall P 61ain hat mehrfach die Gedanken ausgedrückt, die ihm und seinen Mitarbeitern vorschweben. Die Einrichtungen Frankreichs sollen sein „hierarchisch und autoritär, gegründet auf die Verantwortlichkeit und den Befehl von oben nach unten auf allen Stufen der Hierarchie, bezogen auf konkrete Gegenstände und präzise Interessen, beseelt von den sozialen, politischen und geistigen Prinzipien, die den Zusammenhalt und die Größe der französischen Nation gebildet haben."
Alles wird darauf ankommen, im gesamten Leben der Nation diese Grundsätze mit einem lebendigen Inha11 zu erfüllen und ihnen im Volk die geistigen und zugleich auch die organisatorischen Grundlagen zu geben, ohne welche die besten Grundsätze nur Theorie bleiben. Manche Ansätze sind vorhanden, vor allem im unbesetzten Gebiet die Frontkämpfer-Legion. Vieles andere bleibt noch zu tun. Die Bewährungsprobe wartet noch auf die geistigen Schichten Frankreichs. Sie sehen sich vor Aufgaben gestellt, die ihnen das bisherige Regime nicht zuwies, und an die sie sich noch gewöhnen muffen.
Vichy, im Juni 1941.
Frankreich hat sich durch den Zusammenbruch des letzten Jahres nicht nur zu einer politischen, sondern auch zu einer geistigen Bestandsaufnahme gezwungen gesehen. Auf dem politischen Gebiet beginnt sich die Entwicklung klarer abzuzeichnen, zumindest auf dem außenpolitischen. Die Erklärungen des Admirals Darlan haben den Weg gezeigt, den man mit einer einfachen Formel als den Weg „v o n England weg, zurück nach Europa" bezeichnen könnte, und die Ereignisse in Syrien, wo Frankreich sein Kolonialreich in offenem Kampf gegen Großbritannien verteidigen muß, verfehlen ihre Wirkung auch auf die noch immer england- hörenden und schwankenden Elemente nicht. Auf dem geistigen Gebiet erweist sich die Bestandsaufnahme als die Anknüpfung an eine durch mancherlei Einflüsse zurückgedrängte Tradition, und zugleich als der Wunsch zu einer neuen Selbstdarstellung Frankreichs. Daraus sollen sich, wie man hofft, Die Formen herauskristallisieren, die dereinst das künftige Zusammenleben,' das neue politische Regime, die neue Verfassung Frankreichs bestimmen sollen.
Dieser Prozeß geht nur langsam vonstatten. Man schreitet in Vichy in Etappen vor, um die Grundlagen der neuen Verfassung zu legen. Ausschüsse beraten über die Einteilung Frankreichs in Provinzen, über die berufsständische Gliederung in der Art einer korporativen Verfassung. Die große tragende geistige Idee soll die der Hierarchie und Autorität, eine Art Stufenleiter der Verantwortlichkeit, sein. Das Werk läßt sich erst in seinen Umrissen erkennen. Seine Beurteilung wird erst dann möglich sein, wenn es einigermaßen fertig vorliegt, und das wird gute Weile haben. Die Stunde seiner Bewährung wird erst dann kommen, wenn die Regierung einmal nach Paris zurückgekehrt sein wird.
Inzwischen geht die Bestandsaufnahme Der geistigen Werte weiter. In der Zeitschrift „Candide" hat man die Frage untersucht, ob die g e i ft i g e n Schichten für den Zusammenbruch Frankreichs verantwortlich gemacht werden können. Man hat die Frage zwar verneint, aber die Begründung hierfür läßt es doch zweifelhaft erscheinen, ob diese Antwort wirklich zum Stern der Dinge verstößt. Frankreich wär, wie manche andere Länder auch, ein Opfer der Scheidung, die das kapitalistische 19. Jahrhundert zwischen Geilt und Materie herbeigeführt hat. Das Schicksal Der Gesellschaft, war den Politikern und Finanzleuten überlassen. D> <" machte sich der Materialismus breit, die geistigen Werte waren eingekapselt in einen „elfenbeinernen Turm". Alles litt unter der Spezialisierung. Frankreichs geistige Elite war vielleicht den Vertretern des französischen Gedankens in früheren Epochen nicht unterlegen, aber sie hatte den Kontakt mit den Mächten verloren, welche die Wirklichkeiten des täglichen Lebens bestimmten; es bestand keine Berührung mehr mit den .lebendigen Kräften des Volkes, so daß sich auf dem geistigen Gebiet dasselbe ereignete,
helfen, diejenigen Amerikaner machen, die so wie Bullitt sagten.
Welch ein Wandel seit jenen Augusttagen 1939, da eine französische Militärmission zusammen mit einer englischen in Moskau antichambrierte! Damals war es den Sowjets, wie neulich der frühere französische Abgeordnete Doriot erklärte, gelungen, in Frankreich erst eine Gewißheit auf Bundeshilfe und dann eine maßlose Enttäuschung zu schaffen und durch dies Doppelspiel die Verschlechterung in den Beziehungen der europäischen Kulturstaaten so weit vorwärtszutreiben, daß der Krieg ausbrach. Jener Krieg, an dem Moskau fein Süppchen zu kochen hoffte! Jener Krieg, von dem die Kreml-Gewaltigen den europäischen Kladderadatsch erwarteten. Und nutf bricht Frankreich die diplomatischen Beziehungen mit Moskau ab, setzt damit Unter eine eigene Außenpolitik von langer Dauer einen Schlußpunkt und reiht sich ein in die Front der europäischen Wiedergeburt. Die inzwischen in Moskau eingetroffene englische Militärmission, die in Generalleutnant Mason Mac Farlae auch einen schlechthin grotesken ,,Sachverständigen für deutsche Methoden der Kriegführung zum Mitglied hat, ist ssoliert. Der Aufbruch Europas in eine bessere und einigere Zukunft hat die englisch-sowjetrussische Zusammenarbeit zu einem Studienobjekt gewacht.
Französisches Zugendlager in Vichy.
Vichy, 30. Juni. (Europapreß.) In Anwesenheit von mehr als 10 000 Personen überreichte am Sonntag der französische Staatschef, Marschall P e - t a i n , in Gegenwart von Admiral Darlan unö anderen namhaften Persönlichkeiten im Stadion von Vichy dem I u g e n d l a g e r v o n V i ch Y em von der Gattin des Kriegsministers General Huntziger gestiftetes Banner.
Spanisches Hoheitsgebiet von England verletzt.
Madrid, 30. Juni. (DNB.)^Seit einiger Zeit wurden-in Algeciras englische Flugzeuge von Gibraltar k o m m e n d beobachtet, die über spanischem Hoheitsgebiet offensichtlich Erkundungsflüge ausführen. Die mehrfache Wiederholung läßt einwandfrei eine p lan - mäßige Verletzung des spanischen Hoheits- rechtes erkennen. Als bei einem erneuten britischen Erkundungsslug über spanischem Boden das Flug-


