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22.5.1940
 
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W. Jahrgang Nr. Ny jrar* M. Mittwoch,22.Mai 1940

W Giejener Anzeiger

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Angriffswaffe, die während des Weltkrieges von den Engländer erfunden wurde. Wenn die Offen­sive wirklich zum Stehen kommt, dann werden die Deutschen wahrscheinlich viel mehr gewon- -r, -tn-M

Siegeszuge des deutschen Heeres hat die s f e hervorragenden Anteil. Durch die völ­lige Beherrschung des Lustraumes, durch die 3er- |fi»-ung von Fluhübergängen und Verkehrsanlagen, d>rch ihre Angriffe auf Marsch- und Transport- K önnen hat sie die Auflösung der französischen S.Armee beschleunigt und alle bisherigen Versuche, -i Flanken unseres Durchbruches zu bedrohen, im

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quartier der 9. Armee ein und geriet auf diese Weise in Gefangenschaft.

Völkerrechtswidrige Verwendung von Oum-Oum-Geschossen.

V e r l i n, 21. Mai. (DNB.) 3m Laufe der Kampf­handlungen des deutschen Meslheeres sind sowohl in Belgien wie auch in Frankreich bereits mehr­fach Dum-Dum-Geschosse gefunden worden. Von den militärischen Stellen sind Beweise für die Verwendung von Dum-Dum-Geschossen ge­sammelt. Dah das Abknlpsen der Geschohspihen nicht etwa von einzelnen Soldaten vorgenommen wurde, beweist das Auffinden von 1 0 0 0 Stück dieser völkerrechtswidrigen Munition in Karton- verpackung in einem französischen Munitions­lager. hieraus geht eindeutig hervor, dah diese Dum-Dum-Geschosse auftraasmähig serienweise h e r g estellt wurden.

Belgisch-französische Armeen in Aordfrankreich angeschnitten

Arras, Amiens und Abbeville genommen. Die Kanalküste erreicht. - Französischer Armeeführer gefangen. Oie Engländer auf der Flucht.

zu können. In Frankreich sollten dann nur noch einige englische Luftstrettkräfte Zurückbleiben, die Solidarität der Wesstnächte zu bezeugen.

LSme erstickt.

Bei der Seeaufklärung vor der französi­schen Küste sind ein französischer Zerstörer, der ftt nzösische MarinetankerNiger" von 5482 Tonnen, ifT französische FrachterPavon" und zwei weitere Pachter schwer beschädigt worden. 3n der Nacht jtm 21.Mai wurden in der Strahe Dover (i l a i 5 sechs Transportschiffe und Tanker mit ther Tonnage von 43 000 Tonnen durch Bomben vcrsenkt, vier weitere Schiffe mit insgesamt etwa 13000 Tonnen schwer beschädigt. Die G e s a m l v e r- ln st e d e s G e g n e r s in der Luft betrugen gestern 47 Flugzeuge. 15 deutsche Flugzeuge werden ver- mtzt.

Schwere britische Flottenverluste bei Aarvtk.

Berlin, 21.Mai. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Bei Narvik griffen am 20.5. Kampfver- knöe der Luftwaffe wirkungsvoll in den Lidkampf ein und entlasteten die eigenen Truppen. Der Angriff im Seegebiet von Narvik gegen die dort operierenden Teile der britischen flotte brachte grohe Erfolge. Lin Schlacht- |6iff, wahrscheinlich derResolution"-Klasse, er- bi,lt zwei schwere Bombentreffer in höhe des vorderen Turmes, ein schwerer kreu - )< r einen Bombentreffer schweren Kalibers zwischen Scfechtsmast und vorderem Schornstein. Starke brand- und Explosionswirkung wurde auf beiden Kriegsschiffen beobachtet. Ls ist mit zrrher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dah zum min- delen der Schwere Kreuzer aufgegeben werden inihte. Auherdem wurden zwei weitere Kriegsschiffe ati) drei Handelsschiffe durch Bombentreffer beschä-

Oer KreuzerGffingljam" vernichtet.

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Der französische Generalstab mit den Ideen im Rückstand". Oie italienische preffe zu der großen Schlacht im Westen.

Oie deutschen Angriffswaffen haben die Verteidigung überwunden

Ein neutrale^ Urteil zum Wandel der Wehriechnik.

Der Wehrmachtsbericht vom Dienstag.

Zührerhauplquartier, 21.Mai. (DNB.) Des Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die gröhte Angriffsoperation aller Zeiten im Msten findet nach einer Reihe groher taktischer LKzelerfolge ihre erste operative Auswirkung. Die f ra n z ü s i s ch e 9. A r m e e, die an der Maas zwi- !*" Namur und Sedan die Verbindung zwischen d« starken feindlichen Operationsgruppe in Belgien ui) der Maginotlinie südlich Sedan herzustellen und zvhalten hatte, ist zerschlagen und in der Auf­lösung begriffen. Der Armee st ab und der bis­herige Oberbefehlshaber der französischen 7. Armee, (Bmeral Giraud, der den Befehl über die g.Urmee übernommen hatte, sind gefangen. 3n dic durch den deutschen Angriffsschwung geschlagene Desche ergiehen sich unsere Divisionen. An ihrer Ssihe haben Panzerkorps und motorisierte Truppen Acras, Amiens und Abbeville genom- m^n und damit die Abdrängung aller noch nädlich der Somme befindlichen französischen, eng- lishen und belgischen Armeen gegen die Ka­mt k ü st e eingeleitet.

3n Belgien greifen unsere Truppen den Feind M, der sich ostwärts Gent und weiter südlich a n bi r Schelde erneut zum Kampf gestellt hat. Ver- sthe des Feindes, sich aus dem Raum Daten- cie nnes einen Ausweg nach Süden zu bahnen.

dem auch im Nahen Orient stark behindert haben». Man spricht hier von einer ausgesprochenen Ab­neigung der oeiden genannten englischen GeneräK gegen Weygand, der als arrogant und anmaßend bezeichnet wird, Paris soll seit langem von dieses englischen Abneigung gewußt haben und die Tat­sache, daß General Weygand trotzdem zum Ober» besehlshaber der französischen Ti ..

worden ist, wird als Anzeichen auch von Meinungs­verschiedenheiten zwischen den führenden englischen! und französischen Politikern angesehen. ES

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Stockholm, 21. Mai. (DNB.) Die britische ttu miralität teilt mit, daß S. M. SchiffEffi n g - km" als Totalverlust zu buchen ist infolge der 8:schädigung, die es beim Auflaufen au einen Felsen an der norwegischen Küste er- Iit. Verluste seien nicht zu beklagen. Der leichte keuzerEffingham", der in Fachkreisen tts ein besonders schönes Schiff bezeichnet wird, ist 1921 vom Stapel gelaufen und hat eine Wasser­verdrängung von rund 10 000 Tonnen. Seine Ge- äwindigkeit beträgt 30,5 Knoten, die Besatzung Jher 700 Mann. Die Bestückung des Kreuzers setzt lic» aus neun 15,2-cm-Geschützen, vier 10,2-cm-Flak- oe chützen, vier 4,7-cm-Geschützen und acht Maschinen­gewehren, sowie vier Torpedorohren zusammen. Iißerdem waren zwei Flugzeuge an Bord. Mög- ic^erweise handelt es sich bei derEffingham" um

Kreuzer, der nach den Beobachtungen der beut«

teile erntet Der B o m b e nfl i e g e r. hat das gepanzerte Fort überwunden. Die Flie­gerbomben vernichten nicht nur, was sie treffen, son­dern die Erschütterungen iKr Explosionen vernich­ten die Instrumente und Apparate in der Nähe des Einschlages und setzen die Schußwaffen des Forts außer Gefecht. Deshalb konnte auch Lüttich so schnell fallen und deshalb ist heute kein Grund mehr, anzunehmen, daß irgend eine gepanzerte Verteidigungslinie gegen ein Heer gehalten werden kann, das über eine so moderne Bombenfliegerwaffe verfügt wie die deutsche. Hatt zweifelt daran, daß es den Westmächten gelingen könnte, den deutschen Vormarsch aufzuhalten. Die Kämpfe zwischen deutschen und französischen Pan­zerdivisionen deuten darauf hin, daß es der deut­schen Technik gelungen ist, die Führung auch auf dem Gebiete der T a n k w a f f e zu erringen, dieser

heißt, daß Churchill sich indessen in ganz ent­schiedener Form gegen Sie defensive Stra­tegie Gamelins ausgesprochen habe. Er soll eine offensivere Kriegführung gefordert haben, of? fensichtlich im Hinblick auf die Bedrohung der Ka- nalküste durch die deutschen Truppen.

Das Echo in der Schweiz.

Gens, 22. Mai. (Europapreß.) Die schweizerische Presse erschien am Dienstagabend in Sonderaus­gaben, die den Verkäufern geradezu aus den Hän­den gerissen wurden. DasJournal de Geneve" stellt neben den Bericht des deutschen Oberkommandos auch die aus Paris eintreffende offizielle Bestätigung der französischen Regierung vom Fall der bedeutend­sten französischen Städte in der nordfranzösischen Kanalzone. Der Pariser Korrespondent derNeuen Zürcher Zeitung" schreibt, die französischen Militärs und Politiker hätten sich wieder einmal hinsichtlich der deutschen Offensive geirrt. Die Tatsache, daß das deutsche Vorgehen mit unverminderter Heftigkeit andauere, rufe in der öffentlichen Meinung Frank­reichs Enttäuschung und steigendes Fie­der hervor. Die Ernennung von Weygand und Petain sei in aller Ueberstürzung erfolgt.

Vekordüefstand für Vustungswerte an der Tleuyorrer Börse.

N e u y o r k, 22. Mai. (Europapreß.) Die Neu- yorker Börse reagierte am Dienstag auf die Nach­richt, daß die deutschen Truppen die Kanalküste er­reicht haben, mit schwersten Kurseinbrüchen. Füh­rende Werte der Stahl - und Motorenindu- ft r i e erreichten den Rekordtief st and der tety ten zwölf Monate. Festverzinsliche b r i tis ch e Pa­ss i e r e hatten scharfe Kurseinbrüche zu verzeichnen, während deutsche Bonds erheblich an­zogen. Auch an der Produktenbörse herrschte Chaos, und die Rückgänge nahmen hier teilweise katastrophale Ausmaße an mit Ausnahme des Weizenmarktes, wo die Regierung weiterä Schwankungen durch .PreiSleft^tzMgen verhmbertä

Rom, 21. Mai. (Europapreß.) Die italienischen < Morgenblätter betonen, daß es der Führung der < Westmächte trotz aller Bemühungen nicht gelungen I ei, den Deutschen die Initiative aus der Hand zu nehmen. Alle verzweifelten Gegenangriffe, die von den Truppen der Westmächte an den ver- chiedensten Stellen der ausgedehnten Kampffront unternommen worden feien, hätten verlustreich und ergebnislos geendet. Sie hätten nicht einmal den deutschen Vormarsch aufhalten oder auch nur verzögern können. So habe der deutsche Gene­ralstab dem Gegner die Form des Krieges, einen beweglichen, entschlossenen und blitzschnellen Krieg, aufgezwungen, der zu einer für die Westmächte höchst unvorteilhaften Lage geführt habe.

Popolo di Roma" sagt, General G a m e l i n sei gestürzt worden, weil er den neuen, ihm von Deutschland aufgezwungenen Bewegungskrieg nicht verstanden habe. Selbst wenn sein Nachfolger, General Weygand, eine entgegengesetzte Taktik anwende, bleibe abzuwarten, ob die Lehren der Erfahrung nicht zu spät kämen. Im Kriege wirke es tödlich, wenn man mit den Ideen im Rückstände bleibe. In Frankreich sei die falsche Auf­fassung fest eingewurzelt gewesen, daß man den Krieg mit der Wirtschaftsblockade und der Aus­hungerung führen könne. Die Deutschen hätten aber die Franzosen gezwungen, zu den klassischen und moralischen Gesetzen des Krieges zurückzukehren, der unter Risiken und durch Kämpfe geführt werde. Die Engländer hätten allen Grund, über die Entwicklung der Ereignisse beunruhigt zu sein, denn die Bedrohung ihres Landes werde im­mer greifbarer und unmittelbarer. Churchill habe in feiner Rede auf diese Gefahr hingewiesen, aber er habe auch offene Kritik an der französischen Heeresleitung geübt und sie beschuldigt, einen gro­ßen Teil des französischen Bodens unverteidigt ge­lassen zu haben. Frankreich habe die Berechtigung dieser Kritik durch die Beseitigung des Generals Garnelin anerkannt. Dem General Weygand und dem Marschall Petain, die zusammen ein­einhalb Jahrhunderte an Lebensjahren besäßen, sei nun die Kriegführung anoertraut worden, ob­wohl in Wirklichkeit der Oberbefehl in den Händen des Generals G e o rg e s zu liegen scheine. Aber in Frankreich deute man die Kritik Churchills als schlechtes Zeichen. Man nehme sogar an, daß Eng­land einen Vorwand suche, um seine Truppen aus Frankreich zurückzuziehen und sie zur D e r t e i - digttng iu5. eigenen Bodens verwende^

sbd gescheitert. Am Südftüget unseres Angriffes nchmen deutsche Truppen, wie schon durch Sonder- aitdung bekanntgegeben, Laon und stürmten über fei Lhemin des Dames bis an den Aisne- Li s e - k a n a t vor. Bei der Abwehr französischer Cgenangriffe wurden hier zahlreiche Panzerwagen -^nichtet. Die Stadt R e t h e l, in der sich Teile des

Kopenhagen, 21. Mai. (Europapreß.) lieber die weitere Entwicklung der Kriegslage schreibt der dänische Universitätsprofessor Gudrnund Hatt in einem Aufsatz des MittagsblattesB. T.", obwohl die Westmächte nach ihrer Kriegserklärung an Deutschland im September reichlich Zeit gehabt hätten, sich auf einen deutschen Angriff vorzuberei­ten, gehe der deutsche Vormarsch doch viel rascher vor sich als 1914. Weiter müsse auffallen, daß die Front zu Beginn des Weltkrieges sehr bald er­starrte, da die modernen Waffen die Defen­sive stärker gemacht hätten als die Offensive. Diese Ansicht von der Ueberlegenheit der Vertei­digung, die die Uneinnehmbarkeit der Maginot- Linie zu einemGlaubens-Artikel" in Frankreich gemacht habe, hätte vor der Wirklichkeit kapitulieren müssen.

Die Ereignisse zeigen klar und deutlich, daß sich durch die technische Entwicklung das Stärkeverhält­nis zwischen Defensive und Offensive geändert habe. Die A n g r if fs w a f fe hat einen Vor­sprung bekommen und da es die deutsche ,, , . ,

Kriegstechnik ist, die diese Entwicklung durch- n e n haben als 1914. geführt hat, ist es auch Deutschland, das die Vor-!

Umklammerung.

Auch der glühendste Optimist hätte es in feinen! kühnsten Träumen nicht für möglich gehalten, daß schon zehn Tage nach Beginn der deutschen West­offensive die taktischen Einzelerfolge, die unsere von einem ungestümen Vorwärtsdrang beseelten Truppen aller Waffen auf ihrem Siegeszug durch Belgien und Nordfrankreich errungen haben, in genial geleiteten Operationen zu einem strategischen Erfolg ersten Ranges ausreifen würden.

In O st f l a n d e r n hat der Feind noch einmal in der gestern hier schon skizzierten Linie ostwärts Gent und südlich davon längs der Schelde den Kampf ausgenommen, wobei Belgier und Franzosen noch hartnäckigen Widerstand leisten, während die Briten nach der ParoleZu Schiff nach England!" mit aller Kraft den Kanalhäfen zuzustreben scheinen. Es ist also wieder einmal so, daß die englische Kriegführung ihre Verbündeten bis zum letzten Augenblick rücksichtslos einsetzt, um die Flucht der eigenen Truppen zu decken.

Zur gleichen Stunde gab es vor dem Ansturm der durch die Bresche zwischen Sarnbre und Maas mit der Stoßrichtung nach Nordwesten in gewaltigem Schwung vorwärtsdrängenden deutschen Armeen kein Halten mehr. Erneute feindliche Aus­bruchsversuche am Drehpunkt der großen deutschen Nordwestbewegung im Raume von Valencien- n e 5 konnten auch diesmal zurückgeschlagen werden. Die hier kämpfenden französisch-belgischen Truppen stecken zersplittert in den umliegenden Wägern, und in einem atemberaubenden Tempo konnten die deutschen Heeresverbände mit Panzerkorps und Schnellen Truppen an der Spieße, ohne die Gefahr einer Bedrohung der rechten Flanke, aus der am Vortage erreichten Linie EambraiPeronne vor- ftürmen und den stählernen Gürtel der Umklam­merung um die jetzt in den Nordzipfel Frankreichs, die Departements Pas de Calais und Nord, zu­rückgedrängten französischen, englischen und belgi­schen Armeen immer enger schließen. Ein Durch- bruchsversuch nach Süden ist für sie eitel Hoffnung, denn schon haben deutsche Panzertruppen entlang der Somme über Amiens die Kanalküste bet Abbeville erreicht, und rund 60 Kilometer nord­östlich befindet sich auch Arras schon in deutscher Hand, so daß auch Entlastungsvorstöße aus Mittel­frankreich an dem Schicksal der hier eingekesselten eindlichen Armeen nichts mehr zu ändern ver­möchten. Daß es eine zahlenmäßig bedeutende feindliche Heeresgruppe ist, die hier in eiserner Umklammerung gehalten wird, geht schon aus dem nicht geringen Widerstand hervor, der dem deut­schen Angriff gerade an dieser Front entgegenge­stellt wird. Aber gewisse Anordnungen, die die feindliche Heeresleitung anscheinend für notwendig gehalten hat, deuten doch andererseits auch wieder darauf hin, daß der innere Zusammenhalt zwischen französischen und belgischen Truppen sich zu lockern beginnt.

Der Siegeszug der deutschen Panzerverbände Sing mit seinem nordöstlichen Flügel in erbittertem !ampf mit der feindlichen Panzerwaffe über das Schlachtfeld der hier gestern schon erwähnten Tank- schlacht bei Eambrai ein seltsames Spiel der Kriegsgeschichte, das der modernen deutschen Pan­zerwaffe Gelegenheit gab, zu zeigen, daß sie den damals für uns recht empfindlichen Vorsprung der

schen Luftwaffe mit schwerer Schlagsette auf einer Klippe bei Bodoe lag und geken­tert ist.

Wie General Girand gefangen genommen wurde.

Berlin, 21. Mai. (DNB.) Bei den letzten Kämpfen hatten die deutschen Truppen das Stabs­quartier der 9. französischen Armee im schnellen Zugriff besetzt und den ganzen Stab gefangen genommen. Zu ihrer Ueberraschung war jedoch der Oberbefehlshaber nicht an­wesend. Es stellte sich heraus, daß dieser auf Grund einer Anordnung des gerade neu ernannten Ober­befehlshabers der alliierten Truppen, General Weygand, a b ge f e tz t worden war und sich be­reits auf dem Wege nach Paris befand. Kurz dar­auf traf jedoch der neue Oberbefehls­haber, der bis dahin die 7. französische Armee kommandiert hatte, General G i r a u d , im Stabs-

Gamelms Operattonsplan durchkreuzt.

Kopenhagen, 21. Mai. (Europapreß.)Poli­tiken" sagt zu der Lage in Belgien, man habe den Eindruck, daß die ganze belgische Küste von den Engländern aufgegeben wor­den sei und alle englischen Truppen im Eiltempo bei Nacht und Nebel m Richtung Ostende und Ca­lais zurückgezogen würden.Es sieht so aus", schreibt das Blatt,als ob man das britische Expe­ditionsheer teilweise oder sogar zum größten Teil aus Frankreich abtransportiere, um einem deutschen Angriff auf das Jnfelreich zu begegnen, wo sich zur Zett keinerlei ausgebildete Truppen befinden.

Zwischen Laon und Valenciennes habe die an- greifenbe Front eine solche Breite erreicht, daß nicht länger von einem Keil gesprochen werden könne, eher von einem massiven Block, der sich in westlicher Richtung zwischen die ftanzosischen und belgischen Heere presse. Die Pläne der Westmächte, das vordringende deutsche Heer in einer Zange zu fassen, seien durchkreuzt worden.Die Zange hat nicht funktioniert ... General Gamelins erster Versuch, durch doppelte Flankenan­griffe mit Unterstützung schwerer Panzerwaffen die deutsche Offensive zu brechen, ist mißlungen, und dieser Versuch ist Gamelins letzter gewesen."

Ieinungsverschieoenhellen im Lager der Westmächte.

Kopenhagen, 21. Mai. (Europapreß.) Mel­dungen über die Hintergründe der Aufhebung des gemeinsamen englisch-französischen Oberbefehls über die Kriegsoperationen in Frankreich besagen, sie sei in erster Linie zurückzuführen auf grundsätz­liche Meinungsverschiedenheiten zwi­schen den englischen und französischen Generälen. Es sei kein Geheimnis, daß große persönliche Gegensätze zwischen General W e y g a n d und Lord Gort bzw. General I r o n s i d e , dem Chef des englischen Generalstabes, seit langem bestanden chatten. Diese Gegensätze sollen die Aktionsfähigkeit