Nr. 21 Erstes Blatt
190. Jahrgang
Donnerstag, i.Zebruar 1940
Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gienener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle
Monats-Bezugspreis:
Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt
Hernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Giehen
Postscheckkonto:
Hranlfurt am Main 11686
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhesfen
Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei «.Lange in Siehrn. Schristleitung und Seschästrftelle: Schulsttahe 7
Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für i mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7-Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B
Platzvorschrist nach vorheriger Vereinbarung 25 °/0 mehr.
Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Brette 6 Rpf.
Die Balkanbund-Konferenz.
Don unserem v M.-Korrespondenien
B e l g r a d , 31. Januar 1940.
„Keine Sensationen sind von der Konferenz des Balkanbundes in Belgrad zu erwarten." Das ist das Leitmottv in allen Erklärungen über die Konferenz, die vom 2. bis zum 4. Februar in Belgrad tagt. Der Balkanbund wurde am 2. Februar 1934 nach einer Rundreise, die der damalige König Alexander von Jugoslawien, eine der bedeutendsten Figuren des Balkans in den letzten Jahrzehnten, in allen Ländern des Balkans unternommen hatte, gegründet. Der Grundgedanke König Alexanders war, das Prinzip „der Balkan den Balkanvölkern" zu verwirklichen und eine Macht zu schaffen, die aus einem Bund der sechs Balkanstaaten Albanien, Bulgarien, Griechenland, Jugoslawien, Rumänien und Türkei bestehen sollte. Auf diese Weise wäre der Balkan nicht mehr der Spielball der europäischen Großmächte wie bisher gewesen. Der Gedanke König Alexanders, der dann im Oktober 1934 gelegentlich eines Besuches in Frankreich in Marseille ermordet wurde, konnte nicht in vollem Umfang verwirklicht werden, weil Bulgarien seine Revisionsansprüche gegenüber den Balkanmächten nicht aufgeben wollte, und diese wieder noch nicht bereit waren, Zugeständnisse zu machen. Im Jahre 1937 wurde der jugoslawisch-bulgarische Freundschafts- vertrag abgeschlossen.
Das Bewußtsein von der Schicksalsverbundenheit aller Balkanstaaten ist seit Beginn des europäischen Krieges wieder stark gestiegen. Bon den vier Staaten des Balkanbundes: Rumänien, Türkei, Jugoslawien und Griechenland, deren Außenminister in Belgrad zusammenkommen, hat Jugoslawien seit Jahren die konsequenteste Politik der Neutralität in allen Konflikten zwischen europäischen Großmächten und des Friedens mit allen Nachbarn verfolgt. Jugoslawien schloß im Jahre 1937 Freundschaftsverträge mit Italien und Bulgarien und be- früttgte auf diese Weise jahrelange Streitigkeiten mit diesen Staaten, mit denen es jetzt in engster Zusammenarbeit für die Erhaltung des Friedens am Balkan wirksam ist. Ebenso konnte Jugoslawien seine Freundschaft zu dem Großdeutschen Reich ausbauen. Es unterhält beste Beziehungen zu Ungarn, die nur aus Rücksicht auf den jugoslawischen Verbündeten Rumänien in keinem formellen Vertrag eine Bestätigung gefunden haben.
Albanien ist heute ein Bestandteil des italienischen Reiches. Italien ist dadurch eine Balkanmacht geworden. Auch das Interesse Italiens und seine polittschen Ziele am Balkan bedingen die Erhaltung des Friedens und der Neutralität. Italien wird zwar auf der Konferenz nicht offiziell anwesend sein, jedoch sicher hinter den Kulissen starken Einfluß ausüben auf den Gang der Konferenz im Sinne der Beseitigung der Meinungsverschiedenheiten, die die Neutralität des Balkanbundes gefährden könnten. Diese italienische Aktton hatte bereits sichtbare Erfolge in der Erneuerung des talienisch-griechischenFreundschafts- Vertrages am 30. Oktober 1939, dem eine Zurückziehung der italienischen und griechischen Truppen an der griechisch-albanischen Grenze vorangegangen ist. Dadurch wurde eine aufrichtige Zusammenarbeit zwischen Italien und Griechenland in der Wahrung des Friedens am Mittelmeer und am Balkan gesichert, wie er bereits seit langem zwischen Italien und Jugoslawien bestanden hat.
Die Türkei wieder hat ihre Spannungen mit Bulgarien beseitigt, was zur Zurückziehung der Truppen von der bulgarisch-türkischen Grenze führte, sowie die unlängst erfolgte Erklärung der bulgarischen Regierung heroorrief, daß Bulgarien zwar seine Revisionsansprüche nicht aufgeben könne, aber keinen Konflikt auf dem Balkan Hervorrufen werde, sondern die strengste Neutralität einhalten wolle. Die Interessen Bulgariens decken sich in diesem Sinne voll mit den Interessen aller anderen Balkanstaaten. Auch Bulgarien wird offiziell an der Balkanbund-Konferenz nicht tettneh- men, weil es außerhalb des Balkanbundes bleibt. Es wird aber die Bestrebungen auf Erhaltung des Friedens auf dem Balkan aktiv unterstützen. In diesem Sinne dürste eine große Bedeutung den Besprechungen zugeschrieben werden, die der türkische Außenminister Saracoglu in Sofia auf seiner Durchreise nach Belgrad mit dem bulgarischen Ministerpräsidenten und Außenminister K j o s s e i w a - n o ff haben wird. _ ,
Rumänien verfolgt bas Ziel der Verteidigung des Friedens und der Neutralität im Südosten. Der ungarisch-rumänische Gegensatz ist das schwierigste Problem, mit dem sich die Belgrader Konferenz zu befassen haben wird. Italien und Jugoslawien versuchen in dieser Angelegenheit zu vermitteln. Man hofft, daß es der Belgrader Konferenz gelingen werde, einen Modus vivendi zwischen Ungarn und Rumänien zu schaffen. *->
Sonst wird die Konferenz keinerlei militärische Bündnisse und auch keinen neuen Block oder ähnliches bringen. Sie wird ruhig und würdevoll den Wunsch und den Entschluß der vier Staaten des Balkanbundes zum Ausdruck bringen, auf dem Balkan den Frieden und die Neutralität um leben Preis zu wahren und wird den anderen Staaten des Südostens die Hand entgegenstrecken mit der Einladung, mit dem Balkanbund zusammenzuarbeiten.
3falien und die Setaraber firmieren). Rom, 1. Febr. (Europapreß.) Die Politik Italiens als Balkanmacht erstrebt die Wahrung
und Sicherung der eigenen Interessen aufdemBalkan. Das Interesse Italiens an der Sicherung der ungestörten Fortdauer des Friedens auf dem Balkan und im Donau raum bildet daher das Hauptziel dieser Polittk. Der Balkanbund hat den Bemühungen Italiens um die Einebnung der Gegensätze, die noch zwischen einzelnen Balkanstaaten und im Donauraum bestehen, Verständnis entgegengebracht. Sie kommen den eigenen Wünschen biefer Staaten entgegen, zu einer Systematisierung der Beziehungen der Staaten in Südosteuropa, vor allem zwischen Ungarn und Rumänien sowie zwischen Rumänien und Bulgarien, zu gelangen.
Diese den gegebenen Wirklichkeiten und der Vernunft entsprechenden Einigungen sind den W e st -
Rom, 1. Februar. (DNB.) „Tribuna" veröstent- licht eine Unterredung ihres Berliner Sonderkorrespondenten mit Staatssekretär Land- r i e d über die „Mobilisierung der deutschen Wirt- chaft". Hierin betont Staatssekretär Landsried, daß die neuen englisch-französischen Maßnahmen gegen den deutschen Export das Exportprogramm Deutschlands — wie dies auch Minister Funk in Wien darlegte — nicht im gering st en b e- einträchtigen könnten, da die Reichsregierung Mittel und Wege zur Verwirklichung des Exportes in dem ihr geeignet erscheinenden Ausmaß finden werde. 'Die neutralen Staaten würden auf eine weitere Belieferung durch Deutschland größten Wert legen, um so mehr, als die französische und die englische Industrie, die nicht einmal ihre Dorkriegslieferungen aufrechtechalten könne, sich bisher als unfähig erwiesen habe, gewisse deutsche Lieferungen zu ersetzen.
Ueberdies habe sich die deutsche Wirtschaft bereits in Friedenszeiten in so starkem Ausmaß den Erfordernissen der Wehrmacht angepaßt, daß die Umstellung auf die derzeitigen Notwendigkeiten des Krieges etappenweise erfolgen konnte. Was die lebenswichtigen Rohstoffe anbelange, so sei Deutschland auf unbegrenzte Zeit versorgt. Ueberdies habe die Autarkie große Fortschritte gemacht.
Das deutsche Volk stehe heute, wie Staatssekretär Landsried abschließend betonte, vollkommen geschlossen hinter dem Führer und kenne nur ein Ziel, den siegreichen Abschluß des Deutschland aufge- zOungenen Krieges. In diesem Bewußtsein nehme
Berlin, 31.3an. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt.
3m Westen nur geringe Gefechtstätigkeit.
Die Kriegsmarine verstärkte in der letzten Zeit ihre U-Voot-Abwehr in der Deutschen Bucht durch vermehrten Einsatz von U-Boot-3agdstreitkräften und anderen U-Boot-Ab- wehrmitteln.
Deutsche Fliegerverbände wurden auch im Laufe des 30. 3anuor zur Aufklärung über der Nordsee und der englischen Küste von den Orkneys bis zur Themse-Wündung eingesetzt, hierbei mürben — wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben — wiederum sieben bewaffnete Handelsschiffe versenkt, ein weiteres schwer und mehrere andere leicht beschädigt. Außerdem wurden zwei britische Dorposten- boote zum Sinken gebracht. Trotz stärkster Flak- Abwehr von allen angegriffenen Schiffen und trotz Einsatzes zahlreicher feindlicher 3äger wird nur ein eigenes Flugzeug vermißt.
Der Luftkrieg über Ges.
Gelegentlich versuchen die Engländer noch, fid) über die deutschen Luftpatrouillen lustig zu machen, die mit geradezu peinlicher Regelmäßigkeit immer wieder an den Küsten Albions auf- tauchen. Aber diese gewisse Wurstigkeit, mit der die Londoner Propagandisten ihre Angst vor der Oeffentlichkeit zu verheimlichen suchen, ist doch langsam im Schwinden begriffen. Die Hartnäckigkeit, mit der die deutschen Aufklärer ihre Kundschaster- flüge über der Nordsee und den brittschen Inseln durchführen und mit der sie ein en gli s che s Handelsschiff nach dem andern auf den Meeresgrund schicken, ist doch zu offenbar und zu erfolgreich, als daß sich die Insulaner über - diese Gefahr nicht schließlich voll Rechenschaft ablegen müßten. Tägliche Dersenkungszistern von 20 000 Tonnen und darüber, wie sie in der letzten Zett wiederholt verzeichnet werden mußten, erfordern schon eine ernsthafte Betrachtung der englischen Kriegführung. Mit bloßen Witzen und Ableugnungsversuchen ä la Churchill ist da nichts mehr zu machen. Bezeichnenderweise hat der Londoner Rundfunk auch den großen Schlag der' deutschen Luftwaffe vom 29. Januar nicht mehr abzuleugnen
möchten nicht erwünscht. Je näher die Tagung der Außenminister des Balkanbundes in Belgrad heranrückt, desto intensiver wird der Druck, der von Diplomatie und Presse der Westmächte auf die Balkanhauptstädte gerichtet wird. Es hat aber den Anschein, daß der einst auf dem Balkan ihrer Aufnahme günstige Boden steril geworden ist. Man kann auf Grund der aus Istanbul vorliegenden Meldungen über die Stimmung in den maßgebenden türkischen Kreisen erwarten, daß auch die Türkei nicht aus der Reihe geraten werde. Erne Gewähr dafür, daß das Ergebnis der Beratungen von Belgrad den Bestrebungen Italiens und seiner Freunde auf dem Balkan und im Donauraum entsprechen wird, erkennt man in Rom in der jüngsten Aeußerung des jugoslawischen Außenministers Cincar Markowitsch, der Pressever- tretern gegenüber betont hat, daß der Wille zur Erhaltung des Friedens und der Neutralität des Südofttaumes von allen Balkanstaaten geteilt werde, mögen sie nun dem Balkanbund angehören oder nicht.
das deutsche Volk die notwendigen Einschränkungen auf sich, da es die Gewißheit habe, daß alle diese Opfer zum Siege der deutschen Sache beitragen werden.
Die Lücken in Englands Blockade.
Ein schweizerisches Urteil.
Genf, 31. Jan. (Europapreß.) Zu den Wirtschafts- und Blockadeschwierigkeiten Englands schreibt der stets gut unterrichtete Londoner Korrespondent der „Nationalzeitung" in Basel: „Die Sehnsuch^ nach einem ft arten Mann im Kriegskabinett, der einen umfassenden Wirtschaftsplan aufzustellen und durchzuführen Hätte, wird meist damit begründet, daß dieser Krieg ein totaler Krieg sei. Der wahre Grund aber ist ein anderer. Er besteht darin", so sagt der neutrale Londoner Korrespondent, „daß man das Deutsche Reich in diesem Kriege nur unzulänglich blockieren kann." Er fährt dann fort: „Im Weltkriege hatte der Blockadering nur im Norden eine Oeffnung. Heute klaffen breite Lücken f ast an allen Seiten. Die See- sperre kann nur einen Teil der deutschen Aus- unb Einfuhr, unb auch biefen nur mittelbar treffen, unb einen anderen Teil überhaupt nicht. So ist es bas Hauptziel Englanbs, ben Krieg ausj u breite n , um die Blockadelücken zu schließen und sich, sofern das nicht genügt, der wichtigsten Rohstoffquellen des Reiches und, wenn nötig, Rußlands zu bemächtigen."
ober durch rührselige Geschichten von „toten Hunden" ober „geborstenen Fensterscheiben" zu bagatellisieren gewagt. Wenn auch widerwillig, so muß die englische Seemacht dennoch einen neuen Faktor in der Ge samtkriegführung anerkennen, der ihre ganzen Traditionen, aber auch ihre vor dem Kriege gefaßten Zukunftspläne über den Haufen zu werfen droht: nämlich den Luftkrieg über See. Dieser neue überraschende Faktor wirb von ber- selben Bedeutung sein wie die im Weltkrieg plötzlich austauchende U-Boot-Waffe, ja, sie an Entscheidungskraft für den Ausgang des Kampfes vielleicht noch übertreffen.
Die Todeszone um England
Amsterdam, 31. Jan. (DNB.) Unter den britischen bewaffneten Handelsschiffen, die am Dienstag an der englischen Ostküste von deutschen Fliegern angegriffen wurden, befanden sich nach hier eingegangenen Meldungen der britische Petroleum- dampfer „British Triumph" (8500 Brgt.) und der britische Kohlendampfer „C o r y t o n" (4553 Brgt.). In London wird mitgeteilt, daß der britische 2178-Br^t.-Dampfer „Giral da" bei ben Orkney-Inseln gesunken ist. Die gesamte Besatzung von 16 Mann hatte sich in ein Rettungsboot begeben, bas aber kurz vor ber Küste kenterte, so daß alle umkamen. Der englische Dampfer „S t a n b u r n" (2800 Brgt.), ber Montag von beutschen Flugzeugen an ber englischen Küste angegriffen würbe, kenterte, nur zwei Mitglieber ber Mannschaft, bie aus 21 Perstonen bestand, konnten gerettet werden. Von dem brittschen Dampfer „B a n c r e st" (4450 Brgt.) kamen Mittwoch 8O8-Rufe: ber Dampfer befindet sich an ber Norb- küste Schottlands in Seenot. Der griechische Dampfer „A d a m a t i o s P i t h i s" (4000 Brat.) ist an ber englischen Westküste „gescheitert". 28 Mitglieder der Besatzung konnten sich an die Küste retten. Am 30. Januar sind wieder zwei dänische Schiffe oerlorengegangen. Zugleich mit dem Dampfer „Engl a n d" (2319 Brgt.) ist auch der Dampfer „F r e b e n s b o r g" (2094 Brgt.) untergegangen. Beibe Dampfer finb zusammen gefahren und wollten nach England. Der belgische Dampfer „Eminent" traf mit der elf Mann starken Besatzung des norwegischen Dampfers „S k u d e" (410 Brgt.) in Brügge ein. Dos Schiff ging zwischen Harwich und Yarmouth unter, da es auf ein Schiffswrack gestoßen ist.
Kübel des Haffes.
Der französische Ministerpräsident D a I a b i e r hat eine Runbfimkrede gehalten, bie flehentlich um eine bessere innere Front in Frankreich wirbt. Aber wenn er vor ben nationalsozialistischen Agenten warnt, bie angeblich bie Franzosen verhetzen, wenn er versichert, diese „Flüsterpropaganda" mache sich sehr bemerkbar unb ber französische Arbeiter müße boch „zu bem wirklichen Frankreich zurück- inben", bann steht biefes Bitten boch in merkwür- bigem und schneidendem Gegensatz zu seiner Behauptung, Frankreich habe seine Grenzen nicht ber inneren Zwietracht geöffnet. Der Pariser „Drbre" hat gerade jetzt zu ber am Freitag beginnenden Kammerbebatte über die Zensur geschrieben, bas französische Volk besitze ein Recht zu verlangen, baß man ihm bie volle Wahrheit sage, unb im „Jour" wirb geklagt, bie Taktik ber Regierung gehe dahin, jede Wahrheit, deren Kenntnis unangenehm werden könne, zu verheimlichen.
Daladier aber schiebt bie von seinen eigenen Regierungsorganen angeprangerten Sünden ben „Nazis" in bie Schuhe und beweist bamtt lediglich, daß er seit München immer tiefer auf ber schiefen englischen Ebene gerutscht ist. Ob bie Franzosen ber Heimatfront dem Ideal Dalabiers, wie bie Frontsoldaten zu leben, nacheifern wollen, können wir nicht entscheiden. Die frühstückenden englischen Minister unb die parlamentarischen Aborbnungen, bic sich die Westmächte gegenseitig auf ben Hals schicken, haben (ebenfalls in ihrem persönlichen Lebenskreis noch nicht gezeigt, baß sie biefes Ideal Vorleben, und wir glauben, baß ber Durchschnittsfranzose Herrn
Oer Wehrmachtsbericht
Vernichtung einer feindlichen Sicherung westlich Saarlautern.
Berlin, 1. Februar. (DNB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m Westen geringes Artilleriefeuer. Ein eigener Spähtrupp vernichtete am 30. 3anuar eine feindliche Sicherung im Grenzgebiet westlich Saarlautern und kehrte ohne Verluste zurück.
Die deutsche Luftwaffe setzte die Aufklärungstätigkeit gegen Großbritannien fort.
Englisches Vorpostenboot von deutschen Fliegern versenkt.
1. Febr. (DNB. Funkspruch.) Das englische Vorpostenschiff «East D u d g e o n" ist von deutschen Fliegern versenkt worden. Acht Wann der Besatzung' sind ertrunken.
„Wir sind im Kriege "
Mailand, 31. Jan. (Europapreß.) lieber die Tragweite ber Neutralität unb Nichtkriegführung vertritt ber „Popolo b'Jtalia" in einem Aufsatz unter der Ueberschrist: „Wir sind im Kriege" die Ansicht, baß Italiens Wirtschaft schon im Kriege stehe unb auf diesem Gebiet keine Schlacht verlieren dürfe, um seine Unabhängigkeit zu retten unb mit allen seinen Kräften sich zu sichern. Italiens Nichtkriegführung verpflichte nicht zur Unparteilichkeit wie bie Neutralität. Wenn Italien auch Gewehr bei Fuß bleibe, so sei es boch eine aktive unb baher parteiische Hauptperson bes Weltbramas. Es fei parteiisch, da es unter bem Drang seiner berechtigten Interessen, bie in Versailles verletzt unb während zwanzig Jahren bes Völker- bunbes verkannt worben seien, an der Entwicklung wie am Ausgang bes Konflikts stark interessiert sei. Da ber Krieg nicht mit ben Waffen allein ausgetragen werbe, betrachte sich Italien als im Kriege b e f i n b l i ch. Es ergreife zwar keine militärische Initiative, treffe aber alle wirtschaftlichen Vorsorgen. Englanb habe übrigens kein Geheimnis aus feiner kriegerischen Absicht gemacht, seine Ziele ohne ober mit möglichst wenig Kämpfen zu erreichen.
Italienische Polizeibataillone.
Parade vor dem Duce.
Rom, 31. Jan. (Europapreß.) Der Duce hat auf ber Via bel Jmpero bie Parabe bes mobilen Polizei-Bataillons abgenommen, bas kürzlich als erstes von sechs berartiaen Bataillonen gegrünbet worben ist, bie den Polizeidivisionen Italiens beigegeben werben sollen. Diese Bataillone, bie im Kriegsfälle sofort bem Heere ungegliedert werben, zeichnen sich burch eine besonbers große Wirkung ihrer Feuerwaffen aus. Das Bataillon, besten Front ber Duce am Mittwoch abschritt, setzt sich zusammen aus einer Kompanie mit schnellen Panzerwagen und motorisierten Luftabwehrgeschützen, einer motorisierten Maschinengewehr-Kompanie, je einer Rabfahrer- und einer Schiläufer-Kompanie, einer mit Melbehunden ausgerüsteten Kompanie, einer mit Schnellfeuergewehren bewaffneten Kompanie unb schließlich einer Füsilier-Kompanie. Die Gesamtstärke bes Bataillons beträgt 600 Mann.
Nachbem Mussolini bie Front ab geschritten hatte, ließ er bie Formationen im Parabeschritt an sich vorbeimarschieren. Eine große Menschenmenge, die durch bas militärische Schauspiel angezogen worden nischen Telegraphenagentur unb gegen 60 ehemalige war, bereitete bem Duce stürmische Kundgebungen.
„Deutschland mit lebenswichtigen Rohstoffen aus unbegrenzte Zeit versorgt"
Die neue Aktion her deutschen Luftaufklärung.
Verstärkung der U-Boot-Abwehr in der Deutschen Bucht.


