Ausgabe 
1.2.1940
 
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Nr. 21 Erstes Blatt

190. Jahrgang

Donnerstag, i.Zebruar 1940

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Die Balkanbund-Konferenz.

Don unserem v M.-Korrespondenien

B e l g r a d , 31. Januar 1940.

Keine Sensationen sind von der Konferenz des Balkanbundes in Belgrad zu erwarten." Das ist das Leitmottv in allen Erklärungen über die Konferenz, die vom 2. bis zum 4. Februar in Belgrad tagt. Der Balkanbund wurde am 2. Februar 1934 nach einer Rundreise, die der damalige König Alexander von Jugoslawien, eine der bedeutendsten Figuren des Balkans in den letzten Jahrzehnten, in allen Ländern des Balkans unternommen hatte, gegründet. Der Grundgedanke König Alexanders war, das Prinzip der Balkan den Balkanvölkern" zu ver­wirklichen und eine Macht zu schaffen, die aus einem Bund der sechs Balkanstaaten Albanien, Bulgarien, Griechenland, Jugoslawien, Rumänien und Türkei bestehen sollte. Auf diese Weise wäre der Balkan nicht mehr der Spielball der europäischen Groß­mächte wie bisher gewesen. Der Gedanke König Alexanders, der dann im Oktober 1934 gelegentlich eines Besuches in Frankreich in Marseille ermordet wurde, konnte nicht in vollem Umfang verwirklicht werden, weil Bulgarien seine Revisionsansprüche gegenüber den Balkanmächten nicht aufgeben wollte, und diese wieder noch nicht bereit waren, Zugeständ­nisse zu machen. Im Jahre 1937 wurde der jugo­slawisch-bulgarische Freundschafts- vertrag abgeschlossen.

Das Bewußtsein von der Schicksalsverbundenheit aller Balkanstaaten ist seit Beginn des europäischen Krieges wieder stark gestiegen. Bon den vier Staa­ten des Balkanbundes: Rumänien, Türkei, Jugo­slawien und Griechenland, deren Außenminister in Belgrad zusammenkommen, hat Jugoslawien seit Jahren die konsequenteste Politik der Neutrali­tät in allen Konflikten zwischen europäischen Groß­mächten und des Friedens mit allen Nachbarn verfolgt. Jugoslawien schloß im Jahre 1937 Freund­schaftsverträge mit Italien und Bulgarien und be- früttgte auf diese Weise jahrelange Streitigkeiten mit diesen Staaten, mit denen es jetzt in engster Zusammenarbeit für die Erhaltung des Friedens am Balkan wirksam ist. Ebenso konnte Jugosla­wien seine Freundschaft zu dem Großdeutschen Reich ausbauen. Es unterhält beste Beziehungen zu Un­garn, die nur aus Rücksicht auf den jugoslawischen Verbündeten Rumänien in keinem formellen Ver­trag eine Bestätigung gefunden haben.

Albanien ist heute ein Bestandteil des ita­lienischen Reiches. Italien ist dadurch eine Balkan­macht geworden. Auch das Interesse Italiens und seine polittschen Ziele am Balkan bedingen die Er­haltung des Friedens und der Neutralität. Italien wird zwar auf der Konferenz nicht offiziell anwesend sein, jedoch sicher hinter den Kulissen starken Ein­fluß ausüben auf den Gang der Konferenz im Sinne der Beseitigung der Meinungsverschieden­heiten, die die Neutralität des Balkanbundes ge­fährden könnten. Diese italienische Aktton hatte be­reits sichtbare Erfolge in der Erneuerung des talienisch-griechischenFreundschafts- Vertrages am 30. Oktober 1939, dem eine Zu­rückziehung der italienischen und griechischen Trup­pen an der griechisch-albanischen Grenze vorange­gangen ist. Dadurch wurde eine aufrichtige Zusam­menarbeit zwischen Italien und Griechenland in der Wahrung des Friedens am Mittelmeer und am Balkan gesichert, wie er bereits seit langem zwi­schen Italien und Jugoslawien bestanden hat.

Die Türkei wieder hat ihre Spannungen mit Bulgarien beseitigt, was zur Zurückziehung der Truppen von der bulgarisch-türkischen Grenze führte, sowie die unlängst erfolgte Erklärung der bulgarischen Regierung heroorrief, daß Bulgarien zwar seine Revisionsansprüche nicht aufgeben könne, aber keinen Konflikt auf dem Balkan Her­vorrufen werde, sondern die strengste Neutralität einhalten wolle. Die Interessen Bulgariens decken sich in diesem Sinne voll mit den Interessen aller anderen Balkanstaaten. Auch Bulgarien wird offi­ziell an der Balkanbund-Konferenz nicht tettneh- men, weil es außerhalb des Balkanbundes bleibt. Es wird aber die Bestrebungen auf Erhaltung des Friedens auf dem Balkan aktiv unterstützen. In diesem Sinne dürste eine große Bedeutung den Be­sprechungen zugeschrieben werden, die der türkische Außenminister Saracoglu in Sofia auf seiner Durchreise nach Belgrad mit dem bulgarischen Mi­nisterpräsidenten und Außenminister K j o s s e i w a - n o ff haben wird. _ ,

Rumänien verfolgt bas Ziel der Verteidigung des Friedens und der Neutralität im Südosten. Der ungarisch-rumänische Gegensatz ist das schwierigste Problem, mit dem sich die Belgrader Konferenz zu befassen haben wird. Italien und Jugoslawien ver­suchen in dieser Angelegenheit zu vermitteln. Man hofft, daß es der Belgrader Konferenz gelingen werde, einen Modus vivendi zwischen Ungarn und Rumänien zu schaffen. *->

Sonst wird die Konferenz keinerlei militärische Bündnisse und auch keinen neuen Block oder ähn­liches bringen. Sie wird ruhig und würdevoll den Wunsch und den Entschluß der vier Staaten des Balkanbundes zum Ausdruck bringen, auf dem Balkan den Frieden und die Neutralität um leben Preis zu wahren und wird den anderen Staaten des Südostens die Hand entgegenstrecken mit der Einladung, mit dem Balkanbund zusammenzu­arbeiten.

3falien und die Setaraber firmieren). Rom, 1. Febr. (Europapreß.) Die Politik Ita­liens als Balkanmacht erstrebt die Wahrung

und Sicherung der eigenen Interessen aufdemBalkan. Das Interesse Italiens an der Sicherung der ungestörten Fortdauer des Friedens auf dem Balkan und im Donau raum bildet daher das Hauptziel dieser Polittk. Der Balkanbund hat den Bemühungen Italiens um die Eineb­nung der Gegensätze, die noch zwischen ein­zelnen Balkanstaaten und im Donauraum bestehen, Verständnis entgegengebracht. Sie kommen den eigenen Wünschen biefer Staaten entgegen, zu einer Systematisierung der Beziehungen der Staaten in Südosteuropa, vor allem zwischen Ungarn und Rumänien sowie zwischen Rumä­nien und Bulgarien, zu gelangen.

Diese den gegebenen Wirklichkeiten und der Ver­nunft entsprechenden Einigungen sind den W e st -

Rom, 1. Februar. (DNB.)Tribuna" veröstent- licht eine Unterredung ihres Berliner Sonderkor­respondenten mit Staatssekretär Land- r i e d über dieMobilisierung der deutschen Wirt- chaft". Hierin betont Staatssekretär Landsried, daß die neuen englisch-französischen Maßnahmen gegen den deutschen Export das Exportprogramm Deutschlands wie dies auch Minister Funk in Wien darlegte nicht im gering st en b e- einträchtigen könnten, da die Reichsregierung Mittel und Wege zur Verwirklichung des Exportes in dem ihr geeignet erscheinenden Ausmaß finden werde. 'Die neutralen Staaten würden auf eine weitere Belieferung durch Deutsch­land größten Wert legen, um so mehr, als die französische und die englische Industrie, die nicht einmal ihre Dorkriegslieferungen aufrechtechalten könne, sich bisher als unfähig erwiesen habe, gewisse deutsche Lieferungen zu ersetzen.

Ueberdies habe sich die deutsche Wirtschaft be­reits in Friedenszeiten in so starkem Ausmaß den Erfordernissen der Wehrmacht ange­paßt, daß die Umstellung auf die derzeitigen Notwendigkeiten des Krieges etappenweise erfolgen konnte. Was die lebenswichtigen Roh­stoffe anbelange, so sei Deutschland auf un­begrenzte Zeit versorgt. Ueberdies habe die Autarkie große Fortschritte gemacht.

Das deutsche Volk stehe heute, wie Staatssekretär Landsried abschließend betonte, vollkommen geschlos­sen hinter dem Führer und kenne nur ein Ziel, den siegreichen Abschluß des Deutschland aufge- zOungenen Krieges. In diesem Bewußtsein nehme

Berlin, 31.3an. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt.

3m Westen nur geringe Gefechtstätigkeit.

Die Kriegsmarine verstärkte in der letzten Zeit ihre U-Voot-Abwehr in der Deut­schen Bucht durch vermehrten Einsatz von U-Boot-3agdstreitkräften und anderen U-Boot-Ab- wehrmitteln.

Deutsche Fliegerverbände wurden auch im Laufe des 30. 3anuor zur Aufklärung über der Nordsee und der englischen Küste von den Orkneys bis zur Themse-Wündung eingesetzt, hierbei mür­ben wie bereits durch Sondermeldung bekannt­gegeben wiederum sieben bewaffnete Handelsschiffe versenkt, ein weiteres schwer und mehrere andere leicht beschädigt. Außer­dem wurden zwei britische Dorposten- boote zum Sinken gebracht. Trotz stärkster Flak- Abwehr von allen angegriffenen Schiffen und trotz Einsatzes zahlreicher feindlicher 3äger wird nur ein eigenes Flugzeug vermißt.

Der Luftkrieg über Ges.

Gelegentlich versuchen die Engländer noch, fid) über die deutschen Luftpatrouillen lustig zu machen, die mit geradezu peinlicher Regelmäßig­keit immer wieder an den Küsten Albions auf- tauchen. Aber diese gewisse Wurstigkeit, mit der die Londoner Propagandisten ihre Angst vor der Oeffentlichkeit zu verheimlichen suchen, ist doch lang­sam im Schwinden begriffen. Die Hartnäckigkeit, mit der die deutschen Aufklärer ihre Kundschaster- flüge über der Nordsee und den brittschen Inseln durchführen und mit der sie ein en gli s che s Handelsschiff nach dem andern auf den Meeresgrund schicken, ist doch zu offenbar und zu erfolgreich, als daß sich die Insulaner über - diese Gefahr nicht schließlich voll Rechenschaft ablegen müßten. Tägliche Dersenkungszistern von 20 000 Tonnen und darüber, wie sie in der letzten Zett wiederholt verzeichnet werden mußten, erfordern schon eine ernsthafte Betrachtung der englischen Kriegführung. Mit bloßen Witzen und Ableug­nungsversuchen ä la Churchill ist da nichts mehr zu machen. Bezeichnenderweise hat der Londoner Rundfunk auch den großen Schlag der' deutschen Luftwaffe vom 29. Januar nicht mehr abzuleugnen

möchten nicht erwünscht. Je näher die Ta­gung der Außenminister des Balkanbundes in Bel­grad heranrückt, desto intensiver wird der Druck, der von Diplomatie und Presse der Westmächte auf die Balkanhauptstädte gerichtet wird. Es hat aber den Anschein, daß der einst auf dem Balkan ihrer Aufnahme günstige Boden steril geworden ist. Man kann auf Grund der aus Istanbul vorliegenden Mel­dungen über die Stimmung in den maßgebenden türkischen Kreisen erwarten, daß auch die Türkei nicht aus der Reihe geraten werde. Erne Gewähr dafür, daß das Ergebnis der Be­ratungen von Belgrad den Bestrebungen Italiens und seiner Freunde auf dem Balkan und im Do­nauraum entsprechen wird, erkennt man in Rom in der jüngsten Aeußerung des jugoslawischen Außen­ministers Cincar Markowitsch, der Pressever- tretern gegenüber betont hat, daß der Wille zur Erhaltung des Friedens und der Neutralität des Südofttaumes von allen Balkanstaaten geteilt werde, mögen sie nun dem Balkanbund angehören oder nicht.

das deutsche Volk die notwendigen Einschränkungen auf sich, da es die Gewißheit habe, daß alle diese Opfer zum Siege der deutschen Sache beitragen werden.

Die Lücken in Englands Blockade.

Ein schweizerisches Urteil.

Genf, 31. Jan. (Europapreß.) Zu den Wirt­schafts- und Blockadeschwierigkeiten Englands schreibt der stets gut unterrichtete Londoner Korre­spondent derNationalzeitung" in Basel:Die Sehnsuch^ nach einem ft arten Mann im Kriegskabinett, der einen umfassenden Wirtschafts­plan aufzustellen und durchzuführen Hätte, wird meist damit begründet, daß dieser Krieg ein to­taler Krieg sei. Der wahre Grund aber ist ein anderer. Er besteht darin", so sagt der neutrale Londoner Korrespondent,daß man das Deutsche Reich in diesem Kriege nur unzulänglich blockieren kann." Er fährt dann fort:Im Weltkriege hatte der Blockadering nur im Norden eine Oeffnung. Heute klaffen breite Lücken f ast an allen Seiten. Die See- sperre kann nur einen Teil der deutschen Aus- unb Einfuhr, unb auch biefen nur mittelbar treffen, unb einen anderen Teil überhaupt nicht. So ist es bas Hauptziel Englanbs, ben Krieg ausj u brei­te n , um die Blockadelücken zu schließen und sich, sofern das nicht genügt, der wichtigsten Rohstoff­quellen des Reiches und, wenn nötig, Rußlands zu bemächtigen."

ober durch rührselige Geschichten vontoten Hun­den" obergeborstenen Fensterscheiben" zu bagatel­lisieren gewagt. Wenn auch widerwillig, so muß die englische Seemacht dennoch einen neuen Faktor in der Ge samtkriegführung anerkennen, der ihre ganzen Traditionen, aber auch ihre vor dem Kriege gefaßten Zukunftspläne über den Haufen zu wer­fen droht: nämlich den Luftkrieg über See. Dieser neue überraschende Faktor wirb von ber- selben Bedeutung sein wie die im Weltkrieg plötz­lich austauchende U-Boot-Waffe, ja, sie an Ent­scheidungskraft für den Ausgang des Kampfes vielleicht noch übertreffen.

Die Todeszone um England

Amsterdam, 31. Jan. (DNB.) Unter den bri­tischen bewaffneten Handelsschiffen, die am Diens­tag an der englischen Ostküste von deutschen Flie­gern angegriffen wurden, befanden sich nach hier eingegangenen Meldungen der britische Petroleum- dampferBritish Triumph" (8500 Brgt.) und der britische KohlendampferC o r y t o n" (4553 Brgt.). In London wird mitgeteilt, daß der bri­tische 2178-Br^t.-DampferGiral da" bei ben Orkney-Inseln gesunken ist. Die gesamte Besatzung von 16 Mann hatte sich in ein Rettungsboot be­geben, bas aber kurz vor ber Küste kenterte, so daß alle umkamen. Der englische Dampfer S t a n b u r n" (2800 Brgt.), ber Montag von beutschen Flugzeugen an ber englischen Küste an­gegriffen würbe, kenterte, nur zwei Mitglieber ber Mannschaft, bie aus 21 Perstonen bestand, konnten gerettet werden. Von dem brittschen Damp­ferB a n c r e st" (4450 Brgt.) kamen Mittwoch 8O8-Rufe: ber Dampfer befindet sich an ber Norb- küste Schottlands in Seenot. Der griechische Dampfer A d a m a t i o s P i t h i s" (4000 Brat.) ist an ber englischen Westküstegescheitert". 28 Mitglieder der Besatzung konnten sich an die Küste retten. Am 30. Januar sind wieder zwei dänische Schiffe oerlorengegangen. Zugleich mit dem Dampfer Engl a n d" (2319 Brgt.) ist auch der Dampfer F r e b e n s b o r g" (2094 Brgt.) untergegangen. Beibe Dampfer finb zusammen gefahren und woll­ten nach England. Der belgische DampferEmi­nent" traf mit der elf Mann starken Besatzung des norwegischen DampfersS k u d e" (410 Brgt.) in Brügge ein. Dos Schiff ging zwischen Harwich und Yarmouth unter, da es auf ein Schiffswrack gestoßen ist.

Kübel des Haffes.

Der französische Ministerpräsident D a I a b i e r hat eine Runbfimkrede gehalten, bie flehentlich um eine bessere innere Front in Frankreich wirbt. Aber wenn er vor ben nationalsozialistischen Agen­ten warnt, bie angeblich bie Franzosen verhetzen, wenn er versichert, dieseFlüsterpropaganda" mache sich sehr bemerkbar unb ber französische Arbeiter müße bochzu bem wirklichen Frankreich zurück- inben", bann steht biefes Bitten boch in merkwür- bigem und schneidendem Gegensatz zu seiner Be­hauptung, Frankreich habe seine Grenzen nicht ber inneren Zwietracht geöffnet. Der PariserDrbre" hat gerade jetzt zu ber am Freitag beginnenden Kammerbebatte über die Zensur geschrieben, bas französische Volk besitze ein Recht zu verlangen, baß man ihm bie volle Wahrheit sage, unb im Jour" wirb geklagt, bie Taktik ber Regierung gehe dahin, jede Wahrheit, deren Kenntnis unan­genehm werden könne, zu verheimlichen.

Daladier aber schiebt bie von seinen eigenen Re­gierungsorganen angeprangerten Sünden benNa­zis" in bie Schuhe und beweist bamtt lediglich, daß er seit München immer tiefer auf ber schiefen eng­lischen Ebene gerutscht ist. Ob bie Franzosen ber Heimatfront dem Ideal Dalabiers, wie bie Front­soldaten zu leben, nacheifern wollen, können wir nicht entscheiden. Die frühstückenden englischen Mi­nister unb die parlamentarischen Aborbnungen, bic sich die Westmächte gegenseitig auf ben Hals schicken, haben (ebenfalls in ihrem persönlichen Lebenskreis noch nicht gezeigt, baß sie biefes Ideal Vorleben, und wir glauben, baß ber Durchschnittsfranzose Herrn

Oer Wehrmachtsbericht

Vernichtung einer feindlichen Sicherung westlich Saarlautern.

Berlin, 1. Februar. (DNB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Westen geringes Artilleriefeuer. Ein eigener Spähtrupp vernichtete am 30. 3anuar eine feind­liche Sicherung im Grenzgebiet westlich Saarlautern und kehrte ohne Verluste zurück.

Die deutsche Luftwaffe setzte die Aufklä­rungstätigkeit gegen Großbritan­nien fort.

Englisches Vorpostenboot von deutschen Fliegern versenkt.

1. Febr. (DNB. Funkspruch.) Das englische Vor­postenschiff «East D u d g e o n" ist von deutschen Fliegern versenkt worden. Acht Wann der Besatzung' sind ertrunken.

Wir sind im Kriege "

Mailand, 31. Jan. (Europapreß.) lieber die Tragweite ber Neutralität unb Nichtkriegführung vertritt berPopolo b'Jtalia" in einem Aufsatz unter der Ueberschrist:Wir sind im Kriege" die Ansicht, baß Italiens Wirtschaft schon im Kriege stehe unb auf diesem Gebiet keine Schlacht verlieren dürfe, um seine Unabhängigkeit zu retten unb mit allen seinen Kräften sich zu sichern. Italiens Nichtkriegführung verpflichte nicht zur Unparteilichkeit wie bie Neutralität. Wenn Italien auch Gewehr bei Fuß bleibe, so sei es boch eine aktive unb baher partei­ische Hauptperson bes Weltbramas. Es fei parteiisch, da es unter bem Drang sei­ner berechtigten Interessen, bie in Versailles ver­letzt unb während zwanzig Jahren bes Völker- bunbes verkannt worben seien, an der Entwicklung wie am Ausgang bes Konflikts stark inter­essiert sei. Da ber Krieg nicht mit ben Waffen allein ausgetragen werbe, betrachte sich Italien als im Kriege b e f i n b l i ch. Es er­greife zwar keine militärische Initiative, treffe aber alle wirtschaftlichen Vorsorgen. Englanb habe übri­gens kein Geheimnis aus feiner kriegerischen Ab­sicht gemacht, seine Ziele ohne ober mit möglichst wenig Kämpfen zu erreichen.

Italienische Polizeibataillone.

Parade vor dem Duce.

Rom, 31. Jan. (Europapreß.) Der Duce hat auf ber Via bel Jmpero bie Parabe bes mo­bilen Polizei-Bataillons abgenommen, bas kürzlich als erstes von sechs berartiaen Batail­lonen gegrünbet worben ist, bie den Polizeidivi­sionen Italiens beigegeben werben sollen. Diese Bataillone, bie im Kriegsfälle sofort bem Heere ungegliedert werben, zeichnen sich burch eine besonbers große Wirkung ihrer Feuerwaffen aus. Das Bataillon, besten Front ber Duce am Mitt­woch abschritt, setzt sich zusammen aus einer Kom­panie mit schnellen Panzerwagen und motorisierten Luftabwehrgeschützen, einer motorisierten Maschi­nengewehr-Kompanie, je einer Rabfahrer- und einer Schiläufer-Kompanie, einer mit Melbehunden ausgerüsteten Kompanie, einer mit Schnellfeuerge­wehren bewaffneten Kompanie unb schließlich einer Füsilier-Kompanie. Die Gesamtstärke bes Batail­lons beträgt 600 Mann.

Nachbem Mussolini bie Front ab geschritten hatte, ließ er bie Formationen im Parabeschritt an sich vorbeimarschieren. Eine große Menschenmenge, die durch bas militärische Schauspiel angezogen worden nischen Telegraphenagentur unb gegen 60 ehemalige war, bereitete bem Duce stürmische Kundgebungen.

Deutschland mit lebenswichtigen Rohstoffen aus unbegrenzte Zeit versorgt"

Die neue Aktion her deutschen Luftaufklärung.

Verstärkung der U-Boot-Abwehr in der Deutschen Bucht.