Ausgabe 
5.8.1940
 
Einzelbild herunterladen

-rauen-RC. Hannover 2 Titel.

Frauen gewann

Notizen für den 5. August.

Sonnenaufgang 5.25 Uhr, Sonnenuntergang 20.46 Uhr. Mondaufgang 7.36 Uhr, Monduntergang 21.11 Uhr.

Glänzender deuWerWleWeg

DeutschlandItalien 104:74 Punkte.

Der zweite Leichtathletikländerkampf zwischen Deutschland und Italien gehört der Vergangenheit an. Die deutschen Athleten und mit ihnen ihre italienischen Kameraden bewiesen trotz Krieg und verminderten llebungsmöglichkeiten ihre Kampf­kraft und Einsatzbereitschaft, was in einem glanzen­den Sieg mit 104:74 punkten seinen Niederschlag fand. Nachdem Deutschland schon am ersten Tag mit 48:36 punkten einen klaren Vorsprung er­kämpft hatte, wurden am Sonntag in der Stutt­garter Adolf-hitler-Kampfbahn von den zehn rest­lichen Wettbewerben nicht weniger als neun ge­wonnen, während unseren tapferen Gästen lediglich der Sieg im SWO-Weter-Lauf durch Veviaqua ver­blieb. Von den insgesamt 19 Wettbewerben, die der Länderkampf umfaßte, fielen somit sechzehn an Deutschland und nur drei an Italien. Die italieni­schen Athleten waren aber in fast allen Wettbewer­ben große und teilweise gleichwertige Gegner und es gelang ihnen, ein etwas günstigeres Endergebnis herauszuholen, als vor Jahresfrist beim ersten Treffen in Mailand.

0r. Luh erfolgreich.

Der Gießener Leichtathlet Dr. Otto L u h, der am Sonntag im Rahmen des Leichtathletik-Länder­kampfes im Kugelstoßen antrat, konnte den ersten Sieg in dieser Disziplin mit einer Leistung von 14,98 Meter sichern.

Der dritte Leichtathletikkampf zwi- schen Deutschland und Italien wurde bereits zum 14. und 15. September nach Mailand vereinbart. Im Herbst wird auch noch ein Frauen-Leichtathletik- treffen zwischen Deutschland und Italien auf deut­schem Boden vor sich gehen.

Kurhessen gegen Hessen-Aassau 14:13 (8:7)

Handball-Vergleichskampf in Gießen. .

Bereichs-Mersturnen in Heuchelheim.

Tv. 1846 Kausibatt-Bereichsmeister 1940. - Interessante Korbbattspiele der Krauen

Die vom Fachamt Handball (Bezirksführung Gie­ßen) zur Ausrichtung übernommene Groh-Deran« staltung nahm einen in allen Tellen wohlgelunge­nen Verlaus. Was in organisatorischer Beziehung getan werden konnte, war getan worden. Der er­hoffte Zuschauer^Erfolg entsprach nicht ganz den Erwartungen. Die Landvereine waren stärkstens vertretep. Bon chrer Seite aus geschah alles, um der Sache auch rein äußerlich zu einem vollen Er­folg zu verhelfen. Schabe aber war es, daß nicht Tausende den wundenvollen Platz umsäumten. Denn was alle eingesetzten Mannschaften zeigten, das war Handball, wie man ihn nur selten zu sehen be­kommt, das waren spannende und energiegeladene Treften. Sie.haben uns neue Freunde zugefiihrt,

Der Faustballkampf.

Mußte man auch der Gießener Mannschaft auf Grund ihrer allgemeinen technischen Sicherheit und ihrer Wettkampferfahrung die besten Siegesaussich- ten einräumen, so war unter den augenblicklichen Dechältnissen doch nicht vorauszusehen, in welcher Verfassung sich der Gegner ACT. Kassel stellen würde. Gießen brachte mit seinen fünf Spielern Dr. Nohl, Riexinger, Becher, Trapp, Dr. Pfeffer die beste Besetzung ins Feld, die es seit Jahren aufbieten konnte. Der Gegner erwies sich als eine gleichmäßig besetzte Mannschaft, die den Nachteil hatte, daß sie über keinen überragenden Schlagmann verfügte, der die Angriffe zu Gewinn­punkten auswerten konnte. Das zeigten bereits die ersten Spielminuten, wo nach einem 2:2 Gießen zu 2:20 auf und davonging. Mit dem seltenen Halbzeit­ergebnis 7:34 für Gießen war das Spiel praktisch entschieden. Die zweite Spielhälfte brachte nicht ganz das gleiche Bild, mit 8:20 ging ober auch sie noch recht eindeutig an Gießen, somit einen für Meister­schaftsendspiele unerwartet hohen Punktsieg von 15:54 für unsere heimische Mannschaft ergebend. Der Sieger zeigte ein gutes taktisches Zusammenspiel und war auch m der Ballaufnahme dem Gegner voraus. Hintermannschaft und Angriff spielten fast fehlerlos, so daß es sich erübrigt, einen Spieler besonders her-

Der turn- und sportfteudige Nachbarort Heuchel­heim war gestern wieder einmal der Schauplatz einer schönen Veranstaltung des NS.-Reichsbundes für Leibesübungen. Altersturner, aktive Turner und die Mannschaften der Sommerspiele trafen sich zu einem gemeinsamen Wettkampftag. Altersturner, Turner und Turnerinnen kamen selbst aus den ab­gelegensten Teilen des Bereichs, ym in Heuchelheim die Kräfte zu messen. Die 50-, 60- und 70jährigen Turner zeigten, was sie noch zu leisten vermögen; Turner der Reichs- und der Bereichsklasse traten zu einem Ausscheidungsturnen bzw. zu einem Kampf um die Bereichsmeisterschaft im Zwölfkampf an. Turnerinnen bestritten einen Achtkamps um die De- reichsmeisterschaft. Faustball- und Korbballspiele be­reicherten die Wettkampffolge.

Morgenfeier.

Die Beteiligung an der Veranstaltung konnte in Anbetracht der Verhältnisse und im Hinblick auf die kurze Dorbereitungszeit nicht ganz so stark fein, wie beim Gaualterstreffen des Vorjahres. Immerhin war die Beteiligung erfreulich stark. Don Kassel und von Hanau, von Fulda und vom Taunus kamen die Wettkämpfer. Kreisfachwart S i m o n (Hofgeismar) hieß m einer kurzen einleitenden Feier die Wett­kämpfer im Auftrag des Bereichsfachwarts Schäfer (Kassel) herzlich willkommen. Sein besonderer Gruß galt dem Reichsbund-Kreisführer Hauptmann Dr. Schäfer (Gießen). In kurzen Ausführungen sprach der Redner von jenem Geiste, der die Turner seit jeher beseelte, einem Geiste der Vaterlandsliebe und der Verpflichtung für die Gemeinschaft.

Altersturner im Kampf.

Nach dem Gruß an den Führer begaben sich die Riegen der Wettkampfteilnehmer sofort an die Ge­räte und an die Kampfttätten des volkstümlichen Wettbewerbs. Die Altersturner marschierten zum Sportplatz, um einen Siebenkampf bzw. Dreikampf zu bestreiten, bei dem sie ihre Elastizität im Kugel­stoßen, beim Weitsprung und im Laufen zu be­weisen hatten. Mit einem geradezu jugendlichen Eifer widmeten sich die 50-, 60- und 70 jährigen dem Wettbewerb und erzielten auch beachtliche Lei­stungen. Der nunmehr 81jähriae Turner Wilhelm D a p p e r (Tv. 1846 Gießen) fehlte auch diesmal nicht und brachte die Uebungen mit guten Ergeb­nissen und beachtlicher Punktzahl hinter sich. Jede Einzelleistung wurde sorgfältig festgehalten. Die Er­gebnisse der Mitbewerber wurden von den Alten Herren sehr aufmerksam verfolgt.

Zwölfkampf der Aktiven.

Zu gleicher Zeit traten die aktiven Turner der Reichs- und der Bereichsklasse zu chren Uebungen an. In der Reichsklasse turnten (Bergs (ATE. Kas­sel), Kaiser (Tv. 1846 Gießen) und Lettin (Tv. Wieseck) in einem Ausscheidunasturnen für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Chemnitz. Die Uebungen an den einzelnen Geräten wurden von zahlreichen sachverständigen Zuschauern mit großer Aufmerksamkeit verfolK. Insbesondere am Barren und am Reck sah man sehr schöne Kür­übungen. Sehr gut gefielen auch die figurenreichen und exakt ausgeführten Freiübungen in der Turn­halle. Doraussichtlich nehmen alle drei Turner an den Deutschen Mehrkampsmeisterschaften in Chem­nitz teil.

Die Turner der Bereichstlasse bestritten ebenfalls einen Zwölfkampf. Von unseren heimischen Turnern waren die Wiesecker Ludwig Seng stäke und Heinrich Wenzel beteiligt. Den Sieger und Be­reichsmeister stellte Josef Deuter von der Ful­daer Turnerschaft.

Auch die Turnerinnen, deren nur drei am Start waren, bemühten sich um die Qualisikation zur Teilnahme an den Deutschen Mehrkampfmeister­schaften. Siegerin im Achtkampf wurde die Kas­selerin Käthe K r e g e l i u s. Als zweite Teilnehme­rin an den Deutschen Meisterschaften wird voraus­sichtlich Margret Seim (Mtv. Gießen) genannt werden können, die gegenwärtig an einem Prü- fangskursus für Sportlehrerinnen m Berlin teilnimmt und dort an einem Ausscheidungsturnen hn Wett­bewerb stehen wird.

Der größte Teil der Wettkämpfe, die unter der Leitung des Dereichsfachwartes für Männerturnen,

haben durch ihre Schönheit geworben und waren nicht zuletzt auch dazu angetan, einen Einblick in den hohen Stand des Handballspiels überhaupt zu vermitteln.

Schon der Auftakt der Veranstaltung, das Spiel der beiden Jugendmannschaften, hielt die Zuschauer in seinem Bann. Lützellinden hielt das in die Mannschaft gesetzte Vertrauen. Der Gegner mußte die Überlegenheit des Gebietsmeisters anerkennen, seine überlegene Ballführung, das einwandfreie Stellungsspiel und nicht zuletzt auch der Drang nach dem Tor waren vorbildlich und ließen es verständ­lich erscheinen, daß die Elf in den Besitz des wert­vollen Titels kam. Die Gießener Jungens waren gut (übrigens ttat die Mannschaft verstärkt an); ihr

Richard Becker (Kassel), standen, konnte um die Mittagsstunde abgeschlossen werden.

Korbball um die Bereichsmeisterschast.

Der Nachmittag war dann in der Hauptsache den Sommerspielen gewidmet. Im ersten Wettbewerb traten die Heuchelheimer Turnerinnen in einem Korbballspiel gegen die Wetzlarer Turnerinnen an und mußten sich mit 9:1 geschlagen bekennen. Die linken Gäste aus Wetzlar zeigten sichtlich ein Plus an Wettkampferfahrung, das den Heuchelheimer Turnerinnen noch nicht zu eigen sein konnte. Trotz­dem gestaltete sich das Spiel sehr interessant, denn die Mädchen vom Platzverein kämpften bis zur letzten Minute.

In einem Zwecken Korbballspiel standen sich die Turnerinnen der Tumgemeinde Hanau und der CT. H es fe n -P re e n im Kampf um die Bereichsmeisterschaft gegenüber. Die Leitung des Spieles hatte der Gauobmann Dr. Pfeffer. Ob­wohl die Turnerinnen aus Kassel nur mit sechs Spielerinnen antreten konnten, behaupteten sie sich doch gegen die Mädchen aus Hanau. Wenn sie mich in oer elften Halbzeit nicht dominieren konnten und den Hanauerinnen die Inittative überlassen mußten, o gelang es ihnen in der zweiten Halbzeck doch, )en Kampf ausgeglichen zu gestalten, so daß das Spiel nach regulärer Zeit 2:2 stand. In der Ver­längerung vermochten sich dann die Mädchen aus Kassel den Sieg zu sichern, den sie für chren Einsatz redlich verdient hatten.

Nachdem die Zwölfkämpfer vor einer großen Zu- schauerschaft chre Kürübungen am Barren und am Reck gezeigt hatten und damit starken Beifall aus­lösten, traten die Mannschaften des Turnver­eins 18 46 Gießen und der Aelteren Kasseler Tumgemeinde zum Endspiel um die Bereichsmeister­schaft im Fauftball an.

Können reichte aber nicht aus, um dem Spiel einen anderen Ausgang zu geben.

Die beiden Gaumannschaften traten mit wenigen Ausnahmen in der vorgesehenen Aufstellung an. Die Männer von Hessen-Nassau fanden sich über­raschend schnell und lagen durch hervorragende Leistungen auch bald in Führung. Kassel holte aber auf und erzwang wenig später schon den Ausgleich. So ging es bis zur Halbzeck, die die Gäste mit etwas Glück für sich entscheiden konnten. Wenn man angenommen hatte, daß das Spiel nach dem Wechsel noch interessanter werden würde, dann hatte man sich nicht getäuscht. Wohl mußte unsere Mann­schaft eine kurze Schwächeperiode durchstehen. Sie war aber bald überwunden und im hervorragenden Einsatz der vier Tore betragenbe Vorsprung auf- geholt. Durch einen krassen Deckungsfehler kamen die Kasseler zu einem knappen Erfolg.

Das Spiel selbst dürfte, darüber besteht wohl fein Zweifel, seinen Zweck erfüllt haben. Die Bereichs­führung wird es an Hand der gezeigten Leistungen nicht schwer haben, ihre zukünftige Vertretung auf­zustellen. Die Spieler, die dann später zum Einsatz kommen werden, stellen das Beste dar, was es im Augenblick im Bereich Hessen gibt. Sie werden sicherlich auch bei den kommenden schweren Kämp­fen ihren Mann stellen. Wer im einzelnen berufen werden wird, steht noch nicht fest.

Eine Kritik der beiden Mannschaften wollen wir uns diesmal ersparen. Es gab auf beiden Setten Versager, die aber durch ganz ausgezeichnete Lei­stungen wieder ausgeglichen wurden. So sah man beispielsweise von Wenzel zeitweilig hervorragende Abwehrarbeit. Daß das Spiel so torreich verlief, ist nicht sein« Schuld.

Oie deutschen Hudermeisterschasten.

Die deutschen Rudermeisterschaften wurden auf der Olympia-Strecke in Berlin-Grünau entschieden. Die neuen Kriegsmeister sind: Einer: Ellida Wien (Hafenöhrl); Zweier m. St.: Amicitta Mannheim; Zweier o. St.: Spindlersfelder RV. Sturmvogel; Doppelzweier: Berliner RE. (Fürth-Neuburger); Vierer m. St.: Viktoria (Brünau; Vierer o. St.: Viktoria (Brünau; Achter: Berliner RC. Bei den

oorzuheben. Für die Mannschaft bedeutet diese sechste y Bereichsmeisterschaft den Lohn für ein jahrelanges systematisches Training. Die Vorrunde zur Deut- eben Meisterschaft, in der es gegen die Bereiche Südwest, Baden, Württemberg und Bayern geht, wird erweisen, welchen Platz der Gießener Faust- ! ball unter den übrigen deutschen Spitzenmannschaften einnimmt.

*

Mit einer würdigen Siegerehrung fand die Veranstaltung chr Ende. Kreisfachwart Simon hielt eine Ansprache, in der er seiner Freude dar­über Ausdruck gab, daß es im Reiche Adolf Hitlers trotz Krieg und Kampf nicht nur für deutsche Kunst und Kultur, sondern auch für die Leibes- übuna die Möglichkeit gebe, die Arbeit fortzusetzen zum Besten der deutschen Jugend und der ganzen Natton.

Heuchelheimer Turnerinnen forderten zum Ab­schluß des Tages mit einigen hübschen und sehr beifällig auf genommen en Volkstänzen zu allgemei­ner Aufmerksamkeit heraus.

Die Ergebnisse folgen.

Oie Sraebniffe:

Zwölfkampf der Männer (Reichsklasse): 1. (Bereichsmeister 1940) Otto Geras, A.C.T. Kassel, 190,5 Punkte; 2. Kaiser, Tv.1846 Gießen, 175,5 P.; 3. Karl Bettin, Tv. Wieseck, 115,5 Punkte.

Achtkampf der Frauen: 1. (Bereichsmei- fter) Käte Kregelius, C.T.-H.Pr., 125 Pkte.; 2. Ma- rie-Luise Kling, Turn-u. Fechtklub Hanau, 105,5 P.; 3. Else Schmidt, Tuspo. Friedrichsdorf, 90 Punkte.

Zwölfkampf, Bereichsklasse: 1.Josef Deuter, Fuldaer Tumerschaft 194 Punkte; 2. Aug. Krack, Tv. Kirdorf, 190; 3. Erich Schade, Tv. 1847 Wetzlar, und Alwin Stötzer, Fuldaer Tumerschaft, 163; 4. Ludwig Sengstake, Tv. Wieseck, 160; 5. Hein­rich Wenzel, Tv. 1847 Wieseck, 145 Punkte.

Altersklasse I (32 40 Jahre): 7- Kampf): 1. Büttner, Fuldaer Tumerschaft 48/88, 134,5 Pkt.; 2. Swoboda, Tv. Sinn, 134; 3. Reuter, Tv. Sinn, 131,5; Ferber, Tv. Waldgirmes, 131,5; 4. Schmidt, Tv. Herborn, 127; 5. Stech, Fuldaer Tumerschaft 48/88, 122,5; 6. Hildebrandt, Tv. Wie- seck, 120,5; 7. Frey, Tv. Wieseck, 118; 8. Hardt, Tv. Herborn, 117,5; Schmidt, Tv. Wetzlar, 117,5; 9. Munk, Tv. Wetzlar, 110,5; 10. Schick, Tv. Wetzlar, 107; 11. Schill, To. Herborn, 105,5; 12. Heil, Tv. Weißkirchen, 98,5; 13. Vollmer, Tv. Herborn, 94,5.

3-Kampf: 1. Stückert, Polizeisport Hanau, 69 Pkt.; 2. Memann, SA.^Kampffpielgem. Gießen, 68; 3. Pfeffer, Tv. Rieder-Eschbach, 67; Zemdt, DsB.-Reichsbahn Gießen, 67; 4. Heck, Tv. Nieder - Eschbach, 64; 5. Leidig, Tv. Grüningen, 60; 6. Mul- > ter, Postsport Gießen, 57; 7. Harth, Tv. Weißkir- chen, 56; 8. Ludewig, Tv. Wetzlar, 51; 9. Schäfer, , Tv. Grüningen, 44. , x

Altersklasse II (41 50 Jahre): (Ste­rben kämpf): 1. Sauer, Tv. 1846 Gießen, 124 Pkt.; 2. Gissel, Tv. Waldgirmes, 122,5; 3. Kuhl- mann, Tv. Herborn, 116; 4. Jung, Tv. Wetzlar, 113; . Möglich, Tv. Wetzlar, 113; 5. Müller, Dv. 1846 Gie- , ßen, 108; 6. Pfeiffer, Tv. 1846 Gießen, 105,5. - Weitere Ergebnisse folgen.

(Nachdruck verboten.)

18. Fortsetzung.

sie

Tilde am anderen Morgen den Kops zum

werden Das Und

über das ganze Gesicht.

Solch ein Wetter hab' ich mir eben gewünscht, Tilde", sagt er statt jeder Begrüßung.

Tilde weiß nicht, was sie denken soll.Man kann doch aber auf keinen Fall aus dem Zelt heraus."

Und ob man kann. Das Frühstück auf der In­sel fällt wegen Regen aus und findet im Saale statt, das heißt, beim Dauer Hagemann. Die Zelte werden dicht gemacht, die Boote drüben in den Schuppen gelegt, und heute abend fft es wieder schön."

Und was tun mir? fragt sie.

Er sieht sie strahlend an.Wir fahren doch nach Hallerndorfer Teerofen."

Man muß chm schon den Gefallen tun. Bereits

denn, Tilde?"

Sie lügt.Ich bin müde."

Also gehen mir schlafen."

,Ha, gehen wir schlafen."

Er revidiert noch einmal die Zeltschnüre, ob auch fest sind. Dann gibt er ihr die Hand.

Gute Nacht, Heinz Deetjen."

Und morgen früh heraus."

wissen sie beide.

nun denken sie aneinander.

17.

anderer Flecken Erde. Diese Runeninfel fft der ro- mantffche Ausflugsort für Hellwig & Holzmanns Wochenendler. Auf dem See wird der guteTheo­dor" fahren, in der Mühle werden 30 Menschen Lärm machen, auf der Insel werden

Es fft nicht auszudenken.

Er merkt, daß sie weit fort ist.Was haben Sie

Als Tilde am anderen Morgen den Kopf zum Zelt herausstreckt, regnet es; daß man jede Hoff­nung, es möchte im Laufe des Tages einmal auf­hör en, mit Fug und Recht aufgeben kann.

Heinz Deetjen, der in feiner Regenhaut schon am Ufer steht, lacht trotzdem oder gerade deswegen

Die schöne Melusine

Vornan bon Hans dichter

,Ha", verspricht sie. .

Es gibt Worte, die gleichgültig und äußerlich irtb und in denen doch ein Unterton mitschwingt. Dieser Unterton ist das Wichtige. Während sie mit­einander sprechen, sagen sie in Gedanken längst Du zueinander. Aber weil sie jung sind, und weil das eine Grenze hat, die nicht so einfach überschritten darf, tun sie es nicht.

um sieben landen sie drüben in Gussow, um halb acht fft ein Frühstück, das sich schen lassen kann, auf gefuttert, und um halb neun fahren sie. Tilde auf dem Soziussitz gewaltig durchgerüttelt und mit patschnassen Strümpfen in die Fabrik ein.

Sie fft bestimmt nicht zimperlich. Aber na sie Strümpfe kann sie auf den Tod nicht vertragen, denn sie kennt die Folgen: mit einem kitzelnden, trockenen Gefühl ganz hinten im Halse fängt es an. Dann folgt der benommene Kopf. Die Nasen­spitze wird rot, Kopfschmerzen, Schlappheit ünd wenn es soweit fft, tut man am besten, sich von allen UrlaubsMnen zu verabschieden, das Zelt ab­zubauen und seine Zuflucht zu Tante Malwines Fliedertee zu nehmen. Tilde sieht diesen rauchenden Teetopf und ein mit Federbetten hochgetürmtes Lager im Geist schon vor sich und wirft den Kopf in den Nacken.

Nein", sagt sie energffch.

Heinz Deetjen kann dem Gedankengang natürlich nicht folgen und bekommt Angst um seine Arbeit. Er fft im Augenblick auf dem Standpunkt, den Männer, wenn sie sich etwas vorgenommen haben, gern erreichen: er denkt nur an die Arbeit und ist allem anderen unzugänglich.

Was heißt denn nein?" wundert er sich.

^Jch will keine Erkältung bekommen", fährt sie ihn an urtb zeigt auf ihre Strümpfe.Sehen Sie nur einmal, was Sie da angerichtet haben."

Zum Glück pasiiert eben Greta Kranick die Ein­fahrt, nickt dem Pförtner zu, übersieht sofort die Lage und nimmt das Mädchen ohne viel Worte am Arm.Wir werden den Schaden gleich gutmachen", meint sie.

Heinz sagt etwas von einem Gestell* das man in der Nähe des Brennofens au ff teilen könne, aber davon will Greta nichts wissen. In einer Viertel­stunde würden sie zurück fein, bedeutet sie ihm und er solle bis dahin nur alles vorder eiten.

Hallersdorfer Teerofen fft eine große moderne Fabrik, liegt einsam im Walde, fft von dem Ort Hallersdorf durch die Breite der Straße getrennt und besteht aus eben dieser Fabrik, einer in einem Park liegenden Villa und einer Siedlung. Auf eins l dieser Häuschen zu nimmt Greta Kranick die Rich­tung und gibt zwischendurch Erklärungen.

iDort wohnt Deetjen", sagt sie und deutet auf

Ein Gedanke durchzuckt sie, und diesen Gedanken mißbilligt sie ebenso, wie Tante Malwine es tun würde,Muß ich etwa?" fragt sie und denkt an unbeÜeidete Modelle.

Er versteht.Sie müssen nicht. Zuerst einmal muß ich den Kopf haben, dazu genügt der Trai­ningsanzug, und jpäter, wenn wir an die Figur gehen, ziehen Sie den Badeanzug an."

Ich" sie zögert noch, aber dann findet sie das Zögern dumm und kindisch. Man hat Vertrauen zueinander oder man hat fein Vertrauen, denkt sie.Ich will Ihnen für Ihre Melusine sitzen, Heinz Deetjen", sagt sie.

Für ihn ist das längst selbstverständlich.Morgen früh fahren wir nach Hallersdorfer Teerofen", be­stimmt er.Der alte Herr soll sich wundern, wie pünktlich sein Sohn fein farm. Und dann wird den ganzen Tag durchgeschuftet."

Ich habe noch nie gesehen, mte eine Keramik entsteht", meint sie.

Werden Sie alles sehen, einschließlich der Eulen und Meerkatzen, morgen. Aber weil morgen .ein schwerer Tag wird, sollten wir heute eigentlich ms Zelt kriechen."

Morgen muß ich mit Hellwig 8t Holzmann sprechen", führt es Tilde durch den Kopf.Die müs- fen den Abschluß mit Schiffsführer Apel machen, sonst bekommen sie denTheodor" nicht, sie müssen wissen, welchen Preis Brümmer fordert, um die Kilometer ausrechnen zu können."

Morgen abend fatyren wir natürlich auf die In­sel herüber", sagte Heinz Deetjen.Die verteidige ich gegen jeden Eindringling, und wenn ick ihm als der schwarze Reiter persönlich erscheinen sollte."

Tilde erschrickt. Da hat sie was Schones ange­richtet. Sie, gerade sie, wird den Frieden dieser Insel stören müssen oder aber nein, Versprechen, die man einmal gegeben hat, muß man auch hal­ten. Es fft ihr, als würde eine Blende vorgescho- den, und als sei die Runeninsel plötzlich ein ganz

den Park.Die Häuser hier gehören alle zur Fa­brik, und etwa die Hälfte der Arbeiter wohnt hier. Die andern kommen jeden Morgen mit dem Mo­torrad von drüben." Sie schließt die Tür auf und läßt ihren Gast vorangehen.Sie sind also die Me­lusine?"

Sa", sagt Tilde.Hat er?"

Er hat. Er hat sich gestern den ganzen Tag mit Ihnen herumgeplagt. Man kann ihm da nicht hel­fen, felbst wenn man..." Sie lächelt, als sie wei­terspricht.Selbst wenn man sich die weitere Ent- wicüung ungefähr denken kann."

Greta Kranick hat eine aus zwei Zimmern und einer winzigen Küche bestehende Wohnung. Das Wohnzimmer ist anheimelnd und legt Zeugnis von dem künstlerischen Geschmack seiner Besitzerin ab. Während die nebenan in ihren Schubfächern kramt, hat Tilde Muße genug, sich umzusehen. Besonders gefallen ihr gemalte Kacheln, die an der Wand hän­gen und die eine größere eingemauerte Plastik umgeben.

,Hst das von Ihnen?" fragt sie ihre Gastgeberin, als die mit trockenen (Strümpfen zurück kehrt.

Die kleine Frau schüttelt den Kopf.Soweit habe ich es noch nicht gebracht und werde es auch nie bringen. Alles, was ich kann, fft ehrliches Kunst­handwerk, mehr nicht. Die Kacheln habe ich gemalt und gebrannt, und als ich mir von dem da eine Kopie machte, fft Heinz Deetjen beinah wütend ge- worden. Es hat nicht viel gefehlt, daß er sie mir zerschlagen hatte. Erstlingsarbeiten gehörten auf den Scherbenhaufen, hat er gesagt." Und sie fährt leffe, mehr für sich selber als für die Besucherin fort: Es ist aber keine Erstlingsarbeit."

Sie halten viel von seiner Begabung?" muß Tilde fragen.

Die Frau hörte die Frage und alles, was un­ausgesprochen in chr liegt.Heinz Deetjen fft und bleibt für mich ein Junge, der er früher wirklich war und der er in Wahrheit heute noch fft. Sehen Sie, hier fft das nicht so wie in der Stadt. Hier ist man aufeinander angewiesen und wächst zusam­men. Er hat früh die Mutter verloren, und wenn ich auch nicht damit sagen will, daß ich ihm jemals die Mutter ersetzt hätte, so etwas wie eine gute Tante bin ich doch für ihn geworden."

(Fortsetzung folgt.)