Nr. 183 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzetgrr für Gberheffen)
Montag,5. August 19^0
3tt die Heimat zurück.
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Lavendel.
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In den Scheuern fränkischer Dauern ist Heuduft immerdar; die Kühle unter dem Gebälk ist bezaubernd, das Licht ist der Dämmerung ähnlich, die auf dem sonkzenbeschienenen Grunde eines Wasser- rosenfees nixengrün herrscht. In den Trakten des Heus stieg ich an schwarzen Herbsttagen umher und suchte im altgewordenen Dufte die Seele des Sommers, die Erinnerungen an weiße Schneckenspuren, an die Girlande der Bläulinge und an die scheuen Hasenfährten. Schwer hing die Luft unter dem Dach, von Gärung und Staub gewürzt, und Die träge, stehende Pflanzenwärme strich wie ein sinnlicher Hauch über die Haut. Einen Halm zwischen den Mahnen, die weiße Fahne eines abgestreisten Spinngewebes auf der grauen Joppe, so stolperte ich von fetter zu Leiter, von Boden zu Boden, bis zu den
tu? einsinkend, und zuweilen eine fremde Katze ausicheuchend, die kreisrund in einer Heugrube im
• f ®a5 ich? Ich wußte, die Bäuerin luchte in der Scheuer die von den Hennen ver-
s ®ier' der Knecht suchte manchmal die dralle Magd und ließ sie nicht in Ruhe, wenn sie Heu von oben auf die Tenne hinuntergabelte. Ich jedoch suchte nichts von alledem; nur Träume und Ein- eÜ u & die der unbestimmte Dunst in meiner Knabenstirne entzündete und mir schimmernde.
Die Glückwünsche der Arbeiterschaft brachte der Betrlebsobmann Reichsbahn-Gehilfe August Rinn ebenfalls m herzlichen Worten zum Ausdruck.
Amtmann Wahl sprach am Schlüsse der Feierstunde in bewegten Worten seinen herzlichen Dank für die reichen Ehrungen aus, hob dabei das von ihm dankbar empfundene gute Zusammenarbeiten mit allen Angehörigen der Gefolgschaft hervor und betonte, daß er auch weiterhin diese gute Arbeits- kameradschaft zu fördern ^bestrebt fein werde.
Reichsbahnamtmann Wahl stammt aus Elsaß- Lothrmaen, wo er am 29. Juni 1882 in Bad Nieder- bronn (Kreis Hagenau) geboren wurde. Nach dem Gesuch der Oberrealschule in Straßburg trat er 1900 'n den Dienst der Reichsbahn in Elsaß-Lochrinqen ein leistete 1904 als Einjähriger beim Inf.-Rqt. 136 'n Straßburg seiner Militärpflicht Genüge, bei dem er 1907 nach mehreren Hebungen Offizkers-Aspirant sl ^roe wurde. Er tot dann an verschiedenen elsässischen Bahnhöfen lange Zeit Dienst, darunter im größten elsässischen Rangierbahnhof Hausbergen bei Straßburg, sowie in Altmünsterol an der franzö- Men Grenze bei Belfort. Beim Ausbruch des Krieges im Jahre 1914 mußte er vor dem heran- nahenden Feind seinen Posten verlassen. Er wurde
Charlotte Susa mit Berliner Ensemble im Gießener Skadttheaker.
Am Samstag, 10. August, findet im Stadttheater ein einmaliges Gastspiel der Direktion Klubertanz Ä statt- In dem Lustspiel von Heinz Klimmer „Reisebegleiterin gesucht ... Angebote unter F5000 postlagernd" wird die Filmschauspielerin Charlotte Susa mit einem Ensemble Berliner Künstler auf- treten. Es wirken außer Charlotte Susa mit: Will Kaufmann, Karl Heinz Klubertanz und Ernst Pitt-
Säcke verpackt, mit Kolli und Inhaltsangabe ver- fthen und von den Kindern auf Handwagen zur Bahnverladung gebracht.
Monatsappell der alten Artilleristen.
Heuduft in der Nacht, dunkle Würze, die durch das geöffnete Fenster hereinfließt und sich mit dem balsamischen Hauch der Levkojen mischt, aus wieviel hunderttausend Blüten bis du gebraut? Do war der weiße Klee, den die Biene suchte, um das sonnengewärmte winzige Honigtröpfchen zu saugen. Da war das Sternengeäst der rötlich-weißen Schafgarbe, die der Schäfer sammelte, als noch die violette Morgenröte in den Tautropfen funkelte. In ihm schwimmen die Düfte der Wiesenplatterbse, des Goldklees und des Knöterichs, der Vogelwicke' und der Taubenskabiose, der Hauhechel und des Habichtskrautes, hundert holde Blumengesichter, Beigaben für die Schutzengel und für die Nymphen. Heuduft in der Nacht hat etwas Feuchtes. Das Feuchte ist vom Tau gekommen, den die Wassertümpel in
uneigennützigen und höchst wertvollen Arbeit der Kinder findet in der ersten Teillieferung der Goethe- ^ind der Pestalozzischule, die am Samstag bahn« ^crhg gemacht wurde, einen starken zahlenmäßigen Von beiden Schulen wurden insgesamt 241 kg getrocknete Heilkräuter abgeliefert. Im einzelnen wurden gesammelt 50 kg Kamillen, 28 kg attcr' 11 kS Himbeerblätter, 25 kg . cststststelhalm, 6,5 kg Schafgarbenblüten, 5,5 kg Bir- kenblatter und 115 kg Beifuß. Die Ernte wurde in
rätselhafte Worte eingab, die ich im ununterbrochenen Selbstgespräch zu Rhythmen und Verstiegen- he-tten formte. M
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2Hs das zittrige, flitterige, blumenkopfdurchnickte "Och stand, war das Geschwirr Der Heuschrecken übermächtig, eine große dahinflutende Me- lodie, em sirrendes, klirrendes Sägen ohne Ende. Dazwischen die Grillen, schwirrende Geigen aus den Erdlochern. Der einförmige schneidende Gesang der Sensen darüber. Das klappernde Wetzen der sichel am Stein während der Mahd. Das erweckende morgendliche Dengeln. Das verhallende abendliche Dengeln. Das Knistern der halbgettockneten Grä- er unterm hölzernen Rechen. Das scheuere Knistern unter Der nackten Fußsohle der Wenderin. Der berauschende Duft des gäyenden Heuhaufens. Die Schwüle der drohend ausgebauten Gewitterburg im Westen. Das Schaukeln Der hohen Fuhre. Der scharfe Schweißdunst, Der unter breitrandigem Strohhut helltropfend durch Die Falten Des alten Bauerngesichtes herunterrollt und im Staub verascht.
Der Suchdienst mag manchmal störend sein, viel- telcht als überflüssig empfunden werden ----
olsbald zu einer Feldeisenbahnformation einberu- fen, in deren Verband er PA» Jahre in der Nähe oon Verdun und dann 21/, Jahre in Rußland Dienst tat mo sich seine Tätigkeit bis nach Kiew und zum Schluß auf Den Hauptbahnhof Warschau erstreckte. Mitte 1919 kam er nach kurzer vorheriger Tätigkeit m Straßburg nach Karlsruhe, bald Darauf nach Menburg wo er 11 Jahre lang Den dortigen Zahnhof kettete, dann während dreier Jahre nach Bebra als Bahnhofsleiter und feit 1934 in gleicher Eigenschaft zum Bahnhof Gießen.
Tageskalender für Nonlag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Mädchen im Vor- dtrnmer". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schweigen im Walde". J
Bei der Feier im Dienstzimmer des Bahnhofsoorstandes würdigte Oberreichsbahnrat Wilke in einer herzlichen Ansprache die langjährige und viel- stitige Tättgkeit des Jubilars, sowohl in seinem Heimatlande Elsaß-Lochringen, als auch im Felde während des Weltkriege^ und in den folgenden fahren in unserer engeren Heimat, seit 1934 in Gießen. Er lenkte dabei die Aufmerksamkeit auf Die mannigfachen Schwierigkeiten, Die im Eisenbahn- bienst täglich zu überwinden sind und die an leitender Stelle Das Wirken eines ganzen Mannes erfordern. Reichsbahnamtmann Wahl habe im Verlaufe feines langjährigen Dienstes in hervorragender Weise alle ihm gestellten Aufgaben bewältigt und namentlich unter den besonders schwierigen Verhältnissen der Kriegszeit hervorragendes ge- lelftet. Er könne daher im Bewußtsein der vollsten Pflichterfüllung auf seine 40jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurückblicken und mit stolzer Genugtuung Das ihm vom Führer verliehene goldene Treudienst-'Ehrenzeichen tragen. Mit herzlichen Glückwünschen des Reichsverkehrsministers, des Präsidenten der Reichsbahndirektion Frankfurt und mit feinen eigenen besten Wünschen überreichte Oberreichsbahnrat Wilke dem Jubilar die wohlverdiente Auszeichnung.
Der Stellvertreter des Bahnhofsleiters, Reichs- bahnoberlnspektor L u h, übermittelte Amtmann Wahl die herzlichen Glückwünsche Der Gefolg chaft bes Bahnhofs Gießen, rühmte dabei das gute Verhältnis zwischen dem Jubilar als Gefolgschaftsführer und allen Angehörigen der Gefolgschaft, sowie die unermüdliche und vorbildliche Arbeit, die Amtmann Wahl zu jeder Zett und besonders jetzt im Kriege als Leiter des Bahnhofs Gießen an der Spitze der Gefolgschaft im Dienste Der Reichsbahn unD der Allgemeinheit geleistet hat. Die Gefolgschaft Des Bahnhofs werde weiterhin nach dem Vorbild des Jubilars treue Mitarbeit leisten.
Der Leiter der Fachschaft I Reichsbahn, Reichs- bahn-Obersekretar R e u s ch , sprach dem Jubilar die herzlichen Glückwünsche Der Fachschaft aus und be- tonte dabei die allezeit gute Zusammenarbeit und V?0?* wrmome zwischen Dem Jubilar und der Fachschaft. Als äußeres Zeichen Der Wertschätzung uberreidjte er Amtmann Wahl im Namen Der Fach- gjaft em Bild vom Empfangsgebäude Des Gießener 'Baynhofs.
NS.-Frauenschast Gießen.
Ortsgruppe Giehen-Milke.
Am Montag, 5. 8., findet um 15^ und 20 Uhr in des Deutschen Frauenwerks, Linden- fta°tt 11# ""e"tgeltlich ein Entsaftungskursus „ Ze.llenabende: Zelle 1, 2, 3 am Mittwoch, onv !I? "Württemberger Hof", Bahnhofstraße, um 2U 74 llhr.
Zelle 4, 5, 6 am Donnerstag, 8. 8., im „Burghof" um 20 X Uhr. y '
<Zelle 7, 8, 9 am Mittwoch, 14.8., im „Löwen" Neuenweg, um 20^Uhr.
Zelle 10, 11, 12 am Donnerstag, 15.8., im „11 -C " um 20% Uhr.
Die neue Wochenschau.
Die Wochenschau, Die seit Samstag in beiden hiesigen Lichtspielhäusern gezeigt wird, erweckt in einer Aeche von Bildern Den Eindruck, als wäre tiefer Frieden. Bilder aus Bayreuth und von der Kun> ausstellung in München lassen erkennen, daß in Deutschland auch in Kriegszeiten Die kulturelle Misston nicht vernachlässigt und damit gleichzeitig ein Beweis innerer Stärke erbracht wird. Aehnliche Ge-
kehrten tue m Gießen und Umgegend untergebrachten Saarlander in einem von Frankfurt her kom- menden Sonderzug nach ihrer Heimat an der Saar aururf. Etwa 170 Personen, Männer, Frauen und Kinder bestiegen hier den Zug, nachdem sie vor- her mit ihren zum letzten Abschied mitgekommenen Gießener Gastgebern und Freunden noch manches herzliche Wort der Erinnerungen ausgetauscht hctt- ten. Kreisletter Backhaus und weitere Vertreter Der Partei insbesondere auch der NSV., waren auf Dem Bahnsteig erschienen und bemühten sich bis zur N^en Minute m eifriger Weise um die Heimkehrer j Die Manner Der Partei, Die Das Gepäck besorgenden Httlerjungen, die Helferinnen des NSD.-Bahw
degegnmig mit dem Kartoffelkäfer in Frankreich
Ein aufschlußreiches Erlebnis.
Aus der Stadt Gießen.
Goldenes Treudienst-Ehrenzeichen für den Leiter des Bahnhofs Gießen.
Im Rahmen einer schlichten Feier am gestrigen Sonntagmtttag wurde Dem Leiter Des Bahnhofs Gießen, Reichsbahnamtmann Wahl, von Dem Borstand des Betriebsamtes I Gießen, Oberreichsbahnrat Wilke, in Gegenwart zahlreicher Angehöriger Der Gefolgschaft Des Bahnhofs Gießen Das Dem Jubilar vom Führer verliehene goldene Treu- d:enst-Ehrenzeichen für 40jährige treue Dienste überreicht.
Hochzeitsgelüste ununterbrochen Der anderen Gril- ttnmett zusangen. Der Wanderer hat Den braunen -öhrf mit Dem blauen Blick Der Magd gewechselt genau wie ich, wenn ich staubbedeckt am kühlen Jtain liege und Den barfüßigen Heuwenderinnen au« djaue. Der Heuduft ist durch keinen chemischen Er- satz zu verdrängen. Der Blick Der Liebe nicht Durch neue Religionen. 1 -
wiederholte. Die besten Bilder, die schönsten Schilderungen, die überzeugendsten Vorträge können Die Damit perbunDene Anschauung nicht ersetzen, unD es roar em Anschauungsunterricht eindringlichster Art, Den vor allem die Bauern unter unseren Soldaten Dort bekamen. Sie machten keinen Hehl daraus, daß ihnen nun erst die Größe Der Gefahr wirklich klar geworDen sei.
In Diesen Wochen kommen in alle Dörfer Fronturlauber aus Frankreich heim, Die sicherlich zu den besten Propagandisten für Den Krieg gegen Den Äafer gehören werden. Die Gefahr ist deswegen dieses Jahr besonders groß, weil der Abwehrdienst m-rh rannrretld)£ (mr aIIe" Bürgermeistereien hängen -8iIöer, Aufrufe usw. ähnlich wie bei uns) infolge
. Knegsereignisse wohl praktisch ausfällt und damit eine verstärkte Vermehrungs- und Ausbreitungsgefahr besteht.
Äm Heuduft schwimmen sie heran, die Geschlechter der Heumäher, vom Tode hingemäht und der Vergessenheit anheimgegeben, ganze Ketten sonnenbrauner Gesichter, die an den Feiertagen der Kirchweihzeit Die Klarinettenbläser waren und den erdigen Schnupftabak mit Daumen und Zeigefinger aus Rinderdosen klaubten. Alle sie regen sich in mir, wenn Die aufgeblähten Nasenflügel Den bitteren und zugleich süßen Duflschwaden dörrenden Grases einziehen. Auch die Mägde und Bäuerinnen, die den in nasse Tücher gewickelten Mostkrug gebracht haben und das vor Hitze fettausschwitzende geräucherte Fleisch im Korb, Den sie in Den dünnen Schatten eines Weidenbaumes stellten. Mit Den Nechen haben sie Die frischgemähten Zeilen umge- worsen und dabei das dem Boden zugekehrte nasse Gras Der Sonne hingebreitet. Dieser aufgemirbelte, chwere Dust enthielt Sinnlichkett und Erregung, die über Die Dämmerung hinaus bis in Die Nacht anDauerte und die Liebe auf nackten Füßen von einer Kammer zur anderen trieb.
Große Heuhaufen reihten sich in seligen Som- mern, eine dunkle Herde, unabzählbare Rücken, zu beiden Setten der ftänkischen Saale hinauf und hinunter. Dem lieblichen und ländlichen Fluß, den schweigende Liebe ging, während noch die schwalben auf den fast stehenden Wasserspiegel niederklatschten, weil der Abendtanz Der weißen
Darübßr stieg und fiel. Bei hereinbrechender L)unkelhett war noch die Sonnenwärme Des Mittags im aufgeschichteten Heu, der Fluß murmelte träge und gering, der Mond stieg als blutrote Frucht über Den Wald, und Der Weinbergshügel mit Der wuchtigen Burg trat in einen blauen Schattenvor- hong und atmete Quellenfrische. Brauchte die Liebe mehr? Dort, unter Dem Sternengewölbe, habt ihr
nur eueren scheuen Kuß geschenkt, chr jungen hüpfenden Dinger im blaugeblümten Kleid und mit Der roetten JRofe am Meder. Es waren Die schönsten Kusse. Schönere aab es nicht mehr. Denkt ihr noch manchmal daran? Ich kenne meine Heimat, wenn der Dust Der Heuernte durch Die Abendgassen meht — es wird wieder so sein wie einst.
dn/insi in jedem Bauerngärtchen blühte, ist heute noch immer ein Aschenbrödel in unferen Garten^ aber fein zarter und süßer Geruch, £ chnig verschmolzen mit den idyllischen Trän- memen B'^^meierzeit, erfüllt wieder wie in ©rofjmütter viele Wäschespinde mit fein-em garten Hauch. Der alte Lavendelstrauch blüht heute hauptsächlich in seiner alten Heimat, im süd« hd^n Europa und Nordafrika. Auf Der wunder- Doyen Bergstraße von Nizza nach Monte Carlo fin- 'm 2uli die Berglehnen voll vorn blauen, dufttgen Lavendelstrauch. Diesen Blütensegen ernten eifnge Smnnttennnen in großen Mengen ein, um ff" kosmetischer Verarbeitung zuzuführen. Der lieb- Duft umwogt Das ganze ßänDergebiet und 3t Die m Schönheit sich ohnehin immer stei- kondschastlichen Reize in eine geradezu roeltentrudte, märchenhafte Stimmung. Der Lavendel hat feinen Namen von den Römern erhalten, Dle. be^fks aus diesem Duftstrauch ihre Essenzen und Waschmittelerzeugnisse herstellten. Von Dem la. teimfd>en „Lavare“, waschen, ist Dann auch Der bo. tanridje Name Lavandula abgeleitet. Karl D. Gr. ?.er viel für die deutsche Gartenkultur getan, soll j..?' an$v .?U2 Dem Süden nach Deutschland ein.
"nd überall verbreitet haben, so daß sie bald neben Dem Rosmarin zur Hauptzier jeDes Bauern- gartens wurde. Lavendel hält in ganz Mitteleuropa bei nur em wenig geschützter Lage schadlos Die yrinterzett aus, zum freuDigen Gedeihen des Strau- ches gehören Sonne, nahrhafte Böden und tüchtige Bewasierung in trockener Zeit. Aber selbst wenn es "" bl^sem oder jenem hapert, wächst Dies liebliche Aschenbrödel unter Den Pflanzen doch in Ergeben- ^^er unD beglückt alljährlich mit feinen dufti« gen Blutenähren Haus und Spinde. Q, K.
1 Landkreis Gießen.
s Lan g° Gö n s, 5. Aug. Am morgigen 6. August Bürgerin Frau Christine Becker Strotter, in der Pinggasse, ihren 8 2. Ge- et-u.y2 e a 9 bei guter körperlicher und geistiger ^^^^^Der^Jubilarin herzlichen Glückwunsch, und scheue Tiere sind durch ihn gehuscht und ge- ^" EN. Immer wilder und inbrünstiger wird der uhcrvble. Hügel von Saaleck zieht ein Nachtgewltter und wirft ein paar große versprengte Hopfen ^uber Die ruhenden Schwaden. Oh Nacht.
uon vieler Süßigkeit! Und Mensch, du rmri5»? urache, atme ein und be»
hpr ^nnblh Geh mtt nackten Füßen umher wie Der Pan, der an die Fensterläden der Magd klopft!
Heudust würzi den Gommerwind.
Don Anton Schnack.
Heuduft, seit Den unterfränkischen Knabentagen cm unvergänglicher Geruch! Damals hat er in heißen Sommern Die Täler der fränkischen Saale 'und die ganze Mainlandschaft ausgefüllt; in der Dämmerung, in der leichten Feuchtigkeit des hereinziehenden Abends war er besonders stark und wild; um diese Stunde wurde jedesmal das Herz des Knaben verstört; denn in dem einen schwülen Duft schwammen andere untergründige Düfte mit, die Düfte eingebildeter Reisen, Die scharfen Düfte von getrocknetem Tang, Den Die Meere nach Stürmen auswerfen, Die stockfleckigen Düfte von aus Den Schubladen gezogener Landkarten, der beerenbittere Herbst wandernder Vögel und Die nassen, mit Schwefel Durchsetzten Gerüche ausfahrender und Zischender Eisenbahnlokomotiven.
rS5 an bßLm denkwürdigen 14. Juni 1940. Am frühen Morgen hatten wir den Nordrand von Paris »r ^aren als erste deutsche Infanterie froh t0 Vuln\U zugleich durchmarschiert und stan- ^e" am Abend bereits südlich der Millionenstadt in eL?Irf0lS>u"r9 be5 Kindes. Um uns während Überraschungen zu sichern, erkundete ich bei sinkender Sonne Die Stellungen meiner Sicherungen, um Den allabenDlichen „Igel" um Das Rastdorf zu bilden. Das war dieses Mal eine angenehme Beschäftigung. Denn das saubere Dors lebte von hochstehendem Obst- und Gemüsebau "r bl.e Großstadt, und auf allen FelDern lockten die tiefroten Rlesenerdbeeren, die offenbar infolge Der Ereignisse an diesem Tage nicht gepflückt worden waren.
Während wir inmitten dieser verlockenden Um- aebung eine Stellung für schwere MG. suchten, ItanDen wir auf einmal vor einem Stück Land das wie ein Brachland inmitten des Fruchtlandes er» Ichien. Eigentümliche blattlose Stengel, etwas Rotes EDte Beeren aussehend, Daran, Das war der erfte Emdruck — bis sich die scheinbaren Beeren in Kartoffelkäfer unD ihre Larven und das Brachland m einen Kartoffelacker von vielleicht 6 bis 8 Morgen verwandelten, der restlos abgefressen war
Das war für uns in Frankreich die erste Begeg- nung mit Dem gefährlichen Feind unserer Volks- ernahrung. Die sich von nun an fast täglich irgendwo
Das aber liegt nicht allein im Heuduft; es gingen auch Wanderer vorbei, die sich straßenmüde an den halb beschatteten Rain legten, wo in verlassenen uum *uu geiommen, oen oie Wcmertümvel in Mauslochern die Grillen das Geständnis chrer1 weißen Nebelstreifen ausgeatmet haben. Biele leine
Der Schutz des Waldes muß uns ganz be- fTÄTü ttegen. Wer Dem Wald Schaden
fckn ^°nnt,,h^!nb 9egen 2145 Uhr I 6ettftoer[tänMid) tännm
Drten die in Gießen und nmm>m>nh natürliche Ursachen entstehen, wie etwa durch Bli^
V°^. die weitaus größte Z-chl aller Waldbränöe h^t ihren Ursprung noch heute in Der Leicht- fertigfeit unD Fahrlässigkeit Der Menschen. Abge- fefjen davon, daß uns Das verbrannte Holz als kost- fehlt, bedarf es Daneben lahrzehntelanger Forstarbeit, um Den niedergebrannten Wald wiederzugewinnen: braucht Doch was in vier Stunden vom Feuer vernichtet ‘ k 40 3Q^re'' um wieder in die Höhe zu utn endMtig Schluß mit dem Rau- chen im Walde, mit Abkochen, mit der Entzündung ^^lferinnen des' NSD.-Bahn-1 einen Band r^tbetftÖ^atrbifeTtburf? "i^. ^letzt auch die Eisenbahner schütten oon Sand ober Aufschlagen mit Zweiaen w Bahnhofes Gießen waren mit aller Kraft löschen zu suchen. Gelingt dies nicht mufe K
Die Bahnhofshalle, nachdem etwa 20 Minuten gor! « nw Ä
her bereits em anderer Zug mit Aeimfebrern bi? L » , Ä -111 xö eJ" ®1 fe r n e n Kreuz aus- aus Mitteldeutschland tarnen, Den hiesigen Bahnhof eines Minenlud^^t^^^^''^an Bord passiert hatte. 18 Minensuchbootes Heinrich Becker aus Oie-
/k, •<« 1 f " e " n, Sffffstraße 3, wurde mit dem Eisernen Kreuz
öeilfräuferfammlung 1940. °u-geze-chnet. $ie g(ejd)s Kriegsauszeichnung und Erste Te-lNeferung Gießener Schulen.
mx®le Heilkrautersammlung ist in Den vergangenen flierungsrat Dr. Fritz Hübner, einem alten Gie- ^enh^!5betr"t.ber ®ie6ener Gäulen mit ßener, für seine Tapferkeit vor Dem Feinde ver- großer Energie durchgefuhrt worden. Der Ertrag der liehen. — Bei dieser Gelegenheit sei vermerkt ha6 uneigennützigen und bödift mprinnHo« I ber Stabsarzt Dr. S ch m^i b t über bessen Aus-
hTÄi9 mit-^m<^iferne" Kreuz wir am Samstag hJI/’tetß", nicht Wilhelm, fonbern Fritz Schmidt ijeißr.
Die Arttlleristen-Kamevadschast 1895 Gießen versammelte sich am Samstagabend im Kameradschafts. ^^"H.esßscher Hof" zum Üblichen Monatsappell. Zu Beginn gedachte Kameradschaftsführer M u l. r verstorbenen Kameraden Heinrich
Ruhl und seiner großen VeMenste um Die För- Derung Der Kameradschaft. Dem verstorbenen Ka- f°wohl bei Der Bestattung, als auif) bet diesem Gedenken im Appell die üblichen ermie?^ <Sol)ann machte Der ßameraD- Grund der vorliegenden Befehle inrung eine Reihe von dienst- Mitteilungen, die er rm Rahmen Der geschicht- , k9niJJe ""fever Zeit und damit in den Be- reict) der dankbaren Würdigung der gewaltigen Lei- stungen unserer Wehrmacht stellte. 9
berichteten mehrere Kameraden von cfnth 4°^' a 5«rUrIaubcr 3ur Freude der alten Soldaten an dem Appell teilnahmen, über ihre Er- ö 6ei ?C" L?roJe" Schlachten in Frankreich. «TZ« empfunoen werden, wenn Dabei kam sowohl Die Feldartillerie, als auch die
und immer wieDer nichts gefunden wird. Viel shwere Artillerie, die „Dicken Brocken", in anfchau- ?er Einzelnen in ^chen unD lebendigen SchilDerungen zu Wort es bXX .Bolk in feiner Ernährung wurde von den Berichterstattern aber auch der be-
r? !'c r^^nntms mögen die Fronturlauber wundernswerten Leistungen unserer Infanterie ber helfen, wo sie hipkommen. Das ^^eger und ber Pioniere in gebührender Weise ^hi.n9Cn ?abfnJlßJat.-1" Frankreich in Der Voll- gedacht. Die Berichte vermittelten Den mit großer SM ” °ier ßiIt e5' emen geinD 3u lauschenden alten Soldaten L *
Dernid)tenI Hölzel. xrdentttch eindrucksvolles geistiges Miterleben der
— > ?egreichen Kampfe unserer Truppen und damit
~~ ~ - - -------------- «nen schonen Gervinn für ihre soldatischen Erinne-
danken bewegen Den Zuschauer bei Den Bildern vorn nrn den leider diejenigen Kameraden gekom- Rennen um das Braune Band. Die wetteren Szenen meJJ dem Appell nicht beigewohnt haben
Des Films zeigen Die Deutschen Pioniere beim Wie- ^ach Den mit herzlicher Dankbarkeit ausgenommen Deraufbau von Brücken und Eisenbahnen im hohen ?en ^rontberichten der feldgrauen Kameraden schloß Norden. Mtt Befriedigung verfolgt man Die Spren- Ler Kameradschaftsführer den dienstlichen Teil des gung der Schandmale im Wald von Compiögne, Der Appells, Dem Dann noch für einige Zeit frobae- eine mehr als symbolische Bedeutung zukommt. Aus- >"mmte kameraDschaftliche Unterhaltung folgte gezeichnete Bilder vom Kampf der italienischen Flotte fSvfcr.M Sa- -m
gegen Englands Flotte beschließen Die sehenswerte! vDu)Üyi ÖCH !
Wochenschau.


