Ausgabe 
15.4.1943
 
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Wachttruppen weiterhin in Teheran bleiben werden. Außerdem sollen die sowjetischen Begleit- Mannschaften der Transportzüge durch den Iran nach der Sowjetunion verstärkt werden.

Rückkehr zum »Zehnten^ in der Türkei.

Istanbul, 14. April. (Europapreß.) Zu den plötzlich in Erscheinung getretenen Preissteigerun­gen auf dem Lebensmittelmarkt erklärte Minister­präsident Saracoglu der Presse, die Regierung er­wäge die Erhebung einer N a t u r a l a b ga b e von der landwirtschaftlichen Produktion. Das bedeute die Rückkehr zum Zehnten, der im osmanischen Reich -seit jeher einen Grundpfeiler der Steuer­gesetzgebung darstellte, jedoch im Jahre 1926 auf­gehoben worden sei. Die im Vorjahr eingeführte Zwangsablieferungspflicht für rund 26 v.H. der Getreiderzeugung war bereits ein erster Schritt Allerdings wurden die abgelieferten Mengen land- Virtschoftlicher Produkte vom Staat bezahlt.

Kunst und Wissenschaft.

Hans Tollen gestorben.

In Oberitalien, wo er Heilung von feinem Lei­den suchte, starb der deutsche Schriftsteller Hans Tölten. In seinen Büchern, die aus seinen rei­chen Erlebnissen ^als Auslandsdeutscher in Süd­amerika berichten, hat er sich ein Denkmal gesetzt. Seine ErlebnisbücherDie Herden Gottes",Kampf um die Wildnis",Die Wäll>er der Hoffnung" und vor allem der RomanMit uns wandert die Hei­mat" (sämtlich im Rütten & Loening Verlag, Pots­dam) haben zahlreiche Auflagen erlebt: sie bilden eine wesentliche Bereicherung des Bestandes der Volksbüchereien an guter Erlebnis- und Aben­teuerliteratur und erweisen sich im Kriege als eben­so begehrt in den Soldatenbüchereien.

Fefkmusik der Stadl Wien".

Zur Feier des fünften Jahrestages des Einzuges Aes Führers inXdas Wiener Rathaus kam eine Festmusik der Stadt Wien" von Richard * Strauß unter Leitung des Komponisten durch den Trompeterchor der Stadt Wien zur Urauffüh- mmg. Die einsätzige, mehrgliedrige Komposition, «deren Form man etwa als Tokkata bezeichnen könnte, läßt einer von glänzenden Fanfaren ge- tragcnen Einleitung eine Partie folgen, in deren Mittelpunkt ein schwungvoll ausspringendes Trio- llenthema steht. Dann taucht ein durch seinen charak­teristischen Vokhalt an das Oktavianmotiv aus ,Rosenkaoalier" gemahnender Gedanke auf. Die in Der Folge etwas abebbende Bewegung erhält in ?inem strettaartigen Teil, der von dem Blech vir­tuose Lockerheit der Linie verlangt, neue Impulse. 3ine weitausgreifende Kadenz bahnt den wirkungs­vollen Schluß des Stückes an. Roland Tenschert.

Opernerslaufführung im Rundfunk.

Die jüngste Oper des Schweizer Komponisten Dchmar Schoeck,Schloß Dürand e", die unlängst in Berlin zur Uraufführung gebracht wurde, erklingt in Ausschnitten in Verbindung mit »em ihr zugrunde liegenden Text von Eichendorfs im Freitag von 21 bis 22 Uhr im Deutschland- «ender. Die Oper wird in der Originalbesetzung des Berliner Staatstheaters dargeboten.

Neuzeitliche Solistenmusik im Rundfunk.

Vier zeitgenössische Komponisten gelangen am 6. 4. von 15.30 bis 16 Uhr zur Aufführung. Der Bochumer Komponist Julius Klaas, der mit sin- »nischen und kammermusikalischen Werken hervor- getreten ist, erscheint mit drei Liedern, gesungen von - Hildegard Erdmann. Der Lied- und Opernkompo- uift Georg Vollerthun begleitet den Münchener desangsprofessor Gerhard h ü s ch zu seinenVier Siebern aus Ostland". Ferner enthält das Pro- ; ramm Klavierstücke von Tessenyi «Geszler und 1 on dem spanischen Komponisten E. h a l f f t e r.

Wieder Darmstädter Graupner-Musiktage.

-Nach dem Erfolge der Graupner-Dtusiktage im »rühjahr 1942 sollen auch in diesem Jahre Werke iieses Darmstädter Komponisten geschlossen aufge- üihrt werden. Graupner hat von 1709 bis 1760 h Darmstadt gewirkt. Die Graupner-Musiktage nb vom 22. bis 29. Mai vorgesehen.

Vom Schicksal verweht

Roman von Holla Gutkelch

5. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Professor Forster macht Morgenoisite im hospita ür Weiße, seine Assistentin Dr. Larsen begleitet ihn? -'ie Kranken lieben die schöne stille Virginia mit ten ruhigen Bewegungen, weil sie ihr Lächeln clleichmäßig an Arme und Reiche verschenkt. Sie rlt immer für alle da: In ein paar freien Minuten M sie sogar an Mr. Sedgewicks Bettt und nimmt fmen dringenden Geschäftsbrief auf, was ihr das lvnze Hygiene-Departement als Leistungsprobe tur Langmut anrschnet. Oder sie berät mit Frau »lupont, der Gattin eines Kolonialangestellten, wo snen Kinder während ihres Aufenthalts im Ho- i 'ital unterzubringen feien.

Virginia schließt die Tür zum Saal II, während und Forster langsam den Korridor entlanggehen, f'eint der Professor befriedigt lächelnd:Na, unfe­in schwierigsten Fall hätten mir auch durch. Geben aie heute nachmittag noch mal Vitamin C intra- jmös und morgen sehen wir bann weiter. Haben $ie sonst noch etwas ftir mich?"

'Virginia sieht nervös und übernächtigt aus.Nein, tetr Professor, nur hätte ich Frau Dupont gern in

Einzelzimmer gelegt, ich möchte sie. nicht im frofjen Saal lassen." .

»Ja, die kleine Frau ist übersensibel, ich weiß lWn. Na, dann nehmen wir doch das Zimmer von ^.Wilder."

u-Da liegt doch Mr. Sedgewick, Herr Professor!" ...Ach ja, richtig. Wollte der nicht heute schon roie= dir aufstchen?"' Forster stößt die Pendeltür an, durch tLlche die Abteilung, in der die Aerzte wohnen, von vim Hospital getrennt ist. _ , .

; ."Er schon aber ich glaube, er muß noch em Piar Tage liegen."

-."Ja, was machen mir denn da?" Der Blick des 'Professors fällt auf die Tür, vor der er und Vir- 6'nia gerade stehen. Auf zwei in Metallrahmen Menben Pappkarten sind die Namen der beiden ^rzte der Dschungelstation zu lesen.Wir konn- jsin höchstens oas Zimmer von Lewis und Gomez nihmen." Als er Virginia Larsens erschrockene 'lugen sieht, vollendet er:Nur solange, bis fre )lrückkommen, natürlich!" . .. -.

Glauben Sie noch daran, Herr Professor? Em -Ms Rot huscht über das bekümmerte Gesicht Der llWn Aerztin. , ....

.»Aber natürlich und Sie ja auch. Sie ftnv

Aus der Siadi Gießen.

Millionenkräste am Werk

In jedem Menschen ruhen Kräfte, genützte und ungenützte. Wenn ein Millionenvolk seine ganze Arbeitskraft zusammenballt in höchstem Leistungs- wlllen, bann muß ein Werk von unvorstellbarer Große daraus hervorgehen. Dieses ganze Werk kann man nicht messen, aber immerhin Bruchteile Damm. Gerade diese Bruchteile geben jedoch einen begriff von der gigantischen Kraft, die in dieser Volksarbeit steckt.

Schon das Gehen bedeutet Kraft und kostet, je nachdem der Mensch schnell oder langsam, auf ebener Straße oder bergauf und bergab geht, in jeber Stunde und für jeden Kilometer, den er zurücklegt, Hunderte und Tausende von Meterkilo­gramm 1 Meterkilogramm entspricht dem Kraft- aufmand, mit dem 1 Kilogramm einen Meter hoch gehoben wird, dabei kommt es aber auch auf bas Eigengewicht des Betreffenden an und darauf, ob er eine Last trägt oder unbeschwert geht. Als tägliche Schrittleistung eines Lagerverwalters stellte man 18 500 Schritte fest, und eine Hausfrau, deren Schritte man zahlte, brachte im Tag 14 325 Schritte hinter sich. Es können dabei also gut und gern ebenfalls Taufende von Meterkilogramm heraus­kommen, was aber bei weitem noch keine Rekord­leistung ist, denn es gibt genug Berufstätige, die es auf 100 000 und mehr Meterkilogramm im Tag bringen, obwohl, dank neuer wifsenschaftttcher Energiemessungen und durch erfahrungsmäßig ge­schulte Hantierung in bewährtem Arbeitsplan, heute schon viel Muskelarbett gespart wird. Tüchtige Teilnehmer an den Gehleistungen find übrigens auch die Zehen, deren Druckkraft während des Gehens bei Männern bis zu 35 und bei Frauen mehr als 29 Kilogramm ereichen kann. Auch beim Stehen wird ein verhältnismäßig starker Druck von den Zehen auf die Unterlage ausgeübt. "

Der Radfahrer trägt im Berufsverkehr- auch fein gutes Teil an Arbeitskraft bei. Bis zu einer Fcchrt- geschVinbigkeit von 9 Kilometern in der Stunde ist seine Arbeitsleistung allerdings nicht groß und be­trägt sogar weniger als die Hälfte der Körperarbeit, die ein eine Strecke von 4,5 Kilometer in der Stunde zurücklegender Fußgänger leistet; steigert der Rad­fahrer seine Schnelligkeit jedoch auf 15 Stunden­kilometer, so hat er schon um 9 v. H. mehr Arbeit .zu leisten als der Fußgänger, der in der Stunde 6 Ki­lometer, also schon in einer sehr schnellen Gangart, zurücklegt. Im Jahre 1940 in München ausgeführte Berechnungen ergaben, daß täglich mindestens 60 000 berufstätige Personen mit dem Rad zu ihren Arbeitsstätten fahren. Handelt es sich dabei um Ta­gesstrecken von 15 Kilometer, dann summiert sich diese Zahl im Laufe eines einzigen Tages auf 900 000 Kilometer .zusammen und ergibt im Jahr 270 Millionen Kilometer. Das sind Zahlen, die sich sehen lassen können,aber kaum auszudenken sind, wenn man sie auf bas ganze Großdeutsche Reich bezöge. Bestimmt man den Kraftaufwanb einer Tätigkeit, nach Druckstärken, so ergibt sich, daß ein Mensch, der mit der Feder schreibt, und zwar mit einem Druck von 33 Gramm in der Sekunde, im Lauf einer Stunde feine Feder mit einer Kraft von 119 Kilogramm auf bas Papier brückt; schreibt er aber mit einem Bleistift, so kann sich der Druck sogar auf 500 Kilogramm erhöhen. Nach dem Energiemaß der Wärmeeinheit (Kalorie) berechnet, verlangt ein mit der Schreibmaschine geschriebener Brief von mittle­rer Länge von seinem Schreiber burchschntttlich 1,52 Wärmeeinheitetr. Mit dieser durch die Energieerzeu­gung vom Körper freigegebenen Wärme könnte man ein Kilogramm Wasser unter dem Druck einer At­mosphäre um 1,52 Grad erwärmen. Und damit sind auch die Kalorienmassen, die durch die deutsche Mil­lionenarbeit zustande kommen, einfach unfaßbar.

Aber große Zett braucht große Kraft,Das Muß ist hart", schreibt Goethe einmal,aber beim Muß kann der Mensch allein zeigen, wie's inwendig mit ihm steht. Willkürlich leben kann jeder." M. A. v. L.

Aufnahme- und lleberweisungsfeier der Hiller-Iuaend.

Die Angehörigen sind herzlich eingeladen.

Am Montag, 19. April, findet um 20 Uhr in der Aula der Universität die feierliche Aufnahme des jetzt nur ein bißchen überreizt. Viermal Nachtdienst in der Woche, bas ist auch zuviel. Sie müssen ja tobmübe sein, armes Kind!"

Ich bin nicht müde", widerspricht Virginia! tap­fer, aber die dunklen Ringe um ihre Augen strafen sie Lügen.

Na, legen Sie sich trotzdem hin und ruhen Sie sich aus. Ich lasse Ihnen sofort Bescheid sagen, wenn ich etwas Neues höre!"

Die herzliche Art Försters tut Virginia wohl. Seit Tagen hegt sie nie gekannte Gefühle für Lewis in ihrem Herzen. Sie glaubt nicht, daß es Liebe ist. Eher Heimweh nach dem Menschen, der jahrelang ihr getreuer Schatten war. Nun kommt er vielleicht nie wieder.Bis nachher, Herr Pro­fessor!" sagt sie aus einer langen Gedankenkette heraus zu Forster und verschwindet in ihrem Zim­mer.

Der Oberarzt bleibt einen Augenblick mit sehr ernstem Gesicht stehen. Als er weitergehen will, hört er hinter sich die Stimme des Negerboys Tom­my:Mr. Professor!" Er dreht sich um. Aufgeregt kommt der Stationsdiener angelaufen. Er ist nicht älter als vierzehn Jahre, klein, dick und trägt ein weißes Hemd. Um seine weißen Hosen hängt eine knallgelbe Schärpe. Als er Forster erreicht hat, be­richtet er strahlend:Don Lewis kommen!"

Der Angekündigte biegt bereits um die Ecke des Korridors. Er hat den Tropenhelm weit aus dem Gesicht geschoben, feine Kleidung ist zerrissen, der Stoff des linken Aermels starrt vor getrotfnetem Blut. Sein Gesicht trägt die ^Spuren des Erlebten, Bartstoppeln bedecken seine. eingefallenen Wangen. Die Arme hängen schlaff herunter, in der rechten Hand trägt er sein Gewehr. Die Augen starr ge­radeaus auf einen unsichtbaren Punkt gerichtet, kommt er apathisch auf Forster zu, der ihn so fteu- dig begrüßt, als sei er von den Toten auferstanden.

Lewis Gott sei Dank, daß Sie da find. Sie haben uns ja einen schönen Schrecken eingejagt!"

Der junge Arzt antwortet nicht, sondern geht schweigend weiter. Der Professor hält Schritt mit ihm.Wie sehen Sie beim aus? Was war denn? Ist Dr. Gomez auch mitgefommen? Lewis, was haben Sie denn? Sie sind ja verwundet! Warum antworten Sie nicht? So sagen Sie doch etwas!" Lewis hat jetzt die Tür feines Zimmers erreicht, er betrachtet die beiden Pappschilber. Schweigend greift er nach der Karte mit der AufschriftDr. Gomez", zieht sie aus dem Metallrand und zerreißt sie langsam.

Wortlos sieht ihn Lewis an. Dann öffnet er die Tür, tritt in sein Zimmer. Der Professor zögert eine Sekunde, ehe er ihm folgt. Er sieht Lewis

schicht durch die zuständigen Innungen. Dies gitt auch hinsichtlich der zur Verfügung gestellten Roh-

Mehr Handwerker.

Einschränkung des Schwarzarbeit-Verbots

Durch die Zulassung handwerklich oorgebilbeter Personen in dem geschilderten Umfange sind die hauptsächlichen Voraussetzungen für bas bisher be­stehende Schwarzarbeits-Verbot weggefallen. Dem gemäß hat der Reichsjustizminister durch eine Rund verfützung an die Justizbehörden ungeordnet, daß die Strafverfolgung nach § 19 Absatz 2 der 3. Aer vrdnung über ben vorläufigen Aufbau des deutschen Handwerks eingeschränkt wird. Jedoch wird die Strafverfolgung wieder aufgenommen, wenn die Zulassung zurückgezogen ist und die betreffende Person trotzdem die handwerkliche Betätigung fort setzt oder wenn zum Schaden der Allgemeinheit Pfuscharbeit geleistet worden ist. Eine Strafver­folgung wegen Schwarzarbeit wird in all ben Fällen nicht eingeleitet, wo es sich bei ausgeführteir Handwerksarbeiten um keine gewerbsmäßige Tätig­keit gehandelt hat. Das gleiche gilt, wenn eine hand­werkliche Arbeit als Nachbarhilfe geleistet wird. Die baren Auslagen kann sich ein solcher handwerk­licher Helfer erstatten lassen.

Kürzlich hat der Generalreferent im Reichswirt­schaftsministerium, Präsident Kehrt, vor Hand­werksvertretern darauf hingewiesen, daß es eine wichtige Aufgabe des Handwerks fei, Reparatur- arbeiten zu leisten. Weil für viele notwendig ge­brauchte Dinge des täglichen Bedarfs keine Roh­stoffe zur Verfügung gestellt werden, können, ge­winnen die Instandsetzungen und Reparaturen ge­brauchter Gegenstände immer größere Bedeutung. Durch Einschaltung der Reichsinmmgsverbände soll der Einsatz der Handwerker bei ben Reparatur­arbeiten noch rationeller gestaltet werden. Schon jetzt kann gesagt werden, daß die deutschen Hand­werker bei der Beseitigung von Fliegerschäben Außerorbentliches geleistet haben.

Im Zusammenhang mit dem gewaltig erweiter­ten Aufgabengebiet ist ein Runderlaß des Reichs- wirtschaftsministers bemerkenswert, burch den eine Einschränkung des bisherigen Schwarzarbeitsverbots verfügt wird. Nach diesem Erlaß wird die Zu­lassung zur selbständigen Handwerksausübung für alle handwerklich oorgebilbeten Personen erleichtert. Im Handwerk war durch Einberufungen zur Wchr^ macht, durch Dienstverpflichtungen und durch Aus- tammen der Betriebe zugunsten der Rüstungswirt­schaft ein beträchtlicher Mangel an einsatzfähigen Arbeitskräften entstanden. Auf der anderen Seite war es notwendig, Reparaturarbeiten für Beklei- dungs-, Wohnungs- und Haushaltsgegenstänbe zu leisten. Aus diesem Grunde müssen alle Personen, die in der Lage sind, handwerkliche Arbeiten aus- zuführen, herangezogen werden. Die Genehmigung zur Ausübung des Handwerks wird solchen Per­sonen auf Widerruf erteilt und längstens auf die Kriegsdauer befristet. Selbstverständlich darf die Zu­lassung nicht im Widerspruch zu der Sttllegunas- oktion stehen. Diese Neuzugelassenen haben ihre Tätigkeit auf ausgesprochene Reparaturarbeiten zu beschränken. Eine Neuanschaffung von Maschinen und Geräten und in größerem Umfange von Werk­zeugen wird diesen Personen nicht genehmigt.

Die Ueberwachung dieser Aushilfshandwdrker ge°

auch hinsichtlich der zur Verfügung gestellten Roh­stoffe. Die neuzuaelafsenen Hanowerker werden lau­send über die Bewirtschaftungsmaßnahmen unter­richtet und müssen an ben Jnnungsoersammlungen teilnehmen. Dagegen wird auf Jnnungsbeiträge sei­tens bieser Handwerker in der Regel verzichtet.

Für Handwerker, die hauptberuflich in einem Rüstungsbetrieb ober anberswo tätig find, ist bk Möglichkeit gegeben, in ihrer Freizeit nebenberuf­lich eine handwerkliche Reparaturtätigkeit fortzu- setzen. Doch sind die Innungen verpstichtet, dem Be- tnebsführer von der nebenberuflichen Tätigkeit ihrer handwerklich geschulten Gefolgschastsmitglieber Mtt- teilung zu machen. Dies soll geschehen, um eine Kontrolle über die hauptberufliche Arbeitsleistung zu haben. Wenn biese infolge der nebenberuflichen hanbwerklichen Tätigkeit stark nachlassen sollte, kann bie Gauwirtschastskammer auf Antrag der Innung die Zulassung widerrufen.

Jahrgangs 1932/33 in das Deutsche Jungvolk bzw. ben Jungmäbelbunb statt. Die Feier wirb dieses Jahr verbunden mit dem Appell der Angehörigen der Hitler-Jugend, die in die Partei und ihre ©liebe« rungen überwiesen werden. Die Eltern unserer Neu­aufnahmen wurden aufgeforbert, an dieser Feier teilzunehmen, bie ihren Jungen oder ihr Mabel nun in die Reihen der Hitler-Jugend stellen wird. Auch die Angehörigen derjenigen Jungen und Mä­del, die in bie Partei überwiesen werben, sind herz­lich eingeladen, dem Appell beizuwohnen.

Autogrammwünsche nicht kriegswichtig

Obwohl wiederholt in der Presse darauf hinge­wiesen wurde, Autogramm bitten einzu- st e 11 e n , um für die Kriegsdauer die Künstler und vor allem die Post nicht zu überlasten und außerdem Papier zu sparen, nimmt die Zahl der Zuschriften noch immer zu. In Zukunft werden Autogramm­bitten von Künsllern grundsätzlich nicht mehr erfüllt. Trotzdem eingehende Zuschriften bleiben unbeantwortet. Die beigelegten Bildpostkarten werden der Ausschmückung von Wehrmachtunterkünften und das Rückporto dem Kriegs-WHW. zugeführt werden.

preisbildungsunterlagen aufbewahren

Im Anschluß an die Abkürzung der Aufbewah­rungsfristen von Büchern und Schriften des Han­dels- und Steuerrechts hat der Reichskommissar für bie Preisbildung bekanntgemacht, daß die auf dem Gebiet des Preisrechts bestehenben Aufbewahrungs- Pflichten, insbesondere die Vorschriften der Preis­auszeichnungsverordnung, unberührt bleiben. Wie der Erlaß betont, sind, soweit keine zeitlich begrenz­ten Aufbewahrungsfristen vorgeschrieben sind, die Preisbelege ohne zeitliche Begrenzung aufzubewah­ren. Hier handelt es sich vielfach auch um Unter­lagen, die ohnehin nicht der Verordnung über ver­kürzte Aufbewahrungsfristen vom 28.12.1942 unter- liegen, z. B. Kalkulationen, Preislisten^ Lohnabrech^

nungen. Weil zum Nachweis des Stoppreists auf Rechnungen usw. aus 1936 unb 1937 zurückgegriffen, werben muß, konnte auf Aufbewahrung dieser Be­lege aus Gründen der Preisüberwachung nicht ver­zichtet werden.

Vereinfachung bei Waffenscheinen.

. Der Reichsführer ff und Chef der Deutschen Po­lizei hat zur Vereinfachung der Verwaltung und zur Ersparung von Papier und Lichtbildern eine Kriegsregelung für die Ausstellung von Waffen scheinen erlassen. Danach können Waffenscheine bis auf weiteres vor Ablauf ihrer Gülttgkeit durch einen Vermerk auf der Rückseite um höchstens drei Jahre verlängert werden. Es bedarf also nicht mehr der jedesmaligen Neuausstellung. Für die Lkrlänge« rung eines Waffenscheins wird eine Verwaltungs- gebuhr erhoben.

Bilder aus der neuen Wochenschau.

Die neue Wochenschau bringt zum ersten Male Bilder von den Luftangriffen auf Port Darwin. Ja­panische Kampfflugzeuge überfdjütten diesen wich­tigen Stützpunkt der Briten in Nordaustralien mit einem Bombenhagel. Das ist der Höhepunkt von Aufnahmen, die den Kampf unserer japanischen Bundesgenossen im südlichen Pazifik zei­gen. Wir begleiten Einheiten der japanischen Kriegs­marine bei einem Vorstoß nach Süden. Japanische TIarinelanbetruppen haben auf Neuguinea einen Stützpunkt gebildet und kämpfen sich durch den Ur­wald vorwärts. Der britische Flugplatz Salamaua ist erreicht. Jetzt weht auch hier das Sonnenban-- ner. Von neu geschaffenen Flugbasen aus tragen die japanischen Kampfgeschwader den Angriff wei­ter vor.

Tauwetter an der Ostfront Kampf gegen Schlamm und Morast. Die Wege und Sttaßen sind zu Bächen und Sümpfen geworden. Bis an die Knie stapfen unsere Landser durch den Morast. Än besonders wichtigen Verkehrswegen werden Knüp-

zu, wie er bas Gewehr auf ben Tisch und den Tro­penhelm auf sein Bett wirft, aus dem Schreibtisch eine Flasche nimmt unb sich Whisky eingietzt. Ohne Notiz von der Anwesenheit des Professors zu neh­men, reißt Lewis sich ben zerfetzten Aermel ganz herunter, geht zum Waschttsch, taucht einen Watte­bausch in medizinischen Alkohol unb beginnt, sich den verletzten Arm zu säubern.

Also, Lewis, jetzt antworten Sie mir bitte: Was ist geschehen?" fragt Forster wieder in nachsichtigem ToN.

Der andere holt tief Atem und gibt sich Mühe, ruhig zu bleiben, aber er kann nicht verhindern, daß sich seine Stimme schließlich fast überschlägt. Muß ich Ihnen das wirklich erst erzählen? Wo Gomez ist, wollen Sie wissen? Wo bie armen Kerle sind, bie wir in die Dschungel mitgeschlepvt haben? Haben Sie denn vergessen, wie es Dr. Wilder er­gangen ist!?"

Mein Gott alle?"

Jawohl alle!" schreit Lewis heftig.

Das ist ja grauenhaft!" Forsters Worte stehen wie verloren im Raum.

Lewis nimmt aus dem Verbanbschränkchen an der Wand eine Mullbinde. Er setzt sich auf das Bett und verbindet die leichte Wunde feines Armes. Der Schaft eines Speeres hatte ihn gestreift.Und ihr habt sie auf dem Gewissen, denn ihr habt sie in die Dschungel geschickt. Ihr habt genau gewußt, daß ihr sie nicht schützen könnt jawohl unb trotzdem habt ihr es getan!"

Lewis, Sie wissen, baß ich ..."

,^jch weiß nur eins: Ich bin fertig mit dieser ver­fluchten Insel. Ich gehe weg!"

Forster, der merkt, daß der junge Kollege sich in einem begreiflichen Zustand völliger Nervenüber­reizung befindet, lenkt ein, um ihn zu beruhigen. Gut, Sie sollen fort! Sie müssen sich erholen, aber Sie werden wiederkommen, ich gebe Ihnen Urlaub. Sobald Dr. Passos da ist, können Sie fahren, unb in sechs Wochen ..."

"Ich komme nicht zurück!" Lewis nimmt die Whiskyflasche unb das Glas, stellt beides auf den Nachttisch, dann legt er sich, so wie er ist, lang auf bas Bett, verschränkt die Arme unter dem Kopf.

»Letzt hören Sie bitte mal zu, Lewis!" macht Forster einen letzten Versuch.

Eigensinnig schüttelt Bob den Kopf.Geben Sie sich keine Mühe, Herr Professor, es hat keinen Zweck!"

Mit plötzlichem Entschluß verläßt Forster ärger­lich bas Zimmer. In der Tür stößt er fast mit Vir­ginia Larsen zusammen. Erstaunt sieht er sie an, denn eine Verwandlung ist mit ihr vorgegangen. <

Sie hat ihren weißen Arztkittel ausgeaogen und trägt ein teerosenfarbenes Sommerklelb. Mit der Dienstkleidung scheint sie auch die ernsthafte Dr. Larsen vom Hygiene-Departement ausgezogen zu haben. Ihre Augen leuchten, hittter den lächelnd geöffneten Lippen blitzen die weißen Zähne, eine Wolke süblich-heihen Parfüms weht mit ihr herein. Forster deutet achselzuckend auf den jungen Arzt, der zur Zimmerdecke starrt, aber Virginia macht ihm ein beruhigendes Zeichen. Leise schließt sie hinter dem Chef die Tür.

Virginia!" ruft Bob, der ihre Anwesenheit im Zimmer jetzt spürt, freubig aus. Er richtet sich auf.

Sanft drückt sie ihn auf die Kissen zurück.Nein. Bob, bleiben Sie bitte liegen. So, ganz ruhig liegen bleiben, ja?"

Ja " Fügsam wie ein braves Kind legt er sich zurück. Plötzlich kommt ihm wieder zum Bewußt­sein, was geschehen ist. Erdichtet sich auf, sagt mit erneuter Erregung:Virginia, sie haben sicher Go­mez erschlagen unb dann Pesam-Billy und bann..

Nicht jetzt reden, Bob", bittet Virginia.Nicht daran denken. Sie müssen sich jetzt ausruhen. Sie sollten schlafen."

Ja, Virgin, aber Sie bleiben doch noch ein paar Minuten hier?" Seine Augen hängen an ihr schwärmerisch hingegeben wie vor ein paar Tagen an der unerreichbaren bizarr-schönen Orchidee in der Krone des Urwaldbaumes.

Virginia Larsen setzt sich zu ihm auf einen Sessel neben dem Bett.Ja, Boo, ich bleibe hier. So, unb jetzt machen Sie die Augen zu und liegen ganz still. Ganz ruhig, ja, ganz ruhig ..." Ihre feinen Finger spitzen streicheln über feine Wange, unb er lächelt wie ein Kind im Traum.

Stille. Dem erschöpften Mann scheint es, als ginge ein Engel durch den Raum. Unb dieser Enges heißt Virginia. Leise, ohne die Augen zu öffnen, sagt Bob Lewis: ,Zch will fort, Virgin."

Sie fühlt, daß er jetzt keinen anderen Wunsch haben kann, als nach Hause zu fahren.3a, Bob. Sie werden nach Oklahoma zurückgehen unb brau* ßen irgendwo am alten Park wohnen ober auf der anderen Seite vom Fluß. Da weht abends der Wind immer so kühl." Sehnsucht nach ihrer gemein­samen Heimat schwingt in Virginias tiefer Stimme.

Warum fahren mir nicht zusammen nach Haus? Was wollen Sie hier? Warten, bis Sie auch kaputt gehen!?"

Ein schmerzlicher Zug liegt um Virginias Mund, als sie ruhig antwortet:Bob, Sie wissen doch, daß ich nie nach Oklahoma zurückgehen werbe. Außerdem mag ich Professor Forster nicht im Stich lassen!" (Fortsetzung folgt.)