fammenarbeit mit den Vereinigten Staaten sein. Aber zugleich war die Rede von den „nicht leicht zu versöhnenden Divergenzen unserer beiden großen Völker". Das ist deutlich genug. Ebenso deutlich ist die Bemerkung der „Times", die Zusammenarbeit dürfe nicht damit beginnen, „daß zu große Opfer von unserer nationalen Freiheit gefordert werden!" Unter der englischen „nationalen Freiheit" versteht die „Times" offenbar Freiheit der englischen Wirtschaft. Diese und andere Stimmen finden sich zitiert bei einem amerikanischen Journalisten chanighen in der amerikanischen Zeitschrift „Harpers New Monthly'Magazine", das einem der größten amerikanischen Derlagshäuser gehört und neben dem Bostoner „Atlantic ll^onthly" unter den Gebildeten in Amerika führend ist.
Auch unter den wissenschaftlichen Nationalökonomen in England erheben sich Zweifel an der Zukunft. I. M. Keynes, der seinerzeit keinen Zweifel darüber ließ, daß er Englands Eintritt in diesen Krieg für verkehrt hielt, ist seit einiger Zeit verstummt, aber ein anderer Mann von Bedeutung, Sir Ernest Benn, gesteht ein, daß die Lebenslinien der englischen Wirtschaft, nämlich Kapitalanlagen im Ausland, auswärtige Kreditgewährung, Schifffahrt- Dien t und Export, schlimm mitgenommen sind. Die Investitionen im Ausland, heißt es, sind erschöpft, um die amerikanische Forderung nach Bezahlung für die Lieferungen zu befriedigen. Die Zins- loistung für ausgeliehenes Kapital ist zu einem Schatten geworden, andere Länder haben ihre Fabrikation von Rüstungsmaterial entwickelt, und was soll werden, wenn England seinen Warenexport wieder ausnehmen möchte? „Es wird einige Generationen dauern, bevor unser Kapitaleinkommen auf den Vorkriegsstand zurückgeführt werden kann. Durch welche Magie könnte noch aus dem Verschwinden eines großen Teils unseres im Auslands investierten Kapitals ein besserer Lebensstandard gezogen werden?"
Diese besorgte Frage ist im Sinne der wohlhabenden Oberschicht gestellt, die England tatsächlich regiert. In ihr lagen, wie schon 1914, fo auch diesmal die Wurzeln der Kriegstreiberei. Dazu kommt die vorauszu seh ende Enttäuschung der Massen über die Herabdrückung der Lebenshaltung, die während des Krieges zwar hingenommen wird, die aber auch hinter dem Kriege nicht aufhören wird. Was dem Engländer, auch dem „Mann auf der Straße", durch und durch zuwider ist, das sind dauernde Kontrollmaßnahmen in seinem täglichen Leben: Ernährung, Kleidung usw. Sie widersprechen dem hergebrachten und für unumstößlich gehaltenen >Dogma von der „Freiheit britischer Lebensführung".
^Ein merkwürdiges Phänomen ist die in allen Schichten sich zeigende Hinneigung zum bolschewistischen Moskau. Der psychologische Untergrund ist natürlich das Gefühl des „Sichanklammernmüs- sens" an diesen starken Bundesgenossen, der sich einzig imstande zeigt, einen großen Teil der deutschen Kampfkraft zu binden. Der englische Arbeiter malt auf die Fliegerbomben, die er herstellt, Hammer und Sichel und meint, dies Zeichen bringe Glück. Auf den Varietöbühn-en werden Büsten der Moskauer Machthaber ausgestellt, um dem Publikum etwas zu bieten, was es gern hat. Bon der Labour Party im Parlament sagt ein englischer Witz, sie habe vor zwei Dingen Ängst: vor Sozialismus und vor der Möglichkeit, einmal an die Regierung zu kommen! Welche Strömungen aber in der Tiefe wühlen, ist eine andere Frage, über die Klarheit erst bei der ersten Nachkriegs-Parlaments- wähl kommen wird. Der Rundfunkredner Priestley, auch ein „Unzufriedener", hat in einer Versamm- lung gesagt: „Wir wollen keine Klassen, wir wollen eine Klasse. Wir müssen die überlebten Ueber- reste eines Maskenballs loswerden!" Mit dem Maskenball ist der gesellschaftliche Snobismus der oberen Zehntausend gemeint. Ist das nicht eine Anleihe beim neuen Deutschland?
Frappierend ist am Ende auch das Bekenntnis des führenden Leitartiklers der'„Times", Professor Earr, in seinem in einer Riesenauflage erschienenen Buch „Conditions of Peace“: Man müsse das Unvermeidliche, nämlich das Ende der freien Unternehmung und statt dessen wirtschaftliche Gebundenheit als den voraussichtlichen Nachkriegszustand akzeptieren! In der Tat, eine bemerkenswerte englische „Vision".
Auch die britische Wissenschaft sucht,/Belehrung" bei den Sowjets.
S t o ck h o l m, 14. April. (Europapreß.) „Die Bindung unserer Interessen mit denen der Sowjetunion ist heute d e st r u k 1 i v e r N a t u r" , erklärte Stas- sord Cripps vor einer Versammlung von Wissen- lchastlern und Ingenieuren. Das gemeinsame Ziel berder Staaten sei ss, den Feind so schnell wie möglich zu zerstören, wobei die Wissenschaft mithelfen müsse. Diese „wissenschaftliche $in-- öung" mit der Sowjetunion sei ein bahnbrechender
Oer Mond ist aufgegangen.
Von Hedwig Böhm.
Bor meinem Fenster atmete die erste Frühlingsnacht. Das Dorf lag schon im Schlaf, kein Hunde- bellen, keine Menschenstimme war mehr wach. Lautlos fächelte die Luft und trug den Duft der Veilchen, die unter dem Fenster blühten, mit herein. Nur der Bach floß rauschend durch die Wiesen.
Ein Geräusch zerbrach plötzlich die Stille, es klang wie Knarren einer selten geöffneten Tür. Von drüben, jenseits der Kastanien, mußte es kommen; 'da lag ein Haus im tiefen Garten, das seit einigen Jahren unbewohnt war. Vielleicht hatte ein Laden sich gelöst, der in den Angeln rostig war, — doch ging kein Wind. Die weißen Häupter des Gebirges, die im Süden das weite alte Gletschertal begrenzten, waren schon vom Monde angeleuchtet, der bei uns noch nicht aufgegangen war. Millionen Sterne funkelten am Himmel. Wenn Sternenchöre singen könnten! Welch ein Klingen müßte dann von der Milchstraße hinüberströmen zu den anderen Gestirnen, alles helle Glänzen in Musik verwandeln!
Drüben, im Nachbarhaus, hatte bis zum Ausbruch des Krieges ein schönes, junges Paar gewohnt. Man sah sie kaum, so abgeschieden lebten sie künstlerischen Arbeiten. Nur zuweilen, an Sommerabenden, hörte man die hohe süße Stimme der jungen Frau Volkslieder singen. Seither hatte mich danach manchmal verlangt. — Vor einem Jahre war der Mann gefallen. — Heute mußte ich denken: wird man den reinen Klang je wiederhören?
lieber dem Berge hinterm See blitzte ein Streifen auf, und aus der Wälder Zacken hob sich der Mond, wuchs und warf seine breite Bahn über das dunkle Wasser. Dann löste er sich ab vom Berg, und die Landschaft mit grünem Silber übergießend, stieg er gelassen weiter aufwärts. Sehnsucht weckte sein Schein nach Nähe und nach Ferne, man hätte
Oie wachsende Schiffsraumnot.
Der britische Admiral Sir Herbert Richmond schreibt im Aprilhest der englischen Monatszeitschrift „Fortn-ightly", daß es falsch wäre, ein optimistisches Bild von der Lage auf See zu entwerfen oder gar zu versuchen, die in der Oeffentlichkett gehegten Sorgen zu zerstreuen. Niemand solle seine Augen vor der einwandfrei feststehenden Tatsache verschließen, daß die Lage „im höchsten Maße ernst und niederschmetternd" sei". Die Diagnose, die hier Admiral Richmond stellt, wird durch folgende Zahlen und Tatsachen erhärtet, die von deutscher Seite über die Tonnagelage unserer Feinde bekannt werden.
Die feindlichen Verluste an Handels- schiffsraum belaufen sich von Kriegsbeginn bis Ende März 1943 einschließlich der italienischen und japanischen Erfolge auf 3 0,4 Millioyen B R T„ von denen 5,8 Millionen BRT. allein aus Tanker entfallen. Die jüngst bekanntgegebenen deutschen Erfolge in Höhe von rund 25,6 Millionen BRT. sind in dieser Ziffer enthalten.
Sieht man näher zu, so befaß England im Jahre 1939 eine Hochseetonnage von 21,2 Millionen BRT., die USA. 9,3 Millionen BRT., beide Länder zusammen also 30,5 Millionen BRT. Nimmt man dazu die beschlagnahmten holländischen, norwegischen, dänischen, griechischen, polnischen, frcrnzö- sischen, jugoslawischen, belgischen, rumänischen und auch die beschlagnahmten Ächsenschiffe, so erhöht sich' die feindliche Schiffstonnage um 11,5 Mill. BRT. a u f 4 2 Mill. BRT. Dazu kommen die während des Krieges' bis Ende März 1943 neu geballten Schiffe auf USA.-Werften mit 8,4 Mill. BRT. und auf britischen Werften mit 3,4 Mill. BRT., zusammen 11,2 Mill. BRT., so daß sich der Gesamtbestand der Feindtonnage Ende März d. I. auf 5 3,8 Mill. BRT. belaufen würde, wenn er nicht durch Versenkungen aller Art ganz wesentlich vermindert worden wäre.
Infolge dieser Versenkungen sind von den 53,8 Mill. BRT. abzuziehen 25,6 Mill. BRT., die durch deutsche U-Boote, Ueberwasserseestreitkxäfte und Flugzeuge vernichtet wurden, 2,1 Mill. BRT., die durch Italien und 2,7 Mill. BRT., die durch Japan auf den Meeresgrund geschickt wurden. Dieser Verlust von 30,4 Mill. BRT. ist zunächst einmal von den 53,8, Mill. BRT. abzuziehen, so daß ein feindlicher Bestand von rund 23,4 Mill. BRT. verbleibt. Da indessen nicht alle torpedierten feindlichen Schiffe untergingen, sondern etwa 2,4 Mill. BRT. laufend repariert werden müssen, so ist auch diese Tonnage abzusetzen, so daß zu Beginn dieses Monats den Briten und Ämerikanern eine
einsatzfähige Tonnage von rund 21 Mill. BRT. übriggeblieben ist.
Diese Berechnung entspricht den Ziffern, die Winston E h u rch i l l am 21. Februar d. I. im englischen Unterhaus angegeben hat. Noch interessanter ist ein Vergleich mit einer Feststellung der „New Bork Times", die am 20. März d. I. den verfügbaren Handelsschiffsraum der USA. und Eng- lairds mit: 30 Millionen dwt. (Dead-weight-Tonnen) angibt. Dead-weight-Tonnen verhalten sich zu Brut- to-Register-Tonnen wie 1,6:1, so daß die von der „New Dort Times" errechneten 30 Mill. dwt. eine Brutto-Register-Tonnage oon rund 18 Mill, aus- machen. Diese Ziffer liegt, was in mehrfacher Hinsicht Beachtung verdient, um 3 Mill. BRT. unter der deutschen Berechnung! Sie zeigt nämlich einmal, wie die US-Amerikaner selbst ihre Verluste einschätzen und beweist einmal mehr die Vorsicht und Zurückhaltung unserer eigenen Berechnungen.
Um diese Riesenverluste auszugleichen, haben Briten und Ainerikaner in den letzten Monaten ihre Schiffsbauprogramme mit allen Kräften forciert. Die USA. verfolgen damit einen doppelten Zweck. Washington will damit in erster Linie die schweren Verluste durch den U-Boot-Krieg ersetzen. Gleichzeitig wird aber auch das Ziel verfolgt, die USA- Handelsflotie so zu stärken, daß sie die englische an Tonnagezahl überflügelt, so daß sie nach Kriegsende in der Lage ist, die englischen Schiffahrtslinien zu übernehmen. Um dieser Gefahr zu begegnen, haben jetzt die Briten dem Bauprogramm Henry Kaisers ein eigenes Programm gegenüberaestellt, das den Namen M c. Alpines trägt. Kaiser wie Mc. Alpine sind von Hause aus Zementspezialisten, denn der eine baute früher in den USA. Autostraßen, während der andere das Wembley-Stadion baute. Beide, die USA.-Kaiser-Särgs und die neuen englischen Notschiffe, sind die jüngsten Beuteobjekte unserer U-Boote. Trotz aller Anstrengungen ist es den Anglo-Amerikanern, wie der Chef des Jnfarma- tionsamtes in Washington, Elmer Davis, erst vor wenigen Tagen eingestand, bis heute noch nicht gelungen, die schweren Verluste an Handelsschiffen durch Neubauten auszugleichen. Deshalb bittet „Daily Mail" jetzt die Engländer, die Mahnungen des Er- nährungsministers Wootton zu beherzigen, und nicht nur mit Lebensmitteln sparsam zu sein, sondern auch alle Arten von Abfällen zu sammeln, denn dadurch würde der so dringend notwendige Schiffsraum gespart werden. Es ist schon so, wie Dr. Goebbels'in seiner letzen Essener Rede sagte, daß der deutsche U-Boot-Krieg den Anglo-Amerikanern unmittelbar an die Kehle greift.
als Helfer des Arztes tätig waren. Besondere Worb' der Anerkennung fand der Reichsgesundheitsführer für die tapfere Haltung der Hebammen in den luftgefährdeten Gebieten, wofür auch mehrte Hebammen mit dem Kriegsverdienstkreuz auSgezeichimt worden sind.
Oer Führer überreicht Großadmiral Oönitz das Eichenlaub.
U
Der Führer empfing am 7. April den Oberbefehls. Haber der deutschen Kriegsmarine, Großadmiral Dönitz, uni) überreichte ihm, wie schon gemeldet, das Eichenlaub zum Ritterkreuz.
(Presse-Illustrationen Hoffmann. sSch.j)
Europas Getreideversorgung
Wachsende landwirtschaftliche Erträge der Ostgebiete.
Lissabon, 14. April. (Europapreß.) Die von der sowjetischen Herrschaft befreiten Ostgebiete werden vielleicht schon in diesem Jahr die Lücke iy der Getreideversorgung Europas ausfüllen, falls günstige Wetterbedingungen vorliegen, meint das Regierungsblatt „D r a r i o d a Manh a" in einer Betrachtung über die Intensivierung der landwirtschaftlichen Erzeugung in Europa. Die Verwüstungen des Krieges hätten im Jahre 1942 noch nicht
Faktor für eine internationale Verständigung. Wissenschaftler seien bessere Botschafter als Politiker. Abschließend fand Cripps besondere Worte des Lohes für die Sowjetunion. Er erklärte: „Besonders di'e Wissenschaft ist eines der vielen Gebiete, auf denen wir von der Sowjetunion Belehrung erhalten können."
©er Wehrmachtbericht.
DNV. Aus dem Führerhaupkquartler, 14. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
An der Ostfront kam es nur an einigen Abschnitten zu Kampfhandlungen von örtlicher Bedeutung. Die Luftwaffe setzte ihre Angriffe gegen die Stellungen und Nachschubverbindungen des Feindes fort und versenkte in den Gewässern der Fischer- Halbinsel ein Schiff von 2000 BRT. Bei zwei eigenen Verlusten wurden 48 Sowjetflugzeuge vernichtet.
In Tunesien wurden mehrere Angriffe gegen den Westabschnitt der Front zum Teil im Gegenstoß abgewiesen. 3m Südabschnitt schob sich der Feind mit starken Kräften an die deutsch- italienischen Stellungen heran und unternahm Er- kundungsvorstöhe, die jedoch scheiterten.
Bei erfolglosen Angriffen gegen ein deutsches Geleit vor der norwegischen Westküste wurden fünf britische Torpedo- und Bombenflugzeuge abgeschossen. An der Küste der besetzten West- gebiete brachten Jäger und Warineflak weitere vier Flugzeuge zum Absturz.
In den frühen Morgenstunden des heutigen Tages warfen feindliche Flugzeuge einige Bomben auf Orte an der Deutschen Bucht.
40 Jahre (Soldat.
2hn Donnerstag jährt sich zum 40. Mal der Tag, an dem Generalober st Ruoff, Ober-
sich von aller Schwere lösen mögen ins Unendliche <3U schweben, und doch mar man gewillt, sich inniger uoch der warmen Erde entgegenzudrängen.
In diesem Augenblick kam wie von weither eine ans Herz rührende leise Stimme durch die Nacht: „Der Mond ist aufgegangen
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und ft ar;
Der Wald steht schwarz und schweiget, Und aus den Wiesen steiget Der weiße Nebel wunderbar!"
Dann war es wieder stille wie zuvor. Zaghaft hatte das Lied geklungen und bange, als fei ein singender Stern herabgefallen in den Frühling der fremden Welt und fand sich darin nicht zurecht.
Der Mond stieg höher und wurde nun zum Mittelpunkt des Firmaments. Wiesen und Pfade waren weithin deutlich sichtbar, und die schwellenden Knospen der Bäume und Sträucher standen wie lichtgrüne Blüten gegen den tiefblauen Himmel. Nun flutete der Schein über den Rasen des Nachbargartens, und aus den Tannen und Buchen schimmerte weiß das Haus. Da Hub die Stimme wieder an zu fingen mit süßem Ion, als wolle ein verlassenes Herz sich selber trösten:
„Wie ist die Wett so ftiUe
Und in der Dümmrung Hülle
So traulich und so hold, Als eine stille Kammer, 2ßo ihr des Tages Jammer, Verschlafen und vergessen sollt."
Dann wieder Schweigen; nun senkte sich die Seele wohl nachdenkend in das, was unbewußt ein Gott aus ihr gefangen.
wendete den Blick gegen die Stille. Durch werdende Blätter und Blüten, die ein Netz über der Aeste Gitter warfen, sah ich, im unwirklichen ^lanz des Mondes auf dem Balkon des Nachbar- hafaes eine Gestalt. Sie stand, dem Gestirn zuge- kehrt ohne sich zu bewegen; und so vom Licht durchflossen war sie, daß sie einer anderen Welt anzugehoren schien.
befehlshaber einer Armee, als Fahnenjunker in das württembergifche Infanterie-Regiment 1 in Tübingen eintrat. Am ersten Weltkrieg nahm er zunächst in diesem Regiment als Adjutant und Kompanieführer, später in Stabsstellungen teil. 1933 wurde er Kommandeur des Jnf.-Rgts. 13 in Ludwigsburg. Als Chef des Generalstabes einer Heeresgruppe hatte er Anteil an dem Einmarsch in Oesterreich. 1939 wurde er Kommandierender General eines südwestdeutschen Armeekorps, das er 1940 in Belgien und Nordfrankreich und 1941 in der Sowjetunion von Erfolg zu Erfolg führte, bis ihn der Führer 1942 zum Oberbefehlshaber einer im Osten eingesetzten Armee beförderte.
Das Ritterkreuz für Abwehr des Landungsversuchs bei St. Nazaire. Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine das Ritterkreuz des Eifernen Kreuzes an Kapitän zur See Karl-Conrad Mecke, der sich als Kommandeur eines Marineflakregiments bei der Abwehr des britischen Lan- dungsversuchs bei St. Nazaire am 27./28. März 19 42 durch hervorragende Umsicht und Tatkraft ausgezeichnet hat. Seiner Initiative und Entschlußfreudigkeit ist es zu verdanken, daß die Angreifer bereits auf See rechtzeitig erkannt wurden und durch schlagartiges Einsetzen der Abwehr ein tieferer Einbruch verhindert werden konnte. Hierdurch konnten die wertvollen Anlagen des Hafens vor der Zerstörung bewahrt werden.
Sinkende Müttersterblichkeit.
Auf einer Arbeitstagung der Reichshebammen- schaft stellte Reichsgesundhetztsführer Dr. Conti fest/ daß die Mütter sterblichkeit fortlaufend, auch in öen letzten Kriegsjahren, weiter herabgedrückt werden konnte. Er dankte den Hebammen für die guten Resultate, die sie bei den von ihnen allein durchgeführten Geburten errreicht haben. Es sind das 75 v. H. aller Entbindungen, die von den Hebammen in freier Praxis selbstverantwortlich geleitet worden sind, während sie bei den restlichen Entbindungen
erlaubt, aus den wiedergewonnenen oder eroberten Gebieten erhebliche Ernten zu ziehen. In diesem Jahr sei die Lage jedoch wesentlich anders, weil größere Anstrengungen gemacht wurden, die Gebiete landwirtschaftlich zu bearbeiten. In diesem Zusammenhang untersucht das Blatt die Bemühungen und Erfolge Rumäniens beim Wiederaufbau der Landwirtschaft Bessarabiens. Es betont die Mitarbeit Deutschlands bei dieser Aufgabe durch Lieferung von Tausenden oon Traktoren.
Nie Inder in Südafrika.
Lissabon, 14. April. (Eurppapreß.) Der in- discke nationale Kongreß in Südafrika hat sich an mehrere führende indische Persönlichkeiten gewandt, um gegen die Behandlung der Inder in Südafrika zu protestieren und sie aufzufordern, eine Kampagne in ganz Indien zu organisieren, um die Freiheit der südafrikanischen Inder zu unterstützen. Der Grund zu diesem Schritt dürfte in dem Beschluß der südafrikanischen Regierung zu suchen sein, den „Transvaal Interims act“ um drei Jahre zu verlängern und ihn auch auf die hauptsächlich von Indern bewohnte südostafrikanische Hafenstadt Durban aubzudehnen. Dieses Gesetz aus dem Jahre 1939 machte es den Indern unmöglich, in Transvaal Land zu kaufen. Auch andere Rechte der Inder, die seit dem Gandhi-Smuts-Abkornmen vom Jahre 1914 bestanden hatten, wurden geschmälert.
Oie Sowjets wollen keine neue t Demarkationslinie in Iran.
Sofia, 14. April. (Europapreß.) Nach dem Abzug des größten Teiles der Sowjettruppen aus Iran muß die Demarkationslinie zwischen der Sowjetunion und den Briten und Nord am eri kauern ngu feftgelegt werden. Darüber finden in Teheran Besprechungen zwischen der Sowjetbotschaft, dem englischen Gesandten Sir Readel Bulard und dem Kommandeur der 10. britischen Armee, General statt. Die Sowjetrussen w e i g e r n s i ch bisher, eine Zurücknahme der Demarkationslinie nach Norden anzuerkennen und erklären, daß die sowjetischen
Daß so viel bittre Schmerzen sind, so viel einsames Leid auf dieser Erde! Wer nicht den Blick erheben kann, muß brechen unter ihrer ßaft. — Oben aber wandeln majestätisch die Gestirne.
Des Mondes Licht funkelte jetzt auf dem Dach des Hauses drüben und ließ die Wand mit dem Balkon nach und nach hinter sich. Mein Herz verlangte mehr, zu hören von dem Gesang, es wollte gerne ahnen, daß ein anderes Herz aus feinen Qualen zu der Stille fände, die von der Nacht und diesem Lied in uns eingehen wollte. Draußen rührte em kühlerer Wind leise die Zweige, und mit ihm wehte der Gesang noch Einmal an mein Ohr, sicherer nun und voller, als fomfne er aus einer Seele, die das verlorene Vertrauen von neuem wachsen fühlt:
' „So legt euch denn, ihr Brüder In Gottes Namen nieder.
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns . Gott, mit Strafen Und laß uns ruhig schlafen
~llnb unfern kranken Nachbar auch."
, Am Schatten feiner hohen Bäume lag nun das yaus wleder verborgen. Der Mond zog ruhig weiter feine Bahn und goß fein Leuchten über alle Schläfer, auch über die, die in den fernsten Gräbern ruhn.
JRotnonfigur und Namensrecht.
Ein interessantes Urteil, das sich mit der Frage des Namensschutzes gegenüber Romanautoren aus» emandersetzt, fällte das Kammergericht. Eine be- kannte Filmschauspielerm hatte gegen einen Verlag geklagt, der' ein Buch mit Kurzgeschichten faraus” gebracht hatte. In einer dieser Geschichten war ihr Name m einem Zusammenhänge verwendet worden, durch den sie sich in ihrem Rufe als Künstlerin geschädigt^ fühlte. Während das Landgericht ihrem Unterlassungs- und Schadenersatzanspruch stattgegeben hatte, wies das Kammergericht die Klage ab.
weil trotz der bestehenden Namengleichheit kein Leser bei der Schilderung der Romanfigur auf den Gedanken kommen könne, daß die bekannte Künstlerin in irgendeiner Weise als Vorbild gedient habe.
Zur grundsätzlichen Seite der Frage entnehmen wir der Urteilsbegründung folgende Gedankengänge: Nach § 12 BGB. kann ein Namensoerech- tigter auf Unterlassung klagen, wenn sein Interesse dadurch verletzt wird, daß ein anderer unbefugt den gleichen Namen gebraucht. Dieser Namensschutz wird nicht nur dem bürgerlichen Namen gewährt, sondern auch dem Künstlernamen, sofern er hinlänglich Unterscheidungskraft besitzt oder eine ge- tDiffa Verkehrsgeltung erlangt hat. Das Namensrecht g^ich stark, mag es sich um bekannte Persönlichkeiten odex völlig' unbekannte Personen handeln. Nur das Interesse, das der Namensberech- tigte an der Unterlassung hat, kann verschieden groß fem, je nachdem es sich um eine mehr oder weniger bekannte Person handelt.
Das Verbot des § 12 BGB. richtet sich in erster IJinie gegen den. der sich selbst einen ihm nicht zu- kommenden Nafaen beilegt. Eine Verletzung des Namensrechts kann aber auch dann vorliegen, wenn jemand einer Romanfigur einen mit dem einer ebenbcn Person übereinstimmenden Namen zulegt. Andererseits ist.es den Schriftstellern angesichts der' ^totwendigkeit, die auftretenden Personen zu benennen, praktisch unmöglich, nur solche Namen zu erfinden oder zu benutzen, die im wirklichen Leben vorkommen. Eine unbefugte Namensbenutzung i|t öaper nur dann anzunehmen, wenn die Roman- geftalt durch Beifügung von Nebenumständen in eme, wenn auch nur für einen Teil der Leser erkennbare Beziehung zu einem bestimmten tatsächlich vorhandenen Träger dieses Namens gebracht und io bei dem Leser der Eindruck erweckt wird, daß der ihm bekannte Namensträger, wenn auch nicht in allen Einzelheiten, fo doch in den Grundzügen der Romcmfigur zum Vorbild gedient hat. N.


