Ausgabe 
15.4.1943
 
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fammenarbeit mit den Vereinigten Staaten sein. Aber zugleich war die Rede von dennicht leicht zu versöhnenden Divergenzen unserer beiden großen Völker". Das ist deutlich genug. Ebenso deutlich ist die Bemerkung derTimes", die Zu­sammenarbeit dürfe nicht damit beginnen,daß zu große Opfer von unserer nationalen Freiheit ge­fordert werden!" Unter der englischennationalen Freiheit" versteht dieTimes" offenbar Frei­heit der englischen Wirtschaft. Diese und andere Stimmen finden sich zitiert bei einem amerikani­schen Journalisten chanighen in der amerikanischen ZeitschriftHarpers New Monthly'Magazine", das einem der größten amerikanischen Derlagshäuser gehört und neben dem BostonerAtlantic ll^onthly" unter den Gebildeten in Amerika führend ist.

Auch unter den wissenschaftlichen Nationalöko­nomen in England erheben sich Zweifel an der Zu­kunft. I. M. Keynes, der seinerzeit keinen Zweifel darüber ließ, daß er Englands Eintritt in diesen Krieg für verkehrt hielt, ist seit einiger Zeit ver­stummt, aber ein anderer Mann von Bedeutung, Sir Ernest Benn, gesteht ein, daß die Lebenslinien der englischen Wirtschaft, nämlich Kapitalanlagen im Ausland, auswärtige Kreditgewährung, Schifffahrt- Dien t und Export, schlimm mitgenommen sind. Die Investitionen im Ausland, heißt es, sind erschöpft, um die amerikanische Forderung nach Bezahlung für die Lieferungen zu befriedigen. Die Zins- loistung für ausgeliehenes Kapital ist zu einem Schatten geworden, andere Länder haben ihre Fa­brikation von Rüstungsmaterial entwickelt, und was soll werden, wenn England seinen Waren­export wieder ausnehmen möchte?Es wird einige Generationen dauern, bevor unser Kapitaleinkom­men auf den Vorkriegsstand zurückgeführt werden kann. Durch welche Magie könnte noch aus dem Verschwinden eines großen Teils unseres im Aus­lands investierten Kapitals ein besserer Lebens­standard gezogen werden?"

Diese besorgte Frage ist im Sinne der wohl­habenden Oberschicht gestellt, die England tatsächlich regiert. In ihr lagen, wie schon 1914, fo auch dies­mal die Wurzeln der Kriegstreiberei. Dazu kommt die vorauszu seh ende Enttäuschung der Massen über die Herabdrückung der Lebenshaltung, die während des Krieges zwar hingenommen wird, die aber auch hinter dem Kriege nicht aufhören wird. Was dem Engländer, auch demMann auf der Straße", durch und durch zuwider ist, das sind dauernde Kon­trollmaßnahmen in seinem täglichen Leben: Ernäh­rung, Kleidung usw. Sie widersprechen dem her­gebrachten und für unumstößlich gehaltenen >Dogma von derFreiheit britischer Lebensführung".

^Ein merkwürdiges Phänomen ist die in allen Schichten sich zeigende Hinneigung zum bolsche­wistischen Moskau. Der psychologische Untergrund ist natürlich das Gefühl desSichanklammernmüs- sens" an diesen starken Bundesgenossen, der sich einzig imstande zeigt, einen großen Teil der deut­schen Kampfkraft zu binden. Der englische Arbeiter malt auf die Fliegerbomben, die er herstellt, Ham­mer und Sichel und meint, dies Zeichen bringe Glück. Auf den Varietöbühn-en werden Büsten der Moskauer Machthaber ausgestellt, um dem Publi­kum etwas zu bieten, was es gern hat. Bon der Labour Party im Parlament sagt ein englischer Witz, sie habe vor zwei Dingen Ängst: vor Sozia­lismus und vor der Möglichkeit, einmal an die Re­gierung zu kommen! Welche Strömungen aber in der Tiefe wühlen, ist eine andere Frage, über die Klarheit erst bei der ersten Nachkriegs-Parlaments- wähl kommen wird. Der Rundfunkredner Priestley, auch einUnzufriedener", hat in einer Versamm- lung gesagt:Wir wollen keine Klassen, wir wollen eine Klasse. Wir müssen die überlebten Ueber- reste eines Maskenballs loswerden!" Mit dem Maskenball ist der gesellschaftliche Snobismus der oberen Zehntausend gemeint. Ist das nicht eine An­leihe beim neuen Deutschland?

Frappierend ist am Ende auch das Bekenntnis des führenden Leitartiklers der'Times", Professor Earr, in seinem in einer Riesenauflage erschie­nenen BuchConditions of Peace: Man müsse das Unvermeidliche, nämlich das Ende der freien Unternehmung und statt dessen wirtschaftliche Ge­bundenheit als den voraussichtlichen Nachkriegs­zustand akzeptieren! In der Tat, eine bemerkens­werte englischeVision".

Auch die britische Wissenschaft sucht,/Belehrung" bei den Sowjets.

S t o ck h o l m, 14. April. (Europapreß.)Die Bin­dung unserer Interessen mit denen der Sowjetunion ist heute d e st r u k 1 i v e r N a t u r" , erklärte Stas- sord Cripps vor einer Versammlung von Wissen- lchastlern und Ingenieuren. Das gemeinsame Ziel berder Staaten sei ss, den Feind so schnell wie mög­lich zu zerstören, wobei die Wissenschaft mithelfen müsse. Diesewissenschaftliche $in-- öung" mit der Sowjetunion sei ein bahnbrechender

Oer Mond ist aufgegangen.

Von Hedwig Böhm.

Bor meinem Fenster atmete die erste Frühlings­nacht. Das Dorf lag schon im Schlaf, kein Hunde- bellen, keine Menschenstimme war mehr wach. Laut­los fächelte die Luft und trug den Duft der Veil­chen, die unter dem Fenster blühten, mit herein. Nur der Bach floß rauschend durch die Wiesen.

Ein Geräusch zerbrach plötzlich die Stille, es klang wie Knarren einer selten geöffneten Tür. Von drüben, jenseits der Kastanien, mußte es kommen; 'da lag ein Haus im tiefen Garten, das seit einigen Jahren unbewohnt war. Vielleicht hatte ein Laden sich gelöst, der in den Angeln rostig war, doch ging kein Wind. Die weißen Häupter des Ge­birges, die im Süden das weite alte Gletschertal begrenzten, waren schon vom Monde angeleuchtet, der bei uns noch nicht aufgegangen war. Millionen Sterne funkelten am Himmel. Wenn Sternenchöre singen könnten! Welch ein Klingen müßte dann von der Milchstraße hinüberströmen zu den anderen Gestirnen, alles helle Glänzen in Musik ver­wandeln!

Drüben, im Nachbarhaus, hatte bis zum Aus­bruch des Krieges ein schönes, junges Paar ge­wohnt. Man sah sie kaum, so abgeschieden lebten sie künstlerischen Arbeiten. Nur zuweilen, an Som­merabenden, hörte man die hohe süße Stimme der jungen Frau Volkslieder singen. Seither hatte mich danach manchmal verlangt. Vor einem Jahre war der Mann gefallen. Heute mußte ich denken: wird man den reinen Klang je wieder­hören?

lieber dem Berge hinterm See blitzte ein Strei­fen auf, und aus der Wälder Zacken hob sich der Mond, wuchs und warf seine breite Bahn über das dunkle Wasser. Dann löste er sich ab vom Berg, und die Landschaft mit grünem Silber übergießend, stieg er gelassen weiter aufwärts. Sehnsucht weckte sein Schein nach Nähe und nach Ferne, man hätte

Oie wachsende Schiffsraumnot.

Der britische Admiral Sir Herbert Richmond schreibt im Aprilhest der englischen Monatszeitschrift Fortn-ightly", daß es falsch wäre, ein optimistisches Bild von der Lage auf See zu entwerfen oder gar zu versuchen, die in der Oeffentlichkett gehegten Sorgen zu zerstreuen. Niemand solle seine Augen vor der einwandfrei feststehenden Tatsache verschlie­ßen, daß die Lageim höchsten Maße ernst und niederschmetternd" sei". Die Diagnose, die hier Admiral Richmond stellt, wird durch folgende Zahlen und Tatsachen erhärtet, die von deutscher Seite über die Tonnagelage unserer Feinde bekannt werden.

Die feindlichen Verluste an Handels- schiffsraum belaufen sich von Kriegsbeginn bis Ende März 1943 einschließlich der italienischen und japa­nischen Erfolge auf 3 0,4 Millioyen B R T von denen 5,8 Millionen BRT. allein aus Tanker entfallen. Die jüngst bekanntgegebenen deutschen Er­folge in Höhe von rund 25,6 Millionen BRT. sind in dieser Ziffer enthalten.

Sieht man näher zu, so befaß England im Jahre 1939 eine Hochseetonnage von 21,2 Millionen BRT., die USA. 9,3 Millionen BRT., beide Länder zu­sammen also 30,5 Millionen BRT. Nimmt man dazu die beschlagnahmten holländischen, nor­wegischen, dänischen, griechischen, polnischen, frcrnzö- sischen, jugoslawischen, belgischen, rumänischen und auch die beschlagnahmten Ächsenschiffe, so erhöht sich' die feindliche Schiffstonnage um 11,5 Mill. BRT. a u f 4 2 Mill. BRT. Dazu kommen die während des Krieges' bis Ende März 1943 neu geballten Schiffe auf USA.-Werften mit 8,4 Mill. BRT. und auf britischen Werften mit 3,4 Mill. BRT., zusam­men 11,2 Mill. BRT., so daß sich der Gesamt­bestand der Feindtonnage Ende März d. I. auf 5 3,8 Mill. BRT. belaufen würde, wenn er nicht durch Versenkungen aller Art ganz wesentlich vermindert worden wäre.

Infolge dieser Versenkungen sind von den 53,8 Mill. BRT. abzuziehen 25,6 Mill. BRT., die durch deutsche U-Boote, Ueberwasserseestreitkxäfte und Flugzeuge vernichtet wurden, 2,1 Mill. BRT., die durch Italien und 2,7 Mill. BRT., die durch Ja­pan auf den Meeresgrund geschickt wurden. Dieser Verlust von 30,4 Mill. BRT. ist zunächst einmal von den 53,8, Mill. BRT. abzuziehen, so daß ein feindlicher Bestand von rund 23,4 Mill. BRT. verbleibt. Da indessen nicht alle torpedierten feindlichen Schiffe untergingen, sondern etwa 2,4 Mill. BRT. laufend repariert werden müssen, so ist auch diese Tonnage abzusetzen, so daß zu Beginn dieses Monats den Briten und Ämerikanern eine

einsatzfähige Tonnage von rund 21 Mill. BRT. übriggeblieben ist.

Diese Berechnung entspricht den Ziffern, die Winston E h u rch i l l am 21. Februar d. I. im eng­lischen Unterhaus angegeben hat. Noch interessanter ist ein Vergleich mit einer Feststellung derNew Bork Times", die am 20. März d. I. den verfüg­baren Handelsschiffsraum der USA. und Eng- lairds mit: 30 Millionen dwt. (Dead-weight-Tonnen) angibt. Dead-weight-Tonnen verhalten sich zu Brut- to-Register-Tonnen wie 1,6:1, so daß die von der New Dort Times" errechneten 30 Mill. dwt. eine Brutto-Register-Tonnage oon rund 18 Mill, aus- machen. Diese Ziffer liegt, was in mehrfacher Hin­sicht Beachtung verdient, um 3 Mill. BRT. unter der deutschen Berechnung! Sie zeigt nämlich einmal, wie die US-Amerikaner selbst ihre Verluste ein­schätzen und beweist einmal mehr die Vorsicht und Zurückhaltung unserer eigenen Berechnungen.

Um diese Riesenverluste auszugleichen, haben Bri­ten und Ainerikaner in den letzten Monaten ihre Schiffsbauprogramme mit allen Kräften forciert. Die USA. verfolgen damit einen doppelten Zweck. Washington will damit in erster Linie die schweren Verluste durch den U-Boot-Krieg ersetzen. Gleichzei­tig wird aber auch das Ziel verfolgt, die USA- Handelsflotie so zu stärken, daß sie die englische an Tonnagezahl überflügelt, so daß sie nach Kriegs­ende in der Lage ist, die englischen Schiffahrtslinien zu übernehmen. Um dieser Gefahr zu begegnen, ha­ben jetzt die Briten dem Bauprogramm Henry Kai­sers ein eigenes Programm gegenüberaestellt, das den Namen M c. Alpines trägt. Kaiser wie Mc. Alpine sind von Hause aus Zementspezialisten, denn der eine baute früher in den USA. Autostraßen, während der andere das Wembley-Stadion baute. Beide, die USA.-Kaiser-Särgs und die neuen eng­lischen Notschiffe, sind die jüngsten Beuteobjekte un­serer U-Boote. Trotz aller Anstrengungen ist es den Anglo-Amerikanern, wie der Chef des Jnfarma- tionsamtes in Washington, Elmer Davis, erst vor wenigen Tagen eingestand, bis heute noch nicht ge­lungen, die schweren Verluste an Handelsschiffen durch Neubauten auszugleichen. Deshalb bittetDaily Mail" jetzt die Engländer, die Mahnungen des Er- nährungsministers Wootton zu beherzigen, und nicht nur mit Lebensmitteln sparsam zu sein, sondern auch alle Arten von Abfällen zu sammeln, denn dadurch würde der so dringend notwendige Schiffsraum ge­spart werden. Es ist schon so, wie Dr. Goebbels'in seiner letzen Essener Rede sagte, daß der deutsche U-Boot-Krieg den Anglo-Amerikanern unmittelbar an die Kehle greift.

als Helfer des Arztes tätig waren. Besondere Worb' der Anerkennung fand der Reichsgesundheitsführer für die tapfere Haltung der Hebammen in den luft­gefährdeten Gebieten, wofür auch mehrte Hebam­men mit dem Kriegsverdienstkreuz auSgezeichimt worden sind.

Oer Führer überreicht Großadmiral Oönitz das Eichenlaub.

U

Der Führer empfing am 7. April den Oberbefehls. Haber der deutschen Kriegsmarine, Großadmiral Dönitz, uni) überreichte ihm, wie schon gemeldet, das Eichenlaub zum Ritterkreuz.

(Presse-Illustrationen Hoffmann. sSch.j)

Europas Getreideversorgung

Wachsende landwirtschaftliche Erträge der Ostgebiete.

Lissabon, 14. April. (Europapreß.) Die von der sowjetischen Herrschaft befreiten Ostgebiete wer­den vielleicht schon in diesem Jahr die Lücke iy der Getreideversorgung Europas ausfüllen, falls gün­stige Wetterbedingungen vorliegen, meint das Re­gierungsblattD r a r i o d a Manh a" in einer Betrachtung über die Intensivierung der landwirt­schaftlichen Erzeugung in Europa. Die Verwüstun­gen des Krieges hätten im Jahre 1942 noch nicht

Faktor für eine internationale Verständigung. Wis­senschaftler seien bessere Botschafter als Politiker. Abschließend fand Cripps besondere Worte des Lo­hes für die Sowjetunion. Er erklärte:Besonders di'e Wissenschaft ist eines der vielen Gebiete, auf denen wir von der Sowjetunion Belehrung er­halten können."

©er Wehrmachtbericht.

DNV. Aus dem Führerhaupkquartler, 14. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

An der Ostfront kam es nur an einigen Ab­schnitten zu Kampfhandlungen von örtlicher Bedeu­tung. Die Luftwaffe setzte ihre Angriffe gegen die Stellungen und Nachschubverbindungen des Feindes fort und versenkte in den Gewässern der Fischer- Halbinsel ein Schiff von 2000 BRT. Bei zwei eigenen Verlusten wurden 48 Sowjetflugzeuge ver­nichtet.

In Tunesien wurden mehrere Angriffe gegen den Westabschnitt der Front zum Teil im Gegenstoß abgewiesen. 3m Südabschnitt schob sich der Feind mit starken Kräften an die deutsch- italienischen Stellungen heran und unternahm Er- kundungsvorstöhe, die jedoch scheiterten.

Bei erfolglosen Angriffen gegen ein deutsches Ge­leit vor der norwegischen Westküste wurden fünf britische Torpedo- und Bombenflugzeuge ab­geschossen. An der Küste der besetzten West- gebiete brachten Jäger und Warineflak weitere vier Flugzeuge zum Absturz.

In den frühen Morgenstunden des heutigen Tages warfen feindliche Flugzeuge einige Bomben auf Orte an der Deutschen Bucht.

40 Jahre (Soldat.

2hn Donnerstag jährt sich zum 40. Mal der Tag, an dem Generalober st Ruoff, Ober-

sich von aller Schwere lösen mögen ins Unendliche <3U schweben, und doch mar man gewillt, sich inniger uoch der warmen Erde entgegenzudrängen.

In diesem Augenblick kam wie von weither eine ans Herz rührende leise Stimme durch die Nacht: Der Mond ist aufgegangen

Die goldnen Sternlein prangen

Am Himmel hell und ft ar;

Der Wald steht schwarz und schweiget, Und aus den Wiesen steiget Der weiße Nebel wunderbar!"

Dann war es wieder stille wie zuvor. Zaghaft hatte das Lied geklungen und bange, als fei ein singender Stern herabgefallen in den Frühling der fremden Welt und fand sich darin nicht zurecht.

Der Mond stieg höher und wurde nun zum Mittelpunkt des Firmaments. Wiesen und Pfade waren weithin deutlich sichtbar, und die schwellen­den Knospen der Bäume und Sträucher standen wie lichtgrüne Blüten gegen den tiefblauen Him­mel. Nun flutete der Schein über den Rasen des Nachbargartens, und aus den Tannen und Buchen schimmerte weiß das Haus. Da Hub die Stimme wieder an zu fingen mit süßem Ion, als wolle ein verlassenes Herz sich selber trösten:

Wie ist die Wett so ftiUe

Und in der Dümmrung Hülle

So traulich und so hold, Als eine stille Kammer, 2ßo ihr des Tages Jammer, Verschlafen und vergessen sollt."

Dann wieder Schweigen; nun senkte sich die Seele wohl nachdenkend in das, was unbewußt ein Gott aus ihr gefangen.

wendete den Blick gegen die Stille. Durch werdende Blätter und Blüten, die ein Netz über der Aeste Gitter warfen, sah ich, im unwirklichen ^lanz des Mondes auf dem Balkon des Nachbar- hafaes eine Gestalt. Sie stand, dem Gestirn zuge- kehrt ohne sich zu bewegen; und so vom Licht durchflossen war sie, daß sie einer anderen Welt anzugehoren schien.

befehlshaber einer Armee, als Fahnenjunker in das württembergifche Infanterie-Regiment 1 in Tü­bingen eintrat. Am ersten Weltkrieg nahm er zu­nächst in diesem Regiment als Adjutant und Kom­panieführer, später in Stabsstellungen teil. 1933 wurde er Kommandeur des Jnf.-Rgts. 13 in Lud­wigsburg. Als Chef des Generalstabes einer Hee­resgruppe hatte er Anteil an dem Einmarsch in Oesterreich. 1939 wurde er Kommandierender Gene­ral eines südwestdeutschen Armeekorps, das er 1940 in Belgien und Nordfrankreich und 1941 in der Sowjetunion von Erfolg zu Erfolg führte, bis ihn der Führer 1942 zum Oberbefehlshaber einer im Osten eingesetzten Armee beförderte.

Das Ritterkreuz für Abwehr des Landungsversuchs bei St. Nazaire. Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbe­fehlshabers der Kriegsmarine das Ritterkreuz des Eifernen Kreuzes an Kapitän zur See Karl-Conrad Mecke, der sich als Kommandeur eines Marine­flakregiments bei der Abwehr des britischen Lan- dungsversuchs bei St. Nazaire am 27./28. März 19 42 durch hervorragende Umsicht und Tatkraft ausgezeichnet hat. Seiner Initiative und Entschluß­freudigkeit ist es zu verdanken, daß die Angreifer bereits auf See rechtzeitig erkannt wurden und durch schlagartiges Einsetzen der Abwehr ein tieferer Ein­bruch verhindert werden konnte. Hierdurch konnten die wertvollen Anlagen des Hafens vor der Zer­störung bewahrt werden.

Sinkende Müttersterblichkeit.

Auf einer Arbeitstagung der Reichshebammen- schaft stellte Reichsgesundhetztsführer Dr. Conti fest/ daß die Mütter sterblichkeit fortlaufend, auch in öen letzten Kriegsjahren, weiter herabgedrückt wer­den konnte. Er dankte den Hebammen für die guten Resultate, die sie bei den von ihnen allein durch­geführten Geburten errreicht haben. Es sind das 75 v. H. aller Entbindungen, die von den Hebammen in freier Praxis selbstverantwortlich geleitet worden sind, während sie bei den restlichen Entbindungen

erlaubt, aus den wiedergewonnenen oder eroberten Gebieten erhebliche Ernten zu ziehen. In diesem Jahr sei die Lage jedoch wesentlich anders, weil grö­ßere Anstrengungen gemacht wurden, die Gebiete landwirtschaftlich zu bearbeiten. In diesem Zusam­menhang untersucht das Blatt die Bemühungen und Erfolge Rumäniens beim Wiederaufbau der Land­wirtschaft Bessarabiens. Es betont die Mitarbeit Deutschlands bei dieser Aufgabe durch Lieferung von Tausenden oon Traktoren.

Nie Inder in Südafrika.

Lissabon, 14. April. (Eurppapreß.) Der in- discke nationale Kongreß in Südafrika hat sich an mehrere führende indische Persönlichkeiten gewandt, um gegen die Behandlung der Inder in Südafrika zu protestieren und sie aufzufordern, eine Kam­pagne in ganz Indien zu organisieren, um die Frei­heit der südafrikanischen Inder zu unterstützen. Der Grund zu diesem Schritt dürfte in dem Beschluß der südafrikanischen Regierung zu suchen sein, den Transvaal Interims act um drei Jahre zu ver­längern und ihn auch auf die hauptsächlich von In­dern bewohnte südostafrikanische Hafenstadt Durban aubzudehnen. Dieses Gesetz aus dem Jahre 1939 machte es den Indern unmöglich, in Transvaal Land zu kaufen. Auch andere Rechte der Inder, die seit dem Gandhi-Smuts-Abkornmen vom Jahre 1914 bestanden hatten, wurden geschmälert.

Oie Sowjets wollen keine neue t Demarkationslinie in Iran.

Sofia, 14. April. (Europapreß.) Nach dem Ab­zug des größten Teiles der Sowjettruppen aus Iran muß die Demarkationslinie zwischen der Sowjet­union und den Briten und Nord am eri kauern ngu feftgelegt werden. Darüber finden in Teheran Be­sprechungen zwischen der Sowjetbotschaft, dem eng­lischen Gesandten Sir Readel Bulard und dem Kom­mandeur der 10. britischen Armee, General statt. Die Sowjetrussen w e i g e r n s i ch bisher, eine Zurücknahme der Demarkationslinie nach Norden anzuerkennen und erklären, daß die sowjetischen

Daß so viel bittre Schmerzen sind, so viel ein­sames Leid auf dieser Erde! Wer nicht den Blick erheben kann, muß brechen unter ihrer ßaft. Oben aber wandeln majestätisch die Gestirne.

Des Mondes Licht funkelte jetzt auf dem Dach des Hauses drüben und ließ die Wand mit dem Balkon nach und nach hinter sich. Mein Herz ver­langte mehr, zu hören von dem Gesang, es wollte gerne ahnen, daß ein anderes Herz aus feinen Qualen zu der Stille fände, die von der Nacht und diesem Lied in uns eingehen wollte. Draußen rührte em kühlerer Wind leise die Zweige, und mit ihm wehte der Gesang noch Einmal an mein Ohr, sicherer nun und voller, als fomfne er aus einer Seele, die das verlorene Vertrauen von neuem wachsen fühlt:

'So legt euch denn, ihr Brüder In Gottes Namen nieder.

Kalt ist der Abendhauch.

Verschon uns . Gott, mit Strafen Und laß uns ruhig schlafen

~llnb unfern kranken Nachbar auch."

, Am Schatten feiner hohen Bäume lag nun das yaus wleder verborgen. Der Mond zog ruhig weiter feine Bahn und goß fein Leuchten über alle Schlä­fer, auch über die, die in den fernsten Gräbern ruhn.

JRotnonfigur und Namensrecht.

Ein interessantes Urteil, das sich mit der Frage des Namensschutzes gegenüber Romanautoren aus» emandersetzt, fällte das Kammergericht. Eine be- kannte Filmschauspielerm hatte gegen einen Verlag geklagt, der' ein Buch mit Kurzgeschichten faraus gebracht hatte. In einer dieser Geschichten war ihr Name m einem Zusammenhänge verwendet worden, durch den sie sich in ihrem Rufe als Künstlerin ge­schädigt^ fühlte. Während das Landgericht ihrem Unterlassungs- und Schadenersatzanspruch stattge­geben hatte, wies das Kammergericht die Klage ab.

weil trotz der bestehenden Namengleichheit kein Leser bei der Schilderung der Romanfigur auf den Gedanken kommen könne, daß die bekannte Künst­lerin in irgendeiner Weise als Vorbild gedient habe.

Zur grundsätzlichen Seite der Frage entnehmen wir der Urteilsbegründung folgende Gedanken­gänge: Nach § 12 BGB. kann ein Namensoerech- tigter auf Unterlassung klagen, wenn sein Inter­esse dadurch verletzt wird, daß ein anderer unbefugt den gleichen Namen gebraucht. Dieser Namensschutz wird nicht nur dem bürgerlichen Namen gewährt, sondern auch dem Künstlernamen, sofern er hin­länglich Unterscheidungskraft besitzt oder eine ge- tDiffa Verkehrsgeltung erlangt hat. Das Namensrecht g^ich stark, mag es sich um bekannte Persönlichkeiten odex völlig' unbekannte Personen handeln. Nur das Interesse, das der Namensberech- tigte an der Unterlassung hat, kann verschieden groß fem, je nachdem es sich um eine mehr oder weniger bekannte Person handelt.

Das Verbot des § 12 BGB. richtet sich in erster IJinie gegen den. der sich selbst einen ihm nicht zu- kommenden Nafaen beilegt. Eine Verletzung des Namensrechts kann aber auch dann vorliegen, wenn jemand einer Romanfigur einen mit dem einer ebenbcn Person übereinstimmenden Namen zulegt. Andererseits ist.es den Schriftstellern angesichts der' ^totwendigkeit, die auftretenden Personen zu benen­nen, praktisch unmöglich, nur solche Namen zu er­finden oder zu benutzen, die im wirklichen Leben vorkommen. Eine unbefugte Namensbenutzung i|t öaper nur dann anzunehmen, wenn die Roman- geftalt durch Beifügung von Nebenumständen in eme, wenn auch nur für einen Teil der Leser er­kennbare Beziehung zu einem bestimmten tatsächlich vorhandenen Träger dieses Namens gebracht und io bei dem Leser der Eindruck erweckt wird, daß der ihm bekannte Namensträger, wenn auch nicht in allen Einzelheiten, fo doch in den Grundzügen der Romcmfigur zum Vorbild gedient hat. N.