Ausgabe 
14.8.1900 Zweites Blatt
 
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Japan werde die alte Begehrlichkeit auf Korea wieder er­wachen. Daß Frankreich und die Vereinigtem Staaten diesen Bestrebungen mit wenig wohlwollenden Gefühlen gegenüberständen, beweise die Art und Weise, wie sie die Ernennung des Grafen Waldersee ausge­nommen haben, dessen diplomatische Fähigkeiten zwar viel dazu beitragen, einem Einvernehmen zwischen den Mächten die Wege zu ebnen, doch könnte man mit ernsten Ereig­nissen in Europa zu rechnen haben.

London, 13. August. Nach Meldungen aus Tientsin sollen sich die Chinesen in vollem Rückzüge auf Peking befinden. Voraussichtlich werden die Verbün­deten in spätestens zwei Tagen vor Peking an­kommen.

Wien, 13. August. Der neue österreichisch­ungarische Gesandte in China, Freiherr v. Czikan, wird Anfang nächster Woche auf seinen Posten nach China abgehen.

Der Krieg in Südafrika.

Nach einem Telegramm des Reuter'schen Bureaus überschritt Buller am 9. dS. nach einem Marsche von 10 Meilen bei Beginderlejn den Vaal.

Lord Roberts meldet aus Pretoria vom 10. dS.: General Buller marschiert auf Ermelo. General Rundle ließ in Harrismith Major Marals und 133 bewaffnete BurghcrS verhaften. General Hunter meldet aus Bet! ehern: Am 8. und 9. August unterwarfen sich weitere 130 BurgherS, welche gegen eine Million Pa­tronen hatten. Lord Kirchen er war gestern mit der Nach­hut DewetS an der Lindequeedrift in einen Kampf ver­wickelt und hörte zu gleicher Zeit Kanonendonner von den Truppen Methuens, sechs Meilen im Nordwesten.

Eine Bestätigung des gemeldeten Burensiege- liegt bis jetzt nicht vor.

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Telegramm des Gießener Anzeigers.

Loudon, 13. August. Aus Mafeking wird gemeldet, gerüchtweise verlaute, Ze er u st sei gestern morgen ohne Verteidigung von den Buren verlassen worden. Die­selben zogen sich 8 Meilen nach Norden zurück.

Deutsches Reich.

Berlin, 12. August. Aus Homburg wird gemeldete Der Kaiser kam gestern um 4.38 Uhr hier an und er­wartete auf dem Bahnhofe die Ankunft der Kaiserin, die 10 Minuten später mit ihrem Sonderzuge hier eintraf. DaS Kaiserpaar fuhr im offenen Wagen durch die Straßen Homburgs nach dem Schlosse. DaS Kaiserpaar ist abends 8 Uhr wieder nach Wilhelmshöhe abgereist.

Aus Cronberg wird gemeldet: Prinz Heinrich traf gestern gegen 7 Uhr hier ein und wird bis morgen abend hier verweilen.

Prinz Heinrich von Preußen feiert am Dienstag seinen 39, Geburtstag, seit zwei Jahren, wieder den ersten in der Heimat.

Dem deutschen Oberbefehl in China hat nunmehr auch Japan zugestimmt. Es steht somit nur noch die offizielle Erklärung der sranzösischen Regie­rung aus.

General-Feldmarschall Graf Waldersee verläßt Hannover endgiltig am 15. August. Die Abreise mit dem Hauptquartier, dem 23 deutsche Offiziere angehören, erfolgt am 20. August mit dem DampferSachsen" von Genua aus. Der neu ernannte Ober-Quartiermeister Oberst v. Gayl wurde zum Generalmajor befördert. Wie mehrere Blätter melden, geht Graf Waldersee vor seiner Abreise aus Genua in besonderer Mission nach Rom. Der Kaiser hat bestimmt, daß sein Flügel-Adjutant, Oberstleutnant v. Boehn, mit dem Ober-Kommandierenden der verbündeten Truppen, Generalseldmarschall v. Waldersee, als dessen Adjutant mit nach China gsht. Oberstleutnant v. Boehn hat Wilhelmshöhe bereits verlassen.

München, 11. August. Die Staatsregierung ordnete an, daß in den Kreishauptstädten regelmäßige amtliche Kon­ferenzen zur Weiterbildung des Arbeitsnachweises stattzufinden haben, an denen die Arbeitsämter, Handwerker­kammern, Landwirtschaftsvereine, Gemeindevertreter u. s. w. teilnehmen sollen.

wieder Willenskraft, wieder Aktionsenergie in Italien. Vorwärts, Savoya! Vorwärts zum Schutze der Gesetze und der Freiheit! Der König, seiner Rechte bewußt, wird das Land davor retten, die Beute einer Minderheit von degenerierten Doktrinären zu werden. Selbst der klerikaleOsservatore Romano" erkennt an, daß nie­mals eine Thronrede so glücklich war. Die mili­tärischen Blätter jubeln am meisten.

J. , I 1 ------- --------!..------------ -

Die Wirren in China.

lieber den weiteren Verlauf des Vor m a r s ehe sauf Peking verlautet nichts und selbst über das Gefecht bei Peitsang (5. August) und die Einnahme von Yangtsun (f>. August) fließen die Nachrichten, obschon der Feldtele­graph bis Yangtsun gelegt sein soll, so spärlich, daß bis jetzt nicht einmal die Berlustzahlen genau bekannt sind. Wir erfahren nichts über die Regelung des Trains, nichts darüber, ob es gelungen ist, die Verpflegung und den Munitionsersatz auf dem Flnßwege des Peiho zu sichern, nichts über die Vormarschstraße, ob die alte Straße am Flusse entlang nach Tungtschou oder der bei Yangtsun in nordwestlicher Richtung auf Peking abzweigende Eisenbahn dämm oder beide zugleich von den Verbündeten benutzt werden. Auch wissen, wir nicht, ob sichldie vor' einigen Tagen verbreitete Nachricht bestätigt, daß größere japanische Truppenmassen, angeblich 20 000 Mann, in Schanheikwan gelandet seien, um von dort aus an dein besser gangbaren Südabfall des Gebirges entlang auf Peking vorzudringen. Hoffentlich ist dieser Nachirichtenmangel durch die Erkennt­nis zu erklären, daß Nachrichten von Europa nach Peking ebensoschnell übermittelt werden können tvie die Depeschen der Gesandten aus Peking neuerdings an ihre Bestimmung gelangen, daß es also nicht angezeigt ist, über Beivegung, Organisation und den Angriffsplan der verbündeten Truppen Nachrichten bekannt zu geben.

Nach einer Meldung derDaily Mail" über T schi f u waren in dem Treffen bei Yangtsun am 6. August die Engländer und Amerikaner im Vordertreffen. Die chinesischen Stellungen bestanden aus sieben Linien, deren Verschanzungen je 200 Schritt änseinanderlngen. Der Feind ging von einer Linie in die andere unter fort­gesetztem Feuer zurück, bis er die letzte in zerstreuter Flucht ans Peking zll räumte. Die Stellungen bei Yangtsun waren von natürlicher Stärke und dazu trefflich befestigt. Die Briten büßten 200, die Amerikaner 250 Tote und Ver­wundete ein. (Der amerikanische General Chaffee meldet nur einen Verlust von 60 Mann.) Die Chinesen erklären ihren Rückzug mit der Behauptung, die Briten hätten Gift über sie ausgegossen, was sich auf die Lydditgeschosse be­ziehen soll.Daily Expreß" teilt mit, der ständige Unter- skaatSsokretär Saunderson im Auswärtigen Amte soll ge­äußert haben, die verbündeten Truppen würden, wenn sie Peking erreichten, nicht den Eingang zu erzwingen suchen, um nicht das Leben der Europäer in Gefahr zu bringen, nur falls die Insassen der Gesandtschaften ermordet wären, würde Peking angegriffen werden. Diese Angabe könnte übrigens, wie man in unterrichteten Kreisen feststellt, nur insoweit richtig sein, als es sich darum handelt, vorläufig die Europäer in Peking in Sicherheit zu bringen. Der dem Londoner Auswärtigen Amte nahestehendeDaily Tele­graph" erklärt sehr bestimmt, Friedensverhandlungen könnten nur unter der Voraussetzung eingeleitet werden, daß den Verbündeten der unbehinderte Vormarsch nach Peking und der Siegeseinzug zur Befreiung ihrer Lands­leute eingeräumt werde. ES sei Zeit genug, über die Sühne und die Entschädigungen zu verhandeln, wenn die Aus­länder wieder unter eigenem Flaggeuschutz seien. Allein die Chinesen dürsten zum voraus überzeugt sein, daß sie nicht so. streua behandelt Würden, wie ihr Verbrechen es verdiene; möglicherweise handle es sich bei ihnen auch jetzt hauptsächlich darum, Zeit zu gewinnen, es scheine aber, als ob es ihnen gegenwärtig thatsächlich ernst sei, jeden falls sei augenblicklich die zeitige Erreichung Pekings und die Rettung der Belagerten die erste Erwägung. Nach einer Meldung Dalziels aus Shanghai wären am 3. August in Taming, westlich von Tsinanfn wieder fünf Deutsche von Bischof AnzerS katholischer Mission ermordet worden, was das Vertrauen in Yuanschikais freundliche Versicherungen einigermaßen erschüttere.

DerPetersburger Regierungsbote" schreibt: Am 9. August erhielt das Ministerium des Aeußeren uumittel bar von dem kaiserlich russischen Gesandten bar von dein kaiserlich russischen Gesandten in Peking ein Telegramm, das offenbar mit Expreßboten dem örtlichen Yamen der Provinzhauptstadt Tsinan über­mittelt und durch dies Yamen telegraphisch nach dem Be- stmlmungsort befördert mürbe. In dieser Depesche meldet der Gesandte v. Giers, daß der Belagerungszustand s o r t d a u c r c und daß die Belagerten noch einigen Vorrat an Lebensmitteln hätten. Die chinesische Regierung schlage den Gesandtschaften vor, deren Telegramme zn übermitteln, mid bestehe auf der Abreise der Gesandten aus Peking. Da die Gesandten keine genügende Bürgschaften für ihre Ächer- heit haben antworteten sie, daß sie für ihre Abreise die Erlaubnis ihrer Regierung haben müßten. Mit Genehm!- anng des Kaisers ist dem Gesandten v. Giers ge

VhlsrbcI, wit dem ganzen Personal der Gesandt schäft und bir Landunastruppc nach Tientsin abzu- nur '"X1" Rnllr' wenn die in Peking bc- "Nd der Kaiser von China die stärkten ^llrgschastin buh u, daß die Abreise möglichst gefahrlos vor sich gehen könne. Gleichzeitig ist der Gesandte von G er« angewiesen werden ans die schwere Peraniwortiing misinerksani zu machew die China und der. Kaiser von Cf)tnn trifft, im Falle die Unverletzlichkeit aller der Per­sonen auch nur in, geringsten a,.getastet werde, die gleich

»Ni d«n russische,, Gesandten nach Tientfin reisen sobald die Abreise möglich ist. *

Berlin wird gemeldet: Die Gesandten in Peking haben bet ihren Regierungen telegraphisch ange fragt, wie sie sich gegenüber dem chinesischen Vorschlaa Peking unter chinesischer Cdkorte zu verlassen verhalten sollen. Sie fügen hinzu, daß sie weder in die dnneHfdie Eskorte, noch in die chinesischen Versprechungen Vertrauen haben.

7kdmiral Conrrejolles meldet aus Taku, daß sich General Frey mit 800 Mann und drei Batterien bei jber Truppenabteilung befinde, die gegen Peking vorrückt.

New York Journal and Advertiser meldet aus Hong kong vom 10. August: Rings um Swatau (Vertrags­hafen in Mvantnng) herrschen fortwährend Unruhen und wird noch geplündert. Der Vizekönig läßt alle Vorstel­lungen der Konsuln iinberücksichtigt. Alle Missionen v o n Y u n g t s ch o u sind dem Erdboden g l e i ch g e - m a d) t worden. Die einzelnen Christen wurden g e - steinigt. Zwei Missionare sandten dem amerikanischen Konsul in Hongkong folgendes Telegranim:Es wurden iiodji drei andere Kapellen bcrbraiuit; die Missionshäuser werden geplündert. Unser Leben ist in Gefahr. Der Taotai rührt sich nicht. Rettet uns. Die aufrührische Bewegung breitet sich aus".

Ter amerikanische Konsul in Kanton erhielt von dem Gesandten (Songer ein am 10. August von Tsinanfn ans befördertes Telegrainm, in dem er meldet, daß die Gesandtschaft noch immer belagert und die Lage eine verzweifelte sei.Aber was auch werden möge, wir werden aushalten bis ans Ende".

Rußland und die Mandschurei.

Dem Generalstabe in Petersburg sind nach­folgende Meldiingen zugegangen: General Gribski be­richtet: Der hartnäckige Kampf bei Aigun am 4. ds. endete mit der Fluchst des Feindes teils in der Richtung gegen Zizikar, teils den Amur abwärts. Zur Verfolgung in beiden Richtungen wurden Truppen aller Waffen­gattungen beordert. General Rennenkampf rückte auf der Straße von Zizikar am 6. ds. mit einer Reiterschar und Artillerie vor und stieß am folgenden Tage 48 Kilometer hinter Aigun aus eine chinesische Abteilung von 3000 Mann Infanterie und 400 Reitern mit 12 Geschützen. Das sehr durchschnittene und gebirgige Gebirge verhinderte einen Angriff der Kavallerie, weshalb die Kosaken meistens zu Fuß kämpfen mußten. General Rennenkampf bekam als­dann Hilfe von allen Waffengattungen. General Gribski lobt namentlich die Energie und die Anordnungen des Ge­nerals Subotitsch, sowie Die Tapferkeit und brave Haltung der Truppen und einiger Bewohner von Blagowiescht scheusk. Oberst Pflug berichtet unter dem 5. August aus Port Arthur, daß General Fleischer mit seiner ans Infanterie, Artillerie und zwei Schwadronen Eisen- bahuschutzwache bestehenden Abteilung auf Jnkou und G a i t s ch o n vvrrückt. Dem Obersten C h o r u u sche n - k o w wurde befohlen, Gaitschon von Osten her anzugreifen. Oberst D o m b rowski rückte von Dasclsizao vom Norden her vor und schickte Freiwillige und Kosaken aus, um dem Feinde den Rückzug abzuschneiden, während von Jnkou aus die Abteilung des Generals Fleischer vorrückte. Als die Chinesen erkannten, daß die Russen von allen Seiten vor­rückten, flohen sie ostwärts und konnten von den ermüdeten Truppen, nachdem letztere 38 Kilometer marschiert waren, nicht weiter verfolgt werden. Erbeutet wurden zwölf alte Geschütze, Gewehre und Munition. Die Berlnste ans russi­scher Seite sind unbedeutend. Ans dem Innern Chinas, den Provinzen Hunan und Hupe, sollen sich 12 000 Mann chinesischer Truppen ans Peking und Tientsin zu bewegen; sie sollen sich stark befestigen und im Peihofluß mit Steinen beladene Barkeri versenken.

Aus Petersburg liegen folgende Nachrichten des Generalstabs vor: Am 11. ds. haben unsere Kosaken die Station Iakschi im Bezirke Chailar in Verbindung mit einer Kompagnie Infanterie besetzt. Die Eisentzahnarbeiten werden von der Station Dschärmete ans fortgesetzt. Arn 7. ds. trafen Kosaken in Urga znrn Schutze des Konsulats ein und wurden von den Mongolen sympathisch empfangen. Zn OKneral Orlow kommen Abordnungen mit Ergeben­heitsadressen von Mongolen, denen volle Freiheit be­treffend der Herden gewährt wurde. Eine von Orlow ab­gesandte Kavalleriekolonne mit Geschützen stieß bei Dschar- inete auf den Feind, der 45 Kilometer weit zurückgetrieben wurde und 18 Fuhrwerke zurückließ. Die Abteilung Orlows rückte hieraus bis Dscharmete vor.

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Aus Berlin wird gemeldet: Der Kaiser hat dem General v. H ö p f n c r Befehl erteilt, sich sofort nach, er­folgter Landung mit den Seebataillonen bis zur Ankunft des Generals v. Lefsel bezw. des Grafen Waldersee dem Befehl des ältesten anwesenden russischen Generals zu unterstellen. Ferner daß die englische Regierung amt­lich erklärt hat, daß sie bereit sei, ihre Truppen in Petschili dem Oberkommando des Grafen W a l d e r s e e zu unter­stellen, falls von allen andern Mächten gleich,lautende Zu­stimmung ausgesprochen wird.

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Telegramme deS Gießener Anzeigers.

Berlin, 13. August. Aus Wien wird gemeldet: Die Kaiserin-Witwe von China habe die Absicht zu er- kennen gegeben, vor dem Eintreffen der europäischen Truppen die chinesische Hauptstadt zu verlassen und den Hof nach einer anderen Stadt zu verlegen. Die Berliner chinesische Gesandtschaft hat nun ein der Kaiserin zuzustellendes Telegramm nach China gesandt, in welchem sie der Kaiserin-Witwe und dem Kaiser dringend rät, Peking nicht zu verlassen und die Ankunft der fremden Truppen ruhig abzuwarten. DerNazione" zu­folge werden auch zwei italienische GeneralstabS-Offiziere sich mit dem Stabe des Grasen Waldersee in Genua einschiffen.

Berlin, 13. August. Wie daSKl. I." authentisch erfährt, werden sich zwei russische Offiziere als mili­tärische Vertreter Rußlands dem Stabe des General Feld- marschalls Graf Waldersee anschließen.

Berlin, 13. August. DieBerliner MontagSztg." veröffentlicht eine Unterredung mit einer hervorragenden Persönlichkeit, die zu den hiesigen leitenden Kreisen in enger Fühlung steht, über die durch die Vorgänge in China geschaffene internationale politische Lage. Die­selbe äußerte sich dahin, daß Rußland durch seine gr oßen Truppen-Konzentrationen auf der linken Seite des Amur seine lang gehegten Absichten auf die Mand- schurei realisieren wolle. England werde sich trotz seiner Erklärung, sich mit der Politik der offenen Thür begnügen zu wollen, den Vortritt zu sichern versuchen. AuS den Absichten, die man auf die Provinz Shanlung habe, mache man sich in Deutschland keinen Hehl. Auch in

Ausland.

Marseille, 12. August. Präsident Loubet ist heute morgen 9 Uhr hier angekommen. Die Menge bereitere ihm einen begeisterten Empfang. Alle Straßen, die der Wagenzug LoubetS und seine Begleitung passierte, sind prächtig geschmückt. Bei der imposanten Feierlichkeit der Heb ergebe der Fahnen auf dem wQuai de la frater- nitö hielt der Präsident eine Ansprache. Die mit fester Stimme gehaltene Ansprache rief lebhaften Enthusiasmus hervor. Es erschallten stürmische Hochrufe auf die Armee und die Republik. Nach der Fahnenübergabe und der Parade über die Truppen begab sich der Präsident unter dem Jubel der Menge nach der Präfektur. Bei der Früh­stückstafel in der Präfektur toastete Loubet aus da- Heer und die Marine. Nach dem Präsidenten Loubet sprach bei dem Mahle in der Präfektur der Marineminister Lanessan. Er brachte einen Trinkspruch aus den Prä­sidenten aus, dem er den Dank für die Ehre, die Loubet dem Expeditionskorps erwiesen habe, darbrachte. Der Minister schloß, indem er hervorhob, mit welcher Sorgfalt alle diejenigen, die das Expeditionskorps organisiert haben, für die Gesundheit und das Wohlergehen der Soldaten vorgesorgt hätten. Nach dem Frühstück empfing Loubet die Behörden. Gegen 4 Uhr reifte der Präsident unter herzlichen Kundgebungen des Publikums ab.

Paris, 12. August. Das Verhör der Geliebten