Ausgabe 
11.2.1900 Zweites Blatt
 
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Deutsches Keich.

Berlin, 9. Februar. Der Kaiser besuchte heute vor­mittag den Staatssekretär Grafen Bülow und begab sich dann nach dem Zeughause, wo er eine Stunde verweilte. Um 2% Uhr nachmittags fand eine Besprechung in Sachen des diesjährigen Kriegsspiels statt. Nachher gedachte der Kaiser bei Schaeffer u. Walker eine Bronzenachbildung der Uphues'schen Statue Friedrichs des Großen zu besichtigen, und sich um 7,6 Uhr nach Potsdam zu begeben, um bei dem Offizierkorps des 1. Garderegiments z. F. das Diner einzunehmen. Der Kaiser gedenkt die Nacht in Potsdam zu verweilen.

Das nunmehr ratifizierte Samoa-Abkommen wird dem Vernehmen nach in den nächsten Tagen dem Reichs- tage zugehen.

Der Abgeordnete, welcher einem CentrumSabgeord- neten gegenüber erklärte, bei der Flottenvorlage fest zu bleiben, und das Gesetz unter allen Umständen ab­zulehnen, ist, wie dieGermania" berichtigt, nicht der Präsident des Bundes der Landwirte Freiherr v. Wangenheim, sondern der Direktor des Bundes der Landwirte, Dr. Diedrich Hahn. Freiherr von Wangenheim soll im Uebrigen die Anschauungen des Ab­geordneten Dr. Hahn teilen. Hierzu berichtet die ..Dtsch. Tagesztg.", daß Dr. Hahn eine solche Unterredung mit keinem Centrumsabgeordneten gehabt habe, und fordert die Germania" auf, den Namen ihres Gewährsmannes zu nennen. Wie derBörsen - Courier" hört, hatte Dr. Hahn die Unterhaltung mit dem Centrumsabgeordneten Szmula.

Der Erzbischof Dr. Simar ist heute mittag nach Köln zurückgereist. Sein Begleiter, der Domprobst Dr. Berlage hatte nach der Abreise des Erzbischofs noch eine Konferenz mit dem Kultusminister Dr. Studt.

Nach derGermania" geht die Diagnose der Aerzte des Dr. Lieber dahin, daß derselbe an Gallen- stein leidet, welches Leiden jedoch durch eine schwere Erkrankung der Leber kompliziert ist.

In der Wahlprüfungskommission des Reichstages kvurden heute die Wahlen der Abgeordneten Dr. Hasse (natl.) und Graf Magnis (Centr.) für gültig erklärt.

Der Abgeordnete Dr. Hasse ist von seiner Erkrankung wieder genesen und im Reichstage er­schienen.

In derBudgetkommisfion des Reichstags begann heute die Beratung des Militäretats. Bei dem Titel Gehalt des Kriegsminifters 36000 Mk." wünscht der Referent, Graf Roon, daß statistisch festgestellt werde, wie sich die Armee aus den ländlichen und den städtischen Be­zirken rekrutiere. Generalleutant v. d. Bock erklärt, die Militärverwaltung werde sich eingehend mit der Frage be­schäftigen und sich mit dem Reichsamt des Innern darüber in Verbindung setzen. Abg. Speck (Centr.) erwähnt den Fall des Majors Deinling, der am Grabe eines im Duell gefallenen Offiziers den Zweikampf verteidigt habe. Auch den Fall des Arztes Dr. Käst erwähnt der Redner. Ersterer erhielt seinen Abschied, weil er sich nicht schlagen wollte. Der Kriegsminister erwiderte, daß die Rede DeinlingerS seitens dessen Vorgesetzten gerügt wurde. Im Falle des Dr. Käst könne er keine Auskunft geben, da die Akten hierüber noch nicht vorlägen.

Heber das Befinden des Abgeordneten Dr. Lieber ist heute zu berichten, daß die Nacht im allgemeinen günstig verlaufen ist, daß jedoch gegen Morgen wiederum erneute Fieberanfälle auftraten. Die Nahrungsaufnahme und der Kräftezustand sind un­verändert. Heute mittag trat eine leichte Besserung ein.

Wie dieNat.-Ztg." hört, ist der Kaiser gestern zweimal beim englischen Botschafter vorgefahren. Der zweite Besuch währte eine Stunde.

Dr. LeydS soll, demBerl. Tagebl." zufolge, seinen Aufenthalt in Berlin dazu benutzt haben, um mit finanziellen Kreisen Fühlung zu nehmen behufs einer Trans­aktion, die der südafrikanischen Republik die Beschaffung von Geldmitteln in größerem Umfange zu ermöglichen geeignet wäre.

A«sümd.

Wien, 9. Februar. DieN. Fr. Pr-" erfährt von diplomatischer Seite, daß der Besuch des Prinzen Heinrich von Preußen in Wien hochpolitische Bedeutung habe. Dieser Besuch solle neuerdings be­kunden, daß das deutsch-österreichische Bündnis ungeschwächt fortbestehe, und daß die zwischen den beiden verbündeten Ländern bestehende Intimität unerschütterlich fortdauere.

Wien, 9. Februar. Nachrichten aus Alexandrien Mfolge dauert die Meuterei der Truppen im Sudan fort. Lord Cromer hatte hierüber mit dem Khedive eine ernste Besprechung.

Paris, 9. Februar. Blättermeldungen besagen, die Negierung habe dem Polizeipräfekten befohlen, die Be- schlüsse über die Sympathie-Adressen an die Buren, welche von verschiedenen Gemeindebehörden gefaßt wurden, zu annullieren, da dieselben eine Neutralitäts- Verletzung bedeuten.

Paris, 9. Februar. Der Prozeß, den Kriegs- Minister Gallifet gegen den Redakteur der Aurore", Go hier, angestrengt hat, soll am 23. ds. Mts. zur Verhandlung gelangen. Der Angeklagte wird sich selbst verteidigen.

Paris, 9. Februar. DaS Generalkomitee der sozia­listischen Partei beschloß, mit sämtlichen Mitgliedern der Beisetzung des verstorbenen russischen Revo­lutionärs und Philosophen Laoroff beizuwohnen. Die sozialistischen Führer Lafargue und Viviani werden

Reden halten.Petite RLpublique" hat BeileidS-Tele gramme von den in Brüffel ansässigen russischen und belgi schen Sozialisten erhalten.

Lskates» VrovmsteRe».

* Die in mehreren Hundert Exemplaren von uns be­zogene, den Lesern desGießener Anzeiger" zum Vor­zugspreise von Mk. 1, (Porto und Verpackung extra) angebotene

Weltkarte

ist nahezu vergriffen. Wir werden davon wiederum einige hundert Exemplare kommen laffen, und bitten, um annähernd den Absatz übersehen zu können, Bestellungen auf die Weltkarte unverzüglich bei unserer Geschäftsstelle bewirken zu wollen.

Verlag desGießener Anzeiger."

Ernennung. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht, am 7. Februar die Notare Geh. Justizrat Dr. Hermann Weber in Offenbach, Justizrat Hermann Jöckel in Friedberg und Justizrat Dr. Karl Braden in Mainz zu Mitgliedern, und die Notare Ferdinand Gallus in Darmstadt, M. Schmitz in Nidda und Dr. Julius Re en in Berstadt zu stell­vertretenden Mitgliedern des Disziplinarhofes für Notare, sowie die Notare August Metz und Hermann Katz in Gießen zu Mitgliedern und die Notare Dr. Ludwig Römheld in Gießen und Arthur Stahl in Bad- Nauheim zu stellvertretenden Mitgliedern der Disziplinar- kammer für die Notare der Provinz Oberhessen zu ernennen.

** Unter den alteren hessischen Juristen, welche an unserer Alma mater Ludoviciana studierten, hat in vergangener Woche der Tod gewaltig aufgeräumt. Am 6. Februar ver­schied zu Wiesbaden, woselbst er sich nach seinem Ausscheiden aus dem Reichsdienst zurückgezogen, Herr Reichsgerichtsrat Wilhelm Buff. Ihm folgte am 8. Februar der lang­jährige Präsident des Landgerichts der Provinz Oberheffen, Herr Freiherr v. Ricou, Großh. Kammerherr, und heute nacht verschied Herr Landgerichtsrat v. Schmal- falber. __________

* AuS dem Großherzogin« Heffen, 9. Februar. Der hessische Landwirtschaftsrat sprach sich für die Errichtung einer Landesviehversicherung aus und zwar auf folgender Grundlage: 1. Obligatorische Versicherung des ganzen Rinder- und Ziegenbestandes. 2. Selbstverwaltung der Orts- versicherungSkassen durch die Landwirte als Versicherungs­nehmer unter Staatsaufsicht. 3. Entscheidung von Be­schwerden und Streitigkeiten durch Schiedsgerichte.

§ Butzbach, 10. Februar. Der für den 22. l. Mts. in unserer Stadt vorgesehene Bi eh markt darf wegen der Maul- und Klauenseuche nicht abgehalten werden. Seitens des hiesigen Bürgermeisters und Landtags­abgeordneten Joutz ist kürzlich auf vielseitigen Wunsch im allgemeinen Interesse der königl. Eisenbahn-Direktion Frank­furt ein Gesuch unterbreitet worden, welches das Anhalten des Abends nach 11 Uhr in Frankfurt und Mittags 12 Uhr in Gießen abgehenden Schnellzuges an unserer fre» quentierten Station bezweckt.

§ Eschenrod (bei Schotten), 8. Februar. Wie verlautet, soll hier eine Genossenschaftsmolkerei gegründet werden, und zwar für die Orte Eschenrod, Busenborn, Breungeshain, Michelbach, Sichenhausen, Kaulstos und Burkhards.

§ Mainz, 9. Februar. In der Nähe des hiesigen Friedhofes carambolierte gestern abend ein Zug der Dampf­straßenbahn mit einem Landfuhrwerk. Der Führer des letzteren, sowie deffen Kind und Knecht wurden unter den Wagen geschleudert und schwer verletzt. Die Verletz­ungen des Eigentümers des Landfuhrwerkes find derart, daß an feinem Aufkommen gezweifelt wird

* Mainz, 9. Februar. Bezüglich der von dem Minist­erium in Darmstadt jüngst versagten Erlaubnis der Ein­führung von Fäkalien in den Rhein wird jetzt von autoritativer Seite mitgeteilt, daß diese Ablehnung weder auf die Agitationen verschiedener Rheingemeinden noch anf einen prinzipiell ablehnenden Standpunkt der Regierung zürückzuführen sei. DaS Ministerium ist vielmehr bei seiner Entscheidung von der Erwägung ausgegangen, daß, wenn auch sachlich gegen die beabsichtigte Einleitung von Fäkalien in den Rhein technische Anstände nicht zu erheben seien, es doch bedenklich erscheine, dem Gesuche stattzugeben, bevor über die Frage, ob und unter welchen Bedingungen die Fäkalien hiesiger Stadt in den Rhein eingeleitet werden dürfen, prinzipiell entschieden ist.

Wiesbaden, 8. Februar. Vor kurzem wurde berichtet, ein hiesiger 'Regierungsbeamter habe feinem Töchterchen den Auftrag gegeben, genau aufzu­merken, wie oft der Lehrer in der Klaffe zu einer Züchtigung der Schülerin nen schreite. Das Kind hatte die Namen der Bestraften und den Tag, sowie die näheren Umstände der Vorfälle zu notieren und zu Hause zu melden. Nachdem einiges Material auf diese Weise gegen den Lehrer gesammelt war, begab sich der Herr Papa zum Rektor der betreffenden Schulanstalt und suchte diesen über die Vorfälle in seiner Schule zur Rede zu stellen. Gleich­zeitig reichte der Beschwerdeführer aber auch eine Anzeige bei der städtischen Schuldeputation ein. Diese verfügte nun eine eingehende Untersuchung des Vorfalles, die jedoch an den Tag brachte, daß der beschwerdeführende Vater dem Schuldirektor gegenüber strafbarer Beleidigungen sich schuldig gemacht habe. Eine Klage war die Folge, und eine Ver­urteilung des Regierungsbeamten zu 100 Mark Geldstrafe das endliche Ergebnis, wobei dem Verurteilten bedeutet wurde, daß nur die Rücksicht auf feine Karriere und seine Familie das Gericht abgehalten habe, zur Sühne für die

schweren Beleidigungen eine Gefängnisstrafe ausznschließen und bei einer einfachen Geldstrafe es für diesmal bewenden zu lassen.

Uermischtes.

* R h e y d t, 9. Februar. Die Weberei und Spinnerei Ge­brüder Kropp ist in der letzten Nacht größtenteils niedergebrannt. 200 Arbeiter sind zur Zeit beschäftigungslos.

* München, 9. Februar. DieMünchener Zeitung" schreibt: Der Untersuchungsrichter am kgl. Landgericht München I sucht zur Zeit den (gegenwärtig in Paris lebenden) Schriftsteller Oskar Panizza von Bad Kissingen. Panizza ist verdächtig, den deutschen Kaiser beleidigt zu haben.

* I nn s b r u ck, 9. Februar. Die welschtiroler Ortschaft Saone ist nachts fast ganz abgebrannt. 37 Familien sind obdachlos. Nur wenig wurde gerettet.

* B e r n, 9 Februarr. Nachdem vor zwei Monatenn die in Ehauxdefonds (Kanton Neuenburg) etablierten Aerzte Doktor Psyffer und Doktor Cortazzi wegen Verbrechens gegen das keimendeLeben verhaftet worden waren, wurde daselbst heute unter der nämlichen Anschuldigung ein dritter Arzt, Doktor Favre, verhaftet.

* London, 8. Februar. Wie traurig es augen­blicklich in London aussieht entnehmen wir einem' Berichte, in dem es heißt: Seitdem auch die Peomanry nach Süd- Afrika abgegangen ist, macht London einen ganz verödeten Ein­druck. Ein bekannter Friseur in Aloershot hat durch die Ein­berufung nicht weniger als 2000 Kunden verloren. Sein Ge­schäft, das sonst drückend voll zu sein pflegte, ist meist leer, und Chef und Angestellte haben genügend Zeit, über das traurige Schicksal und die hohen Kohlenpreise zu klagen. Die Theater sind leer und können nicht einmal durch reichliche Ausgabe von Frei- billets gefüllt werden. Die Kohle ist schon auf 40 Sch. für die Tonne gestiegen. Der Kohlenlieferant eines großen Gasthauses hat dem Besitzer desselben 2000 Lstrl. geboten, falls er ihn von seinem Vertrag entbindet, der ichn verpflichtet, die Kohle zu 21 Sch. per Tonne zu liefern, während er jetzt 34 Schilling 6 Pence zahlen muß. Zu Zeiten des Krimkrieges stieg die Kohle bis auf 80 Schilling. Dagegen hat die Zahl der in Trauer ge­kleideten Damen in den letzten Wochen auffällig zugenommen. Es sind vermutlich Witwen und Töchter von Offizieren, die in Süd- Afrika gefallen sind. Der Krieg hat auch auf das häusliche Leben einen bösen Einfluß ausgeübt. Gute Mägde sind nie leicht auf­zutreiben, und seit dem Ausbruch des Krieges fällt es auch den besten Familien schwer, trotz hoher Löhne eine genügende Zahl weiblicher Dienstboten einzustellen. So viele Ladendiener sind als Reservisten nach der Front beordert worden, daß die Geschäfts­inhaber notgedrungen mehr weibliches Personal eingestellt haben. Und jede Magd sehnt sich nach einer Stelle Hinterm Ladentisch. Es kommt noch dazu, daß England das ungewohnte Schauspiel bietet, daß dort großer Schneefall eingetreten ist, und Kälte herrscht, nachdem es vorher andauernd geregnet hat.

* S o f i a , 8. Februar. In den Donaugegenden von Siftowo und Nikopolis sind zahlreiche Dörfer überschwemmt. Das Wasser steht acht Meter über dem Normalstand.

* New - Port 8. Februar. Der Schachspieler S t e i n i tz wurde einer Irrenanstalt zur Beobachtung übergeben.

Universität und Hochschule.

Verschiedenes. An Stelle des Professor Stengel, der die auf ihn gefallene Wahl abgelehnt hatte, wurde der Geh. Bergrat Prof. Rosenbusch zum Prorektor der Universität Heidel­berg für das nächste Studienjahr gewählt. Der Professor der Theologie König in Rostock folgt im nächsten Semester einem Rufe nach Bonn. Prof. Schottelius, Direktor des hygienischen In stitutes in Freiburg i. B., unternimmt demnächst eine Reise nach Oporto und Nordafrika behufs wissenschaftl. Erforschung der Pest. Berliner Blätter besprechen den ausfälligen Rückgang der in Jena Theologie Studierenden und stellen fest, daß dort jetzt neun Dozenten für 37 Studenten zur Verfügung stehen. Im Sommersemester 1892 zählte man noch 116 Theologen.

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Den 7. Februar ' wib Sinn« ^hlek, U $agbM

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Arbeiterbewegung.

§ Sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen der Schuhfabrik der-Firma Rosenbusch ti. Cie. Mainz, eircä 100 an der Zahl haben gestern die Arbeit niedergelegt. Anlaß dazu gab die Weigerung der Firma, den Arbeitern die Lieferung der zu dem Schuhwerke nötigen Zuthaten zu überlassen.

& Rybnik (Schlesien), 8. Februar. Auf der Charlotten- grube bei Czernik, deren Besitzer Oesterreicher sind, sind an hundert Bergleute nicht eingefahren.

§ Breslau, 8. Februar. Die Waldenburger Bergleute wollen dieselben Forderungen an die Gewerkschaften stellen wie die ausständischen österreichischen Bergarbeiter, zu deren Unter­stützung Ueberschichten verweigert werden sollen.

8 Ratibor, 9. Februar. Nach einem Telegramm, das der hiesigen Eisenbahn-Betriebs-Jnspektion vom Stations-Borstand Oderberg einging, sollen die Ausständischen gedroht haben, durch Außerbetriebsetzung der Oderbrücke die Ausfuhtr von Kohlen von Preußen nach Oesterreich zu verhindern.

Antwerpen, 9 Februar. Die Metallarbeiter sind in den Ausstand getreten. Derselbe ist zwar noch nicht allgemein, doch deutet alles darauf hin, daß auch sämtliche Schiffsarbeiter dem Ausstande bei­treten werden.

§ Charleroi 8. Februar. Der Ausstand der Glas­schneider dauert unverändert an. Die Zahl der bis jetzt gelöschten Oefen beläuft sich auf neun.

Charleroi, 9. Februar. Die Zahl der streikenden Glasarbeiter beläuft sich bereits auf mehr als 3000.

Telegramme des »Gießener Anzeiger^.

Halle a. S., 10. Februar. In dem hiesigen Kohlenbezirk schweben Verhandlungen zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitenr behufs Erzielung einer Verständigung. Der Ausstand dürfte unter­bleiben.

Leipzig, 10. Februar. (Telegr.) In Pirna haben gestern die großen Glasfabriken wegen Kohlenmangel den Betrieb vollständig eingestellt. Die übrigen Pirnaer Fabriken haben nur noch für einige Tage Kohlen. Die königliche Gußstahlfabrik in Doehlen hat den Betrieb eingeschränkt und 300 Arbeiter entlassen.

Kattowitz, 10. Februar. Die gesamte Belegschaft des Erz­bergwerks zu Bobrownik im hiesigen Kreise ist ausständig. Sie ver­langen Lohnerhöhung und Abschaffung der Ueberschichten.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Gtetzerr, io Februar. Marktbericht. Auf dem heutige« Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. 0.85-0.95, Hühnereier per St. 79 H, 2 St. 0000 Enteneier 1 St. 00 A, Gänse- eiet per St. 600 H, Käse 1 St. 58 Küsematte 2 St. 56 A, ütbfen per Liter 20 Linsen per Liter 30 A, Tauben per Paar

X o.oo1.< 0, Hühner per St. JL 1.402.20, Hahnen per Stück X 1 202.00, Enten per St. JL 2.002.40, Gänse per Pfund jW, o 000.00, Ochsenfleisch per Pfd. 6874 Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 6264 A, Schweinefleisch per Pfd. 6072 4, Schweine« äeisch, gesalzen, per Pfd. 76 A., Kalbfleisch per Pfd. 6466 A. Hammelfleisch per Pfd. 5064 H, Kartoffeln per 100 Kilo 4.00 biS 4 50 JL, Werßkraut per St. 0000, Zwiebeln per Ctr. .* 6.507.00, Rilch per Lrter 16 A

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